Bildungsvergleich: Ost-Schüler bringen West-Mann in Bedrängnis

 Geige, Gute Grundschulen, Integration durch Kultur?, Kinder, Leitkulturen, Musik, Pflicht, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Bildungsvergleich: Ost-Schüler bringen West-Mann in Bedrängnis
Nov. 242008
 

Immer wieder gerate ich als einzelner West-Mann unter Druck in den fröhlichen Versammlungen meiner durch Kommunismus und Diktatur geprägten Freunde und Verwandten. So auch wieder gestern: Gemeinsam hörten wir – eine Runde von Musikern und Sängern aus aller Herren Länder, darunter ich als einziger West-Mann – einen privaten Mitschnitt vom Wieniawski-Wettbewerb Lublin 1988. Junge Geiger mussten in drei Runden ein anspruchsvolles Programm vorführen, darunter eben auch einige der schwersten Stücke, die es überhaupt in der Violinliteratur gibt, solche Leckerbissen wie die Variationen über ein eigenes Thema von Henri Wieniawski. Die spätere Siegerin, Natalia Prischepenko aus der damaligen Sowjetunion, hatte es uns gleich von Anfang an angetan: Eine bezaubernde Erscheinung, brachte sie die Emotionen der Musik voller Lebendigkeit, mit Stolz, Selbstgewissheit und Charme über das Podium in den ganzen Saal hinein, technisch makellos, brillant, angriffslustig, aber im Tempo absolut unerschütterlich. Selbst die allerschwersten Variation mit den Pizzicati der linken Hand „stand“ sie ohne Tempoverzögerungen! Jeder einzelne Ton perlte. Hinreißend, und das alles im Alter von 15 Jahren! Ihr Lehrer Zachar Bron saß irgendwo in einer der letzten Reihen, spielte im Geiste und sogar mit Gesten alles mit, ackerte, litt mit der Schülerin … Aber der Erfolg gab den beiden recht.

Oft höre ich dann: „Solche Höchstleistungen in den Bereichen Musik, Naturwissenschaften und Sport brachte eben nur das alte System hervor! Es gab weniger Ablenkung durch Gameboys, Handys und MP3-Player. Talente wurden bis in die hintersten Winkel der Sowjetunion gezielt gefördert. Herkunft zählte nicht – nur die Begabung. Solange man politisch nicht aneckte, konnte man sicher sein, dass eigene Leistungsreserven optimal ausgeschöpft wurden. Ihr im Westen habt dem nichts entgegenzusetzen. Bei euch herscht Kuschelpädagogik. Die soziale und ethnische Herkunft entscheidet hier in Berlin im großen und ganzen über den Bildungserfolg! Ausländer schaffen es kaum nach ganz oben. Das Niveau wird nach unten angeglichen, Leistung wird kaum gefördert.“

Schluck! Ich kann dem kaum etwas entgegensetzen. Das Niveau etwa in der Musikerausbildung war in den Staaten des Ostblocks deutlich höher als in Westeuropa. Dies meine ich wirklich nach Dutzenden von direkten Begegnungen mit Musikern feststellen zu können.

Wer weiß – vielleicht hat das bessere Abschneiden der Ost-Bundesländer auch etwas mit dieser Kultur der Leistung und des Lernens zu tun? Ich vermute dies. Denn die Mehrzahl der Lehrer, die etwa in Sachsen und Thüringen unterrichten, dürften noch aus der DDR stammen. Doch halt – es gibt ja noch Bayern … und da kenn ich mich aus. Denn ich habe mein Abitur in jenem fernen Lande errungen – das allerdings weder dem Osten noch dem Westen, sondern dem stolzen Süden der Republik angehört! Vivat Bavaria.

Bildungsvergleich: Ost-Erfolg bei Pisa macht Westländer neidisch – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – SchulSPIEGEL

Hauptschulen? Nicht in OstdeutschlandSachsen und Thüringen zählen jetzt zu den großen Gewinnern des innerdeutschen Ländervergleichs Pisa-E der 15-jährigen Schüler. Sachsen eroberte den Spitzenplatz in Mathematik und Lesekompetenz sehr knapp vor Bayern. Beim Schwerpunkt Naturwissenschaften liegt das Land international sogar auf dem zweiten Rang hinter Finnland, wenn man die deutschen Bundesländer in die weltweite Studie einsortiert.

 Posted by at 10:41
Nov. 052008
 

Dass Obama sich ganz bewusst in die Reihe der berühmten amerikanischen Präsidenten stellte, indem er bewusst ihre Reden – insbesondere die Gettysburg Address von Abraham Lincoln – weiterspricht und fortschreibt, war mir schon an der Siegessäule aufgefallen, und ich hatte dies auch getreulich am 24.07.2008 diesem Blog anvertraut. Was für ein glänzender, vorbildlicher Redner! Wie vielsagend, dass viele Deutsche sich misstrauisch abwenden, wenn jemand wirklich eine klare, gepflegte, gebildete und dennoch schlichte Sprache verwendet!

Viele Deutsche scheinen sich lieber an die plump-polternde Berliner Hausmannskost zu halten, wie man sie spaltenweise der Lokalpresse entnehmen kann.

Heute nun machen auch amerikanische Zeitungen diese Beobachtung. So berichtet ein Blatt:

Breaking News

Mr Lincoln, who saved the union and abolished slavery, provides the archetype for the kind of president Obama says he intends to be – and he does not shy away from linking his name to America’s greatest leader.Indeed, his victory speech was marbled with references both oblique and overt to Lincoln, including his celebrated line from the Gettysburg Address about government being ‚of the people, by the people, for the people‘.

Mr Obama’s speech, delivered on an electrifying night in front of more than 100,000 supporters in Chicago, came full-circle from when he urged voters to ‚join me in this improbable quest‘ when he first announced his candidacy.

 Posted by at 17:44

Nach dem Machtkampf ist vor dem Machtkampf ist vor dem Politikwechsel

 Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Nach dem Machtkampf ist vor dem Machtkampf ist vor dem Politikwechsel
Okt. 292008
 

Weiterhin viel Freude erlebt der unparteiische Blogger bei der Betrachtung von Berlins CDU. Denn nun ist das eingetreten, was die Spitzen der Partei flehentlich gefordert hatten: „Meldet euch, Gegenkandidaten!“ Und nun ist eine Gegenkandidatur da – und nun wird es sicherlich eine Mitgliederabstimmung über den Landesvorsitz geben, wie von Frank Steffel gefordert. Dieter Walther heißt der Kandidat von der Parteibasis. Er ist wirtschaftlich unabhängig, folglich nicht erpressbar, sehr gut! Als ehemaliger Telekom-Mitarbeiter kennt er sich mit Kommunikation gut aus. Da ist Musike drin! Die Berliner Zeitung berichtet heute:

Walther – CDU-Mitglied seit 1971, allerdings bisher fast ohne politisches Amt oder Mandat – betonte gestern, er habe seine Kandidatur mit niemandem abgesprochen. „Aber es gab ja einen Aufruf, dass sich jeder erklären soll, der Verantwortung übernehmen möchte“, sagte Walther, seit 2003 im vorzeitigen Ruhestand. Er fühlte sich angesprochen, so Walther, denn das Verfahren, mit dem Henkel und Grütters der Partei als neues Führungsduo präsentiert worden seien, „finde ich persönlich nicht gut“. Es sei nicht wirklich gesucht worden, lediglich der Landesvorstand habe entschieden, die Mitglieder seien ausgeschlossen gewesen. „Das halte ich für wenig basisdemokratisch“, sagte Walther. Angesichts einer Union, die in Umfragen bei 19 Prozent liege, fordere er einen Politikwechsel, der „auch in den Personen sichtbar“ werden müsse. Wer wie Henkel zuvor Generalsekretär der CDU gewesen sei, könne nicht glaubwürdig für den nötigen Neuanfang stehen.

Nach dem Machtkampf – Braun kritisiert Führungsduo Henkel/Grütters – Berlin – Berliner Morgenpost

Die Wahl von Fraktionschef Frank Henkel zum neuen Vorsitzenden der Berliner CDU ist noch nicht besiegelt. Wenn der Zehlendorfer Kreischef Michael Braun ebenfalls für den Posten kandidieren sollte, wäre eine Mitgliederbefragung notwendig, sagte sein Reinickendorfer Amtskollege Frank Steffel. Braun bleibt bei seiner Kritik am bisherigen Auswahlverfahren der neuen Parteispitze.
Der Berliner CDU-Kreisvorsitzende von Reinickendorf, Frank Steffel, hat zur Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden eine Mitgliederbefragung gefordert, falls es weitere Kandidaten als die beiden bekannten geben sollte. Bisher hat der CDU- Vorstand Fraktionschef Frank Henkel zur Wahl als neuen Parteichef auf einem kleinen Parteitag am 18. November nominiert. Die Bundestagsabgeordnete Monika Grütters soll seine Stellvertreterin mit herausgehobener Position werden.

 Posted by at 11:46

Nehmt ihn aus der Schusslinie!

 Italienisches, Rechtsordnung, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Nehmt ihn aus der Schusslinie!
Okt. 172008
 

saviano_5_12_2007.jpg Heftige Debatte in Italien um die Gefährdung des Schriftstellers Roberto Saviano. Todesdrohungen aus Gefängniszellen heraus werden berichtet. Der Innenminister Maroni versuchte heute, durch eine paradoxe Intervention den Schriftsteller aus der Schusslinie zu nehmen: Er leiste nicht die Hauptarbeit. Die Hauptarbeit leisteten Justiz und Polizei. Die Repubblica schreibt in diesem Sinne heute:

Parole forti, perfino frecciate polemiche, del ministro degli Interni Maroni a Roberto Saviano. „E‘ un simbolo – dice il ministro – ma non è il simbolo. La lotta alla criminalità organizzata la fanno poliziotti, carabinieri, magistrati, imprenditori che sono in prima linea ma non sulle prime pagine dei giornali“.

Maroni „ridimensiona“ Saviano „La lotta al crimine la facciamo noi“ – cronaca – Repubblica.it

Unser Foto zeigt von links: den hier schreibenden Verfasser, Roberto Saviano und Giovanni di Lorenzo. Bei einer Veranstaltung im Hamburger Kampnagel, Dezember 2007.

 Posted by at 22:31

„Gastmitgliedschaft“ – eine tolle Idee

 Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für „Gastmitgliedschaft“ – eine tolle Idee
Okt. 092008
 

Als politischer Beobachter grase ich gerne das Angebot der Parteien ab. So heute bei der SPD Friedrichshain-Kreuzberg. Und da stieß ich soeben auf eine sehr interessante Möglichkeit, eine Partei von innen kennenzulernen: die Gastmitgliedschaft. Man darf dabei an allen Veranstaltungen teilnehmen, hat Rederecht, aber kein Wahlrecht. Das ganze ist auf höchstens 2 Mal 12 Monate befristet. Sehr gut!

Warum ich das gut finde? Ich glaube, die Vorgänge in einer Partei müssen zunächst einmal sehr verwirrend auf jedes Neumitglied wirken. Die Parteien haben alle ihre eigene Kultur über die Jahrzehnte hinweg entwickelt. Vieles wirkt rätselhaft daran, anderes ist gewöhnungsbedürftig, anderes ist schwer akzeptabel. Und da kommt so eine Probemitgliedschaft gerade recht: Beide Seiten müssen umeinander werben. Die Partei muss beweisen, dass sie so gut ist, wie sie sich nach außen darstellt. Das Neumitglied kann unter Beweis stellen, dass es eigenständig denkt, dass es gewillt ist, etwas beizusteuern und nicht bloß mitzuschwimmen.

Hallo Parteien! Bitte nachmachen!

www.mitmachen.spd.de

 Posted by at 19:25

In Rufweite

 Vorbildlichkeit, Willkommenskultur  Kommentare deaktiviert für In Rufweite
Juli 242008
 

24072008008.jpg stehe jetzt 25 m vor der rednertribüne! Das halbrund vor den mediengerüsten ist gut gefüllt. Ein agent steht auf der bühne, 2 polizisten vor der siegessäule.

 Posted by at 16:50

Kita-Abschluss: ein fröhliches Fest

 Das Gute, Freude, Kinder, Schöneberg, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Kita-Abschluss: ein fröhliches Fest
Juli 132008
 

kita_abschluss.jpg Letzten Donnerstag: Fünf Kinder verlassen zum Ferienbeginn die Kita, darunter mein Sohn. Ein wehmütig-fröhlicher Abschied. Alle Kinder, alle Eltern werden eingeladen. Die Musik-Erzieherin bietet eine Abfolge an Darbietungen: Smetanas Moldau rauscht dahin, die Kinder setzen das Gehörte in Bewegungen und Bilder um. Und ich muss sagen: Es ergreift mich. Mir rieseln Schauer über den Rücken. Mein Sohn lässt sich auch nicht lumpen: Er stellt sich hin, fiedelt wacker auf seinem kleinen Viertel-Geiglein drauf los – Alle meine Entchen und Bruder Jakob ohne Stocken und ohne Lampenfieber, mit roten Bäckchen, wie ich sie sonst von ihm nicht kenne! Mutter- und Vaterstolz erblühen.

Anschließend an die Musik: Die fünf Schulkandidaten erweisen ihre Tauglichkeit fürs Schulleben durch das Aufsagen kleiner Gedichte und das Lesen des eigenen Namens. Jedes Kind hat schon etwas zu bieten und holt sich den verdienten Applaus ab. Eltern aus 6 Nationen, Kinder und Erzieher verzehren fröhlich die mitgebrachten Salate und Kuchen. Dann stelle ich mich auf ein Stühlchen, lasse eine Lobrede auf die Erzieherin unserer Kinder vom Stapel: „Über all die Wochen, all die Monate habe ich nur Gutes, Ermutigendes von Ihnen gehört. Alle Kinder haben Sie mit viel Liebe begleitet und die manchmal wackligen Schritte geführt. Die Schwierigkeiten und Klippen haben Sie mit Klugheit, Einfühlungsvermögen und auch der nötigen Festigkeit gelöst. Statt zu klagen haben Sie geschlichtet, erzogen, ermahnt, angefeuert und ermutigt. Mit Ihnen, dank Ihnen ist es unseren Kindern gut ergangen, und sie konnten wachsen. Jugend braucht Vorbilder, und da ich schon Vater bin, rechne ich mich zur reiferen Jugend, und deshalb sage ich: Sie sind mein persönliches Vorbild – mehr als alle Menschen, denen ich sonst begegne.“ Beifall!

Die Schöneberger Kita am Kleistpark hat aber auch wirklich Tolles erreicht: Sie haben bewusst Schwerpunkte gesetzt und gepflegt, sind jetzt eine „Musikbetonte Kita“. Sogar Bildungsministerin Schavan hat sie schon belobigt. Den Felix als „singende Kita“ haben sie auch abgeräumt. Die Eltern rennen der Kita mittlerweile die Türen ein. Nebenbei: Die meisten Kinder dort haben nicht Deutsch als Muttersprache. Ich halte die Kita am Kleistpark für vorbildlich und beispielsetzend. Wir werden unseren Sohn dennoch jetzt einschulen. Er ist reif. Hart für die Erzieher, sich immer wieder trennen zu müssen! Auch dafür haben sie unseren Dank verdient.

 Posted by at 22:23
Mai 292008
 

Recht vollmundig hatten wir in diesem Blog verkündet, wir wollten das Wahlverhalten in vier ausgewählten europäischen Großstädten betrachten. London wurde am 12.05.08 bereits in diesem Blog umfassend abgehakt. Jetzt ist Augsburg dran. Was geschah in der Stichwahl am 16. März 2008?

Die Augsburger wählten den beliebten Oberbürgermeister Paul Wengert aus dem Amt und stimmten mehrheitlich für den parteilosen Kurt Gribl. Der Mann, ein promovierter Jurist, konnte keinerlei politische Vorerfahrung vorweisen. Er war nicht einmal Mitglied einer Partei. Die CSU machte ihn zu ihrem Kandidaten. „Wir haben keinen Besseren“, hört man oft in solchen Fällen. Was sprach für ihn?

1) Er ist das Gegenteil eines Politikers der alten Garde, sondern trat als kundiger Vermittler der Bürgerinteressen an. 2) Er versprach, unbeliebte Großprojekte des Amtsinhabers zu kippen, so etwa den ÖPNV-freundlichen kompletten Umbau der Friedberger Straße. 3) Er spielte den „Ich-bin-einer-von-euch“-Trumpf aus. Der waschechte Augsburger schlägt den Berufspolitiker von auswärts. 4) Er präsentierte sich als moderner Internet- und Popfan. Er hat ein Profil auf Myspace und Xing. 5) Er hat ein Ohr für die kleinen pragmatischen Anliegen. In seinem Hundert-Punkte-Programm nimmt er zahlreiche Forderungen von Betroffenen auf, kümmert sich höchstpersönlich um kommunalpolitische Kleinstprojekte, wie etwa Fahrradabstellbügel und Popkonzerte. Die Botschaft ist klar: „Ich kann zuhören, ich wälze euch kein Programm zur Weltverbesserung auf.“ 6) Er formulierte alle seine Anliegen positiv, nach vorne gewandt. Er stellte ein positives Leitbild für seine Vaterstadt auf, gestützt auf Werte wie Selbstvertrauen, Zukunft, Selbstbewusstsein. 7) Er griff nicht den beliebten Amtsinhaber an, sondern überging ihn weitgehend einfach mit Schweigen. Kein Zank, kein Gezetere. Was blieb ihm auch übrig?

Was lernen wir daraus? Ich würde sagen: Das Kleine 1 mal 1 der politischen Kommunikation in diesem ersten Jahrzehnt:

1) Die alten Parteien sind (fast) abgeschrieben, Personen zählen mehr. 2) Fahrrad schlägt Straßenbahn! Kleinstprojekte kommen besser an als Großbaustellen. 3) Zeig, dass du zuhören kannst. Rede weniger, höre mehr zu. 4) Spalte nicht, beleidige nicht, lärme nicht rum. Polarisiere nicht. Lass die Welt eher so, wie sie ist. 5) Blicke nach vorn, nicht in die Vergangenheit. 6) Zeige ein klares Leitbild auf! Wo siehst du deine Stadt in 5 oder 10 Jahren? 7) Kopple dich von der veralteten Rhetorik der Volksparteien CSU/CDU und SPD ab. Präsentiere dich als Außenseiter, Quereinsteiger, Querdenker, als Fachmann/Fachfrau oder Moderator oder was auch immer, eher denn als Berufspolitiker. 8) Sei keine Trantüte, sondern zeige, dass du dein Leben genießt. 9) Such dir die richtige Unterstützerin. Lade Angela Merkel in dein 264.000-Seelen-Dorf ein. Die Frau segelt weiterhin auf herausragenden Zustimmungswerten. Segle auch du mit den Erfolgreichen. 10) Mach dein Schicksal nicht vom Ausgang dieser einen Wahl abhängig!

Zum Nachlesen auf der Homepage des neuen Augsburger Oberbürgermeisters hier klicken.

Unser Foto zeigt heute einen Blick auf die Lechauen im Stadtteil Hochzoll-Nord, nur einen Steinwurf von der Friedberger Straße entfernt. Übrigens: Dies war in meiner Jugend ein Teil meines täglichen Schulwegs.

 Posted by at 21:40

Kreuzberg mit dem Rad erfahren (1)

 ADFC, Friedrichshain-Kreuzberg, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Kreuzberg mit dem Rad erfahren (1)
Mai 142008
 

Die Kreuzberg-Tour hat es verdient, dass viele sie nacherlebend mitgenießen! Unsere ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg machte sich am 26.04. frohgemut auf den Weg. Einige Mitglieder leben schon jahrzehntelang in Kreuzberg, kennen jeden Winkel. Andere sind neu hier, sind neugierig. Bei der Routenfindung und bei den Informationen entfaltet sich aufs allerschönste die Weisheit der Gruppe. Einen genauen Plan haben wir nicht im Kopf, aber einen ungefähren. Gut so! Von der Oberbaumbrücke aus fahren wir am Gröbenufer entlang.

subbotnik26042008.jpg Unser erstes Bild zeigt drei junge Litauer, die wir dort trafen. Sie hatten sich hier am Kreuzberger Ufer der Spree, mitten in Berlin, zu einem tatkräftig-fröhlichen Subbotnik zusammengefunden. Sie räumten den Müll und Unrat weg, den andere über Wochen hinweg achtlos weggeschmissen hatten. Im Hintergrund seht ihr die O2-Arena. Ab Herbst 2008 sollen dort Großereignisse aus Show, Sport und Musik für bis zu 17.000 Zuschauer steigen.

brommybrucke26042008001.jpg Dann erreichen wir die Brommystraße. Von hier führte früher die Brommybrücke hinüber nach Friedrichshain. Wir genießen den Blick die Spree hinauf zur Oberbaumbrücke, die heute die einzige Straßenverbindung zwischen den beiden Bezirksteilen darstellt. Soll man die Brommybrücke später auch für den Autoverkehr freigeben? Die meisten sind dagegen.

26042008006.jpg Vor der St.-Thomas-Kirche. Osman Kalin, der türkische Gärtner, hat hier für seine 16 Enkelkinder eine Bleibe samt üpppig sprießendem Gemüsegarten angelegt. Im Schutz der Berliner Mauer schuf er ein exterritoriales Gebiet. Geçekondu nennt man auf Türkisch illegal über Nacht gebaute Häuser am Rande der Stadt. Wer sich unter einem dieser selbst gefertigten Dächer am nächsten Morgen eine Tasse Tee kochte, durfte nach osmanischer Sitte nicht mehr verjagt werden. Ein kurzer Wortwechsel entspinnt sich zwischen uns und Osman: „Merhaba!“ „Merhaba, alles in Ordnung?“ „Ja, alles in Ordnung!“

freilichtkino.jpg Hinter dem Bethanien, einem ehemaligen Diakonissen-Krankenhaus, entfaltet sich schon die riesige Leinwand. Im Sommer gibt’s dort Freiluftkino. Entspannen und genießen ist dann angesagt. Das Bethanien ist heute ein Künstlerhaus. Auch die Kreuzberger Musikschule hat dort ihren Sitz und viele, viele Übezimmer!

(Rundfahrt wird fortgesetzt)

 Posted by at 16:50
Apr. 242008
 

anhalten24042008002.jpg Jede Radfahrt in unserer schönen Stadt kann zur Quelle neuer, unvorhergesehener Begegnungen werden! So erging es mir heute, als ich meinen Sohn zur Kita brachte. Eben hatte ich in der Monumentenstraße vor einer roten Ampel angehalten, da ertönte von hoch oben über mir eine kräftige Stimme: „Der erste Radfahrer, der bei Rot anhält!“ Eine Belobigung von ganz oben? Ich drehte mich um, da erblickte ich ein Müllauto der BSR, der Berliner Stadtreinigung – das sind die Männer, denen man den Rest geben darf. Der Fahrer hatte das Fenster runtergekurbelt und mich angesprochen. Ich war verblüfft und erklärte entschuldigend: „Ich bin ja auch beim ADFC …“ Er nahm den Ball auf und sagte verständnisvoll: „Ach so, ein Vorbild … für das Kind und so.“

Es stimmt: Ich finde in der Tat, alle Erwachsenen sollten in so einfachen Dingen wie der Einhaltung selbstverständlicher Regeln ein Vorbild für Kinder sein – nicht nur Väter und nicht nur Funktionäre der jeweiligen Lobbyverbände.

Allerdings kehrte ich dann zu der Ampel zurück, um für dieses Blog ein Foto der Kreuzung aufzunehmen, an der die wundersame Begegnung geschehen war. Und siehe da: Da kam schon wieder ein Radfahrer und … er hielt bei Rot an! Vorbilder wirken also! Das Foto ist der Beweis!

Erstaunlich, dass ich bereits an haargenau derselben Stelle ein erhellendes Erlebnis mit einem Müllauto hatte – allerdings mit einem Kipper der privaten Konkurrenz der BSR, nämlich ALBA. Auch hierüber berichtete dieses Blog, und zwar am 22.01.2008.

 Posted by at 14:27

Glückwunsch Ira!

 Freude, Kinder, Russisches, Singen, Theater, Vorbildlichkeit, Willkommenskultur  Kommentare deaktiviert für Glückwunsch Ira!
Jan. 082008
 

2112_14067_nbh_potapenko_190.jpg Zufällig entdecke ich auf der Homepage des Nachbarschaftsheims Schöneberg einen Bericht über Ira, die in der Kita am Kleistpark verschiedene Theateraufführungen gemacht hat. Glückwunsch, Ira! Wir sind stolz auf Dich!

Zitate:

Die Opernsängerin Irina Potapenko, Mutter eines Kindes in der Kita Am Kleistpark, hat dort vieles angestoßen. Gemeinsam mit dem Team initiierte sie das Projekt „Der kleine Amadeus“. Mittlerweile gibt es eine feste Kooperation mit der Musikschule des Bezirks, eine Musikpädagogin arbeitet in der Kita. Die aus Moskau stammende Alt-Sängerin musiziert in ihrer Freizeit ebenfalls weiter mit den Kindern.

Frau Potapenko, gerade haben Sie mit Kitakindern Mozarts Zauberflöte aufgeführt. Wie geht das mit Vierjährigen?
Wir haben mit acht Kindern und sechs Puppen gespielt, alles hat gut geklappt. Wir werden das wiederholen. Die Kinder, die mitgemacht haben, waren begeistert. Alle anderen haben gebannt zugehört. Dass sie klassische Musik kennenlernen, ist so wichtig! Es sollte sogar eine Selbstverständlichkeit sein. Dafür engagiere ich mich.

Das hört sich energisch an. Reißen Sie immer viele Menschen mit?
Ich muss zugeben, als mein Sohn im Jahr 2005 in die Kita kam, habe ich mich sofort eingemischt. „Wo ist das Klavier?“, war meine erste Frage. Es gab keins. Dann wurde es angeschafft, das hat etwas in Gang gesetzt. Gemeinsam mit meinem Mann Johannes Hampel, der Geige spielt, habe ich Konzerte auf den Fluren der Kita gegeben. Das war im Mozartjahr 2006. Jetzt folgte als weiterer Höhepunkt die Zauberflöte.

Sie haben auch die Figuren gebastelt?
So fing es an. Die Königin der Nacht habe ich aus Pappmaschee gemacht, dann konnte ich nicht mehr aufhören. Als ich die Puppen hatte, habe ich die Oper auf 40 Minuten Länge gekürzt. Die Arie der Pamina singt eine befreundete Sopranistin, die Orchesterbegleitung kommt von der CD. Ein Kita-Vater ist Tonmeister, er hat alles zusammengeschnitten. Alle Kinder sind wieder voll dabei, sie singen, malen, dekorieren. Auch die, die zu Hause mit Kultur oder Musik womöglich gar nichts zu tun haben. Genauso die Kinder, die zum Beispiel sprachliche Probleme haben. Die Sprache der Musik versteht jeder.

Weil sie die Seele wirklich öffnet, so wie Mozart es meint?
Kinder lügen in diesem Alter nicht, ihre Reaktion ist direkt und ehrlich. Wenn die Botschaft dieser Musik nicht ankäme, würde man es ihnen sofort anmerken. Aber sie kam bisher noch jedes Mal an, also habe ich immer weitergemacht. So machen wir mit der Kita auf uns aufmerksam. Für Eltern und Erwachsene aus der Nachbarschaft werden wir die Zauberflöte noch einmal aufführen. Das Haus soll ein Familienzentrum werden. Das unterstütze ich sehr

 Posted by at 00:59
Dez. 102007
 

Amburgo, 5 dicembre. Fare l’interprete per Roberto Saviano è di nuovo un’esperienza emozionante. Questa volta l’autore entra in dialogo con Giovanni di Lorenzo. L’attore Glenn Goltz legge dalla traduzione tedesca. Sala piena zeppa di 800 persone, grande successo per Roberto, Giovanni di Lorenzo conclude con un appello alla solidarietà di tutti.

Foto (da sinistra a destra): Roberto Saviano, Johannes Robert Hampel, Giovanni di Lorenzo

Erklär mit Italien!: Buchvorstellung mit Roberto Saviano und Giovanni di Lorenzo | ZEIT ONLINE

 Posted by at 13:26