
Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden.
So stellte es lapidar Ingeborg Bachmann in ihrem Gedicht ALLE TAGE fest.
Ist dem so? Darüber müssen wir reden, und deshalb laden wir zum philosophischen Gespräch ein:
Aus endlosen Fortsetzungskriegen zum ewigen Frieden? Rückfragen an Immanuel Kant
1795 veröffentlichte Kant seinen philosophischen Entwurf Zum ewigen Frieden. Im selben Jahr wurde Polen als Staat durch seine drei Nachbarn von der Landkarte gefegt. Ganz Europa war in wechselnden Bündnissen durch ein Geflecht aufeinander folgender Kriege miteinander verkettet; etliche Staaten kämpften um ihren Fortbestand.
Was schlägt Kant vor, um einen solchen Zustand ständiger Nachfolgekriege und wechselseitiger Vernichtungsdrohungen, der ja in vielem der heutigen Weltlage ähnelt, zu beenden?
Wir erarbeiten an diesem Abend ein Grundverständnis von Kants kurzer Schrift, äußern Fragen und Hypothesen zu ausgewählten Texten, vergleichen 1795 mit 2026 und wagen uns – so steht zu hoffen – an Vorschläge wo nicht zum „ewigen“, so doch zu einem gerechten, dauerhaften Frieden.
Einführung in Kants Entwurf und Moderation der Kleingruppenarbeit: Johannes Hampel
Empfohlene Textausgabe: Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. Herausgegeben von Rudolf Malter. Reclam Verlag, Stuttgart 2022, € 5,20
Zeit: 10. April 2026, 19.00 – 21.00 Uhr
Ort: Salon Feurig. Bei KONTAKTE KOHTAKTbI. Feurigstr. 68, 10827 Berlin-Schöneberg
Eintritt frei. Anmeldung erbeten über: johannesrhampel@gmail.com
Vorschau auf weitere Treffen im Salon Feurig:
20. April 2026, 19.00 Uhr: Es lebe die ukrainische Sprache! Märchen, Poesie, Politik.
30. April 2026: 19.00 Uhr: Mit Musik in den Mai. Gemeinsames Singen in mehreren Sprachen, Musizieren mit allerlei Instrumenten. Ohne Strom. Ohne Lautsprecher. Alles selbstgemacht.
Zitatnachweis: Ingeborg Bachmann: ALLE TAGE, zitiert nach: KRIEG, FLUCHT, VERNICHTUNG, in: Der ewige Brunnen. Deutsche Gedichte aus zwölf Jahrhunderten. Gesammelt und herausgegeben von Dirk von Petersdorff. C. H. Beck, München 2023, S. 919-956, hier: S. 952