Aug. 312012
 

Staunen und Lächeln beim Studium der morgendlichen taz: Eine neue Geld-Umverteilungsorgie im nach wie vor vulgärsozialistisch regierten Bundesland Berlin ist in vollem Gange! 100 Mio. werden in dieser Legislatur dank des von Jan Stöss und Raed Saleh (SPD) geschmiedeten „Bündnisses für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten”“ und dank der 30%-vom-Einkommen-Kappungsgrenze indirekt an die Vermieter verteilt werden. Wird der Finanzsenator Nußbaum Chuzpe und Traute genug haben, diesem erneuten, besonders dreisten  Anschlag auf die Haushaltskonsolidierung zu widerstehen? Zweifel sind angebracht!

„Bündnis für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“. Wem fiele da nicht die Arie des Papageno aus Mozarts Zauberflöte ein:

Das klinget so herrlich,
das klinget so schön!
Trala la lalal la,
Trala, la la!

Welcher politische Depp steht denn gern für unsoziale Wohnungspolitik und für Wuchermieten da? Niemand. Auch Herr Nußbaum nicht. Auch dieser arme Kreuzberger Blogger nicht. Natürlich nicht!

Diesen für das Individuum sehr bequemen, für die Konsolidierung des Landeshaushaltes aber verheerenden Geldverschwendungsmechanismus hat der Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksbürgermeister Franz Schulz klipp und klar vollkommen richtig, aber sehr höflich auf gut Französisch so ausgedrückt (im Deutschen lügt man ja bekanntlich, wenn man höflich ist, lächel …):

„Plafonner les loyers ne serait pas réaliste. Cela ne concernerait que le logement social et obligerait Berlin déjà lourdement endetté à verser des sommes colossales aux bailleurs pour les dédommager du manque à gagner.“

Zu Deutsch: “Eine Kappungsgrenze der Mieten beträfe nur die Sozialwohnungen und zwänge Berlin, das ohnehin bereits schwer verschuldet ist, riesige Beträge an die Vermieter zu bezahlen, um sie für entgangene Gewinnmöglichkeiten zu entschädigen.”

Bürgermeister Schulz hat recht: Wuchermieten – etwa am Kreuzberger Kotti oder in Neukölln – werden dank der Mietenkappung direkt mithilfe des geldverteilenden Berliner Senates in breitem Umfang möglich. Die Bezirke dagegen werden komplett ausgezogen bis aufs Hemd. Der Personalabbau in den Bezirken ist eine logische Folge der mit unerbittlicher Konsequenz weitergetriebenen, seit 1961 bis heute in Berlin herrschenden  vulgärsozialistischen Umverteilungspolitik. Gutes, spannendes, kenntnisreiches  Interview mit Bezirksstadträtin Franziska Giffey, taz, S. 23!

Nach den Türken, den Arabern („Libanesen“) rollt nun eine dritte „Zuwanderungswelle“, wie Frau Giffey  sagt, auf Neukölln zu.

Hier im heutigen taz-Interview gibt es die guten Ratschläge, wie man – nach der bestens gelungenen Integration der türkischen Volksgruppe, der arabischen Volksgruppe – nun auch die gelungene Integration der neu entstehenden  Roma-Bevölkerungsgruppe in den Sozialstaat schafft:

1) Einreise der Familien mithilfe eines auf 3 Monate befristeten EU-Visums

2) Unterbringung der Familien als Untermieter in den angemieteten Wohnungen der Übersiedlungshelfer gegen Zahlung einer Wuchermiete, z.B. 1000.- Euro/Zimmer

3) Anmeldung eines Gewerbes, etwa als Zettelverteiler, Entrümpler, Handyverkäufer oder Abschleppdienstleister. Dadurch ist das dauerhafte Aufenthaltsrecht gesichert. Kindergeld sofort beantragen!

4)  Zum Jobcenter gehen. Sofortige Beantragung der Aufstockung des Einkommens aus selbständiger Tätigkeit. Jeder mitfühlenden Seele ist klar, dass man mit Zettelverteilen oder Kellerausräumen keine Familie ernähren kann. Die Aufstockung muss also her. Damit ist eigentlich alles Wesentliche getan. Denn:

4) Nach 1 oder 2 Jahren kann das Zettelverteilungsunternehmen, das Abschleppgewerbeunternehmen, der Handyladen oder das Automatencasino planmäßig in den Konkurs geschickt werden. Von diesem Zeitpunkt an werden die gesamte Familie und all die zahlreichen weiteren Beschäftigten des Zettelverteilungsunternehmens, Handyladens oder Automatencasinos auf Dauer und generationenübergreifend von staatlicher Hilfe leben. Das ist nun wirklich in Deutschland hunderttausendfach vorgemacht worden, und es wird hunderttausendfach nachgemacht werden.

5)  Nächster Schritt: Sehnsüchtiges Warten auf das „Bündnis für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“! Sobald die Menschen die Unbezahlbarkeit ihrer Wuchermieten (etwa 1000 Euro/Zimmer) nachweisen können, also nachweisen, dass sie mehr als 30% des vom Staat aufgestockten Nettoeinkommens für Mieten ausgeben, stehen ihnen auch für die Miete indirekte Ausgleichszahlungen zu. Diese Mietenausgleichszahlungen werden allerdings direkt an die Vermieter gezahlt – in diesem Fall an die landeseigenen Wohnungsgesellschaften. Die Details sind völlig unklar. Für die Klärung der administrativen Einzelheiten, die Verwaltung, die Antragsberatung, die Hilfe bei der Antragstellung  und die Antragsprüfung werden zahlreiche neue Sachbearbeiterstellen nötig sein. Diese Stellen in der Verwaltung werden geschaffen werden – nicht Stellen für Erzieher, Lehrer, Polizisten! Der öffentliche Dienst wird also im Zuge der Umsetzung  des „Bündnisses für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“ ebenfalls erneut anschwellen.

LIES! jeden Tag eine gute taz! In diesem guten Interview mit Franziska Giffey auch ein klares Bekenntnis zum Volksgruppenkonzept: Neu-Neuköllner Roma, Alt-Neuköllner Türken, Alt-Neuköllner Araber, Neu-Neuköllner „Bildungsbewusste“ (=gemeint sind mit diesem verhüllenden Euphemismus zuwandernde deutsche Migranten) müssen in die „nötige Balance“ gebracht werden. Schön: Die Realität, dass sich in Berlin mithilfe der üppigen Füllhörner des Sozialstaates klar voneinander abgeschlossene, gleichberechtigte, nebeneinander herlebende Volksgruppen angesiedelt haben, wird endlich von der Politik anerkannt. Nach der türkischen, der arabischen, der deutschen entsteht nun also eine Roma-Volksgruppe. Willkommen!

Das taz-Interview mit Franziska Giffey bringt denn auch ein klares, wohltuendes Bekenntnis zum Volksgruppenkonzept, wie es ähnlich auch in der Tschechoslowakei, in Jugoslawien, in Belgien und in der Sowjetunion vom Staat durchgeführt worden ist. Auch in diesen vier genannten, bewusst multiethnisch angelegten Staaten wurde streng darauf geachtet, dass jede der Volksgruppen genug vom Kuchen, also vom staatlichen Geld abbekam. Der Staat sorgte in der Sowjetunion, in Jugoslawien, in Belgien und in der Tschechoslowakei für das nötige Gleichgewicht zwischen den Völkern. Es klappte prima über mehrere Jahrzehnte, wie wir alle wissen.

Frau Giffey formuliert die Aufgabe des mithilfe des reichlich vorhandenen Geldes zentral steuernden Staates auf gut Deutsch so: „Wir müssen für die nötige Balance zwischen den Bevölkerungsgruppen inklusive der neu Zugewanderten sorgen.“

Schön gesagt. Danke, Frau Giffey.

Clever gemacht. Die Ausplünderung des Berliner Landeshaushaltes geht weiter. Von BER schweigen wir. Wir nennen nur das Kürzel und verweisen auf die heutige taz. Das reicht.

Herr Nußbaum, bitte bleiben Sie hart. Leisten Sie Widerstand.

http://www.taz.de/Integration/!100719/

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Weg aus Kreuzberg, oder: Et tu, Mutlu?

 bitte!, Friedrichshain-Kreuzberg, Gute Grundschulen, Integration, Neukölln, Türkisches  Kommentare deaktiviert für Weg aus Kreuzberg, oder: Et tu, Mutlu?
Juni 262012
 

Entmischung ist das Gegenteil von Integration. UND WIEDER EINER ENTMISCHT SICH! So lautet das schlimme Wort, das ich vor mich hin murmele, wenn ich höre, dass wieder einer meiner zahlreichen besserverdienenden Kiez-Nachbarn Kreuzberg (oder auch Neukölln) verlassen hat, sobald die Kinder auf eigenen Beinen in die nahegelegene GRUNDSCHULE DER KURZEN WEGE FÜR ALLE KINDER! gehen müssten.

Schade. Ich wünsche mir weiterhin die gegenteilige Bewegung: Zuzug der selberverdienenden Familien mit Schulkindern zu uns nach Kreuzberg und Neukölln. Es ist doch alles ein soo wahnsinnig gut funktionierender Multi-Kulti-Kiez, nicht wahr?

Und dann ist’s auch schon vorbei mit meinem Bekenntnis: Ne mutlu Kreuzbergüm diyene!  Ich erinnere daran: Mutlu heißt glücklich! O glücklich, wer sich Kreuzberger nennen darf!

Güner Balci gab als Grund für ihren Wegzug aus dem gut funktionierenden Multi-Kulti-Kiez Neukölln an: „Niemand opfert seine eigenen  Kinder für die Integration.“ Sprach’s und zog weg von Neukölln nach Mitte.

Mitte entwickelt sich ebenso wie Prenzlauer Berg für Besser- und Selberverdiener mit Schulkindern immer mehr zur zugkräftigen Alternative zu den komplett entmischten oder sich weiter entmischenden Stadtvierteln Kreuzberg und Neukölln. Die taz bringt mit vollem Namen soeben ein weiteres gutes Beispiel dafür.  Lest:

http://www.taz.de/!96100/

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Der Schlüssel zum sozialen Erfolg: Jedem Kind ein guter Vater!

 Analı babalı, Familie, Integration, Konservativ, Liebe, Männlichkeit, Migration, Sozialadel, Sozialstaat, Türkisches  Kommentare deaktiviert für Der Schlüssel zum sozialen Erfolg: Jedem Kind ein guter Vater!
Juni 242012
 

Ja mei, des ist aber schön, was die Berliner Morgenpost heute auf S. 2 berichtet: Der neue Integrationsbericht der Bundesregierung verkündet Fortschritte allenthalben,  mehr Kinder mit Migrationshintergrund erlangen die Hochschulreife. Auch hier in Berlin legen immer mehr Jugendliche das Abitur ab. Die Betreuungsquote im Kita-Alter liegt sehr hoch. Alles wird besser. Es tut gut, ab und zu solche freudigen Berichte zu lesen, die das Gegenteil dessen besagen, was die Alltagserfahrung der Menschen zu prägen scheint.

Wir brauchen Erfolgsgeschichten wie die der Familie Büyükarslan: Die Eltern kümmern sich um die Schulkarriere, schicken die Kinder selbstverständlich in Privatschulen, heuern bei Schulschwierigkeiten Nachhilfelehrer an. Mutter und Vater stehen hinter den Kindern. Sie arbeiten alle, sind leistungsbereit. Und dann klappt es auch mit der Integration.

Wie sonst auch, erweist sich nicht der soziale Hintergrund, sondern einzig und allein die Einstellung der Eltern als der entscheidende Erfolgsfaktor. Ich kenne keinen Beweis des Gegenteils, sondern Hunderte von Migrationsbiographien, die alle fast ausnahmslos darauf hinauslaufen.

Wenn das Elternhaus stützt, wenn Mutter und Vater den Erfolg der Kinder wollen, dann spielt es auch kaum eine Rolle, in welchem Alter die Kinder mit dem Deutschlernen anfangen! Wollt ihr Beispiele für die Wahrheit dieser Behauptung? Hier kommen sie: Nihat Sorgec, der Chef des Kreuzberger Bildungswerks, Dilek Kolat, die Berliner Sozialsenatorin, Kenan Kolat, der ehemalige Chef des TBB,  Enver Büyükarslan, der stolze Familienvater und Chef eines mittelständischen Unternehmens, die Journalistin Hatice Akyün – sie alle kamen erst nach Deutschland, als ihre frühe Kindheit vorbei war. Sie fingen spät mit dem Deutschlernen an. Sie waren der Theorie nach sozusagen gewaltig benachteiligt gegenüber all den Hunderttausenden von Kindern, die hier in Deutschland geboren sind und fleißig die deutsche Kita besucht haben.

Dennoch haben die genannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geschafft, was viele in Deutschland geborene und erzogene Kinder nicht geschafft haben: Erfolg, Ausbildung, soziale Anerkennung. Der Grund: Sie wuchsen in behütenden und zugleich fordernden Familien auf.

Ich bleibe dabei: Der größte Risikofaktor sind die abwesenden Väter, die ihre Ehefrauen in der Obhut des deutschen Sozialstaates alleine lassen oder gar ihre Familien – oft auch mehrere parallele Familien mit vielen Kindern – bewusst ins staatliche Hilfesystem hinein planen. Das deutsche Sozialsystem wird so das größte, fast unüberwindliche Hindernis auf dem Weg zu Erfolg und Integration.

Ein intaktes Elternhaus, möglichst mit liebendem Vater (bzw. einem liebenden Ersatzvater oder Vaterersatz) und liebender Mutter, ist das Wichtigste für das Glück der Kinder. Diese Kinder werden so stark, dass sie sich auch in widrigen Umständen ihren Weg zum Glück erarbeiten werden.

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Was ist besser: direkte Geldzahlungen oder Sachleistungen?

 Fernstenliebe, Flüchtlinge, Geld, Integration, Krieg und Frieden, Migration, Sozialadel, Sozialstaat  Kommentare deaktiviert für Was ist besser: direkte Geldzahlungen oder Sachleistungen?
Juni 202012
 

Soll man den Familien mit Kindern das Geld vertrauensvoll direkt in die Hand drücken, vertrauensvoll direkt Geld aufs Konto überweisen – oder ihnen stattdessen Sachleistungen wie etwa Kita-Betreuung, Bildungsgutscheine, Förderung in Familienzentren, Teilnahme an Sprachkursen und Ausflugsfahrten usw. anbieten?

Heute wie damals eine erregte Debatte, gerade im Zusammenhang mit dem Betreuungsgeld! „Wir müssen den Eltern vertrauen!“, sagen die einen. „Wir müssen vor allem in Sachleistungen, in Bildung und Betreuung investieren!“, sagen die anderen. Wer hat recht?

Gut erinnere ich mich noch an erregte Debatten in den Jahren 1990/1991. Viele Menschen guten Willens, vor allem die Grünen, empörten sich damals, dass an Asylbewerber Gutscheine statt Geld ausgegeben wurden. Das sei diskriminierend. Nicht Unterkunft, Essen, Schulbildung und medizinische Versorgung brauchten die Flüchtlinge, sondern bares Geld, um endlich eigenständig zu wirtschaften.

So kamen damals etwa 200.000 Menschen als Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Durchgangsland Libanon zu uns, viele auch nach Neukölln und  nach Kreuzberg, etwa nach Kreuzberg-West. Es waren die berühmten „Libanesen“. Dies war die Gründungsgemeinde unserer seither auf ein Vielfaches angewachsenen neuen arabischen, kurdischen und palästinensischen Gemeinden. Ein nachträgliches „Willkommen!“ rufe ich ihnen zu.

Sagt an: Haben euch die Gutscheine geschadet? Fühltet ihr euch diskriminiert, als man euch kein Bargeld in die Hand drückte, sondern euch nur Obdach, Kleidung, Essen, Schule für die Kinder und medizinische Versorgung gratis gewährte?

Ich meine: nein, es war nicht diskriminierend. Heute empfangen die damaligen Bürgerkriegsflüchtlinge selbstverständlich keine Gutscheine für Nahrung und Lebensunterhalt, sondern leben überwiegend als Sozialhilfeempfänger in Wohnungen, erhalten vom Staat bares Geld zum menschenwürdigen Leben, haben zu großen Teilen die Staatsbürgerschaft erhalten und werden nicht mehr mit Gutscheinen benachteiligt. Zurückgegangen ins Herkunftsland ist nach dem Ende des Kriegs im Mai 1991 fast niemand von den Flüchtlingen. Doch werden gern Bräute zum Heiraten aus der früheren Heimat nachgeholt.

Das eigenständige, selbstverantwortliche Wirtschaften mit dem in bar bar ausgezahlten Geld des Staates ist längst Realität geworden. Das bedeutet also: Statt das Geld nur für Lebensmittel auszugeben, können die Eltern das Geld für Lesestoff, für Vorlesebücher, für Sportvereine und für Sprachunterricht ausgeben. So wollten es die Benachteiligtenanwälte damals.  Und so ist es gekommen.

Leidenschaftlich fordert auch heute wieder das Deutsche Institut für Menschenrechte, den Flüchtlingen keine Gutscheine, sondern mehr bares Geld auszuzahlen. Denn nur so könnten sie das Geld beispielsweise für Lesestoff für die Kinder statt für Lebensmittel ausgeben. Zitat aus dem Tagesspiegel von heute:

„Das Menschenrechtsinstitut kritisiert neben der geringen Höhe der Zuwendungen – die nicht nur für Asylbewerber, sondern auch für Bürgerkriegsflüchtlinge und in Deutschland nur „Geduldete“ gelten – auch das sogenannte „Sachleistungsprinzip“ als Verstoß gegen Menschenrechte. Das AsylbLG schreibt vor, vorrangig kein Geld, sondern etwa Lebensmittelpakete an die Flüchtlinge zu geben. Damit verhindere es aber, dass sie an Lebensmitteln sparten, um dafür zum Beispiel ihre Kinder mit Lesestoff zu versorgen.“

Die vielen Lesebücher, die man mit dem bar ausgezahlten staatlichen Geld kaufen kann, sprechen nach dem Willen des Instituts für Menschenrechte eindeutig dafür, den Hilfesuchenden nicht Unterkunft, Essen, Sicherheit und medizinische Betreuung anzubieten, sondern bares Geld.

http://www.tagesspiegel.de/politik/fluechtlinge-in-deutschland-selbst-zum-leben-zu-wenig/6772480.html

Ich meine: Das bare Geld ist und bleibt ein Magnet allerersten Ranges für Menschen aus wirtschaftlich schwachen Gebieten, bei uns Wohlstand und Versorgungssicherheit zu suchen.

Allerdings zeugen die Ratschläge des Instituts für Menschenrechte von einer großen, ja fast grotesk zu nennenden Realitätsferne. Wieso sollten Menschen ohne jede deutsche Sprachkenntnisse ihr Geld in Vorlesebüchern für Kinder anlegen? Sie tun es nicht.

Ich sage: Nein. Die Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge brauchen vorrangig kein bares Geld, sondern vorrangig Unterkunft, Kleidung, Essen, medizinische Versorgung, Integrations- und Sprachkurse. Sie brauchen vor allem Sachleistungen. Geldleistungen des Staates in bar zur komplett eigenverantwortlichen Bestreitung des Lebensunterhaltes sind ein Übel, sind kontraproduktiv.

Vor allem aber müssten die Asylbewerber  vom ersten Tag an arbeiten müssen und arbeiten dürfen, ihr Bargeld müssten und sollten sie ausschließlich durch legale Arbeit verdienen dürfen, etwa durch 1-Euro-Jobs.

 Posted by at 12:00

„Dann bist auch du ein Nazi! Ein Rassist!“

 Integration, Rassismus, Sozialadel, Sündenböcke  Kommentare deaktiviert für „Dann bist auch du ein Nazi! Ein Rassist!“
Mai 262012
 

Ein Ratschlag fürs Leben in der Öffentlichkeit: Auf keinen Fall sollte man die Menschenwürde Thilo Sarrrazins verteidigen. So habe ich zum Beispiel immer wieder öffentlich dafür plädiert, man solle die Aussagen Sarrazins Schritt für Schritt prüfen. Wo sie falsch seien, solle man ihn widerlegen. Wo er unzulässig verallgemeinere, solle man positive Gegenbeispiele nennen. Zwar sei es richtig, dass in Neukölln oder Kreuzberg ganze Straßenzüge über Jahrzehnte hin fast ausschließlich auf Staatskosten lebten, aber es gebe eben immer auch positive Gegenbeispiele von Menschen, die sich aus eigener Anstrengung aus dem mittlerweile gut etablierten erblichen Sozialadel, der hauptsächlich die Hand hinhalte und vom öffentlichen Geld lebe, herausgearbeitet hätten.

Fast jedes Mal, wo ich öffentlich für eine rationale Befassung mit den Aussagen Sarrazins eintrat, wurde sofort eine Maschinerie an Beleidigungen angeworfen. Da Sarrazin ein Nazi und ein Rassist sei, sei auch ich ein Nazi und Rassist. Tja, Freunde, so läuft es heute im Medienspektakel.

Vergeblich flehte ich: „Auch ich ärgere mich über manches, was der Mann vom Stapel lässt. Aber so könnt ihr nicht mit einem Menschen umgehen, dass ihr ihn niederbrüllt, dass ihr ihn verhöhnt und verspottet wegen der Spätfolgen einer schweren Krankheit!“

Es hilft nichts. Kluge, intelligente, hübsche, junge, gut deutsch sprechende, gesunde Menschen mit und ohne jahrzehntelang gepflegten Migrationshintergrund brüllen einen sofort nieder, wenn man den Verstand und das menschliche Mitgefühl einschaltet.  Menschen, die zügig und flüssig Deutsch schreiben können und sich zu ihrem Glück noch bester Gesundheit erfreuen, prügeln und knüppeln alte um Worte ringende Männer wie Sarrazin oder diesen stotternden Blogger verbal nieder.

Das ist würdelos.

http://www.bild.de/politik/inland/thilo-sarrazin/diese-journalistin-muss-sich-bei-sarrazin-entschuldigen-24344024.bild.html

 Posted by at 11:17
Apr. 272012
 

Schnappatmung und Beißreflexe zuhauf umwabern die Aufnahme des Buch „Danke. Emanzipiert sind wir selber“ von Kristina Schröder und Caroline Waldeck.

Ich habe es nämlich gelesen und stelle fest, dass fast nichts von dem, was die Kritikerinnen des Buches hineinlesen, auch darin steht. Weder will es die Frauen als Heimchen am Herd wissen und sie dorthin ins finsterste Mittelalter zurückstürzen, noch verwirft es die Errungenschaften der Frauenbewegung. Die Autorinnen verlangen nichts anderes vom Staat und von der Politik, als dass sie ihre eigene Entscheidung treffen können, und dass ihnen nicht ständig Karriererwartungen aufgedrückt werden, die sie nicht wollen.

Die massiven Feindseligkeiten gegenüber den beiden Autorinnen finde ich sehr erhellend. Spannend für einen unbestechlichen Sozio-Analytiker, wie ich es bin!

Das Gleiche gilt auch für den Kampf gegen die „Herdprämie“ usw. Dass eine Frau sich in den ersten drei Lebensjahren vorrangig um die Pflege und Erziehung der Kinder kümmern will oder kümmern muss (hä?) und dafür liebend gern ihre Karriere unterbricht oder riskiert, das DARF nicht sein.

Und doch deutet vieles darauf hin, dass es für die Kinder am besten ist, wenn sie die ersten zwei oder drei Lebensjahre in enger räumlicher Anbindung an eine oder einige wenige stets gleichbleibende Frauen oder Männer verbringen, üblicherweise die Mutter, die „Amme“ oder sonst einige wenige Personen.

Das wirtschaftlich und sozial erfolgreichste Bundesland mit den statistisch geringsten Sozialproblemen, nämlich Bayern, hat die geringste Betreuungsquote im frühkindlichen Bereich (8%). Besteht da ein Zusammenhang?

Selbst das häufig zu hörende Argument, türkische oder arabische Kinder müssten in der Krippe Deutsch lernen, weil sie es sonst nicht mehr könnten, trifft nicht zu. Das ergibt sich doch schon daraus, dass die allermeisten türkischen und arabischen Kinder, die wirklich Erfolg in Berlin oder in Deutschland haben, eben nicht aus der deutschen Krippe kommen, sondern aus intakten, relativ traditionellen Familien. Diese erfolgreichen Migranten kommen häufig erst im Alter von 6 oder 7 Jahren nach Deutschland, haben nicht die deutsche staatliche Kleinkindbetreuung, sondern die familiengeprägte Sozialisation ihrer monoethnischen Herkunftsfamilien durchlaufen. Beispiele kenne ich selbst zuhauf.

Wir haben im letzten Jahr vor dem Schulbesuch in Berlin ein Kitabetreuungsquote von fast 96%, gleichwohl setzen Politik und Gesellschaft völlig unrealistische Erwartungen in einen großflächigen Ausbau der staatlichen Kleinkindbetreuung.

Nichts spricht dafür, dass die massiv verfestigten Integrations- und Sozialisationsprobleme unserer typischen Kreuzberger oder Neuköllner Kinder durch die staatliche Krippe für Kleinkinder (0-3 Jahre) gelöst werden könnten.

Mich interessiert, wie es zu dieser massiven Abwertung des Mütterlichen in den westlichen Gesellschaften etwa seit 1980 kommen konnte. Kuckt Euch mal die Reklame, die Werbung, die Mode und die Stars an. Alles, was bei der Frau auf so etwas wie „mütterliche“ Konnotationen hinweisen könnte, wird systematisch weggepixelt. „Versteck Deine mütterliche Seite!“ Dies scheint ein zentrales Gebot der heutigen Medienlandschaft zu sein.

Was aber ist mütterlich? Darüber besteht – glaube ich – ein gewisser jahrhundertelanger Grundkonsens in den europäischen Gesellschaften, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass in verschiedenen europäischen Kulturen verschiedener Zeiten das Mütterliche ähnlich besetzt wird: Das Ideal der Mütterlichkeit ist eng verknüpft mit Fürsorge, Zärtlichkeit, Sanftheit, Dauerhaftigkeit, Hingabe, Treue, Uneigennützigkeit. Mit dem Willen, das Kind zu hegen und zu pflegen, es wachsen zu lassen, es groß werden zu lassen.

Doch genau dieses Ideal ist heute brüchig geworden.  

Gefragt ist heute die multipel einsetzbare, parallel in mehrere Karrieren eingetaktete Frau: Sie wählt selbst ihren Weg in Wirtschaft, Gesellschaft und Familie oder in  verschiedenen Lebensformen, lässt sich von niemandem dreinreden, entscheidet für sich, was gut für sie ist.

Kinder? Ja, gern, aber nicht als Selbstzweck, nicht als unverfügbares Geschenk und schicksalhafte Pflicht, und vor allem nicht, damit eine Frau gar im Muttersein Glück und Erfüllung finden könnte, wie das einige Jahrtausende lang von vielen Frauen erwartet wurde. Kinder sind etwas Gutes im Leben der Frau nur sobald und soweit sie in den Lebensentwurf der Frau hineinpassen.

Der Staat, die Politik sollen gefälligst dafür sorgen, dass das Kind nicht als gravierender Störfaktor der Lebensplanung, sondern als willkommene Ergänzung eines Lebensabschnittes gelingt.

Darüber würde ich wahnsinnig gerne mal mit Frauen und Männern streiten. Mal kucken.

 

 Posted by at 21:37
März 052012
 

„Deutschland 2011 ist multiethnisch, eine Vielvölkerrepublik, die sich einer staatlich instruierten Integrationspolitik verschrieben hat, die autoritäre, altmodisch nationalstaatliche Züge trägt.“

So schrieb es gestern Zafer Senocak im Tagesspiegel.

Seine Rede von der Vielvölkerrepublik erinnert an die zahlreichen europäischen Vielvölkerstaaten: das osmanische Reich, die Tschechoslowakei, Österreich-Ungarn, Zypern, die Sowjetunion, Jugoslawien, Belgien, Schweiz – sie erkannten bzw. erkennen verschiedene Nationalitäten bei ihren Staatsbürgern an. Soll Deutschland ebenfalls ein Vielvölkerstaat werden – also das Land, in dem Deutsche, Kurden, Türken, Katalanen, Araber, Polen, Russen, Libyer, Ägypter als gleichberechtigte Nationalitäten oder Volksgruppen zusammenleben?

Das würde eine wesentliche Grundgesetzänderung, eine mehrsprachige Justiz mit den wichtigen Minderheitensprachen Kurdisch, Türkisch, Polnisch, Katalanisch, Arabisch usw., muttersprachliches Schulwesen für alle größeren Volksgruppen  notwendig machen. Manche Türken kämen nach Jahrzehnten hartnäckiger Weigerung endgültig darum herum, Deutsch zu lernen, die Kurden hätten Anspruch auf Kurdisch als Amtssprache usw. usw.

Dann müsste sich Deutschland vom Grundgedanken des Nationalstaates verabschieden und sich hinbewegen zu einem Staat der Volksgruppen, wie es etwa die Tschechoslowakei und Jugoslawien waren, wobei die Türken selbstverständlich sofort die zweitwichtigste, am schnellsten anwachsende Volksgruppe nach den Deutschen bilden würden, versehen mit allen Rechten einer anerkannten Minderheit, wie sie heute etwa die Sorben oder die Dänen genießen. Denkbar wäre auch eine Aufteilung nach Volksgruppen wie etwa auf Zypern. Das scheint Zafer  Senocak zu fordern.

Darüber müsste man diskutieren.
Integration: Ostdeutschlands Mief darf nicht auf den Westen abfärben – Andere Meinung – Meinung – Tagesspiegel

 Posted by at 16:58

Zwiesprache der Religionen

 Integration, Islam, Koran  Kommentare deaktiviert für Zwiesprache der Religionen
März 022012
 

Ein staunenswerter Dialog der Religionen ergab sich vor wenigen Tagen auf der Gedenkfeier für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt im Berliner Schauspielhaus! Ismail Yozgat, der Ismaelit, rief zu Beginn seiner ergreifend schlichten, stolz-demütigen Rede auf Arabisch die Sure 1 des Korans ins Gedächtnis, welche ausdrücklich zum Erbarmen und zur Verzeihung aufruft. Im Verzicht auf persönlichen Groll, im Wunsch nach einer mildtätigen Stiftung und im Vertrauen auf die Justiz bezeugte er die affektbändigende, begütigende Kraft seiner Religion.

In den Zitaten Nazim Hikmets und Bert Brechts wurden zwei geschworene Anhänger jener machtvollsten, verhängnisvollen Glaubensgemeinschaft des 20. Jahrhunderts, des Sozialismus und Marxismus einbezogen.

Die 12 Kerzen erinnerten an die heilige Zahl 12 im Judentum und Christentum und an die 12 Früchte des heiligen Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit.

„Ich bitte Sie um Verzeihung.“ Die persönliche Bitte um Verzeihung, ausgesprochen durch die Bundeskanzlerin Merkel, verwies auf das unerschütterliche Gebot der Wiederannäherung an den Nächsten, welche das Christentum immer gelehrt hat und weiterhin lehrt. Dieses Gebot soll auch jene erreichen, die mit der Untat der Neonazis keinerlei ursächlichen Bezug haben.

Zugleich konnte und musste man das „… denn sie wissen nicht was sie tun“ heraushören. Die persönliche Bitte um Verzeihung, ausgesprochen von einem Menschen, der das Verbrechen nicht begangen hat und nicht schuld daran sein kann, ist ein Versuch der Heilung des Zwischenmenschlichen.

In dem Sich-Einlassen auf den Schmerz und die Trauer anderer Menschen erfüllte sich so etwas wie eine tiefe Verbundenheit. Diese kann Anlass tiefer Freude werden.

Ich musste da an den Spruch Friedrich Hölderlins über Sophokles denken:

Viele versuchten umsonst das Freudigste freudig zu sagen,
Hier spricht endlich es mir, hier in der Trauer sich aus.

Kolumne: Lieber Ismail Yozgat! | Meinung – Berliner Zeitung
„Bismillahi r-rahmani r-ahimi. Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen: Guten Tag an alle.

 Posted by at 14:40

Ist alles Deutsche böse?, oder: „Meine Integration – Grimms Märchen“

 Brüder Grimm, Das Böse, Integration, Integration durch Kultur?, Singen, Was ist deutsch?  Kommentare deaktiviert für Ist alles Deutsche böse?, oder: „Meine Integration – Grimms Märchen“
Feb. 282012
 

Ist alles typisch Deutsche böse und verwerflich? Die Deutschen scheinen dies zu glauben. Anders ist die Bereitwilligkeit, mit der sie überall sich selbst als Hort des absoluten Bösen, der finstersten Mächte ausgeben, nicht zu erklären.

Aber: Was ist typisch deutsch? Um das zu beantworten, greife ich auf meinen Sommerurlaub an der Osteeküste zurück. Mein erstes Gespräch in Ribnitz-Damgarten führte ich in strömendem Regen mit einem 1-Euro-Jobber, der dort Flaschen sammelte und dem wir uns, mühselig auf Fahrrädern mit Gepäck strampelnd, am Boddenweg anschlossen, da wir den Weg nicht kannten. „Endlich habe ich was zu tun, lieber sammle ich Flaschen, als bloß herumzusitzen!“

Der 1-Euro-Jobber, der lieber Flaschen sammelt, als bloß herumzusitzen? Ist er typisch deutsch?

Am ersten Sonntag besuchte ich den evangelischen Gottesdienst in der Marienkirche in Ribnitz (siehe Bild). Dort sang ich laut vernehmlich die protestantischen Kirchenlieder mit, einerlei ob von Philipp von Zesen, Paul Gerhard oder Nikolaus Graf Zinzendorf.

Ich kenne ja die meisten christlichen Kirchenlieder fast alle seit meiner Kindheit aus Bayern, darunter das unsterbliche „Die güldene Sonne“, my personal favourite song, mein Hit, mein Lieblingslied. „Die güldene Sonne“ – ist sie typisch deutsch?

Die Predigt des Pastors, die letzte, ehe er in den Urlaub aufbrach, handelte von der Unvorstellbarkeit Gottes. Der hebräische Name Gottes bedeute ungefähr: Ich bin der ich sein werde. Der Gott des alten Israel ist ein Gott des Werdens, der sich ausspricht im Zuspruch an die hörenden Herzen. „Wir können ihn nicht dingfest machen. Es ist nicht so, dass wir über ihn Macht hätten, indem wir seinen Namen aussprechen. Auch wenn wir uns wie Goethes Faust bemühen, das zu erkennen und zu benennen, was die Welt im Innersten zusammenhält, lässt er sich nicht festsetzen. Anders als beim Rumpelstilzchen in Grimms Märchen, über das die Prinzessin Macht gewinnt, indem sie seinen Namen ausspricht!“

Der redliche 1-Euro-Jobber, Goethes Faust, Grimms Märchen, evangelische Kirchenlieder, Rumpelstilzchen – mehrfach genannt in einer einzigen Predigt beim sonntäglichen Gottesdienst – sind sie typisch deutsch?

Nach dem Gottesdienst entspann sich auf Einladung des Pastors unter den Gottesdienstbesuchern ein Gespräch über das Altarbild der Hamburger Malerin Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein. Es hatte heftige Wellen in der meinungsbildenden Presse, namentlich der OSTSEE-Zeitung ausgelöst. Mehrere Leser sprachen sich gegen das abstrakte, farbenfrohe Ölgemälde aus, in dem man nichts Bestimmtes erkennt. Fazit einiger Leserstimmen: „Es ist kein geeignetes Altarbild, da man nichts Genaues erkennen kann!“

Im Gespräch meldete ich mich zu Wort, stellte mich artig als Sohn der Stadt der Confessio Augustana vor und erklärte: „Das Bild finde ich sehr gut. Ich erkenne eine Tiefe, die nach oben und nach hinten in eine unbekannte Ferne führt. Es stört mich nicht, dass ich nichts Greifbares erkennen kann. Und selbst wenn: Lassen wir uns doch stören von dem, was wir nicht erkennen können.“

Niemand widersprach. Im  Gegenteil, ich glaube, dass ich die Meinung der Ostsee-Menschen zugunsten des Bildes beeinflusst habe. Beim Hinausgehen geriet ich ins Gespräch mit den Zweiflern: Einige kamen aus der Stadt Ribnitz, andere stammten aus Russland, sie waren einige jener mehreren Hunderttausend Russlanddeutschen, die zurück ins Vaterland gesiedelt sind.

Und nun kann ich die Frage beantworten, die gestellt wurde:

Für mich sind der fleißige 1-Euro-Jobber, ist Die güldene Sonne, sind Gespräche über die Unerkennbarkeit Gottes, sind Goethes Faust und Grimms Rumpelstilzchen, ist der Meinungsstreit über abstrakte Kunst, sind die Russlanddeutschen allesamt typisch deutsch.

Allerdings wird man beim genaueren Nachdenken erkennen, dass wenig von diesem so typisch deutschen Gepräge seinen Ursprung in Deutschland hat:

Das sozialpolitische Modell des 1-Euro-Jobbers stammt aus USA (workfare, von Richard Nixon bereits 1969 gefordert), der Fleiß (lateinisch industria) ist eine in vielen europäischen und asiatischen Ländern gelobte Tugend, die christliche Religion stammt aus Kleinasien, der Gedanke der Unnennbarkeit Gottes stammt aus dem Judentum, Grimms Märchen sind überwiegend Übersetzungen aus dem Französischen des Perrault, das Lob der güldenen Sonne ist iranisch-orientalischen Ursprungs und ist seit dem 6. Jahrhundert vor Christus bezeugt. Nur die deutsche Sprache und Goethes Faust, die sind – so meine ich – in der Tat unverwechselbar deutsch. Und auf all das lege ich auch größten Wert, all das typisch Deutsche sollten wir als Integrationsmotoren nutzen.

Hat man den fleißigen 1-Euro-Jobber, Die güldene Sonne, Gespräche über die Unerkennbarkeit Gottes, Goethes Faust und Grimms Rumpelstilzchen,  den Meinungsstreit über abstrakte Kunst, die Russlanddeutschen verstanden, so versteht man ein bisschen von dem, was Deutschland geprägt hat und zusammenhält.

Merkwürdigerweise scheinen das die gut integrierten Zuwandrerinnen ebenso zu sehen. Dilek Kolat, die Berliner Sozialsenatorin, weist ebenso wie Hatice Akyün auf die prägende Rolle hin, die ausgerechnet  Grimms Märchen für ihre Bildung, für ihr Ankommen in Deutschland gespielt haben.

Akyün sagt sogar in einem Video:

„Meine Integration – Grimms Märchen!“

Und was ist an der urdeutschen „Güldenen Sonne“ des typisch deutschen Philipp von Zesen (1619-1689), die Leben und Wonne bringt, so schlimm, so deutsch und so böse, dass man bei staatlichen Feiern der Bundesrepublik Deutschland stets auf englische Lieder ausweichen muss?

Woher diese Selbstverleugnung, diese Selbstaufgabe der Deutschen?

Jede gläubige Muslima, jeder Jude, jeder Atheist, jede Agnostikerin, jede Türkin, jeder Deutsche kann dieses herrliche Lied von der Güldenen Sonne aus voller Brust und voller Kehle mitsingen!

Hatice Akyün

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Feb. 092012
 

„In Friedrichshain-Kreuzberg sterben die Kinder und werden massenhaft verprügelt wegen der Verarmung durch Hartz IV! – Den Deutschen ist es doch egal, wenn Millionen Rentner in Griechenland sterben! – Massenelend und Massenverarmung in Deutschland und Griechenland wegen der Politik der deutschen Bundesregierung! – Im deutschen Schulsystem werden Kinder erbarmungslos nach Schulformen selektiert wie an der Rampe in Auschwitz! – Deutschland verrecke!“

Wörtlich so oder so ähnlich kann man es im griechischen Fernsehen und auf Kreuzberger Flugblättern und sogar auf einem Friedrichshainer Hausdach hören und lesen.

Nichts davon ist wahr. In Griechenland verhungern keine Millionen Rentner, kein einziger Rentner verhungert in Griechenland. In Kreuzberg gibt es keine Armut, keine verhungernden Kinder, das Hauptproblem der Kreuzberger Kinder sind – wie gesagt – die pflichtvergessenenen Eltern der Kinder, namentlich die Väter, die sich in der Weltgeschichte herumtreiben, statt sich um ihre Ehefrauen und Kinder zu kümmern, die sie dauerhaft im üppigen deutschen Sozialsystem geparkt haben.

Aber derartige antideutsche Hetze hinterlässt Wirkung.

Hier meine ich, dass man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen darf. Besonders wohltuend die scharfsinnige Analyse eines britischen Historikers, der von der Insel aus manches deutlicher sieht – Timothy Garton Ash. Lest selbst:

Angela Merkel needs all the help she can get | Timothy Garton Ash | Comment is free | The Guardian

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Scharia und doppelte Staatsbürgerschaft für bessere Integration?

 Integration  Kommentare deaktiviert für Scharia und doppelte Staatsbürgerschaft für bessere Integration?
Feb. 042012
 
Einführung der Scharia ins deutsche Rechtswesen wie von Justizminister Hartloff gefordert, staatliche Mentorenprogramme für Menschen, die seit Generationen hier leben, doppelte Staatsbürgerschaft für alle Ausländer, wie von Bürgermeister Olaf Scholz gefordert … darf’s ein bisschen mehr sein? Sie, diese selbsternannten politischen Integrationshelfer, preisen die Zugehörigkeit zu Deutschland wie altbacken Brot an. Uralter Fehler der uralten Integrationspolitik, dass sie glauben, „wir (also der Steuerzahler) – tun nicht genug“ für die armen „Migranten“, die seit Generationen fröhlich und friedlich ihren Stil mitten unter uns leben. Ach Herr Hartloff, wenn Sie wüssten, was die Scharia für Frauen, für Homosexuelle, für Scheidungswillige bedeutet! Schauen wir nach Nigeria, schauen wir nach Saudi-Arabien, schauen wir nach Ägypten! Und nach Libyen, wo ja jetzt ganz offiziell die Scharia Grundlage des neuen Rechtswesens werden soll.

Immer geht es darum nachzuweisen, dass die armen Migranten benachteiligt seien, dass „wir“ etwas für „sie“ tun müssen. Jammern, Klagen, Fordern, als müsste eine Millet den osmanischen gütigen Herrscher, den Sultan um Anteile am Reichtum anflehen! Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland hat das einmal recht bösartig und knurrend auf den Punkt gebracht:  „Das Jammern ist der Vereinszweck der Türkischen Gemeinde und des Türkischen Bunds“. Bös gesagt, aber gerade noch vertretbar.

Das ständige Stellvertreten und gönnerhafte Fordern der deutschen Politiker für die armen Benachteiligten ist ein kaum verzeihlicher politischer Kardinalfehler, der nur so zu erklären ist, dass diese Politiker, – Scholz, Hartloff und wie sie alle heißen – abgesehen von den unvermeidlichen selbsternannten Migrationspolitikern – keinerlei Kontakt zu den armen Migranten haben.

Das ist einer echten Einwanderungsgesellschaft unwürdig! Echte Einwanderungsgesellschaften verlangen selbstverständlich ein klares eindeutiges Bekenntnis zu dem neuen Land, sie verlangen Loyalität und nicht das dauernde Gegreine und Gejammere. Wobei das Greinen und Jammern nur von denen kommt, die damit für ihre Organisationen staatliche Zuschüsse absahnen.

Schaut nach Kanada, schaut nach USA, schaut nach Australien.

Da lob ich mir doch den Bundestagsabgeodneten Kenan Kolat! Er kennt sich aus, fordert schon lange keine Integration mehr, sondern Partizipation, also Teilhabe. Die türkische Volksgruppe möchte ihre türkischen Interessen gleichgewichtig ins Rechtswesen, in den staatlichen Reichtum, in das Schulwesen, in die Verteilung der Steuermittel einbringen. Sie wollen nicht Deutsche werden, sondern einen Teil der staatlichen Ressourcen für sich als Türken haben – das ist Teilhabe. Teilhabe ist prinzipiell möglich auch ohne Staatsbürgerschaft. Motto: „Wir sind als türkische Gemeinde hier, wir leben als Türken hier, das ist unsere Heimat. Also ermöglicht uns gefälligst das Leben als Türken in dieser gemeinsamen Heimat.“ So wird ein Schuh draus.

Und das find ich ehrlicher als von Integration zu faseln, die im staatlich geforderten Sinne einfach nicht gewollt ist. Wenn sie gewollt wäre von den armen Migranten, wäre sie ja erfolgt.

Nebenbei: In der Türkei gilt die Scharia nicht, sie ist keine Rechtsquelle. Mit der Einführung der Scharia, wie sie der SPD-Justizminister Hartloff fordert, würde Deutschland also sogar hinter die moderne Türkei zurückfallen!

Einführung der Scharia, doppelte Staatsbürgerschaften für alle 4 Millionen in Deutschland lebenden Türken und anderen Ausländer würde sicherlich die Spaltung der Gesellschaft vergrößern. Die deutsche Politik könnte mit einem Schlag ganz entscheidend durch die Türkei beeinflusst werden, das würde machtentscheidend werden. Die SPD Deutschlands (vertreten etwa durch Justizminister Hartloff, Bürgermeister Olaf Scholz, Kenan Kolat MdB) beginnt sich gerade auf Gedeih und Verderb an die türkische Wählergruppe zu ketten. Man sollte dies zur Kenntnis nehmen.

Wir hätten bei Einführung der Scharia und der doppelten Staatsbürgerschaft – wie von der SPD gewünscht – mit einem Schlag die gesamte leidenschaftliche, erbitterte innenpolitische Dynamik der Türkei bei uns. Zwischen Kemalisten und Islamisten, zwischen Nationalisten und Kurden würden alle Konflikte hier weiter flackern.

Das kann niemand wünschen, der sich für türkische Innenpolitik interessiert.

Rheinland-Pfalz: SPD-Minister hält islamische Gerichte für möglich – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE

 Posted by at 13:29
Dez. 192011
 

Immer wieder erstaunt es mich zu sehen, dass in der Berliner Schulpolitik sehr viel über die Migranten gesprochen wird, aber zu wenig mit ihnen.  Was wollen die Väter und Mütter, die aus Italien, Türkei, Syrien oder Russland nach Deutschland zuwandern, für ihre Kinder? Was erwarten sie von der deutschen Schule? Was sind sie selbst bereit zu leisten? Ich suche jede Möglichkeit, mit den Eltern selbst zu sprechen und freue mich über jedes offene Wort. Soeben erreicht dieses Blog aus der Tastatur einer russischen, in Berlin lebenden Zuwandrerin, der Mutter eines Grundschülers, eine erfahrungsgesättigte Analyse des deutschen oder besser Berliner Schulwesens.  Die Verfasserin kennt zahlreiche Berliner Schulen und Kitas, leistet seit einigen Jahren Theater- und Musikarbeit an Kitas und Grundschulen. Sie jammert also nicht rum, sondern macht sehr viel.

Irina Potapenko räumt mir das Recht ein, diese Rede einer russischen Mutter an die Eltern mit Migrationshintergund unverändert abzudrucken. Eine knappe Zusammenfassung der von mir gehörten Rede habe ich übrigens bereits am 26.11.2011 in diesem Blog unter dem Titel Warum-will keiner Berlins größtes Problem in die Hand nehmen eingestellt.

Eine deutsche Übersetzung der nachfolgenden Rede ist in Bearbeitung. Meine eigene knappe Antwortrede auf Irina Potapenko werde ich demnächst ebenfalls hier in diesem Blog zur Diskussion stellen.

Уважаемые родители!

Если Вам еще не приходилось сталкиваться с немецкой системой начального и среднего образования,мужайтесь!Вас ждет яд неприятных сюрпризов.Речь пойдет не о каких-то отдельных исключениях,а об общих тенденциях современной немецкой школы.Вам придется обучать детей не благодаря школе,а вопреки,т.к. вместе с самим бразованием отменены семь основополагающих моментов,на которых и держалось классическое образование.

Это:1)Программы,2)фронтальные
занятия,3)Учебники,4)Оценки,5)Домашние задания,6)Контрольные
работы,7)Дисциплина и ориентация на успех.
Теперь конкретно и по пунктам.Программы.В разных школах проходят совершенно разные темы в совершенно разных последовательностях.Педагоги самостоятельно выбирают материал и последовательность его зложения.Многие критиковали „программное единство“ советских школ,когда
начав учиться в Москве,ученик мог продолжить свое обучение в любом ругом городе прямо с той же страницы того же учебника из-за единой для сех школ программы.Оказалось,что это имело большой смысл.Любой педагог ог проследить как усвоен материал,на какие отдельные моменты нужно
обратить внимание,что необходимо повторить,с чем ученик справился.Здесь, ерейдя из одной школы в другую,невозможно составить никакого понятия о
том,какие темы пройдены,а какие нет,т.к. просто неизвестно, чем с детьми анимался предыдущий педагог.Часто темы излагаются сумбурно.Особо важные моменты не прорабатываются,не закрепляются.Пример из собственного
опыта.Ребенок приносит из школы тетрадь,которая называется „Мои части ечи“,где сразу собраны все подряд части речи.Если хочешь разобраться –
смотри и читай сам.Вскоре после этого на листочке получаем следующее адание :“Напиши,как здесь:
прохладный – холодный – ледяной.“Я спрашиваю:“Вы проходили равнительные степени прилагательных?“- „Нет.А что такое рилагательные?“При этом в тетрадке с частями речи прилагательные,конечно есть,просто изучать их ребенок должен,по всей вероятности сам.Еще один пример „новаторского“отношения к преподаванию немецкого
языка был приподнесен моей знакомой в средней школе,которая считается учшей в их районе.Там дети до третьего класса пишут слова так,как
слышат.Они потом,якобы сами научатся правильно
писать!Спрашивается:откуда?И где гаранития?
Фронтальные занятия.Объяснение педагогом материала у доски,когда весь класс проходит одну и ту же тему, встречается крайне редко.Обычно раздаются листочки с заданиями и все сидят за партами и выполняют их, кто как может.Одна моя
знакомая,чьи дети посещают школу в Панкове,решила в течение трех недель оприсутствовать на занятиях,чтобы выяснить,почему дети за два года очти ничему не научились.Ей удалось подсчитать,что время фронтальных
занятий по немецкому языку составляет примерно 15 минут в неделю.Точно ак же было и в нашей предыдущей школе.Удивительно,что при потрясающем
богатстве немецкой литературы, из программы просто изъяты произведения лассиков!Вместо Айхендорфа и Гете изучаются неизвестно кем составленные римитивные по содержанию тексты о пиратах и индейцах,или шедевры“,вроде „Анна и Петер в овощном отделе супермаркета“.
Учебники.
В школах постоянно раздаются листочки с заданиями.В лучшем случае существуют рабочие тетради по некоторым предметам.Учебников же,как аковых,нет!Я решила выяснить почему.Сначала мне сказали,что у школы нет
денег!В Германии,в Берлине,у школы,где есть настоящий концертный зал с роялем,кружок керамики с керамической печью,собственный автобус с шофером,который возит детей в бассейн,куча самых разных спонсоров,разные ружки и многое другое,нет денег на самое необходимое,на учебники! Я
предложила собрать деньги с родителей и сделать копии,что будет стоить остаточно дешево.Тогда мне сказали,что учебники у них в школе не приняты и все.Без дальнейших объяснений и обоснований.

Оценки.
С покон веков во всех школах существовали оценки.Знаете ли Вы,что они,оказывается,унижают учащихся?!Никогда не унижали,а теперь стали нижать!Ребенок может внезапно выяснить,что он плохой ученик, и асстроиться,еще чего доброго!А так не сравниваешь себя ни с кем,не знаешь хорошо ты учишься,или плохо,зато спокоен!Ни тебе унижений,ни
критериев учебы!Все равны,и двоечники и отличники!Не надо стремиться лучшить успеваемость,да и родители спокойны,понятия не имеют ,как ты чишься.
Домашние задания.
Домашние задания практически не задавались.Дневник был всегда бсолютно пустой.За три недели две-три записи,одна из которых ласила,например :“Принести пластилин“.Если что-то задавалось,то почти е проверялось.Или проверялось в двух случаях из шести.
(продолжение следует)

 Posted by at 23:40
Nov. 102011
 

Kein leichtes Leben hatte die zweite Generation der Zuwandererkinder. Sie waren  von niemandem darauf vorbereitet worden, in Deutschland zu bleiben. Der türkische Staat schickte seine sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen gern dörferweise nach Deutschland: sollten die Deutschen sich doch um die Dörfler kümmern. Die zurücküberwiesenen Devisen waren hochwillkommen, stärkten die Außenhandelsbilanz. Niemals aber wollte und will die Türkei, dass die Auswanderer ihre Bande mit dem Türkentum verlieren oder gar ihr Türkentum mit einer neuen Heimat verschmelzen lassen! Im Gegenteil, in den letzten Jahren fördert der türkische Staat eine gezielte nachholende Türkisierung, arbeitet weiterhin am Zusammenhalt einer geschlossenen türkischen Volksgruppe.

Die einzelnen Kinder und Jugendlichen schweben kulturell häufig im Niemandsland. Zu richtigen Türken von echtem Schrot und Korn kann und will sie der deutsche Staat nicht ausbilden. Doch durch totale Türkisierung, durch massive Propaganda hat die türkische Republik über etwa 90 Jahre eine nahezu lückenlose Identifikation der Türken mit dem türkischen Boden und Blut erzeugt und erzeugt sie auch weiterhin. Einmal Türke – immer Türke! Ne mutlu Türküm diyene! Ich kann nur raten, die Türkei zu bereisen, ein paar Brocken Türkisch zu lernen und sich wachen Sinnes in diesem großartigen Land, dem uralten Mutterboden der europäischen Kultur umzusehen: Perser, Assyrer, Syrer, Griechen, Araber, Türken, Armenier, Kurden, Zaza und ein Dutzend mehr Völker – sie alle haben dort gesiedelt und ihre Kulturen zu erstaunlicher Blüte gebracht. Unter allen Kulturen haben die aus Zentralasien zugewanderten Türken schließlich die Oberhand erobert und gehalten.

Andererseits hat die Bundesrepublik Deutschland ein bunt gefächertes Programm umgesetzt, das die Identifikation mit Deutschland verhindert. So erzählen mir immer wieder Berliner Kinder und Jugendliche, sie hätten in vier Jahren Geschichtsunterricht fast ausschließlich die zwölf Jahre von 1933-1945 behandelt. Wenn nun aus den etwa 1000 Jahren, in denen man mit gewissem Recht von „deutscher Geschichte“ sprechen kann, immer nur 12 Jahre herausgegriffen werden, welches niederschmetternde Selbstbild muss dann in den Berliner Schülerinnen und Schülern entstehen? Nicht zufällig prangt die Inschrift „Deutschland verr…“ auf Dächern in Friedrichshain.

Aus der überschwänglichen, hochfliegenden Begeisterung für die türkische Nation einerseits, der niederschmetternden Selbstentwertung der deutschen Nation andererseits gibt es für die meisten jungen Türken und auch die Araber keinen Ausweg. Sie hängen fest zwischen Baum und Borke.

Der Ausweg müsste natürlich sein, dass an den Schulen eine positive Identifikation mit dem heutigen Deutschland, also insbesondere mit der Bundesrepublik Deutschland gefördert wird. Genau dies aber geschieht zumindest im Bundesland Berlin fast nicht.

Was tun?

Ich meine: Kleine Gesten, die vielen Akte der Nächstenliebe sind viel entscheidender als großartige Programme und Initiativen. Nachbars Oma kann mehr Gutes tun als noch so viele Integrationspläne und Bildungsprogramme. Das bestätigt wieder einmal sehr überzeugend Mehmet Gürcan Daimagüler:

Häufig sind die Kleinigkeiten im Leben entscheidend: Bei uns im Haus wohnte eine Witwe, Oma Philippine nannten wir sie, die uns bei den Hausaufgaben geholfen hat. Mit ihr habe ich Deutsch gelernt. Dann habe ich die kostenlose Bücherei im Nachbardorf entdeckt und Bücher verschlungen.

Anwerbeabkommen mit der Türkei – Zeitgeschichtliches Archiv – WDR.de

 Posted by at 15:30