Aug. 312010
 

Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ ist wirklich ein großangelegter Wurf, ein kühner Versuch „die Welt zu erklären“, den Sozialstaat zu begreifen und eine Art Besinnung auf das, was Europa ausmacht, zu unternehmen. Vieles, was er schreibt, entspricht genau dem, was auch ich als Ergebnis meiner eigenen Erlebnisse in Kreuzberg herausgefunden und in diesem Blog niedergelegt habe – nachweislich ohne von Sarrazin beeinflusst zu sein, denn das Buch ist erst in diesen Tagen herausgekommen.

Ich würde „Deutschland schafft sich ab“ in eine Reihe mit Büchern wie „Die Aufsteigerrepublik“ Armin Laschets, „Mein Abschied vom Himmel“ Hamed Abdel-Samads oder auch Jacques Attalis „Tous ruinés dans dix ans?“ stellen. Allen diesen Autoren ist gemein, dass sie sich weit über den engen Horizont eines Berufes hinauswagen. Kleinere Versehen mögen ihnen ebenso unterlaufen sein wie eine gewisse Gewaltsamkeit der Analyse. Aber auch eine gewaltsame Analyse kann Plausibilität und Richtigkeit beanspruchen.

Die Sarrazin-Kritiker der ersten Nacht haben das Buch offenkundig nicht gelesen oder nur höchst unvollständig zur Kenntnis genommen. Sie haben mit einer unstillbaren Gier die anstößigen „Stellen“ herausgelesen, mithilfe derer sie dann den Autor mit einer nur noch pornographisch zu nennenden Wucht in die Pfanne gehauen haben.

Ein abstoßendes Sündenbock-Ritual war dies.

Das Scherbengericht, das Teile der deutschen Politik und große Teile der Presse über ihn persönlich veranstaltet haben, bot ein unwürdiges, hämisches Schauspiel. Hier hat sich eine ganze politische Klasse selbst zerlegt und an Glaubwürdigkeit verloren. Lasst es uns Circus Sarrazini nennen. Von einer echten Befassung mit Sarrazins Argumenten konnte bisher nicht ansatzweise die Rede sein. Der Wähler wird sich daran erinnern. Nach meinen eigenen Erhebungen stimmen 60-70% der Kreuzberger Bevölkerung den wesentlichen Befunden Sarrazins zu.

Die „politische Klasse“ wird sich jetzt erst einmal über das Buch zu beugen haben. „Macht eure Hausaufgaben.“ Danach sollte das Eingeständnis eigener Fehler bei uns allen folgen. Anschließend sollten sich alle überlegen, was sie Sarrazin erwidern können.

Die Grundtendenz des Buches gibt das Grundgefühl der deutschen, russischen, italienischen, polnischen, französischen und sonstigen Ethnien, zwischen denen ich mich bewege, zutreffend wieder. Darüber hinaus dürfte es den Lehrerinnen und Lehrern, den Erzieherinnen und Erziehern in weiten Strecken aus der Seele gesprochen sein.

Wir fühlen uns an Kreuzbergs staatlichen Grundschulen als Fremde im eigenen Land, als Randständige im Land der gefestigten neuen muslimischen Mehrheiten, die uns verdrängt haben und weiter verdrängen werden.

Der einzige Fluchtweg, den immer mehr Eltern ergreifen, ist das Weggehen auf Privatschulen. So wie wir es gemacht haben. Wir erziehen unseren Sohn nunmehr zu einem guten Russen und guten Europäer. Die Kosten finanzieller und sonstiger Art sind hoch. Die enormen Gefahren, die dies insgesamt für die Gesellschaft in sich birgt, hat Sarrazin auf S. 247 seines Buches treffend analysiert.

Und das alles geschieht mitten in Deutschland – 2 km vom Bundestag entfernt.

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Aug. 312010
 

Eine wunderbare Sache sind die Neuköllner Stadtteilmütter, deren Loblied ja auch Bürgermeister Buschkowsky in der aktuellen zitty Berlin singt.

Arbeitslose Mütter vorwiegend türkischer und arabischer Muttersprache werden in einem 6-monatigen Kurs zu Themen wie Bildung, Gesundheit  und Erziehung qualifiziert. In dieser Zeit erhalten sie staatliches Geld.

Anschließend geben sie ihr Wissen durch Hausbesuche an andere Mütter weiter. Sie werden durch Sozialpädagogen betreut und erhalten für ihre Tätigkeit ein Honorar.

Alles toll, was?   Ich stimme zu: Es klingt wunderbar. Es ist eine tolle Sache, benachteiligte, sozialschwache Mütter als Botschafterinnen in ihrer Ethnie zu gewinnen.

Gut auch: Deutsche und migrantische Sozialpädagogen erhalten Lohn und Brot. Dadurch sinkt die Arbeitslosigkeit der Sozialpädagogen. Migrantische Stadtteilmütter  erhalten Lohn und Brot. Mutterschaft als bezahlte Tätigkeit! Endlich. Jubel, jubel. Ein Sieg des Feminismus?

Und da ist auch schon der Haken: Die Stadtteilmütter erhalten staatliches Geld dafür, dass sie bei anderen Müttern ihrer Ethnie vorbeischauen, Tee mit ihnen trinken und Tipps zu Ernährung und Erziehung ihrer Kinder austauschen. Alles in den beiden örtlichen Umgangssprachen, also Arabisch oder Türkisch. 

Das ist ein schwerer Fehler, eine völlig falsche Verwendung öffentlicher Mittel, denn es ist keine Verwendung, sondern eine Verschwendung staatlichen Geldes, Mütter dafür zu bezahlen, dass sie bei einer Tasse Tee nützliche Tipps und Tricks austauschen.

Das Projekt Stadtteilmütter – so meine ich – ist eigentlich gut. Aber es muss ehrenamtlich gemacht werden. Es dürfen auf keinen Fall öffentliche Mittel an die Stadtteilmütter für ihr Wirken gezahlt werden. So füttert man nur die nächste Generation von staatlich alimentierten Abhängigen heran.

Solche Projekte, deren es eine Unmenge gibt, sind ein außerordentlich beliebter Zapfhahn für Fördermittel.

Ich unterhielt mich vor einigen Monaten mit guten Kennern der Neuköllner Szene über das Thema. Sie hatten alle den richtigen Migrationshintergrund. Sie sagten mir:

„Stadtteilmütter? Kannst du knicken.“

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Setzt die richtigen Leute mit dem „bekennenden Rassisten“ zusammen!

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Aug. 252010
 

Natürlich sollte man Sarrazin beim geplanten Auftritt im Haus der Kulturen der Welt die richtigen Leute an die Seite setzen, wollt ihr Vorschläge? Die Bühne darf man doch nicht einem „bekennenden Rassisten“ überlassen.

Wen wollt ihr an der Seite Sarrazins als seinen kraftvollen Gegenspieler? Hier kommen meine Vorschläge:

Ladet ein auf die Bühne …

… beliebige Sozialarbeiterinnen, beliebige Lehrerinnen aus Berlins Wedding, Kreuzberg, Schöneberg, Neukölln, einen beliebigen Imam aus Berlin, ersatzweise auch:

Alice Schwarzer, Necla Kelek, Güner Balci, Kazim Erdogan, Hamed Abdel-Samad, Aygül Özkan, Armin Laschet, Lamya Kaddor, Badr Mohammed, Seyran Ates, Heinz Buschkowsky, Tariq Ramadan, Hirsi Ali.

Alle diese Menschen könnten dem „unsäglichen Treiben“ dieses „menschenfeindlichen“ „bekennenden Rassisten“ wirksam Einhalt gebieten. Alle diese Menschen werden Herrn Sarrazin Mores lehren.

Das wird spannend! Das wird ein Fest der Freiheit, ein Fest des Denkens!

Aber stattfinden muss die Veranstaltung.

Dokumentiert: Protest gegen Sarrazins Auftritt im Haus der Kulturen – Berlin – Tagesspiegel
Deshalb fordern wir die Verantwortlichen im Haus der Kulturen der Welt und die Organisator/innen des Internationalen Literaturfestivals Berlin auf, Thilo Sarrazin aus ihrem Programm zu streichen, statt ihm bei der Verbreitung seiner menschenfeindlichen Thesen zu assistieren! Gleichzeitig rufen wir alle Autor/innen des Literaturfestivals auf, die Bühne nicht mit einem bekennenden Rassisten zu teilen!

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Aug. 242010
 

Naiv, unhistorisch, albern“ …  das sind nur einige der Aussagen, mit denen der Politiker Thilo Sarrazin die bisherige Integrationspolitik Deutschlands bezeichnet. Er stellt der politischen Klasse Deutschlands, der er selbst angehört oder vielmehr angehört hat, ein verheerend schlechtes Zeugnis aus. Hiermit hat er sicherlich in ein Wespennest gestochen, wie insbesondere die empörten Reaktionen vieler aufgeklärter Zeitgenossen belegen. Die Forderungen nach Parteiausschluss prasseln schon wieder einmal auf den angeblichen Islamfeind nieder. So etwa heute in der Berliner Zeitung auf S. 15.

„Islamfeind“? Das ist Unfug. Sarrazin schreibt im aktuellen SPIEGEL auf S. 139-140:

„Wenn ihr muslimischen Glaubens seid, o.k. Damit habt ihr dieselben Rechte und Pflichten wie heidnische, evangelische oder katholische Deutsche. Aber wir wollen keine nationalen Minderheiten. Wer Türke oder Araber bleiben will und dies auch für seine Kinder möchte, der ist in seinem Herkunftsland besser aufgehoben.“

Wir wollen keine nationalen Minderheiten„, damit meint Sarrazin sicherlich: Wir wollen, dass alle, die hier dauerhaft wohnen, sich als deutsche Staatsbürger begreifen – sicherlich mit französischer, libanesischer, vietnamesischer oder  türkischer Zuwanderungsgeschichte. Aber insgesamt als deutsche Staatsbürger erster Klasse, nicht als migrantische Bürger zweiter Klasse. Die Kinder der Zuwanderer sollen irgendwann – irgendwie zu Deutschen werden. Ich würde sagen: zu neuen Deutschen.

Selbstverständlich wird sich in diesem Prozess unser Bild von Deutschland ändern – wie es sich ja seit jeher immer wieder geändert hat.

Was ist daran böse? Was ist daran rechtsradikal?

Alle, die in Deutschland dauerhaft wohnen, sollen sich als deutsche Bürger erster Klasse fühlen. Zustimmung, Herr Sarrazin!

Und hier meldet sich eine erfahrungsgesättigte Stimme aus Berlin-Kreuzberg!

Ich meine: Die Aussagen und Analysen Thilo Sarrazins sollten vorurteilsfrei erörtert werden. Hierbei schreibe ich ihm schon mal als großes Verdienst zugute, dass er die Schuld für allfällige Missstände bei den Deutschen, insbesondere bei der deutschen Politik sucht. Das geht ja schon aus dem Titel seines Buches hervor: „Deutschland schafft sich ab“. Das ist – die zulässige Überspitzung abgerechnet – ein Eindruck, den mir beispielsweise chinesische, russische und französische Eltern ebenfalls erzählen, deren Kinder die deutschen staatlichen Grundschulen besuchen. Sie sind alle entsetzt, schlagen die Hände über dem Kopf zusammen: „Was lasst ihr da mit euch machen!“

Der deutsche Staat diente sich unseren Neubürgern im letzten Jahrzehnt recht demütig an – und er lässt sich heute ausnutzen und ausnehmen wie eine gebratene Weihnachtsgans – früher zum Nutzen der deutschen Industrie, dann zum Nutzen der deutschen Immobilienwirtschaft, heute eher zum Nutzen des deutschen Integrationsgewerbes. Nicht zum Nutzen der Zuwanderer, denn die sind unzufrieden wie eh und je.

Das ist mein Eindruck, den ich nun wirklich mit tausenderlei konkreten Erfahrungen belegen kann. Muss ich deutlicher werden?

Sarrazins Anklage richtet sich dabei nie gegen einzelne Personen, sondern gegen ein kompliziertes Wechselspiel von  falschen politischen Weichenstellungen, kulturell geprägten Grundhaltungen und bequemem Wegsehen. Das ist alles legitim.

Manches an seine Ausführungen vermag ich nicht zu teilen. Gut aber gefällt mir etwa folgende Aussage (heute in der BILD auf S. 10):

Thilo Sarrazin: Neues Buch – „Deutschland schafft sich ab“ – Politik – Bild.de
Ein Teil der Deutschen – auch der Elite – hat das Problem noch gar nicht verstanden. In deren Lebens-, Wohn- und Arbeitswelt kommen muslimische Migranten ja nur als Reinigungskräfte oder als fremdartige Kulisse beim gelegentlichen Besuch in Berlin-Kreuzberg vor.

Das ist wirklich ein Treffer! Ich stelle immer wieder verblüfft fest, wie wenig echten Kontakt die Schönredner aus Berlin-Stadtrand oder Berlin-Ost zu muslimischen Deutschen haben. Viele können nicht einmal unterscheiden, ob ihr Mitbürger Türkisch, Russisch, Polnisch oder Arabisch spricht.

So war es seit je eine bekannte Tatsache, dass kein einziger unserer Berliner Politiker seine eigenen Kinder in eine staatliche Kreuzberger Grundschule schickt. Wie sollen sich die Menschen ein Bild machen von einer Realität, vor der sie selbst zurückscheuen wie ein Pferd vor einem Hornissenschwarm? Wie sollen sie Entscheidungen treffen, wenn sie stets auf Berichte aus zweiter oder dritter Hand angewiesen sind?

Wie oft habe ich die guten Deutschen angefleht, aufgefordert und gebettelt: „Schickt eure Kinder zu uns in die Migrantenschule – kommt in unsere Araberschule! Besucht uns! Macht euch ein Bild! Weist uns doch nicht die kalte Schulter! Wenn euch die Integration so wichtig ist, zieht nach Neukölln, nach Kreuzberg, nach Wedding, kommt ins herrliche Multi-Kulti-Land! Wenigstens mal zu Besuch!“ Umsonst!

Daneben habe ich immer wieder versucht, Journalisten linker und weniger linker Zeitungen für unsere Kreuzberger Schulen zu interessieren. Einige kamen, hörten, knipsten, schrieben – erschienen ist bisher nichts. Nichts! Warum? Hatte ich nur Käse erzählt?

In folgendem Punkt stimme ich jedenfalls Sarrazin zu: Die bisher nicht geglückte Integration der muslimischen Zuwanderer ist wesentlich auf Versäumnisse und schwere Fehler der deutschen Gesellschaft und der deutschen Politik zurückzuführen. Wir Deutschstämmige tragen die Hauptverantwortung. „Wir haben uns an den Kindern versündigt“, wie es Armin Laschet so treffend formuliert hat.

Bin mal gespannt, was morgen in der BILD erscheint. Die Überschrift lautet dann:

Erziehung und Bildung scheitern in Deutschland nicht am Geld, sondern am Willen.“

Das ist eine Behauptung, die ich in ähnlicher Form bereits mehrfach in diesem Blog aufgestellt habe.

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Juli 292010
 

Die Muslime in den USA gelten als besser integriert, als wohlhabender denn etwa die eingebürgerten Hispanics oder die Schwarzen, deren Vorfahren vor Jahrhunderten als Sklaven nach USA verschleppt oder verkauft wurden. Woran liegt dies?

Drei einfache Kriterien für gelingende Integration in den USA nennt Lamya Kaddor:

„Man ist dann integriert, wenn man erstens für die grundlegenden Werte der Freiheit, der Gleichheit und des Eigentums einsteht, wenn man zweitens seinen eigenen Lebensunterhalt verdient und wenn man drittens wenigstens soviel Englisch beherrscht, dass man sich verständigen kann“ (Muslimisch – weiblich – deutsch, S. 106).

Wann ist man als Zuwandrerin Deutschland erfolgreich integriert? Ich würde sagen: Man ist in Deutschland integriert, wenn man erstens nach acht Jahren Aufenthalt einen unbefristeten Aufenthaltstitel erlangt hat und damit unabhängig von der Staatsangehörigkeit alle gesetzlichen Ansprüche eines Bürgers gegenüber dem deutschen Sozialstaat geltend machen kann, wenn man zweitens ein Netz aus verwandtschaftlichen Beziehungen und staatlichen Fürsorgeleistungen geknüpft hat, das einem das Verharren in der Herkunftskultur ermöglicht, und drittens, wenn man durch Heirat mit einem Partner derselben ethnischen Herkunft die Ansprüche auf Versorgung und materielle Sicherheit generationenübergreifend verstetigt hat.

Ich übertreibe geringfügig, dennoch läuft es heute in den meisten Fällen bei uns in Berlin-Kreuzberg  so ab. Es war vor zwanzig Jahren noch nicht so, aber heute ist es überwiegend so. Besserung ist nicht in Sicht, solange man nicht grundsätzlich am Sozialstaat etwas ändert. Ich vertrete – übrigens weitgehend allein auf weiter Flur – folgende Ansicht: Mit der jetzigen Sozialgesetzgebung ist die Integrationsproblematik nie und nimmer zu bewältigen. Im Gegenteil: Es werden ständig neue überflüssige, ideologisch belastete Nebenkriegsschauplätze aufgemacht, so etwa jetzt das Burka-Verbot. Ein Zeichen der Hilflosigkeit, dass darüber in Frankreich und Holland so ausführlich diskutiert wird!

Sobald die einzelnen Familien, vor allem aber die jungen Männer gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt durch legale Beschäftigung selbst zu erarbeiten, werden die meisten Probleme der Integration „der Muslime“ sich innerhalb weniger Jahrzehnte wie in den USA in Luft auflösen. Die meisten – nicht alle.

Den Nikab, also die Ganzkörperverhüllung, bei der ausschließlich ein kleiner Augenschlitz freigelassen wird, den kenne ich aus der Schule und dem Supermarkt bei mir um die Ecke. Es sind Frauen aus nach außen extrem abgeschlossenen Familien, die neuerdings in Kreuzberg den Nikab tragen und die ich nach den deutschen Kriterien (nicht nach denen der USA) als hervorragend integriert bezeichnen würde. Schulnote 1.

Ich meine: Wir sollten schon erklären, ob wir eine „weiche“ Integration nach US-amerikanischen Vorbild oder eine hervorragend gelungene, systemisch verankerte Integration so wie bisher in Deutschland haben wollen.

Es hat sich doch überall herumgesprochen, mit welchen Kniffen und Angaben man – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – die Integration ins deutsche Sozialhilfewesen erreichen kann.

Ich meine ferner: Was die Deutsche Lamya Kaddor sagt, etwa auch in einem aktuellen Interview zum Thema Freiheit, zum Thema Burka-Verbot, sollte man mindestens diskutieren:

Deutschlandfunk – Interview – „Ich würde nie so weit gehen, ein ganzes Verbot auszusprechen“
Darüber hinaus hat übrigens gestern das Pew-Forum in Amerika eine Umfrage veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die meisten Europäer diesem Verbot zustimmen, aber die meisten Amerikaner interessanterweise eben nicht, und man muss sich fragen: Woran liegt das. Leider wird die Begründung nicht aufgeführt, da werden also nur die Zahlen, die Statistiken benannt. Ich glaube, das hat sicherlich auch damit was zu tun, dass dem Begriff der Freiheit, der persönlichen Freiheit in Amerika einfach eine viel größere Bedeutung zugemessen wird, als man das hier in Europa tut – leider.

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„Niemand opfert sein Kind für die Integration“

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Juli 262010
 

Derartige Vorwürfe musste ich armer Kreuzberger Vater mir immer wieder anhören – von anderen deutschen Eltern, von Sozialarbeitern … dafür, dass wir unseren Sohn in eine ganz normale staatliche Schöneberger Kita und staatliche Kreuzberger Grundschule geschickt haben. Dort wo teils türkische, teils arabische Schüler mit ihren allgemeinen Lernbedürfnissen die absolute Mehrheit stellen und die wenigen deutschen oder nichtmuslimischen Kinder mit ihren besonderen Lernbedürfnissen eher nebenher laufen. Wobei die Politiker des linken Parteienspektrums mit ihrem leidenschaftlichen Faible für das „gemeinsame Lernen“ sich bemerkenswerterweise stets vornehm zurückhalten.

„Das Wertvollste, was du hast, den eigenen Sohn, das kannst du doch nicht DIESER Welt opfern …!“ DIESE Welt? Darüber schreiben Güner Balci, Kirsten Heisig, Kazim Erdogan, Heinz Buschkowsky und einige andere.

Kein Zweifel:

Hier in Berlin, vor allem Kreuzberg und Neukölln, droht die deutsche Gesellschaft
der Zukunft komplett auseinanderzubrechen – und wir sind mittendrin!

Knackpunkt, an dem alles bricht und fast zerbricht, ist die Schule. Von einer gemeinsamen Grundschule kann schon lange keine Rede mehr sein. Obwohl wir hier im Bezirk die Grünen als größte Partei genießen dürfen, ist wahrscheinlich nirgendwo sonst – außer in Neukölln und Wedding – die Absetzbewegung aus dem öffentlichen Grundschulwesen so stark wie hier.

Die Eltern, die für ihre kleinen Kinder etwas vorhaben, ziehen weg in das ehemalige Ost-Berlin, oder sie melden sich um, oder sie melden die Kinder in privaten Grundschulen an.

So wie etwa Güner Balci, die ebenfalls aus Kreuzberg weggezogen ist in den Bezirk Mitte – es ist anzunehmen: den Teil von Mitte, der im ehemaligen Osten liegt.

Und das titelgebende Zitat entnehmen wir nicht nur Gesprächen mit verschiedenen Kennerinnen, sondern es wurde auch von Güner Balci exakt so geäußert:

Neukölln-Roman von Güner Balci: Ein Fluchtweg für die Arabqueen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Kultur

Die 35-Jährige ist von Kreuzberg ins schicke Berlin-Mitte gezogen. Sie ist gerade Mutter geworden. „Niemand opfert sein Kind für die Integration“, sagt sie.

 Posted by at 14:50
Juli 212010
 

21072010006.jpg Na na na, ob da wohl mal wieder die Phantasie durchdreht!? Interessante Sendung jedenfalls am kommenden Freitag. Aber dass die deutschen Eltern und die nichtmuslimischen Schüler sich „nicht so anstellen“ sollten und „endlich in die türkisch-arabische Mehrheit integrieren“ müssten, das hören wir immer wieder mal.

Mal kucken, was sie uns da wieder an Horrormärchen auftischen. Aus den Fingern werden sie sich das ja nicht gesaugt haben. Und einige dieser Beobachtungen kann ich durchaus bestätigen.

Bild: U-Bahnhof Möckernbrücke.

Das Erste
Freitag, 23.07.10
03:40 – 04:25 (45 Min.)
Kampf im Klassenzimmer
Deutsche Schüler in der Minderheit

Kampf im Klassenzimmer – Das Erste | programm.ARD.de
Manchmal werden sie verhöhnt, manchmal sogar geschlagen. Mit ihnen wird in der Klasse kaum geredet, sie ziehen sich zurück, sagen kaum noch ihre Meinung – kurz, sie sind nicht integriert: Deutsche Kinder an einer Hauptschule in Essen.

„Sie werden nicht jeden Tag mit dem Messer bedroht, … aber die Kinder mit Migrationshintergrund haben hier eindeutig das Sagen“, so die Direktorin der Schule. „Red nicht mit der, das ist bloß eine deutsche Schlampe“, so hören es auch die Lehrerinnen. „Wenn Ramadan ist, ist Ausnahmezustand. Beim letzten Mal ging es soweit, dass sie uns ins Essen gespuckt haben“, berichtet die Hauswirtschaftslehrerin.“

 Posted by at 15:45

Une juste fierté

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Juli 142010
 

Großes Fest der Inklusivität am Nationalfeiertag! Man zeigt Farben. Ehemalige Kolonien entsenden Soldaten. Der Präsident zeigt sich mit Behinderten, geht den letzten Abschnitt zu Fuß. Gute Sache! Und dass ein Nichtfranzose die Etappe von Chambéry nach Gap gewonnen hat- sollte ebenfalls Anlass zum Stolz auf das eigene Vaterland zu sein.

Félicitations!

L’info en vidéo – France Télévisions Info

 Posted by at 22:36

„Alle anderen sind nur Flaschen“

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Juli 132010
 

nicht-nur-flaschen-im-columbiabad-12072010.jpg Assimilation ist kein Verbrechen. Jedenfalls dann, wenn sie von den hier geborenen, hier aufwachsenden Menchen erbracht (nicht erzwungen) wird. Respekt, Assimilation, Erlernen der Sprache – dies alles fordert Bushido aus Neukölln.

Unsere Fotos zeigen den Eingang zum Columbiabad in Neukölln.

columbiabad-eingang-12072010001.jpgIch fuhr gestern dort mit meinem tiefergelegten FENT F85 vorbei, zückte mein E51, schoss vom fahrenden Fahrzeug aus, gab Gummi und zog Leine. Alle anderen sind Flaschen.

Kuckt ma, Jungs: Der Eingang gleicht baulich einem Hochsicherheitstrakt in Stammheim. Mehrfach übermannshoch vergittert, Video-Totalkontrolle. Krass.

Daneben der coole Spruch der Wasserwerke: „Alle anderen sind nur Flaschen.“ Fett! Er erinnert mich an den Spruch eines Jugendlichen aus einer vielköpfigen Kreuzberger Brüderschar von neuen Deutschen, mit dem wir einmal ein Radausflug machten:  „Verkehrsregeln sind doch nur was für Angsthasen.“ Das gibt das Selbstbild der etwa 60 jugendlichen neuen Deutschen zutreffend wider, die am Samstag das Columbiabad unter ihre Gewalt brachten. Ich schließe messerscharf: Es waren messerbewaffnete Mitglieder der berühmten „libanesischen“ Clans, die Schritt um Schritt ihren Einflussbereich ausweiten.

Und das blüht euch, Jungs, wenn ihr nicht schnellstens die Spur wechselt:

12072010002.jpg

Integration: „Ey, Bruder, da ist Bierhoff dran“ – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Kultur
Natürlich haben wir früher darüber geredet, wo die Väter herkommen, aber das hat keine Rolle gespielt. Wir haben nicht gesagt: Eigentlich kommst du aus Palästina und du aus dem Libanon und der dritte aus der Türkei.

SPIEGEL: Sondern?

Bushido: Wir sind Deutsche. Genauso wie Mesut Özil. Meinen Sie, der hat ernsthaft überlegt, für die Türkei zu spielen?

SPIEGEL: Der Berliner Kevin Boateng spielt auch für Ghana. Der scheint sich anders als Sie nicht so deutsch zu fühlen.

Bushido: Das ist was anderes. Ich kenne Kevin gut. Der hatte beim DFB keine Chance, das war eine reine Karriereentscheidung. Aber der musste auf der Karte erst mal gucken, wo Ghana liegt.

SPIEGEL: Eine Mannschaft mit vielen Migrantenkindern spielt super Fußball, und ein Rapper, den man ebenfalls erst mal nicht für deutsch hält, singt das Lied dazu. Meinen wir das mit multikulturell?

Bushido: Das ist noch gar nichts. Es wird Zeit, dass Deutschland sich auch auf anderen Gebieten, jenseits von Fußball und Pop, wandelt. Wenn wir über Integration sprechen, müssen wir nicht nur über euch Deutsche sprechen, nicht nur darüber, ob ihr uns annehmt. Wir müssen vor allem über die neuen Deutschen reden, die hier leben: Ob die bereit sind, sich zu assimilieren, die Sprache zu lernen, Respekt zu haben.

 Posted by at 15:41
Juli 062010
 

Tag der Zeugnisverteilung. Tag der Rechenschaft. Stimmung: im besten Fall durchwachsen. Eigentlich eher niedergeschmettert. Das Zeugnis der Grundschule legt einen schonungslosen Bericht ab. Unter anderem erhalten wir die Ergebnisse des VERA-Tests. Lässt alles sehr tief blicken.

Passend dazu der Bericht in der Berliner Morgenpost heute auf S. 2:

Integrationsbericht – Die Bildungsoffensive scheitert bei den Migranten – Politik – Berliner Morgenpost

Was mich am Selbstmord Kirsten Heisigs erschüttert, ist, dass sie offenbar keine Hoffnung mehr hatte.

Wenn man einmal das ganze Ausmaß der Probleme – kulturelles Vakuum, massive Bandenkriminalität, Intensivtäter, gezielte Unterwanderung und Ausbeutung der deutschen Sozialsysteme von innen und von außen, jahrzehntelange Korruption und Kriminalität in Berlins Politik und Verwaltung – durchschaut, wie das – neben wenigen anderen – Kisten Heisig tat, muss man unbedingt sofort das Bündnis mit den wenigen anderen suchen, die ebenfalls die Lage an der Migrantenfront zutreffend einschätzen und sich nicht – wie üblich – in einem fort in die Tasche lügen.

Das Berliner Grundschulwesen ist durch die Lage an der Migrantenfront hoffnungslos überfordert.

Man muss recht früh die Öffentlichkeit suchen.

Sonst verzweifelt man nahezu naturgesetzlich. Man wird krank. Man arbeitet sich kaputt. Man vereinsamt.

Man wird in einen Strudel aus lauter negativen Nachrichten gezogen, aus dem man ohne Beistand von außen nicht mehr herauskommt.

„Wir haben es nur mit der negativen Auslese zu tun.“ So Kirsten Heisig in einer Antwort an diesen Blogger beim Hearing der CDU-Bundestagsfraktion im Jahr 2008.

Wichtig wäre: positive Auslese fördern und sehen! Keime der Hoffnung säen!

Und man muss unbedingt in seinem Privatleben das Schöne und das Erfreuliche pflegen! Das kann ein Hobby sein, das kann eine künstlerische Betätigung sein. Das kann und soll die Familie sein. In jedem Fall darf man sich nicht verschlucken lassen.

Offen gesagt: Zweifel an der offiziellen Selbstmord-Darstellung bleiben in mir bestehen. Wieso wurde die Richterin erst 5 Tage nach dem Verschwinden in unmittelbarer Nähe des Autos (200 Meter oder 500 Meter entfernt, ja was nun?) erhängt gefunden, und zwar nach mehreren Tagen intensivster Suche? Wir sind gewarnt durch den angeblichen Selbstmord Lars-Oliver Petrolls, des Aubis-Mitarbeiters. Auch da erfuhren wir: erhängt. Ebenfalls ohne Abschiedsbrief. Aber der Terminplaner, die elektronische Ausstattung dieses besten denkbaren Kronzeugen im Bankenskandal von 2001 waren und blieben  verschwunden.

Und so wurstelt und werkelt unser Bundesland Berlin weiter vor sich hin.

 Posted by at 13:55

Nicolas Anelka aus Trappes

 Integration, Migration, Sprachenvielfalt  Kommentare deaktiviert für Nicolas Anelka aus Trappes
Juni 242010
 

Riesendebatte über das Scheitern der französischen Nationalmannschaft! Großes Erstaunen ob der rohen Wortwahl eines Anelka.

Mich wundert das nicht. Ich höre solche Sprüche wie die eines Anelka hier oft schon von 7-9-jährigen Jungen. „F… d… i… Knie…/d… Mutter“ ist typisch Multi-Kulti-Berlin, ist typisch auch für Trappes, eines der bekanntesten Einwanderungsghettos in der Nähe von Paris.

Wer sich darüber wundert, hat offenbar keinen Kontakt zur nachwachsenden migrantischen Generation, weder in Deutschland noch in Frankreich.

Dort, in Trappes, wuchs Nicolas Anelka auf. Und jetzt hören wir aus der Umkleidekabine der Franzosen genau diese Sprüche. Tiefer hängen. So sind sie nun mal, unsere Jungs.

A la cité des Tarterêts : „C’est la France que les Bleus représentent, pas la banlieue“ – LeMonde.fr

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Die Schrumpfvergreisung der Deutschen

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Juni 242010
 

Einen recht nüchternen Blick wirft Gunnar Heinsohn in der heutigen FAZ auf unsere Sozial- und Einwanderungspolitik: Wir machen so ziemlich alles falsch, was für eine nachhaltige Einwanderung und Integration nötig wäre. Wir holen aus anderen Ländern die besonders Hilfsbedürftigen, entlasten die Kassen anderer Staaten, nehmen ihnen ihre Problembevölkerung weg, und die Leistungsbereiten verlassen unser Land schaudernd ob der gigantischen Verschuldung.

Und  Daniel Cohn-Bendit berichtet in der taz heute (WM03) aus Frankreich etwas, was uns in 10 oder 20 Jahren ebenfalls bevorstehen könnte: Die leistungsbereiten Chinesen protestieren zu Tausenden gegen die aus dem Maghreb stammenden Franzosen, die mehr und mehr ethnisch abgeschlossene Räume errichten, wie ich sie in Ansätzen in Berlin ebenfalls kenne: diese oder jene Straße in Kreuzberg, ganze Blocks in Wedding und Neukölln.

Die Schrumpfvergreisung der Deutschen: Deutschland verschläft den Kampf um Talente – Integration – Feuilleton – FAZ.NET
Australien verlangt, dass „Einwanderer bestens ausgebildet sind“ und „sehr schnell einen Beitrag zur australischen Wirtschaft leisten können“. Kanada setzt diese Forderung am strengsten um und hat deshalb bei den Kindern seiner Zuwanderer einen höheren IQ als beim einheimischen Nachwuchs. Nirgendwo hingegen liegen Migrantenkinder tiefer unter dem einheimischen Leistungsniveau als in Deutschland. Das liegt nicht an ihrer Fremdheit und Anderssprachigkeit, sondern an den schlechten Noten ihrer Eltern bereits in der Heimat. Es geht also gar nicht um „Ausländerprobleme“. Die wirklichen Probleme sind selbst mit Integrationsmilliarden nicht schnell heilbar. Exzellenzstudenten leben nun einmal nicht mit Schulabbrechern gleicher Sprache, Religion und Hautfarbe zusammen. Das unterbleibt in Istanbul genauso wie in Berlin.

 Posted by at 15:08