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Freude

Man weiß nicht, was noch werden mag: Frühlingsglaube im Herbst

Ich schaue hinaus auf den herbstlichen Park in den Sonnenschein vor meinem Fenster, und gerade in diesen Oktobertagen kommt mir da Uhlands “Frühlingsglaube” in der Vertonung durch Franz Schubert in den Sinn: 

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht was noch werden mag!

Blickt man hingegen in die Zeitungen, verfolgt man die tonangebenden Medien, so muss es eher heißen:

Die Welt wird schlimmer mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag!

Ein ungeheures, verwirrendes Datengereiße, Zagen, Zähneklappern, Zittern, Zahlengewirr, Zukunftslosigkeit, Zuversichtslosigkeit, ein alles einhüllender grauer Novembernebel, das ist es, was seit Wochen schon aus den Medien trieft. Die Massenmedien berichten doch fast nur noch Negatives. Ist es nicht so? Da ist keine Freude mehr, keine Sehnsucht nach Schönheit, kein Hinhören, kein aufmerksames Lauschen, keine Zwischentöne mehr. Eine Walze der Hoffnungslosigkeit. Ideologie der Negativität! Welch ungeheuren Schaden richtet das an zarten Kinderseelen an!

Und trotzdem! Es singt in mir: Eppure non ho mai amato tanto la vita, tanto la vita! Ich glaube. Ich erlebe viel Schönes. Es ist möglich, von dem Schönen etwas weiterzugeben und es weiterzuerzählen. Frühling im Herbst!

Die zarten Birken des Zukünftigen wachsen und gedeihen am Ufer des Sees der Schrecken.

Das Bild zeigt Birken im Park der Villa Liebermann am Ufer des Wannsees, direkt neben der Villa der Wannseekonferenz. Birken, gesehen, freudig erlebt, genossen am vergangenen Wochenende bei einer Radtour.