Wieviel Jungenförderung können und wollen wir bezahlen?

 Männlichkeit, Vater Unser, Verwöhnt, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Wieviel Jungenförderung können und wollen wir bezahlen?
März 282011
 

„Ach, wir bräuchten 1000 Jungenförderungsprojekte in Berlin! Die können wir aber nicht bezahlen!“ So seufzt wohl mancheR SchulpolitikerIn.

Die Politik soll Geld in die Hand nehmen, um Jungen und Väter zu fördern, Väterspieleabende bezahlen,  Jungenförderpläne ausarbeiten, Jungenforschungsinstitute einrichten und unterhalten.

Jungen sollten erfahren, dass sie fast genauso einfühlsam, fast genauso sprachgewandt, fast  genauso sanftmütig sein können wie die allseits bewunderten Vorbilder: die Mädchen! Wenn Jungen weiblicher werden, können sie die Mädchen in Leistungen und Schulerfolg einholen, die berüchtigte Geschlechterlücke zwischen Mädchen und Jungen schlösse sich. Die Farbe Rosa ist doch die schönste, Gummihüpfen macht Jungen genauso viel Spaß wie Formel 1! Ich zitiere hier wörtlich oder sinngemäß aus Texten von aktuellen Grundschullesebüchern und Partei- und Regierungsprogrammen.

21.03.2011: Typisch Mädchen, typisch Jungen? (Tageszeitung Neues Deutschland)

Ich halte von einer staatlichen gezielten Jungenförderung – nicht so viel. Denn die staatlich finanzierte Jungenförderung folgt letztlich einem rein weiblichen, einem mütterlichen Paradigma: Das benachteiligte Kind (in diesem Fall der Junge)  ist schwach, das Kind kann zu wenig, dem Kind muss geholfen werden!

Dabei leugne ich keineswegs, dass die Jungen und die arbeitslosen Väter zunehmend zu einer Problemgruppe werden.  Sie sind schlechter in der Schule, werden viel häufiger suchtkrank und kriminell. Kazim Erdogan etwa hat dies punktgenau erkannt.

Abhilfe? Dreierlei:

a) Die Jungen müssen mehr spielerischen Wettbewerb und Kampf untereinander erfahren, sie müssen stärker gefordert werden – in Haushalt, Familie und Schule.  Sport, Wettkampf, Turniere aller Art  – das lieben die Männer.

b)  Staatliche Hilfen zum Lebensunterhalt für junge, arbeitsfähige  Männer streichen! Das ganze Sozialhilfeunwesen ist Gift für Jugendliche und junge Männer. Es verführt zum Nichtstun, zur Faulheit und zur Jammermentalität. Wenn die jungen Männer  merken: „Sobald ich die Schule verlasse, muss ich mir selbst den Lebensunterhalt erarbeiten“, werden sie sich ins Zeug legen! Freie Lehrstellen gibt es mittlerweile genug, die Bewerber bringen aber nicht einmal die einfachsten Fertigkeiten mit.

c) Auf die Väter setzen! Wenn die Väter in den Familien den Jungen vorleben, dass Mann sich im Leben anstrengen muss, dass Mann etwas lernen muss, dass Mann sich um die Buben kümmert, dass Mann die Frauen umwerben sollte, dass Mann den Frauen und dem Staat nicht die gesamte Arbeit überlässt – dann werden die wenigen finanzierbaren Projekte für Jungenarbeit nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Es geht um eine neue Vorstellung der Vaterschaft. Diese kann der Staat zwar nicht finanzieren, er kann aber wenigstens den Unsinn unterlassen, an den Kitas und Schulen zu predigen, dass Jungen am besten den Mädchen nacheifern sollten, weil sie eben fast so klug, gut und einfühlsam wie die Mädchen werden sollten.

Die Jungen werden nie so werden wie die Mädchen, und das sollen sie auch nicht. Der Staat wird jedoch nicht immer hinterher reparieren können, wenn die Väter in den Familien kein Vorbild setzen.

 

 Posted by at 11:15

Heidernei! Müssen wir Berliner uns jetzt mehr abstrampeln?

 Geld  Kommentare deaktiviert für Heidernei! Müssen wir Berliner uns jetzt mehr abstrampeln?
März 282011
 

Nette Zahlen ergeben sich aus dem Studium des Länderfinanzausgleichs!  Über Jahrzehnte hinweg hat das CDU-Stammland Baden-Württemberg das üppig gehätschelte Bundesland Berlin mit warmem Geldsegen bedacht. Ein kleines Dankeschön wäre am Tag der tektonischen Verschiebungen angebracht.

Danke aus Berlin, Baden-Württemberg, für alles, was du an uns gezahlt hast! Mit Fleiß, Erfindungsgabe, mit nie wankender Solidarität, mit Schaffenskraft und ohne die übliche Jammermentalität hast du in den vergangenen Jahrzehnten ein Vorbild im Konzert der Bundesländer abgegeben.

Prüft es ruhig nach: Die Größenordnung der Zahlungen des Südwest-Landes  lagen stets – pi mal Daumen – etwa so hoch wie die Überweisungen an den verwöhnten Sohn unter den Bundesländern – Berlin. In 2010 hat B-W etwa 2,8 Mrd. eingezahlt, Berlin erhält etwa 1,8 Mrd. Und das gilt auch insgesamt: Das Bundesland Berlin, ein Kostgänger der anderen Bundesländer, erhält etwa zwei Drittel dessen, was Baden-Württemberg einzahlt.

Werden die Grünen, nunmehr an die Regierung in Baden-Württemberg gelangt, jetzt anfangen, mehr Gleichheit und Gerechtigkeit unter den Bundesländern herzustellen? Angekündigt haben sie es bereits!

Es wird spannend! Dann müssten wir in Berlin uns  ja mehr abstrampeln?! Heidernei!

Grüne stellen neuen Länderfinanzausgleich vor – Leipzig – Bild.de

 Posted by at 10:37

I don’t share gossip

 Das Gute  Kommentare deaktiviert für I don’t share gossip
März 282011
 

Wie steht es mit Klatsch und Tratsch? Ich liebe ihn! Ich verfolge Klatsch und Tratsch, Verleumdungen und Beleidigungen aufmerksam. Mit Genugtuung und Befriedigung verfolgte ich auch, wie ich selbst in der jüngeren Vergangenheit Gegenstand von Klatsch und Tratsch wurde. Ich nehme es wahr. Ich lasse es alles abprallen. Ich mache mein Angesicht zu einem Kieselstein.

Allerdings: IDONTSHAREGOSSIP. Ich mache nicht mit. Ich rede Gutes über meine Gegner und fordere meine Freunde auf, Gutes zu reden.

 Posted by at 09:47
März 282011
 

27032011458.jpg Spannendes Wahlwochenende für den Kreuzberger Blogger!

Beim ADFC Berlin gab’s die jährliche Mitgliederversammlung. Ich selbst war gefordert, den Bericht des Bezirksrates vorzulegen. Die Aufgabe erfüllte ich mit wenigen Fakten und einigen Bemerkungen zur einigenden Kraft des Wortes. Don Camillo – so nannte mich einmal eine kurdische Bekannte. Mag sein. Don Camillo war ja ebenfalls begeisterter Radfahrer. Ich blieb unter 15 Minuten. Mein altes Laster, zu lange Reden zu halten, habe ich mittlerweile dank einiger Misserfolge gut im Griff. Mit gut 60% der Stimmen wurde ich zum Delegierten für die ADFC-Bundeskonferenz in Regensburg gewählt.

Ebenfalls gut 60% erhielt ich am selben Tag auf dem Kreisparteitag bei der Wahl zum Beisitzer im Kreisvorstand der CDU Friedrichshain-Kreuzberg.

Zwei Mal 60 Prozent Zustimmung, damit muss ich einfach mehr als zufrieden sein! Alles andere hätte doch ein Geschmäckle, wie der Schwabe im Ländle sagt. Dort wurde ja heute ebenfalls gewählt. Keine Partei erreichte 60 Prozent. Sehr gut! Demokratie besteht in der Auseinandersetzung etwa gleich starker Kräfte. Schön, wenn man das Vertrauen der Menschen erringt. Vertrauen ist das A und O.

Ein Fahrradausflug führte uns erneut in den Fläming mit seiner herrlichen Skater- und Radrundstrecke.  Oben seht ihr die  uralte, aus dem 14. Jahrhundert stammende, heute verlassen wirkende Kirche in dem verträumten Dorf Neuhof, einem Ortsteil von Jüterbog. Ein Bewohner erzählte uns von der Geschichte der letzten Jahrzehnte. „Früher war hier alles voller Russen, überall Kasernen, dort drüben war die Panzer-Fahrschule! Heute ist alles sehr ruhig.“

Ich fühlte mich wie einst Theodor Fontane bei seinen Streifzügen durch die Mark Brandenburg.

 Posted by at 00:32

Lobet eure Feinde! Sie sind ja keine.

 Das Gute, Fahrrad, Positive Kommunikation  Kommentare deaktiviert für Lobet eure Feinde! Sie sind ja keine.
März 272011
 
 27032011456.jpg Auf der ADFC-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag lobte ich mal wieder öffentlich den ADAC fast über den grünen Klee, weil er wie wir Ökofuzzis und ja sogar wie die Grünen für den Ausbau der Fahrradstraßen in Berlin  eintritt und sehr gute Radwanderführer herausgibt. Kuckstu hier: ADAC TourBooks, „Die schönsten Fahrrad-Touren“. Alle nur mit ÖPNV!

Tolle Sache! Ziel- und Anfangspunkte aller Touren sind mit Bahnen erreichbar. Der ADAC weiß längst: es geht auch ohne Auto.

ADAC Tour Books. Die schönsten Fahrrad-Touren.
Tassilo Wengel: Berlin und Umgebung. 17 Tagestouren für Genießer in Berlin und seinem Umland. Bruckmann Verlag/ADAC Verlag,  München 2010, 190 Seiten, € 14,95

 Posted by at 21:30

Männer braucht das Kind!

 Leitkulturen, Männlichkeit, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für Männer braucht das Kind!
März 252011
 

Ja heidernei, was lese ich da beim Frühstück auf Seite 1 der Süddeutschen Zeitung? Die Franzosen wollen jetzt schon einen Baby-Zwangsurlaub für frischgewordene Väter einführen! Liberté, Egalité, Paternité!  Diable, dann kann Mann ja nicht mehr in Ruhe an seiner Karriere stricken!

Sehr gutes Gespräch genau dazu gestern bei der CDU Kreuzberg-West über die Rolle der Väter bei der Erziehung der Kinder! Was meint die CDU Kreuzberg-West? Folgendes meint sie: 

Väter sind unersetzlich, werden aber oft durch eine verwirrende Feminisierung des Rollenbildes verunsichert oder setzen sich komplett aus den Familien ab. Viele schweren sozialen Probleme entstehen in Kreuzberg aus dem Fehlen der Väter, aus dem Fehlen jeglicher männlicher Vorbilder. 

Was tun?

 1) Männer sollen treu zu ihren Familien stehen, mehr Zeit und Aufmerksamkeit ihren Kindern widmen. Dies ist das A und O.  Dabei kommt es nicht auf eine Angleichung der Rollenbilder an, sondern im Gegenteil auf eine Absetzung der Frauen- von der Männer-Rolle. „Vater ist anders als Mutter – nicht alle Menschen sind wie Mama!“ Eine unverzichtbare, eine überragend wichtige Erfahrung für Jungen!

2) Mehr Männer sollten für pädagogische Berufe geworben werden, etwa als Erzieher und Grundschullehrer!

3) Wir brauchen eine gesellschaftliche Aufwertung dieser Berufe entsprechend ihrer überragenden Bedeutung für die gesamte Gesellschaft! Auch finanziell soll es sich lohnen Erzieher zu werden.

4) Der Staat soll die Trennung von Elternpaaren nicht noch belohnen, bestehende Anreize für Trennungen, etwa im Sozialrecht, soll er abschaffen.

5) Schulbücher und Unterricht sollten taugliche Rollenmodelle auch für Jungen anbieten. Das tun sie jetzt nämlich überhaupt nicht. Es fehlt an den Kreuzberger Schulen häufig an Anreizen für die Ausbildung eines stabilen Männlichkeitsbildes. Zum Schaden für die ganze Gesellschaft.

Männer braucht das Kind!

 Posted by at 13:14
März 242011
 

09032010.jpg Der große, bewegende Film Almanya beschäftigt mich noch! Er zeigt, wie eine türkische Familie in Deutschland Fuß fasst und doch zugleich die Rückbindung an das Vaterland Türkei zu halten, wiederzugewinnen und zu pflegen sucht. Der neu verliehene deutsche Pass, mit dem der Film beginnt, das ist „nur ein Stück Papier“. Die Sehnsucht gilt der Familie, gilt der Heimat. Die Loyalität gilt der eigenen Familie und der eigenen Kultur.

Erst bei der letzten Generation, der dritten Generation wird diese Loyalität brüchig: „Melek lässt sich scheiden …“ Diese Scheidungen, diese Ent-Scheidungen treffen die jungen Männer hart! Partner werden in Deutschland erstmals außerhalb der ethnischen Herkunft gesucht und gefunden. Die Integration der deutschen oder auch englischen Partner in die türkische Kultur erweist sich als schwierig, zumal ja die türkische Kultur sich ebenfalls zu ändern beginnt.

Almanya, „Deutschland“ – das war eine Chance für tausende von Familien in Anatolien, der bitteren Armut zu entkommen und doch die eigene ethnische Identität beizubehalten. Einmal Türke – immer Türke!

Szenenwechsel! Heute wird in Berlin erbittert um die Konservierung der Kieze gerungen. Das war auch Thema in der BVV-Sitzung Friedrichshain-Kreuzberg, der ich gestern beiwohnte. „Der Bezirk steht auf Seiten der Mieter!“ In Stein gemeißelt! Der Staat soll durch sein eigenes Geld die Menschen  in ihren Kiezen halten, soll durch Milieuschutz und Mieterschutz und Bestandsschutz garantieren, dass jeder lebenslang am selben Fleck bleibt. Selbst Reporter sprechen ohne laut über sich selbst aufzulachen von „Vertreibungen“ der alten Mieter! Man lese nur einmal die Interviewfragen (ohne die Antworten) in dem Tagesspiegel-Interview: „Es ist keine Beleidigung in Hellersdorf zu wohnen.“

Also bitte – liebe deutsche und türkische Landsleute, arkadaşlar  – schaut euch den Film Almanya an! DA wird noch von Schicksalen erzählt! Es ist so schön, dies zu sehen, wie eine Familie durch dick und dünn zusammensteht, wie sie Widrigkeiten wegsteckt, wie sie letztlich alle Sorge dem Menschen, den eigenen Angehörigen angedeihen lässt.

Heute dagegen sagen die Arbeitslosen aller ethnischen Gruppen: „Warum soll ich wegziehen? Ich habe hier in Kreuzberg doch alles.“ Es fehlt in unserem Bundesland Berlin die Bereitschaft, die Härte des Lebens anzunehmen und der Arbeit buchstäblich nachzugehen, wie sie die Menschen in Almanya noch haben.

Am Samstag schauten wir uns diesen Film an. Meine uralte Sehnsucht in den Mittelmeerraum entbrannte da wieder – nach Italien, in die Türkei! Die heutige Türkei ist ein großartiges Land, gespickt mit den Spuren uralter Kulturen: Perser, Griechen, Assyrer, Türken, Armenier, Kurden, Araber – DAS ist eine Mischung! Zusammengefügt durch die prägende Assimilationskraft der Jungtürken! „Ein Volk – ein Land – eine Sprache!“ Das ist seit Jahrzehnten Praxis in der Türkei, niemand darf dies ernsthaft in Frage stellen.

Und Wanderer waren sie alle! Da können wir nördlich der Alpen nicht mithalten.

In dem Film Almanya sehen wir große, Jahrhunderte umspannende Räume. Das sind die echten Geschichten vom Wandel! Was wäre denn geworden, wenn die anatolischen Dorfbewohner gesagt hätten: STAAT! HILF UNS! WIR BLEIBEN ALLE! Es war nicht möglich. Die Staaten Türkei und Bundesrepublik Deutschland haben damals im Anwerbeabkommen zu beiderseitigem Vorteil entschieden: „Ihr habt keine Chance, auf Staatskosten in der Türkei zu bleiben. Also macht euch auf die Wanderschaft!“

In anderen Worten: Es gibt keine Konservierung der Kieze. Der Staat kann nicht garantieren, dass jeder Mensch lebenslang auf Staatskosten im selben Mietshaus, im selben Dorf, im selben Kiez wohnen wird.

Der Film Almanya hat mich mit all seiner Wucht, seiner Heiterkeit erneut die Größe und die Würde des Menschen sehen lehren. Ich gebe ihm die bestmögliche Bewertung! Geht hin. Schaut ihn euch an! Dieser Film kann uns allen zeigen, was im Leben zählt.

„Es ist keine Beleidigung, in Hellersdorf zu wohnen“ – Berlin – Tagesspiegel

 Posted by at 13:08
März 232011
 

Na, jetzt fallen sie aus allen Wolken, nachdem ein 17-Jähriger von 20 anderen krankenhausreif geschlagen worden ist. O ihr Waisenknaben! „DAS BÖSE INTERNET!“ Aber ich kann an den Einträgen in Isharegossip nichts so arg Überraschendes erkennen. Derartige Sprüche hören wir in Kreuzberg in gewissen Kreisen oder im Prinzenbad jeden Tag. Schon 8-jährige Knaben fangen damit an.

„Schlampe“, „hey du Schwuchtel, ich fick deine Mutter!, „Ich schlitz dich auf mit Messer, wenn du meine Braut anrührst“ usw. usw. – solche Sprüche sind nun wahrhaftig keine Seltenheit unter typischen Berliner Jugendlichen. Ich höre sie selbst hier in Kreuzberg immer wieder – ob ich will oder nicht.

Schlimm ist die Brutalität der Attacke über das Internet. Das Internet ist aber nur ein Multiplikator, die Grundhaltung entspringt selbstverständlich dem Alltag.

Die Ursache für die bestürzende Verrohung dieser Jugendlichen sehe ich vor allem in einem Versagen der Eltern. Nicht der Senat ist schuld, nicht die Schule, nicht das Internet, sondern die Eltern, die es nicht schaffen, sich für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich zu fühlen.

Wieso sollten sie? Alles hat ja „soziale Ursachen“. Die individuelle Verantwortung ist abgeschafft.

Der Staat sorgt durch reichlich Verwöhnung aller hier Lebenden, durch reichlich Geld dafür, dass weder Not noch Lerndruck herrschen. Der deutsche Staat wird verachtet ebenso wie die Schwachen, die fertiggemacht werden. Staatlich subventionierter Sadismus bricht sich Bahn.

Ich konstatiere ein Fehlen des Respekts, eine absolute moralische Wüste bei einem Teil unserer Jugend. Homosexuellenfeindschaft, Judenfeindschaft, Verachtung des anderen, Frauenfeindschaft, Gewaltkult, Waffenkult sind etwas, was aus diesen Einträgen überdeutlich hervorgeht. Auffällig ist auch das starke Konturieren der eigenen ethnischen Herkunft, die klare Abgrenzung gegen die Ungläubigen.

Die Berliner Parteien haben es meines Erachtens noch nicht erfasst, dass die Ursachen für Jugendgewalt vor allem in den Familien und im mangelnden Zwang zur Anpassung an die in Deutschland geltenden Normen zu suchen sind.

Selbstverständlich spielt auch das deutsche Sozialsystem, das gnädig&gütig alle aus allen Ländern anlockt, die anderswo keine Chance hätten, erneut seine verheerende Wirkung voll aus.

 Posted by at 22:18

„fast alle weiber sind schlampen und asozial“

 Deutschstunde, Friedrichshain-Kreuzberg, Sprachenvielfalt  Kommentare deaktiviert für „fast alle weiber sind schlampen und asozial“
März 232011
 

Einen guten Einblick in die Erlebniswelt der Kreuzberger Jugendlichen bietet die folgende Seite:

iShareGossip.com – Share Your Gossip

Diese Seite sollte jeder Pädagoge, jede Polizistin, jeder Imam, jede Sozialarbeiterin mindestens einmal besucht haben.

Ich habe mir einige Zeit genommen, um die Einträge zu mir bekannten Kreuzberger Schulen zu lesen. Das Ergebnis: Es herrscht ein Ton vor, den ich aus Gesprächen Kreuzberger Jugendlichen bestens kenne.

Ein großer Fehler wäre es, „dem Internet“ die Schuld an dieser Verrohung zuzuschreiben. Nein, die Jugendlichen schreiben nur das, was sie auch sagen und denken. Das Internet ist hier – wie ich meine – ein ziemlich getreuliches Abbild der Realität.

Hervorzuheben ist eine hochgradige Sexualisierung, wobei vor allem Mädchen und Frauen routinemäßig entwertet und an den Pranger gestellt werden.  „Schwuchtel, Opfer, Jude, Sau, Bitch …“ das sind die negativen Markierungen, mit denen einzelne Menschen öffentlich dem Gespött preisgegeben werden. Diese Wörter führen sicherlich die Hitliste an.

„Und wenn dich erst mal einer hat, dann hat dich bald die ganze Stadt.“ So hieß es noch in Goethes Faust, und diese Melodie kehrt wieder und wieder in den Einträgen der Klatsch-Seite.

Spannend finde ich auch die weit fortgeschrittene Sprachmischung zwischen Deutsch, Arabisch und Türkisch! Deutsch herrscht vor, aber manche Autoren legen besonderen Wert darauf zu sagen: „Du bist kein richtiger Türke, verwende keine türkischen Wörter.“

 Posted by at 11:05

Illegitim oder illegal?

 Rechtsordnung, Staatlichkeit  Kommentare deaktiviert für Illegitim oder illegal?
März 222011
 

Ein schwer zu erklärender Unterschied herrscht zwischen legal und legitim, zwischen illegal und illegitim.

Legal bedeutet „in Übereinstimmung mit den Gesetzen“, „rechtskonform“. Illegal bedeutet gesetzeswidrig.

Legitim bedeutet „im höheren Sinne gerechtfertigt“. Eine Intervention in einem Drittstaat kann illegal und legitim sein – etwa zur Abwendung eines Genozids. Sie kann auch legal, aber illegitim sein, etwa dann, wenn die Intervention Verbrechen der unterstützten Seite fördert.

Reinhard Merkel überschreibt seinen lesenswerten Aufsatz in der FAZ: „Die Intervention ist illegitim.“ Damit meint er: Sie mag nach dem Buchstaben der UN-Resolution „legal“, also rechtskonform sein, im höheren, im moralisch-politischen Sinne ist sie aber illegitim, da sie politisch-moralisch nicht zu rechtfertigen ist.

Der Westen hat Partei in einem Bürgerkrieg ergriffen, in dem jetzt erste Berichte von Greueltaten der Aufständischen die Medien erreichen. So scheint es laut SPIEGEL online Fälle von Lynchjustiz und blindwütiger Rache zu geben, Foltervorwürfe gegen die Aufständischen stehen im Raum.

Die USA, Frankreich und UK haben sich in diesem Bürgerkrieg klar auf die Seite der Aufständischen geschlagen, die sich unter dem Banner des Gaddafi-Vorgänger-Despoten Idris sammeln und möglicherweise den jetzt regierenden Herrscher durch einen der ihren zu ersetzen suchen.

Die Bundesrepublik steckt viel Häme ein: „Wie KÖNNT IHR!“ Dennoch halte ich es für richtig, was Volker Kauder gestern gesagt hat.

ACH! Hätte man doch an jene wirklich ruhmreiche Revolution gedacht, die 1989 in Leipzig und Berlin und anderen Städten der DDR unter dem Ruf „Keine Gewalt!“ antrat.

Völkerrecht contra Bürgerkrieg: Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET
Ganz gewiss: Gaddafi ist ein Schurke, dessen Entfernung von der Macht ein Segen wäre, nicht nur für Libyen. Aber die Annahme, die ihn bekämpfenden Rebellen seien eine Demokratiebewegung mit homogenen freiheitlichen Zielen, ist lebensblind. Niemand durchschaut das dunkle Gemisch politisch-ideologischer Orientierungen unter den Rebellen derzeit auch nur annähernd.

 Posted by at 17:49
März 222011
 

Der Tagesspiegel macht nun in der aktualisierten Fassung des Artikels doch Angaben zur ethnischen Zugehörigkeit der Tatverdächtigen: „Alles Araber und Türken“.

Brutale Schülerattacke: Nach Internet-Hetze bewusstlos geschlagen – Polizei & Justiz – Berlin – Tagesspiegel

Was meint ihr? Tut der Tagesspiegel gut daran, oder schürt er damit ausländerfeindliche Vorurteile`?

 Posted by at 16:51

Respice finem in Libia!

 Krieg und Frieden, Staatlichkeit  Kommentare deaktiviert für Respice finem in Libia!
März 222011
 

Guter, sehr guter Kommentar von Praveen Swami zur Lage in Libyen! Er ist einer der wenigen, die wirklich die historische Tiefendimension auffächern, welche die anderen Akteure so sehr vermissen lassen. Wie ist die libysche Gesellschaft zu dem geworden, was sie heute ist? Ist Libyen ein Staat im selben Sinne wie etwa Ägypten oder Tunesien? Zweifel sind angebracht! Wir zitieren aus dem Telegraph vom 21. März 2011:

To make sense of this exceptionally muddy landscape one needs an understanding of Libya’s complex political history. Libya has been described as „anti-state“: deriving power not through taxation but rents from oil; through the provision of patronage, rather than real institutions; through terror rather than a functional military. The country’s armed forces, for example, were only 91,000 strong at their peak in the 1980s – about a third of the number needed, the expert Anthony Cordesman has estimated, to operate its gargantuan equipment stockpiles.

So scheinen Aufständische beipielsweise unter der Flagge des Königs Idris zu kämpfen!  Sind das alles lupenreine Demokraten, die sich zu dem damals von Gaddafi gestürzten Despoten bekennen?

Es ist alles nicht so einfach in diesem Bürgerkrieg! Die laufenden Kriegshandlungen lassen jedoch alles zu einem Freund-Feind-Schema verkommen.

Defeat the Libyan regime. And then? – Telegraph

 Posted by at 16:38

Nicht ethnisch, sondern sozial bedingte Unterschiede achten und respektieren!

 Migration, Rassismus  Kommentare deaktiviert für Nicht ethnisch, sondern sozial bedingte Unterschiede achten und respektieren!
März 222011
 

Es ist spannend zu sehen, wie sorgfältig die gesamte Berliner Lokalpresse von Springers BZ und Morgenpost  bis zum Tagesspiegel jeden Hinweis auf die ethnische Herkunft der 20 Jugendlichen vermeidet, die über einen Streitschlichter hergefallen sind und ihn krankenhausreif geprügelt haben. Vorbildlich! Ich schlage vor, die Berliner Presse erhält den Preis für Toleranz und Fairneß zwischen den Kulturen.

„Schlampe!“ – ein typisches Wort, das bereits einen Hinweis auf die kulturell bedingte Sittenstrenge der Täter enthält. Der böse böse SPIEGEL online entblödet sich nicht zu sagen: „Sowohl Täter wie Opfer entstammen Einwandererfamilien.“ Das hätte er mal besser unterlassen. Das ist ein klarer Fall von rassistischer Hetze. Böses SPIEGLEIN AN DER WAND!

Denn: Unterschiede im Gewaltniveau sind „nicht ethnisch, sondern sozial bedingt„, nicht wahr? Diese kulturellen Unterschiede gilt es zu achten und zu respektieren!

Dennoch: Der Hinweis muss erlaubt sein, dass in vielen Einwandererfamilien aus arabischen Ländern unter den Männern ein komplett anderes, ein viel höheres Gewaltniveau herrscht als bei den  Zuwanderen etwa aus Neuseeland, Finnland oder Russland. Es ist ein echter kultureller Unterschied. Das ist nun mal so, davon konnte ich mich immer wieder persönlich durch Berichte Betroffener und durch Augenschein überzeugen.

Berlin: 20 Jugendliche prügeln Streitschlichter bewusstlos – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Panorama

 Posted by at 15:34