Ne mutlu Kreuzbergüm diyene!

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Aug. 102011
 

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Ne mutlu Kreuzbergüm diyene! Alles toll, Tiergarten in Reichweite, gute Menschen, Politik sollte man mal außer acht lassen! Hepimiz insaniz, arkadaslar!

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Aug. 102011
 

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So behauptet es in dankenswerter Offenheit die Linke. Auch Miriam Noa, SPD-Kandidatin in meinem Wahlkreis, spricht sich in ihrem aktuellen Wahlkampfvideo eindeutig gegen Privatschulen „für eine kleine Elite“ aus.

Motto der Linken: „Der Staat kann es besser, die Menschen, die Bürger können es selber nicht. Wir, die Linken aller Parteien, wissen, was die Bürger brauchen. Wählt uns an die Macht.“

Das tiefe Misstrauen der linken Parteien gegenüber dem Menschen spricht sich auch in ihrem Misstrauen gegenüber Privatschulen  aus.

Wie gut, dasss wenigstens die Berliner Grünen in Gestalt ihres bildungspolitischen Sprechers Özcan Mutlu – Berliner Listenplatz 8 –  sich für eine Privat(hoch)schule für eine kleine türkische Elite aussprechen! Mutlu sagt: „Ich habe ein politisches Interesse daran, dass die private Universität nach Berlin kommt.“ Merke: Elite ist gut sofern türkisch.

Auch Hans-Christian Ströbele, der bewunderte Spitzenmann der Kreuzberger Grünen, sprach sich für die evangelische Privatschule  am Marheinekeplatz aus.

Damit verabschiedet er sich vom linken Konsens, dass der Staat (sofern links regiert) gut, der private, eigenverantwortlich handelnde Mensch aber schlecht ist!

Ich meine: Privatschulen sind nicht unbedingt böse. Das tiefe Misstrauen der Eltern oder auch des grünen Politikers Mutlu gegenüber den Berliner staatlichen Bildungseinrichtungen muss ja schon irgendwoher kommen. Wenn selbst ein Bürgermeister Wowereit oder ein Kreuzberger Bürgermeister Schulz ihre Kinder nicht in die Kreuzberger staatlichen Schulen schicken oder schicken würden!

Die Eltern sagen: „Jetzt machen wir die Schule eben selbst.“ Die Linken versuchen dies zu verhindern.

Bahçeşehir Üniversitesi Haberler
Bahçeşehir Üniversitesi uluslararası bağlantılarına bu kez denizlerde devam ediyor. 1963’ten bu yana eşsiz bir yurt dışı eğitimi veren Semester at Sea gemisi bundan böyle her yıl İstanbul’a gelecek ve Bahçeşehir Üniversitesi ile ortak ders, seminer ve aktiviteler düzenleyecek.

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Mutlu heißt glücklich

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Aug. 102011
 

„Die Grünen/Bündnis 90 sind aber sehr türkenfreundlich. Für die Türken tun sie alles“, höre ich manchmal die anderen Zuwanderer – vor allem die aus europäischen Ländern – seufzen. Die geplante türkische Privatuniversität in Berlin sucht eine Immobilie. Als Türöffner dabei: der bildungspolitische Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, dessen Familienname Mutlu – „Glücklich“  lautet und der in diesen Tagen wieder einmal die Presse erobert hat. Geschickt gemacht.

Nachholende Türkisierung der Türken, Zaza, Jesiden und Kurden in Deutschland, nachholende rechtgläubige Islamisierung der Türken in Deutschland, Anerkennung der Türkei als der unbestrittenen Führungsmacht der islamischen Welt auch in Deutschland, darum scheint es mir im Kern beim Currywurststreit zwischen Özcan Mutlu (43 Jahre) und Oguzhan K. (20 Jahre) zu gehen.

Denn der unausgesprochene Vorwurf der jungen, national und religiös neueingestellten Türken-Generation an die stärker in Deutschland integrierte Elterngeneration lautet: „Du bist ja kein richtiger Moslem mehr! Du bist also auch kein richtiger Türke mehr!“ Das steckte auch hinter den Pfiffen gegen den im deutschen Dress auflaufenden Mesut Özil.

Dieses starke Nationalbewusstsein, gepaart mit einem kraftvollen, nationalkonservativen Islam, scheint mir ein wesentliches Merkmal der erstarkenden türkischen Gemeinde in Deutschland zu sein.

Ne mutlu Türküm diyene – Wikipedia

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„„Schuld kann vergeben werden“

 Currywurst, Joseph und seine Brüder, Koran, Religionen, Versöhnung  Kommentare deaktiviert für „„Schuld kann vergeben werden“
Aug. 092011
 

„Reicht euch doch die Hand, sprecht euch aus, arkadaşlar“, – denn Versöhnung ist möglich, auch zwischen einem deutschen Aleviten und einem strenggläubigen Currywurstverkäufer. So dachte ich gestern.

Schuld kann vergeben werden, das ist eine wichtige Erfahrung für Männer. Versöhnung – ein großes Thema! Der biblische Joseph und auch der Yussuf des Koran stehen für diesen großen, das ganze Leben umfassenden Versöhnungszusammenhang. Darauf wies gestern auch Margot Käßmann in der BZ auf S. 16 hin – in genau jener Ausgabe, die den argen Zwist zwischen Oguzhan und Özcan, den Brüdern aus türkischem Stamm, berichtet hat.

 B.Z. Gesprach: „Schuld kann vergeben werden“ – B.Z. Berlin – Kultur, Margot Käßmann, Josefsgeschichte
Das ist „Gnade“: zurückblicken, etwas sehr ungerecht finden und am Ende ist es doch gut, Teil deiner Lebensgeschichte. Und Schuld kann vergeben werden, das ist eine wichtige Erfahrung für ein Kind.

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„Falsche Staatsauffassung“?

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Aug. 082011
 

Von einer „falschen Staatsauffassung“ sprach der Alte einmal in der Kölner Universität im Jahr 1946. Die Wendung schoss mir wieder bei meinen Streifzügen durch das Land hart am Rande der Alpen durch den Sinn.

Der arme Kreuzberger Blogger kommt nämlich soeben landfahrend aus dem sagenumwobenen Freistaat Bayern zurück (Arbeitslosenquote tendiert gegen 3%, fallend.) Erstaunlich bei diesen Bajuwaren ist, dass sie davon ausgehen, jeder Erwerbsfähige solle für sich und seine Familie den Lebensunterhalt erwirtschaften. Das tun sie nach Kräften alle. Viele ziehen der Arbeit hinterher. Alle gehen nach Kräften einer Arbeit nach.

Anders dagegen hier hier in Berlin: Die POLITIK, der STAAT soll für alle sorgen, soll Brot, Wohnung, Spiel, Spaß und Kurzweil be-sorgen. Alle Berliner Parteien bedienen mehr oder minder diesen in langen Jahrzehnten des ZENTRAL GELDVERTEILENDEN Obrigkeitsstaates herangezüchteten Erwartungshorizont. „Wir schaffen 100.000 Arbeitsplätze!“ Es herrscht eine gänzlich andere Gesinnung hier in Berlin als in Bayern.

Welches Völkchen ist im Recht? Die knorrigen Bajuwaren oder die urban-geschmeidigen Berliner, die listig 1000 Gründe ersinnen, um sich als die BENACHTEILIGTEN oder als FÜRSORGLICHE ANWÄLTE der Benachteiligten auszugeben? S’ist unentscheidbar!

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„Wir Deutsche fühlen uns fremd im eigenen Land“

 Angst, Anständigkeit, Augsburg, Das Böse, Migration, Verdummungen  Kommentare deaktiviert für „Wir Deutsche fühlen uns fremd im eigenen Land“
Aug. 082011
 

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„Wir Deutsche fühlen uns fremd im eigenen Land.“ So schilderte es mir bei meinem Bayern-Aufenthalt letzte Woche eine junge Augsburgerin mit frischem Berufsschulabschluss, die in Augsburg-Oberhausen aufgewachsen ist. „Es gibt zu viele Ausländer in den Schulen, das ist das größte Problem.“ Selbst den Augsburger Türken sind es zu viele „Ausländer“, wie man in Augsburg ganz ungeniert sagt, obwohl die „Ausländerkinder“ bereits hier in Bayern geboren und aufgewachsen sind. Allerdings kommen auch ständig wieder Ehepartner in die durch die Verwandten arrangierten Ehen nach Deutschland, die weder Deutschkenntnisse noch Schulabschluss mitbringen. So verstetigen sich die Probleme, ganze Stadtviertel wandeln ihr Gesicht, die deutsche Bevölkerung mit Kindern zieht fort.

Augsburg ist bundesweit die Stadt mit dem vierthöchsten Migrantenanteil.  Bei den Schilderungen der Augsburger fällt mir auf, dass die zunehmenden Probleme vergleichbar mit den zunehmenden Problemen in den West-Berliner Innenstadtbezirken sind. Allerdings gibt es in Bayern eine geringere Arbeitslosigkeit, weshalb die Desintegration noch nicht so weit fortgeschritten wie in Berlin ist. Es gibt in Bayern sozusagen immer wieder eine Chance, die Integration durch die Arbeit zu schaffen.

Es gibt wie in Kreuzberg auch in Augsburg einen immer deutlicheren Trend zur ethnischen Entmischung der Schüler. Viele deutsche Kinder fliehen auf die privaten Schulen. Selbst Mittelschulen werden bereits als Privatschulen angeboten. Die wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in die Privatschulen: gute Deutschkenntnisse, gute Noten in den Zeugnissen. Man zahlt 50.- Euro Schulgeld, hat aber dann die Garantie, dass alle Kinder ausreichend Deutsch können, um dem Unterricht zu folgen. Auch vergleichsweise arme Familien zahlen lieber die 50 Euro als ihr Kind in einer fremden Umgebung zu isolieren.

Wieder und wieder bemerke ich bei meinen Gesprächen in Bussen&Bahnen, in Friseursalons&Einkaufszentren, in Schulen und an Stammtischen, dass es stark entfaltete Empfindungen und Ängste gibt, die weder in der veröffentlichten Meinung noch in der Politik Deutschlands ihren Niederschlag finden.

Denn es gilt das eherne Gesetz der politischen Anständigkeit: „Du darfst keine Überfremdungsangst haben! Das ist böse!“ Als ob Ängste böse wären.

Das töricht-opportunistische Verschweigen und moralische Stigmatisieren dieser höchst leibhaftig empfundenen Überfremdungsängste bereitet den rechten Strömungen und auch dem leider bedrohlich anwachsenden Rechtsradikalismus fruchtbaren Boden.

Multikulti-Viertel: Oberhausen: Fremdes Augsburg – Nachrichten Augsburg – Augsburger Allgemeine

Bild: Volksschule in Augsburg-Firnhaberau, Hubertusplatz, aufgenommen vergangene Woche. Ich selbst besuchte diese staatliche Volksschule mit gutem Erfolg.

 Posted by at 19:27

„Ich bin das Opfer“, oder: Wettbewerb der Erniedrigten und Beleidigten

 Currywurst, Islam, Opfer  Kommentare deaktiviert für „Ich bin das Opfer“, oder: Wettbewerb der Erniedrigten und Beleidigten
Aug. 082011
 

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Kaum zurück aus den ganz normalen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, umfängt mich hier im unnormalen Bundesland Berlin sofort wieder das unvergleichliche Fluidum der Berliner treibhausartig erhitzten Symbol- und Ersatzpolitik – um so mehr, als jetzt erkennbar Wahlkampf herrscht.

Die Linke belehrt mich pfeilgrad vor meiner Haustür, dass „Privat ist Katastrophe„, also ist Staat gut. Der Staat muss alles machen, da Privat Katastrophe ist. Aber ist dies gutes Deutsch?

Der Deutsche Özcan M. musste sich offenbar beschimpfen lassen, weil er im Ramadan Schweinefleisch aß. Das berichtet die BZ heute auf S. 6. Aber wer hatte zuerst geschimpft? Der Deutsche hatte den Laden des Türken (?) Oguzhan M. als Sch…laden (Schweinefleischladen??) beschimpft. Hola, que tal? Ein Deutscher beschimpft einen Türken und seinen Laden als Sch… laden! Nee, nee, ist das aber ein Rassismus.

Zoff am Imbiss: Scharfer Streit am Curry-Stand – B.Z. Berlin – Özcan Mutlu,Imbiss,Currywurst,Beleidung,Körperverletzung

Die beiden Streithähne gerieten wohl aneinander über die unterschiedliche Auslegung des Fastengebotes. ABER: Schweinefleisch ist in Berlin noch nicht verboten, also hatte der Deutsche das Recht, eine Currywurst zu essen! UND: Ist jeder Deutsche, der auch Türkisch spricht, deswegen automaticamente Moslem? War Kleinasien nicht vor der Eroberung durch die Araber und dann die Türken ein christliches Land? Lebten nicht im Jahr 1921 etwa 30% Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei? Wo sind sie alle hin?

Fragen, Fragen! Noch eine Frage: Wer hat wen mehr beleidigt? Den PRIVATEN Wettbewerb darum, ob der Deutsche den sittenstrengen  Currywurstverkäufer beleidigt hat oder umgekehrt der sittenstrenge Verkäufer den deutschen Politiker körperlich bedroht hat, werden jetzt wieder einmal die STAATLICHEN deutschen Gerichte klären.

Die Linke hat recht: Die Privaten können es nicht. Privat ist Katastrophe.

Beide  machen sich gegenseitig den Opferstatus streitig. Unübertroffen eindeutig die Feststellung des Deutschen: „Ich bin das Opfer!“

Ich bin das Opfer. Ein typischer Satz, den gerade Zuwanderer gegenüber den Deutschen immer wieder äußern. Dadurch, dass der Deutsche Özcan M. sich selbst als Opfer bezeichnet, unterläuft er den typischen Beleidigungs- und Opferdiskurs der linken Integrationspolitiker. Er führt ihn ad absurdum. Genial. Gut gemacht!

Ich meine: Jeder hat das Recht in Kreuzberg zu sein. Jeder hat auch in Kreuzberg das Recht jederzeit Schweinefleisch zu essen.

ABER: Jeder Deutsche, der sein Kind in Kreuzberg in eine staatliche Grundschule schickt, weiß, dass er schon im eigenen Interesse die muslimischen Mehrheiten nicht durch das aufreizende Essen eines Salamibrotes oder das öffentliche Bestellen einer Currywurst mitten im Ramadan provozieren darf. Das müsste ein erfahrener Integrationspolitiker wie der Grüne Özcan Mutlu wissen. Ich meine also: Er hat es auf die Provokation angelegt.

Mein Rat: Tiefer hängen! Der Prozess um die Currywurst gleicht dem Prozess um des Esels Schatten. Jetzt seid doch nicht so prozesshanselhaft, arkadaşlar! Vertragt euch wieder! Reicht euch die Hand. Privat.

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Aug. 042011
 

Guten Morgen allerseits. Hier ein paar empirisch nachweisbare, schwer verdauliche Wahrheiten zum Frühstück:

Wahrheit Nummer 1: Weiterhin werden die nachweislich mathematisch falschen Statistiken des DIW weiterverbreitet, wonach jedes 6. Kind in Deutschland armutsgefährdet ist! Dahinter stecken Rechenfehler, die das DIW selbst eingeräumt hat. Weg damit in die Tonne! Selbst nach den offiziellen Kriterien ist bei korrekter Rechnung jedes 12. Kind armutsgefährdet.  In kaum einem anderen Land ist echte Armut so selten wie in Deutschland oder den skandinavischen Ländern.

Wahrheit Nummer 2: Es gibt in Deutschland einen negativ inversen Zusammenhang zwischen staatlicher Kinderbetreuung und Kinderzahl. Je besser die staatliche Kinderbetreuung ausgebaut ist, desto geringer die Kinderzahl.

Wahrheit Nummer 3: Die staatliche Familienförderung der letzten Jahre hat keinen messbaren Effekt auf die Kinderzahl gehabt. Sie hat offenbar viel gekostet und nichts gebracht.

Wahrheit Nummer 4: Größter Risikofaktor für Gesundheit und Wohlergehen der Kinder ist nicht materielle „Armut“, sondern die Trennung der Eltern oder das Fehlen des Vaters. 3 Viertel aller psychotherapeutisch behandlungsbedürftigen Kinder kommen aus Ein-Elter-Familien.

Wahrheit Nummer 5: Wenn sich allmählich als Alternative zur traditionellen IchwillSpaßundSelbstverwirklichungs-Single-Gesellschaft das innovative, moderne Leitbild der Familie (Mama und Papa samt Kindern mit Verwandtennetzwerk drumherum) durchsetzte, würden sich zahlreiche Probleme des Kindermangels, der psychischen Störungen, Probleme der demographischen Schrumpfung  und des Pflegenotstandes viel leichter lösen lassen.

Statistik: Deutschland verliert seine Kinder – Panorama – Aktuelle Nachrichten zum Thema Boulevard, TV, Prominente, Musik. – Augsburger Allgemeine

 Posted by at 08:42
Aug. 032011
 

Ich sag euch, das ist irre hier in Bayern – am Ammersee, in Augsburg und überall! Das kann man sich nicht vorstellen, was hier abgeht: Fast alle Erwerbsfähigen gehen einer Arbeit nach, man grüßt sich mit Grüß Gott, herrliche Radwege umsäumen den See, die „Ausländer“ fühlen sich hier alle zugehörig, es gibt keine Parallelgesellschaften. WOW! Und ein Fahrrad-Parkhaus hat Dießen auch – etwas, was man in ganz Berlin vergeblich sucht.

Der arme Blogger staunt mal wieder über diesen grotesken, lächerlichen Arbeitsamtsbezirk Bayern-Süd: Arbeitslosigkeit bei 3%, Pflege der Natur und Landschaft vorbildlich, die „Migranten“ sind alle integriert, sprechen gutes Bayern-Deutsch! Was soll das? Entmutigend! Und zu allem Überdruss zahlt Bayern seit Jahren „solidarisch“ Milliarden und Abermilliarden Euros in den Länderfinanzausgleich, von dem wir Berliner dann unsere üppig geschmückten Parabol-Antennen, unsere Skandale und Skandälchen,  unsere dauerbenachteiligten Prinzenbad- und Bad-Boys-Parallelwelten, unsere besprühten Künstlerhäuser und alternative Lebensentwürfe finanzieren.

Wo sind hier in Bayern die staatlich umhegten Zäune für alternative Lebensentwürfe? Die staatlich alimentierten Soziotope? Alle fühlen sich hier irgendwo zugehörig!

Trotzdem könnte so etwas in wenigen Jahrzehnten auch in BERLIN zu schaffen sein. Man muss nur die Menschen ermuntern anzupacken, sich weniger auf den Staat und mehr auf die eigenen Kräfte zu verlassen. Zur Not einfach der Arbeit hinterherziehen! In der Berliner Landespolitik: aus- und aufräumen! Neue Regierungen an die Macht wählen! Sümpfe der alten Verteilungspolitik trockenlegen! Vorbilder und Leitbilder für alle schaffen!

Die bettelarmen Agrarstaatler, die Bayern haben es nach dem Krieg – auch dank der Flüchtlinge und deren Strebsamkeit –  geschafft!

Vor 65 Jahren lag Bayern darnieder, dann kamen die Millionen Vertriebenen, die aus ihren multiethnischen Staaten (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, UdSSR) rausgeschmissenen Deutschen aus dem europäischen Osten! „Pack mer‘s!“ lautete das Leitwort. Es klappte wunderbar!

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Juli 312011
 

„Das norwegische Volk hat großartig reagiert.“  So etwa haben es verschiedene Norweger gesagt. Die Norweger haben als Nation zusammengestanden, – wobei sie Nation oder Volk als die Gesamtheit aller fassen, die in ihrem Land leben.

Die Norweger sprechen nicht von „Menschen mit Migrationshintergrund“, also unnormalen Menschen der anderen Art – wie etwa im Berliner Integrationsgesetz ausgesagt.  Sie sagen: Wir Norweger, alte und neue Norweger zusammen.

Integration kann vermutlich nur dann gelingen, wenn eine Art Nationenbegriff zugrundeliegt. Nation verstanden wie in Norwegen als Gemeinschaft aller Menschen in einem Land, die nicht bloß als räumlich zusammengewürfelt aufgefasst werden, sondern als echte Schicksalsgemeinschaft freier mündiger Gleicher.

Diese Einsicht scheint in Deutschland aber nicht verbreitet zu sein.  Im Gegenteil: Fast alle Kommentatoren verkennen, dass das Land als norwegische Nation jetzt noch enger zusammensteht als vorher. Die eigentümliche Entleerung des Begriffes der Nation scheint mir ein besonderes Merkmal der Deutschen zu sein.

Von daher das in der deutschen Integrationsdebatte vorherrschende kulturelle Nirwana, in das hinein die Integration als Addition nicht zusammengehörender Teile erfolgen soll.

Schon ein aus dem Schwedischen übersetztes deutsches Volkslied wie etwa „Im Frühtau zu Berge“ erzeugt antideutsche, konvulsivische Zuckungen bei einem Großteil der Menschen. Man haut sich lieber den neuesten Song aus dem European Song Contest über iPod rein.

Einen Beleg unter vielen für diese Zurückweisung des Nationalen, wie sie ein Spezifikum der deutschen Publizistik ist, stellt der Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff dar:

Norwegen: Eine Gesellschaft der Furchtlosen – Meinung – Tagesspiegel
Heute kann die Antwort aber genauso wenig in einem „Zurück zur Nation“ liegen, erst recht nicht im Zeitalter transnationaler Freiheitsbewegungen. Das wäre auch unpatriotisch, wie der Soziologe Ulrich Beck meint. Er sieht, im ausdrücklichen Bezug zu Brandt, „Kosmopolitismus“ heraufziehen, der einen neuen Integrations- und Identitätsbegriff, ein Zusammenleben über Grenzen hinweg „bejaht, ohne dass Eigenheit und Differenz auf dem Altar der nationalen Homogenität geopfert werden müssen“.

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Beginn des Ramadan: Lernen wir geben!

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Juli 312011
 

240720111036.jpgAm heutigen Sonntag galt im Gottesdienst die Besinnung dem richtigen Geben, dem richtigen Nehmen. Die wichtigste Handlung des Gebens und Nehmens ist zweifellos das Reichen von Essen und Trinken an den Bedürftigen, an das Kind. Eine endgültige Gewissheit für das Essen und Trinken tut uns vielleicht gar nicht so gut. Es heißt ja auch nicht: Gib uns Berge von Brot! Sondern: Gib uns soviel Brot, dass es bis morgen reicht! Donne-nous aujourd’hui notre pain quotidien.

Das Brot schmeckt frischer, wenn man es täglich holt. Darüber schreibt Russell Shorto heute im International Herald Tribune unter dem Titel The Dutch way: Bicycles and fresh bread. Er sagt: Wer mit dem Rad statt mit der Limousine zum Einkaufen fährt, braucht kein konserviertes Brot.

„Cyclists can’t carry six bags of groceries; bulk buying is almost nonexistent. Instead of shopping for a week, people stop at the market daily. So the need for processed loaves that will last for days is gone. A result: good bread.“

Vorübergehend gewollte Knappheit im Essen und Trinken, um den Menschen auf das Wesentliche zurückzuführen, das scheint mir auch der wesentliche Sinn des Ramadan zu sein, der hier in Deutschland für alle Muslime einheitlich morgen beginnt. Bei Einbruch der Dunkelheit versammeln sich die Familien, genießen die Gemeinschaft und das Brechen des Fastens!

Ich entbiete allen Muslimen meine herzlichsten Segenswünsche zum Beginn des Ramadan! Ich schließe den Wunsch an: Möge euer Fasten uns allen zugute kommen! Seid Regentropfen für unsere Gemeinschaften!

Bild: Der Große Müllroser See in dem Ort Müllrose am Schlaubetal, Rast während eines Radausfluges am vergangenen Sonntag

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Ja, vi elsker dette landet, oder: die multikulturelle Nation

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Juli 312011
 

Spannend! Im Gegensatz zu Deutschland, wo man mittlerweile leider vielfach von einem beziehungslosen Nebeneinander der verschiedenen Volksgruppen oder Millets (Deutsche, Türken, Kurden, Zaza, Polen, Russen, „Araber“, Palästinenser usw.) in einer mehr und mehr bunten Bevölkerung sprechen muss, den sogenannten Parallelgesellschaften, setzt das bekennende Zuwanderungsland Norwegen seit vielen Jahren eindeutig auf Patriotismus, nationale Einheit,  auf emotional stark aufgeladene Begriffe wie Volk und Vaterland.

Das Argument, man sei eine selbständige Nation und wolle sich nicht der EU unterordnen, spielte eine wichtige Rolle bei der Ablehnung des EU-Beitritts. Norwegen wollte und will seine nationale Eigenständigkeit bewahren – und fährt gut damit. Von einer Überwindung des nationalstaatlichen Denkens kann also im Falle Norwegens nicht die Rede sein!

Jeder, der sich dem norwegischen Volk anschließen will, jeder, der Norweger werden will, ist willkommen! Es wird alles getan, damit die Zuwanderer binnen 2 Jahren den Anschluss an das norwegische Volk finden und Norweger werden. Sie müssen alle 2-jährige Kurse in norwegischer Sprache und Kultur besuchen, müssen Norwegisch lernen usw. Doch jeder wird ermuntert, die Herkunftskultur zu pflegen und mit in die gemeinsame norwegische Kultur einzubringen.

Was die Norweger vermeiden wollen, ist eine ethnische Aufspaltung der Gesellschaft in „Autochthone“ und „Menschen mit Migrationshintergrund.“ Nein, alle Zugewanderten sollen sich einbringen, sollen eine neue Identität als Norweger ausbilden.

Man nennt sie: die neuen Norweger.

Sie sollen sich nicht als „Eigentlich-Somalis“, „Eigentlich-Irakis“, „Eigentlich-Polen“ usw., sondern sich als Vollbürger der multikulturellen Nation sehen. Eine Nation, die übrigens immer noch eine amtliche Staatskirche hat!

Der Hymnus lautet: Ja, vi elsker dette landet. Ja, wir lieben dieses Land.

HetlandKnowNorwayBook.pdf (application/pdf-Objekt)

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Proud to be Norwegian

 Integration, Leitkulturen, Migration  Kommentare deaktiviert für Proud to be Norwegian
Juli 312011
 

„Bano Rashid was so proud to be Norwegian, war so stolz Norwegerin zu sein …“ – so beginnt Michael Schwirtz seinen Bericht „A grieving Norway defies killer with unity“ im heutigen International Herald Tribune auf S. 3.

Kaum ein anderes europäisches Land arbeitet so leidenschaftlich und unbeirrbar am Projekt der nationalen Einheit wie Norwegen. 2-jährige Einführungskurse in die „norwegische Kultur“ sind seit längerem verpflichtend für alle Zuwanderer, für die neuen Norweger vorgeschrieben. Jeder, der ankommt, soll sich willkommen, aber auch gefordert fühlen. Von jedem, der ankommt, wird erwartet, dass sie oder er eine neue, eine norwegische Identität ausbildet. Alle, die in Norwegen leben, sollen sich als Norweger fühlen. Norwegen setzt eindeutig auf die Karte des Nationalstaates! Die Norweger sind stolz auf ihr weltoffenes, tolerantes, aber eben auch nationalbewusstes Land.

Norwegen fordert und erhält die nationale Loyalität aller Zuwanderer. Dabei wird jedoch niemand gezwungen, seine Herkunftskultur oder seine ethnische Zugehörigkeit aufzugeben. Die aus Irak stammende Bano Rashid bekannte sich klar zum Kurdentum, kämpfte unermüdlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Norwegen, arbeitete zugleich für ihren Aufstieg als norwegische Politikerin und für den Aufbau eines freien, unabhängigen kurdischen Staates. Ihr Sarg war zugleich in die norwegische und die kurdische Flagge gewickelt. Die norwegische und die kurdische, die norwegische und die palästinensische Flagge sind in friedlicher Koexistenz nebeneinander auf Fotos im International Herald Tribune zu sehen.

Die doppelte Loyalität – zugleich für Norwegen und Kurdistan, zugleich für Palästina und Norwegen – ist in Norwegen gelebter Alltag. Bekennende Einwanderungsgesellschaften wie die norwegische bieten allen Zuwanderern die Chance, für die nationale Sache der Herkunftskultur zu kämpfen.

Norway Attack Victim’s Funeral Is Held – NYTimes.com
A Muslim imam and female Christian minister presided over a ceremony that drew hundreds of mourners to a small 12th-century church in Ms. Rashid’s hometown, about 25 miles from Oslo, the capital. Her coffin was draped with the red, white and green Kurdish flag, as well as Norway’s red, white and blue.

 Posted by at 08:35