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Elastischer Islam – weitere Nachlese zum Orientalistentag

Im Tagesspiegel vom 2./3. Oktober bespricht auch Andrea Dernbach den Orientalistentag. Jetzt lese ich schon den dritten Bericht dazu, fast ist mir, als wäre ich dabeigewesen! Das gehört nun mal dazu, wir sprechen hier über Erzähltes, Gewertetes, Berichtetes, als wären es die Sachen selbst. Aber die “Sachen selbst” gibt es ja nicht, die Auslegungen des Geschehenen sind es, über die wir uns hier austauschen. Womit wir beim eigentlichen Thema wären, der Mannigfaltigkeit möglicher Auslegungen von Texten, hier also des Korans. Auch Dernbach weist ausführlich auf Patricia Crones Festvortrag hin, hebt insbesondere Sure 2, 256 hervor. Nach vielfältigen Erwägungen lautet der Schluss: “Der Islam ist so elastisch wie alles Alte, das überlebt.” Insgesamt zeichnet also die Verfasserin unter den drei betrachteten Zeitungsartikeln (SZ, FAZ, Tagespiegel – dieser Blog berichtete) das freundlichste Bild: “Nimmt man das Programm dieses Orientalistentags als Maßstab, ist man längst auf gutem Weg”.

Was das Politische angeht, so zitiert Dernbach den Teheraner Philosophen Mohammed Mojtahed Shabestari mit folgender Feststellung: “Die richtige Frage ist nicht: Sind Islam und Demokratie vereinbar oder nicht? Die Frage ist: Sind die Moslems heute bereit, diese Vereinbarkeit entstehen zu lassen?”

Ich meine, wenn wir uns hier in Kreuzberg umsehen, muss die Antwort ganz klar Ja lauten.