Im Brackwasserland

 Natur  Kommentare deaktiviert für Im Brackwasserland
Juli 222011
 

Stets von neuem verblüffte und erstaunte mich die Boddenlandschaft. Nur etwa 7000 Jahre jung ist diese Zone des beständigen Übergangs zwischen Meer und Land, zwischen stummer Naturmacht und tätigem Eingreifen des Menschen. Ein Augenzwinkern angesichts der bis zu 250 Millionen Jahre, die unsere Weltmeere brauchten, ehe sie zur jetzigen – ebenfalls vorläufigen – Gestalt fanden! Als Kinderstube der Evolution preist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft sein Schatzkästlein an. Auf mich wirkte diese keineswegs nur flache, sondern in sich vielfach gestaffelte, überraschungsreiche Landschaft wie eine Art polymorphes Kraftfeld. Ich beobachtete Storch, Reiher, Kormoran, Natternzunge, Hahnenfuß, Rotbraunes Quellried, Salzmelde, Kriechendes Netzblatt, Bürstenmoose zuhauf!

Hier im Bild ein breiter Streifen herrlich aufgewühlten, flockig hingestreuten Abendlichtes. Wie stets im Norden verzögert sich der Übergang von Abend zu Nacht um eine kleine Unendlichkeit. Zuletzt fragten wir uns, ob es überhaupt je Nacht wurde.

Auch dies ein Zeichen des beständigen Übergangs, des Hin und Her, des dämmrigen Zwischenreiches zwischen Salzwasser und Süßwasser. Brackwasser, Brackland!

Dann wieder hüllte uns schwer peitschender Regen stundenlang ohne Unterbrechung im Zelt ein, gerade nachts. Ja, dann war es Nacht! Und wir sehnten den Tag heran.

 Posted by at 21:57
Juli 212011
 

Nationalfeiertag Belgiens heute! Belgien ist wie Bosnien-Herzegowina einer der wenigen verbliebenen multiethnischen Staaten Europas. Die überwältigende Mehrheit aller europäischen Staaten sind demgegenüber seit 1990 Nationalstaaten. Der Blogger entbietet seine besten Wünsche diesem Nachbarland, diesem guten europäischen Partner, der in vielen Stürmen sich als lebendige Demokratie bewiesen hat. Allerdings ist die Lage derzeit nicht gut! Die beiden wichtigsten Volksgruppen des Mehrvölkerstaates, also die Flamen und die Wallonen, können sich nicht auf eine gemeinsame Regierung einigen, was zum langdauernden Politikstillstand geführt hat. Zünglein an der Waage: die sogenannten Rechtspopulisten.

Hören wir die Besorgnisse des Königs:

 Koning België uit zorgen over impasse in ‘politiek getinte’ toespraak :: nrc.nl
De koning waarschuwt de politici voor de blijvende impasse om vier redenen:

Bezorgdheid om de “langste regeringsvorming sinds mensenheugenis”
De crisis wekt bij een “aanmerkelijk deel van de bevolking” onbegrip ten opzichte van de politiek. “Het risico bestaat dat een vorm van poujadisme zou ontstaan die de democratie ernstig kan schaden.”
Het “socio-economische welzijn van alle Belgen” kan worden aangetast als deze toestand aanhoudt
De huidige situatie brengt ongerustheid teweeg bij partners, wat de rol van België in Europa kan schaden en “zelfs het elan van de Europese eenmaking die al voldoende wordt tegengewerkt door de eurosceptici en de populisten”.

 Posted by at 13:59
Juli 212011
 

22062011766.jpg Die Bergmannstraße bleibt im Fokus der Aufmerksamkeit. Was ich bei meinen Umfragen unter Anwohnern und Geschäftsleuten im Bergmannkiez feststellte: „Shared Space“ ist ein Fremdwort, niemand weiß damit etwas anzufangen. Mehr Chancen räume ich dem Wort und der Sache der „Begegnungszone“ ein. Sie klingt deutsch und stammt aus der Schweiz. Lest selbst im Tagesspiegel vom 20.07.2011:

Senat plant: Mehr Sicherheit für Fußgänger – Verkehr – Berlin – Tagesspiegel
In den geplanten „Begegnungszonen“ sollen Fußgänger auch auf der Straße Vorrang haben. Für Autos und Radler gilt Tempo 20. Als erste Testreviere wurden der Checkpoint Charlie und die westliche Bergmannstraße in Kreuzberg erkoren, wo die Fußgänger ohnehin in der Mehrheit sind. Als weitere Kandidaten gelten die nördliche Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg und die Stargarder Straße in Prenzlauer Berg.

Für die Kommunalpolitik in Friedrichshain-Kreuzberg tun sich interessante Gemengelagen auf: Einerseits ein BVV-Beschluss aus dem Juni 2010, der die Verlängerung der Fahrradstraße in die westliche Bergmannstraße fordert. In der Tat: Die wichtige Fahrrad-Senatsroute TR 4 führt geradenwegs durch die Bergmannstraße! Die sogenannte Fahrradstraße im östlichen Teil der Bergmannstraße hat freilich kaum etwas verändert. Sie hat aber auch niemandem geschadet oder wehgetan. Die Autos fahren munter weiterhin rein und raus, parken im modischen Querparken einen großen Teil der Fläche zu. Schaut selbst in die Fahrradstraße hinein:

220620117691.jpg

Andererseits ein Vorschlag des Senats, hier eine „Begegnungszone“ einzurichten. „Fahrradstraße“ und „Begegnungszone“ widersprechen einander. Denn Fahrradstraßen beanspruchen einen eindeutigen Vorrang des Radverkehrs gegenüber dem Fußverkehr und dem Autoverkehr. Sie können dort eingerichtet werden, wo der Fahrradverkehr bereits jetzt die vorherrschende Verkehrsart ist, oder wo zu erwarten ist, dass er alsbald die „vorherrschende Verkehrsart“ sein wird.

Die „Begegnungszone“ nach Schweizer Vorbild beansprucht hingegen Vorrang nicht für den Radverkehr, sondern für den Fußverkehr.

Meine persönliche Meinung? Nun, der Bergmannkiez ist mit etwa 7000 Einwohnern/Quadratkilometer eins der dichtestbesiedelten Wohngebiete Deutschlands! Dennoch prägen derzeit parkende und fahrende Autos sowie auch der zunehmende Fahrradverkehr das Straßenbild in der Bergmannstraße. Die Fußgänger müssen halt schauen, wo und wie sie ihren Weg durch Autos, Autos, Tische, Stühle und Fahrräder hindurch finden.

Verkehrskonzepte erfüllen in der Stadtplanung eine nur dienende Funktion. Der Verkehr dient dem Menschen bloß. Ich persönlich schlage deshalb vor, die Bergmannstraße in einem umfassend durchdachten, kulturell anspruchsvollen Ansatz in eine „Straße der Mitmenschlichkeit“ umzugestalten.

22062011765.jpg

Die Fotos in diesem Eintrag stammen alle aus dem Juni 2011 und zeigen den jetzigen Zustand der Bergmannstraße.

 Posted by at 10:00

Wer recht mit Freuden wandern will

 Wanderungen  Kommentare deaktiviert für Wer recht mit Freuden wandern will
Juli 202011
 

200720111016.jpg Der nur kurz unterbrochene Urlaub geht heute zu Ende. Fast 3 Wochen verbrachte ich mit der Familie im Fischland, stromernd im Landkreis Ribnitz-Damgarten, stets die Nasen kühn in den Wind gestellt. Unsere ganze Habe führten wir mit uns: 3 Fahrräder, ein kleines Zelt, Kleidung, Zeit, 30 gesunde Zehen an den gesunden Füßen, eine unbändige Entdeckerfreude! Der Regen, die Menschen, der Wind, die Tiere, das Flüstern des Rohrs, das Peitschen der Stürme – sie alle wirkten zusammen, boten uns eine tüchtige Tracht Zerzausung, Durchrüttelung, – und das Zelt: ES HIELT!

Im Regionalexpress zurück nach Berlin erkannt ich doch auch gleich die Melodie, mit der die Ansagen eingeleitet werden: Wer recht in Freuden wandern will, der zieh der Sonn entgegen. Wie passend!

„Unser nächster Halt ist Berlin Potsdamer Platz.“

So. Und da sind wir wieder. Zeit Rückschau zu halten.

 Posted by at 21:04

Hassu Angst vor Türken? Bissu Nazi? Bissu rechts? Bissu Rechtspopulist?

 Angst, Friedrichshain-Kreuzberg  Kommentare deaktiviert für Hassu Angst vor Türken? Bissu Nazi? Bissu rechts? Bissu Rechtspopulist?
Juli 122011
 

Kaum etwas ärgert mich so sehr wie das denkfaule Adjektiv „Rechtspopulist“, das man auch in der Tagesschau immer wieder hören kann. Es ist inhaltsleer, es ist eine lächerliche Keule, die man gegen jede nur halbwegs vom billigen Linkspopulismus abweichende Meinung schleudert. Weder die „Wahren Finnen“ noch die Geert-Wilders-Partei sind mit dem Begriff Rechtspopulismus zureichend gefasst.

Wütende PolitikerInnenproteste haben eine gerichtlich genehmigte Veranstaltung von Pro Deutschland e.V. in der Kreuzberger BVV-Versammlungsstätte verhindert. Ei was nicht gar, mal wieder trefflich verhindert und das Mütchen gekühlt!

Nun ja … ist alles nur Politikersatz oder auch symbolische Ersatzpolitik, was da lief. Ich meine als Anhänger des Rechtsstaates, man hätte unbedingt die Veranstaltung von „Pro Deutschland“ erdulden müssen oder mit ihnen diskutieren müssen! „Sire, ich stimme Ihnen nicht zu, aber ich werde alles dafür tun, dass Sie Ihre Meinung vortragen können …“ Wer hat das wohl gesagt? 

Nazis sind die Menschen von Pro Deutschland sicherlich nie und nimmer, der Vorwurf ist dümmlicher, an den Schuhsohlen abgelatschter Linkspopulismus.

Und ein Bezirk, der die Parole „Deutschland verrecke“ klaglos erduldet, wird auch Pro Deutschland ohne mit der Wimper zu zucken erdulden können. Was nützt sonst all das aufgeblasene, lächerliche, heuchlerische Gerede von Toleranz und Weltoffenheit?

Die Bezirkspolitik in Friedrichshain-Kreuzberg hat doch fast nichts auf der Haben-Seite vorzuweisen, also versucht man’s wie gewohnt mit der großen Verhinderung. Statt Radwege endlich auszubessern, warnt man vor Radwegschäden.

Ansonsten: Die guten wackeren täppisch-treudeutschen Demokraten sollten ihre Kinder zu uns Nicht-EU-Migranten-Familie​n in die Grundschulen schicken. Ich ärgere mich schon lange nicht mehr GRÜN und SCHWARZ, dass die BVV-Verordneten, all die linken und grünen Politikerinnen und all die Grünen-Wähler ihre Kinder nicht in die stinknormalen Kreuzberger Kitas und Grundschulen schicken. Aus Angst vor gewaltbereiten Türkenjungs? Angst vor kopftuchtragenden salafistischen Araberinnen? Angst vor betrunkenen Russen? Angst vor dauernden „Ihh-Schweinefleisch“-Rufen?

Wenn es den Linkspopulisten ernst mit ihren Bekenntnissen wäre, müssten sie es tun.

Darin steckt ein Problem, das unsere mutigen Linkspopulisten noch nicht einmal ansatzweise erkannt haben.

 

Nach erfolgreichen Protesten gegen Rechte: Blockade reizt Fahnder – taz.de
Anderthalb Wochen nachdem Proteste vor dem Kreuzberger Rathaus eine Sitzung der rechtspopulistischen Partei „Pro Deutschland“ verhindert haben, laufen nun Ermittlungen gegen den Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne). „Es geht um Paragraph 21 des Versammlungsgesetzes“, bestätigte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Der Paragraph stellt es unter Strafe, nicht verbotene Versammlungen zu verhindern oder entsprechende Gewalt anzudrohen oder auszuüben. Dafür drohen eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft.

 Posted by at 17:30

80.000 leerstehende Mietwohnungen in Berlin suchen verzweifelt Menschen

 Bitte zählen!, Friedrichshain-Kreuzberg, Mieten, Wanderungen  Kommentare deaktiviert für 80.000 leerstehende Mietwohnungen in Berlin suchen verzweifelt Menschen
Juli 122011
 

02072011794.jpg10 Tage lebte der Blogger in Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Familie auf 6 Quadratmeter Wohnfläche! Das eigene Heim ist halt doch Gold wert! Es ging schon einigermaßen, zumal das Außenzelt uns nachts zuverlässig vor dem pladdernden Dauerregen schützte. Mit wie wenig kann der Mensch doch auskommen! Gebadet wird in der Ostsee, Essen und Trinken findet im Freien statt, Körperpflege in den Gemeinschaftsduschen.

Nur nachts dachte ich manchmal bei Blitz und Donnerschlag: Um wieviel besser wäre es jetzt, eine Mietwohnung am Stadtrand Berlins zu haben! Weiterhin verschenken die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Boni und Anreize, damit die Menschen aus den beliebten Innenstadtquartieren in die grünen Randbezirke ziehen. Das berichtet die BZ heute auf S. 14.  80.000 Wohnungen stehen in Berlin leer! Aus Steuergeldern finanziert werden 300-Euro-Starter-Boni, mietfreies Kinderzimmer, 500-Euro-Gutschein und und und …

Aus Berichten von Freunden und Bekannten weiß ich: Die Wohnqualität in den Großsiedlungen ist gut, sie bieten gerade für junge Familien jede Menge bezahlbaren Wohnraum. Den öden Hype um den Bergmannkiez und den Caffe-Latte-Prenzl-Berg sollte man nicht mitmachen! Was nicht durchgentrifiziert wird, fällt eh dem Spielhallenvirus zum Opfer. Konsequent: Bei meiner Rückkehr nach Kreuzberg entdeckte ich vor wenigen Stunden die erste Spielhalle in der Stresemannstraße. Meine Kinder können also jetzt wählen zwischen 2 Spielcasinos am Mehringdamm und einem in der Stresemannstraße.

Der Berliner Hätschel- und Verwöhnstaat schüttet über seine landeseigenen Wohnungsgesellschaften weiterhin sein Füllhorn aus. Buen provecho!  Eine Quadratmetermiete von 3 Euro, wie sie die GSW anbietet, kann niemals kostendeckend sein.

Dauerjammerer und Schlechtwettervögel: Greift zu – statt zu klagen!

Bild: So trübe sah es vor unserem 6-qm-Eigenheim tagelang aus.

Schnäppchen: Sonderangebote für Berliner Platten – B.Z. Berlin – Plattenbau, Sonderangebote, Sanierung

 Posted by at 13:41
Juni 302011
 

Die durchschnittlichen Wohnungsmieten in diesen vier Städten sind etwa vergleichbar teuer wie die durchschnittlichen Berliner Wohnungsmieten. Soll man also nach Bielefeld umziehen? Ich würde sagen: ja, wenn man dort eine Arbeit findet. Nein, wenn man dort keine Arbeit findet. Denn Berlin bietet bei vergleichbarem Mietpreisniveau wie Bielefeld unvergleichbar mehr Spaß, Unterhaltung und Freibäder. Die Schulen erhalten in Berlin pro Schüler weit mehr Geld als in Bielefeld, die Kinderbetreuung ist hier in Berlin viel besser ausgebaut. Das Freibadwasser ist in Berlin beheizt. Der öffentliche Nahverkehr ist billiger und besser ausgebaut.

Warum sollte man etwas daran ändern?

Immobilienmakler: Mieten in Berlin angeblich billig wie in Bielefeld – Berlin – Tagesspiegel
Trotzdem sind die Makler überzeugt, Berlin sei weiterhin billig. Nach wie vor seien für 4,50 Euro pro Quadratmeter ausreichend Wohnungen im Angebot, „die ein Bad haben, wo es nicht hineinregnet und wo die Fenster vernünftig schließen“, sagt der Verbandsvorsitzende Dirk Wohltorf.

Dies entspreche dem Preisniveau von Bielefeld oder Rostock.

 Posted by at 08:26

Diaologorientiertes Verfahren für die Bergmannstraße

 Bergmannstraße, Friedrichshain-Kreuzberg  Kommentare deaktiviert für Diaologorientiertes Verfahren für die Bergmannstraße
Juni 292011
 

Nahm gestern an der guten, offenen Podiumsdiskussion zur Bergmannstraße mit Bezirks-Baustadtrat Panhoff, Tiefbauamtsleiter Schulz-Herrmann, Verkehrsplaner Rafael Steiner und vielen engagierten Anwohnern aus dem Bergmann- und Chamissokiez teil. Kundig moderierte Henning Zimmermann. Die einzige, große, großartige Lösung, die alle glücklich macht, scheint es nicht zu geben. Das ist ja auch sehr selten im Leben der Fall. Im Grunde beruhigend. Konsens schien gestern jedenfalls zu sein, dass der PKW-Verkehr in der Bergmannstraße verringert werden sollte. Besonders beeindruckt hat mich die sorgfältig vorgetragene, mit Karten und Tabellen untermauerte Analyse des im Chamissokiez wohnenden Verkehrsplaners Rafael Steiner, die auch im Internet abrufbar ist. 

So muss es laufen: kooperative Grundhaltung auch bei streitig diskutierten Themen! Gute Sache, Fortsetzung erwünscht!

Am Abend genossen wir noch den herrlichen Sommer im Restaurant Brachvogel. Über uns rauschten zwei Mal die Habichte des Prinzenbades vorbei, der bestirnte Himmel zeigte sich unbewölkt. Schön!

 Posted by at 16:55

Die Mischung macht’s!

 Gute Grundschulen  Kommentare deaktiviert für Die Mischung macht’s!
Juni 282011
 

Guter Beitrag von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher heute im Tagesspiegel, S. 13! „Berlin ist reich – an Raum!“ Die Stadt entwickelt sich am besten im Zeichen der Mischung! Werd heut Abend in der Leibnizschule drauf eingehen. Natürlich: Chamissokiez und Bergmannstraße Nord sind höchstverdichtete Räume! Aber grade deswegen bieten sie riesiges Potenzial, das es zu heben gilt!

Taz bringt heute niederschmetternden Bericht über die neue Sekundarschule: „Operation misslungen, Patient lebt“ von Alke Wierth auf S. 19. Wenn selbst jemand wie Alev Sönmez  sagt: „Ich bin hier an meine Grenzen gekommen“, dann ist dies ein schlechtes Zeugnis für Kreuzberg, das Modell Sekundarschule. Dann werden noch mehr Eltern aus Kreuzberg wegziehen. Besser gar nicht lesen, den taz-Bericht! Wir haben in der Tat ein tief zersplittertes Schulwesen! Durch solche wahrhaftigen Berichte wird die Situation sicher nicht einfacher. Die Entmischung der Kreuzberger Schülerschaften sollte gedreht werden! Wie? Dafür gibt es Vorschläge!

Gut dagegen der Bericht: „Orte zum Sprechen bringen“ über die Route der Migration, ebenfalls von Alke Wierth, S. 20.

 Posted by at 13:21
Juni 262011
 

Das tut weh: Noch vor einigen Tagen kaufte ich rechtzeitig zu meinem Auftritt auf dem Umweltfestival  am Brandenburger Tor einen Satz neue Violinsaiten bei Noten in Kreuzberg in der Friesenstraße! Dominant von Thomastik Infeld. Und jetzt macht dieser Laden auch dicht! Direkt an der Bergmannstraße.

Umgekehrt beobachte ich weiterhin ein Anwachsen der Spielsalons in Berlin. Schlimm schlimm.

Schade: Noten in Kreuzberg macht dicht | die bergmannstrasse

 Posted by at 20:44
Juni 262011
 

240620117741.jpg

Herrliches Badewetter herrscht seit einigen Tagen: Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad, sodass man nicht abschlafft! Ab und zu für 20 Minuten Sonnenschein zum leichten Vorbräunen! Alle drei Becken sind voll benutzbar, eines ist weitgehend menschenleer: das Nichtschwimmerbecken. So können wir Bahn um Bahn ungestört uns tummeln.  Ich verbringe 1-2 Stunden im Prinzenbad, wann immer es geht. Bitte, Leserinnen und Leser: Verbreitet die Kunde nicht weiter, dass es im Prinzenbad riesige Erholungs- und Spielflächen satt gibt!

Gestern beobachtete ich über ca. 30 Minuten aus nächster Nähe die beiden Habichte, die sich mittlerweile im dauerhaft  menschenleeren hinteren Teil ihr Jagdrevier gesichert haben. Die unverwechselbaren, gellenden Rufe der prachtvollen Tiere schallen weithin! Dass Greifvögel in einem innerstädtischen Bad horsten und brüten, ist eine aufregende Erfahrung – die allerdings nur möglich ist, weil das Bad über die allermeiste Zeit des Jahres verwaist ist und sich die herrlichen Raubtiere unbehelligt fühlen.

Der gemeine Kreuzberger ist ja an sich verwöhnt, steckt bei unter 25 Grad oder Gefahr von Bewölkung oder Regentröpfchen nicht einmal den Zeh ins Wasser.

Ab und zu schaue ich bei den SCUBES vorbei, die recht verschwiegen in einem sonst ungenutzten Geländeteil aufgestellt sind. Kleine Kinder können dort  Geburtstage feiern. Besser als in den In-door-Spielplätzen, die Kinder in eine Plastikwelt einsperren!

Die Bezirkspolitik von Friedrichshain-Kreuzberg macht – über die Financial Times – deutschlandweit durch ihre kämpferischen Kapriolen von sich reden. Dabei waren die Grünen doch früher soo pazifistisch. Na, der Jugoslawien-Krieg scheint da einiges geändert zu haben:

Out of Office: Berliner bekriegen Designer-Hütten, Seite 2 | FTD.de

Werden unsere gewählten Bezirkspolitiker es schaffen,  den feindlichen Angriff privatwirtschaftlichen Denkens in den hochsubventionierten VEB „Nationalpark Prinzenbad“ zurückzuschlagen? Wir bleiben als selbsternannte „Kriegsberichterstatter“  dran an dem putzigen Casus belli! Von „Bürgerprotesten“ kann jedenfalls keine REDE sein.

Ich bin doch auch nur ein einfacher Kreuzberger Bürger und Blogger! Und ich protestiere hiermit in aller gebotenen Höflichkeit gegen die Falschmeldungen, wonach es Bürgerproteste gegen die SCUBES gebe. Hier sind durch Park- und Badschützer jede Menge unsinnige Behauptungen in Umlauf gesetzt worden, die keinerlei Nachprüfung standhalten.

Bild: Kampfspuren: das ist die Spur der räuberischen Habichte im Sommerbad Kreuzberg! Ausgerupfte Federn von Beutevögeln.

Also – kommt in Scharen  ins Prinzenbad! Es ist Platz für alle da!

 Posted by at 09:26