Ein neuer Beginn: die Privatschule, oder: Das neue Deutschland der Volksgruppen bildet sich

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Aug. 252010
 

Klare Ansagen, klar strukturierte Abläufe, Beibehaltung der Jahrgangsklassen, Schuluniform, Leistungsdruck, Schulbücher in den Fächern, deutliche Förderung der Zweisprachigkeit – das sind einige  der Merkmale, mit denen unsere neue Grundschule uns überzeugen konnte. Und Anwesenheit 15 Minuten vor Unterrichtsbegin wird kategorisch gefordert. Wir werden uns daran halten. Wir haben einen Vertrag über Rechte und Pflichten mit der privaten Grundschule geschlossen. Wir werden nicht „versorgt“, sondern wir geben und nehmen.

Heute wurde ich von den Eltern zum Sprecher der Klasse 3  gewählt.

Dass wir das staatliche Schulwesen Berlins verlassen haben, war ein Schlag ins Kontor! Ich selbst habe aus politischer Überzeugung bis zuletzt für das vielbeschworene „gemeinsame Lernen“ in der Grundschule gekämpft. Es ging zum Schluss nicht mehr.

Der Schule, die wir verlassen haben, gehört weiterhin meine ganze Sympathie. Unter schwierigsten Bedingungen leisten die Lehrer, die Erzieher, alle Mitarbeiter der Schule Herausragendes. Dass alle anderen sogenannten bildungsnahen deutschen Eltern uns Migrantenfamilien gemieden haben wie einen Schwarm gefährlicher Hummeln und ihre Kinder woanders hinschicken, hat mich enttäuscht. Wie stehen wir als aufnehmende Gesellschaft denn da, wenn wir die arabischen und türkischen Familien in ihren Sonderbezirken, in ihren „Sonderschulen“ allein lassen?

Aber als Integrations-Einzelkämpfer erreicht man fast nichts. Es werden einem jedoch ein paar Dinge klarer, über die die Feuilletons und Debattierklubs sich aufregen. Vor allem Dinge wie Doppelmoral und Duckmäusertum.

Ich hätte mich gefreut, wenn jene, die jetzt über die schonungslose Selbstkritik und Kastenkritik eines  ehemaligen Berliner Senatsmitgliedes herfallen, sich ein bisschen um unsere Migrantenschule, oder um unsere Migrantenkinder gekümmert hätten. Aber da kam nichts.

Das Schulgeld, das wir jetzt entrichten, wird den Landeshaushalt entlasten: Wir zahlen etwas mehr als den Betrag, den das Bundesland Berlin statistisch je Kind und Jahr aufwendet, nunmehr aus eigener Tasche als Schulgeld: unser Beitrag zu kleineren Klassen, zur Entlastung der Staatschulden!

Ein Cannondale-Rennrad wird folglich unser Familienbudget auf absehbare Zeit nicht gestatten.

Und: Die Berliner Stadtgesellschaft zerlegt sich in Volksgruppen: da die Deutschen, da die Türken. Hier die Araber, da die Russen.  Es ist – das Berlin der nationalen Minderheiten. So ist nun mal gekommen.

Lomonossow-Grundschule zu Berlin :: Private deutsch-russische Lomonossow-Grundschule zu Berlin

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Aug. 242010
 

Sehr gutes, vorbildliches Engagement des Großvaters Klaus Radloff (66) für bessere Ampelschaltungen! Darüber berichtet die BILD-Zeitung (Berlin) heute auf S. 6. „Es darf nicht sein, dass mein Enkel auf dem Schulweg um sein Leben fürchten muss!“

Die 2000 Ampelschaltungen in Berlin schalten vielfach für die Fußgänger zu schnell auf Rot. Sie sind auf den flüssigen Autoverkehr optimiert. Der Autoverkehr muss fließen! Die Fußgänger müssen halt schauen, wo sie bleiben. Nicht einmal Vorschriften werden eingehalten: „Die Straße ist 21 Meter lang und hat nur neun Sekunden Grün. Korrekt wären 17 Sekunden.“

Auch bei mir vor der Haustür ist es nicht möglich, den Mehringdamm in einer einzigen Schaltung zu überqueren. Nein, man muss auf einer winzigen Mittelinsel warten, bis der ganze lärmende Schwarm Autos vorübergeraucht ist. Wie leicht begeht ein Schulkind da einen „Fehltritt“.

Ich meine: Solange die Fußgänger an den Ampeln so gnadenlos ins Hintertreffen geraten und „ausgebremst“ werden, wird der Trend zum „Elterntaxi“ zunehmen. Dann werden noch mehr Kinder von den Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Ich fordere mehr Zeit für Fußgänger an Berlins 2000 Ampeln!

Danke, Klaus Radloff! Bitte mehr davon!

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Juli 202010
 

Ein harter Brocken, was hier in der Überschrift steht! Dennoch gefällt mir dieser philosophisch-theologische Brocken. Immer wenn ich, der sehr schwach praktizierende, der sehr schlechte Knecht des Christentums mit Muslimen spreche oder mit ihnen bildhaft gesprochen zusammenrumple, wird mir das sofort klar, ebenso auch beim Studium der Hadithe, des Talmud oder der paulinischen Briefe.

Mehr oder minder zufällig finde ich daneben immer wieder Bundesgenossen in dieser Sicht, so etwa seit Jahren in Jacques Attali, oder neuerdings (?) auch in Angelika Neuwirth.

Angelika Neuwirth (FU Berlin) hat sich nämlich aufsehenerregend bei der Tagung „Beyond tradition“ in Münster hervorgetan.  Thema „Aufgeklärte islamische Theologie möglich in Deutschland?“ (FAZ, 16.07.2010, S. 34). Sie sagt,

der Koran sei sowohl in seiner überlieferten Textform als auch in seiner mündlichen Vorform vor allem als „europäisches Vermächtnis, als Auslegung und Neuformulierung bereits bekannter biblischer und nachbiblischer Traditionen zu betrachten. Inhaltlich handle es sich um eine ergebnisoffene Mitschrift von Diskussionen zwischen dem Propheten Mohammed und seinen Hörern. Es gelte demnach, den Koran als europäischen Grundtext in die (westliche) Spätantike-Vorstellung aufzunehmen.

Wow! Das entspricht genau meinem Empfinden, das entspricht genau meinem bildungspolitischen Programm für Berlins Grundschüler. Koran ist also Bestandteil der europäischen Überlieferung ebenso wie frühchristliche Literatur, da sowohl Christentum wie später Islam aus der
Verschmelzung von „Jerusalem“ und „Athen“ hervorgehen.

Welch ungeheure Chance böte sich den Berliner Grundschulen, wenn sie altgriechische, jüdische, islamische und christliche Geschichten in ihren Lesestoff aufnähmen! Ulysses meets Mohammed. THAT is IT. Sie, die Berliner Stadtgesellschaft, erwürbe sich nahezu ewigen Ruhm, wenn sie die unselige Spaltung zwischen muslimischen und nichtmuslimischen („christlichen“) Kindern überwände.

Aber sie tut es nicht. Sie scheut die Grundtexte der europäischen Überlieferung wie der Teufel das Weihwasser.

Koran kann gelesen werden wie die Vorlesungsmitschriften etwa des Aristoteles. Und in der Tat gab es im 11. bis 12. Jahrhundert eine Hochblüte arabischer Gelehrsamkeit, die genau das versuchte – die Synthese koranischen und aristotelischen Wissens.

Spannend, spannend … aber noch nicht Allgemeingut.

Bild: Sowjetisches Ehrenmal für den „Ewigen Ruhm“ in russischer Sprache, Ort: Erkner, Neu-Zittauer Straße.

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Juli 192010
 

18072010002.jpg Recht ernüchternd ist die Lage nach dem Hamburger Volksentscheid über die Schulreform des Senats. Die Befürworter und die Gegner der Reform haben wirklich hervorragend gekämpft, erstklassige Broschüren in die Materialschlacht geworfen. Ich selbst wohnte damals auf dem taz-Kongress einer Diskussion mit Christa Goetsch bei und fand, sie machte ihre Sache gut – vielleicht zu gut.

Viele Gespräche mit Berliner Eltern und Lehrern, vor allem aber meine gerüttelten eigenen Erfahrungen an Berlins staatlichen Schulen haben mich skeptischer werden lassen, was die verbindende Kraft der Grundschulen angeht. Ich war bis zuletzt ein Anhänger des gemeinsamen Lernens – mindestens in den vier Jahren gemeinsamer Grundschule!

Wenn es denn ein echtes gemeinsames Lernen wäre. Wenn es Hand und Fuß hätte. Wie demütigend waren für uns die häufigen Erfahrungen, dass wir die Hausaufgaben unseres Sohnes in der dritten Grundschulklasse nicht mehr verstanden – dabei besitzen wir beide akademische Studienabschlüsse.

Oft wird festgestellt: „Das System Schule und das System Elternhaus passen nicht zusammen. Sie sprechen keine gemeinsame Sprache.“ Das erzeugt Misstrauen auf beiden Seiten. Das Übermaß an nicht bedachten Reformen hat in Berlin zu Verdruss und Verzweiflung an allen Fronten geführt.

Spricht man offen mit anderen Eltern, so wird man sich recht bald das ganze Ausmaß der Verzweiflung eingestehen.

Ole von Beust hat es auch zutreffend bemerkt, dass der Hauptgrund für die Ablehnung der Schulreform darin lag, dass die wahlberechtigten deutschen Eltern ihre Kinder nicht mit den deutlich zurückhängenden Migrantenkindern  zusammensitzen lassen wollen. Früher habe ich diese Haltung versucht zu überwinden, etwa indem ich rief: „Was habt ihr gegen uns migrantische Familien? Kommt zu uns! Wir beißen nicht!“

Heute verstehe ich diese Eltern. Noch bis vor wenigen Monaten hätte ich für die Reform der Hamburger gestimmt – aus wohlerwogenen Gründen. Aber gestern hätte ich wahrscheinlich gegen sie gestimmt. Aufgrund von Erfahrungen.

Not tut jetzt erst einmal Systemkonstanz. Die neue Lernkultur, wie ich sie wünsche, kann sich in jedem System entfalten. Privatschulen und Gymnasien bleiben notwendig als Horte des Aufstiegs für alle, als Horte des Rückzugs vor einer zunehmend bildungsabgewandten Bevölkerungsmehrheit. Kreuzberg, Neukölln und Wedding werden vermutlich ohne Privatschulen in einen noch stärkeren Abwärtsstrudel gerissen, die bildungsnahen Familien werden ohne die Möglichkeit solcher Refugien weiterhin die türkisch-arabisch dominierten Kieze verlassen. Und die türkischen und arabischen Familien müssen aus dem behaglichen Nest der Sozialhilfe herausgedrängt werden. Sobald die Notwendigkeit der Arbeit erkannt wird, werden sie sich selber aus dem Sumpf herausziehen.

Wer dies leugnet und weiterhin nur auf Förderung setzt, lügt sich in die Tasche.

Wir brauchen vor allem eine neue Kultur des Lernens. Mehr Vertrauen in die einzelnen sollten wir setzen. Mehr Vertrauen in die jahrhundertealten Methoden des rhythmischen, des straff aufbereiteten, des übersichtlichen und relativ streng geführten Lernens und Lehrens.

Die neue Lernkultur  braucht nicht einmal mehr Geld oder mehr Ausstattung. Sondern mehr Aufmerksamkeit füreinander. Mehr Liebe, mehr Strenge. Mehr Klarheit.

Bild:  das ehemalige Schulungszentrum der DDR-Staatssicherheit für Auslandsagenten in Gosen. Hier plante im Jahr 2005 ein Investor eine Privatschule samt Internat für hochbegabte Kinder. Unser Bild zeigt den Zustand der Anlage am gestrigen Tag.

Schulreform in Hamburg: Klassenkampf – Ausgang ungewiss – Inland – Politik – FAZ.NET

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Juni 272010
 

Hier im Bundesland Berlin herrscht eine unfassbare, eine überbordende, eine nur mit den besonderen geschichtlichen Umständen erklärbare Staatsverliebtheit und Staatsverquicktheit. Alle Berliner Parteien sind mehr oder minder in ihr befangen! Bei jedem sozialen Problem, das irgendwo auftritt, wird sofort laut und vernehmlich nach dem Fürsorgestaat gerufen: egal ob erhitzte Atmosphäre, vereiste Gehsteige, vermüllte Parks, versiffte Grillroste, vergeigte Bildungstests … stets richtet ein anderer (die  Klimaerwärmung, das saukalte Wetter, der Bürger, der Senat) das Chaos an, und der Staat soll hinterherputzen und hinterherwischen. Der Staat wächst zur generellen Problemwegputzmaschine heran!

Es gibt leider noch keine Partei in Berlin, die dieses Problem im Geiste der Subsidiarität angegangen wäre. Schade, schade! Es treibt mich fast zur Verzweiflung, es treibt mich geradezu zum lärmenden, lauten Protest!

Neuestes Beispiel: Die zunehmenden psychiatrischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Ich halte diesen Trend – der statistisch belegt ist – für zutreffend beobachtet. Ich selbst sehe über die Jahrzehnte hin ebenfalls immer mehr auffällige, vernachlässigte Kinder, die irgendwie verrückt spielen. Kinder, die ihren eigenen Stiefel leben, ihre eigenen Nägel wundkauen, die ihre Eltern als Hoteliers betrachten und ansonsten ihre Tage an der Playstation vergeigen.

Wer ist SCHULD daran?  Die Antwort im Bundesland Berlin lautet stets: der STAAT. Der Staat liefert nicht genügend Schulstationen, nicht genügend Psychiater, nicht genügend Lehrer, er wischt die Toiletten der Schüler nicht oft genug sauber (die Blasenentzündung!), sodass die armen Kinder ständig klagen und jammern, schreien und beißen müssen. Der STAAT ist also an allem schuld, da er nicht genug ANGEBOTE für seine unglücklichen Bürger bereitstellt.

Lest hier nur den neuesten Anklageerhebung gegen den STAAT im heutigen Tagesspiegel:

Schule: Immer mehr psychische Auffälligkeiten bei Grundschülern – Schule – Berlin – Tagesspiegel
Immer häufiger kommen in die Psychiatrie-Ambulanz des Klinikums Erst-, Zweit- und Drittklässler, die aufgrund von Lernstörungen und sozialen sowie psychischen Auffälligkeiten in der Schule scheitern. Und immer mehr solcher „Problemkinder“ würden produziert, warnen Ärzte, Lehrer und Psychologen. Durch die für viele Kinder zu frühe Einschulung im Alter von fünf Jahren, durch Streichung von Förderklassen, durch Mangel an Lehrern und weiterem pädagogischen Personal.

Was sind also gemäß den Fachleuten die Ursachen der schweren Störungen bei den Kindern?

a) die für viele Kinder zu frühe Einschulung im Alter von fünf Jahren
b) die Streichung von Förderklassen
c) der Personalmangel

Dieser Diagnose ist nicht zuzustimmen. Ich halte sie für grundfalsch. Die Ursache all dieser Störungen bei den Kindern ist nicht ein Versagen des Staates, sondern ein Versagen der Familien. Und an die Familien müssen wir herantreten. Die Familien tragen zweifellos die Hauptverantwortung für die psychische Gesundheit, für das Gedeihen der Kinder.

Wir haben sehr, sehr viele versagende, scheiternde, zerbrechende, sich abschottende Familien. Das halte ich für die mit Abstand wichtigste Ursache des Kinderelends.

Diese Ursache muss benannt werden! In einem zweiten Schritt muss diskutiert werden, wie die Lage zu verbessern ist.

Die staatlichen Hilfsangebote können nicht beliebig erweitert werden. Die Versorgung der Familien durch den Staat entmündigt. Die Familien müssen ertüchtigt werden, gesunde, lebensfrohe, glückliche Kinder zu erziehen – ohne weiteren Eingriff des Staates.

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Sprechen, spielen, vorlesen, Fragen beantworten … Was brauchen Kinder bei Einschulung …

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Juni 252010
 

Merkwürdig: Meine Karriere als Vater zweier Kinder habe ich ohne jede Vorbildung, ohne jede Unterweisung, ohne Prüfung und  ohne Kontrolle angetreten. Alles, was ich als Vater richtig oder falsch gemacht habe, erklärt sich aus den eigenen Erfahrungen in der Herkunftsfamilie, sonstigen Erfahrungen des Lebens, aus Nachdenken, Gesprächen mit Menschen, die sich besser auskennen.

Im Grunde treten wir das Abenteuer Elternschaft unvorbereitet an. Wir lernen in der Schule etwas über Sex und Schwangerschaft und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, aber nichts über Elternschaft. Das Thema Familie, Eltern und Kinder spielt im Schulunterricht eine geringe Rolle. Als Fach existiert es nicht.

Plötzlich sind sie da, die Kinder. Plötzlich, 6 Jahre später, sollen sie in die Grundschule. Und da sind die Kinder schon ungeheuer unterschiedlich! Manche wissen nicht, was ein Berg ist, dass an jeder Hand 5 Finger sind. Andere könen in mehreren Sprachen lesen und schreiben. Was soll ein Kind bei Schulbeginn können?

Viele enttäuschte und verzweifelte Eltern verlassen in Berlin das staatliche Grundschulwesen. Wohin?

Im Netz fand ich die folgenden einfachen, klaren Regeln einer Berliner deutsch-russischen Privatschule. Das ist etwas Neuartiges! Ich habe als Vater niemals von irgendjemandem solche klaren Hinweise bekommen. Nie trat irgendjemand auf mich zu und sagte: „Versuchen Sie, Ihr Kind so weit zu bringen, dass es folgendes kann: …!“

Ich halte diese nachstehenden Formulierungen für goldrichtig! Man sollte sie als Taschenkärtchen unters breite Volk bringen, auch ins Türkische und Arabische übersetzen und dann auf leicht fasslichen, mit Bildern illustrierten Kärtchen an alle Eltern (auch an die Analphabeten unter ihnen) verteilen. Hervorhebungen durch dieses Blog.

Lomonossow-Grundschule zu Berlin :: Elterninformation :: Von Eltern zu Eltern
Einschulungstipps für Eltern

Der Schuleintritt ist ein besondere Etappe im Leben Ihres Kindes. Sie können Ihrem Kind den Start in den Schulalltag erleichtern, wenn Sie mit ihm gemeinsam etwas unternehmen, mit ihm sprechen und spielen, ihm vorlesen und seine Fragen beantworten. Außerdem sollten Sie Folgendes beherzigen:

* Der Schulweg muss eingeübt werden.
* Das Kind sollte Adresse und Telefonnummer kennen.
* Es muss sich alleine aus- und anziehen.
* Es muss alleine zur Toilette gehen.
* Ein Schulanfänger sollte den eigenen Namen schreiben können.
* Sorgfältiges Ausmalen und Ausschneiden dürften keine große Mühe mehr machen.
* Ein Erstklässler kann schon zuverlässig kleine Aufgaben erledigen.
* Das Kind muss sich darin üben, Ordnung zu halten.
* Ein geregelter Tagesablauf und genügend Schlaf helfen ebenfalls.
* Es muss einen Arbeitsplatz für Hausaufgaben geben.
* Fernsehzeiten sollten nur knapp bemessen sein.

So kann der Schulanfang gelingen!

 Posted by at 13:24

Sodele: Eltern laufen in Scharen davon

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Juni 252010
 

Niederschmetternd für uns Berliner ist der Ländervergleich der Schulleistungen, der vorgestern veröffentlicht wurde.  Unser Bundesland Berlin liegt noch weiter abgeschlagen hinten auf dem vorletzten Platz.

Die taz, der Tagesspiegel und viele andere Stimmen werden nicht müde zu betonen: „Aber die soziale Auslese ist ungerecht. Herkunft entscheidet über Zukunft.“

Darin mag so viel Wahres liegen, dass die Herkunft aus dem Bundesland Berlin in jedem Fall einen Startnachteil für die Abiturienten mit sich bringt.

Wenn der Leistungsdruck in den Südstaaten so belastend ist, wie dies etwa in der taz heute wieder behauptet wird, dann bietet sich als Ausweg stets der Umzug in die weniger belastenden Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg an.

Aber keine Familie zieht wegen des hohen bayerischen Leistungsdrucks aus Bayern nach Berlin.

Das Niveau der Bildung ist in Berlin quer durch die Bank, in allen Schularten und auch als Durchschnitt aus allen Schularten niedriger als in Bayern oder Baden-Württemberg.  Und das, obwohl der Ausländer- und Migrantenanteil in baden-württembergischen und bayerischen Städten höher als in Berlin ist. Ein Türkdeutscher oder Deutschtürke, der in Schwaben zur Hauptschule geht, der dort mitmacht und alle Aufstiegsmöglichkeiten nutzt, ist grundsätzlich im Vorteil gegenüber einem Berliner Deutschtürken, der nur in den zweifelhaften Segnungen unseres Berliner Schulwesens mitschwimmt.

Das ist ungerecht. Denn es darf nicht sein, dass geographische Herkunft über Bildungsverläufe entscheidet. Sollen also im Sinne ausgleichender Bildungsgerechtigkeit alle Schwaben nach Berlin umziehen? Ja!

Und – oh Wunder! Sie tun es auch. Viele prominente und unprominente Schwaben sind schon hier! Aber sie ziehen erst nach dem Abitur hierher. Sodele.

Gewerkschafterin über Schulvergleich: „Eltern gehen auf die Barrikaden“ – taz.de

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Bäume der Nachhaltigkeit pflanzen!

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Juni 242010
 

Wir Deutschen lieben den Wald und die Bäume – mehr als viele andere Völker. Noch der heutige Kult um Naturschutz, Umweltschutz, der rasante Erfolg der grünen Partei, die Idee der Umwelt-Detektive usw. ist kaum vorstellbar ohne die ganze Vorgeschichte von Eichendorff, von Waldesrauschen, Jägerlust und Auenseligkeit.

Ich selbst teile diese ganze romantische Natursehnsucht, die Vorstellung, dass die Natur, die Umwelt etwas Schützenswertes, etwa nahezu Verehrungswürdiges ist. Letztlich freilich soll der Mensch die Natur sich dienstbar machen. Er soll die Natur pflegen und hegen, soll sich ihrer freuen. Aber er soll sie nicht anbeten. Die Vorstellung, dass Nachhaltigkeit eine Beibehaltung des Status quo bedeute, ist irrig. Den starren Status quo gibt es in der Natur nicht.

Es geht darum, sich so achtsam und schonend zur Natur zu verhalten, dass sie auch in 50 oder 100 Jahren den Menschen noch Freude bereiten und ihnen als Lebensgrundlage dienen kann.

Unser Bild zeigt einen vor einem Jahr gepflanzten Baum in der Fanny-Hensel-Grundschule, der den „Umwelt-Detektiven“ gewidmet ist.

Der Sommer ist endlich da! Um dies zu feiern, laden wir die Fanny-Hensel-Grundschule zu einem Konzert ein. Lieder von Robert Schumann stehen im Mittelpunkt. Der Eintritt ist frei.

Wann? Am Mittwoch, dem 30.06.2010, um 10.00 Uhr vormittags

Wo? In der St.-Lukas-Kirche, Bernburger Straße 3-5, 10963 Berlin-Kreuzberg

Wer singt und spielt?
Irina Potapenko, Sängerin
Mark Lewin, Ivan Hampel, Johannes Hampel, Geige
Lala Isakowa, Klavier

Lest doch die nachfolgenden deutschen Naturgedichte – sie werden im Konzert am kommenden Mittwoch erschallen und erklingen!

Joseph von Eichendorff: Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

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Juni 182010
 

„Müsste also auch der Sozialstaat für Deutsche gekappt werden? Auch für allein-erziehende Mütter, zum Beispiel? Auch in Gegenden, in denen es tatsächlich viel zu wenig Arbeitsplätze gibt?“

Einige sehr gute Fragen aus München von Loewe!

Gut ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Berlin ist auf Hartz IV angewiesen. 44 Prozent der von Hartz IV betroffenen Kinder wiederum leben in Berlin mit Alleinerziehenden zusammen (taz, heute, S. 18). Wie reagiert der Staat? Soll der Staat die finanzielle Absicherung der Alleinerziehenden verbessern? Soll er weitere finanzielle Anreize setzen, Kinder ohne Vater bzw. ohne Mutter aufzuziehen? Ich sage: Nein.

Ich meine: Der Staat muss mehr positive Anreize für das Gemeinsam-Erziehen – und negative Anreize gegen das Alleinerziehen setzen. Etwa durch Steuern, etwa durch Abschaffen des Ehegattensplittings für Kinderlose und konsequente steuerliche Besserstellung der Familien mit Kindern (ersatzweise bei Abschaffung oder Kürzung des Kindergeldes).

Warum bringen die Schulen den Jugendlichen nicht bei, wie man eine Familie gründet? Warum versäumen es Schule und Gesellschaft, die junge Generation in ein lebbares Modell der Familie einzuführen?

Berliner Kinder lernen heute bereits in der Grundschule (Klasse 6) anhand einer Banane im Unterricht, wie man ein Kondom überzieht. Das halte ich für richtig, auch wenn natürlich viel gekichert wird und viele muslimische Eltern empört sind. Sex bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern unter 16 Jahren ist heute gang und gäbe. Die Schülerinnen und Schüler erfahren das Wichtige über Sex und Verhütung. Sie wissen, wie „es“ geht.

Aber: Sie erfahren in der Schule und auch anderswo nichts darüber, wie man Kinder erzieht, wie man eine Familie gründet und zusammenhält. Wie kocht man für eine Familie? Fehlanzeige! Die Kinder erfahren es nicht. Viele Väter und Mütter wissen es nicht, wie man kleine Kinder ernährt und erzieht. Aber sie erfahren, wie man ein Kondom überstreift, wann die fruchtbaren Tage sind usw. usw.

Es gibt in den Schulen Sexualkundeunterricht. Gut. Richtig.  Aber es gibt keinen Familienkundeunterricht! Das halte ich für einen Skandal, ein unentschuldbares Versäumnis.

Folge: Wenn ein Kind kommt, sind die allermeisten Eltern völlig unvorbereitet. Viele sind überfordert. Viele Kinder lernen nie eine intakte, vollständige Familie kennen.

Viele Väter machen sich aus dem Staub, entziehen sich den Unterhaltspflichten.

Der Staat muss den Vätern und Müttern, die ihren Unterhalts-und Erziehungspflichten nicht nachkommen, viel schärfer zusetzen. Ich finde: Er muss sie zum Zahlen zwingen, notfalls mit mehr Zwangsmaßnahmen auch zum Geldverdienen antreiben. Das geschieht jetzt einfach nicht.

Dass so viele Kinder bei Alleinerziehenden aufwachsen, ist auch eine Folge des Sozialstaates. Denn die Väter und Mütter wissen: „Wenn ich mich nicht kümmere und nicht zahle, wird es der Staat tun.“

„Alleinerziehen ist Scheiße.“ So drückte es mir gegenüber einmal eine alleingelassene Mutter aus.

Ich meine in der Tat: Die jungen Menschen müssen davor abgeschreckt werden, eine Familie als Alleinerziehende zu planen. Es geht meistens nicht gut. Zur materiellen Sicherheit der Kinder scheint es mir unumgänglich, dass eine Familie, also eine Gemeinschaft aus mindestens zwei dauerhaft verbundenen  Erwachsenen da ist, die alle nötigen Mittel bereitstellt, damit das Kind ohne staatliche Hilfe großwerden kann. Großeltern, Tanten, Onkel, Geschwister – alles sollen zusammenstehen, damit Alleinerziehen nicht zur Beeinträchtigung des Lebensglücks führt. Die erweiterte Familie sollte ein Netz aufspannen. Alle, die können, müssen sich des kleinen Kindes anehmen. Sie dürfen diese Pflicht nicht an den Staat delegieren.

Der Staat sollte nur als letzte Möglichkeit bereitstehen. Man sollte das Sozialsystem nicht so anlegen, dass es zum Alleinerziehen geradezu ermuntert.

„Sozialhilfe kappen auch in Gegenden, in denen es tatsächlich viel zu wenig Arbeitsplätze gibt?“

Wenn es in einer Gegend zu wenig Arbeitsplätze gibt, dann wandern die Menschen ab. Das war immer so, und das ist richtig so. Erst durch den Sozialstaat ist eine große räumliche Immobilität eingekehrt. „Warum soll ich umziehen – ich habe hier alles!“, sagte mir einmal ein Kreuzberger Arbeitsloser, dem eine Stelle in Saarbrücken angeboten worden war.

Ich fasse zusammen: Der heutige Sozialstaat hat eine ganze Reihe von schwersten Fehlentwicklungen hervorgebracht: Bequemlichkeit, Faulheit, Immobilität, eine große Verantwortungsscheu bei vielen werdenden Vätern, zu viele Alleinerziehende, die eigentlich „Alleingelassene“ sind, eine völlige Unbekanntschaft mit der richtigen, der nachhaltigen Art der Familiengestaltung.

Das sind alles schwere Versäumnisse, die unsere Kinder ausbaden müssen. (Und nirgendwann auch wir selbst).

Denn wie sagt Mephisto so schön:

Am Ende hängen wir doch ab
Von denen, die wir machten.

 Posted by at 16:32
Juni 142010
 

Obwohl ich ein Anhänger der „gemeinsamen Grundschule für alle“ bin, bleibt manchmal kein anderer Weg als an Privatschulen, kirchliche Schulen – oder der Umzug in andere Viertel. Wir haben längst keine gemeinsame Grundschule mehr. Die Berliner Gesellschaft zerfällt in Milieus.

Wir haben den guten Kampf gekämpft. 6 Jahre nur an Schöneberger und Kreuzberger staatlichen Einrichtungen – erst öffentliche Kita, dann staatliche Grundschule.  Anteil der Kinder nichtdeutscher Herkunft: stets über 80 Prozent, derzeit über 90 Prozent. Es klappt nicht.

Wer dieses Blog eifrig verfolgt, wird nicht abstreiten, dass wir mit viel gutem Willen etwas für das „gemeinsame Lernen“ zu bewirken versucht haben.

Der zunehmende Verdrängungsdruck – weg aus Kreuzbergs staatlichen Grundschulen  – durch die in sich abgeschlossene, exkludierende Mehrheit, den wir empfinden, ist zu stark geworden. Diesen Schritt empfinde ich persönlich als sehr schmerzhaft, und er erfüllt mich mit Traurigkeit.

 

Ich hatte gehofft, mich entgegen allen vorab geäußerten Warnungen von Sozialarbeitern, Eltern usw. mit meiner gutmenschlichen Meinung durchsetzen zu können, dass Integration und Inklusion für alle – bei gutem Willen – an den staatlichen Grundschulen Kreuzbergs möglich ist. Egal, wie hoch der Anteil der muslimischen Kinder, wie hoch der Anteil der Kinder aus Hartz-IV-Haushalten ist.

Sind alle, die Privatschulen besuchen, rechte Hunde,  bürgerliche Angsthasen, spießige Naseweiße? Nein! Denn viele berühmte Kommunisten, Revolutionäre, Menschen, die bewegen, entstammen katholischen oder privaten Lehreinrichtungen. Zum Beispiel auch Angela Davis. Lest hier:

 Angela Davis – Wikipedia
Angela Davis entstammt einer schwarzen Mittelschichtsfamilie. Sie galt als hochintelligentes Kind und bekam als 15-Jährige ein Stipendium des American Friends Service Committee für das Little Red School House, die bekannte progressive Privatschule in New York.

 Posted by at 20:05
Juni 132010
 

Den mit Widerwillen erfüllten Ausspruch „Iih Schweinefleisch“ habe ich selbst wiederholt gehört und auch die wenigen nichtmuslimischen Kreuzberger Schüler berichten ihn mir. Wir sprachen am 11.03.2010 darüber in diesem Blog. Schweinefleisch gilt den muslimischen Schülern als ebenso verwerflich wie uns Deutschen das Gewaltmobbing unter Kindern oder das Verprügeln von Ehefrauen.

Ich denke, es ist gut, sich dieser Prägungen bewusst zu sein. Vorurteilsbewusste Erziehung nimmt diese Prägungen auf, arbeitet mit ihnen.

Wir geben unserem Sohn keine Wurstbrote mehr mit. Lieber nicht provozieren! Lieber sich anpassen an die Mehrheit. Wir sind in Kreuzberg.

„Schule ohne Rassismus“ wird 15: Courage im Alltag – taz.de
Die Herrmann-Hesse-Schule hat den Schauspieler Benno Führmann überredet. Zwei Drittel der Schüler sind nichtdeutscher Herkunft. Das multikulturelle Zusammenlernen klappt nach Auskunft von Eltern gut. Doch fühlten sich auch deutsche Schüler mitunter diskriminiert, erzählt die ehemalige Lehrerin Wulff. „Manche Schüler reden unter sich nur Türkisch, die anderen können den Gesprächen nicht folgen.“ Aufklärungsbedarf gibt es also zuhauf.

 Posted by at 19:25

Weg aus Deutschland wegen des Schulsystems?

 Anbiederung, Gute Grundschulen, Migration, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Weg aus Deutschland wegen des Schulsystems?
Juni 102010
 

Interessanter Artikel heute in der WELT! Viele Zuwanderer aus Indien, Polen, Vietnam, Russland, Ungarn, China usw. schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie unsere Grundschulen erleben. Ich selbst kenne viele Zuwanderer aus diesen Ländern, die tatsächlich entsetzt sind: „Was macht ihr bloß mit euren staatlichen Grundschulen!“

Hauptkritik: Zu wenig Leistungsanspruch, zu wenig Führung, keine Autorität, „Kinder tanzen den Lehrern auf der Nase herum“,  viel zu langsamer Lernfortschritt, keine Struktur erkennbar, zu viele Kinder aus anderen Ländern, die nicht lernen wollen, die keinen Bildungswillen zeigen, wenig Deutsch können und den Unterricht zum Kippen bringen. „Ihr dient euch unterwürfig den Türken und Arabern an!“ „Da ihr nicht wisst, was ihr wollt, da ihr kein Leitbild habt, können wir uns auch nicht in Deutschland integrieren!“ „Ihr Deutschen seid ein kulturelles Niemandsland geworden!“ „Es ist alles total beliebig an deutschen Schulen!“

Diese Zitate stimmen mich nachdenklich. Sie sind vielleicht überzeichnet. Aber sie vermögen den ungeheuren Drang an die Privatschulen zu erklären, den Drang weg aus den staatlichen Grundschulen.

Und ich kenne eine Reihe von Familien aus Ländern wie Russland und Polen, die aus diesen Gründen von Kreuzberg und Schöneberg wieder zurück ins Herkunftsland gezogen sind: „Hier wird nur herumgesumpft. Die Kinder lernen es nicht, mit Fleiß und Strebsamkeit ihre Zukunft aufzubauen. Sie werden verhätschelt und vernachlässigt. Das ist nicht das Deutschland, das wir uns erhofft haben.“

Zuwanderung: Migranten in Deutschland und ihr Bildungsproblem – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE
Seither sind 20 Jahre vergangen, die alten Nachbarn und Freunde sieht Abi, wie Abishika jeder nennt, höchstens zwei Mal im Jahr. Sie lebt heute in London, weil sie erneut umsiedeln musste: wegen des deutschen Schulsystems.

 Posted by at 21:07

Vorbild Frankreich?

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Mai 262010
 

Lustige Debatte in Frankreich um die französische Schulorganisation! Neuerdings wird sogar das allseits verschrieene deutsche Schulsystem als in manchen Punkten vorbildlich diskutiert.

Die Ungleichheit zwischen den Schülern entsprechend der sozialen Herkunft hat in Frankreich ebenso wie in Deutschland in den letzten zehn Jahren nachweislich nicht ab-, sondern zugenommen! Das ist eine in jeder Beziehung unerwünschte Entwicklung!

Ganztagsschulen als solche sind also noch kein seligmachendes Mittel. Die Franzosen bemängeln an ihrem Schulsystem eine zu dichtgedrängte Packung Unterricht, viel zu lange Sommerferien, zu wenige Sport- und Musik-Angebote.

Insgesamt meine ich und kann dies durch Daten belegen: Das französische Einheits-Schulsystem produziert nicht weniger Ungleichheit als das deutsche.

So wie ja auch die vermeintliche „gemeinsame Grundschule“ mindestens in Berlin längst eine Fiktion ist. Die Sonderung der Schüler nach sozialer Herkunft setzt bereits im Kindergartenalter ein. Von „gemeinsamem Lernen“ in den Jahrgangsstufen 1-6 [oder 1-4], wo es angeblich die einheitliche Grundschule gibt, kann keine Rede sein.

Dennoch halte ich den Ausbau der staatlichen Betreuungsangebote, den Ausbau der staatlichen Ganztagsschulen in Deutschland für richtig. Sobald Geld da ist, sollte man es dafür verwenden. In der Zwischenzeit die Eltern wieder und wieder an ihre Pflichten erinnern! Nicht auf später vertrösten. Wir Eltern müssen ran. Jetzt. Die Kindchen, die in zwei Jahren eingeschult werden, sind alle schon geboren!

Den Familien muss das staatliche Wohlfühl-Flachbildschirm-Geld eher weggenommen (AUA!, das kostet Wählerstimmen!), den Bildungseinrichtungen muss es eher gegeben werden. Geben und nehmen – das ist das Geschäft der Haushälter! An die Arbeit!

Also mehr Ganztagsschulen – Pflicht oder freiwillig? Darüber muss gesprochen werden! Teuer ist es in jedem Fall. Hier noch ein kurzer Ausschnitt aus einem Interview mit Eric Charbonnier, dem französischen OECD-Berater in Bildungsfragen:

Rythmes scolaires : „Pourquoi du sport et pas des activités culturelles ?“ – LeMonde.fr
L’après-midi pourrait aussi être utilisée pour faire du soutien scolaire à ceux qui en ont le plus besoin. Les inégalités de résultats entre élèves se sont accrus ces dix dernières années en France et le meilleur moyen pour les résorber serait de développer le soutien personnalisé. Actuellement, le soutien scolaire est proposé après les heures de cours, à la fin de la journée, alors qu’elles sont déjà très chargées.

 Posted by at 10:12