Jun 292020
 

In aller flaumenleichten Frühe schwammen wir am gestrigen 28. Juni in den Templiner See hinaus. Kein Laut war zu hören außer dem taktmäßigen Schwingen, mit dem ein Reiher zur Jagd ansetzte, dem leisen Rascheln einer Ente im Ufergebüsch und ganz in der Ferne schon einem ersten ratternden Zug. Ich ließ mich ganz ins Wasser untergehen, mit einigen Tauchstößen schwamm ich die Hülle des vergangenen Jahres ab, zurück blieb die abgestreifte Hülle, der Kokon des Gedächtnisses, das fadenartige Gespinst an Ahnungen, Gefühlen, dämmernden Einsichten, getroffenen Entscheidungen, das Verlieren des Grundes unter den Füßen des Augenblicks. Und doch wieder das Getragenwerden, das Entgegenschwimmen auf eine Zukunft, die dich mit offenen Armen empfängt!

Der Schwielowsee öffnete uns beim Entlangradeln gegen Ferch hin immer wieder neue Kulissen vor den Augen, er zog mir die Theatervorhänge des neuen Lebensjahres auf, strahlend, eine Ouvertüre mit einem leicht metallischen Glanz, ohne Schärfe, mit Freude, mit Liebe.

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Jun 292020
 

Das Recht der Europäischen Union und das Verfassungsrecht der Mitgliedsstaaten stehen in einem vorderhand ungeklärten Widerstreit einander ausschließender Geltungsansprüche. Dies haben wir seit Jahren in diesem Blog wiederholt herausgearbeitet, darauf haben wir wiederholt hingewiesen, so etwa auch am 3. November 2015 unter dem Titel: “Unauflöslicher Widerspruch”.

Eine weitere Umdrehung im Rad der einander widerstrebenden Argumente vollzieht sich vor unseren Augen im Anschluss an das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 5. Mai 2020, 2 BvR 859/15. Dieses Urteil zur verfassungsrechtlichen Legitimität des EZB-Anleihen-Kaufprogramms hat europaweit einen Aufschrei des Entsetzens ausgelöst. Genau hierzu äußert sich heute nun ein Richter des zuständigen Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichtes:

Mit dem Aufschrei haben wir gerechnet, aber man muss eben sehen, dass das Verhältnis von Europarecht und nationalem Verfassungsrecht seit 60 Jahren in der Schwebe hängt. Die Luxemburger Kollegen postulieren, dass das Unionsrecht über allem steht, und wir und die anderen Verfassungsgerichte sagen: ,Nein, nur in dem Rahmen, in dem ihr durch unsere Parlamente ermächtigt worden seid.‘ Die Entscheidung zwischen diesen beiden Ansätzen ist keine Glaubensfrage, das sagen nur diejenigen, die nicht intensiv genug darüber nachgedacht haben. Ich bin der Überzeugung, dass es zwanzig Argumente für unsere Auffassung gibt und eineinhalb für die des Gerichtshofs.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/verfassungsrichter-huber-kritisiert-mangelnde-kooperation-der-ezb-16836457.html?premium
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2020

Ich halte dies für eine sehr gute Grundsatzanalyse des Richters des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts zur reichlich verkorksten europäischen Gemengelage! Was Peter Huber heute in der FAZ erklärt, trifft, so meine ich, ins Schwarze.

Es stimmt mich sprachlos und nimmt mich wunder, wenn wieder und wieder von den Politikern der EU versucht wird, durch beständig wachsende, in den Raum gestellte Geldbeträge oder eher Geldberge (derzeit sind es zusätzlich zu verteilende etwa 1500 Milliarden Euro) der Europäischen Union ein derart massives pekuniäres Gewicht zu verleihen, dass die Staaten schließlich gar nicht mehr anders können, als Teile ihrer durch Verfassungen geschützten Rechte an die Europäische Union zu übertragen. Zu diesem Zweck wird alle paar Monate ein neuer Ausnahmezustand ausgerufen! Und – das wissen wir seit Carl Schmitt – wer die Macht hat, den Ausnahmezustand auszurufen, der hat auch die Macht, die Rechtsordnung vorübergehend außer Kraft zu setzen und verfassungsrechtliche Vorschriften zu brechen.

Die hierdurch hervorgerufene, meines Erachtens nicht von der Hand zu weisende Befürchtung lautet: Die Gliedstaaten könnten gewissermaßen hineingleiten oder sanft hineinrutschen in ein Abhängigkeitsverhältnis von der höheren EU-Autorität, innerhalb dessen die Souveränität der Verfassungsstaaten zur leeren Hülle würde, da sie nicht mehr mit eigener Handlungsmacht unterlegt wäre. Die Staaten würden dann zu Bittstellern der übergeordneten EU-Autorität: europäischer Transformismus, der zum europäischen Autoritarismus zu werden droht!

Das Hauptargument für diesen Transformismus oder Autoritarismus lautet mit ermüdender Wiederholungsfrequenz, die globalen Herausforderungen seien einfach zu groß, als dass ein einzelner Staat sie bewältigen könne. Welche Herausforderungen sind aber gemeint? Nun, dafür werden immer wieder neue Kandidaten aufgetrieben: Mal ist es die Finanzkrise, mal ist es der Klimawandel, dann sind es die Europafeinde, dann wiederum die Energiewende, dann die globale Migration, dann der Rechtspopulismus in den “osteuropäischen” EU-Staaten, dann der Terrorismus, dann die Flüchtlinge des Südens, dann die Infektionsrisiken durch das Coronavirus, dann der Rassismus in den USA … die Hitliste der vom einzelnen Verfassungsstaat angeblich nicht mehr zu stemmenden Risiken wird monatlich länger bzw. monatlich überarbeitet! Die Überlebenszeiten der jeweils ausgerufenen globalen Katastrophen, die kein einzelner Staat mehr bewältigen könne, fallen hingegen. Die Namen der zahlreichen globalen Katastrophen, die jederzeit um die Ecke lauern, sind austauschbar. Das nervt.

Doch schließen wir positiv! Dem Verfassungsrichter Peter Huber gebührt heute Dank dafür, dass er als eine der sehr selten gewordenen Stimmen von Rang in der FAZ öffentlich (nicht bloß hinter vorgehaltener Hand) Stellung bezieht und sich für den Vorrang des demokratisch legitimierten Verfassungsrechtes der Staaten vor dem auf zwischenstaatlichen Verträgen gestützten Unionsrecht in die Bresche geworfen hat.

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Jun 272020
 

“Jeszcze Europa nie zginęła”, dieser polnisch zu singende Weckruf kommt mir in den Sinn, wenn ich an die Verleihung des Deutsch-Italienischen Übersetzerpreises 2020 zurückdenke, der ich am 23. Juni 2020 als stumm lauschender Zuhörer über das Internet in der virtuellen Realität beiwohnte.

Der Mitschnitt der Preisverleihung ist weiterhin online abrufbar:
https://lcb.de/programm/verleihung-des-deutsch-italienischen-uebersetzerpreises-2020/

Willst du wissen, Leser, was ich dazu meine? Nun, ich meine ganz persönlich, zu Zeiten, da andere Stimmen drei- oder gar vierstellige Euro-Milliardenbeträge in hymnischen Tönen aufrufen im festen Glauben, die europäische Einigung mit solchen Mitteln wesentlich zu befördern oder zu erkaufen, haben die Minister Monika Grütters und Dario Franceschini, die Übersetzerinnen Verena von Koskull, Friederike Hausmann und Carola Köhler, die Redner Maike Albath, Ingo Schulze und Claudio Magris alle ihren kaum mehr zu vernehmenden, stillen Gegenglückston gesetzt: die Einigung Europas im Geist, im guten gelingenden Wort, im kulturell gebundenen Austausch, im Sich-Hineinversetzen in die andere und den anderen, in das andere und die anderen: in der Gemeinschaft im Wort!

Ich gebe gerne zu, die weitere europäische Einigung wird sicherlich nicht zum Nulltarif zu haben sein, aber machen wir uns nichts vor: Das große Vorhaben kann nur gelingen, wenn es die Menschen auch wollen und so “sagen und singen”, und wenn es durch ein einigendes symbolisches Band umschlungen und beglaubigt wird – das mag das Möbius-Band sein, welches ab 1. Juli 2020 die deutsche Ratspräsidentschaft überwölbt, das kann und soll aber vor allem, so meine ich, das endlose geflochtene Band des versöhnenden, menschenverändernden Wortes sein. Und dieses Wort kostet nichts …  nichts außer einer inneren, sozusagen menschen-übersetzenden Wandlung! 

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Jun 242020
 
Das Ergebnis von seit 5. September 2006 über 7 Milliarden verbauten Euro: Der neue Berliner Flughafen am 21. Mai 2020, bisherige Betriebstage: 0

750 Milliarden Euro, eine atemberaubende, pharaonische Summe, so möchte man meinen, die im Wesentlichen ab 2022 den begünstigten Staaten Europas, also denjenigen benachteiligten Staaten, die in den 5 Jahren von 2014 bis 2019 die höchsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, z.B. die höchste Arbeitslosigkeit verzeichneten, als redlich verdiente Corona-Wiederaufbauhilfe zugute kommen wird! Ein kolossales Vorhaben der EU-Kommission, dem gutes Gelingen zu wünschen ist. Hendrik Kafsack versuchte vorgestern in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit allen seinen Kräften, um Verständnis für dieses Unterfangen zu werben. Hat er es geschafft? Überlegt selbst, liebe Leserinnen und Leser!

Von der vereinenden, versöhnenden, alles ausgleichenden Bindekraft des Geldes konnte man sich jedoch in Europa nicht erst gestern oder vorgestern überzeugen, nein, ein bereits 1992 im schwäbisch-sparsamen Stuttgart erschienenes Büchlein bringt in lateinischer Sprache diese ureuropäische Einsicht als hymnischen Lobpreis des “nummus”, der “Münze”, der “Währung” also zum Ausdruck:

Manus ferens munera
pium facit impium
nummus iungit federa
nummus dat consilium

Die Hand die Geschenke reicht
macht fromm den Unfrommen
Geld schließt Bündnisse
Geld schafft Rat

(Übersetzung aus dem Lateinischen von dem hier Schreibenden)

Quellenangaben:
Hendrik Kafsack: Corona-Aufbaufonds der EU. “Wer braucht das Geld wirklich?” FAZ, 22.06.2020
Carmina Burana. Lateinisch/Deutsch. Ausgewählt, übersetzt und herausgegeben von Günter Bernt, Philipp Reclam jun. Stuttgart 1992, S. 12

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Jun 202020
 
Marcantonio Raimondi: “Die Pest in Phrygien” (Il morbetto). Gesehen gestern in der Ausstellung des Berliner Kupferstichkabinetts “Raffael in Berlin. Meisterwerke aus dem Kupferstichkabinett”

Von größter Planungssicherheit zeugen wieder und wieder die gegenwärtig laufenden Gespräche zur Zukunft der Europäischen Union. Alles wird berechnet, die Staaten müssen sich nur noch einigen, wie sie all das Geld zu verteilen haben. Mithilfe des Geldes übernimmt die Union die Gestaltungsmacht über die Zukunft bis ins Jahr 2050. So ist man sicher, den Wohlstand zu sichern, die Klimaneutralität zu erreichen. Man, also die Europäische Union, plant es ja so. Großartig, diese Gewissheit, dieser Glaube an die Planbarkeit und Berechenbarkeit der Zukunft! Mit so und so viel Geld ist man gewiss, dieses und jenes Ziel bis zu einem bestimmten Datum zu erreichen.

Wie im Großen, so auch im Kleinen! So ist man auch gewiss, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen. Man, also die Bundesregierung, hat es ja im Jahr 2013 so geplant und festgeschrieben. Und dann wird es auch so kommen. (Aktuell fahren allerdings nach den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes Flensburg weniger als 200.000 Elektroautos auf deutschen Straßen, doch diese Tatsache spielt für den Glauben an die Pläne keine Rolle). Und dann wird man auch bei richtiger Planung und mit den entsprechenden Geldbeträgen die Klimaneutralität im Jahr 2050 erreichen. Man muss nur planen, muss glauben, muss folgen, muss mittun!

Um wieviel anders dachten die Menschen doch früher in all den Jahrhunderten vor unserem großmächtigen, stolzen und selbstbewussten europäischen 21. Jahrhundert! Vieles war eben nicht planbar, so die grundlegende Einsicht unserer europäischen Vorfahren, von der die Politiker der Europäischen Union sich ganz offensichtlich verabschiedet haben. Einer der kulturellen Väter Europas, Publius Vergilius Maro, legt seinem Helden Aeneas zu Beginn des dritten Buches der Aeneis folgende Worte in den Mund:

… incerti quo fata ferant ubi sistere detur …

“Wir waren ungewiss, wohin die Schicksale uns tragen würden, wo uns anzuhalten gegeben würde”

Aeneas sagt diese Worte im Rückblick auf die verheerende Pandemie in Phrygien oder eigentlich auf Kreta, die sich grauenhaft bei ihrem ersten Halt nach ihrer Flucht aus dem zerstörten Troja entgegenstellt: Von Tieren auf den Menschen sprang die Infektion über, Mütter starben vor ihren Kindern, die Leichen stapelten sich in rasch ausgehobenen Gräbern. Den entsetzten Augen der fliehenden Trojaner bot sich also eine Szene dar, wie sie schlimmer nicht hätte sein können.

Raffael stellte diese Szenerie in einem packenden zeichnerischen Entwurf dar, den Marcantonio Raimondi in Kupfer stach, und fügte einige Verse aus dem dritten Buch der Aeneis hinzu.

Angesichts dieser verheerenden Epidemie mussten sich die Trojaner um Aeneas von jedwedem Hirngespinst der Planbarkeit ihres Geschicks verabschieden.

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Jun 162020
 
Europas Kultur, eine mehrsprachige Baustelle? Elstal, Aufnahme vom 31.05.2020

Gerade haben wir das Europäische Kulturerbe-Jahr, was man der Kommission förmlich aus dem Kreuz leiern musste.“ So schreibt es 2019 Martina Michels, Mitglied im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments. Ein hartes, schroffes Wort! Trifft diese Diagnose der EU-Abgeordneten zu, wonach die EU-Kommission keinen Sinn für das europäische Kulturerbe habe?

Uns droht die Kultur!”, so seufzen die  Beamten in Brüssel laut dem Zeugnis des 2017 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Schriftstellers Robert Menasse, wenn es um die Verteilung der Zuständigkeiten geht. “Österreich soll mit Kultur abgespeist werden!” 

Freundinnen, Freunde! Ist die Kultur wirklich ein europäisches Folterinstrument? Ist die europäische Kultur eine Art Resterampe, an der kleinere Staaten wie Österreich abgespeist werden? Stimmt dieses Bild?

Die Fragen lassen schmunzeln. Aber eines steht fest: In der EU lässt sich offenbar mit europäischer Kultur kein Staat machen!

Derzeit gilt der Kampf mit aller Macht wahlweise einem winzig kleinen Erzfeind, er bestimmt die Schlagzeilen, er beherrscht wie ein ungekrönter König das gesamte Gespräch, ihm sind alle andere Erwägungen untergeordnet: seine Majestät – das Virus! Hierfür schont man weder Budgets noch Schuldengrenzen.

Oder man blickt auf das große riesige Ganze: die Rettung der Welt vor dem offenbar demnächst bevorstehenden Untergang. Auch hierfür spart man nicht an Billionen und Aberbillionen! Das Virus und die Weltenrettung, das sind die beiden Wegweiser auf Europas Autobahn!

Gilt für die EU heute, was der Karikaturist Thomas Theodor Heine 1927 im Simplicissimus über die Weimarer Republik sagte:

Sie tragen die Buchstaben der Firma – aber wer trägt den Geist?

Diesen Fragestellungen wollen wir uns in den nächsten Tagen widmen!

Zitate:

Martina Michels (Hg.): Europa eine Stimme geben. Europäisches Lesebuch. Brüssel 2019, S. 26


Robert Menasse: Die Hauptstadt. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2. Aufl. 2017, S. 45-46


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Jun 102020
 
Einige ganz junge und einige ältere Geiger und weitere Streicher spielen zusammen – ferne der technischen Perfektion, dem Göttlich-Schönen sich annähernd. Kirche St. Bonifatius, Kreuzberg, Mai 2013

Am 8. Juni habe ich die Antwort auf diese Frage des Tages gefunden im gedruckten Tagesspiegel auf S. 19! So ein bewegendes, tolles, kluges Interview mit dem Konzertmeister der Berliner Philharmoniker! Bin baff, fast den Tränen nahe, dass der Journalistin Christina Rietz und dem Geiger Daniel Stabrawa dies gelungen ist! Außergewöhnlich gut dieser persönliche Ton, auch diese ungeschminkten Wahrheiten über den Perfektionswahn des heutigen Klassikbetriebes. Höchst beachtlich!

Aber lest diesen kleinen Ausschnitt aus dem Interview:

Rietz: Wie hat sich das Violinspiel verändert? Es wird beklagt, dass es heute technische Brillanz gebe, aber keine Romantik mehr.
Stabrawa: Die Schuld muss man den Medien zuschieben. Aufnahmen, die im Studio manipuliert worden sind, setzen heute den klanglichen Standard. Alles klingt perfekt. Und all die jungen Geiger wollen dann auch so klingen.

Rietz: Was ist schlecht an technischer Perfektion?
Stabrawa: Unter technischer Perfektion leidet die Schönheit des Instruments, ja die Schönheit der Kunst. Sie besteht darin, kleine, unvorhersehbare Fehler zu machen, Abweichungen von der Norm. Wir sehen ein Quadrat, aber kein perfektes, das ist schön. 

Wenn heute ein Solist auf die Bühne kommt, erwartet man von ihm, dass er spielt wie auf einer CD. Die allerwenigsten können beides, Emotion und Perfektion. 

https://www.tagesspiegel.de/kultur/konzertmeister-der-berliner-philharmoniker-zusammen-sind-wir-ein-koerper/25894880.html?fbclid=IwAR1pVnTdl6P6aIz97i3Zj_0YEG5rvwVoxzl8TAqTy4WbEswKFY1QTLPEjcY

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Jun 012020
 

Von Paris nach Kienbaum! Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens! Fast bis zur Quelle der Löcknitz hat es also diese Aneinanderreihung von einfältigen Bitten geschafft, die erstmals zu Paris im Jahr 1912 in der Zeitschrift La Clochette erschienen ist.

O einfältige Bitte! Du hast die Sprachengrenze vom Französischen ins Deutsche überwunden, bist Flüsse bergauf gewandert, hast Gebirge überwunden – wandere weiter! Du hast noch viel Puste!

Hier deine älteste bezeugte Fassung des Jahres 1912:

Seigneur, faites de moi un instrument de votre paix.
Là où il y a de la haine, que je mette l’amour.
Là où il y a l’offense, que je mette le pardon.
Là où il y a la discorde, que je mette l’union.
Là où il y a l’erreur, que je mette la vérité.
Là où il y a le doute, que je mette la foi.
Là où il y a le désespoir, que je mette l’espérance.
Là où il y a les ténèbres, que je mette votre lumière.
Là où il y a la tristesse, que je mette la joie.
Ô Maître, que je ne cherche pas tant à être consolé qu’à consoler, à être compris qu’à comprendre, à être aimé qu’à aimer, car c’est en donnant qu’on reçoit, c’est en s’oubliant qu’on trouve, c’est en pardonnant qu’on est pardonné, c’est en mourant qu’on ressuscite à l’éternelle vie.

http://www.franciscan-archive.org/franciscana/peace.html

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