BILD dir deine Meinung zur Bergmannstraße

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Sep. 072009
 

bergmanndefault.jpg Heute angestrengte Filmaufnahmen an der Bergmannstraße, Ecke Friesenstraße. Es gab ja die heftigen Beschwerden des Mieterrates Chamissoplatz über uns Radler: wir nähmen keine Rücksicht.

Ich habe 4 Videos aufgenommen, die könnt ihr euch auf Youtube anschauen. Titel – erratet ihr ihn? „Bergmann-/Friesenstraße“.   Die Videos mit einer Gesamtlänge von 16 Minuten entstanden heute ab 11.30 Uhr im Laufe von 20 Minuten ohne Vorbereitung, ohne besonderes Warten oder Auswahl.

Bin gespannt auf Reaktionen. Ihr könnt und dürft kommentieren!

Zusatz vom 09.09.2009:

Ein aufmerksamer Leser teilt folgendes mit:

„Unabhängig vom Inhalt ist es nicht erlaubt, Leute erkennbar zu filmen und das zu veröffentlichen.
Google, Schäuble & Co lassen grüßen.“

Ich halte Schäuble für einen der Besten, die wir haben. Deshalb lösche ich diese Videos nunmehr. 

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Karzaï : «Je ne serai pas une marionnette des États-Unis»

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Sep. 072009
 

„Stark in der Defensive“ – so präsentiert sich Präsident Karsai dem französischen Figaro. Vorwürfen der Korruption und der Wahlfälschung  räumt er einen gewissen Wahrheitsgehalt ein. Das sei in einerjungen Demokratie unvermeidlich. Sehr kategorisch verurteilt er den NATO-Angriff auf die beiden Tanklastwagen. Mein Deutschland wird im Figaro-Interview nicht erwähnt, die ganze Schuld wird der NATO angelastet, wofür der General McChrystal  sich aber schon entschuldigt habe. Er selbst habe den Befehl zur Bombardierung nicht gegeben.

Le Figaro – International : Karzaï : «Je ne serai pas une marionnette des États-Unis»
Vous avez vivement critiqué le bombardement aérien de l’Otan sur le camion-citerne dont les talibans s’étaient emparés dans la région de Kunduz. Pourquoi ?

Quelle erreur de jugement Plus de 90 morts pour un simple camion, qui était de surcroît immobilisé dans le lit d’une rivière Pourquoi n’ont-ils pas envoyé des troupes au sol pour aller récupérer la citerne ? Le général McChrystal m’a d’ailleurs téléphoné pour me présenter ses excuses, et me dire qu’il n’avait pas lui-même donné cet ordre de bombardement.

 Posted by at 13:52

Mehr Wahrheit und Klarheit in Afghanistan!

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Sep. 062009
 

Selbstverständlich kenne ich die aktuelle Lage in Afghanistan nicht. Ich weiß nicht, warum die beiden entführten Tanklaster beschossen wurden.

Aber dass jetzt die NATO und einige EU-Minister sich gegen unseren Verteidigungsminister Jung stellen, das hätte nicht passieren dürfen. Vermutlich beschönigen die Deutschen hier einiges. Als sachunkundiger Beobachter kann ich mich nur auf die Aussagen der Verantwortlichen vor Ort berufen.

Die Aussagen sprechen gegen die Version unseres Verteidigungsministers.

Ich rate: Lest mehr Bücher von Afghanen, über Afghanistan. Sprecht mit Menschen aus den Ländern Pakistan, Afghanistan, Iran. Sie werden euch bestätigen: Der NATO-Einsatz in Afghanistan scheint mehr Schaden als Nutzen zu stiften. Es ist Zeit, den verantwortlichen Abzug einzuleiten.

Für die drei Oppositionsparteien – und für den begnadeten Wahlkämpfer Gerhard Schröder –  ist der merkwürdige Umgang der Bundesregierung mit diesem Unglück ein gefundenes Fressen. Das wird nicht ohne Einfluss auf die Bundestagswahl bleiben.

FTD.de | Afghanistan: Wir sind die Bösen
Am verstörendsten ist allerdings, wie Franz Josef Jung mit dem Desaster umgeht. Es ist schlimm genug, dass der Verteidigungsminister die Dimension des Afghanistaneinsatzes tagaus, tagein herunterspielt. Wer aber selbst dann, wenn schon erdrückende Beweise über zivile Opfer vorliegen, deren bloße Existenz rundheraus leugnet, ist für diesen Posten nicht mehr geeignet.

 Posted by at 21:37
Sep. 052009
 

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Grüß Gott Hamed! So rede ich diesen Mann an, der in seinem Buch viele Orte nennt, die ich aus eigener Kindheitserfahrung kenne: den Friedberger Baggersee, an dem wir unschlüssig-begehrlich den Mädchen nachschauten. Den Betonklotz der neu erbauten Augsburger Universität, an dem Abdel-Samad sein Zweitstudium begann und ich damals noch als Gymnasiast die ersten Philosophie-Seminare besuchte. Der Betreuer des ägyptischen Studenten, Prof. Peter Waldmann, den ich kannte, war an der Volksschule in der Firnhaberau der Lehrer meines älteren Bruders. Und so gibt es sicher noch einige andere Menschen und Orte, die uns verbinden.

Ein Buch wie ein Sturmhauch. Ein Buch, mit dem ein Mensch die Fasern seines eigenen Lebens bloßlegt, schonungslos und doch von einer überwältigenden Sehnsucht nach Freiheit getragen. Das ist das Buch „Mein Abschied vom Himmel“ von Hamed Abdel-Samad. „Niemand ist frei außer Zeus!“, so schießt es dem Autor durch den Kopf, als er von seinem schmerzhaften Entschluss berichtet, als junger Erwachsener aus Ägypten nach Deutschland zu ziehen.

„Fast alles erschien mir fremd in diesem Deutschland: die Sprache, die Menschen, die Autos, das Essen, die Wohnungen, eben alles. Deutschland war für mich wie ein kompliziertes Gerät, für das es keine Gebrauchsanweisung gibt.“

In sich selbst steigt dieser Forscher der Seele hinein – aber während er dies tut, hält er uns Deutschen auch den Spiegel vor. Er hoffte auf das Land der Heidegger, Nietzsche und Husserl zu treffen, ein Land, das früher einmal emphatisch von Freiheit gesprochen hatte. Statt dessen zieht er ernüchtert Bilanz:

„Von Freiheit war nur im Zusammenhang mit Sexualität oder Konsum die Rede. Freiheit schien die Möglichkeit der Wahl zwischen Cola und Cola Light zu sein.

Die Gesellschaft übte einen ungeheuren Zwang auf die Bürger aus: Kein Zwang der Gebote, sondern der Angebote. Und so habe ich wirklich freie Menschen im Land von Nietzsche nur selten getroffen. Die meisten sind gleichgültige Gestalten, die erschreckend wenig über die Welt wissen, obwohl die Deutschen Weltmeister im Reisen sind. Gleichgültigkeit schien sich krebsartig in der satten Gesellschaft breitgemacht zu haben. […] Nachdem sie zwei Weltkriege ausgelöst und fast sechs Millionen Juden ermordet hatten, entdeckten die Deutschen ihre Leidenschaft für den Umweltschutz, wollten den Regenwald retten und für die Menschenrechte in der dritten Welt und in China eintreten.“

Hamed Abdel-Samad selbst macht es sich nicht so einfach wie wir. Eintreten für Naturschutz, gegen Atomkraft demonstrieren, das ist alles leicht, das ist bequem. Aber sich um die Geschichte auch nur eines arabischen Jungen zu kümmern, der bei uns um die Ecke lebt, der neben meinem Sohn in der Klasse sitzt, – das ist schon schwieriger. Mir fiel das heute wieder auf, am Tag der Einschulung der Erstklässler. Getrennte Welten – nur scheinbar vereint!

Dieses Buch ist ein Schlag der Befreiung. Es wird eine ganze Bibliothek von gutgemeinter, aber wirkungsloser Migrations- und Integrationsforschung in einem anderen Licht erscheinen lassen. Leute, lest das! Euch werden die Augen übergehen!

Hamed Abdel-Samad: Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland. Fackelträger Verlag, Köln 2009, 312 Seiten. Zitate: S. 21, S. 41

Mein Abschied vom Himmel von Hamed Abdel-Samad

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Find ich gut: Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009

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Sep. 042009
 

Bei allen Bedenken, die man äußern kann: Dieser

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009

scheint mir vernünftig gemacht. Ich konnte soeben nicht widerstehen, habe die Fragen durchgearbeitet. Mein Ergebnis – wie befürchtet: Ich bin und bleibe unverbesserlich ein Mann der Mitte. Drei der fünf Bundestagsparteien sind demnach für mich gut wählbar. Bei mindestens drei der fünf Bundestagsparteien kann ich viele wesentliche Forderungen mittragen. Auch der Gewinner der Wahlbefragung laut Wahl-O-Mat konnte mich nicht überraschen. Es ist die FDP. Gleich dahinter kommen gleichaufliegend die CDU und die SPD.

 Posted by at 15:41
Sep. 042009
 

… dann muss es auch eine Wahlfühligkeit geben. Und genau daran leide ich: Ich kenne keine Wetterfühligkeit, sondern der Schädel brummt nur bei einer bestimmten Art Rotwein. Sehr wohl aber die Wahlfühligkeit.

Oft schreibe ich die erwarteten Wahlergebnisse vor dem Urnengang auf einen eingebildeten Zettel – und  vergleiche dann am Wahltag mit den tatsächlichen Ergebnissen. Befund: Ich bin „wahlfühlig“, d.h. ein dumpfes Gefühl sagt meistens voraus, wie es ausgeht.

Aus der Union ist wenig zur konkreten Analyse der Landtagswahlen zu vernehmen. Deshalb nur meine Notate als „wahlfühliger“ Bürger. Das habe ich mir vorher gedacht:

Thüringen: Rein personenbezogener Wahlkampf war ein klarer Fehler. Teamfähigkeit hätte herausgestellt werden müssen. Grundbotschaft hätte sein müssen: „Wir sind ein starkes Team. Wenn der erste Mann schwer angeschlagen ist, stützen wir ihn. Das Team steht und fällt nicht mit einer Person.“ Dieter Althaus hörte ich vor seinem Unfall und nach seinem Unfall. Zwei unterschiedliche Menschen. Traurig, dass niemand in der CDU sich um ihn ernsthaft gekümmert zu haben scheint. Ein Duz-Freund hätte das machen müssen. Umstände des Rücktritts eindeutig ein Schlag ins Kontor für die Union. Der Wähler fragt sich: „Ja, wie geht ihr denn miteinander um? Steht bei euch nicht der Mensch im Mittelpunkt?“ Keine Überraschungen.

Sachsen: Tillich verkörpert glaubhaft die Figur des guten Vaters. Keine Überraschungen für wahlfühlige Menschen.

Saarland: Hier hätte der Kampf fast ganz um Inhalte geführt werden müssen. Lafontaine ist unglaublich populär, über die Menschlichkeitsschiene konnte Müller nicht gegen ihn ankommen. Hier hätte man die Linkspartei sehr konfrontativ, aber fair angreifen müssen. Man hätte die Argumente der Linken unterlaufen müssen. Muster: „Nehmen wir mal an, ihr habt recht … dann ergibt sich folgendes …“ Keine Überraschungen für wahlfühlige Menschen.

Gesamteindruck: Wahlkämpfe derzeit noch von großer Mutlosigkeit geprägt, außer bei der Linkspartei und der FDP. Die meisten Politiker sind nicht mutig genug. Sie zeigen große Angst vor dem Volk.

Bei weitgehend unveränderter Großwetterlage, also wenn alle Parteien mehr oder minder den Wahlkampf so weiter führen, sehe ich als „Wahlfühliger“ folgendes für den 27. September voraus:

Geringe Verluste für die Union gegenüber 2005, wenn sie nicht klarmachen kann, was sie außer der Spitzenkandidatin zu bieten hat.

Geringe Verluste für die SPD gegenüber 2005.

Starke Gewinne für die FDP.

Deutlicher Gewinn für die Linke.

Leichte Gewinne für die Grünen.

Mein Gefühl: Die Mehrheit für Schwarz-Gelb wird wegen zu geringer Ergebnisse der Union knapp verfehlt, wenn der Wahlkampf von allen Parteien so oder so ähnlich weitergemacht wird. Es wird erneut zu unklaren Verhältnissen am Wahlabend kommen.

Ein Kardinalfehler, der leider immer noch gemacht wird:  Der Ausdruck „bürgerliche Mehrheit“, „Wir brauchen eine bürgerliche Koalition“. Wer diese Ausdrücke immer noch als Wahlkampfargumente verwendet, lebt hinter der Zeit.

 Posted by at 14:10

Wenn Mythen zerbrechen

 Europäische Bürgerkriege 1914-????, Gedächtniskultur  Kommentare deaktiviert für Wenn Mythen zerbrechen
Sep. 042009
 

Zerbrechende Mythen – unter dieses Motto stelle ich meine Auswertung der heutigen gedruckten Süddeutschen Zeitung.

Erster zerbrechender Mythos: „Das finstere Mittelalter“.“Wie jede pubertierende Bewegung hat die Renaissance Vatermord an den vorangegangenen Erfindungen des Mittelalters begangen“, wird Stefan Trinks von der Humboldt-Universität auf S. 16 der SZ  zitiert. Universitäten, eine europaweite Kultur des Lernens, Streitens und Lehrens, ständige friedliche Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum, Einsichten in die Kugelgestalt der Erde … die Liste der Errungenschaften des 6. bis 14. Jahrhunderts ist lang. Die Mär vom ach so finsteren Mittelalter sollte man aufgeben.

Zweiter zerbrechender Mythos: „Alle europäischen Länder waren ausschließlich Opfer Deutschlands.“ Unter dem Titel „Vorauseilende Kollaboration“ berichtet Johannes Willms auf S. 11 über den Tatbeitrag Frankreichs – sowohl des besetzten wie des unbesetzten Teils – an der Deportation und Ermordung der französischen Juden. Ein Kapitel, das Frankreich erst seit der bahnbrechenden Rede von Jacques Chirac im Juli 1995 allmählich (aber nur ganz behutsam) zu öffnen beginnt.   Auch im unbesetzten Teil Frankreichs wurden durch französische Polizei Razzien durchgeführt, um die Juden den Deutschen auszuliefern. Die Shoah ist ein gesamteuropäisches Verbrechen gewesen. Nur eine kleine Minderheit von besetzten oder nicht besetzten Ländern hat an diesem gewaltigen Menschheitsverbrechen nicht mitgewirkt. Frankreich gehört mit Sicherheit nicht zu diesen Ländern. Das gesamte Thema der Kollaboration ist nur höchst unzureichend aufgearbeitet.

Weitere lesenswerte Artikel: Seite 5, Wahlverhalten der Migranten, Titel: „Mächtige Migranten“. Ein neu entstandener Mythos – der Mythos vom „Ewigen Migranten in Deutschland“! Mein Kommentar: Die Parteien haben erfolgreich eine starke Klientel an hilfebedürftigen migrantischen Empfängern herangezogen. Man lese die Verlautbarungen der SPD, eines Kenan Kolat, der anderen Verbände, der Linskpartei: Immer und immer wieder wird wiederholt: „Ihr seid benachteiligt“. Gegenmittel: staatsfinanzierte Programme, staatsfinanzierte Stellen, staatliche Fördermittel, staatlich mitfinanzierte Verbände … ein sich selbst verstärkender Zirkel. Der Titel „Migrant der n-ten Generation“ ist mittlerweile wie ein erblicher Adelstitel. Er verleiht Anrecht auf besondere Förderung bis weit in die 4. und 5. und n-te Generation hinein und ist potenziell unbegrenzt, ad infinitum. So ist ein kräftig wachsender Sozialadel entstanden, der ökonomisch dem Durchschnitt der Bevölkerung in den Herkunftsländern weit überlegen ist.

Lesenswert auch im Immobilienteil auf der letzten Seite: Das neue Stadtwohnen. Mischung der Sozialmilieus ist das A und O gelingender Wohnungspolitik. Homogene Viertel für die ganz Armen und die ganz Reichen, die „Domänen der Reichen“, sollen vermieden werden. Zustimmung. Wir brauchen hier in Berlins Mitte mehr junge selbstverdienende Familien.

Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport – sueddeutsche.de

 Posted by at 12:37

„Die Eltern sind in der Pflicht“ – na endlich sagt das jemand mal!

 Das Gute, Familie, Pflicht  Kommentare deaktiviert für „Die Eltern sind in der Pflicht“ – na endlich sagt das jemand mal!
Sep. 042009
 

Die Berliner Journalistin Regina Köhler erhält den Theodor-Wolff-Preis. Sehr gut! Ich gratuliere Ihnen, Frau Köhler.

Sie sind die einzige mir bekannte Journalistin, die so einfache Sätze wie „Die Eltern sind in der Pflicht“ bei den Redaktionen einzureichen wagt – und die dann die Redaktion so weit umgarnt, dass solche einfachen bündigen Wahrheiten abgedruckt werden. Sie müssen ja beträchtlichen Charme haben.

Diesen Satz „Die Eltern sind in der Pflicht“, den habe ich schon oft – häufig in der Form „Wir Eltern sind in der Pflicht“  – ausgesprochen, hier hinein gebloggt, geschrieben, geklagt und gepfiffen. Das Echo? Nun, ich bekomme Erwiderungen der folgenden Art:

„Du redest ja schlimmer als ein CDU-ler aus den 50er Jahren!“

„Wir müssen den Eltern durch Förderprogramme helfen!“

„Die Eltern haben kein Geld, um ihre Kinder sinnvoll zu erziehen“

„Die Eltern brauchen Hilfe, sie sind alle überfordert!“

„Die verheerende Schulpolitik des rot-roten Senats macht sinnvolle Erziehung unmöglich!“…

… und was dergleichen trickreiche Ausflüchte mehr sind. Ich nehme alle diese Vorwürfe gerne auf mich, bin bereit, sie Punkt um Punkt zu widerlegen, und erkläre mich hiermit zum Bundesgenossen der Preisträgerin Regina Köhler.

Regina Köhler hat recht. Damit sind wir schon zwei.  Sie und ich.

Kommentar – Fernseher aus! – Berlin – Berliner Morgenpost
Die Eltern sind in der Pflicht.

 Posted by at 11:38
Sep. 042009
 

Oh Paul Dirac, was hättest du dazu gesagt, dass jetzt wohl erstmals die von dir postulierten Monopole nachgewiesen wurden? Wahrscheinlich hättest du einen Luftsprung gemacht! Einen „Barkhausen-Sprung“ gewissermaßen!Unter Barkhausen-Sprung verstehen wir bekanntlich jenes Phänomen, bei dem unter bestimmten Feldstärken das magnetische Moment der Bezirke in eine Richtung umklappt. Liegt hier so etwas vor?

Sollte es den Berliner Forschern tatsächlich gelungen sein, die von Paul Dirac postulierten Monopole in tiefgekühltem Dysprosium-Titanat nachzuweisen, dann wäre dies ein königlicher Beweis dafür, dass die „Wirklichkeit“den Erkenntnissen der physikalischen Theorie „folgt“. Dann sollte man über die nächsten Nobelpreise für Physik nachdenken!

Zum Nachmachen: Hier ist die chemische Formel für Dysprosium-Titanat (auf Englisch dysprosium titanate): Dy2Ti2O7.

Aber lies selbst, was uns das Helmholtz-Zentrum Berlin wissen lässt:

Magnetische Monopole erstmals nachgewiesen
Während der Neutronenmessungen haben die Forscher zugleich ein Magnetfeld angelegt. Mit diesem Feld konnten sie die Symmetrie und die Orientierung der Strings beeinflussen. Dadurch wurde es möglich, die Dichte des String-Netzwerks zu reduzieren und die Anzahl der Monopole zu verringern. Als Ergebnis wurden bei einer Temperatur von 0,6 bis 2 Kelvin die Strings mit den magnetischen Monopolen an ihren Enden sichtbar.

Die charakteristischen Merkmale dieser magnetischen Monopole wurden ebenso durch Messungen der Wärmekapazität an Dysprosium-Titanat beobachtet. Die von Bastian Klemke HZB durchgeführten Messungen bestätigen die Existenz der magnetischen Monopole und zeigen, dass sie ähnlich wie elektrische Ladungen wechselwirken können.

 Posted by at 11:11

„Wann machen wir die nächste Probe?“

 Gute Grundschulen, Integration durch Kultur?, Musik  Kommentare deaktiviert für „Wann machen wir die nächste Probe?“
Sep. 032009
 

Manches hat sich geändert im neuen Schuljahr. Klassen wurden aufgelöst und neu zusammengelegt. Das erste Jahr mit dem Experiment „Jahrgangsübergreifendes Lernen“ läuft jetzt auch in der Fanny-Hensel-Grundschule an. „Wir sind jetzt drei Klassen in einer!“, berichtet stolz mein Sohn. Und er erzählt: „Wir sitzen jetzt alle sortiert.“ Uralte Schwarzweiß-Fotos fallen mir ein: Auf Holzbänken sitzend – die Kinder eines ganzen Dorfes nach Jahrgängen „sortiert“.

Trotz der verblassten Nostalgie-Fotos bleibe ich bei meinem Optimismus: In jeder Situation gilt es das Beste zu bewirken, egal ob man früher eher „dafür“ oder „dagegen“ war. Und ich bin sicher, dass die Lehrerinnen und die Schüler im Bunde mit uns Eltern auch in diesem Schuljahr wieder sehr viel Gutes schaffen werden. Ich setze mein Vertrauen ganz auf diese Menschen. Sehr viel weniger auf „die Schulpolitik“.

Heute lernte ich den neuen Religionslehrer kennen, der gerade die Schülerschar nach oben ins „Religionszimmer“ bringt. Da kommt ein 7-jähriges Mädchen auf mich zugestürzt: „Du, wann machen wir die nächste Probe? Bitte bitte!“ Kaum zu glauben: Die Proben für die Zauberflöte liegen doch jetzt schon viele Monate zurück. Aber immer noch sprechen mich die Mädchen und Buben darauf an, wollen wissen, wieviel so eine Geige kostet, wollen wissen, wie ich heiße, reichen mir die Hand, um Freundschaft zu schließen. Und dabei habe ich mich eigentlich nur an das Projekt meiner Frau Ira drangehängt.

Auffallend: Nicht die Aufführung des Mozartschen Singspiels bleibt offenbar als besonders glücksbringend im Gedächtnis, sondern die Arbeit vor der Aufführung, also die anstrengenden Proben.

 Posted by at 10:35

Gemeinsame europäische Erinnerung ist noch in Kinderschuhen!

 Gedächtniskultur, Geschichtspolitik, Krieg und Frieden, Polen, Russisches  Kommentare deaktiviert für Gemeinsame europäische Erinnerung ist noch in Kinderschuhen!
Sep. 012009
 

Heute, am1. September, tritt wieder einmal hervor, was ich immer wieder feststelle: Von einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur kann noch keine Rede sein. Seit Tagen tobt beispielsweise in Polen und Russland ein Kampf um das rechte Erinnern an das Jahr 1939. Die Polen sehen den Beginn des zweiten Weltkriegs als abgekartetes Spiel der beiden totalitären Großmächte Deutschland und Sowjetunion. Durch seinen Einmarsch am 17. September habe Stalins Sowjetunion der polnischen Nation den Dolchstoß versetzt. Die Russen wiesen das bisher mehrheitlich zurück. Heute hat Putin immerhin einen Brief an das polnische Volk abdrucken lassen, in dem er den verwerflichen Charakter des Molotov-Ribbentrop-Paktes einräumt:

List Putina do Polaków – pełna wersja
Moim zdaniem szczególnie ważny jest etyczny aspekt polityki. W związku z tym chciałbym przypomnieć, że w naszym kraju niemoralny charakter paktu Mołotow-Ribbentrop został jednoznacznie oceniony przez parlament [24 grudnia 1989 r. Zjazd Deputowanych Ludowych ZSRR przyjął oświadczenie potępiające pakt z 1939 r.]. Czego na razie nie możemy powiedzieć o szeregu innych państw, chociaż one w latach 30. też podejmowały bynajmniej niejednoznaczne decyzje.

Ansonsten kann aber von Einigkeit in der europäischen Erinnerung nicht die Rede sein. Wir Deutsche und unsere westlichen Nachbarn kreisen fast ausschließlich um uns selbst – um die Westhälfte Europas.  Der verheerende verbrecherische Charakter des NS-Regimes wird häufig dazu verwendet, um den falschen Eindruck zu erwecken, „vorher“ und „drumherum“ sei alles im Wesentlichen in Ordnung gewesen. Ein grober Fehler – und was die Sowjetunion und ihre Verbrechensmaschinerie angeht, ein unverzeihlicher Irrtum. Nicht nur die Deutschen, sondern auch die Sowjets haben nach ihrem Einmarsch Polen mit einer erbarmungslosen Terrorherrschaft überzogen, die hunderttausende Opfer gekostet hat – wohlgemerkt nicht als Opfer von kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern als Opfer von wahllosem Terror gegen die Zivilbevölkerung.

Die FAZ bringt heute einige gute, sehr lesenswerte Artikel über dieses Thema der „gespaltenen Erinnerung“.

Bin gespannt, was derAbend mit Lena Kornyeyeva morgen bringt. Ihr Buch „Putins Reich“ liegt vor mir auf dem Schreibtisch.

 Posted by at 14:07

Vorfahrt für Sicherheit

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Sep. 012009
 

30082009004.jpg Toller Ausflug am Sonntag nach Wendisch-Rietz am Scharmützelsee! Unser Auto haben  wir abgeschafft, wir leben nunmehr als junge aufstrebende Berliner Familie autofrei! Gut so! Der Sonntagsausflug brachte uns per Rad und Bahn ins herrliche märkische Umland! Ich schloss die Augen, sog die Luft mit vollen Nüstern ein: es war ein perfekter Urlaubstag. Kleiner Nebeneffekt des Zugfahrens: Man führt viele kleinere und auch größere Gespräche. Auf der Heimfahrt saß ich neben einer teilgelähmten Frau, die mir erzählte, wie sie durch viel Willen, durch Glauben an ihre Kräfte, durch Fleiß und Physiotherapie  die Prognose der Ärzte „Sie haben noch etwa 17 Tage zu leben und werden sich nie mehr bewegne können“ überwand. Mittlerweile fährt sie selbständig Zug, bewegt sich sicher mithilfe des Rollators durch Bahnhöfe und durch die Straßen.

Wieder wurde mir bewusst, wie herrlich es ist „zehn gesunde Zehen und zehn gesunde Finger zu haben.“ Und einen Kopf, der Impulse aussendet, die über eine Tastatur eingegeben werden, so dass Tag um Tag in allen Ländern der Welt diese mehr oder minder bedeutungsschwangeren Betrachtungen nachvollzogen werden können.

Gute Argumentesammlung im heutigen Tagesspiegel zum Helmtragen! Die meisten Verkehrsexperten, die Unfallärzte und die Polizei raten seit Jahren dazu, nur mit Helm Rad zu fahren. Ich stimme ihnen zu. Ich habe in meiner Familie Helme eingeführt und habe  meinen zweiten Sohn Wanja zum Aufpasser, Hilfspolizisten und Mahner erzogen: Er weist mich bestimmt und fast immer höflich darauf hin, wenn  ich das innerfamiliäre Helmgebot verletze oder wenn ich mich nicht millimetergenau an die Verkehrsregeln halte. „HIER ist die Haltelinie, Papa!“ Tja, und dann muss ich eben 3 cm zurück. Gut so, lieber Sohn! Lass dich nicht beirren durch Krethi und Plethi auf unseren Straßen und Fußwegen, die sich einen Deibel um die Benimmregeln scheren!

Bloß nicht oben ohne!
„Verantwortungsbewusste Eltern sollten ihre Kinder nicht ohne Helm fahren lassen“, sagte der Polizeipräsident jetzt zum Schulbeginn dem Tagesspiegel. Und setzte hinzu: „Dazu sollte man Eltern nicht durch eine gesetzliche Verpflichtung zwingen müssen.“ Soll heißen: Glietsch fordert – noch – keine Fahrradhelmpflicht. Zumindest nicht, solange die Hoffnung besteht, dass Appelle gehört werden. Schließlich rät die Polizei seit längerem allen Radfahrern zum Helm.

 Posted by at 11:03

„Wir haben mehr zu bieten“: Musik zur Politik

 Einladungen, Friedrichshain-Kreuzberg  Kommentare deaktiviert für „Wir haben mehr zu bieten“: Musik zur Politik
Aug. 312009
 

Die unermüdliche Vera Lengsfeld organisiert und lädt ein zu einem besonderen Abend:

 

Mittwoch, 02.09.2009, 19.00 Uhr: Lesung. Die Soziologin Lena Kornyeyeva liest aus ihrem Buch „Putins Reich“, begleitend und anschließend: Konzert von und mit Irina Potapenko (Alt) und Lala Isakowa (Klavier). Zusammen bieten die beiden Lieder von Michail Glinka, Alexander Dargomyschski, Anton Rubinstein, Tschaikowskij, Rachmaninow, Rimskij-Korsakow dar. In russischer Sprache mit kurzer vorheriger deutscher Inhaltsangabe. Max und Moritz, Oranienstraße 162, Berlin, Kreuzberg.

 

Welches Russland-Bild scheint da durch? Ich habe mich ja immer wieder mit diesem großen, beeindruckenden Land befasst, das mir in den letzten Jahren so sehr ans Herz gewachsen ist – so sehr, dass ich eine Tochter dieses großen Landes heiratete – oder war es eher umgekehrt, nämlich so, dass ich eine Tochter dieses großen Landes heiratete und mir das Land dann ans Herz wuchs?  Egal, wo Herz zum Herzen findt … ich gehe übermorgen hin, in das lustige Alt-Berliner Restaurant, in das Max & Moritz. In der Oranienstraße, nicht weit von der Roten Harfe, wo Rot und Rot zusammenfindt …  Ihr könnt auch kommen! Der Eintritt ist frei!

 

 Posted by at 18:38