Kulturelle Besonderheiten im Görlitzer Park achten, Unwillkommenskultur verstärken!

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Juli 202013
 

Irre, was jetzt wieder in Berlin abgeht! Wieder einmal werden kulturelle Herkünfte verschleiert, offenbar geht man immer noch davon aus, dass alle Menschen irgendwie zu einer Ursuppe verschwimmen, sobald sie die EU-Außengrenzen überschreiten und ins gelobte Land, die Bundesrepublik einreisen.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/drogenumschlagplatz-in-berlin-kreuzberg-die-dealer-im-goerlitzer-park-werden-immer-dreister/8525058.html

Die Drogenhändler am Görli werden im Volksmund bei uns in Kreuzberg „afrikanisches Begrüßungskomitee“ genannt. Es sind nach meinen eigenen wiederholten Erfahrungen, Erkundigungen und Gesprächen über die Jahre hin fast ausnahmslos junge, ledige Männer aus schwarzafrikanischen Ländern. Ihre Zahl wächst beständig. Sie verlassen ihre Herkunftsländer und tauchen in die kriminelle Szene hier in Deutschland ein, statt sich dort eine ehrliche Existenz aufzubauen. Die meisten  dürften sich als Asylbewerber hier aufhalten, ganz genau kann ich es nicht wissen. Ich würde ihren Aufenthaltsstatus überprüfen, man müsste den Drogenhandel und den Drogenbesitz als Abschiebegrund bei Asylbewerbern definieren.

Diese Drogenhändler sind keine Armutsflüchtlinge, denn nur die reicheren jungen Männer schaffen über den erstrebten Asylbewerbeantrag den Weg aus den schwarzafrikanischen Ländern nach Europa. Diese Drogenhändler  sind Kriminelle, die wir hier nicht wollen und die man schnellstens abschieben sollte.

Diese schwarzafrikanischen Drogenhändler fügen dem öffentlichen Bild der ehrlich und redlich hier arbeitenden Schwarzafrikaner, der echten Asylbewerber aus triftigem Grund, von denen ich mit etlichen bekannt und befreundet bin,  unermesslichen Schaden zu. Sie liefern – unterstützt von einer verzagten, mutlosen Politik – dem schlimmsten Rassismus Vorwände. Und das wollen wir nicht, wir wollen weder Rassismus noch Fremdenfeindlichkeit. Auf keinen Fall darf die Politik den bisher gefahrenen Kuschelkurs im Görlitzer Park beibehalten. Alles viel zu lasch, viel zu blauäugig, wie die Politiker in Bezirk und auf Landesebene seit Jahren hier agieren. Hier, gegenüber den Drogenhändlern und Gewaltkriminellen ist die harte Hand der Repression und der Abschiebung gefragt. Hier brauchen wir eine echte Unwillkommenskultur.

 

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Apr. 302013
 

2013-04-25 20.56.29

„Herr Meister und Frau Meisterin
Laßt mich in Frieden weiterziehn
und wandern und wandern und wandern.“

Dies verschollene Liedlein aus uralten Zeiten summte ich vor einigen Tagen in meinem Kopf, als ich mit einem Regionalzug durch das herrliche Tal der Fulda glitt. Ich saß beschwingten Mutes in der CANTUS-Bahn Nr. 24217 von Kassel nach Fulda. Cantus heißt ja wohl Gesang, offenbar wird einem tatsächlich in diesen Cantus-Zügen gesanglich oder märchenhaft zumute! Buschige Höhen, sanft geschlängelte Bächlein begleiteten den Zug.  Hier durchzogen Jacob und Wilhelm Grimm die Dörfer, um Sagen und Märchen zu sammeln!

Auch ich nutze weiterhin alle meine Zugfahrten und Fußwanderungen, um von Mitreisenden Geschichten und Stoffe zum weiteren Nachdenken und Nacherzählen zu sammeln. So knüpfte ich gleich ein artiges Gespräch mit einer jungen Mitreisenden an, die neben mir saß. Nach den üblichen Fragen nach dem Woher und Wohin fragte ich sie nach der jetzigen beruflichen Situation.

Was haben Sie im Leben vor?, fragte ich.

„Ich mache jetzt meinen Master in Marburg, nachdem ich schon den Bachelor, den ich in Kassel gemacht habe, in der Tasche habe!“
In welchem Fach?
„In VWL!“

Ich frage weiter: Prima! Und wie finden Sie das neue europäische System mit Bachelor, Master, CreditPoints und pi pa po? Ist das nicht prima, dass jetzt die gesamte höhere Bildung in der EU einheitlich geregelt wird? Ist ein europäischer Mastertitel nicht viel wertvoller als ein deutscher Meistertitel?

„Es ist nicht prima. Diese Titel Bachelor oder Master bedeuten für meine potentiellen Arbeitgeber fast nichts. Sie lassen sich mit einem deutschen Meister oder einem deutschen Dipl.-Ing. in keiner Weise vergleichen und sind auf dem Arbeitsmarkt viel weniger wert als diese überall bekannten und anerkannten Abschlüsse Meister, Dipl.-Kfm. oder Dipl.-Ing.“

So weit das Zeugnis der hessischen VWL-Studentin aus dem Regionalzug. Anlass für unsere heutige Besinnung!

Die nichtdeutsche Presse berichtet es gern: Die Tatsache, dass ausgerechnet Deutschland Ausbildungsplätze in Fülle anzubieten hat, während Spanien oder Italien ihre Schulabsolventen in hellen Scharen an die Uni oder gleich auf die Straße schicken, zieht lernwillige Blicke aus Ländern an, die unter einer exorbitanten Jugendarbeitslosigkeit leiden. Südkorea und Spanien und einige andere Länder versuchen mittlerweile das über Jahrhunderte hin gewachsene duale System der deutschen Berufsbildung nachzuahmen.

Wie ein Echo dieses Befundes klingt die Analyse des aktuellen Economist mit seinem Titelthema zum drängenden Thema Jugendarbeitslosigkeit in vielen Industrieländern.
Lest einen Auszug aus dem Economist-Leitartikel „Generation jobless“:

Across the OECD, people who left school at the earliest opportunity are twice as likely to be unemployed as university graduates. But it is unwise to conclude that governments should simply continue with the established policy of boosting the number of people who graduate from university. In both Britain and the United States many people with expensive liberal-arts degrees are finding it impossible to get decent jobs. In north Africa university graduates are twice as likely to be unemployed as non-graduates.

What matters is not just number of years of education people get, but its content. This means expanding the study of science and technology and closing the gap between the world of education and the world of work—for example by upgrading vocational and technical education and by forging closer relations between companies and schools. Germany’s long-established system of vocational schooling and apprenticeships does just that. Other countries are following suit: South Korea has introduced “meister” schools, Singapore has boosted technical colleges, and Britain is expanding apprenticeships and trying to improve technical education.

Was ist also besser: der European „master“ oder der German „meister“? Die Welt hat vorerst  entschieden: Ein klarer Sieg für das ausgefeilte deutsche berufliche Bildungswesen ist zu vermelden! Das duale System der beruflichen Ausbildung ist ein nachahmenswertes Trumpf-As für den Standort Deutschland. Man braucht in Deutschland und anderswo nicht unbedingt zur Universität zu gehen, um ein glückliches, erfülltes und auch ökonomisch höchst einträgliches Berufsleben zu führen.

Die faktische Gleichwertigkeit einerseits der handwerklich gestützten Ausbildungsberufe, die zum Meister führen,  und andererseits der akademischen Abschlüsse, die zum Master führen,  beweist erneut: Eines schickt sich nicht für alle.

Die bloße Erhöhung der Abiturienten- oder Akademikerquote, wie sie etwa als Zahlenwert in den Lissabon-Zielen zwischen den EU-Partnern vereinbart ist (mindestens 40%!), stellt als solche noch kein sinnvolles Ziel dar.

Einmal mehr zeigt sich, dass die von oben herab steuernde, zentrale Quotenvorgabe der EU eher schadet als nutzt. Oder, wie mein katholischer Vater und mein katholischer Großvater (und wohl auch mein Urgroßvater) schon sagten:

„Prüfet alles, das Beste behaltet!“

Quellen:
Das Wandern
. In: Der junge Musikant. Liederbuch für die Bayerischen Volksschulen. Oberstufe. Bearbeitet von Rudolf Kirmeyer. Bayerischer Schulbuch-Verlag. München 1951, Seite 228-230

Generation jobless. The global rise of youth unemployment. In: The Economist, 27th April 2013. Kindle edition (Lead article).
http://www.economist.com/news/leaders/21576663-number-young-people-out-work-globally-nearly-big-population-united

Foto: Im hessischen Fuldatal. Gegend bei Altmorschen. April 2013

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Apr. 182013
 

Wenn ich mit russischen Kindern spreche,  belehren sie mich gern, dass der 2. Weltkrieg im August 1941 mit dem Angriff Deutschlands auf Russland begonnen habe. Dass die Sowjetunion („Russland“) am 17. September 1939 Polen angegriffen und überrannt hat, ist im Westen Europas und in Russland noch nicht überall durchgesickert. Der britische Historiker Norman Davies räumte bereits 1996 der These, dass Italien am Karfreitag, 2. April des Jahres 1939, mit seinem Überfall auf Albanien den eigentlichen Auslöser für den europäischen Teil des Weltkriegs geliefert habe, eine gewisse Plausibilität ein. In jedem Fall steht fest, dass bereits seit 1931 in Ostasien eine Kette militärischer Konflikte ausgetragen wurde, die erst im Spätsommer 1945 zu Ende kamen.

Beleg:
Norman Davies, Europe. A history, London 1997, S. 991-998

Eine dritte These über den Auslöser oder den Beginn des 2. Weltkrieges wird bei Historikern diskutiert, die die germanozentrische, ja vor allem die eurozentrische Sichtweise auf den Weltkrieg durchbrechen. Demnach habe der 1935 ins Werk gesetzte Überfall Italiens auf  das damalige Abessinien den 2. Weltkrieg entscheidend ausgelöst. Darüber schreibt Heinrich Oehmsen in der Welt vom 17.04.2013:

„Wir Europäer haben gelernt, dass der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 mit dem Überfall der Nazi-Truppen auf Polen begann und am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation Deutschlands endete. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Sozialwissenschaftlern und Historikern, die dieser eurozentrischen Sicht widersprechen.

Für sie hat der Weltkrieg bereits 1935 in Afrika begonnen, als Italien das heutige Äthiopien angriff und 1936 annektierte. In Asien startete Japan im Juli 1937 eine Invasion in China, die bis zum September 1945 andauerte und in deren Folge 14 Millionen Chinesen den Tod fanden.“

via Erschreckende Fakten : Die „weiße Sicht“ auf den Zweiten Weltkrieg – Nachrichten Regionales – Hamburg – DIE WELT.

Eines scheint klar: Bei keinem dieser Angriffe – ob nun den italienischen Angriffen auf Äthiopien und Albanien, den deutschen Angriffen auf Polen oder die Sowjetunion, dem polnischen Angriff auf die Sowjetunion von 1920, den sowjetrussischen Angriffen auf Polen oder die baltischen Staaten von 1939/40 taten die Führer dies im Bewusstsein: „Und jetzt beginnt der 2. Weltkrieg.“ Kriege zwischen den Staaten waren in Europa nach 1919 eine sehr alltägliche Erscheinung, es gab zwischen 1918 und 1939 kein einziges Jahr, in dem nicht irgendwo in Europa ein regional begrenzter Krieg geführt wurde. Etwa ab 1935, spätestens ab 1939 jedoch erweiterten sich die regional begrenzten Kriege zu einem einzigen ineinander verflochtenen Weltkrieg.

Erst nach dem 8. Mai 1945 setzte sich die Meinung durch, dass der 2. Weltkrieg vom 1.9.1939 bis zum 8.5.1945 gedauert habe und dass Deutschland der einzige Schuldige für den „Ausbruch“ des 2. Weltkriegs sei. Dies ist bis heute überall die allgemein anerkannte Deutung, von den Historikern abgesehen.

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Der Mann aus den Brennnesseln der 68er Generation: Kai Ove Knausgård

 1968, Das Gute, Gedächtniskultur, Kinder, Liebe, Parkidyllen, Vaterlos, Verdummungen, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Der Mann aus den Brennnesseln der 68er Generation: Kai Ove Knausgård
Apr. 172013
 

2013-04-09 17.20.26

Karl Ove Knausgård erweist sich in seinem Buch „Lieben“ als ein typischer Vertreter meiner Generation:

Wir sind so cool, wir sind so belesen, es hat uns von frühester Kindheit an nichts Materiellem gefehlt, wir haben immer reichlich Zeit gehabt, unsere Liebschaften und Hobbies zu pflegen. Wir sind gegen Hitler, wir sind gegen die Diktatur, wir sind gegen das Unrecht dieser Welt, wir wollen das Gute – wir halten uns für grundsätzlich gute Menschen. Wir halten uns für grundsätzlich bessere Menschen als unsere Eltern es je waren und unsere Kinder je sein werden. Wir sind fest überzeugt, dass kein Mensch illegal ist. Wir sonnen uns im Lichte unserer moralischen Überlegenheit, da wir nie an Massenmorden beteiligt waren. Die Kirche haben wir im Alter von 16 oder höchstens 24 Jahren verlassen. Wir führen die Mülltrennung durch und lernen Türkisch, damit die armen Migranten sich bei uns endlich endlich angenommen fühlen. Wir sind für Klimaschutz und für Umweltschutz, wir sind für Meinungsfreiheit und Menschenrechte, wir sind gegen Krieg und gegen Hunger, gegen Klimawandel, gegen Zwangsräumungen und für Chancengerechtigkeit.  Wir fahren Rad statt Auto.

Und doch? Stimmt etwas nicht?

Ja. Etwas stimmt in unserer moralischen Buchhaltung nicht. Unsere Generation hat kein einziges großes Projekt gestemmt.  Wir haben die Häuser von unseren Eltern schlüsselfertig übernommen, aber uns fehlen die Kinder, denen wir sie weitergeben könnten. Unsere Gesellschaften schrumpfen, die Städte in den flachen Landschaften verfallen. Ganze Wohnviertel werden in Zwickau und Gera abgerissen, während wir in Berlin die urbane Nachverdichtung mit staatlichen Zuschüssen fordern. Die Provinz stirbt. Wir haben keinen Krieg miterleben müssen, aber wir rümpfen die Nase über unsere Eltern, die im Muff der Adenauer-Jahre befangen waren. Wir sind stolz auf die Errungenschaften der 68er, aber etwas Besseres als das Grundgesetz hat keine nachfolgende Politikergeneration hervorgebracht. Wir lehren unsere Kinder keine Lieder mehr. Wir rümpfen die Nase über die klerikal geprägten Südstaaten, aber wir lassen die südlichen Bundesländer alle Kosten unseres Schulversagens und des Umweltschutzes fast allein tragen. Das Schwierigste und Lohnendste, das zwei Erwachsene zustandebringen können, nämlich lebensfrohe, verantwortliche, dem Guten verpflichtete Kinder zu erwachsenen Menschen heranzubilden, gelingt uns immer weniger. Rein demographisch und rein statistisch gesehen sind wir als Generation große Versager. Wir sind Meister darin, die Hand hinzuhalten. Wir sind schlecht darin, selber Hand an den Spaten anzulegen, bleibende Projekte zu schaffen, statt nur neue Handys in Empfang zu nehmen.

Unsere eigenen Kinder wachsen ohne Leitbild auf. Wir sind ihnen kein Vorbild. Ungefähr 2000 Jahre Kultur werfen wir zu den Brennnesseln. Alles, was vor 1980 geschaffen worden ist, durchforsten wir eifrigst auf untrügliche Beweise des Rassismus, des Kolonialismus, des unaufgeklärten Bewusstseins, des Ewiggestrigen, des Sexismus. Sigmund Freud – ist ein Rassist. Heinrich Heine – ist uns ein unerträglicher Schwulenfeind. Günter Grass – ein verkappter Nazi und Werwolf. Heinrich Böll ist uns ein unverbesserlicher Evangelikaler, der immer noch an Gott und an Jesus und Maria glaubte und in der Rückbesinnung auf die Bibel das Menschliche in der Trümmerlandschaft Kölns wieder einzurenken versuchte. Über den amtierenden Bundespräsidenten brachen wir alle Stäbe. Vor unserem untrüglichen Strafgerichtshof hat niemand Bestand, der 1945 älter als 5 war. Die Älteren und die Eltern, das sind die Würdelosen, die es nicht so weit gebracht haben wie wir.

Wir sind die Würdelosen, die nichts anerkennen und nichts gelten lassen. Wir sind die Lieblosen.

Das ist ungefähr der Ausgangspunkt in der großen Gewissenserforschung des 1968 geborenen norwegischen Autors.

Karl Ove Knausgård: Lieben. Roman. Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Luchterhand Verlag, München 2012

Bild: Das Idyll unserer Werte auf dem Kreuzberger Oranienplatz, aufgenommen vor einer Woche

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Apr. 162013
 

2013-04-12 18.49.27

Die Häfte des Kuchens den Frauen! Symbolisch verteilten VertreterInnen des Kreisverbandes und der Fraktion im Bezirk Bio-Kuchen und Infomaterial zum Thema. „Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind Frauen in Deutschland immer noch strukturell benachteiligt“, sagt Annika Gerold, Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses. „Sie sind deutlich häufiger Opfer häuslicher und sexueller Gewalt, sie haben ein erhöhtes Armutsrisiko, sie machen seltener Karriere und verdienen – trotz besserer Ausbildung –weniger als Männer.“  Ganze 22 Prozent liegt ihr Gehalt im Durchschnitt  unter dem ihrer männlichen Kollegen. Deutschland ist damit im EU-Vergleich trauriges Schlusslicht. In diesem Jahr war der 21. März Equal Pay Day: Der Tag, an dem Frauen das durchschnittliche Jahreseinkommen der Männer im Jahr 2012 erreicht haben.“ Fraktion und Kreisverband informierten an einem mobilen Info-Stand zum Thema Geschlechtergerechtigkeit.“

Wir zitierten aus dem Grünen Newsletter Xhain vom März 2013.  Spannend!

Eine Rückkehr zu den uralten Einsichten eines Platon (4. Jahrhundert vor Christus) verzeichnen wir in diesen Jahren bei vielen unserer politisch aktiven Frauen und Männer. Bereits Platon kam bekanntlich nach beharrlichem Nachdenken im 5. Buch seiner Politeia zu dem Schluss, dass der Unterschied zwischen Männern und Frauen schlicht auf Setzung und Satzung (wie das die Sophisten nannten), also auf der Konstruktion der Genderpolitik (wie wir heute sagen würden) beruhe. Rein philosophisch betrachtet, rein rational betrachtet konnte Platon aus der Sicht der vollkommenen Gerechtigkeit keinen Wesensunterschied zwischen Männern und Frauen anerkennen. Allerdings leugnete Platon nicht, dass Frauen im sportlichen Wettkampf grundsätzlich von Natur aus benachteiligt seien. Er hätte also sicherlich nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn Männer und Frauen in getrennten Fußball-Ligen auflaufen, wie es ja auch heute noch der Fall ist.

Folglich fordert Platon bereits im 4. Jahrhundert vor Christus  die absolute Quotierung aller Ämter für Männer und Frauen. Der Staat, die Wirtschaft und das Heer brauchen bei Platon Männer UND Frauen gleichermaßen. Frauen und Männer haben Anspruch auf den gleichen Rang, die gleichen Ämter, die gleichen Stellungen in Politik, Heer, Wirtschaft und Staat.

Das Problem der Geburt und der Kindererziehung löst Platon durch völlige Auflösung der Ehe und der Familie. An ihre Stelle treten staatlich beauftragte Leihmütter und staatlich beaufsichtigte Ammen. Der platonische Staat übernimmt im Vorgriff auf die großen staatlichen Menschenzucht-Experimente des 20. Jahrhunderts (Leninismus, Stalinismus, Hitlerismus, Maoismus) Zuchtwahl, Zeugung und Babypflege.

Warum konnte Platon sich nicht durchsetzen? Hier dürfte ein geschichtlicher Umstand bedeutsam sein: Sowohl das Imperium Romanum als auch die drei ehedem Europa prägenden Religionen – also Judentum, Christentum und Islam – sind und waren unerschütterlich in ihrem Glauben, dass Männer und Frauen nicht nur biologisch, sondern auch der „Bestimmung“ nach unterschiedlich seien. Die Römer erkannten recht bald, dass der Haushalt (also die familia, wie das lateinisch genannt wurde), dass die Familia als kleinste wirtschaftliche Einheit den ganzen komplizierten Mechanismus des öffentlichen Lebens und des Imperiums am besten stützt: insbesondere durch die Zeugung und Erziehung der Kinder, die nach fester Überzeugung der Römer in den ersten 3 oder4 Lebensjahren unbedingt im häuslichen Wirkungskreis (in der familia) betreut werden sollten, ehe sie dann zum Schulmeister geschickt werden sollten.

Jeder Staat, jede Volkswirtschaft braucht eine ausreichende Anzahl an nachwachsenden Arbeitskräften, an Kindern also, sofern man den Bedarf nicht mindestens teilweise durch importierte Sklaven befriedigt, wie das in der Antike gang und gäbe war.  Für Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Erziehung der allerkleinsten Kinder muss also stets ein erheblicher Anteil der Lebenszeit der Frauen aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt herausgehalten werden, sofern man nicht alle Kinder von Anfang in zentralen Kinderbetreuungseinrichtungen aufziehen lässt.  Jedes einzelne Kind beansprucht dann die Mutter für mindestens 1 Jahr, und da statistisch zum Erhalt der Bevölkerung jede Frau 2,1 überlebende Kinder zur Welt bringen muss, steht aus natürlichen Gründen die Mutter dem Arbeitsmarkt nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Sie steht übrigens auch ihrer eigenen Karriere nicht uneingeschränkt zur Verfügung.

Ganz im Gegenteil ist es immer wieder zu beklagen, dass gut ausgebildete, beruflich erfolgreiche Frauen, sobald sie Mütter geworden sind, bekennen: „Mir ist das gemeinsame Glück mit meinen Kindern und meinem Mann viel wichtiger als die eigene Karriere. Ich verzichte gern auf eine Fortsetzung meiner Karriere. Kleine Kinder habe ich nur wenige Jahre, diese 5 oder 10 Jahre will ich aber auch genießen! Mir ist es wichtiger, dass es den Kindern gut geht, als dass wir uns ein Auto oder einen Urlaub leisten können. Es ist mir auch komplett egal, ob 10% oder 50% aller Straßennamen in Friedrichshain-Kreuzberg nach Frauen oder nach männlichen Generälen benannt sind. Keine Stunde des Glücks meiner Kinder würde ich für die Straßenumbenennungs-Ausschuss-Aktivitäten opfern.“

Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung führen also genderpolitisch häufig bei Frauen zu ungeahnten Störfällen! Diese armen Frauen halten das Glück der Kinder für wichtiger als das Glück, in einer gendergerechten Gesellschaft mit angemessenen Partizipationsmöglichkeiten für alle zu leben.  Diese Mütter und diese Väter  opfern also das Ideal der perfekt durchquotierten Gesellschaft auf dem Altar der Kinder in Fleisch und Blut. Das Glück ihrer eigenen, bereits geborenen Kinder steht diesen Müttern und Vätern über dem Glück der vollkommenen Gerechtigkeit, der vollkommenen Gender-Gleichheit, welches später einmal ihren noch zu gebärenden Kindeskindern zugute kommen würde! Sie räumen dem Glück der Familie Vorrang vor der absoluten Gerechtigkeit ein! Mit solchen Männern und Frauen  ist aber der Idealstaat, wie er Platon und auch Marx, Lenin,  Stalin und Mao vorschwebte, nicht zu erringen!

Verheerend war und ist auch der Einfluss der großen Religionen! Judentum, Christentum und Islam  denken in ihren Forderungen an ein sittlich gutes, gelingendes  Leben ja bekanntlich nicht von den Bedürfnissen des Staates her, sondern von den Bedürfnissen des einzelnen Kindes, letztlich des einzelnen Menschen. Die Glückseligkeit des einzelnen Menschen setzen sie höher als das Glück des perfekten Staates, das Glück der perfekten Volkswirtschaft! Jedes kleine Kind sollte – so sagen es diese Religionen – eine tiefe, unzerstörbare  Mutter- und Vatererfahrung haben. So ist es die tiefe Überzeugung der genannten drei gesellschaftsprägenden Religionen. Diese Sichtweise vom Vorrang der Familie vor dem Staat, vom Vorrang des Menschen vor der Wirtschaft setzte sich über die Jahrtausende hinweg stets durch.

Erst in unseren Tagen – beginnend von den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts – kippt das – wie schon damals zu Platos Zeiten! Selbst in der CDU und neuerdings auch in der EU-Fraktion der Liberalen beginnt sich endlich – 2500 Jahre nach Platon! – die Einsicht durchzusetzen, dass die Politik den Unternehmen und den Familien vorzuschreiben habe, wie sie das Ideal der Gender-Gerechtigkeit umzusetzen haben – und zwar spätestens ab 2020. Wir hatten jetzt nur 2% Zuwachs der Frauenquote pro Jahr in den Aufsichtsräten DAX-notierter Unternehmen! Skandal.  Wenn die Familien und die Unternehmen so dumm sind, den Idealvorschriften  der Politik nicht bzw. viel zu langsam zu folgen, dann muss man den Familien und den Unternehmen eben auf die Finger hauen!

http://www.tagesspiegel.de/politik/kompromiss-bei-der-union-cdu-verstaendigt-sich-auf-frauenquote-nach-2020/8067888.html

Die Häfte des Kuchens den Frauen!“ Gleicher wirtschaftlicher Erfolg jeder einzelnen erwachsenen, voll arbeitsfähigen Person, perfekt quotierte Anteile für Männer und Frauen gelten nun wie schon bei Platon im 4. Jahrhundert vor Christus als der absolute Maßstab. Eine Gesellschaft, in der die Frauen nicht die Hälfte des Anteils an gesellschaftlicher Macht, an finanzieller Kraft und wirtschaftlichem Einfluss haben, gilt per se als ungerecht.

Hieraus ergibt sich: Solange die schreiende Ungerechtigkeit der ungleichen Machtverteilung zwischen Männern und Frauen nicht beseitigt ist, werden die Frauen keine Kinder in die Welt setzen können, sondern lieber demonstrieren, politisieren und für einen 50%-Anteil an den Straßennamen in Friedrichshain-Kreuzberg kämpfen.

Sehr schön auch die Herausarbeitung des demographischen Arguments bei Silvana Koch-Mehrin (FDP): Da Deutschland seit Jahren viel zu wenig Kinder hat, um den eigenen Lehrstellenmarkt zu befriedigen oder die eigenen Alten und Dementen zu pflegen, werden nicht etwa die Familien ermuntert, mehr Kinder in die Welt zu setzen, nein, es wird gerade das Gegenteil gefordert und gefördert: Noch mehr Frauen sollen möglichst unterbrechungslos in Vollzeit arbeiten, noch mehr Frauen müssen vorrangig der Wirtschaft zur Verfügung stehen! Frauen, die keine qualifizierte Arbeit haben, finden ausreichend politische Mandate, um in Aktionen, Demonstrationen und Ausschüssen für die Hälfte des Kuchens zu kämpfen.

Am Wochenende protestiert man und frau zusätzlich gegen den längst eingetretenen Tod einer möglicherweise von allen Verwandten und Freunden nicht hinreichend betreuten alten Frau, deren Tod dann in unverantwortlicher Weise den herzlosen Behörden oder gar der Gentrifizierung angelastet wird. Hier ist zu sagen: Alte, verwirrte, behinderte, schwerkranke Menschen werden nie durch Behörden oder staatliche Stellen alleine zu retten sein, sondern nur durch geduldige, liebevolle Zuwendung einzelner Menschen.

„Die Wirtschaft braucht in einer älter werdenden Gesellschaft mehr qualifizierte Frauen im Arbeitsmarkt.“

via FDP-Europapolitikerin Koch-Mehrin fordert Zustimmung zur Frauenquote – SPIEGEL ONLINE.

Für Kinder, unbesetzte Lehrstellen in Deutschland und pflegebedürftige Alte in Deutschland werden bereits jetzt ausländische Arbeitskräfte händeringend angeworben, sofern nicht die Verschickung unserer Alten in ein Rentnerparadies (Thailand, Indonesien) erwogen wird.

Alles Illusionen, wie ich meine! Die völlige Angleichung der Männer- und Frauenrollen hat schon im antiken Sparta und bei Pippi Langstrumpf – und auch in Wagners Ring des Nibelungen – nicht funktioniert, sie wird auch bei uns ins Elend und zur weiteren Aushöhlung der Familien führen, vor allem dann, wenn sie durch die Politik von oben herab durchgedrückt wird.

Was würde der oben auf dem Bild zu sehende, kürzlich vom Volk der Franzosen zum beliebtesten Franzosen gewählte Omar Sy wohl zu der ganzen heillosen genderpolitischen Verwirrung von uns Deutschen sagen?

Zitieren wir doch seine merkwürdige, seine unerhört kühne Aussage zum Sinn des Lebens: „Ich möchte vor allem ein guter Ehemann und Vater sein.“

Omar Sy erwartet also nicht, dass die Politik ihn glücklich macht, wie es neuerdings ganz offen unsere Marina Weisband fordert, sondern er verlangt von sich, dass er zunächst seine Familie glücklich macht, so wie sie ihn glücklich gemacht hat.

Omar Sy, der gläubige Mensch – ein hoffnungsloser Fall?

Nein! Ich stimme ihm zu. Er ist vorbildlich für die sittliche Grundausrichtung der Menschen. Die deutschen Politiker, wir alle können sehr viel von Menschen wie Omar Sy lernen.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/marina-weisband-im-interview-bild-leser-koennen-auch-lesen/7948230.html

 

 

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O ihr armen EU-Armutsforscher – erbarmet euch der echten Armen in der Welt!

 Armut, Pflege, Verdummungen, Verwöhnt  Kommentare deaktiviert für O ihr armen EU-Armutsforscher – erbarmet euch der echten Armen in der Welt!
März 282013
 

2013-03-24 10.54.58

Der weltweit allgemein anerkannte, relative Armutsbegriff und auch der Armutsgefährdungsbegriff ist blühender Unsinn, wie schon ein Blick auf das Bild im heutigen Online-Tagesspiegel zeigt: Man sieht offenbar Obdachlose. Schluchz, Barm, Seufz! Die üblichen Reflexe!

Nun muss aber in Deutschland niemand obdachlos sein. Alle haben hier in Deutschland ein Dach über dem Kopf, gesicherte medizinische Versorgung, Essen und Trinken, kostenlose Schulbildung, eine kulturelle Grundteilhabe über Funk und Fernsehen. Es gibt in Deutschland keine echte Armut, von wenigen Einzelfällen wie etwa Obdachlosen (weniger als 0,1% der Bevölkerung)  abgesehen.  Es gibt kein politisches Armutsproblem in Deutschland, sehr wohl aber für ca. 1 Mrd. Menschen außerhalb Deutschlands.

Der relative Armutsbegriff  vernebelt den Blick auf die echten sozialen Risikolagen in Deutschland: Kindesvernachlässigung, Frauenunterdrückung, Faulheit, anerzogene Süchte, Hartherzigkeit der Menschen, Kriminalität, anerzogene und von linken und rechtsextremen politischen Kräften eingeflüsterte und bis zum Überdruss heraufbeschworene Perspektivlosigkeit. Wirkliche Armut gibt es in Deutschland in einem signifikanten Sinn nicht. Ich lebe hier in Kreuzberg in einem der statistisch ärmsten Wohnbezirke Berlins, spreche täglich mit Menschen, die offiziell „armutsgefährdet“ sind, kenne deren Realität. Die offiziell „Armutsgefährdeten“ lachen derartige Erklärungen wie die der öffentlich bestallten und bezahlten „Armutsforscher“ nur noch aus. Also weg mit diesem Unsinnsbegriff der relativen Armut und der „Armutsgefährdung!“

Kümmern wir uns um echte Not, um echtes Elend! In Deutschland ist die echte Not rein seelischer Art: Eispanzer um die Herzen, Kindesvernachlässigung, Anbetung des Geldes als alleinigen Maßstabs der Politik, Staatsgläubigkeit, Vernachlässigung der Alten und Behinderten.

Die echte Not ist zweifellos ein politisches Problem. Außerhalb Deutschlands, namentlich in Staaten Afrikas und sogar in einigen wenigen Staaten Europas liegt echte Not in Krieg, Hunger, Armut, Obdachlosigkeit, Umweltzerstörung, Frauenunterdrückung, Rechtlosigkeit, Vertreibungen, Naturkatastrophen, Jugendarbeitslosigkeit.

 

EU-Armutsrisiko: „Weniger eine Finanz- als eine Verteilungskrise“ – Politik – Tagesspiegel.

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„Werde ein guter Mensch!“ Was ist so schlimm an Baden-Württemberg, Bayern und Hessen?

 Aus unserem Leben, Das Gute, Gemeinsinn, Tugend, Verdummungen, Verwöhnt  Kommentare deaktiviert für „Werde ein guter Mensch!“ Was ist so schlimm an Baden-Württemberg, Bayern und Hessen?
Jan. 242013
 

Sollten Badisch, Schwäbisch, Bairisch, Hessisch und Fränkisch als Amtssprachen im Bundestag zugelassen werden, wie es ähnlich ein schwäbischer Politiker vorgeschlagen hat? Ich als Berliner fände dies gut! Warum nicht? Was ist so schlimm an Baden-Württemberg und Bayern, außer dass sie ein stark dialektgefärbtes Hochdeutsch pflegen?

Immer wieder muss ich hier in Berlin persönlich entdecken, dass ich in meiner bayrisch-schwäbischen Kindheit unrettbar durch die süddeutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg geprägt wurde. Ich bin also ein Südstaatler. Dort in den beiden Südstaaten herrscht eine erfreuliche Ferne der meisten Lebensbereiche zur Politik. Alle sollen sich bemühen, als anständige, redliche, erwachsene  Menschen sich und ihre Familie zu ernähren, den Kindern als Vorbild zu dienen, nicht zu lügen, nicht zu stehlen, nicht zu morden, den anderen nicht um sein Hab und Gut zu beneiden. Den Kindern wird von Kindesbeinen an eingeschärft: „Das wichtigste ist, ein guter und frommer Mensch zu sein. WERDE EIN GUTER MENSCH! Lerne, arbeite, feire anständig mit Wein, Bier und Musik am Feierabend!“ Das ist süddeutsche Lebensart. Wer sich nicht daran hält, wird zurechtgewiesen, oft ruppig und derb, manchmal feinsinnig. Es hat jahrzehntelang funktioniert: Beste Zahlen in allen Bereichen! Arbeitslosigkeit, Bildung, Integration der Zuwanderer und der Behinderten, Landeshaushalt, Kriminalität, Umweltschutz, Landschaftspflege  – überall liegen diese beiden vom bürgerlichem Gemeinsinn und vom Geist der Solidarität getragenen Südstaaten vorne! Und sie schleppen – meist noch ohne Murren – ganze andere Bundesländer wie etwa Berlin mit.

Gibt es Probleme, wird in Bayern und Baden-Württemberg immer zuerst gefragt: „Was kannst du selber tun, um Deine Lage zu bessern? Dann mach es!“

Hier im Bundesland Berlin lautet die ewig gleiche Leier hingegen: „Entdecke, dass du benachteiligt bist! Entdecke, dass du unsere Hilfe, die Hilfe der POLITIK brauchst. Ohne das Geld des Staates, das wir POLITIKER dir zuschanzen, wirst du es nicht schaffen!“ Volksverdummung größten Ausmaßes. Ein Augiasstall. Da muss wirklich mit dem eisernen Rechen ausgekehrt werden, da hat der tüchtige Schwabe Cem Özdemir völlig recht.

 Posted by at 18:03

„Ja, die rote Rasse liegt im Sterben!“ oder: Muss man alle bösen Wörter ausmerzen?

 Antifaschismus, Karl May, Rassismus, Verdummungen  Kommentare deaktiviert für „Ja, die rote Rasse liegt im Sterben!“ oder: Muss man alle bösen Wörter ausmerzen?
Jan. 192013
 

Mit diesem tiefen Seufzer hebt ein weithin unbekannter Schriftsteller in einem 1992 im fränkischen Bamberg gedruckten Buch seinen ergreifenden Klagegesang auf den Verfall und das Siechtum der roten Rasse an, die von den unerbittlichen Eroberern und Mördern aus der weißen Rasse „ausgestreckt, niedergestreckt, niedergeworfen“ wurde! Eine unbezähmbare Trauer befällt den Schriftsteller beim Blick auf all das Gemetzel, all die Gewalt, die die weiße Rasse der roten Rasse angetan hat.

Doch langsam, langsam! Lesen wir den geradezu orientalisch-herzzerreißenden Klagegesang von Anfang an:

„Immer fällt mir, wenn ich an den Indianer denke, der Türke ein. Das hat, so sonderbar es scheinen mag, doch seine Berechtigung. Mag es zwischen beiden noch so wenig Vergleichsmöglichkeiten geben, sie sind einander dennoch in gewissem Sinn ähnlich, in dem einen Punkt nämlich, daß die Weltmeinung mit ihnen beiden so gut wie abgeschlossen hat, wenn auch mit dem einen weniger stark als mit dem anderen: man spricht von dem Türken kaum anders als vom ‚kranken Mann‘, während jeder, der die Verhältnisser kennt, den Indianer als den ’sterbenden Mann‘ bezeichnen muss.

Ja, die rote Rasse liegt im Sterben! Vom Feuerland bis weit über die nordamerikanischen Seen hinauf liegt der kranke Riese ausgestreckt, niedergestreckt, niedergeworfen von einem unerbittlichen Schicksal, das kein Erbarmen kennt. […]“

Über mehrere Seiten führt der volkstümliche Erzähler seinen leidenschaftlichen Klageruf fort. Er erhebt mutig und unerschrocken seine Stimme für das Lebensrecht, für die gleiche Würde, den gleichen Rang, das gleiche Lebensrecht der roten wie der weißen Rasse. Er sagt: Alle Rassen, alle Völker, alle Religionen müssen einander als Brüder, als gleichberechtigte Verbündete, als Menschen annehmen. In der exemplarisch vorgelebten Freundschaft und Liebe zwischen einem vorbildlichen Menschen der roten Rasse und einem vorbildlichen Menschen der weißen Rasse sät der Verfasser den Keim der Aussöhnung zwischen allen Rassen, allen Religionen, allen Völkern. Es ist, als sagte er: Brüder! Schwestern! Letztlich sind wir alle Menschen. Wir sind doch alle Menschen! Oder, wie es der Türke mit türkischem Pass der Jetztzeit sagt: Hepimiz insaniz – ganz egal ob wir ein Kurde oder Tscherkesse oder Alevit oder Jude (bloß halt zufällig mit türkischem Pass) oder ein Türke (bloß halt zufällig mit deutschem Pass) sind!

Oder wie es das früher einmal recht bekannte Grundgesetz unseres Staates sagt:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ob Rothaut oder Bleichgesicht, ob auf sein Blut stolzer Türke oder schweinefleischfressender Kartoffeldeutscher, ob heidnischer Baumverehrer und ökofanatischer Klimaschutzgläubiger oder jüdischer, muslimischer Monotheist: Alle Menschen sollen einander achten und einander im Geist der Nächstenliebe begegnen. Sagt der unbekannte Volksschriftsteller. Sagt irgendwie auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Ist diese Botschaft des rassistischen Schriftstellers böse, nur weil in ihr das Wort Rasse vorkommt? Ist dieser Mensch abgrundtief böse, nur weil er die Menschheit in die rote und die weiße Rasse unterteilt und für das Existenzrecht der roten Rasse, der roten Kultur, der „amerikanischen Erstnation“, wie sich die rote Rasse politisch korrekt heute nennt, eintritt, wie dies in unseren Tagen Quentin Tarantino macht, der das Schicksal der amerikanischen Erstnation ebenso wie die Ausbeutung der schwarzen Rasse durch die weiße Rasse einen Holocaust genannt hat?

Das herzzerreißende Klagen des weißen Volksschriftstellers erinnert an das nicht minder herzzerreißende Klagen der heutigen antirassistischen deutschen Weißseinsforscher, der heutigen deutschen Antirassisten, die ihre Stimme laut und vernehmlich zugunsten der ihrer Meinung nach in Deutschland unterdrückten ethnischen Gruppen und Rassen erheben.  Gemeinsam ist all diesen Menschen, all diesen Rassistinnen und all diesen Antirassistinnen, dass sie ein einziges Merkmal, etwa die Hautfarbe oder die volksmäßige Herkunft oder die Religion, zum alles dominierenden Merkmal erheben und in alten volkstümlichen Texten wie etwa Astrid Lindgrens Kinderbüchern alles ausmerzen, was nur im mindesten an die in allen Zeiten menschliche, die allzumenschliche Einteilung von Gruppen in WIR und IHR erinnert oder erinnern könnte.

Ich meine: Der heutige, politisch korrekte Antirassismus und typisch deutsche Antifaschismus und typisch deutsche Antinationalismus, welcher seinerseits mit rassistischen Ausmerzungen unerwünschter Wörter und mit der seinerseits rassistischen Ausgrenzung unerwünschter Menschen arbeitet, ist eine Form der höhergebildeten Heuchelei.

Das ist rassistisch“, „das ist eine Unverschämtheit“, „da reden wir gar nicht mehr weiter!„, dieser gleichsam permanent wutschnaubende, jederzeit empörungsbereite Fanatismus, wie ihn etwa Mark Terkessidis vorschlägt, „Kein Fußbreit den Nationalisten!“ – „Kein Fußbreit den Rassisten!“, wie man es immer wieder mal bei uns in der schönen Kreuzberger Heimat an den Wänden liest, –  alle diese zum sofortigen Gesprächsabbruch und oft auch zum gewaltsamen Kampf aufrufenden Losungen stellen eine nicht ganz ungefährliche Form der bêtise humaine dar.

Nebenbei: Ein Blick in neuere Karl-May-Ausgaben ergibt soeben, dass auch hier das unerwünschte Wort Rasse unerbittlich ausgemerzt, vernichtet, niedergeworfen und niedergestreckt worden ist.

Zitatnachweise:
Winnetou. Erster Band. Reiseerzählung von Karl May. 3691. Tausend. Nach der 1960 von Hans Wollschläger revidierten Fassung neu herausgegeben von Lothar Schmid. Karl-May-Verlag Bamberg [= Karl May’s Gesammelte Werke, Band 7], Bamberg 1992, S. 5

http://www.tagesspiegel.de/kultur/koloniale-altlasten-rassismus-in-kinderbuechern-woerter-sind-waffen/7654752.html

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/quentin-tarantino-holocaust-und-spaghetti-western,10809150,21422432.html

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Dez. 112012
 

Immer wieder treffe ich unter meinen zahlreichen fremdländischen und fremdsprachigen Bekannten, Freunden, Verwandten und der sonstigen Meschpoche auf überraschte und erstaunte Gesichter: „Ist das wirklich wahr, dass …?“ „Ja, hast du damit ein Problem?“, erwidere ich dann stets beflissen. „Ja, das ist doch köstlich! Dass so etwas möglich ist in Deutschland! HABEN SIE EUCH DENN WAS INS ESSEN GEMISCHT?“ Verlegen stottere ich dann herum: „Ja, weißt du, das ist eine längere Geschichte …“

Doch. Es ist wahr. Die offizielle Armutsquote ist in Deutschland höher als in Ungarn, obwohl jeder Sozialhilfeempfänger bei etwa doppelt so hohem Kostenniveau hier in der Bundesrepublik mehr Geld zur Verfügung hat als  ein akademisch gebildeter Berufsanfänger in Ungarn. Ja, es ist wahr, dass jeder alleinstehende Mensch unabhängig von eigenen Einkünften hier Anspruch auf eine staatlich finanzierte eigene Wohnung hat mit Abmessungen, von denen viele Arbeitnehmer in Nachbarländern Deutschlands nur träumen können.

Doch. Es ist wahr. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken erklärt im traulichen Bündnis mit der Bundesspitze der Grünen den „Kampf gegen die Armut, insbesondere gegen die Kinderarmut“ in Deutschland zu einer dringlichen Aufgabe der Gesellschaft, obwohl doch wieder und wieder nachgewiesen worden ist, dass die Kinder – alle Kinder! – heute in Deutschland mehr Platz, mehr Geld, mehr Spielzeug, mehr Essen bekommen als vor dreißig Jahren, dass sie kleinere Klassen, mehr Kita-Plätze und mehr Betreuungsmöglichkeiten erhalten als noch vor 10 Jahren, ganz zu schweigen von den Zeiten vorher.

Was echte Kinder-Armut und mangelnde Bildungschancen für Kinder heute bedeuten, das erzählen mir türkische Eltern und auch die UNESCO sehr eindrücklich: In der Türkei besuchten laut UNESCO im Jahr 2007 550 000 Mädchen keinerlei Schule, viele Kinder werden dringend  bei der Feldarbeit und als Handlanger für die Eltern gebraucht. Von den märchenhaften Reichtümern der in Deutschland lebenden Kinder können die Kinder im Osten der Türkei nur träumen.

Andererseits umfassen die Klassen in der Türkei gern auch schon mal 50 Kinder – in Tansania dagegen bis zu 110 Kinder. Dennoch lernen die eingeschulten Kinder an türkischen (auch an russischen oder syrischen) Grundschulen schneller und besser Lesen und Schreiben als in Deutschland. Obwohl es den Kindern in Deutschland materiell viel besser geht und die Klassen in Deutschland kleiner sind! WARUM?

Wenn man all diese Fakten und Geschichten zusammenträgt, muss man in der Tat den Fragenstellungen rechtgeben, die da auf mich niederprasseln: „HABEN SIE EUCH DEUTSCHEN WAS INS ESSEN GEMISCHT, dass hier in Deutschland ständig von Kinderarmut und mangelnden Bildungschancen geredet wird? Was ist bloß mit euch Deutschen los? Habt ihr denn keine Ahnung davon, wie die Welt außerhalb Eurer Wohlstandsinsel aussieht?“

Vera Lengsfeld hat erst vor wenigen Tagen die Armutsrepublik Deutschland  sehr treffend – erfreulicherweise  in der gebotenen sozialen Kälte (wieder so ein Wort!) –  analysiert. Neben den Erzählungen türkischer, russischer, arabischer Zuwanderer zur Grundschule verschiedener Herkunftsländer im Vergleich mit den deutschen Schulen empfehle ich ihren Kommentar der Aufmerksamkeit aller deutschen Grünen und aller deutschen Katholiken:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/niemand_muss_hungern_niemand_muss_betteln_ein_nachtrag_zu_anne_wills_sendun/

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Grüne – ZdK: 3:0

 Armut, Grünes Gedankengut, Kinder, Kinderarmut, Überversorgung, Verdummungen  Kommentare deaktiviert für Grüne – ZdK: 3:0
Dez. 062012
 

„Wann sie schreiten Seit an Seit“:

Munter fördern sie ihre Schritte durch den Wald, die Grünen, suchen im Geiste Antonio Gramscis Verbündete auf ihrem Weg zur kulturellen Hegemonie, legen Schneisen ins bisher nicht Begangene. Neueste Frucht des Bemühens: ein Treffen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken samt gemeinsamer Abschlusserklärung, die es in sich hat! Lest selbst:

Zum heutigen Treffen zwischen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und dem Zentralkomitee der deutschen
Katholiken erklären Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Alois
Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken:
„BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und das ZdK sind sich einig, dass Politik und Gesellschaft mehr
Anstrengungen unternehmen müssen, um für mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland zu sorgen
und Armut, insbesondere Kinderarmut, zu bekämpfen. Bildung ist dabei maßgebliche Voraussetzung für Aufstiegschancen. […]

Auffallend: Die Botschaft richtet sich an Politik und Gesellschaft. Nicht der einzelne Mensch ist gefordert, etwas für Gerechtigkeit zu tun. Vielmehr wird ein Mangel an „sozialer Gerechtigkeit“ konstatiert. Woher sie diese Festellung haben, darüber schweigen sich die Verfasser aus. Ein klares Bekenntnis zur Kollektiv-Ethik! Allein schon der Begriff soziale Gerechtigkeit zeugt von einem kollektivistischen, deterministischen Gerechtigkeitsverständnis. Die Verhältnisse in Deutschland sind offenbar nach Meinung der Grünen und des ZdK so ungerecht, dass die Verhältnisse verändert werden müssen, ehe es wieder gerecht zugehen kann im Leben des Menschen. ERST einmal möge die Politik die Voraussetzungen für Gerechtigkeit schaffen, DANN werden die Menschen sich auch gerecht verhalten. Na, ungefähr so hat es das kommunistische Manifest  auch gesagt.

Christliche Ethik war hingegen im Wesentlichen eine Individualethik. Es kam auf den einzelnen Menschen an: Menschliches Handeln galt als gerecht oder ungerecht. „Die Verhältnisse“, der Staat, die Gesellschaft  waren zunächst einmal weder gerecht noch ungerecht.

Punktsieg für die Grünen mit ihrer kollektivistischen Moral!

Als wichtigstes Problem wird erneut die „Armut, insbesondere Kinderarmut“ genannt. Wo? Doch nicht etwa in Deutschland? Ja, wo leben die denn? Ein grandioser Punktsieg der linken Anklägermoral! Denn – wie ich mich immer wieder überzeugen konnte – „die Armut, insbesondere die Kinderarmut“ – ist ein Phantom. Es gibt in Deutschland keine Kinderarmut. Es gibt vielmehr eine materielle Überversorgung und eine emotionale Vernachlässigung sehr vieler Kinder. Vernachlässigung, emotionale und spirituelle Verödung, das ist das Hauptproblem der Kindheit in Deutschland. Und dafür sind Eltern, Lehrer, Erzieher  und noch einmal die Eltern verantwortlich, aber nicht die Gesellschaft, nicht die Politik.

Aber dazu schweigt das ZdK. Das wollen sie nicht wahrhaben. Von der Verantwortung, von der Freiheit eines Christenmenschen ist keine Rede mehr.

Und so geht es immer weiter. Die gemeinsame Erklärung ist eine  einzige Serie von unbewiesenen Behauptungen, wohlfeilen Absichtserklärungen und völlig kritiklos nachgeplapperten grünen Worthülsen. Die Grünen setzen die Agenda, das ZdK betet nach, hat keine Kraft, etwas Eigenes zu setzen.

Das ZdK hat sich hier aber von den Grünen ganz schön ködern lassen.

Punkt, Satz und Etappensieg für die Grünen.

http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/pressemeldungen/detail/Treffen-zwischen-Buendnis-90-Die-Gruenen-und-dem-Zentralkomitee-der-deutschen-Katholiken-756D/

 Posted by at 22:03
Nov. 272012
 

2012-10-28-152633.jpg2012-10-28-152633.jpg„In der Türkei wird Gewalt immer noch verherrlicht und in traditionellen Familien ein falsches Männlichkeitsbild anerzogen.“ Oftmals fehle der Vater jugendlichen Heranwachsenden als Vorbild, weil für die Erziehung in traditionellen Familien ausschließlich die Mutter zuständig sei.“ Mit diesen Worten äußert sich Gülcin Wilhelm laut WELT vom 24.11.2012 in einem Beitrag von Freia Peters: „Wäre das Opfer türkisch, gäbe es einen Aufschrei.“http://www.welt.de/politik/deutschland/article111464365/Waere-das-Opfer-tuerkisch-gaebe-es-einen-Aufschrei.html

Der Vorwurf des Artikels lautet: Wenn die Mörder türkischer Herkunft sind, wird in der Sicht der Migrantenverbände geschwiegen oder allenfalls Schuld in der sozialen Diskriminierung gesucht.

So etwas kommt überall vor„, das habe ich immer wieder nach Ehrenmorden, nach innerfamiliärer Gewalt gehört. Viele Türken bestreiten, dass es in der türkischen Gesellschaft eine hohe Akzeptanz von Gewalt gebe. Gibt es denn wirklich immer einen Aufschrei der Migrantenverbände, wenn das Opfer einer Gewalttat türkischer Herkunft ist? Ein klares Nein!  Nur dann, wenn die Täter Deutsche sind, wird von den Verbänden groß die Trommel geschlagen. Dann sieht man sofort den Beweis erbracht, dass Deutschland ein Hort des finstersten Rassismus ist.

Aber die meisten Morde und die meisten Gewalttaten  werden in Deutschland „innerethnisch“ verübt! Und unter den Tätern und den Opfern sind wiederum die Herkunfts-Deutschen absolut und relativ gesehen in der Minderheit, die türkisch- und arabischstämmigen Männer hingegen überwältigend überrepräsentiert.

Genau hier in meinem engeren Kreuzberger Wohnumfeld, wo zufällig auch die Türkische Gemeinde Deutschland ihren Hauptsitz hat, geschahen in den letzten Jahren etliche Morde und Mordversuche, von denen einige es in die Schlagzeilen brachten. Alle Mörder und auch alle Mordopfer waren türkeistämmig. Zufall? Soll man dann immer noch sagen: Das kommt überall vor?  Darüber, über diese Häufung von Gewalttaten gerade in  türkeistämmigen und den arabischen Gemeindeverbänden,  wird aber in der Tat von den Migrantenverbänden vornehm geschwiegen. Der Mordversuch gegen die türkeistämmige Anwältin Seyran A.,  die Ehrenmorde  junger Kreuzberger Türkinnen, die nicht nach den Vorstellungen ihrer Brüder lebten und deswegen umgebracht wurden, die grausame, vielleicht fundamentalistisch motivierte Hinrichtung von Semanur S. im Fanny-Hensel-Kiez, die nicht nach den Vorstellungen ihres Ehemannes lebte, das vor wenigen Wochen berichtete Blutbad einer Familie in der Oranienstraße  … das sind schreckliche Taten, die mich erschüttern. Müssen wir hier in diesen Gewalttaten ein kulturelles Problem erblicken – oder ist alles nur sozial bedingt, wie die Migrantenverbände nicht müde werden zu betonen?

Wie sieht es in der alten Heimat, in der Türkei selbst aus?

Ein anderes grundsätzliches Problem liegt in der breiten gesellschaftlichen Akzeptanz von Gewalt. Es sind die schrecklichen Ehrenmorde oder die Diskriminierung von Mädchen und Weigerung der Eltern, ihre Töchter auf die Schule zu schicken. […] Vor dem Hintergrund einer solchen Akzeptanz und Rechtfertigung der Gewalt in ihrer alltäglichen Form ist die Abschaffung von Folter auf institutioneller Ebene mit Gesetzen allein kaum zu erreichen.“  So schreibt es  Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende der Grünen über die türkische Gesellschaft (Die Türkei, Weinheim 2008, S. 165).

Gülcin Wilhelm, aber ebenso auch der Kreuzberger Ercan Yasaroglu werfen den Migrantenverbänden mehr oder minder unverblümt vor, das hohe Gewaltpotenzial der türkischen Gemeinde zu verharmlosen.

Die Türkei scheint in der Tat einen anderen Umgang mit Gewalt gegen Menschen zu haben. So sind auch scheinbar rassistische Äußerungen wie die folgende zu erklären: „Je mehr Türken wir im Land haben, desto mehr Unruhe haben wir.“ Für diese Aussage wurde Bilkay Öney, die Integrationsministerin des Landes Baden-Würtemmberg (Ex-Grüne, jetzt SPD), heftigst gerügt. Ich selbst muss sie ebenfalls rügen. Derartige Zahlenspielereien bringen doch nichts.

Denn: Ich kenne viele Türken in Kreuzberg, die entsetzt sind über das Ausmaß der Verharmlosung oder Beschönigung von Alltagsgewalt, über das Wegducken bei Schlägen gegen Kinder und Frauen, über das vornehme Schweigen, wenn ein Türke einen Türken oder eine Türkin ermordet. „Diese wenigen türkischen Gewalttäter haben unseren Ruf als anständige, fleißige, rechtschaffene Türken völlig runiert! Warum macht ihr Deutschen denn nichts dagegen? Seid ihr denn total blind? Warum lasst ihr euch so hinters Licht führen?“

Hinter diesen Verzweiflungsrufen meiner guten Kreuzberger Vatandaşlar ist deutlich spürbar:

Ihr Deutschen durchschaut nicht, was hier abgeht. Ihr lasst euren Sozialstaat hemmungslos ausplündern, finanziert damit Faulheit und Kriminalität heran und lasst euch dann noch als Rassisten beschimpfen ohne mit der Wimper zu zucken! Das kann nicht lange gutgehen!“

Ich meine: Es nützt nichts, die verhängnisvolle Spirale zwischen uralten Ehrbegriffen, Bejahung von Gewalt zur Wiederherstellung der Ehre, Sozialhilfeexistenz, Staatsausplünderung und Bildungsunwillen zu leugnen. Wir alle sind gefordert.

Nur eine Absage an Gewalt gegen Menschen und gegen Sachen im Alltag, eine klare, konsequente Erziehung zur Gewaltlosigkeit und zum anständigen Broterwerb kann hier Abhilfe schaffen. Wir brauchen eine Kultur der klaren Regelsetzung, eine Kultur der Verantwortung und der anständigen, ehrlichen Arbeit.

Mit diesen Betrachtungen soll selbstverständlich nichts von der Schwere der Gewalttaten gegen Menschen mit Migrationshintergrund geleugnet werden. Die Morde von Mölln, Solingen und Dresden sind erschütternd und furchtbar, wie all die Morde hier in Kreuzberg auch.

Gewalt, Mord bleiben etwas Furchtbares. Wir müssen der Gewalt, dem Mord entgegentreten, wo immer sie sich zeigen. Aber man muss auch erkennen, dass nicht nur die Deutschen, sondern auch die sogenannten Migranten ein Gewaltproblem haben – und dem Umfang nach steht es der „rassistischen“ Gewalt in nichts nach.

Bild: Blick auf die Kochstraße und die Wilhelmstraße, Kreuzberg

 Posted by at 13:40
Sep. 182012
 

Ungeschickt zum Löschen ist
Wer da Öl gießt, wo es brennt;
Noch ist drum kein guter Christ,
Der zu Mahom sich bekennt.
Scheut die Eule gleich das Licht,
Fährt sich’s doch vorm Winde gut,
Besser noch mit Wind und Flut
Aber gegen beide nicht.

Soweit die Stimme des Dichters Adalbert von Chamisso. Ein klarer, mutiger, wegweisender Reisender, ein Migrant reinsten Wassers! Es macht Freude, bei diesem Namensgeber unseres Kreuzberger Chamissoplatzes nachzulesen, was er über das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen sagt.

Wenig Freude habe ich an den Reaktionen des Westens auf den ganzen Schmäh (wie der Wiener sagt), auf die Morde, auf die Plünderungen und Ausschreitungen in muslimischen Ländern, wenig Freude habe ich an den Reaktionen einiger Muslime auf den üblen Schmäh und den üblen Spott. Ich vermisse bei den Verlautbarungen der Politiker das Mitgefühl für all die vom Mob Ermordeten, für die Ausgeplünderten und Verprügelten!

Das Schlimmste, was jetzt in diesem Zusammenhang geschieht, sind zweifellos die Morde und Plünderungen, die Brandstiftungen, die Straßenschlachten in einigen Ländern der muslimischen Welt.

Die Reaktion der deutschen Politik erinnert in mancherlei Hinsicht an die Reaktion nach dem Tsunami-Unglück in Japan. Statt der 20.000 Toten zu gedenken und den 100.000 Obdachlosen zu helfen, die durch die Flutwelle in Japan ins Leid gestürzt worden waren, wurde ohne zwingende Not in Deutschland eine Kernenergiedebatte losgetreten. Und so wird auch jetzt in Deutschland ohne zwingende Not eine Verbotsdebatte losgetreten, statt der Ermordeten und Geprügelten zu gedenken.

Islambeleidigende Filme und Machwerke gibt es leider seit Jahren zuhauf, christentumsbeleidigende Filme und Machwerke  gibt es leider seit Jahren zuhauf,  judentumsbeleidigende Filme und Machwerke gibt es leider seit Jahren zuhauf. Dazu empfehle ich nachdrücklich, die bunte Welt der Videos und Filme der islamischen Länder nicht zu vernachlässigen. Das müssen wir Abendländer schon aushalten, als blutrünstige Monster dargestellt zu werden.

Keine Beleidigung rechtfertigt aber, dass man Leben und körperliche Unversehrtheit anderer Menschen angreift. Ich vermisse bei den deutschen Politikern eine klare Verurteilung der Ausschreitungen, der Plünderungen, der Morde, für die der Film nur der absichtlich gesuchte Auslöser, nicht der Grund war. Es kann doch keinem Zweifel unterliegen, dass dieser Film nicht ursächlich war für das gehäufte Auftreten von Randalierern und Hetzern, von Mördern und Terroristen in einigen islamischen Ländern. Der Konflikt, der Hass ist bewusst geschürt worden, er hätte auch anhand anderer Werke geschürt werden können. Die Randale werden gezielt gesteuert. Verbietet man diesen einen Film, wird sicherlich binnen kurzem der nächste Anlass gefunden werden, um gezielt loszuschlagen.

Es stimmt zweifellos: Mehr Respekt vor den Religionen stünde uns allen gut an. Entscheidend ist bei dieser Selbstprüfung: Kann man es verantworten, Menschen in ihren religiösen Gefühlen so mutwillig zu beleidigen? Nein. Man sollte Menschen wegen ihres Glaubens nicht beleidigen oder verletzen.

Aber kein verletztes Gefühl, keine Kränkung rechtfertigt Mord, Totschlag, Plünderung, maßlose Hetze in Sudan, Libyen, Pakistan – oder in der Europäischen Union!

Eine klare Distanzierung vom Terror, von Mord und Totschlag tut not. Ich wünsche mir eine klare Aussage der EU: „Wir schützen die Freiheit des religiösen Bekenntnisses. Wir achten die Religionen. Jeder EU-Bürger darf seinen Glauben leben, solange er nicht die Gesetze unserer Staaten verletzt. Aber Terror, Mord, Totschlag, Plünderungen und Prügeleien werden wir in der Europäischen Union als Reaktion auf Gotteslästerung keinesfalls hinnehmen. Wir lassen uns nicht erpressen und bedrohen. Da sind wir felsenfest.“

Und eine klare Distanzierung von diesem und anderen  Filmen – den ich allerdings nicht gesehen habe – kann und sollte man ruhig wiederholen, das haben die Politiker ja auch brav gemacht. Gut gemacht.

Ich wünsche mir folgende Ansage: Nein zu Terror und Gewalt! Nein zu mutwilliger Beleidigung der Menschen und Religionen! Ja zum Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, ja zum Grundrecht der Meinungsäußerung!

Diese Doppelbotschaft muss jetzt von der europäischen Politik kommen.

 Posted by at 14:03
Aug. 312012
 

Staunen und Lächeln beim Studium der morgendlichen taz: Eine neue Geld-Umverteilungsorgie im nach wie vor vulgärsozialistisch regierten Bundesland Berlin ist in vollem Gange! 100 Mio. werden in dieser Legislatur dank des von Jan Stöss und Raed Saleh (SPD) geschmiedeten „Bündnisses für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten”“ und dank der 30%-vom-Einkommen-Kappungsgrenze indirekt an die Vermieter verteilt werden. Wird der Finanzsenator Nußbaum Chuzpe und Traute genug haben, diesem erneuten, besonders dreisten  Anschlag auf die Haushaltskonsolidierung zu widerstehen? Zweifel sind angebracht!

„Bündnis für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“. Wem fiele da nicht die Arie des Papageno aus Mozarts Zauberflöte ein:

Das klinget so herrlich,
das klinget so schön!
Trala la lalal la,
Trala, la la!

Welcher politische Depp steht denn gern für unsoziale Wohnungspolitik und für Wuchermieten da? Niemand. Auch Herr Nußbaum nicht. Auch dieser arme Kreuzberger Blogger nicht. Natürlich nicht!

Diesen für das Individuum sehr bequemen, für die Konsolidierung des Landeshaushaltes aber verheerenden Geldverschwendungsmechanismus hat der Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksbürgermeister Franz Schulz klipp und klar vollkommen richtig, aber sehr höflich auf gut Französisch so ausgedrückt (im Deutschen lügt man ja bekanntlich, wenn man höflich ist, lächel …):

„Plafonner les loyers ne serait pas réaliste. Cela ne concernerait que le logement social et obligerait Berlin déjà lourdement endetté à verser des sommes colossales aux bailleurs pour les dédommager du manque à gagner.“

Zu Deutsch: “Eine Kappungsgrenze der Mieten beträfe nur die Sozialwohnungen und zwänge Berlin, das ohnehin bereits schwer verschuldet ist, riesige Beträge an die Vermieter zu bezahlen, um sie für entgangene Gewinnmöglichkeiten zu entschädigen.”

Bürgermeister Schulz hat recht: Wuchermieten – etwa am Kreuzberger Kotti oder in Neukölln – werden dank der Mietenkappung direkt mithilfe des geldverteilenden Berliner Senates in breitem Umfang möglich. Die Bezirke dagegen werden komplett ausgezogen bis aufs Hemd. Der Personalabbau in den Bezirken ist eine logische Folge der mit unerbittlicher Konsequenz weitergetriebenen, seit 1961 bis heute in Berlin herrschenden  vulgärsozialistischen Umverteilungspolitik. Gutes, spannendes, kenntnisreiches  Interview mit Bezirksstadträtin Franziska Giffey, taz, S. 23!

Nach den Türken, den Arabern („Libanesen“) rollt nun eine dritte „Zuwanderungswelle“, wie Frau Giffey  sagt, auf Neukölln zu.

Hier im heutigen taz-Interview gibt es die guten Ratschläge, wie man – nach der bestens gelungenen Integration der türkischen Volksgruppe, der arabischen Volksgruppe – nun auch die gelungene Integration der neu entstehenden  Roma-Bevölkerungsgruppe in den Sozialstaat schafft:

1) Einreise der Familien mithilfe eines auf 3 Monate befristeten EU-Visums

2) Unterbringung der Familien als Untermieter in den angemieteten Wohnungen der Übersiedlungshelfer gegen Zahlung einer Wuchermiete, z.B. 1000.- Euro/Zimmer

3) Anmeldung eines Gewerbes, etwa als Zettelverteiler, Entrümpler, Handyverkäufer oder Abschleppdienstleister. Dadurch ist das dauerhafte Aufenthaltsrecht gesichert. Kindergeld sofort beantragen!

4)  Zum Jobcenter gehen. Sofortige Beantragung der Aufstockung des Einkommens aus selbständiger Tätigkeit. Jeder mitfühlenden Seele ist klar, dass man mit Zettelverteilen oder Kellerausräumen keine Familie ernähren kann. Die Aufstockung muss also her. Damit ist eigentlich alles Wesentliche getan. Denn:

4) Nach 1 oder 2 Jahren kann das Zettelverteilungsunternehmen, das Abschleppgewerbeunternehmen, der Handyladen oder das Automatencasino planmäßig in den Konkurs geschickt werden. Von diesem Zeitpunkt an werden die gesamte Familie und all die zahlreichen weiteren Beschäftigten des Zettelverteilungsunternehmens, Handyladens oder Automatencasinos auf Dauer und generationenübergreifend von staatlicher Hilfe leben. Das ist nun wirklich in Deutschland hunderttausendfach vorgemacht worden, und es wird hunderttausendfach nachgemacht werden.

5)  Nächster Schritt: Sehnsüchtiges Warten auf das „Bündnis für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“! Sobald die Menschen die Unbezahlbarkeit ihrer Wuchermieten (etwa 1000 Euro/Zimmer) nachweisen können, also nachweisen, dass sie mehr als 30% des vom Staat aufgestockten Nettoeinkommens für Mieten ausgeben, stehen ihnen auch für die Miete indirekte Ausgleichszahlungen zu. Diese Mietenausgleichszahlungen werden allerdings direkt an die Vermieter gezahlt – in diesem Fall an die landeseigenen Wohnungsgesellschaften. Die Details sind völlig unklar. Für die Klärung der administrativen Einzelheiten, die Verwaltung, die Antragsberatung, die Hilfe bei der Antragstellung  und die Antragsprüfung werden zahlreiche neue Sachbearbeiterstellen nötig sein. Diese Stellen in der Verwaltung werden geschaffen werden – nicht Stellen für Erzieher, Lehrer, Polizisten! Der öffentliche Dienst wird also im Zuge der Umsetzung  des „Bündnisses für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“ ebenfalls erneut anschwellen.

LIES! jeden Tag eine gute taz! In diesem guten Interview mit Franziska Giffey auch ein klares Bekenntnis zum Volksgruppenkonzept: Neu-Neuköllner Roma, Alt-Neuköllner Türken, Alt-Neuköllner Araber, Neu-Neuköllner „Bildungsbewusste“ (=gemeint sind mit diesem verhüllenden Euphemismus zuwandernde deutsche Migranten) müssen in die „nötige Balance“ gebracht werden. Schön: Die Realität, dass sich in Berlin mithilfe der üppigen Füllhörner des Sozialstaates klar voneinander abgeschlossene, gleichberechtigte, nebeneinander herlebende Volksgruppen angesiedelt haben, wird endlich von der Politik anerkannt. Nach der türkischen, der arabischen, der deutschen entsteht nun also eine Roma-Volksgruppe. Willkommen!

Das taz-Interview mit Franziska Giffey bringt denn auch ein klares, wohltuendes Bekenntnis zum Volksgruppenkonzept, wie es ähnlich auch in der Tschechoslowakei, in Jugoslawien, in Belgien und in der Sowjetunion vom Staat durchgeführt worden ist. Auch in diesen vier genannten, bewusst multiethnisch angelegten Staaten wurde streng darauf geachtet, dass jede der Volksgruppen genug vom Kuchen, also vom staatlichen Geld abbekam. Der Staat sorgte in der Sowjetunion, in Jugoslawien, in Belgien und in der Tschechoslowakei für das nötige Gleichgewicht zwischen den Völkern. Es klappte prima über mehrere Jahrzehnte, wie wir alle wissen.

Frau Giffey formuliert die Aufgabe des mithilfe des reichlich vorhandenen Geldes zentral steuernden Staates auf gut Deutsch so: „Wir müssen für die nötige Balance zwischen den Bevölkerungsgruppen inklusive der neu Zugewanderten sorgen.“

Schön gesagt. Danke, Frau Giffey.

Clever gemacht. Die Ausplünderung des Berliner Landeshaushaltes geht weiter. Von BER schweigen wir. Wir nennen nur das Kürzel und verweisen auf die heutige taz. Das reicht.

Herr Nußbaum, bitte bleiben Sie hart. Leisten Sie Widerstand.

http://www.taz.de/Integration/!100719/

 Posted by at 11:34