Apr 012016
 

„Ich komme nicht mehr an meinen Sohn heran“, „die Jungs kapseln sich so ab mit Computer und Handy“, „früher war Hausarrest eine Strafe, heute ist Naus-Arrest samt Handy-Entzug eine Strafe: man muss die Jungs zwingen, ins Freie zu gehen„, „die Jungs verabreden sich nicht mehr im echten Leben, sondern spielen stundenlang ihre Videogames am Computer“ – beileibe keine vereinzelten Klagen sind das! Ich habe Gespräche mit anderen Eltern geführt, wo dieses Problem eindeutig als unser größtes Problem benannt wurde.

Dieses wichtige, europaweit diskutierte Thema der Jugendlichen, die sich weitgehend in die virtuelle Welt zurückziehen, greift der italienische Buchautor und Zeitkritiker Carlo Pedersoli – besser bekannt unter seinem Schauspielernamen Bud Spencer – in seinem neuesten, in diesen Tagen auf Deutsch erschienenen Werk auf. Die Japaner nennen es „Hikikomori“; dort ist das Phänomen schon seit den 80er Jahren erkannt und erforscht worden.

Als wirksames Gegenmittel gegen diese auch in Deutschland anzutreffende Selbstabschottung von Kindern und Jugendlichen in der virtuellen Welt empfiehlt der weltkluge Carlo Pedersoli nach seiner profunden Analyse heutiger Familienformen unter anderem regelmäßigen Sport, insbesondere Mannschaftssport. Und er verhehlt nicht, dass ihn das Phänomen der Hikikomori höchst besorgt stimmt. Lesenswert!

Bud Spencer: Sport vs. Avatar. In: Bud Spencer: Was ich euch noch sagen wollte … Mit Lorenzo de Luca. Aus dem Italienischen von Johannes Hampel. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2016, S. 47-68

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