Mai 192019
 

Ab von dem längs der Gottower Chaussee verlaufenden Radweg, etwa 2 km von Gottow und von Luckenwalde entfernt, lockte uns heute der Waldweg in den urwaldartigen Baumbestand des Nuthe-Urstromtales. Wir bogen ab in den Waldlehrpfad, der zum Eiserbach führt. An der Kranichwiese stießen wir auf einen übermannsgroßen Ameisenbau. Die Waldameisen wimmelten zu Tausenden auf dem mächtigen Haufen umher. Das geschärfte Ohr des Waldgängers vernahm ein feines Rascheln und Knistern, ein Knacken und Zirpen in vielen Frequenzen aus dem Haufen heraus.

Der Ameisenbau an der Kranichwiese

Der Wald in diesem Abschnitt des Nuthe-Urstromtales erinnert in wesentlichen Zügen an einen Urwald, wie er sich früher über die Jahrhunderte ohne tiefgreifende Eingriffe der Menschen an Bächen und Flüssen herausgebildet hat und jetzt allmählich durch gezielte Renaturierung wieder zurückbildet. Kennzeichen der naturnahen, urwaldähnlichen Pflanzenverbundgesellschaft im Nuthetal sind: ein erstaunlicher Artenreichtum, hoch aufwachsende Laubhölzer, insbesondere Esche, Buche, Erle, einige wenige Eichen und Birken. Keine Nadelbäume! Immer wieder kreuz und quer liegend alte, hochaufgeschossene Baumriesen, die durch Windbruch, Schädlingsbefall, Pilze oder altersbedingte Schwäche umgestürzt worden sind und dadurch eine Lichtung für nachwachsende Gehölz schaffen: raschwachsende Büsche, Moose, Gräser. Das Leben schießt unverwüstlich wieder auf, das Leben im Wald überlebt!

“Verkammerte” Lebensräume: man blickt immer wieder in Abschnitte der Pflanzengesellschaft hinein, die eine Art Binnen-Räumlichkeit schaffen, mit eigenem Licht, eigenen Farben, eigenen Geräuschen. So insbesondere auch am Eiserbach selbst, einem nicht begradigten schmalen Bach, der hier zu sehen ist:

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