Gutes Gespräch, wa? Gelassen läuft’s!
Keine Empörung, keine Vorwürfe!
Gutes Gespräch, wa? Gelassen läuft’s!
Keine Empörung, keine Vorwürfe!


Das BMW Guggenheim Lab ist in Kreuzberg nicht erwünscht. Gewalt wurde angedroht, die Zukunftswerkstätte wird deshalb nicht nach Kreuzberg kommen.
„Der Name Guggenheim ist hier nicht erwünscht!„
Was mag wohl in jemandem vorgehen, der den traditionsreichen jüdischen Namen Guggenheim trägt, wenn er hier bei uns hier in Kreuzberg wieder das Gefühl bekommt: „Der Name Guggenheim ist hier nicht erwünscht!“
„Yuppies raus“, lese ich seit einigen Monaten breit und unübersehbar im Aufgang eines Kreuzberger Hauses. Rein grammatikalisch und lautlich klingt das fast genau so wie „Juden raus!“.
The writing is on the wall!
„Wer hier raus oder rein kommt, das bestimmen wir“, so sprachen damals die Nazis. Der Protest richtete sich damals wohlgemerkt vor allem gegen die Immobilienbranche und gegen die Banken.
„Wer hier raus oder rein kommt, das bestimmen wir“, so sprechen heute die Blockwarte der neuesten Machart und drohen mit Gewalt.
Auffallend auch die Ähnlichkeit in dem Spruch „Deutschland verrecke“, wie er in Friedrichshain unübersehbar auf einem Dach steht, und dem Spruch „Juda verrecke“, wie er in den dreißiger Jahren häufiger zu finden war.
Wie sagte Bert Brecht doch? „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“
Kreuzberg wird erneut ungastlicher, wird erneut freiheitsfeindlicher. Der gewaltbereite Mob versucht sich die Hoheit über den Stadtteil zu erkämpfen.
Leserkommentare – Protest in Kreuzberg: „BMW Guggenheim Lab“ unerwünscht – taz.de

Der eine oder andere gütig geneigte Leser mag sich noch an jene Aufzählung von Pflichten und Verboten erinnern, die das früher einmal christliche Europa als die „Zehn Gebote“ kannte. Man findet sie bei einigem Suchen noch in der Hebräischen Bibel, also auch in dem Alten Testament der Christen. Die zehn Gebote sind noch nicht ganz außer Mode, auch wenn sie jeden Tag hunderttausendfach übertreten werden.
Die zehn Gebote, die teilweise Ergebnisse von Lebensweisheiten sind, richten sich an den einzelnen Menschen. Beispiele, an die manche der älteren Leser dieses Blogs sich noch erinnern mögen, sind: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“, „du sollst nicht morden“, „du sollst nicht stehlen“, „du sollst nicht Falsches gegen deine Nächsten aussagen“, „du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren“ usw. usw.
Biblischer Glaube besagt: Würdest du diese hier aufgezählten wenigen Gebote und Verbote einhalten, dann ginge es dir und den deinen besser. Wer diese Gebote verletzt, schadet anderen und letztlich auch sich selbst. Wenn niemand mordet, lügt und stiehlt, geht es dir und den deinen besser. Wenn du Vater und Mutter pflegst und hegst, geht es dir und den anderen besser.
Biblischer Glaube besagt: Nicht das Eigentum ist böse, sondern das Stehlen des Eigentums. Nicht das menschliche Leben ist böse, sondern die Vernichtung des menschlichen Lebens, der Mord. Nicht das Privateigentum ist böse, sondern der Diebstahl. Nicht die Sprache ist böse, sondern das Reden in der Absicht, anderen zu schaden, die Lüge.
Eine andere Ethik, man könnte sie Kollektivethik nennen, predigt John Lennon in seinem bekannten Lied IMAGINE. Das Lied wurde kürzlich im Konzerthaus auf dem Festakt der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt gespielt. Ein klares Bekenntnis Deutschlands zum Gedanken der Kollektivethik?
Lennon stellt sich eine gute Welt vor, eine Welt ohne Staatsgrenzen, ohne Eigentum, ohne Religion, ohne den Himmel der Werte. Dann – so predigt John Lennon – wird alles gut. Nicht der menschliche Wille wählt für John Lennon das Böse, sondern die Trennung in Länder, die Trennung in Mein und Dein, die Religion. Staatlichkeit, Religion, Besitz sind die Ursachen des Bösen. Durch Abschaffung von Staatlichkeit, Religion und Besitz entfällt der Grund zum Bösen. Das Paradies kann anbrechen. So ähnlich dachte wohl auch John Lennon persönlich.
Man darf weiterdenken: In einer John-Lennon-Welt ohne Eigentum, ohne Religion, ohne Nationalitäten werden die Menschen gut sein. Es wird keinen Mord, keinen Raub und keine Lüge geben.
Durch die Abschaffung von Eigentum, Religion, Nation und Staatlichkeit bricht das Reich des ewigen Friedens an. Es gibt keinen Grund mehr, irgendetwas Böses zu tun. Alles wird gut.
JOHN LENNON lyrics – Imagine
Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us only sky
Imagine all the people
Living for today…
Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people
Living life in peace…
Diesen kausalen Zusammenhang beschrieben übrigens gestern in der FAZ die Verfasser der „Bogenberger Erklärung“ mit großer Überzeugungskraft.
Das Gespenst des Neo-Liberalismus, die Vogelscheuche des „Diktats der Märkte“ ist eine durchs europäische Dorf getriebene Chimäre, die davon ablenken soll, dass die Bürger und die von ihnen gewählten Regierungen nicht sorgfältig und solide gewirtschaft haben. Hätten europäische Bürger und europäische Regierungen in den vergangenen 15 Jahren stets sorgfältig und nachhaltig gewirtschaftet und ihr Tun und Lassen redlich erklärt, wären wir nicht in der Lage, in der wir heute sind.
Zielstrebig und beharrlich bohre ich mich in diesen Tagen durch das Europarecht, suche in diesem „System vernetzter Ordnungen“ die Brüche und Pass-Ungenauigkeiten. Eines wird mir immer klarer: Nicht alles an der seit 2008 andauernden Finanz- und Europa-Krise haben die Regierungen der EU-Länder oder die ominösen Märkte zu verantworten. Einiges an der Vertragskonstruktion ist schlechterdings nicht kohärent. Manches mutet bei geduldiger Lektüre als „windschief“ an. Gerade die wirtschafts- und finanzpolitischen Steuerungsmechanismen des Vertrags über die Europäische Union (EUV) und des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) scheinen mir sehr bedenklich. In vielfacher Hinsicht schränken sie die Handlungsfreiheit von Parlamenten und Regierungen unnötig ein.
Diese damals politisch gewollten Festlegungen der Lissabonverträge erweisen sich in unseren Tagen zunehmend als Danaergeschenk, zumal sie auch in nationales Recht, etwa in das Recht der Bundesrepublik Deutschland eingeführt werden, ohne dass hierüber auch nur der Ansatz einer ausreichenden Debatte stattgefunden hätte.
Dafür nur ein Beispiel:
Ich bemerke mangelndes Vertrauen in die Freiheit, wenn ich mir die Rechtsproduktion der Europäischen Union ankucke.
Literatur:
Europa-Recht. 24., neubearbeitete Auflage, Textausgabe mit einer Einführung von Prof. Dr. Claus Dieter Claussen, Stand 1.1.2011, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2011
Ich würde etwas Dampf rausnehmen aus der Debatte: Ich würde es statt „Grillverbot“ einfach ein „Verbot offenen Feuers in geschützten Grünanlagen“ nennen.
Bei uns in Friedrichshain-Kreuzberg herrscht seit Jahren praktisch überall absolutes Grillverbot, selbstverständlich auch im neuen Park am Gleisdreieck, selbstverständlich auch im Viktoriapark.
Die Zumüllung und Verschandelung von Anlagen, Wänden, Grünflächen, die systematische Missachtung der Regeln des Zusammenlebens ist eines der großen Probleme in diesem herrlichen, seit Jahren von den Grünen und Linken gesteuerten Bezirk.
Der Bürger weiß es euch Grünen und Linken nicht zu Dank, dass ihr noch den letzten Euro an Steuergeldern ausgeben würdet, um für Zündler, Sprayer und Graffitikünstler stets erneut ein freies Betätigungsfeld zu schaffen.
Bei mir im Haus sind neuerdings Graffiti nicht nur an den Außenwänden, sondern auch im Innenhof und sogar im Treppenaufgang zu finden. Eine bunte Fülle an Meinungsäußerungen, von „Hier sind wir“ bis hin zu den Grauen Wölfen, zur PKK und anderen Organisationen, alle sind hier im weltoffenen Kreuzberg, alle zeigen Flagge und Präsenz.
Das brave Bezirksamt wischt und putzt wie eine gute Putzfrau und Mutti den munteren, wohlerzogenen Bürgern hinterher, es tut, was es kann und soviel der prallgefüllte Bezirkssäckel hergibt. Die Bezirkskasse ist voll, das merken die Bürger und schaffen stets neue Arbeit durch Vermüllung.
Ich jedoch habe keine Lust, jedes Jahr mehr Steuern nur für die Beseitigung von vermeidbarem Dreck zu bezahlen. Ich halte deshalb die Verbote von offenem Feuer in geschützten Grünanlagen für richtig.
Reaktionen auf Bezirksbeschluss: Grillverbot im Tiergarten entzweit die Stadt – Berlin – Tagesspiegel
Als Fehler bewertet die SPD-geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung diese Entscheidung: Das Problem wird dadurch bestenfalls in die Nachbarbezirke verschoben, sagt Sprecher Mathias Gille. Gegrillt werde dann im Park am Gleisdreieck oder im Tempelhofer Park auf dem früheren Flugfeld.
An dieser Stelle der Wilhelmstraße sah ich vor etwa 10 Tagen mitten auf der Radfahrspur eine schwer verunfallte Radfahrerin bewegungslos auf dem Boden liegen – zusammengeprallt mit einem rechts abbiegenden Fahrzeug. Mehrere Unfallzeugen kümmerten sich bereits vorbildlich um die Verletzte, der ich von dieser Stelle aus rasche und vollständige Genesung wünsche.
Und damit zum Thema des Tages: Sicherheit im Fahrradverkehr.
Die durch Bundesverkehrsminister Ramsauer angeregte Helmpflichtdebatte hat „mit Sicherheit“ erreicht, dass das Thema Sicherheit im Fahrradverkehr wieder nach oben „gespült“ worden ist. Ebenso trat in den Vordergrund, ein wie wichtiger Faktor das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ist. Die beste Fahrrad-Infrastruktur ist nutzlos, wenn sie nicht genutzt wird und die Radfahrenden zu wenig zur Eigensicherung und Eigenverantwortung
unternehmen. Empfehlenswerte Maßnahmen der Eigensicherung sind
beispielsweise gute Sichtbarkeit im Dunkeln, das Befahren der Radweganlagen
nur in der vorgeschriebenen Richtung, aber auch die ständige Vorsicht
gegenüber sich öffnenden Autotüren und rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen.
Ich persönlich meine: Der Fahrradhelm ist ein sinnvoller Bestandteil der Eigensicherung. Er
verleiht bei nicht zu hohen Aufprallgeschwindigkeiten des Kopfes einen
gewissen Schutz vor schweren Schädelverletzungen. Dies haben mir mehrere
helmtragende Fahrradfahrer, die einen Sturz auf den Kopf ohne Trauma
überlebt haben, bestätigt. Auch Rettungsmediziner, mit denen ich sprach,
haben mir dies so bestätigt.
Ich empfehle Kindern und Erwachsenen das Tragen des Helms neben
anderen Maßnahmen der Eigensicherung wie etwa heller Kleidung im Dunkeln. Gegenüber meinem minderjährigen Sohn habe ich das Helmgebot kraft elterlicher Verantwortung autoritär durchgesetzt.
Das reflexhafte Abwehren der Helmdebatte oder der Helmpflichtdebatte, noch
dazu mit ständiger Bezugnahme auf veraltete Untersuchungen und „gut
abgehangene“ Argumente, ist nicht zielführend. Warum?
Ich beobachte bei uns im Bezirk eine stark zunehmende Achtlosigkeit, ja
Verantwortungslosigkeit bei immer mehr Radfahrenden. Diese subjektive
Beobachtung wird gestützt durch die überproportionale Zunahme an verletzten
Radfahrern bei uns im Bezirk: Die Zahl der verunfallten und verletzten
Radfahrer hat in dem radverkehrsstarken Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im
Jahr 2010 und auch bisher in 2011 stärker zugenommen, als nach dem Anstieg
des Radverkehrs zu erwarten gewesen wäre. Eine erhöhte Zahl an Radfahrenden
bedeutet also nicht automatisch mehr Sicherheit beim Radverkehr. Auch beobachten wir schwere Unfälle an vorbildlich ausgestatteten Radverkehrseinrichtungen (breite Radfahrstreifen, deutlich abmarkierte Radlerfurten usw.).
Ebenso ist beispielsweise die ständige Vorsicht beim Geradeausfahren neben
rechtsabbiegenden Fahrzeugen eine empfehlenswerte Maßnahme des
Eigenschutzes. Ich meine, dass wir ständige Vorsicht beim
Geradeausfahren neben rechtsabbiegenden Fahrzeugen wieder und wieder
empfehlen sollten.
Sicherheit im Radverkehr ist eine Gesamtaufgabe: radverkehrstaugliche
Infrastruktur, Maßnahmen an den Fahrzeugen, verantwortliches Verhalten zur
Eigen- und Fremdsicherung müssen zusammentreten. Das Tragen eines Helms kann
Bestandteil des empfohlenen Verhaltens werden.
Wir zitieren weiter:
Der Rest der Kasse nickte zustimmend. „Ja, in der Türkei hat man echte Probleme, wenn man arbeitslos wird. Hier kann man immer noch sehr gut leben und muss noch nicht einmal wieder arbeiten“, warf Faruk ein.
Alle lachten.

Die Investoren vom Potsdamer Platz schenkten uns Bürgern einen neuen Park. Wie schön! Etwa 8 Millionen haben sie für den ersten Teil hingeblättert. Ich bleibe zutiefst begeistert von dieser neuen Anlage und nutze sie fast täglich, um meine Familie und mich zu erholen, zu kräftigen und zu erquicken, dass der Turnvater Jahn oder auch Jane Fonda ihre helle Freude an uns gehabt hätten.
Breite Wege schaffen Sichtachsen, Inseln der wildwuchernden Natur bewahren des Gedächtnis vergangener Nutzungen. Die gesamte Ausstattung wirkt außerordentlich zweckmäßig, solide, strapazierfähig und bis ins kleinste Detail sorgfältig bedacht, beredet, beplant. SEHR GUT GEMACHT, GRÜN BERLIN!
Einen Gewissenskonflikt erlebte ich vor drei Tagen im neuen Park, als ich beobachtete, wie einige jugendliche Skater mit ihren scharfkantigen Roll-Gleitern auf die roh gezimmerten, starkbohligen Bänke des neuen Parks aufsprangen, sie mit ihren klotzigen Fußhobeln aufraspelten und an ihnen entlangschabten.
Ist das Skaten auf Parkbänken verboten? Ich weiß es nicht. Sachbeschädigungen gelten hier in Kreuzberg als normal. Ich enthielt mich tunlichst eines Zwischenrufs. Mit öffentlichem Gut wird hier im herrlich linken, herrlich toleranten Friedrichshain-Kreuzberg oft besonders rücksichtslos umgegangen. Die anderen Bezirke, die anderen Bundesländer zahlen alles treusorgend. Zur Not schickt der tolerante Bürgermeister den Putztrupp – wie am Görlitzer Park – ein drittes Mal. Motto: Der verwöhnte Bürger in der Hauptstadt der Armut müllt, der reiche Staat räumt auf.
Nicht erwünscht ist im neuen Park am Gleisdreieck nur dreierlei: das Freilaufenlassen der Hunde, das Grillen und das Müll-Liegenlassen.
Das Graffiti-Sprühen ist offenkundig nicht verboten. Schon am ersten Tag war die Skate-Anlage umgestaltet:

Erste Negativberichte erreichen mich über die Presse:
Vandalismus, Müll, Drogenhandel: Neuer Park am Gleisdreieck verkommt – Berlin – Tagesspiegel
Ich habe den Bericht im Tagesspiegel gelesen, halte ihn aber zum jetzigen Zeitpunkt für übertrieben. Man gewinnt den Eindruck, als sähe es hier schon so aus wie in der Hasenheide oder im Görlitzer Park. Diese beiden Parks sind in der Tat in der Hand des Mülls und der Drogenhändler. Sie sind in der warmen Jahreszeit durch die typische Verwahrlosung weitgehend zu Unorten ohne echte Aufenthaltsqualität geworden.
Aber hier am Gleisdreieck konnte ich bisher nur einen Drogenhändler sehen, die meisten Bänke sind noch weitgehend im Originalzustand, die kreuzbergtypischen Schmierereien haben den Park noch nicht im Griff! Glasscherbensalate, ganze Batterien von leergesoffenen Schnapsflaschen sah ich bisher nur auf den Yorckbrücken am „Flaschenhals“ (sic!), glassplitterübersät waren nur geringe Teile der Wiese! Danke an die Säuberer und Reiniger!

Weder entdeckte ich auf Spielplätzen bisher Drogenverstecke oder Spritzbestecke wie an anderen Spielplätzen in Kreuzberg-West noch über und über besprühte Naturschutztafeln wie im Viktoriapark.
Die Hunde laufen hier im Park eigentlich immer frei herum. Heute sah und hörte ich, wie zwei in freundlichem Schwarz gekleidete Parkbetreuer zwei Hundehalter darum baten, doch bitte ihren – wie beobachten konnte – seit 20 Minuten frei herumspringenden Pitbull anzuleinen. „Den haben wir grade erst losgelassen!“, logen die Hundehalter. „Kaum läuft er ein paar Meter frei herum, wird man gleich angemacht …!“, maulten sie. Dennoch blieben die freundlichen Parkschützer (aus Stuttgart?) freundlich-kooperativ wie eh und je. Sie schienen sich entschuldigen zu wollen dafür, dass sie heute die Parkordnung durchzusetzen sich bemühten. Man lachte und einigte sich darauf, den Pitbull diesmal ein paar Meter anzuleinen.
Na bitte, es geht doch!
Bürgerinnen und Bürger! Wollen wir versuchen, uns dieses großartigen Geschenkes der westdeutschen Investoren, der stets zahlungswilligen, braven Kapitalisten vom Potsdamer Platz würdig zu erweisen?
Ich hege Zweifel. Wir Berliner sind ein verwöhntes Pack. Was uns nichts kostet, wird nicht wertgeschätzt.
Ich meine, dieses Juwel gilt es zu hegen und zu pflegen. Es darf nicht den Weg des Görlitzer Parks oder der Hasenheide gehen.
Es liegt in unserer Hand. Den Sinn für die Verantwortung für öffentliches Gut müssen wir in Kindern bereits wecken, bei Jugendlichen in Erinnerung rufen, und als Erwachsene vorleben.

Wie wäre es mit einem Aufsatzwettbewerb: „Was mir an unserem neuen Park gefällt“?
Für Kinder bis 80 Jahre!
Entspringt die gegenwärtige Finanzkrise einem falschen Wachstumsglauben? Manche reden so. Da unsere Volkswirtschaften zur Wahrung des Wohlstandes auf Wachstum angelegt seien, müssten sie sich zunehmend verschulden, um bei sinkender Beschäftigung den Wohlstand für alle zu sichern. Ich widerspreche.
„Falscher Wachstumsglaube“ oder „falsches Staatsverständnis?“
Die gesamte europäische Schuldenkrise ist meiner tiefen Überzeugung nach aus einem falschen, im Grunde uneuropäischen Staatsverständnis entsprungen. Die Staaten und mit ihnen die Europäische Union ließen sich in die Haftung für das wirtschaftliche Wohlergehen der Bürger, der Unternehmen und der Banken nehmen, statt die Bürger, die Unternehmen und die Banken zu ermuntern, ihr eigenes Wohlergehen zu besorgen.
Die europäischen Staaten haben auf verderbliche Weise über ihre Verhältnisse gelebt, weil sie dem Staat einerseits zu viele Haftungspflichten übertrugen und andererseits die Aufsichtspflichten des Staates vernachlässigten.
Sie laufen folglich Gefahr, den allgewaltigen Versorgungsstaat zu schaffen.
„Der Euro ist die Grundlage der Europäischen Union, ohne den Euro bricht Europa auseinander.“ So kann man es sinngemäß oder wörtlich auch aus dem Munde namhafter Politiker hören. Ich halte diese Aussage für falsch und für gefährlich. Der Euro ist nie und nimmer die Grundlage der Europäischen Union, noch weniger die Grundlage Europas. Weder Europa noch die Europäische Union sind auf dem Euro oder auf dem europäischen Wirtschaftsraum begründet. Wer so redet, hat die eigentliche Klammer Europas und auch der Europäischen Union nicht hinreichend bedacht.
Warum?
Nicht der Euro, nicht die Wirtschaft sind der Sinn und Zweck der Europäischen Union. Die unterscheidenden Merkmale Europas und auch der heutigen Europäischen Union sind meines Erachtens die folgenden:
1) Ein stark entfalteter Freiheitsbegriff, nachzuweisen in Griechenland ab etwa dem 6. Jahrhundert v. Christus:
„Wir sind selber der Staat, wir sind selber die Macht.“ So sprechen und denken die Bürger der griechischen Gemeinden, die dem Druck des allgewaltigen Versorgungsreiches, dem Druck der Perser standhalten und sich ihm widersetzen.
Bis zum heutigen Tag gibt es diese beiden klar entgegengesetzten idealtypischen Staatsbegriffe: Im Osten und Süden des Mittelmeeraumes bestimmt noch weitgehend der herrschaftliche, von oben herab verfügende und lenkende Alleinherrscher mit seinen wenigen Getreuen die Geschicke der Bürger. Das antike Perserreich ist die idealtypische Ausprägung, die heute noch bestehenden Diktaturen des Ostens und Südens tragen diese Erbschaft weiter.
Im Norden und Westen des Mittelmeerraumes wollen überwiegend die kleineren Einheiten, die Bürger, die Gemeinden, die kleineren und größeren Nationen ihr Schicksal selbst bestimmmen. Jeder übergeordneten Macht wird mit zunehmender Zurückhaltung, Skepsis und auch Widersetzlichkeit begegnet. Das galt jahrhundertelang für das Römische Reich, das gilt heute für die Europäische Union.
2) Als zweites unterscheidendes Merkmal Europas kann die tiefe kulturelle Prägung durch das Christentum gelten. Alle europäischen Völker sind zwischen dem 4. und dem 11./12. Jahrhundert kollektiv zum Christentum übergetreten. Mindestens bis ins 19. Jahrhundert hinein haben alle europäischen Völker sich als christliche Nationen definiert. Die vorherigen paganen Religionen sind vollständig unterdrückt worden. Judentum und Islam hingegen galten durchweg als Randerscheinungen, die nicht zum Kernbestand Europas gehörten, sondern eher dessen Außengrenzen bestimmten. Judentum und Islam wurden teils verfolgt und unterdrückt, teils als Ausnahmen geduldet, teils vollständig assimiliert. Abwehr des islamischen Unterwerfungsverlangens bestimmte jahrhundertelang Europas Außengrenzen.
3) Als drittes Merkmal für Europa kann die Prägung durch das römische Recht gelten. In allen europäischen Staaten hat sich das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit durchgesetzt, ausgehend vom kodifizierten Recht des Römischen Reiches. Die Macht setzt das Recht. Umgekehrt wird Macht durch „gesetztes“, also durch „positives“ Recht kontrolliert. Macht übt Herrschaft aus und wird durch positives Recht gesichert. Gesetztes Recht wird durch Macht gesichert.
Ein Gegenmodell zur staatlich gesicherten Herrschaft des römisch geprägten Rechts ist zweifellos die Ausübung des Rechts durch geistliche Herrschaft, idealtypisch zu finden in der Scharia. Die islamischen oder sich aktuell islamisierenden Staaten wenden sich gerade in diesen Monaten erneut der Scharia, nicht dem römischen Recht, als der Grundlage des neu zu definierenden Rechtsrahmens zu. Bezeichnend dafür die Aussage des libyschen Übergangsrates: „Libyen soll ein gemäßigt islamischer Staat werden, in dem die Scharia die Grundlage des Rechts wird.“
Drei Städtenamen stehen für die beschriebene, dreifach ineinander verwobene Prägung Europas:
Athen steht für Freiheit und Selbstverantwortung der Bürger, aus dem letztlich auch der Gedanke des Nationalsstaates hervergegangen ist.
Jerusalem steht für den scharfen Geltungsanspruch der drei monotheistischen, orientalisch-abramitischen Religionen Judentum, Christentum, Islam, von denen das Christentum sich in Europa durchsetzen konnte.
Rom steht für Recht. Durch Rom wird staatliches Leben zur Spielfläche unterschiedlichster, häufig widerstreitender Ansprüche und Gegenansprüche. Kein europäischer Staat verzichtet auf diesen langfristig angelegten Rahmen der Auseinandersetzung, in dem Absolutheitsansprüche sowohl der Religionen wie auch Machtansprüche der wirtschaftlich Mächtigen ihre Einhegung finden.
Mangelnde Einhaltung von Rechtsnormen auf staatlicher Seite, also Korruption, führt zu Misswirtschaft, Klientelismus und Staatsbetrug: Betrug des Staates an den Bürgern, Betrug der Bürger am Staate.
Hochverschuldete Staaten führen, wie man in diesen Tagen auf niederschmetternde Weise in Griechenland sehen muss, nahezu zwangsläufig zur Entmündigung der Bürger. Sie führen zur Lähmung der Politik.
Athen, Jerusalem, Rom. Die alleinige Konzentration auf die Finanzverfassung wird keinen Ausweg aus der Krise des Europa-Gedankens weisen können.
Athen, Jerusalem, Rom.
Nur in Rückbesinnung auf das Erbe dieser drei symbolisch hochbeladenen Städte wird Europa, wird die Europäische Union sich als kulturell und politisch ernstzunehmende Größe behaupten können.
Polizistin rechts, Polizistin links, Weltkind in der Mitten!
Dieser – leicht veränderte – Spruch von Goethe kam mir soeben murmelnd über die Lippen bei der Betrachtung des Fotos eines Politikers der bürgerlichen Mitte „von echtem Schrot und Korn“. Der Mann in der Mitte heißt Wolfgang Wieland MdB.
Welcher Partei mag der freundlich lächelnde Herr zwischen den jungen Polizistinnen angehören? Unerheblich, dieses Blog schaut bekanntermaßen nicht auf die Partei, sondern „in der Mitte steht der Mensch“. Welchem Wahlkreis gehört er an? Mitte!
Entscheidend bleibt für mich der geniale Kunstgriff, mit welchem Herr Wieland das Konzept „Zuhause in Mitte – Zuhause in der bürgerlichen Mitte“ in Bild und Spruch auf die Internet-Bühne bringt. Die Semiotik spricht gelahrt-tiefsinnig von „mehrfacher Überdeterminiertheit des symbolisch aufgeladenen Zeichens“!
Chapeau, Herr Wieland! Möge jeder Berliner Bürger durch zwei Polizisten beschützt sein! Heute sei ein guter Tag!
Nein er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister!
Nun, da er’s ist, wird er nur täglich dreister.
Und für die Stadt was tut denn er?
Wird es nicht alle Tage schlimmer?
So holprig reimte ein heute weitgehend vergessener deutscher Dichter mal. Ja, es wird alle Tage schlimmer mit den Mieten! Es ist allgemein bekannt: Gegen Mietsteigerungen kann die linke Politik auch in einem teilsozialistischen Bundesland wie Berlin kaum etwas ausrichten. Das wissen auch linke Bürgermeister wie etwa Franz Schulz (Friedrichshain-Kreuzberg) oder Klaus Wowereit (Berlin).
Geradezu kindlich-frommes Staatsvertrauen drückt sich dagegen immer wieder im flehentlichen Ansinnen linker Protestierer aus: „Tu doch endlich was, Bürgermeister! Lieber lieber Bürgermeister! Mach, dass die Mieten nicht steigen! Du bist doch auch ein echter Linker wie wir alle!“
Umsonst. Nichts zu machen. Selbst die landeseigenen Wohnungsgesellschaften verlangen heute höhere Mieten als der Durchschnitt. Das müssen sie auch, denn alles andere würde die Verluste für das Land Berlin erhöhen. Der einzige Strohhalm, den die in die Enge getriebenen linken Bürgermeister noch darreichen können, ist, eine Bundesratsinitiative für „nach dem nächsten Wahlsieg“ in Aussicht zu stellen. Oder eine Erhöhung der „Richtwerte für Wohnkosten in allen Wohnungsarten“, wie es die Berliner Sozialsenatorin Carola Bluhm fordert. Das ist klassische Geldverteilungspolitik, das ist alte Berliner Schule aus besten Mauerzeiten!
Denn was geschieht? Die Erhöhung der Richtwerte ist nichts anderes als eine Einladung an die Vermieter, exakt diese Erhöhung bei den Mieten draufzusatteln. Ülker Radziwill, die sozialpolitische Sprecherin der linken SPD scheint dies immerhin erkannt zu haben. Der fürsorgliche Sozialstaat scheffelt also den Vermietern das Geld direkt in den Rachen. Natürlich fordert der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) ebenfalls eine Anhebung der Regelsätze für die Kosten der Unterkunft (siehe WELT, Berlin-Ausgabe, heute S. 30).
Bessere Bundesgesetze und Erhöhung der Regelsätze, um weiterhin zu verhindern, dass die Gesetze des Marktes im teilsozialistischen, fast komplett durchregulierten Mietwohnungsmarkt einziehen könnten! Wer daran glaubt, wird selig.
Ansonsten setzt man wie gehabt auf Verbote, „Umwandlungsverbote“, Anordnungen, konservativen Milieuschutz und Bestandsschutz. Das übliche Repertoire der Profiteure des Status quo. Linke Politik ist heute in Berlin fast ausschließlich konservative Bestandssicherung geworden. Klammerreflexe landauf landab! „Wählt uns linke Parteien, dann werden wir euch Benachteiligten dieser Erde (also den Wohnungsunternehmen) mehr Geld zukommen lassen!“
Von konstruktiver Kommunalpolitik weit und breit keine Spur! Man klammert sich am Bestehenden fest.
Im übrigen herrscht seitens der linken Bürgermeister weiterhin gewinnende Höflichkeit im Umgang mit linken Besetzern oder vielmehr Gästen, und zwar vor allem „aus menschlich-persönlichen Gründen: um nicht bei ihnen anzustoßen und sie nicht unmittelbar in ihren politischen Gesinnungen zu verletzen, die heutzutage natürlich schrecklich zerklüftet und gegensätzlich sind, so daߠ viel Zündstoff vorhanden ist und man sich leicht das Gescharr der einen Seite zuziehen, womöglich Skandal erregen kann …“
Man möchte eben vermeiden, den kindlich-frommen Feuerköpfen in all der teilsozialistischen Unordnung noch frühes Leid zuzufügen!
01.06.2011: Besetztes Haus geräumt Tageszeitung Neues Deutschland
Mit dem Einsatz scheiterten auch die Bemühungen des Bezirksbürgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz Grüne, die Besetzung zu legalisieren. Zeitgleich zu der Besetzung in der Schlesischen Straße war auch das Büro des Bezirksbürgermeisters von zehn Mietaktivisten besetzt worden. Da Schulz die Besetzer jedoch »als Gäste« bezeichnete, kam es hier zu keiner gewaltsamen Räumung.
Gespräch über kriminelle Jugendliche. Wer oder was ist schuld kriminellen Karrieren? Die Umstände? Der Staat? Die zerrütteten Familien? Das schnelle Geld? Der Sozialstaat? Die langweilige Dauerperspektive auf ein bequemes Leben?
Letztlich entscheidend ist für mich:
Ich möchte, dass die Jungs von Kindesbeinen an erfahren: „Ja, ich kann mir eine Zukunft schaffen. Durch eifriges Bemühen, durch Nacheifern. Wenn ich hart arbeite, werde ich mir irgendwann sogar eine eigene Wohnung leisten können. Wenn ich hart an mir arbeite und ehrlich Geld verdiene, werde ich interessant für Frauen und ich werde sogar eine Familie gründen.“ Der Wunsch nach einer eigenen Familie mit Kindern ist bei fast allen kriminellen Männern und Jugendlichen, die ich kennengelernt habe, geradezu übermächtig. Er ist auf lange Sicht der größte Antrieb dafür, wieder auf die rechte Bahn zu gelangen.