„Dobri ljudi u vremeni zla“ – das, liebe Kinder, ist Serbisch, und das ist zu Deutsch: „Gute Menschen in der Zeit des Bösen„. Ein schöner Buchtitel von Svetlana Broz. Ist doch besser als jenes abgelatschte „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“, mit dem sich jede kollektive Schurkerei und jede höchtpersönliche Eselei rechtfertigen lässt. Letzteren Satz bekam ich von den Alt-68ern so oft um die Ohren geknallt! Damit wurde alles und nichts begründet, jeder und keiner beschuldigt.
Wohnraum: ein wichtiges Gut zentralstaatlicher Steuerung!
Interessante Zahlen treffen in diesen Tagen zur Bewirtschaftung des Wohnraums durch den treusorgenden Staat ein!
Der Staat traut es den Menschen nicht zu, mit einem gewissen Geldbetrag eigenverantwortlich umzugehen. Stattdessen wird akribisch der Bedarf für einzelne Ausgabenarten ermittelt und dann nach einem festen Schlüssel zugewiesen. Lest zunächst die neueste Volksbeglückungsnachricht:
Unterkunftskosten: Höhere Warmmieten-Zuschüsse für Berlins Hartz-IV-Empfänger – Aktuelle Nachrichten – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin
Nach den neuen Richtwerten steigt der Heizkostenzuschuss für eine Person in einer 50 Quadratmeter Wohnung von 378 Euro auf im Schnitt 394 Euro. Dabei liegt der Zuschuss bei Heizöl bei 398 Euro, für Erdgas bei 389 Euro und bei Fernwärme bei 408 Euro. Ein Zwei-Personen-Haushalt mit maximal 60 Quadratmetern bekommt künftig für die Bruttowarmmiete statt 444 Euro durchschnittlich 472,50 Euro, drei Personen 578 Euro (statt 542), vier Personen 665 Euro (statt 619) und fünf Personen 766 Euro (statt 705). Einer dreiköpfigen Bedarfsgemeinschaft stehen in Berlin 75 Quadratmeter zu, vier Personen dürfen 85 Quadratmeter bewohnen und eine fünfköpfige Familie 97 Quadratmeter. Für jede weitere Person kommen 12 Quadratmeter dazu.
Interessant sind die aktuellen Richtwerte der Wohnungsgrößen für Menschen, die nicht vom selbstverdienten Geld leben:
1 Person: max. 50 Quadratmeter
2 Personen: max. 60 Quadratmeter
3 Personen: max. 75 Quadratmeter
4 Personen: max. 85 Quadratmeter
5 Personen: max. 97 Quadratmeter
Im Vergleich:
Sowjetunion 1928:
Jedem Sowjetbürger durften nicht mehr als 8 qm Wohnfläche zur Verfügung stehen (Quelle: J. Baberowski, Verbrannte Erde, München 2012, S. 148f). Eine 5-Personen-Familie durfte über einige Jahrzehnte hinweg nicht mehr als 40 qm bewohnen.
Das war auch in der Tat so, das haben mir ehemalige Sowjetbürger bestätigt.
Ein deutscher alleinstehender Arbeitsloser, der in einer 1-Zimmer-Wohnung lebt, hat also Anspruch auf mehr Wohnraum als eine sowjetische Durchschnittsfamilie insgesamt bis in die 60er Jahre hinein hatte.
DDR:
Einer 5-Personen-Familie standen durchschnittlich 85 qm zur Verfügung (Quelle: J. Gauck, Winter im Sommer, München 2011, S. 121)
Zugleich stehen derzeit in Berlin 130.000 Wohnungen (7,5% aller Wohnungen) leer – allem Geunke von Verdrängung und Mietsteigerungen zum Trotz. Durch höhere Heizkostenzuschüsse verhindert der Staat, dass Umzüge in billigere leerstehende Wohnungen notwendig werden. Der enorme Leerstand an Wohnungen bleibt bei konstanten Bevölkerungszahlen erhalten, die Mieten steigen also dank staatlicher Zuschüsse stärker an, als dies ohne die Heizkosten-Zuschüsse der Fall wäre.
Die zentral steuernde Politik des Berliner Senats wirkt preissteigernd auf den Mietenmarkt ein. Sie lähmt erneut wie in zahlreichen anderen Fällen die Eigenkräfte der Bedürftigen, entmutigt sie, selbst auf die Suche nach einem gangbaren Weg zu gehen.
Der Berliner Senat verzerrt – wie schon seit Jahrzehnten – das ausgleichende Spiel von Angebot und Nachfrage. Wir leben weiterhin in einem stark staatsgläubigen, auf zentrale Steuerung und abfedernd-erstickende Fürsorge bedachten Bundesland. Der einzelne Mensch kann wenig – die Politik des Bundeslandes Berlin kann fast alles – und die Geber-Bundesländer müssen weiterhin für uns zahlen. Das ist die Formel des ungebrochenen Vulgärsozialismus, der die Berliner Landespolitik durchzieht.
Im Durchschnitt steht heute jedem Bundesbürger doppelt so viel Wohnraum zur Verfügung wie 1990. Was bedeutet das für die Klimapolitik? Fast 40% der Klimakiller werden aus den Heizungen in die Luft geblasen. Schon mal drüber nachgedacht, liebe Klimaretter?
Von den 40,5 Millionen Wohnungen in Deutschland stehen 3,5 Millionen leer; Leerstandsquote: 8,6%, Steigerung gegenüber Vorjahr: 0,6% (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Trotz aller Abrisse steigt der Wohnungsleerstand in Deutschland an. Nur dank staatlicher Bemutterung und dank staatlicher Eingriffe in den Mietenmarkt können die Mieten in einzelnen begehrten Lagen so stark steigen, wie sie dies ja auch tatsächlich tun.
Gerade Kreuzberg mit seinem exorbitant hohen Hilfe-Empfänger-Anteil verzeichnet besonders starke Mietenanstiege, die nur dadurch zu erklären sind, dass der Staat immer mehr Geld direkt in die Wohnraumversorgung steckt und somit den Mietenanstig stützt.
Der Staat finanziert mit öffentlichem Geld den hohen Standard der Wohnraumversorgung in Kreuzberg. Der Staat ist unbeabsichtigt ein Preistreiber bei den Mieten. Staatliche Preistreiberei bei den Mieten, weitere Entmündigung der Sozialklientel, Wählerstimmen im Gegenzug für wettbewerbsverzerrende Geschenke der öffentlichen Hand an selbsternannte Mündel der bemutternden Politik – dieses uralte Rezept, das noch aus Mauerzeiten stammt, geht in Berlin weiterhin auf. Wohl bekomm’s!
Eine wirklich intelligente Politik würde wirtschaftliche Anreize schaffen, in weniger gefragte Lagen umzuziehen, in denen das Mietniveau niedriger ist. Der Staat könnte z.B. mehr Verwaltungs-, Kunst- und Bildungseinrichtungen in ländlichen, unterentwickelten Räumen schaffen, wo oft 30 oder 40% der Wohnungen leerstehen. Beschäftigung schafft Zuzug! Zuzug schafft Mieter, Wegzug der Arbeitslosen hin zu neuer Beschäftigung würde den Berliner Mietenmarkt dämpfen.
Aber nein. Besitzstandswahrung ist das überragende Gebot der aktuellen Politik – und wenn jemand etwas anderes verlangt, kann er allenfalls Sonntagspredigten halten.
Löblich: Radfahren im Berliner Frühling … mit runderneuerter Verkehrsmoral
Beredte Klage über den berittenen Kleinkrieg der PS-Helden und Radl-Rowdies in der redlich gut gemachten Reportage:
radioeins – Radfahren im Berliner Frühling
Radl-Rowdies – ich mag es schon fast nicht mehr hören … ts ts tsss.
Lieber trete ich für eine runderneuerte Verkehrsmoral ein! Besonders der Kinder wegen. Unter 20 Radfahrern halten immer einige auch bei Rot an, strecken immer einige auch den Arm beim Abbiegen raus, achten immer einige auch auf achtlos abbiegende Kfz (letztere sind die größte Gefahrenquelle). – Die Träger der guten Verkehrsmoral müssen mehr werden. Sie sind die Künder und Mehrer des guten Radverkehrs.
Sonst lohnt sich ja der Kampf für Radlerampeln und Radfahrstreifen überhaupt nicht. Wir müssen die Radler loben, die sich an die Verkehrsregeln halten, dann werden es auch mehr. Dann können die Kinder sehen: „Ja, sogar die Erwachsenen halten sich an die Verkehrsregeln, nicht nur wir Kinder. Sogar die erwachsenen Radfahrer halten bei Rot, fahren nicht in entgegengesetzter Richtung. Sogar die Erwachsenen verhalten sich im Straßenverkehr höflich, rücksichtsvoll. Das Vorbild der Kinder, unser Vorbild wirkt also.“ Löblich.
Überhaupt sollten wir mehr loben!
Loben? Ich tu’s einfach mal: Am Bahnhof Südkreuz in Berlin stehen neuerdings vorbildliche Fahrrad-Abstellanlagen. All das Suchen und Sorgen um einen Abstellplatz hat nun ein End! Deutsche Bahn, das ist sehr löblich!
P.S.: Bitte beachtet meinen sündhaft teuren neuen italienischen (?) Fahrradhelm von Giro. Ich bekenne, er war sauteuer. Aber er passt modisch hervorragend zu meinen roten Satteltaschen, zu meinem schwarzen grandseigneuralen Drahtesel, zu meinem ersten Silber im Haar.
Im Zeichen von Hammer und Sichel: Verbrannte Erde

Aufregend und hochaktuell für uns Deutsche ist es, wie Baberowski die Verfolgung und Unterdrückung der islamischen Völker anreißt! In Deutschland weithin unbekannt: Es gab staatlich befohlene Zwangsentschleierungen der usbekischen, der tatarischen Frauen, die Frauen wurden als unterdrückte Opfer durch die Bolschewiki „befreit“ – und nach der „Entehrung“ oft von den eigenen Männern des Clans ausgestoßen, kollektiven Schandstrafen unterzogen. Es gab hunderte Ehrenmorde.
Die Frauen wehrten sich gegen die erzwungene Befreiung, indem sie sich bewusst re-islamisierten und re-nationalisierten: „Einen Schleier zu tragen und religiöse Bräuche auszuüben, hieß jetzt nationalen Widerstand zu leisten“ (S. 149-154, vor allem S. 153).
Bild: Sehnsucht nach Hammer und Sichel. Das Bild, das sich mir täglich beim Verlassen meines Hauses bietet.
Jörg Baberowski
Verbrannte Erde
Stalins Herrschaft der Gewalt

C. H. Beck Verlag, München 2012
ISBN-10 3406632548
ISBN-13 9783406632549
Gebunden, 606 Seiten, 29,95 EUR
Verbrannte Erde | Baberowski, Jörg | Verlag C.H.Beck Literatur – Sachbuch – Wissenschaft
O leuchtende Kraft des freien Wortes!
O leuchtende Kraft des freien, fröhlichen Wortes! Diese strahlende Macht des freien Wortes offenbart sich darin, dass man es jäh aufblitzend der Angst zum Trotz laut, kräftig und vernehmbar erschallen lässt.
So, mit derart steigernd-steigender, nicht wortlautgetreuer Begeisterung übersetze ich mir und Euch allen einen Spruch aus dem 67. Kapitel des ersten Teils des Romans Leben und Schicksal von Wassili Grossman, den ich in diesen Tagen immer wieder mit großer Dankbarkeit zur Hand nehme.
Diesen Spruch mache ich mir vollkommen zu eigen. Ich kaue ihn wie der Häftling seinen Brotkanten kaut, der im Kauen süß wird. Dieser Kanten Brot, dieses kantige Wort hilft mir über Widrigkeiten und Gefährdungen hinweg. Er stellt in der Tat eine Art Glaubensbekenntnis für mich dar.
Ich glaube in der Tat an die überragende, befreiende Macht des in Freiheit gesprochenen Wortes.
Europa wird nicht durch das Schwert zusammenkommen, wie es Wassili Grossman am eigenen Leib erleben musste. Europa wird auch nicht durch das Geld zusammenkommen, wie törichte Menschen es jetzt wieder landauf landab verkünden. Die Unterwerfung der nachfolgenden Generationen unter die zentralen Steuerungsmechanismen der Währung ähnelt einer Selbstaufgabe der Freiheit.
Die Unterjochung unter die herrischen Imperative des Geldes ist ein gefährlicher Irrweg, vor dem es Europa zu bewahren gilt. Übermäßige Staatsverschuldung, mangelnde Strukturreformen, vor allem aber ein Mangel des freien Wortes sind zusammen mit dem Glauben an die absolute Macht des mit gleichsam religiöser Inbrunst angebeteten Geldes die Ursachen für den drohenden Verlust der Handlungsfreiheit.
Die öffentliche Diskussion über den ESM ist dieser Tage in meinen Augen ein niederschmetterndes Dokument des mangelnden Zutrauens in die Freiheit des Menschen.
Das Schwert hat zu Wassili Grossmans Zeiten die europäischen Völker nicht geeint. Das Geld, die Unterwerfung der Politik unter das Geld, die Absolutsetzung der Währung droht heute Europa zu spalten.
Ich sage: Nur im freien, befreienden Wort werden die europäischen Völker zusammenfinden. Am freien Wort fehlt es in Europa, fehlt es in Deutschland. Dies werde ich gar nicht oft genug wiederholen können.
Hier könnt ihr die Fundstelle meines Goldschatzes im Wortlaut nachlesen:
Василий Гроссман. Жизнь и судьба
О, ясная сила свободного, веселого слова! Она в том и проявляется, что вопреки страху его вдруг произносят.
Bild: Hammer und Sichel kommen wieder. Ein aktuelles Wand- und Warnbild, aufgenommen gestern in Berlin-Kreuzberg, Obentrautstraße
Bedrohung der LKW durch alle Radfahrer, oder: Verkehrsmoral durch Hören und Reden heben!
Legendär, dieser 7. Sinn! Gute Sache, dass Minister Ramsauer die beliebte Serie wiederbeleben will. Sie ist nicht gestorben, sie schläft nur!
Diese Sendung ist nicht tot, sie lebt – in unseren Erinnerungen mindestens.
Ein Hauptthema des 7. Sinns müssten wir Radfahrer sein.
Idealerweise würden Radfahrer, also „Selbstkraftfahrer“, und Autofahrer, also „Fremdkraftfahrer“, miteinander reden! An allerlei Konfliktsituation entspönne sich ein heißer 20-Sekunden-Dialog, der dann durch einen belehrend-sokratischen Dialog samt Aufklärungsbotschaft ergänzt würde.
Ich habe Hunderte solche Mini-Dialoge geführt. Letztes Beispiel:
Solche Begegnungen mit Autofahrern habe ich als Radfahrer zu Hunderten gehabt. An solchen Szenen könnte man den 7. Sinn wieder zum Leben erwecken.
Was ist richtig in solchen alltäglichen Situationen? Der 7. Sinn könnte es uns sagen!
Verkehrsmoral: Ramsauer will den „7. Sinn“ wieder im Fernsehen – Nachrichten Motor – WELT ONLINE
Ermutigung. Zutrauen. Kooperation.
MIT BEIDEN SATTELTASCHEN GUT GEFÜLLT MIT DEM GEIST VON ERMUTIGUNG ZUTRAUEN UND KOOPERATION RADLE ICH HEUTE ZUR ADFC-JAHRESMITGLIEDERVERSAMMLUNG!
Vom Nationalkommunismus zum Nationalsozialismus
Концентрационный лагерь,
Zwangsrussifizierung der Ukrainer, Letten, Esten, Litauer, Zwangsitalianisierung der Slowenen und der Südtiroler, Zwangsgermanisierung der nichtdeutschen Minderheiten … die nationalistischen Programme der russischen, italienischen und deutschen Politik glichen sich im kommunistischen Russland, im faschistischen Italien, im nationalsozialistischen Deutschland mit erstaunlicher Präzision.
Ich kenne Plakate gegen Volksschädlinge in deutscher und in russischer Sprache aus den 30er Jahren, die einen von den russischen Nationalkommunisten, die anderen von den deutschen Nationalsozialisten gefertigt. Sie sind in der Bildsprache und selbst in den Slogans nicht zu unterscheiden.
Nur schweigt die Welt heute davon. Man will nichts von den Zwangsrussifizierungen, den Zwangsitalianisierungen wissen. SCHLUSS-STRICH endlich!
Wie kann man den Schlussstrich ziehen? Durch eine ganz einfache Friedensformel: Die Deutschen waren an allem schuld. Und aus, fertig, erledigt. Die Deutschen sind die Urquelle allen Übels.
Das friedliebende Italien, nicht das kriegerische Deutschland hat Albanien am 2. April 1939 militärisch überfallen und besetzt und damit gewissermaßen das miltärische Vorspiel zum 2. Weltkrieg geliefert. Vergessen! Das friedliebende Italien hat am 28.10.1940 aus eigenem Antrieb Griechenland überfallen und besetzt. Vergessen! Ein unbedeutendes Detail. Zahlen müssen und sollen heute endlich die Deutschen. Weg mit den Tatsachen. Kommunistische italienische Partisanen haben im italienischen Bürgerkrieg Pier Paolo Pasolinis Bruder ermordet. Passt nicht ins Bild. Also weg mit diesen Tatsachen. Denn sie könnten das Bild ins Wanken bringen, dass letztlich die Deutschen und nur die Deutschen an allem Bösen schuld sind.
Das ist die antideutsche Theologie oder auch Holocaust-Theologie, wie sie heute weltweit und tausendfach vertreten und gelehrt wird, vor allem auch in Deutschland selbst, aber daneben vor allem in tausenden von Filmen und Büchern über die „dunklen Zeiten“.
Bis hin zu dem Punkt, dass man sich an staatlichen deutschen Feiertagen schämt, die deutsche Sprache, die Muttersprache eines Martin Luther, Philipp von Zesen, Johann Sebastian Bach, Friedrich Schiller, Immanuel Kant, Albert Einstein, Karl Marx, Heinrich Heine, Sigmund Freud, Franz Kafka, Thomas Mann zu verwenden und stattdessen lieber Englisch oder gar nichts spricht und singt. Ist alles Deutsche böse?
Sind denn Martin Luther, Philipp von Zesen, Johann Sebastian Bach, Friedrich Schiller, Immanuel Kant, Heinrich Heine, Albert Einstein, Karl Marx, Sigmund Freud, Franz Kafka, Thomas Mann alle böse, nur weil sie Deutsche waren, die deutsche Sprache liebten und sprachen, oder im sprachlich-kulturellen Sinne als Deutsche anzusehen sind?
Stillschweigendes Motto des heutigen antifaschistischen, antirassistischen Kampfes:
a) Du sollst nicht wissen!
b) Du sollst nicht fragen!
c) Die Deutschen und nur die Deutschen haben mit ihren Helfershelfern ganz Europa verwüstet. Sie sind letztlich an allem Bösen in der europäischen Geschichte schuld.
Leo Trotzki: Gegen den Nationalkommunismus. Lehren des »Roten« Volksentscheids
„Rassismus schadet bereits in geringsten Mengen!“
Der arme Kreuzberger Blogger schloss sich heute einer Demo gegen Rassismus durch den Mehringdamm und die die Obentrautstraße an. „Was ist Rassismus?“, fragte ich eine Teilnehmerin vor dem Finanzamt Kreuzberg am Mehringdamm.
„Wenn man gegen Menschen etwas hat, nur weil sie anders sind, zum Beispiel weil sie eine andere Religion, andere Sprache, andere Hautfarbe haben.“
„Gut, dagegen bin ich auch!“, erwiderte ich. Ich bin in der Tat entschieden dagegen, dass man gegen Menschen etwas hat, nur weil sie anders sind, zum Beispiel weil sie eine andere Religion, andere Sprache, andere Hautfarbe haben!
Nun bog der Zug in die Obentrautstraße ein. Ich war neugierig, wollte mehr lernen und stellte eine zweite Frage zu dem bekannten Wandspruch im Aufgang eines Mietshauses in eben dieser Straße:
„Haltet ihr den Spruch „Yuppies raus“ für rassistisch?“
„O nein, hier geht es doch nur um den Kampf für ein lebenswertes Umfeld“, bekam ich zur Antwort. „Außerdem – wer legt fest, wer ein Yuppie ist? Du, ich, wir alle?“
„Und Juden raus? Ist das Rassismus? Und Němci ven – Deutsche raus? Und Ausländer raus? Sind das rassistische Äußerungen? “
Ich erhielt keine Antwort, der Zug zog weiter.
Mit meinen Fragen blieb ich alleine.
Da sprach mich ein älteres Ehepaar an: „Setz dich zu uns. Es hat keinen Sinn zu streiten.“
Kultur der Wertschätzung pflegen! Eine Abendmusik
Über die letzten Jahrzehnte sind mir immer wieder Störungen
im zwischenmenschlichen Umgang aufgefallen.
Sie sind in gewissem Sinn normal und kommen in jeder Gruppe,
auch in jeder Familie vor.
Ich glaube, wir brauchen gerade deswegen eine Kultur der Wertschätzung
für die Arbeit und die Meinungen jedes anderen Menschen.
Schneidende Belehrungen über starre Regeln sind oft ebenso unangemessen
wie schmollende Anklagen über echtes oder vermeintlich erlittenes
Unrecht.
Ein lösendes, versöhnliches, humorvolles Gespräch schafft mehr Klarheit
als schroff im Raum stehende Behauptungen.
Ein bisschen Nachgeben, ein bisschen Toleranz schadet nie.
Das Wort: "Darin gebe ich dir Recht" höre ich zu selten.
Ich möchte es öfter hören.
Nur wenn wir selbst ein faires, auf Wertschätzung und Achtung
begründetes Verhalten im Umgang miteinander zeigen, können wir
glaubwürdig für faires Verhalten in der Familie, im Betrieb,
im Straßenverkehr werben.
Was wir selbst nicht vorleben, dürfen wir auch von anderen nicht erwarten.
Jede Familie, jede Gruppe, jeder Menschenverband lebt davon, dass jedes Mitglied
sich von Anfang an
als lebendigen, verantwortlichen Teilhaber des Ganzen sehen darf
und dass wir uns als Diener dieses Ideals der Fairness und der Achtung
im zwischenmenschlichen Umgang sehen.
Ermutigung der anderen Gruppenmitglieder zu eigenen, auch
unangepassten Lösungen ist das Zauberwort.
Ein neuer Bekannter fiel mir vor wenigen Wochen positiv
durch einen ersten Beitrag auf:
"Ich finde eure Diskussion hier völlig abgehoben, fachidiotisch geprägt.
Ihr denkt in dieser Frage
in die falsche Richtung!"
Solche Stimmen brauchen wir mehr und öfter!
Dieses Mitglied habe ich sofort ins Herz geschlossen
und bei uns behalten.
"Habt Mut, Wege zu erproben, auch wenn nicht alles abgesegnet ist.
Wir stützen euch!"
Der gute Ton macht die gute Musik in Familien, in Gruppen,
im Straßenverkehr ebenso wie sonst im Leben auch.
Bild: ein Weg an der Ostseeküste zwischen Ahrenshoop und Wustrow
Berlino, capitale dell’ospitalità!
Berlin zieht weiterhin die Menschen aus aller Welt an! Das sollten wir hegen und pflegen, wir sollten uns als weltoffene gastliche Metropole darstellen.
Wir sind nach Mitte und Charlottenburg der drittgastlichste Bezirk! So schreibt es heute die italienische Repubblica! Guggenheim und Krethi und Plethi, sie alle sind in Friedrichshain-Kreuzberg willkommen!
Die Zukunft ist willkommen in Friedrichshain-Kreuzberg!
Berlino, capitale dell’ospitalità | Repubblica Viaggi
Oggi la capitale federale offre circa 121mila posti letto. La maggior parte dei quali a Mitte, cioè oltre 43mila. Segue distanziata Charlottenburg, la parte più elegante della vecchia Berlino Ovest con 26mila posti letto, e il quartiere di Friedrichshain-Kreuzberg con 14mila. Quest’ultimo dato è interessante, anche per chi vuole prepararsi a tornare a Berlino o a vederla per la prima volta, perché il quartiere unisce amministrativamente Friedrichshain, cioè una vivace zona giovanile dell’est, a Kreuzberg, il quartiere multietnico berlinese per eccellenza, quasi una specie di Notting Hill prussiana.Bild: „Abschaum schwimmt oben.“ Rassistische Sprüche am Stuttgarter Hauptbahnhof, aufgenommen heute
„Yuppies raus“ – (Juden raus?) the writing is on the wall


Das BMW Guggenheim Lab ist in Kreuzberg nicht erwünscht. Gewalt wurde angedroht, die Zukunftswerkstätte wird deshalb nicht nach Kreuzberg kommen.
„Der Name Guggenheim ist hier nicht erwünscht!„
Was mag wohl in jemandem vorgehen, der den traditionsreichen jüdischen Namen Guggenheim trägt, wenn er hier bei uns hier in Kreuzberg wieder das Gefühl bekommt: „Der Name Guggenheim ist hier nicht erwünscht!“
„Yuppies raus“, lese ich seit einigen Monaten breit und unübersehbar im Aufgang eines Kreuzberger Hauses. Rein grammatikalisch und lautlich klingt das fast genau so wie „Juden raus!“.
The writing is on the wall!
„Wer hier raus oder rein kommt, das bestimmen wir“, so sprachen damals die Nazis. Der Protest richtete sich damals wohlgemerkt vor allem gegen die Immobilienbranche und gegen die Banken.
„Wer hier raus oder rein kommt, das bestimmen wir“, so sprechen heute die Blockwarte der neuesten Machart und drohen mit Gewalt.
Auffallend auch die Ähnlichkeit in dem Spruch „Deutschland verrecke“, wie er in Friedrichshain unübersehbar auf einem Dach steht, und dem Spruch „Juda verrecke“, wie er in den dreißiger Jahren häufiger zu finden war.
Wie sagte Bert Brecht doch? „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“
Kreuzberg wird erneut ungastlicher, wird erneut freiheitsfeindlicher. Der gewaltbereite Mob versucht sich die Hoheit über den Stadtteil zu erkämpfen.
Leserkommentare – Protest in Kreuzberg: „BMW Guggenheim Lab“ unerwünscht – taz.de







