Kürzlich erfuhren wir den Wuhletal-Wanderweg in Marzahn-Hellersdorf, bestiegen eine Kuppe, erkletterten einen Boulder-Felsen und bewunderten die kühnen Alpinisten am Wuhletal-Wächter, dem schroff aufragenden Kletterturm. Ein schönes Urlaubserlebnis, das uns keinen Pfennig kostete, da die BVG-Umweltkarte uns hinbrachte!
Marzahn-Hellersdorf ist vorbildlich! Es ist dabei, sich neu zu erfinden. Es lockt Wanderer, Kletterer und Radfahrer an, zeigt sich gastlich, aufstiegsorientiert und umweltbewusst.
Gastlich, aufstiegsorientiert, umweltbewusst! In Friedrichshain-Kreuzberg sollte so etwas doch auch möglich sein. Heute ließ ich mir von Marius Jast die SCUBEPARKS im Kreuzberger Prinzenbad erklären und zeigen. Leute: Wir haben die Chance, mit einem neuen Konzept für nachhaltiges Reisen auf unseren Bezirk aufmerksam zu machen.
SCUBES sind würfelförmige Zimmer, gefertigt aus langsam wachsender nordischer Fichte. Ich trete ein – der belebende Duft unbehandelten Holzes umgibt mich. Holz – ein nachhaltiger Rohstoff, aus dem beispielsweise auch Geigen hergestellt werden.
Radfahrer können von hier aus losradeln und entlang der Strecke Berlin-Usedom deutsch-polnische Erkundungen betreiben und werden auf der Reise zur Ostsee jede Nacht in einer dieser Schlafstätten verbringen können.
Die Scubes nehmen den Liegewiesen überhaupt keinen Platz weg, der FKK-Bereich ist völlig unberührt, das Argument des Bezirksamtes und der BVV, der Betrieb der kleinen mobilen Hütten verstoße gegen Genehmigungspflichten, ist an den Haaren herbeigezogen.
Ich bin hellauf begeistert. Die SCUBES verkörpern genau jene sparsam-schonende Haltung gegenüber Mensch und Umwelt, die wir hier brauchen. Elektrofahrräder statt Dieseltaxis, Dachbegrünung statt Massen-Bierschwemme, Solarstrom für Laptops und Handys, eine Freilichtgalerie – und und und. Das Konzept der SCUBE Parks ist stimmig und passt in unsere Zeit.
Darüber hinaus liefern die SCUBES Impulse für wirtschaftliches Handeln. Sie öffnen den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der sich allzu oft in einer störrischen Dagegen-Haltung einmauert und vernagelt, nach außen. Ein bisschen Wandel, ab und zu ein Lichtstrahl Neues muss doch auch hier möglich sein!
Ich will den Wandel. Ich will die SCUBES.
Warum nicht mal für etwas kämpfen?
Kuckt hier ein Video über das Prinzenbad am heutigen 14. Juni, einem ganz normalen Sommertag.

Großartige Erlebnisse bescherte mir der Vatertag. Am Morgen gestalteten wir den Gottesdienst in der Ev. Luthergemeinde in Schöneberg mit Gesang und Musizieren mit. Am Nachmittag führte mein jüngerer Sohn mich auf die von ihm selbst vorgeschlagene und geplante Radtour vom S-Bahnhof Adlershof durch das Wuhletal. Packende Klettereien an steilauf ragenden Felsen erlebten wir – als Zuschauer – am Kletterturm, dem Wuhletalwächter. Die Sportler bewältigen den Aufstieg aus eigener Kraft – schön, diese Haltung brauchen wir. Wir selbst versuchten uns zaghaft am Bouldern, dem Klettern an knapp mannshohen Felswänden, die zum Kraxeln ohne Seil und Sicherung angelegt werden – aber stets aus eigener Kraft.
Eine erste Wanderung am heutigen Sonntag führte meine Schulgemeinschaft vom schroffen Machtkult des Olympiastadions über die hingemähten Leidensmale des britischen Soldatenfriedhofs in den Grunewald. „Es grunelt“, so nannte Goethe des öfteren dieses erste flächenhaft hingesprenkelte Grüne, dieses Voratmen des Frühlings. Herrlich! Unser Lachen schallte durch den noch laublosen Wald.

„Wir müssen diesen wichtigen Teil unserer Tradition pflegen„, so oder so ähnlich verteidigen manche grünen Politiker die jahrzehntelang gehegten alternativen Wohnformen gegen jedwede Zumutung der eigensinnigen Eigentümer, die selber aussuchen wollen, wer in ihren Häusern wohnt bzw. die was dagegen haben, wenn ihr Eigentum zu Klump geschlagen wird.