Was bleibt, Letizia? Was stärker ist!

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Apr 142022
 

Jeder Mensch fragt sich wohl immer wieder: Wie möchte ich sein? Wie sehen mich andere? Wie möchte ich gesehen werden? Manchmal gelingt es, diese Fragen in einem Bild zu beantworten. So etwas geschah mir im Mai 2008. Frau Steffan vom Zürcher Ammann Verlag sandte mir damals ein Bild von einer Veranstaltung mit Letizia Battaglia und Leoluca Orlando zu. Damals aufgenommen, im Willy-Brandt-Haus, Berlin-Kreuzberg. Zwei lachende Menschen sehe ich da, – eben Letizia Battaglia, die gestern verstorbene Photographin, daneben ich -, die beiden Menschen strahlen irgend jemandem entgegen, belustigt, fast augenzwinkernd. Sie scheinen einer Meinung zu sein. Im Hintergrund sieht man Fotos von einigen Verbrechen und Verbrechensopfern. Aber auch so etwas wie eine weiße Taube. Palermo, ihr wisst schon … Letizia selbst hat diese weiße Taube aufgenommen. Damals lief mehrere Wochen die Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus.

Du fragst, mein Freund: Darf man lachen, wenn man über schwierige, traurige Themen spricht? Ich frage dich: Wem hülfe es, wenn wir nicht lachten? Würde dadurch auch nur eines der Opfer wieder lebendig?

Beim Betrachten des Fotos kommt mir der Gedanke: Ja, so möchte ich immer sein! Im Einverständnis mit anderen, nach außen offen, gesprächsbereit, optimistisch. Niemand leugnet das Böse auf diesem Foto. Ich verleugne nicht die Schuld! Aber deine Gnad und Huld gibt eine Kraft, die auf Dauer stärker ist als das Böse: die Gemeinschaft im Jetzt, das Lachen, die Sympathie.

Ed i vivi? I vivi sono più esigenti dei morti, Letizia, sono molto esigenti! Il tuo sorriso mi rimarrà sempre. Ciao, Letizia!

Foto: Letizia Battaglia (Palermo, 5 marzo 1935 – Cefalù, 13 aprile 2022), Johannes Hampel. Willy-Brandt-Haus, Berlin-Kreuzberg, Mai 2008.  Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Ulla Steffan, Zürich

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„Mourir pour Dantzig?“ Frieren für Kyjiw? 5% weniger BIP, nur um die Ukraine zu unterstützen?

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Mrz 132022
 

„Mourir pour Dantzig?“ – So fragte die Weltpresse, als das Deutsche Reich sich Mitte August 1939 völkerrechtswidrig die Freie Stadt Danzig einverleibte. Die Antwort lautete: nein. Niemand wollte für Danzig sterben.

Man ließ Hitler im August 1939 gewähren und bereitete so dem Deutschen Reich den Weg, ganz Europa in den Abgrund zu treiben. Man wollte den Diktator nicht provozieren, um ihn nicht weiter zu reizen.

Frieren für Kyjiw? Sollen oder wollen wir Deutschen frieren, wenn wir Russland kein Gas, kein Öl mehr abkaufen? Sollen wir dafür sogar 5% Prozent Rückgang unseres Bruttoinlandsproduktes in Kauf nehmen? Unser Bundeswirtschaftsminister Habeck befürchtet die Gefährdung des sozialen Friedens, wenn wir ein Ölembargo gegen Russland einziehen wollten.

https://www.deutschlandfunk.de/habeck-haelt-an-importen-aus-russland-fest-warnt-vor-gefaehrdung-des-sozialen-friedens-in-deutschlan-102.html

Der Minister traut uns einfachen Bürgern offenbar nicht so ganz über den Weg. Er unterschätzt unseren Idealismus, unsere Opferbereitschaft, unseren Menschenverstand.

„Frieren für Kyiw?“ Ich meine: Aber ja doch! Eine Absenkung der Durchschnittstemperaturen um nur 3°C in Innenräumen bringt bereits erhebliche Einsparungen beim Energieeinsatz von ca. 18%! Frieren muss niemand, bei 18°C kann jeder sich wohlfühlen. Dann zieht man halt noch einen zweiten Pullover an. Was ist so schlimm daran? Man bedenke auch den erheblichen Beitrag der Absenkung der Raumtemperatur zur Abmilderung des Klimawandels, denn die Gebäudeheizung verschlingt etwa 30% des Primärenergieverbrauchs in Deutschland.

„Drehen Sie der russischen Führung den Geldhahn zu!“, lautet der klare Appell in einem offenen Brief der Bürgerbewegung Campact, der unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, dem Youtuber Rezo und dem Wissenschaftler Eckart von Hirschhausen unterzeichnet wurde.“

Luisa Neubauer, Rezo und andere fordern Importstopp von russischem Öl und Gas (rnd.de)

Natürlich wäre es auch gut, die heimischen Energieträger stärker zu nutzen, statt sich von den diktatorischen Regimes der Gas- und Erdoöllieferländer (z.B. Russland und Iran) abhängig zu machen.

An erster Stelle ist hier die Steinkohle zu nennen, von der Deutschland für etwa 200 Jahre reichlich besitzt. Moderne Steinkohlekraftwerke sind mittlerweile nahezu ebenso emissionsarm wie Gaskraftwerke!

Zweitens gilt es, die bereits errichteten, voll funktionsfähigen Kraftwerke bis zum Ende ihrer Nutzungsdauer laufen zu lassen. Das gilt neben den Atomkraftwerken insbesondere auch für die hochmodernen Braunkohlekraftwerke in der Lausitz. „Bis zum Ende der Nutzungsdauer sind technische Gerätschaften zu nutzen!“ Das war ehedem eisernes Gesetz der Umweltschutzbewegung, die übrigens auch mich geprägt hat! Nur so werden Ressourcen gespart. Das gilt sowohl für Autos wie auch für Kraftwerke. Klimapolitisch ist es vermutlich besser, bestehende Kraftwerke aller Art bis zum Ende der möglichen Nutzung laufen zu lassen. Denn gerade der Neubau von Kraftwerken ist extrem emissionsträchtig. Man denke nur an den hohen CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Beton!

Drittens können auch erneuerbare Energien einen gewissen Beitrag zur Senkung der Importabhängigkeit leisten.

Und die Elektromobilität? E-Autos sind derzeit etwas für die Besserverdienenden wie etwa Umweltminister, CEOs von Industrieunternehmen und Professoren. Hübsches Angebergeraffel, Zweitautos, Spielzeug für die Reichen, Gesinnungsausweis! Mit der extrem spendablen Förderung von E-Autos (6000.- pro Stück) vergrößert sich derzeit der PKW-Fuhrpark nur noch. Nie rollten mehr private PKWs über deutsche Straßen als gerade jetzt! Unbegreiflich, dass die Ampel-Bundesregierung das Planziel von 15 Millionen neuen E-Autos in den Koalitionsvertrag geschrieben hat. Das ist staatliche Geldverbrennung und Ressourcenverschwendung. Die Grünen mischen da ganz vorne mit.

Ich meine: Jeder kann etwas tun, um die exorbitant hohen Zahlungen an das Putin-Regime zu vermindern. Ein bisschen Frieren für Kyjiw – das tut niemandem weh. Ein Gas- und Ölembargo gegenüber einem Aggressorstaat wie Russland scheint mir durchaus verkraftbar. Man muss es nur richtig anpacken!

Die Politik sollte umsteuern – hin zu einer Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern. Heimische Energieträger sollten stärker genutzt werden, insbesondere erneuerbare Energien, Steinkohle, heimische Braunkohle, bestehende Kraftwerke aller Art.

Und die Wirtschaftspolitik sollte die sinnlose Ressourcenverschwendung der planwirtschaftlichen Wirtschaftslenkung eindämmen, Rechenstift und Zahlenwerke zur Hand nehmen. Das geschieht meines Erachtens viel zu wenig.

Mourir pour Dantzig? Das verlangt niemand.

Frieren für Lviv, Kyjiw und Czernowitz? Ja, das ist machbar und sinnvoll.

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Der harte Taler der Träume klingt auf den Fliesen der Welt

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Mrz 122022
 
„Putins Freunden den Geldhahn abtreten – Ölembargo jetzt!“ Auf der Demonstration vor der Russischen Botschaft, 6. März 2022

Mit russischen, ukrainischen und deutschen Beratern tagte vergangenen Sonntag mein kleines Küchenkabinett. Gemeinsam beschließen wir, ein Plakat anzufertigen. Eine klare Botschaft für die Demo vor der Russischen Botschaft muss her – nur welche?

Vielleicht diese zwei Zeilen aus dem Band „Mohn und Gedächtnis“?

„Vorm Zelt zieht die Hundertschaft auf, und wir tragen dich zechend zu Grabe.
Nun klingt auf den Fliesen der Welt der harte Taler der Träume.“

Oder diese:
„Löwenzahn, so grün ist die Ukraine.
Meine blonde Mutter kam nicht heim.“

Ich bat: „Bedenkt: der Dichter, Paul Antschel, stammt aus dem heute ukrainischenЧернівці, dem damaligen טשערנאָװיץ oder auch dem heutigen Czernowitz.“ Ich denke sie an, ich schlage die Glocke des großen Dichters. Doch unerbittlich fällen die Freunde das Urteil: „Zu blumig, zu wolkig für eine Demo!“

„Also – was? Übersetzt ihr bitte mal diese zwei Verse das ganze Gemenge in zwei knappe Forderungen!“, bat ich die redlichen Freunde.

Sie rieten hin, sie rieten her, Ratschluss stand fest, verkündet ward es:

„Putins Freunden den Geldhahn abdrehen – Ölembargo jetzt!“

Quellennachweis:
Paul Celan: „Marianne„, „Espenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel„, in: ders., Mohn und Gedächtnis, in: ders., Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. Mit den zugehörigen Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange. Herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann. suhrkamp taschenbuch. Erste Auflage 2020, Suhrkamp Verlag, Berlin 2020, S. 34 und S. 36

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Das allrussische Großmachtsreich strebt mit aller Gewalt nach Westen

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Mrz 122022
 
Die Rote Fahne mit Hammer und Sichel auf einem russischen Panzer in der Ukraine. Screenshot RAI News 24, 12.03.2022

Welthistorische Erinnerungen tauchen auf, wenn ich in verschiedensten europäischen Sprachen – darunter Russisch, Ukrainisch, Italienisch – die Berichterstattung über den imperialistischen Zerstörungskrieg Russlands gegen die Ukraine verfolge und mir ein Gesamtbild zu verschaffen suche! Mit geballter Wucht rollen in diesen Augenblicken die russischen Panzer auf Kyiw zu. Sie sollen offenkundig das allrussische Reich, von denen schon die russischen Zaren und die russischen Bolschewiki träumten, mit Geschützdonner und Bombardierungen wiederaufbauen.

Stolz und aggressiv wie eh und je flattert heute, in diesen Augenblicken, die sowjetische Rote Fahne von diesem russischen Panzer. – Reib dir die Augen, sieh ihn dir an: da rollt doch die „Allrussische“ Union der Sowjetrepubliken heran. Wer dächte da nicht an das riesige Monumentalgemälde „Feierliche Eröffnung des II. Kongresses der Komintern“ von Isaak Brodski, das Lenin herrscherlich am 19. Juli 1920 bei der Rede zeigt, in der er die berühmten Worte sprach: „Jawohl, die Sowjettruppen stehen in Warschau! Bald werden wir Deutschland haben!“

Dies war zwar eine glatte Lüge, wie so viele andere Lügen Lenins und der anderen sowjetisch-allrussischen Führer, die in seiner Nachfolge standen und stehen. Denn damals standen die russischen Panzer VOR Warschau, nicht IN Warschau. Und sie wurden zurückgeschlagen, sie nahmen Warschau nicht ein, sondern wurden in der Schlacht bei Warschau im August 1920 geschlagen, zerstreut und in den Rückzug getrieben. Józef Klemens Piłsudski vertraute übrigens damals nicht auf Diplomatie, Friedensappelle oder Handelssanktionen, sondern auf das letzte Mittel, das in solchen Situationen weiterhelfen konnte: eine schlagkräftige Armee, ein strategischer Schlachtplan, Entschlossenheit, Kampfwillen, Überlebenswillen seines Volkes.

Aber hier stellt sich nun die Frage: Wird ein Putin oder wer auch immer – hierin dem „allrussischen“ Vorbild Lenins folgend – bald sagen können: Unsere Panzer rollen auf Kiew zu – bald werden wir Polen haben?

Bitwa Warszawska – Wikipedia, wolna encyklopedia

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Мир Украине! Свободу России!

 Holodomor, Krieg und Frieden, Petrarca, Russisches, Ukraine  Kommentare deaktiviert für Мир Украине! Свободу России!
Mrz 012022
 

„Friede für die Ukraine! Freiheit für Russland!“ Starke, erhebende, erschütternde Momente bei der großen Kundgebung am Sonntag auf der Straße des 17. Juni gegen den verbrecherischen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine! Gut die Einsicht, dass nur ein diktatorisches System einen solchen Angriffskrieg lostreten kann, wie ihn am 24. Februar Russland gegen die Ukraine vom Zaun brach.

Ohne Freiheit für die Bürger Russlands selbst, ohne Rechtsstaatlichkeit in Russland selbst wird Russland keinen dauerhaften Frieden für seine Nachbarn zulassen, scheint mir. Erschütternd die Erzählungen, die mir im Zusammenhang der Demo von Russen und Ukrainern zugetragen werden, – von anonym verbrannten russischen Soldaten, die diesem russischen Krieg zum Opfer gefallen sind, von Flugzeugladungen voller russischer Leichen, die irgendwie und irgendwo anonym in der Ukraine aufgesammelt werden und dann heimlich nach Russland geflogen werden. „Niemand darf davon erfahren.“ – „Die jungen russischen Wehrpflichtigen werden zu einem Manöver gekarrt, und am nächsten Morgen sind sie in einem gepanzerten Transportfahrzeug und müssen schießen, müssen töten.“

Viele Reden waren zu hören, einige sehr bewegend! Beachtlich fand ich insbesondere die Rede der ukrainischstämmigen Olexandra Bienert. Sie bezeichnete diesen Krieg Russlands nicht als die wahnsinnige Tat eines Verrückten, sondern als „imperialistischen Krieg“. Sie stellte ihn in eine Reihe anderer imperialistischer Kampagnen des russischen Großreichs, in eine Reihe mit den zahlreichen staatlich orchestrierten Massenmorden, die die kommunistisch geführte Sowjetunion im Gebiet der Ukraine beging, – wobei der Holodomor zweifellos einen traurigen Tiefpunkt ukrainischer Geschichte darstellte.

Über all dem schrie laut Petrarca: „Ich gehe durch die Welt und rufe ‘Friede, Friede, Friede’.

“I’vo gridando: pace, pace, pace.”

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„Для нас всегда Бах Бах / Für uns bleibt Bach immer Bach.“ Hoffnung und Zuversicht für die Ukraine und Russland

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Nov 282018
 


„Для нас всегда Бах Бах / Für uns bleibt Bach immer Bach.“ So vertraute es uns im März 2014 eine Musiklehrerin aus der Stadt Керч oder auch aus der Stadt Керчь oder auch aus der Stadt Keriç an. Sie meinte damit: Trotz aller unschönen Entwicklungen in den ukrainisch-russischen Beziehungen glaubt sie fest an das Gute und Schöne, das sie als Musikpädagogin den Kindern in der Musikschule Kertsch weitergeben kann. Johann Sebastian steht offenbar in der großen östlichen Hälfte Europas unerschütterlich für das Wahre, das Schöne, das Gute. Bach verbindet die Ukraine und Russland – zwei eng benachbarte, ja kulturell und menschlich verschwisterte Staaten Europas – unauflöslich wie etwa Gogol oder Puschkin auch. Das habe ich immer wieder in Gesprächen mit Russen und Ukrainern erlebt.

Vorgestern besuchten wir ein Konzert ukrainischer Virtuosen im Kammermusiksaal der Philharmonie. Bach, Beethoven, Myroslav Skoryk, Saint-Saëns standen auf den Programm.

Den kraftvollen Anfang – in Abweichung vom gedruckten Programm – setzte ohne jede Erklärung der Geiger Valeriy Sokolov mit der Chaconne aus Bachs d-moll-Partita. Das war mehr als ein meisterhaft virtuos vorgetragenes Stück, es war ein glühendes Bekenntnis, das war ein Aufruf, ein Herabflehen – ja es war fast schon ein Gebet um Versöhnung des Widersprüchlichen. Sokolov spielte an diesem Abend mit fast schon altertümlicher Brillanz, leuchtend strahlte jeder Ton auf, der Bogenarm vollführte bei den gebrochenen Akkorden wahre Wunder an Gelöstheit und Souveränität. In manchem erinnerte mich Sokolov an die großen Meister der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, etwa Hubermann, Milstein, Stern. Schloss man die Augen, so konnte man nicht heraushören, ob dieser oder jener drei- oder vierstimmige Akkord im Auf- oder im Abstrich gespielt wurde. Und so soll es sein! Sokolov zeigte uns an diesem Abend einen großen, oft warmen, manchmal auch messinghaft glänzenden Ton, völlige Konzentration, endlose Spielfreude, aber eben doch auch eine gewaltige Seelenspannung, eine erhabene Würde. Das können heute nur wenige Geiger dieser Welt, viele können es nicht. Ihnen fehlt manchmal der Glaube an das, was sie spielen. Sokolov hat ihn.

Der ukrainische Botschafter Andriy Melnyk erinnerte in seiner mich sehr ansprechenden, überzeugenden Rede zum 5. Jahrestag der Revolution der Würde an den überragenden Wert der Freiheit und der Gleichheit aller Staatsbürger. Er sprach sehr persönlich aus seiner Erfahrung als Mensch: „Ich kann jetzt auf Augenhöhe mit meinem Präsidenten sprechen.“ Dieser werde ihm stets zuhören, und manchmal gelinge es ihm, dem Botschafter, ihn zu überzeugen. Das sei früher anders gewesen. Man sei in seiner Kindheit noch zu kritikloser Ergebung, Gehorsam und Nachahmung erzogen worden. Die Ereignisse auf dem Maidan hätten ihn damals, vor 5 Jahren, endgültig von Angst und Unterwürfigkeit befreit.

Der glanzvolle Konzertabend wurde passenderweise mit einer wehmütigen Ballade, dem Dumky-Trio von Antonín Dvořák beendet. Die Dumka ist ja ein ukrainischer Tanz, und in der Tat schienen die ukrainischen Musiker Kateryna Titova (Klavier), Aleksey Shadrin (Cello) und Valeriy Sokolov (Geige) besorgt hinüberzulauschen in das Land oder die Länder, denen sie entstammen und denen sie so viel verdanken. Sie spielten so ergreifend, so hingebungsvoll, dass man als Zeitgenosse der heutigen politisch-militärischen Bedrohungen geneigt war zu fragen: „Und? Warum all dieses Ungemach? Warum der Streit? Warum die Gewalt? Sind wir nicht alle Europäer? Sind wir nicht alle geeint durch die Musik eines Bach, eines Beethoven, eines Skoryk, eines Saint-Saëns? Bleibt denn nicht Kertsch Kertsch? Bleibt denn nicht Bach Bach?“

Die Antwort liegt auf der Hand und klang in unsere Ohren hinein. Sie wurde schon vor vier Jahren durch jene Musiklehrerin in Kertsch gegeben:

Для нас всегда Бах Бах

Bild: Der Europaplatz in Moskau mit den Flaggen der 49 europäischen Staaten, eine 2003 gebaute Manifestation des gemeinsamen Kontinents Europa

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„Bald werden wir Deutschland haben.“ Das DHM feiert ein festliches Hochamt für Lenin

 1917, Krieg und Frieden, Lenin, Russisches, Sozialismus, Vergangenheitsunterschlagung  Kommentare deaktiviert für „Bald werden wir Deutschland haben.“ Das DHM feiert ein festliches Hochamt für Lenin
Feb 242018
 

Zwei Mal besuchte ich in den vergangenen Wochen die Ausstellung „1917. Revolution. Russland und Europa“, welche im Deutschen Historischen Museum zu Berlin noch bis zum 15. April 2018 ihre Tore geöffnet hält. Der Besuch dieser Ausstellung ist wärmstens zu empfehlen, zeigt er doch die ungebrochene Macht der Bilder, mit denen die Bolschewiki ihre Oktoberrevolution in Szene setzten. Durch eine höchst geschickte Auswahl der Objekte, durch subtile Blickführung, durch behutsam angefügte Kommentare, vor allem aber durch eine meisterhafte Bildregie verstehen es die Ausstellungsmacher, im unvoreingenommenen Betrachter Anteilnahme, Sympathie, ja Begeisterung für die Bolschewiki und ihren Menschheitstraum der klassenlosen Gesellschaft zu erzeugen.

Als überragendes Mittel der Bildsteuerung erweist sich die Entscheidung der Ausstellungsmacher, die Bolschewiki stets als Handelnde, als Schaffende, als gute treibende Kraft der Weltgeschichte darzustellen. Die andere Seite dagegen, also die Gegenspieler der Bolschewiki, werden vor allem durch ihre Opfer gezeigt. Diese Gegner der Bolschewiki sind – ausweislich der Bilder – Faschisten, Antisemiten, böse Kapitalistenknechte, üble Gesellen voller Menschenhass.

Wenn man sich ganz den vielen schönen und bunten Bildern der Revolution und der Sowjetunion hingibt und das Vorwissen, das man vielleicht mitbringt, beiseite legt, verlässt man die Ausstellung mit der fast rhetorisch zu nennenden Frage: „Ja, haben die Bolschewiki denn auch nur einer Fliege ein Haar gekrümmt? Ist denn auch nur ein einziger Mensch durch die Oktoberrevolution zu Schaden gekommen? Sollte dies so sein, dann ist hier zumindest nichts davon zu sehen!“

Ich habe gestern noch einmal einen Rundgang durch die Ausstellung gemacht und musste erstaunt feststellen, was mir schon beim ersten Mal aufgefallen war: alle Opfer, alle Leichen, alle Leichenberge, die in dieser Schau auf Fotos oder als Kunstwerk gezeigt werden, sind der Gegenseite, also den Feinden der Bolschewiki zum Opfer gefallen. Erschossen, ermordet oder hingerichtet durch die zarische Polizei, zum Beispiel hingemetzelt während der Demonstration beim Petersburger Blutsonntag (09.01.1905). Es sind die Terroropfer der „Weißen“ oder auch etwa Gustav Noskes, des Bluthundes von der SPD, gezeigt in der Zeichnung Conrad Felixmüllers aus dem Jahr 1919 sowie auch im Gemälde Max Pechsteins „Beerdigung der Revolutionsopfer“ von 1919.

„Irgendwelche Zweifel, Fragen nach den Fakten?“ Nein, die Kommunisten haben niemanden belästigt, niemanden umgebracht, niemanden vertrieben, zumindest nach den Bildern und Objekten der Ausstellung zu urteilen.

Das DHM erweist sich als idealer Spielboden und Theaterbühne für diese weltgeschichtliche Inszenierung; als überragenden Hauptdarsteller setzt das Museum unter den Linden Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt LENIN in Szene. Ihm huldigt sie uneingeschränkt, ihn bejubelt diese Ausstellung kritiklos mit fünf großen Kunstwerken und vielen Fotos, die von den Ausstellungsmachern monumental und theatralisch vorgeführt werden:

– das Lenin-Denkmal Matwej G. Manisers aus dem Jahr 1925, das den Betrachter bereits in der Vorhalle des DHM gefangen nimmt
– das riesige Monumentalgemälde „Feierliche Eröffnung des II. Kongresses der Komintern“ von Isaak Brodski, das Lenin herrscherlich am 19. Juli 1920 bei der Rede zeigt, in der er die berühmten Worte sprach: „Jawohl, die Sowjettruppen stehen in Warschau! Bald werden wir Deutschland haben!“
– das monumentale Porträt Isaak Brodskis „Großer Oktober“, das Lenin als zukünftigen, leicht skeptischen Weltherrscher vor dem Smolny zeigt
– ein Foto: „Eine Arbeiterfamilie richtet ihre neue Wohnung ein“ (Moskau 1927). Ein Porträt LENINS wird an die Stelle gehängt, wo traditionell Ikonen hingen
– Georg Baselitz: Lenin on the Tribune, ein Bild aus dem Jahr 1999, das Lenin überlebensgroß – wenngleich umgekehrt – auf der Tribüne zeigt
– und schließlich die 2007 entstandene riesige Plastik „Hero, Leader, God“ von Alexander S. Kosolapov, wo Lenin zusammen mit Mickey Mouse und einem christlichen Heiligen verherrlicht wird.

Diese beiden Kunstwerke stehen als machtvolle Schlussakkorde am Ende des Rundgangs. Sie entlassen den Betrachter mit dem Gefühl, der Kommunismus sei doch eigentlich eine gute Sache, nur habe es bisher nicht so richtig geklappt.

Bündig und knapp fasst diesen Eindruck als einziger im Video zu Wort kommender deutscher Politiker schließlich in der Vorhalle der gute Dr. Gregor Gysi in Worte. Er äußert die Hoffnung, es möge nach all den militärisch zerstörten Anläufen zum Sozialismus doch irgendwann zu einem gelingenden Versuch kommen, wo der „freie, wirklich demokratische Sozialismus“ endlich verwirklicht werden könnte.

Und somit hätte Lenin mit seiner 1920 geäußerten Zuversicht doch irgendwie recht behalten: „Bald werden wir Deutschland haben“. Nun, ganz Deutschland haben sie, die Bolschewiki nicht bekommen. Aber das Deutsche Historische Museum haben sie, die Kommunisten unter Führung des nahezu unsterblichen, nahezu vergöttlichten Lenin, mit ihren bezaubernden Bildern, hinreißenden Mythen und phantastischen Märchen zweifellos in ihre Hand bekommen.

Das DHM bietet Fake News vom feinsten. Alternative facts, hier im Deutschen Historischen Museum sind sie alle da. Schöne bunte Welt des Kommunismus! Kommt, staunt, freut euch!

Die Ausstellung ist in all ihrer parteiischen Einseitigkeit großartig. Sie ist toll. Sie beweist die überragende Macht der Bilder. Sie verdient wirklich den Besucherstrom, den sie nach meinen Beobachtungen tatsächlich anzieht. Sie hätte den hier Schreibenden fast zum Bolschewiken und zum Verehrer Lenins gemacht.

Aber auch nur fast.

Das Lenin-Zitat vom 19.07.1920 wird hier wiedergegeben nach:
Hugo Portisch: Hört die Signale. Aufstieg und Fall des Sowjetkommunismus. Mit einem Nachwort zur Taschenbuchausgabe. Mit zahlreichen Schwarzweißfotos. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, Seite 151, dazu das entsprechende Foto auf S. 152-153

Objekte hier zitiert nach den Angaben in:
1917. Revolution. Russland und Europa. Katalog. Herausgegeben von Julia Franke, Kristiane Janeke und Arnulf Scriba für das Deutsche Historische Museum. Sandstein Verlag, Dresden 2017

Bild: auch ein großer Mann der Weltgeschichte: die kolossale Statue von Friedrich Engels in Moskau, ul. Prechistenka, eigene Aufnahme des Verfassers vom 07.01.2018

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Wann endet der Krieg?

 Krieg und Frieden, Versöhnung  Kommentare deaktiviert für Wann endet der Krieg?
Jan 052018
 

 

„Der Krieg ist nicht zuende. Er beginnt erst jetzt so richtig.“ So eine zentrale Aussage des Films „STAR WARS 8 – The last Jedi“, den ich heute in russischer Sprache im Kinocentr Caro in Moskau genoss. Luke Skywalker äußerte diese Kampfansage an den WIDERSTAND gegen Ende des Films.

An diesem Film sticht die Unerbittlichkeit des Ringens der verfeindeten Mächte ins Auge. Da ist keine Wille zur Versöhnung, keine Betroffenheit über das entsetzliche Gemetzel zu spüren! Außer der vollständigen Unterwerfung und Vernichtung des Feindes scheint es bei STAR WARS keine Möglichkeit der Lösung zu geben.

Bild:

Sowjetisches Ehrenmal in Buckow –  Erinnerung an einen unerbittlich geführten Krieg

 

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Wer ist schuld? Und vor allem: Wann endet der Krieg?

 1917, Krieg und Frieden, Russisches, Sündenböcke, Vergangenheitsbewältigung, Versöhnung  Kommentare deaktiviert für Wer ist schuld? Und vor allem: Wann endet der Krieg?
Dez 202017
 

„Wer ist schuld? Erst wurden die Deutschen bezichtigt, unser äußerer Feind, dann der Zar, dann der Bolschewik, der Jude – enden wird der Krieg, wenn es heißt: Ich bin schuld.“

So schreibt es Michail M. Prischwin am 21. Februar 1918 in sein Tagebuch. Diese Sätze, so meine ich, drücken eine tiefe Wahrheit aus. Sie lassen sich zweifellos auf andere Länder übertragen. Diese Wahrheit gilt auch für unsere Zeit.

Zitiert nach:
1917. Revolution. Russland und Europa. Katalog. Herausgegeben von Julia Franke, Kristiane Janeke und Arnulf Scriba für das Deutsche Historische Museum. Sandstein Verlag, Dresden 2017, S. 105

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Okt 242017
 

ὣς δὲ Σκύθαι λέγουσι, νεώτατον πάντων ἐθνέων εἶναι τὸ σφέτερον, τοῦτο δὲ γενέσθαι ὧδε. ἄνδρα γενέσθαι πρῶτον ἐν τῇ γῆ ταύτῃ ἐούσῃ ἐρήμῳ τῳ οὔνομα εἶναι Ταργιτάον· τοῦ δὲ Ταργιτάου τούτου τοὺς τοκέας λέγουσι εἶναι, ἐμοὶ μὲν οὐ πιστὰ λέγοντες, λέγουσι δ᾽ ὦν, Δία τε καὶ Βορυσθένεος τοῦ ποταμοῦ θυγατέρα.

Wie ein prachtvoller Hymnus auf einen der bedeutendsten europäischen Prosaschriftsteller aller Zeiten, also auf Herodot von Halikarnass, liest sich die Besprechung der neuen Skythen-Ausstellung des Britischen Museums, die heute in der SZ erscheint. Diese uralte, nur durch reiche archäologische Funde und das umfassende Zeugnis Herodots bezeugte Völkerschaft gibt uns heute noch viele Rätsel auf.

In Alexander Mendens  Sicht erweist sich Herodot als insgesamt erstaunlich glaubwürdiger Zeuge. Zahlreiche Angaben zu Lebensweise, Ernährung und Totenkult haben sich durch neuere russische Grabungen in der Pasyryk-Stufe im Altai-Gebirge erhärten lassen. So haben skythische Brandgefäße tatsächlich eine Mischung aus Opium und Cannabis enthalten. Die Skythen inhalierten sie in eigens errichteten Hütten, „die kein griechisches Schwitzbad übertreffen konnte.“

Allerdings übernimmt Herodot nicht alles, was ihm seine Gewährsleute zutragen; dass die Skythen – nach ihrer Einschätzung mit nur 1000 Jahren das jüngste aller Völker –  über ihren Stammvater Targitaos von Zeus und einer Tochter  des Flusses Borysthenes abstammen wollen, überzeugt ihn nicht. Er meldet deutliche Zweifel an: ἐμοὶ μὲν οὐ πιστὰ λέγοντες, λέγουσι δ᾽ ὦν, Δία τε καὶ Βορυσθένεος τοῦ ποταμοῦ θυγατέρα (Buch 4, Kap. 5).  Herodot glaubte also nicht alles, was ihm zugetragen wurde, er prüfte durchaus die Sagen und Legenden auf Überzeugungskraft.

Aber er bestritt nicht grundsätzlich, dass die Götter, dass göttliche Erscheinungen vielfach ins Menschenleben hineinwirken. Er glaubte an Zeus, er glaubte an die Existenz von Göttern – bezeugt durch Geschichten und Geschichte. Nur glaubte er nicht an die Wahrheit all dieser Geschichten, sondern nur an die Wahrheit einiger Geschichten. Für Herodot war die Welt Schauplatz eines gewaltigen göttlich-menschlichen Ringens um Macht, um die Wahrheit der Geschichten, deren fortzeugende Kraft sich durch ihre Herkunft aus einem nicht bloß innerweltlichen Ursprung aufhellen ließ. Walter F. Otto schreibt sehr schön in einem heute wieder höchst lesenswerten Aufsatz über Herodot: „der unerschütterliche Glaube an die Herkunft allen Seins und Geschehens aus dem Göttlichen durfte das Gedächtnis der vorangegangenen Geschlechter nicht gering achten.“

Und genau darin verwarf ihn Thukydides! Das Göttliche, die Einflussnahme eines Numinosen, nicht zu Enträtselnden, war ihm keine brauchbare Kategorie historischer Erkenntnis! Der Sinn der Geschichte konnte nur aus ihr selbst entschlüsselt werden! Die Welt war keine Bühne der ewigen Auseinandersetzung der Götter mehr.

Beide Historiker wählten sich als Gegenstand ihrer Forschungen  eine geschichtliche Ereigniskette, die sie als präzedenzlos, als zunächst unbegreiflich, ja als von „einmaliger Größe und Bedeutung“ erachteten. Bei Herodot ist es die Auseinandersetzung zwischen der Welt der östlichen, persisch dominierten Großreiche und der zersplitterten Welt der griechischen Poleis, für Thukydides ist es der Vernichtungskrieg der griechischen Stadtstaaten gegeneinander.

Der fortwirkende Gegensatz zwischen Herodot und Thukydides ist auch heute noch deutlich spürbar. Das lässt sich in der schier uferlosen Literatur zum 1. und 2. Weltkrieg wieder und wieder nachweisen: für die einen ist der Europäische Bürgerkrieg 1914-1945 ein schicksalhaftes Ringen zwischen den Guten (also den Westmächten und der Sowjetunion) und den Bösen (oder gar der Inkarnation des Bösen, also Deutschland, dem Hort aller Übel), für die anderen dagegen eine vielfach gebrochene, vielfach gestaffelte, von wechselnden Assoziationen und Verwerfungen geprägte Ereigniskette ohne klare onto-theologische Rollenzuweisung.

Der Besuch der Londoner Schau dürfte nicht weniger spannend sein als die erneute Befassung mit Walter F. Ottos Herodot-Deutung!

Bild:
Blick auf das heute türkische Bodrum. Hier befand sich einst das griechische Halikarnassos, aus dem Herodot stammte. Aufnahme vom 23.07.2013, 19.47 Uhr

Belege:

Alexander Menden: Kiffer und Kämpfer. Kaum ein Volk ist so sagenumwoben wie die Skythen. Eine grandiose Ausstellung im British Museum in London gewährt überraschende Einblicke in ihr Leben – und in ihr Sterben. Süddeutsche Zeitung, 24.10.2017, S. 13

Walter F. Otto: Herodot und die Frühzeit der Geschichtsschreibung, in: Herodot, Historien. Deutsche Gesamtausgabe. Übersetzt von A. Horneffer. Neu herausgegeben und erläutert von H.W. Haussig. Mit einer Einleitung von W. F. Otto, Vierte Auflage. Stuttgart: Kröner 1971, S. XI-XXXI, hier bsd. S. XXVII

Herodot griechisch zitiert nach folgender Quelle:

http://www.sacred-texts.com/cla/hh/hh4000.htm

Website der Ausstellung:

http://www.britishmuseum.org/whats_on/exhibitions/scythians.aspx

 

 Posted by at 17:43