Aug 162011
 

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Eins der ganz großen Themen, das mir neben vielen anderen (oder den meisten) wichtigen Themen (Kindererziehung, Familie, deutsche Sprache, Kultur, Europa, Demenz, demographische Entwicklung, Islam, Christentum, Stadtbildentwicklung) in diesem Berliner Wahlkampf bisher noch fehlt, ist die Frage, welche Werte unser persönliches Handeln leiten sollen.

Die Religionen sind eher an den Rand gedrängt, für Philosophie haben die meisten keine Muße. Also bleibt nur noch der Staat übrig. Er muss nach dem Rechten sehen. Alles, was die einzelnen Menschen falsch machen, wird hier in Berlin dem Staat angelastet. Das ist die ungeheuerliche Anomalie der Berliner Landespolitik. Ein verwöhntes, ein staatsgläubiges, ein staatsabhängiges Geschlecht hat sich da die Politik herangezogen!

Vielleicht bleibt noch eine Art sitttliches Grundgefühl, das unbewusste Übereinstimmen mit diesem oder jenem.

Religionen und philosophische Reflexion fangen dieses sittliche Grundgefühl ein. In diesem Bewusstsein werde ich nun das Fastenbrechen mit dem Bundesinnenminister Friedrich besuchen, das ihn am Abend nach Kreuzberg führen wird. Gestern las ich noch einmal die Sure 2 des Koran, diesmal in der neuen, vortrefflich kommentierten Ausgabe des Islamwissenschaftlers Hartmut Bobzin.

„Gott will für euch das Leichte, das Schwere will er nicht für euch“, heißt es in Sure 2, wo ausdrücklich der Fastenmonat erklärt wird.

Hartmut Bobzin: Der Koran. Aus dem Arabischen neu übertragen, unter Mitarbeit von Katharina Bobzin, C. H. Beck, München 2010

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