İpek İpekçioğlu, oder: Ein Lob für die Namensgebungsfreiheit!

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Okt. 312011
 

Was mich wirklich freut, ist, dass man in Deutschland noch offen sagen kann, dass die Türkei kurdische, also untürkische Vornamen gesetzlich verbietet und auch drei (3)  lateinische Buchstaben gesetzlich untersagt, ohne dass man, wenn man dies behauptet, deswegen gleich als rassistisch abgestempelt wird. Wisse: In der Türkei sind grundsätzlich türkische Namen vorgeschrieben. Das X, das W und das Q sind amtlich bei Namen in der Türkei nicht zugelassen. Der Staat, der bei seiner Gründung nur knapp 55% Türken umfasste, setzt seine radikale Türkisierungspolitik mit Buchstaben- und Publikationsverboten weiterhin unerbittlich durch.

Verhaftungen unliebsamer  Verleger und Autoren passen ins Bild. Soeben erreicht mich die Nachricht, dass der Verleger Ragip Zarakolu (Verlag Belge) in Istanbul verhaftet worden ist. Er hat sich eines Vergehens schuldig gemacht, das aus der Sicht des türkischen Staates kaum verzeihlich ist: er wollte einer Einladung der Universität Potsdam folgen und die innertürkischen Debatten über die Jahre 1915/1916 auf einer Konferenz diskutieren.

Das wäre etwa so schlimm, wie wenn man als deutscher Verleger im Ausland, etwa in Israel oder New York, über die historischen Debatten der Deutschen über die Jahre 1914-1918 sprechen wollte. Wollte man dem türkischen Beispiel folgen, so müsste man diesen unbotmäßigen Verleger, der die schmutzige Wäsche der Deutschen in New York oder Tel Aviv waschen möchte, durch rechtzeitige Verhaftung an der Ausreise hindern.

Die Unterdrückung aller untürkischen Umtriebe und untürkischen Kulturen drückt die Türkei in solchen Buchstaben- und Ausreiseverboten aus.

Umgekehrt werden deutsche Standesämter und auch Wahlämter selbstverständlich Vornamen wie Burkay, Aylin oder İpek, Nachnamen wie  İpekçioğlu oder Çakmak einschließlich aller diakritischen Zeichen akzeptieren und als vollgültig anerkennen.

Namen sind wichtig! Sie sind Abstammungs- und Identitätsmerkmale erster Ordnung. Bis weit in die dritte und vierte und x-te Genration hinein definieren deshalb die Auslandstürken sich über die Namen und das „Blut“, also die Abstammung. Wenn man einmal alle Strophen der türkischen Nationalhymne liest, wird man erstaunt sein, wie oft das Wort „Boden“ und das Wort „Blut“ vorkommen. Türkischer Boden, türkisches Blut gelten in der Türkei unbefragt als heilig, als unantastbar. Wer diese staatlich gebotene, gewissermaßen religiöse Verehrung der Türken für den eigenen Boden, das eigene Blut, für den Staatsgründer nicht durchschaut und anerkennt, wird niemals etwa den Paragraphen 301 des türkischen  Strafgesetzbuches verstehen und sollte seinen Fuß gar nicht erst in die Türkei setzen.

Die türkische Hochschätzung des völkischen Abstammungsdenkens zeigt sich überdeutlich am Heiratsverhalten der Auslandstürken und an der Namengebung: Ich kenne keinen einzigen in Deutschland lebenden Türken, der  keinen türkischen Vornamen trüge. Während in Deutschland Namen wie Dennis, Mirko, Aylin, Emily, Louis, Fynn und Luca gang und gäbe auf Standesämtern und in Babynestern sind, wird kein deutscher Türke oder türkischer Deutscher von echtem Schrot und Korn seinen Sohn Martin, Luca, Julian oder Christian nennen. Das würde ihm die Familie nicht verzeihen. Denn es würde bedeuten, dass der Türke seine Zugehörigkeit zur neuen Heimat, also zu Deutschland, auch sprachlich ausdrücken würde.

Wenn ein Türke plötzlich einen untürkischen oder deutschen Vornamen bekäme, würde das von der überwältigenden Mehrheit der Türken sofort als Verrat am türkischen Boden und Blut angesehen. Denn Türkischsein wird bei der Mehrheit der Türken unverändert „über das Blut definiert“, wie dies  İpek İpekçioğlu so schön auf Seite 42 des aktuellen SPIEGEL ausdrückt.

Anders ist es  selbstverständlich bei den Deutschen, Italienern, Spaniern, Franzosen in Deutschland – wie sich aus dem Heiratsverhalten und der Namengebung ableiten lässt.

Fast alle Berliner Türken heiraten wieder Türken, wobei etwa die Hälfte von ihnen den Ehepartner vom heiligen Boden der Türkei hereinholt. Durch das stete Nachholen von Ehepartnern aus der Türkei, oftmals obendrein aus der ferneren Blutsverwandtschaft,  erhält sich die türkische Volksgruppe auch im Ausland ethnisch nahezu „rein“ und „blutmäßig“ nahezu unvermischt. Und genau das will offenbar der türkische Staat. Der Gefahr, dass die türkische Gesellschaft sich mit der umgebenden deutschen Gesellschaft vermischen oder sich in sie integrieren könnte, wird so wirksam vorgebeugt. Die allermeisten Auslandstürken bleiben so dem türkischen Staat dauerhaft verbunden, das ewige Türkentum erleidet in Deutschland keine Verluste, sondern wird im Gegenteil noch gestärkt. Die Deutschen schauen geduldig zu, machen sich nur ab und an Vorwürfe, dass sie als Deutsche es den Türken so furchtbar, so wahnsinnig schwer machen, sich zu—  integrieren: „Wir sind ja so hartherzig! Wir müssen die Türken mehr fördern – durch eine Willkommenskultur!“

Man lese nur den aktuellen SPIEGEL mit seiner unermüdlich wiederholten, typisch deutschen Selbstanklage in der zum Weinen und zum  Schmunzeln auffordernden, von Wahrheiten und Halbwahrheiten nur so strotzenden Jeremiade „Fremde Heimat“.

Bei keiner in Deutschland lebenden Volksgruppe ist das Abstammungsdenken so stark ausgeprägt wie bei den Türken. Dass die Türken nach Deutschland aufgebrochen sind, um letztlich hier deutsche Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten zu werden, ist eine der frömmsten, gleichwohl trügerischsten Hoffnungen der deutschen Integrationspolitik. Aus dieser Hoffnung machen viele Politiker, auch und vor allem die selbsternannten politischen Vormünder der Türken,  ein einträgliches Geschäft.

Die Türken selber sehen es anders. Sie kamen ab 1951 und auch ab 1981 und  kommen weiterhin aus bitterer Not, aus Perspektivlosigkeit und Arbeitslosigkeit, aus politischer Unterdrückung und Verfolgung aus der Türkei nach Deutschland, weil das hier für sie das Paradies war und ist, wie es der Neuköllner Kazim Erdogan soeben im Tagesspiegel wieder ausdrückt.

Mit Brief und Siegel.

Quellen:

„Fremde Heimat“, DER SPIEGEL Nr. 44/31.10.2011, S. 38-44
„Verleger Ragip Zarakolu in Istanbul verhaftet“, DIE WELT, 31.10.2011, S. 21
Einwanderer in Deutschland: „Wir dürfen die Eltern nicht verteufeln“ – Berlin – Tagesspiegel

Sie kamen 1974 nach Berlin. Warum?

Weil ein Onkel von mir hier lebte und weil mir ein Schulfreund ständig von seinem Vater vorschwärmte, der gleich nach dem Anwerbeabkommen nach Deutschland ging. Nach dessen Erzählungen war hier das Paradies.

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Okt. 202011
 

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Weiterhin recht schnöde und roh ist die Sprache, mit der deutsche Medien über deutsche Türken sprechen. So gefällt mir etwa das Wort „Importbraut“ nicht. Denn „importiert“ wird eine Sache, kein Mensch! Lest selbst, was Julia Haak in der Berliner Zeitung heute den Neuköllner Migrationsbeauftragten Alfred Mengelkoch berichten lässt:

Kottbusser Damm: Längst nicht mehr Klein-Istanbul | Berlin – Berliner Zeitung
Noch immer heirateten 90 Prozent der Türken Türken, 50 Prozent davon importierten den Partner aus der alten Heimat. „Auch aufgeklärte Leute machen das“, sagt Mengelkoch.

Ich schlage folgende Sprachgebung vor: „90 Prozent der in Berlin  lebenden Türken heiraten Türken“, die Hälfte der Bräute und Bräutigame „… werden aus der alten Heimat für die Ehe geworben, oder: … wandern aus der Heimat zu … oder: …  werden aus der alten Heimat geholt.“

Auch wird hier durch den Migrationsbeauftragten der Anschein erweckt, als seien Türken weniger aufgeklärt als andere Menschen in Deutschland, als wüssten sie nicht recht, was sie tun. Die alte Sicht der blühenden Integrations- und Migrationsindustrie auf die „rückständigen Türken“, die als Analphabeten nach Deutschland kämen und hier erst einmal durch den Fürsorgestaat jahrzehnte- oder lebenslang nachbemuttert werden müssten, schlägt hier voll durch.

Unsinn.  Das beständige Nachholen von Ehepartnern aus der Türkei ist gewollt und sichert die  Abgeschlossenheit und das beständige Wachstum der türkischen Volksgruppe in Deutschland. Der Gefahr der Integration in die deutsche Gesellschaft oder der Vermischung mit den Nichttürken wird so vorgebeugt – wobei „Gefahr“ selbstverständlich aus der Sicht des türkischen Staates zu sehen ist. Wie das Beispiel Zypern lehrt, sind die Auslandstürken für den türkischen Staat ein wichtiger Machtfaktor, der ganz bewusst als Hebel eingesetzt wird. Man studiere nur die riesigen Erfolge der BIG genau am Kottbusser Tor! Werte von bis 12% erzielte die türkisch-islamische Partei am Kottbusser Tor mit dem in türkischer Sprache verkündeten Slogan: „Wählt einen von euch!“

Der deutsche Staat, ja wir als deutsche Gesellschaft  haben selbstverständlich ein Interesse daran, dass die Chancen zur Integration, die ja überreichlich gegeben sind, angenommen werden. Wir wollen durchlässige „Volkstumsgrenzen“.

Bitte nehmt die Türken endlich als Menschen mit eigenem Willen ernst, stoppt die Bevormundung! Wenn sie sich als eigene Gruppe bewahren wollen, sollten wir das akzeptieren.

Wir sind doch alles Menschen wie du und ich – hepimiz insaniz!

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Okt. 132011
 

Vor zwei Tagen besuchte ich die sehr beeindruckende Veranstaltung „Bildungsrepublik Deutschland“. Ein vorbildliches Beispiel für das, was ich gern „Die lernende Volkspartei“ nenne! Ich hörte mir aufmerksam lauschend neben einem überlebensgroßen Porträt Konrad Adenauers sitzend all die profunden Beiträge von Generalsekretär Gröhe, Bildungsministerin Schavan, Handwerkspräsident Otto Kentzler und Kultusminister Roland Wöller MdL an.

„Leider sind ja die Kopfnoten [für Fleiß und Betragen] gestrichen worden, sie waren für uns bei der Einstellung von Auszubildenden ein wichtiger Hinweis.“ So äußerte sich Otto Kentzler, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.  Was meinte Herr Kentzler damit? Ich glaube, er gab das wider, was auch mir immer wieder Berliner Ausbilder und Handwerker berichten: Die Jugendlichen kommen oder tanzen heute oft ohne die richtige Grundeinstellung an: Es fehlt ihnen oft an Durchhaltevermögen, an Sorgfalt, Beharrlichkeit, Fleiß, Pünktlichkeit.

„Wenn sie dann die Ausbildung im Handwerk abgeschlossen haben, sind sie gewandelte Persönlichkeiten geworden.“ So erneut Kentzler! Die Handwerksausbildung holt also in gewissem Umfang das nach, was Elternhaus und Schule vorher versäumten: Persönlichkeitsbildung, Einübung von Tugenden wie Fleiß, Höflichkeit, gutes Benehmen. Für Kreuzberg kann ich diese Erkenntnis nur bestätigen.

„Nicht alles, was vor 1980 für die frühkindliche Bildung ersonnen wurde, war falsch. Lieder wie Wer will fleißige Handwerker sehn, oder Kinderreime wie Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen sollten unbedingt weiter gepflegt werden!“ So lakonisch kommentierte ich selbst in einer klitzekleinen Fußnote die Debatte. Zu diesen heute weithin unterschätzten Einsichten gehört neben jener in die Wichtigkeit der Märchen, der Erzählungen, der Kinderreime und Kinderlieder auch jene in die unersetzbare Rolle persönlicher Vorbilder.

„Bildung braucht Bindung“, – betonte Ministerin Schavan zwei Mal. Bindung bedeutet eben die dauernde, verlässliche emotionale Verbundenheit mit einem als verlässlich und vorbildlich erlebten Menschen – üblicherweise Mutter oder Vater.

In der Tat: Kinder brauchen in Kindheit und Jugend Vorbilder, denen sie nacheifern können – und zwar vorzugsweise innerhalb der Familie! Einen wunderbaren, mich persönlich anrührenden Beleg für diese Grundeinsicht liefert wieder einmal – Klaus Wowereit, der immer wieder die prägende Rolle seiner Mutter hervorgehoben hat. Die Eltern – also Mutter oder Vater – sind die entscheidenden Anreger für das Wachsen und Reifen der Persönlichkeit.

Fundamental ist auch Wowereits Einsicht in die anspornende Kraft der Armut, der dürftigen, bescheidenen Verhältnisse, der Erfahrung der Kränkung, des Zurückgesetztseins, aus denen sich die nächste Generation hervorarbeiten will und soll.

Um wieviel anders ist heute die Lage unserer Berliner Sozialstaats-Mündelschicht! „Wir haben hier in Deutschland alles, was wir brauchen“, berichten die Menschen immer wieder. Da es also im Gegensatz zu Wowereits Kindheit heute keine echte Armut gibt, da der Druck fehlt, sich aus Dürftigkeit durch eigene Anstrengung emporzuwerkeln, und da deshalb den Kindern auch Vorbilder fehlen, wird „Integration durch Arbeit“ zu so einem furchtbar schwierigen politischen Geschäft der politisch Wohlmeinenden! Die Integration ins deutsche Sozialsystem ist dank einer Batterie an Sozialberatern, Sozialarbeitern, Sozialprogrammen hervorragend gelungen – wozu sollte man sich also noch anstrengen?

Wowereits Lebensgeschichte ist ein leuchtendes Beispiel für gelingende Integration durch die alten Tugenden der „fleißigen Handwerker“: frühes Aufstehen, Fleiß, Fürsorge für die Kinder, Familiensinn, Sparsamkeit.

Lesen!

Exklusiver Vorabdruck: Auch die Wowereits waren Migranten – Berlin – Tagesspiegel
Meine Mutter war mein Vorbild: Sie hat unentwegt gekämpft, als kleine städtische Angestellte, als Mutter von zwei Töchtern und drei Söhnen, einer davon im Rollstuhl. Sie hat jeden Morgen aufs Neue losgelegt, wenn sie noch vor der Arbeit Blumen und Gemüse geerntet hat, um ein paar Mark zusätzlich zu verdienen. Wenn man als Schüler zum Kohlenhändler geht und das Heizöl nicht gleich bezahlen kann und dann jeden Monat wieder hingeht, um jeweils hundert Mark abzustottern, und die Verkäuferin jedes Mal fragt, ob wir uns das denn auch leisten können – dann sind das Erfahrungen, die ein Kind treffen. Aber von meiner Mutter habe ich gelernt, dass man sich nicht hängen lassen darf.

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Sep. 282011
 

… Und doch sollte man sich nicht niederschmettern lassen, sondern stets auch das Positive sehen. Ich finde es nämlich gut, dass endlich mal jemand etwas an Deutschland gut findet! Allzu häufig wird ja über Rechtlosigkeit, Benachteiligung und Ausgrenzung der Migranten geklagt.

Doch wie cool klingt das hier: „Ich finde es an Deutschland gut, dass dass man hier nicht arbeiten muss und trotzdem sein Geld bekommt„, so eine typische Kreuzberger Schülerin, zitiert bei Viviane Cismak, Schulfrust, Berlin 2011, S. 146.

Wir zitieren weiter:

Der Rest der Kasse nickte zustimmend. „Ja, in der Türkei hat man echte Probleme, wenn man arbeitslos wird. Hier kann man immer noch sehr gut leben und muss noch nicht einmal wieder arbeiten“, warf Faruk ein.

Alle lachten.

 Posted by at 16:05
Sep. 282011
 

Ein merkwürdiges Lese-Erlebnis habe ich mit Viviane Cismaks „Schulfrust“. Ich bewundere den Mut dieser zugewanderten Hessin, die sich unerschrocken ins Kreuzberger Monokulti hineingewagt hat. In vielem spiegeln ihre Erlebnisse als migrantische Deutsche mit dem falschen Zuwanderungshintergrund das wider, was wir als zugewanderte bzw. zurückgewanderte Eltern – ebenfalls mit dem falschen Migrationshintergrund – an Kreuzbergs staatlichen Bildungseinrichtungen erlebt haben.

Im Klartext: Das beschriebene Berliner Monokulti-Gymnasium entspricht nach Auskunft der Autorin dem Niveau nach etwa einer Hauptschule oder einer besseren Sonderschule in anderen Bundesländern: Beim Erreichen des Abiturs können nur wenige Schüler in ganzen Sätzen formulieren, jedoch haben alle die Techniken erlernt, wie man die vorgesehenen Punktzahlen irgendwie – etwa durch Kopieren aus dem Internet, durch Abschreiben oder durch Sich-Einschmeicheln bei Lehrern – zusammenscharrt, um sich mit dem Titel eines Abiturzeugnisses Marke Kreuzberg auf dem Arbeitsmarkt zu empfehlen.

Die Erlebnisse der Autorin sollte man so stehenlassen. Zweifellos ist sie ehrlich. Zweifellos bildet sie nicht die Situation an allen Berliner staatlichen Schulen ab, aber die Tendenz trifft in Kreuzberg so zu: es wird nicht ernsthaft gelernt, die meisten Kreuzberger Schüler lernen kein brauchbares Deutsch, wir ziehen uns hier Heerscharen von am Arbeitsmarkt nicht ausbildungsfähigen und in der Schule und im Elternhaus nicht erzogenen Jugendlichen heran.

Es war schon erstaunlich, dass diese Erscheinungen – also das Versacken und Verlottern von zehntausenden und aberzehntausenden Berliner Jugendlichen, die fortschreitende, teilweise aggressiv vorangetriebene Islamisierung der Berliner Schulen, die Sprachlosigkeit der breiten Massen – im jetzt vergangenen Wahlkampf nicht zum Thema gemacht worden ist. Stattdessen zankte man sich um Dinge wie Autobahn ja oder nein?, Tempo 30 ja oder nein?, Klimaschutz auf Kosten der Bürger oder des Staates?, einmal Kreuzberger – immer Kreuzberger?

Überwiegend symbolische Ersatzpolitik.

Viviane Cismak: Schulfrust. 10 Dinge, die ich an der Schule hasse. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,95 Euro.

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Rassismus konsequent ignorieren, oder: Wie verhindert Kreuzberg bessere Schüler?

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Sep. 192011
 
Viviane Cismak vom Kreuzberger Hermann-Hesse-Gymnasium redet Klartext. Berliner Zeitung heute, S. 32. Schulfrust allenthalben! Klar, dass diese Rezension punktgenau einen Tag NACH den Wahlen erscheint!

„Es lohnt nicht ein guter Schüler zu sein.“

Viviane Cismak: Schulfrust. 10 Dinge, die ich an der Schule hasse. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,95 Euro.

Ärgerlich an der Rezension von Torsten Harmsen ist nur, dass weiterhin von „90% Kreuzberger Migranten“ die Rede ist, die angeblich den deutschen „Nichtmigranten“ mit rassistischen Sprüchen das Leben erschweren. Es sind alles typische Kreuzberger, typisch muslimische Menschen in Deutschland.  Cismak ist Zugewanderte!

Die „90% Migranten“ sind typische Kreuzberger, Angehörige der türkischen und der arabischen Volksgruppe, mit ausgeprägtem Sonderbewusstsein als Muslime, grenzenlos hochgepäppelt, erbarmungslos verhätschelt von einem üppig das Füllhorn aufhaltenden Deutschland.

Viviane Cismak hingegen ist zugewanderte Migrantin der ersten Generation aus Darmstadt.  Hier in Kreuzberg trifft sie auf die immer stärker homogene Schülerschaft aus muslimischen Kindern, die aus der alteingesessenen türkischen und arabischen Bevölkerungsgruppe kommen.

Die systematisch betriebene nachholende Islamisierung der Kreuzberger Schüler und der Kreuzberger Schulen ist – neben der nachholenden Türkisierung der Kreuzberger Türken – eines der faszinierendsten Phänomene der letzten 10-15 Jahre! Noch vor 20 Jahren sah es anders aus. Heute dagegen ist sie eine Tatsache. Wer selbst als Schüler in Kreuzberg zur Schule geht, als Lehrer dort arbeitet oder seine eigenen Kinder in diesen Jahren an Kreuzberger Schulen schickt, sollte dazu etwas sagen.

Soll man nun über die Anfeindungen gegen zugewanderte nichtmuslimische Schüler an Berliner Schulen reden? Nun, die Parteien tun es fast nicht. Hier in Kreuzberg quatschen sie sich den Mund fusslig über „Afro-Deutsche“ wie May Ayim, „Afro-Amerikaner“ wie Barack Obama. Für den wachsenden Rassismus auf Kreuzberger Schulhöfen sind sie taub. Im Wahlkampf war dazu fast nichts zu hören.

„Afro-Deutsche“? May Ayim ist bei weißen Deutschen aufgewachsen. Ihr ghanaischer Vater hat sich nicht um sie gekümmert.   Sie ist eine typische Deutsche.

„Afro-Amerikaner?“ Barack Obama ist bei seiner weißen US-amerikanischen Mutter aufgewachsen. Sein aus Kenia stammender Vater hat sich fast nicht um ihn gekümmert. Obama ist ein typischer US-Amerikaner, kein „Afro-Amerikaner“ und schon gar kein „schwarzer Präsident“.

Ich werde mir dieses Buch beschaffen:

Viviane Cismak: Schulfrust. 10 Dinge, die ich an der Schule hasse. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,95 Euro

: Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv

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Leidmotiv: Równe prawa dla wszystkich!

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Sep. 172011
 

MÜSIAD ist ein Industriellen- und Unternehmerverband, der ein Ableger des gleichnamigen Verbandes der Türkei ist. Dieser Verband ist politisch mit der AKP von Ministerpräsident Erdogan verbunden. Die religiöse “Tugendhaftigkeit” der Unternehmer soll das Leidmotiv sein.

Eine sehr schöne Wort-Neuprägung für die Befindlichkeit der vielen nichtdeutschen Volksgruppen in Deutschland schuf  ein Neuköllner SPD-Kandidat türkischer Abkunft: das Leidmotiv.

In der Tat: Das Leiden an Deutschland, das Klagen über Deutschland, das Fordern von Deutschland: das Leid-Motiv ist in der Tat das Leit-Motiv, unter dem sich die Dutzenden und Aberdutzenden von Gruppierungen und Grüppchen zusammenfassen lassen, welche für Gleichberechtigung aller Völker, aller Völkerschaften in Deutschland kämpfen.

Równe prawa dla wszystkich!

Gleiche Rechte für alle, fordert in genau diesem Geiste sehr schön die Linke bei mir um die Ecke in der Großbeerenstraße! Ein Blick auf das Wahlplakat der Linken, ein Blick in die staatlichen Grundschulen Berlins beweist es: wir bewegen uns auf eine Patchwork-Society hin, in der viele verschiedene ethnische Gruppen schiedlich-friedlich und in absoluter Gleichberechtigung nebeneinander herleben werden, wie etwa in Indien, Bosnien-Herzegowina, Belgien oder Afghanistan auch.

Niemand darf folglich gezwungen werden, Deutsch zu lernen oder gar einen ordentlichen Beruf wie etwa Maurer, Arzt, Steuerberater oder Gärtner anzustreben! Denn dies wäre ein Verstoß gegen die Gleichberechtigung. Die Deutschen hier in Neukölln oder Kreuzberg sollen sich endlich anpassen oder gleich abhauen. Das ist die Botschaft, die wir hier vernehmen.

Was für eine Zumutung ist es doch, in Deutschland leben zu müssen. Wenn es die Sozialhilfe und die blühende Schattenwirtschaft nicht gäbe – man wäre schon längst weg aus diesem bösen Land.

„Erkennt, dass ihr hier in Deutschland benachteiligt seid – fordert vom Staat die Mittel, damit er euch endlich aus dem Tal des Leidens herausführen möge. Fordert deutsche Sprachkurse für jahrzehntelang  an Deutschland leidende Türken, fordert türkische Sprachkurse für an Deutschland leidende Kurden, türkischen Sprachunterricht für an Deutschland leidende leidende türkische Kinder, arabische Musik und islamischen Religionsunterricht für an Deutschland leidende Spätaussiedler und jüdische Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion …“  Den phantastischen Forderungen der an Deutschland Leidenden sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Wie sang doch Marie in Georg Büchners Woyzeck so schön?

Leiden sei mein Gottesdienst
Leiden sei all mein Gewinst

Niemand unter unseren Dauermigrantinnen und Migranten ist froh in Deutschland leben zu müssen. Alle leiden fürchterlich daran, dass sie – zu großen Teilen auf Staatskosten – hier in Deutschland leben müssen. Was für ein bitteres, hartes Los, in Deutschland leben zu müssen – obendrein mit demütigender Unterstützung des ungeliebten Staates!

Dass ein türkischer Mindestlohn nicht ausreicht, um in der Türkei davon zu leben – geschenkt! Dass man mit Hartz IV und Schwarzarbeit und richtig ausgefüllten Anträgen mehr als genug Geld verdient, um auch noch arme Verwandte im Herkunftsland zu unterstützen – niemand weiß es.

Das Jammern über Deutschland, das Leiden an Deutschland nimmt kein Ende! Doch kann Jammern und Klage über Deutschland nur der erste Schritt sein.

Nachholende Türkisierung, hereinholende Islamisierung, das ist der Schritt, mit dem die Jammerer und Kläger das Leben der Dauerbenachteiligten im bitteren deutschen Exil ein bisschen erträglicher gestalten wollen.

Aus dem lautstark bekundeten Leiden an Deutschland erwächst der blühende Gewinst der migrantischen Privilegien, die einen im besten Fall in den Rang des erblichen Sozialadels erheben.

In Abwandlung von Büchners Lenz dürfen wir sagen:

Laß in mir die heilgen Schmerzen,
Tiefe Bronnen ganz aufbrechen;
Leiden sei all mein Gewinst,
Leiden sei mein Gottesdienst.

 Posted by at 12:32
Sep. 132011
 

„Wir sind ein islamisches Volk.“ Punkt. So verkündet es der Übergangsrat in Libyen. Die Scharia soll also jetzt die Hauptquelle des Rechts in der ehemaligen Sozialistischen Republik Libyen, der Großen Sozialistischen Libysch-Arabischen Volks-Dschamahirija werden.

Kaum bekannt ist hierzulande das Schicksal der  spärlichen nichtmuslimischen Minderheiten in der zuende gehenden Sozialistischen Republik Libyen des Oberst Gaddhafi. Die 7000 Juden haben das Land nach dauernder Drangsalierung bereits unter König Idris, also kurz vor der Errichtung des Sozialismus verlassen. Einige zehntausend Christen leben in winzigen Gemeinden noch dort. Missionierung war ihnen auch im Sozialismus verboten, bei Ehen zwischen Muslimen und Christen musste stets der Zuheiratende zum Islam übertreten. Ein genialer Trick, mit dem das gesamte Nordafrika, das bis zur Ankunft des Islam vorwiegend christlich und pagan geprägt war, nahezu einheitlich islamisch wurde. Allerdings gilt auch: Alle Christen, die pünktlich und brav ihre Kopfsteuern entrichteten und sich jeglicher Missionierungsversuche enthielten, durften meist unbehelligt in den islamischen Ländern leben.

Genau dieselbe Regel gilt übrigens auch in Deutschland – wenn auch nicht per Gesetzeskraft, denn das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gewährleistet auf dem Papier Religionsfreiheit.

Anders sieht es in der Praxis aus: Bei Ehen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen soll der Nichtmoslem zum Islam übertreten. So darf ich hier in Kreuzberg das immer wieder beobachten. Beispiele für das Gegenteil – muslimischer Mann lässt sich taufen oder sagt sich vom Islam los – sind mir nicht bekannt. „Einmal Moslem – immer Moslem.“ Den Abfall oder Austritt aus dem Islam lässt die Scharia nicht zu. Die Nichtmuslime stellen deshalb nicht zufällig in islamistisch geprägten Ländern oder Stadtquartieren eine schwindende Minderheit dar.

In den Berliner Schulen mit muslimischer Schülermehrheit wird seit etwa 10 bis 15 Jahren dementsprechend heftiger Anpassungsdruck auf die verbleibenden Nichtmuslime ausgeübt.

Die Geschehnisse in Ägypten und Libyen – vom Sozialismus zum Islamismus – vermögen das lebhafte Transformationsgeschehen in Teilen Neuköllns und Kreuzbergs deutlicher zu sehen lehren. Jeder Bewohner zunehmend islamischer Stadtteile in Berlin wird die aktuellen Ereignisse in Ägypten oder Libyen wachen Sinnes verfolgen.

Es wäre ein riesiger Fehler zu glauben, die Ereignisse in Ägypten, Libyen oder der Türkei seien weit weg und gingen uns nichts an. Im Gegenteil: Durch Einheiraten, durch ununterbrochenen Familiennachzug, durch strategisch vorgehende Migrantenorganisationen, durch geschickte Pressearbeit und durch subtile Pressebeeinflussung sind die Akteure dieser Länder gut vernetzt und kommunikativ sehr gut aufgestellt. Wir sollten uns beizeiten daran gewöhnen, dass Libyen, Türkei, Saudi-Arabien und Ägypten gleich um die Ecke auch in Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg und Wedding sind.

Sie haben die Demographie auf ihrer Seite. Ein Blick in die Berliner Grundschulklassen bestätigt dies unwiderleglich. Jeder „Migrationsexperte“, jede „IntegrationspolitikerIn“ sollten ihre eigenen Kinder drei Monate lang in eine staatliche Regelschule Kreuzbergs, Schönebergs oder Neuköllns schicken. Bitte nicht in eine Schule besonderer Prägung, sondern in eine normale staatliche Grundschule! Es lohnt sich.

Islamisches Recht – Libyens Rebellen wollen Scharia einführen – Ausland – Berliner Morgenpost – Berlin

 Posted by at 10:55

Es liegt an den Familien: Vertrauen in die Kräfte des Kindes ist das A und O

 Familie, Friedrichshain-Kreuzberg, Gute Grundschulen, Integration, Migration  Kommentare deaktiviert für Es liegt an den Familien: Vertrauen in die Kräfte des Kindes ist das A und O
Sep. 012011
 

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Unbedingt den Kauf lohnt die heutige taz! Nicht deswegen, weil Uwe Rada auf S. 25 unter allen Bürgermeisterkandidaten Platz 1 an Frank Henkel (CDU), Platz 2 an Klaus Wowereit (SPD) und Platz 3 an Harald Wolf (Linke) vergibt, sondern weil das Blatt wichtige Hintergründe und vor allem viele persönliche Geschichten zum Thema 50 Jahre Zuwanderung der Türkinnen bietet. Mein Platz 1 geht an das Gespräch zwischen zwischen Rafet Akyün und seiner Tochter Hatice, Patz 2 an den Siemens-Manager Joachim Putzmann (Seite acht) und Platz 3 an das Foto mit Tülin Duman auf Seite 3, in deren Veranstaltungsort „Südblock“ ich vorgestern eine hochinteressante Diskussion zwischen 5 typischen Deutschen verfolgte (siehe Foto).

Beachtlich: Rafet Akyün schimpft nicht rum auf die ach so diskriminierenden Verhältnisse, sondern arbeitet klipp und klar den alles entscheidenden Beitrag der Familien heraus. Und er bringt auch in etwaffnender Offenheit die Erkenntnis: Im Gegensatz zur Türkei liegt das Geld hier in Deutschland auf der Straße. Lesenswert, sehenswert!

50 Jahre Türkinnen in Deutschland: „Mit Heirat war ja nicht zu rechnen“ – taz.de

Hatice Akyün: Noch heute in der dritten Generation gibt es Kinder, die Deutsch nicht beherrschen.

Rafet Akyün: Aber nicht, weil sie dumm sind. Es liegt an den Familien, sie kümmern sich nicht genug um ihre Kinder. Manche denken auch, mein Kind schafft das sowieso nicht. Vertrauen in die Kinder ist sehr wichtig. Wie sollen Kinder an sich selbst glauben, wenn die eigenen Eltern das nicht tun?

taz, weiter so! Ich warte auf ähnliche Sonderausgaben zum Thema russische, arabische, schwäbische, polnische, kurdische, ukrainische, libanesische, schwarzafrikanische Zuwandrerinnen!

Unser Foto zeigt 6 typische Deutsche im Südblock:

Muharrem Aras (SPD), Figen İzgin (Die Linke), Herr Moderator (TBB),  Dr. Turgut Altuğ (Bündnis 90 / Die Grünen), Ertan Taşkıran (CDU), Gumbert Salonek (FDP)

 


 Posted by at 14:35

Spannender Wahlkampf, spannende Themen!

 Integration, Islam, Russisches  Kommentare deaktiviert für Spannender Wahlkampf, spannende Themen!
Aug. 262011
 

Wahlkampf HEUTE, Freitag, 26.08.2011, Treffpunkt 15 Uhr an der Kreisgeschäftsstelle, dann gemeinsam zum Mehringplatz. Wahlkampf MORGEN, Samstag, Treffpunkt 10 Uhr an der Kreisgeschäftsstelle, dann gemeinsam zum Boxhagener Platz. Kommt in MASSEN! Unterstützt alle unsere hervorragenden Kandidaten, insbesondere den Spitzenkandidaten und Direktkandidaten im Wahlkreis Kreuzberg 1 Kurt Wansner!

Gestern am Stammtisch spannendes Thema: Die Auseinandersetzung Russlands mit dem Islam von 1800 bis heute. Dr. Christian Dettmering, Historiker und Friedrichshainer CDU-Mitglied, stellte seine Dissertation über die Integration der Tschetschenen und Inguschen ins Russische Reich vor. Wie konnten staatenlose islamische Gesellschaften erfolgreich integriert werden? Welche Bedingungen führten zur Gewalteskalation? Dettmering vermochte mit nahezu kriminalistischer Feinheit eine schlüssige Antwort zu geben.

Dem schloss sich eine äußerst lebhafte Debatte über die Rolle des Islam in Deutschland an, bei der auch neuere Forschungsergebnisse aus der Geschichte der Diplomatie, insbesondere die Rolle der USA bei der Anwerbung der ersten türkischen Gastarbeiter 1961 besprochen wurden.

Leseempfehlung:

Christian W. Dettmering: Russlands Kampf gegen Sufis. Die Integration der Tschetschenen und Inguschen in das Russische Reich 1810-1880. Dryas Verlag, Oldenburg 2011, 383 Seiten, € 31,90

 Posted by at 14:20
Aug. 262011
 

Größter Unbeliebtheit bei Freund und Freund und Freund (also bei Grünen, SPD und Türken) erfreut sich spätestens seit ihrem Parteiwechsel von den Grünen weg die Integrationsministerin des Landes Baden-Württemberg Bilkay Öney (SPD).

„Je mehr Türken wir im Land haben, desto mehr Unruhe haben wir„, sagt sie, und das ist falsch. Das passt einfach nicht zum wahren Wesen des Türken. Denn richtig ist vielmehr folgendes: „Die türkische Gemeinschaft und der türkische Mensch, wohin sie auch immer gehen mögen, bringen nur Liebe, Freundschaft, Ruhe und Geborgenheit mit sich.“ So völlig zutreffend Ministerpräsident Erdogan 2008 in Köln.

„Die Türken gucken fünf Mal mehr Fernsehen als die Deutschen.“ Wieder so ein Hammer. Frau Öney hätte sagen müssen, woher sie das weiß – aus ihrem Bekanntenkreis, aus Untersuchungen, aus ihren eigenen Erfahrungen?

Serkan Tören (integrationspolitischer Sprecher der FDP) ergänzt aus eigenem Antrieb etwas, was Frau Öney nie und nimmer gesagt hat und auch nie zu denken gewagt hätte. Tören sagt: „Die Türken sind dumm, die interessieren sich nicht für Kultur, fürs Lesen, die Eltern erziehen ihre Kinder nicht richtig, sondern hängen nur vor dem Fernseher.“

Hat Tören recht, wenn er sagt, dass die Türken dumm sind? Ist dies eine rassistische Behauptung, die Serkan Tören da vom Stapel lässt?

Was ist dran? Nun, ich meine, beide Behauptungen – sowohl die von Öney wie die von Tören – sind pauschal und  furchtbar falsch.

Ich selbst kenne türkische (und auch arabische) Eltern, die sich für Kultur interessieren, die ihren Kindern das Fernsehen stark einschränken, die ihre Kinder anhalten, Bücher zu lesen, Eltern, die nicht nur vor dem Fernseher hängen, sondern die ihre Kinder zum Lernen anhalten. Diese Eltern ziehen übrigens fast alle aus Kreuzberg weg, sobald sie können.

Es ist unleugbar, dass schrankenloser Medienkonsum, Vernachlässigung der Kinder, Gesprächsverweigerung, Desinteresse und Abwesenheit der Väter den Kindern Schaden zufügt.

Richtig wäre es, in ermutigendem und aufmunterndem Tone zu sagen: „Eltern, Väter, macht etwas Sinnvolles mit euren Kindern! Lernt mit ihnen die Landessprache Deutsch, spielt mit ihnen Fußball, fahrt Fahrrad mit ihnen, geht ins Bode-Museum. Singt und spielt mit den Kindern, ladet Kinder aus der Nachbarschaft ein, habt nicht so viel Angst vor Schweinefleisch, geht kostenlos wandern auf den Kreuzberg und ins Wuhletal, kuckt nicht stundenlang türkisches und arabisches Satellitenfernsehen, sondern kuckt mal die Sendung mit der Maus in deutscher Sprache. Lasst eure Frauen Deutsch lernen, lasst eure Frauen auch mal allein aus dem Haus gehen.“

Es ist ein unhaltbarer Zustand, wenn türkische und arabische Frauen nach 40 Jahren in Deutschland immer noch kein Wort Deutsch können und dann nur mit Dolmetschern, mit ausdrücklicher Erlaubnis des Ehemannes und in männlicher Begleitung zum Arzt oder zur Familienhilfe gehen dürfen.

Die türkischen und arabischen Eltern brauchen meiner eigenen langjährigen Erfahrung nach von den deutschen  LEHRERN und von der deutschen POLITIK eine derartige klare Ansage! Sie kommen alle aus Ländern, in denen den Ratschlägen und Anweisungen der geistlichen und weltlichen Autoritäten Folge geleistet wird, und brauchen deshalb auch in Deutschland – dem Land ihrer Wahl, in dem sie nicht gezwungenermaßen leben – klare Leitplanken. Deutschland muss Forderungen stellen.

Natürlich – wenn Türken Deutschland nur als einen Parkhafen oder temporären Unterstand betrachten sollten, in dem man sich aufhält und seine extraterritoriale Türkei ausbreitet und sich nicht um die Landessprache Deutsch oder gar um den Staat Deutschland schert, dann sollten wir klar sagen: „Das wollen wir nicht. Wir wollen keine extraterritoriale Klein-Türkei in Deutschland. Wir wollen in einzelnen Stadt- oder Landesteilen, in einzelnen Schulen nicht de facto von der Türkei übernommen werden.“

So etwa äußert sich gelegentlich der Bundesvorsitzende der Grünen, Özdemir, der ja seit seiner Übersiedlung nach Kreuzberg in allen seinen Äußerungen zur Integrationspolitik einen erstaunlichen Realitätssinn beweist.

Bitte nicht so viel Geschwurbel und Geschwafel wegen „interkultureller Kompetenzen“ und „multikultureller Gesellschaft“!

Zurück zu Bilkay Öney (früher Grüne, jetzt SPD)! Ist sie eine Rassistin? Nein. Ist sie ministrabel? Auch nein. Als Integrationsministerin kann sie nicht so reden, wie sie redet. Es ist inhaltlich dünn, wie Memet Kilic (Grüne/CHP) heute in der WELT auf S. 8 zu recht hervorhebt. Öney wäre eine hervorragende Bloggerin oder Karikaturistin. Sie ficht mit dem Hammer, nicht dem Florett! Lehrreich aber ist es zu sehen, mit welchen Qualifikationen in der Politik Karriere gemacht wird!

Öneys unsterbliches Verdienst ist jedoch: Sie bringt die ganze Geschwurbel- und Geschwafel-Blase zum Platzen, die die deutsche Integrationspolitik zu einer fetten Domäne der Soziologen und Politologen gemacht hat, die Millionen und Abermillionen für Forschungsprojekte und Pläne lockergemacht haben, nur um wieder und wieder nachzuweisen, dass die Türken so furchtbar, so, wie soll man sagen  —  so STRUKTURELL benachteiligt sind, benachteiligt waren und benachteiligt bleiben. Öney redet Tacheles. Ihre Aussagen treffen aber in dieser Absolutheit sicher nicht zu.

Dennoch tiefempfundener Dank an Bilkay Öney, Serkan Tören, Memet Kilic und meinen Mit-Kreuzberger Cem Özdemir! Es ist alles in allem ein erfrischender Schlagabtausch, wie wir ihn sonst nur aus der türkischen Innenpolitik kennen. Bitte nicht alles so bierernst nehmen! Die Türken in der Türkei  kommen innenpolitisch so recht heftig zur Sache. Dagegen sind wir in Deutschland alles Waisenknaben, Türken wie Deutsche gleichermaßen.

Rassisten seid ihr alle nicht, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. In diesem Sinne: Hepimiz insaniz und tschüß.

Frau Öney passt nicht ins Konzept – Nachrichten Print – DIE WELT – Politik – WELT ONLINE

 Posted by at 12:20
Aug. 232011
 

Aha, eine interessante Veranstaltung findet da übermorgen statt. Da werd ich nicht fehlen!

Unterwerfung, Assimilation oder Integration des Fremden?

 

Der Historiker Dr. Christian Dettmering hat die Geschichte des Russischen Reiches im 19. Jahrhundert studiert. Er untersuchte in seiner Dissertation die damaligen Versuche Russlands, zwei als fremdartig und später auch widerspenstig erlebte Völker, die Inguschen und die Tschetschenen, in den eigenen Machtbereich zu integrieren.

 

Wie versuchte der russische Staat die „Integration“ oder „Assimilation“ der beiden Völker zu bewirken? Welche Rolle spielt die Religionspolitik gegenüber den beiden islamischen Völkern dabei? Können wir in Deutschland Lehren daraus ziehen?

 

Es wird spannend!

 

Sitzung am Donnerstag, 25.08.2011, 18 Uhr, Wirtschaft Stresemann, Stresemannstraße 48, Kreuzberg. Eintritt frei. Veranstalter: CDU Kreuzberg-West
Mehr dazu:
http://politikselbermachen.wordpress.com/2011/08/22/unterwerfung-assimilation-oder-integration-des-fremden/

 Posted by at 19:02
Aug. 032011
 

Ich sag euch, das ist irre hier in Bayern – am Ammersee, in Augsburg und überall! Das kann man sich nicht vorstellen, was hier abgeht: Fast alle Erwerbsfähigen gehen einer Arbeit nach, man grüßt sich mit Grüß Gott, herrliche Radwege umsäumen den See, die „Ausländer“ fühlen sich hier alle zugehörig, es gibt keine Parallelgesellschaften. WOW! Und ein Fahrrad-Parkhaus hat Dießen auch – etwas, was man in ganz Berlin vergeblich sucht.

Der arme Blogger staunt mal wieder über diesen grotesken, lächerlichen Arbeitsamtsbezirk Bayern-Süd: Arbeitslosigkeit bei 3%, Pflege der Natur und Landschaft vorbildlich, die „Migranten“ sind alle integriert, sprechen gutes Bayern-Deutsch! Was soll das? Entmutigend! Und zu allem Überdruss zahlt Bayern seit Jahren „solidarisch“ Milliarden und Abermilliarden Euros in den Länderfinanzausgleich, von dem wir Berliner dann unsere üppig geschmückten Parabol-Antennen, unsere Skandale und Skandälchen,  unsere dauerbenachteiligten Prinzenbad- und Bad-Boys-Parallelwelten, unsere besprühten Künstlerhäuser und alternative Lebensentwürfe finanzieren.

Wo sind hier in Bayern die staatlich umhegten Zäune für alternative Lebensentwürfe? Die staatlich alimentierten Soziotope? Alle fühlen sich hier irgendwo zugehörig!

Trotzdem könnte so etwas in wenigen Jahrzehnten auch in BERLIN zu schaffen sein. Man muss nur die Menschen ermuntern anzupacken, sich weniger auf den Staat und mehr auf die eigenen Kräfte zu verlassen. Zur Not einfach der Arbeit hinterherziehen! In der Berliner Landespolitik: aus- und aufräumen! Neue Regierungen an die Macht wählen! Sümpfe der alten Verteilungspolitik trockenlegen! Vorbilder und Leitbilder für alle schaffen!

Die bettelarmen Agrarstaatler, die Bayern haben es nach dem Krieg – auch dank der Flüchtlinge und deren Strebsamkeit –  geschafft!

Vor 65 Jahren lag Bayern darnieder, dann kamen die Millionen Vertriebenen, die aus ihren multiethnischen Staaten (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, UdSSR) rausgeschmissenen Deutschen aus dem europäischen Osten! „Pack mer‘s!“ lautete das Leitwort. Es klappte wunderbar!

 Posted by at 12:38