Juli 252026
 

Was meinte Goethe damit in seinem hier im Schöneberger Blog zitierten Brief an Zelter vom 6. Juni 1825? Entsprach dies seiner Kritik etwa an Schuberts Vertonungen seiner Gedichte?

Genau diese Frage stellte ich soeben einer KI, hier Gemini in der kostenlosen Version. Und dies ist die Antwort, die mich innerhalb von 12 Sekunden erreichte:

Mit dem Begriff „überfüllte Musik“ meinte Johann Wolfgang von Goethe in seinem Brief an Carl Friedrich Zelter vom 6. Juni 1825 eine Kompositionsweise, bei der die Musik zu komplex, überladen und klanglich zu dominant wird, sodass das gesungene Wort und das dichterische Gedicht völlig in den Hintergrund gedrängt werden. [1, 2, 3]

Obwohl dieses Zitat oft als Paradebeispiel für Goethes Distanz zur aufkommenden Romantik angeführt wird, war es keine direkte Kritik an Franz Schubert.

Was meinte Goethe mit „überfüllter Musik“?

Goethe vertrat eine klassische, wortzentrierte Ästhetik des Liedes. Für ihn musste die Musik dem Gedicht dienen. Sie sollte den Text lediglich tragen, rhythmisieren und emotional untermalen, ohne ihn zu übertönen. Zelters schlichte Vertonungen im Stile der Berliner Liederschule entsprachen genau diesem Ideal. [1, 2, 3, 4, 5]

Als „überfüllt“ empfand Goethe Musik, die:

  • Zu viele harmonische Modulationen nutzte
  • Die Singstimme durch eine übermäßig komplexe und virtuose Klavierbegleitung erdrückte
  • Das lyrische Kunstwerk in ein rein instrumentales Spektakel verwandelte

Richtete sich die Kritik gegen Schubert?

Nein, zumindest nicht direkt oder bewusst.

  • Kein Namensbezug: Schubert wird in diesem Brief überhaupt nicht erwähnt. Goethes Klage war kulturkritisch und allgemein auf die zeitgenössische, moderne Musikentwicklung (wie die von Carl Maria von Weber oder dem späten Beethoven) bezogen. [1, 2]
  • Goethes Ignoranz gegenüber Schubert: Goethe hat Schuberts Genie schlichtweg lange Zeit nicht erkannt. Als Schubert ihm Jahre zuvor (1816) ein Heft mit Vertonungen (darunter Erlkönig) schickte, sandte Goethe es kommentarlos zurück. [1, 2]
  • Das Schubert-Missverständnis: Schuberts Lieder – in denen das Klavier eine gleichwertige, dramatische Rolle einnimmt und die Stimmung malend mitträgt (wie das Surren des Spinnrades in Gretchen am Spinnrad) – entsprachen zwar genau dem, was Goethe theoretisch als „überladen“ oder „überfüllt“ abgelehnt hätte. Doch es gibt keinen Beleg dafür, dass er Schubert zum Zeitpunkt des Briefes 1825 intensiv genug wahrgenommen hatte, um ihn gezielt damit zu meinen. Erst ganz spät in seinem Leben, als er die Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient mit Schuberts Erlkönig hörte, soll Goethe das Stück tief bewegt anerkannt haben. [1]

Meine unmittelbare Antwort an die KI Gemini ist: Diese Antwort entspricht genau meinem bisherigen Kenntnisstand. Ich halte sie für präzise, gut belegt, und in unseren Zusammenhang hier im Blog völlig ausreichend. Vielen Dank an die menschliche Intelligenz all derer, die die KI gebastelt haben. Läuft!

 Posted by at 11:11

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