Las Lea Mendelssohn Bartholdy Homer auf Griechisch?

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Juli 262026
 

Bild: Die Gräser im Walde sie ruhen und nicken die Köpfchen angestrahlt von des Helios wärmenden Strahlen am Wannsee gestrigen Tages doch währt ihr Leben wenn’s hochkommt 70 Tage keinen Tag länger

Vor einer Woche schauten wir dankbar, hocherfreut und beglückt den Film The Odyssey von Christopher Nolan an; lange noch schwang dieses packende Erlebnis in mir nach, und auf Schritt und Tritt entdecke ich nun im Alltag Gedächtnisspuren, Anklänge und Querverbindungen. Homer, von dem ich Häppchen seit Jahrzehnten immer wieder auch auf Griechisch lese, lugt mir dieser Tage hinter jedem Grashalm, hinter jedem Baum, hinter jeder Zeile hervor!

Und hier kommt nun meine Frage des Tages an die KI von Gemini:

Konnte Lea Mendelssohn Bartholdy, geborene Lea Salomon (177-1842), die Mutter Fanny Hensels, wirklich Homer im Original lesen, wie es Annette Maurer in ihrer Ausgabe ausgewählter Lieder von Fanny Hensel berichtet?

Siehe: Annette Maurer: Vorwort zu: Fanny Hensel (1805–1847) Ausgewählte Lieder Band 2, Hrsg. von Annette Maurer, Breitkopf und Härtel, oJ. o.O., S. 3-7, hier S. 7

Die genannte Frage beschäftigte mich im Rahmen meiner Befassung mit Vertonungen von Goethes Gedichten (etwa durch Carl Friedrich Zelter, Fanny Hensel und Franz Schubert).

Und diese Antwort spuckte mir Gemini ohne zu zögern nach wenigen Sekunden aus dem Gehege seiner Schaltkreise soeben aus:

Ja, historischen Quellen und biographischen Überlieferungen zufolge konnte Lea Mendelssohn Bartholdy (1777–1842) tatsächlich Homers Epen im altgriechischen Original lesen. [1]

Bildung und Sprachkenntnisse

Die aus der einflussreichen jüdischen Familie Salomon/Itzig stammende Lea Mendelssohn erhielt eine für Frauen ihrer Zeit und ihres Standes außergewöhnlich umfassende und elitäre Privatbildung. [1, 2]

  • Alte und moderne Sprachen: Neben Deutsch beherrschte sie fließend Französisch, Englisch und Italienisch. [1]
  • Klassische Bildung: Zudem erhielt sie Unterricht in den alten Sprachen, was ihr die Lektüre griechischer Klassiker wie Homer ermöglichte. [1]
  • Künstlerisches Talent: Sie war zudem eine hervorragende Pianistin und prägte die musikalische Erziehung ihrer berühmten Kinder Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy maßgeblich. [1, 2]

Genauere Informationen zu ihrem Leben und den Quellen finden Sie in der Staatsbibliothek Berlin sowie im Porträt bei BR-Klassik. [1, 2]

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„Überfüllte Musik…“, hä?

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Juli 252026
 

Was meinte Goethe damit in seinem hier im Schöneberger Blog zitierten Brief an Zelter vom 6. Juni 1825? Entsprach dies seiner Kritik etwa an Schuberts Vertonungen seiner Gedichte?

Genau diese Frage stellte ich soeben einer KI, hier Gemini in der kostenlosen Version. Und dies ist die Antwort, die mich innerhalb von 12 Sekunden erreichte:

Mit dem Begriff „überfüllte Musik“ meinte Johann Wolfgang von Goethe in seinem Brief an Carl Friedrich Zelter vom 6. Juni 1825 eine Kompositionsweise, bei der die Musik zu komplex, überladen und klanglich zu dominant wird, sodass das gesungene Wort und das dichterische Gedicht völlig in den Hintergrund gedrängt werden. [1, 2, 3]

Obwohl dieses Zitat oft als Paradebeispiel für Goethes Distanz zur aufkommenden Romantik angeführt wird, war es keine direkte Kritik an Franz Schubert.

Was meinte Goethe mit „überfüllter Musik“?

Goethe vertrat eine klassische, wortzentrierte Ästhetik des Liedes. Für ihn musste die Musik dem Gedicht dienen. Sie sollte den Text lediglich tragen, rhythmisieren und emotional untermalen, ohne ihn zu übertönen. Zelters schlichte Vertonungen im Stile der Berliner Liederschule entsprachen genau diesem Ideal. [1, 2, 3, 4, 5]

Als „überfüllt“ empfand Goethe Musik, die:

  • Zu viele harmonische Modulationen nutzte
  • Die Singstimme durch eine übermäßig komplexe und virtuose Klavierbegleitung erdrückte
  • Das lyrische Kunstwerk in ein rein instrumentales Spektakel verwandelte

Richtete sich die Kritik gegen Schubert?

Nein, zumindest nicht direkt oder bewusst.

  • Kein Namensbezug: Schubert wird in diesem Brief überhaupt nicht erwähnt. Goethes Klage war kulturkritisch und allgemein auf die zeitgenössische, moderne Musikentwicklung (wie die von Carl Maria von Weber oder dem späten Beethoven) bezogen. [1, 2]
  • Goethes Ignoranz gegenüber Schubert: Goethe hat Schuberts Genie schlichtweg lange Zeit nicht erkannt. Als Schubert ihm Jahre zuvor (1816) ein Heft mit Vertonungen (darunter Erlkönig) schickte, sandte Goethe es kommentarlos zurück. [1, 2]
  • Das Schubert-Missverständnis: Schuberts Lieder – in denen das Klavier eine gleichwertige, dramatische Rolle einnimmt und die Stimmung malend mitträgt (wie das Surren des Spinnrades in Gretchen am Spinnrad) – entsprachen zwar genau dem, was Goethe theoretisch als „überladen“ oder „überfüllt“ abgelehnt hätte. Doch es gibt keinen Beleg dafür, dass er Schubert zum Zeitpunkt des Briefes 1825 intensiv genug wahrgenommen hatte, um ihn gezielt damit zu meinen. Erst ganz spät in seinem Leben, als er die Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient mit Schuberts Erlkönig hörte, soll Goethe das Stück tief bewegt anerkannt haben. [1]

Meine unmittelbare Antwort an die KI Gemini ist: Diese Antwort entspricht genau meinem bisherigen Kenntnisstand. Ich halte sie für präzise, gut belegt, und in unseren Zusammenhang hier im Blog völlig ausreichend. Vielen Dank an die menschliche Intelligenz all derer, die die KI gebastelt haben. Läuft!

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Alles „super“, „mega“, „cool“, „krass“, „fett“, „geil“…?

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Juli 242026
 

Das ständige Beschwören des Exzeptionellen, des Einzigartigen, Überragenden auch bei alltäglichsten Erscheinungen durch Wörter wie mega, super u. dgl., und zugleich das rasche Abtun, die Unfähigkeit, sich länger beharrlich auf eine und nur eine Handlung, eine und nur eine Person zu richten – also dieses heute doch recht weit verbreitete, von vielen Grundschullehrern beklagte Aufmerksamkeitsstörungsyndrom (ADHS) wird offenbar bei unseren jungen Leuten durch eine Überfülle an Kommunikationsmedien wie Smartphone, Tablet, PC usw. verstärkt.

Goethe fiel das auch schon auf; er schreibt am 6. Juni 1825 in seinem Brief an Carl Friedrich Zelter:

(…) Ich kann nicht schließen ohne jener überfüllten Musik nochmals zu gedenken; alles aber, mein Theuerster,[215] ist jetzt ultra, alles transcendirt unaufhaltsam, im Denken wie im Thun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff den er bearbeitet. Von reiner Einfalt kann die Rede nicht seyn; einfältiges Zeug gibt es genug.

Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen; Reichthum und Schnelligkeit ist was die Welt bewundert und wornach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Facilitäten der Communication sind es worauf die gebildete Welt ausgeht, sich zu überbieten, zu überbilden und dadurch in der Mittelmäßigkeit zu verharren. Und das ist ja auch das Resultat der Allgemeinheit, daß eine mittlere Cultur gemein werde, dahin streben die Bibelgesellschaften, die Lancasterische Lehrmethode, und was nicht alles.

Zitiert nach: Goethes Werke. Weimarer Ausgabe / Sophien-Ausgabe. Herausgegeben im Auftrag der Großherzogin Sophie von Sachsen. IV. Abtheilung: Goethes Briefe. 39 Band. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1907, Seite 216

http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1825

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Juli 212026
 

Ein Diktat? Wie bitte? Wollen wir ein DIKTAT beginnen? Jetzt soll ich etwas in den neuen Mac diktieren? Hey, ich kenne mich mit dem neuen Mac nicht aus, aber versuchen will ich es. Gut! Ich werde etwas diktieren, und zwar möchte ich berichten über eine herrliche Veranstaltung, die wir kürzlich erlebt haben. Sie hieß: DNIPRO.

Dnipro, das waren Augenblicke, gelebt im Fegefeuer, gelebt im Paradiese. Zu Beginn spielten die drei Musiker vom Trio Voyage – die Geigerinnen Viktoria Stahlberg und Alvina Lahyani, Pavlo Feniuk am Bajan – ein Prunkstück der spanischen Musik. Sie spielten España cañí, und man hörte, man spürte in diesem Paso doble sofort die Poesie, ich weiß nicht wie… war es nicht die

poesía en flor,
esta España de mujeres bellas
con fuego en los ojos
que enciende pasión?

Ich sah sofort dieses Feuer aufblitzen.

Diese Flamme war entfacht! Gleich mit dem Schlussakkord begrüßte Alvina das Publikum mit wohlgesetzten Worten an den Ufern des Dnipro; der Dnipro, das ist ja ein Schicksalsfluss wie kein zweiter. Nicht nur für die Ukraine, sondern auch für Moskaus Machtbereich, für Weißrussland, Litauen und auch Polen. Sich umwendend fragte Alvina die Lyrikerin Zlata Zhuravlova: „Was bedeutet der Dnipro für dich?“ .

Zlata erzählte, dass sie dort am Dnipro, oder Dnjepr, wie er in deutschen Atlanten noch meist genannt wird, wie viele andere Bewohner der Stadt Dnipro (früher: Dnjepropetrowsk), ihre schönsten und beeindruckendsten Jugenderlebnisse hatte. Besonders hob sie das Meer hervor, zu dem der Fluss sich dort erweitert. Es ist natürlich kein richtiges Meer, aber doch eine künstlich herbeigeführte Ausbuchtung, die bis zu zwei Kilometer breit ist, die also an ein Meer, ein echtes Mehr-als-nur-ein Fluss, erinnert. In Dnipro gibt es auch die längste durchgehende Fußgänger- und Uferpromenade in ganz Europa! Sie erstreckt sich entlang des rechten Ufer des Flusses Dnipro über eine Gesamtlänge von 23 km!

Zlata fragte Alwina: „Woher stammst du eigentlich?“ – „Aus Kyjiw!“ – „Wirklich? Das ist schön. Dazu habe ich Gedicht geschrieben!“ Dann lass Zlata ihr Gedicht Kyiw vor. Wir zitieren:

Kyiw

Ich spaziere durch Zoloti
und versuche mir vorzustellen, ,
wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich eine Kiewerin
und nicht einfach nur ein Mensch wäre
.

und sie versetzte sich wirklich in das Gefühl hinein, dass die Kyiwer wohl empfinden, wenn sie Ihren Stolz auf diese Stadt ausdrücken.

Wie schaut es aber nun in Berlin aus? Gute Frage! Auch über Berlin hat Zlata Zhuravlova, die in Berlin lebt, ein Gedicht geschrieben. Erstaunlich war es, dass sie sagte

Berlin

Menschen kommen hierher,
um sich zu verstecken.
Im Zentrum der Welt. An der Oberfläche.
Genau hier. Genau jetzt.
Um sie selbst zu werden.
Sie probieren neue Rollen. Masken. Schuhe.


Ein sehr spannender Blick auf Berlin, gesehen mit den Augen einer zugewanderten Lyrikerin!

Es folgte dann der erste lyrische Höhepunkt des Abends, nämlich das Gedicht Train. Es fängt alltägliche Wahrnehmungen in einem Bahnhof ein. Der Blick heftet sich an einen Menschen, der einen Koffer über Treppen trägt und irgendwelche Aufgänge und Untergänge sucht. In dem Koffer befinden sich viele Bücher und in den Büchern seine Welten. Leider gibt es diese Welten nur in den Büchern. Und das Gedicht endet mit den traurigen Zeilen

Сходів і заходів безліч,
безліч було історій
у книгах-томах — поруч.
Шкода, але не в ньогом
бо в нього вдома нікого,
бо в нього немає дому. 

es gab viele Treppen und Aufgänge,
viele Sonnenauf- und untergänge
und Geschichten: in den Büchern,
Bänden – überall.
Aber leider nicht bei ihm.
Denn daheim wartete niemand.
Denn er hatte kein zu Hause.

Und so war neben dem Feuer in den Augen der Schönen, neben der Weite des Meeres noch das dritte Grundthema dieses in der Tat unerschöpflichen musikalisch-lyrischen Nachmittags angeschlagen: die Ruhelosigkeit, die Entwurzelung, der Schmutz und die Schutzlosigkeit.

Und somit ist dieses erste Diktat im Mac abgeschlossen. Es entbehrt jeder Schönheit und Professionalität. Aber es war mir diesen tastenden Versuch wert. Und es wird weitere Diktate zum Thema Dnipro geben.

Zitate:
Alfredo Corral Moraleda: Letra del paso doble
https://es.wikipedia.org/wiki/Espa%C3%B1a_ca%C3%B1%C3%AD

Zlata Zhuravlova: Vorspiel Прелюдія. Gedichte Вірші. Aus dem Ukrainischen von Nadiia Telenchuk. KLAK Verlag, Berlin 2026, S. 17, S. 15, S. 36-37
https://www.klak-verlag.de/product/zhuravlova-zlata-vorspiel-%d0%bf%d1%80%d0%b5%d0%bb%d1%8e%d0%b4%d1%96%d1%8f-gedichte-%d0%b2%d1%96%d1%80%d1%88%d1%96/

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Was ist der Unterschied zwischen Sozialismus und Sozialstaat? Rosa Luxemburg und Stefan Evers im Dialog über Pflichten und Rechte der Bürger

 Pflicht, Schöneberg, Solidarität, Sozialismus, Sozialstaat, Staatssozialismus, Verwöhnt  Kommentare deaktiviert für Was ist der Unterschied zwischen Sozialismus und Sozialstaat? Rosa Luxemburg und Stefan Evers im Dialog über Pflichten und Rechte der Bürger
Juli 142026
 

Damit alle in der Gesellschaft den Wohlstand genießen können, müssen alle arbeiten. Nur wer irgendeine nützliche Arbeit für die Allgemeinheit verrichtet, sei es Handarbeit oder Kopfarbeit, darf beanspruchen, daß auch er Mittel zur Befriedigung seiner Bedürfnisse von der Gesellschaft zugewiesen bekommt.“ So äußerte sich die Berliner Politikerin Rosa Luxemburg in ihrem Aufsatz Die Sozialisierung der Gesellschaft, erstmals erschienen in:  Die junge Garde (Berlin), Nr. 2 vom 4. Dezember 1918

Wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft etwas zurückgeben – zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten.“ So wird der Berliner Politiker Stefan Evers in der B.Z. am 13. Juli 2026 auf S. 3 zitiert.

Zwei unterschiedliche Berliner Politiker, zwei unterschiedliche Ansichten, jedoch zwei ähnliche Forderungen! Schauen wir’s uns genauer an! Sind beide – Stefan Evers wie Rosa Luxemburg – in ihrem Blick auf die gesellschaftliche Pflichten etwa Kommunisten?

Eines ist klar: Rosa Luxemburg beharrt unerschütterlich auf der allgemeinen Arbeitspflicht für alle. In einer wahrhaft freien – also sozialistischen – Gesellschaft, so führt sie hier aus, kommt zuerst die Pflicht des einzelnen gegenüber der Gesellschaft, erst danach entsteht auch der Anspruch des einzelnen auf soziale Absicherung in Zeiten der Not. Dabei zeigt Luxemburg sich sehr großzügig gegenüber den wirklich Arbeitsunfähigen. Sie schreibt: „Allgemeine Arbeitspflicht für alle Arbeitsfähigen, wovon natürlich kleine Kinder sowie Greise und Kranke ausgenommen sind, ist in der sozialistischen Wirtschaft eine Selbstverständlichkeit.“ 

Anders denkt der erfahrene Politiker Stefan Evers! In der Bundesrepublik Deutschland, diesem gerühmten Sozialstaat, und insbesondere im Stadtstaat Berlin – so erkennt er mit untrüglich geschärftem Blick – verlangen alle Bürger zunächst einmal eine Vorleistung vom Staat; der Staat ist Anspruchsgegner, er hat alles zu tun, damit alle Menschen, die hier leben, volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben genießen können. „Staat! Schaffe gute Schulen – dann lernen wir!“ „Staat! Schaffe Arbeitsplätze – dann arbeiten wir!“ Dieses Grundmuster zieht sich durch Gazetten und Journale, durch Gassen, Straßen und Online-Kanäle im Osten wie im Westen Berlins.

Eine sittliche, geschweige denn eine rechtliche Pflicht des einzelnen, etwas zum Gelingen der Gesellschaft beizutragen, besteht in der Bundesrepublik Deutschland, diesem allseits gerühmten Sozialstaat nicht, und schon gar nicht im Bundesland Berlin. Ganze Heerscharen von Politikern, Juristen, Lobbyisten, Sozialverbänden untermauern mit allen Kräften Tag um Tag diesen Vorrang des Anspruches auf Existenzsicherung, auf Lebensglück, welchen der einzelne gegenüber dem Sozialstaat erheben darf und soll.

Der sehr vorsichtig unterbreitete Vorschlag des Berliner Senators Stefan Evers, dass Leistungsempfänger doch auch etwas als Gegenleistung erbringen sollten, stößt überwiegend auf Ablehnung – geäußert vor allem durch die mächtigen Heerscharen von Politikern, Juristen, Lobbyisten, Sozialverbänden, Journalisten.

Ein Beispiel! Die taz berichtet:

Damiano Valgolio, arbeitspolitischer Sprecher der Linken, hält die Idee für einen „rechtspopulistischen Vorschlag“, der rechtlich „völliger Quatsch“ sei. Es sei in Deutschland nicht möglich, Menschen zur Arbeit zu zwingen. „Die CDU macht das, was sie am besten können. Runtertreten auf die Bürgergeldempfänger, die sie eigentlich wieder zurück in Arbeit bringen sollte.“

Da ist es! Die CDU soll also die Bürgergeldempfänger wieder in Arbeit bringen. Muss man nicht verstehen. Wieso ausgerechnet die CDU?

Die so unterschiedliche Argumentation einer Rosa Luxemburg, eines Damiano Valgolio und eines Stefan Evers lässt den Unterschied zwischen dem ideal erträumten Sozialismus und unserem real existierenden Sozialstaat scharf hervortreten.

Ich selber stehe übrigens mehr auf der Seite von Rosa Luxemburg, nicht auf der der Linken. Ich meine: Ja, es gibt Pflichten des einzelnen gegenüber der Gemeinschaft. Oben im Foto die schmutzigen Arbeitshandschuhe, die ich mir einmal bei einer Platzputzaktion in Schöneberg verdient habe. Es war ein gutes Gefühl, auch einmal etwas zurückzugeben, ohne rechtlich dazu verpflichtet zu sein.

Es lohnt sich – für alle.

Und hier geht’s zur Arbeitspflicht für alle:

https://www.rosalux.de/stiftung/rosa-luxemburg-1/die-sozialisierung-der-gesellschaft

https://taz.de/CDU-Spitzenkandidat-Stefan-Evers/!6195652

 Posted by at 17:38