Kommt jetzt nach „Stuttgart 21“ und „Kastanienallee 21“ „Dudenstraße 21“?

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März 222011
 

19032011439.jpg Alle wissen es: des Bürgers Herz schlägt im Nahbereich! Mögen Ost und West zusammenprallen und ferne Reiche splittern – vor der eigenen Haustür hört der Spaß auf! Diese Wahrheit tritt jetzt wieder einmal schlagend deutlich in der Dudenstraße hervor. Die Morgenpost berichtet am 18.03.2001 über empörte Anwohner:

Fehlplanung der Dudenstraße – „kompletter Unsinn“

Anwohner beschweren sich über vermehrte Staus und mehr Abgase, seitdem die Zahl der Fahrspuren für die Autos verringert wurde.

Dudenstraße? – Die Dudenstraße ist unser Beritt! Sie verläuft im Ortsteil Kreuzberg. Ein sofort anberaumter Ausritt wird  auf einem zweiteiligen Heimatfilmchen festgehalten:

YouTube – Radverkehr Dudenstraße Berlin 19032011

http://www.youtube.com/watch?v=vJJGj17RkRs

Mein Befund:

Alles halb so wild. Durch die neu angelegten Schutzstreifen für Radfahrer hat sich die Lage für den Radverkehr gegenüber früher verbessert. Die Radfahrer werden durch die fahrenden Autos nicht mehr so stark bedrängt und gefährdet. Das Hauptproblem ist jedoch: Es wird auf dieser nur zu Spitzenzeiten stark beanspruchten Straße zu viel Platz durch die beidseitig parkenden Autos beansprucht. Die beiden Parkstreifen hätten beim Umbau entfernt werden müssen. Der Schutzstreifen für die Radfahrer hätte dann in genügender Breite angelegt werden können.

Die erwünschte Lärm- und Abgasminderung lässt sich durch entsprechende Ampelschaltungen und durch eine sinnvolle Fließgeschwindigkeit des Verkehrs erreichen. Die durchgehenden beiden Fahrspuren für PKW hätten dann beibehalten werden können. Ich meine ferner: Die Autobesitzer müssen sich auf ihre eigenen Kosten Unterstellmöglichkeiten für den ruhenden Verkehr suchen oder schaffen – abseits der wichtigen Verkehrsachsen!  Die Verkehrsfläche auf den Berliner Durchgangsstraßen ist viel zu wertvoll für Parkplätze. Auf einer Autobahn parkt schließlich auch niemand.

Auto- und Radverkehr muss gemächlich fließen, auch in der Dudenstraße!

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„Bitte alle 7 Strophen noch einmal!“

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März 212011
 

u1_978-3-596-90327-6343324.jpg„Guter Mond, du gehst so stille“ – dieses Lied sang ich gestern in allen 7 Strophen für meinen kleinen Sohn, wie es einst unser eigener Vater auch sang. Nach einem anstrengenden Tag entfaltete das Singen des Liedes eine unglaublich befreiende, lindernde Wirkung. Der Sohn sagte dann: „Jetzt singe das ganze Lied noch einmal!“ Ich traute meinen Ohren nicht.

Ich schüttelte alle Sorgen ab und schlief den erquickenden Schlaf.

Das Buch „Die schönsten Volks- und Wanderlieder“ hatte ich nahezu druckfrisch von meinem Besuch der Buchmesse Leipzig mit nachhause genommen und schon im ICE leise zu singen angefangen.

Die Kinder von heute lernen diese Lieder, die teilweise über mehrere Jahrhunderte weitergegeben worden sind, nicht mehr in der Schule. Ich wiederum kenne keine Lieder, die meine Söhne in der Schule gelernt hätten. Die Lieder im Musikbuch sind mir alle unbekannt. Keines bleibt haften. Rilke stellte im Malte Laurids Brigge fest: „Dass man erzählte, das muss vor meiner Zeit gewesen sein.“ Mir scheint: „Dass man die Kinder singen lehrte, das war vor unserer Zeit.“

Ich denke: Es wäre doch schön, wenn die Kinder in Kita und Schule Lieder sängen –  nebenbei würden sie auch eine gute deutsche Aussprache erlernen. Mir fällt auf, dass die Aussprache des Deutschen sich bei Kindern und Jugendlichen in Berlin schon sehr zu wandeln beginnt. Die Kinder verschlucken immer mehr Laute, die Vokale werden immer farbloser, Quantitäten verschwimmen, oft habe ich das Gefühl, die Berliner Kinder „kriegen die Kiefer nicht mehr auseinander“. Es wird vieles verhuscht und vernuschelt, die Satzmelodie ändert sich. Tausende und abertausende Berliner Kinder verlassen die Schulen jedes Jahr mit rudimentären Deutschkenntnissen. Vielleicht eine Folge dessen, dass fast nicht mehr gesungen wird?

Die schönsten Volks- und Wanderlieder. Texte und Melodien. Herausgegeben von Günter Beck. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, März 2011, 304 Seiten, € 8.-

Fischer Klassik

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März 212011
 

Eine sehr bedenkenswerte Stimme im aufgeregten Durcheinanderreden: Volker Kauder. Der CDU-Fraktionschef bezeichnete heute die Ereignisse in  Libyen als „typischen Bürgerkrieg“, der auch zur Spaltung des Landes führen könne. Wenn dem so wäre, würde ich daraus folgern: Durch die Militärintervention sind die westlichen Mächte USA, Frankreich, Italien und Großbritannien zu Parteien im Bürgerkrieg geworden.

Ich meine: Ob man das Ganze Bürgerkrieg oder Verteilungskampf oder Aufstand, Binnenfehde um Ressourcen oder sonstwie nennt, ist zweitrangig. Entscheidend ist: Hier kämpfen verschiedene Gruppierungen des Volkes mit Waffengewalt um die Macht im Lande. Libyen ist immerhin ein vergleichsweise reiches Land, es gibt sehr viel zu verteilen. Beide Seiten – sowohl die Gefolgsleute des Herrschers als auch die Aufständischen – beanspruchen für sich, die Freiheit des libyschen Volkes zu verteidigen. Dafür – so behaupten sie – nehmen sie die Waffen in die Hand.

Erstaunlich kurz ist das Gedächtnis der westlichen Kommentatoren, die der Bundesrepublik Deutschland Feigheit oder Prinzipienlosigkeit vorwerfen. Wenn diese Kommentatoren sich nur kurz darauf besännen, dass alle heute bestehenden arabischen Diktaturen ausdrücklich als „Freiheitskämpfe“ begannen?

Dies gilt auch für Libyen: Gegen die alten Herren, die jahrhundertelang regierenden Osmanen, erhob sich die Senussi-Bruderschaft im 19. Jahrhundert. Gegen die neuen Kolonialherren, die Italiener, erhoben sich die Libyer unter Führung der Bruderschaft ab 1912. Gegen König Idiris erhoben sich Freiheitskämpfer unter Oberst Muammar Al-Gaddafi im Jahr 1969:  Stets wurde „Freiheit von Sklaverei, Fremdherrschaft und Unterdrückung!“ als Ruf verwendet. Und stets wurde daraufhin eine neue despotische Herrschaft errichtet, die manchmal noch willkürlicher, noch grausamer herrschte als die vorige Regierung.

Kauder kritisiert militärisches Vorgehen gegen Libyen | STERN.DE

Die westlichen Mächte USA, Frankreich, Italien und Großbritannien haben sich – angelockt durch den Hilferuf der arabischen Brudervölker Libyens – in ein unbedachtes Wagnis mit nicht absehbarem Ausgang gestürzt. Unbedacht aus mancherlei Gründen: Das Bündnis hat kein echtes strategisches Ziel vorzuweisen. Unverzeihlich finde ich: Die Interventionsmächte haben sich des konkreten Beistandes der arabischen Nachbarstaaten für konkrete Maßnahmen nicht versichert, sie haben ohne echte Ortskenntnis und offensichtlich ohne Kenntnisse der internen Machtverhältnisse losgeschlagen.

Sie haben die Rolle der NATO offensichtlich nicht geklärt, sie haben keine Führungsstrukturen installiert. Wie soll man das nennen? Naiv? Idealistisch? Egoistisch?

Die Äußerungen etwa einer Catherine Ashton, der Außenbeauftragten der Europäischen Union, zeugen von bemerkenswerter Unbekanntheit mit dem gigantischen Reichtum, den die Herrscher der arabischen Staaten, darunter die Libyens, angehäuft haben. Ashton verlangt allen Ernstes mehr finanzielle Leistungen Europas für die Unterstützung der arabischen Volkswirtschaften. Wir zitieren: „I want Europe to contribute billions of Euros to develop the economies of Libya, Egypt and Tunisia“.  So schrieb Ashton gestern im International Herald Tribune, S. 7. Eigentlich kaum fassbar, dass die höchste Vertreterin der europäischen Außenpolitik nicht weiß, dass wir  Tag um Tag Millionen von harten Euro in die ohnehin gutgefüllten Kassen Libyens einzahlen!

Die nüchtern abwägende Stellungnahme Volker Kauders hebt sich wohltuend von den allzu gut gemeinten, in Wahrheit nur naiv zu nennenden, eher erratisch handelnden Interventionen der westlichen Mächte ab. Kauder und seine Fraktion verdienen Unterstützung.

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März 202011
 

 

19032011436.jpg

Guter Kommentar meines Leib- und Magenblättchens zu Berlins CDU:

Lest die taz:

Konvervative sind ziemlich innovativ

 

CDU fragt Wähler nach Ideen: Konvervative sind ziemlich innovativ – taz.de
Cooler Move dieser Neologismus der taz! Konvervative sind ja in der Tat ziemlich innovativ.  „Konvervativ“ – von „Verve“. Verve heißt ja soviel wie Schmackes. Wandel gestalten – so hieß das früher bei der CDU. Heute eben: konvervativ. Gut gemacht, taz!

Also, bringt euch ein, Bürger! Mit Schmackes und Verve!

 Posted by at 19:48
März 192011
 

19032011433.jpg Die fabelhaften neuen Niederflurstraßenbahnen surren dahin, dass es nur so eine Freude ist! Die Tram erlebt aber auch europaweit eine Renaissance sondergleichen! Leider hat es in Berlin viel zu viele schwere Unfälle mit unachtsam in die Gleise Laufenden gegeben. Ich habe da eine Idee!

Heute sah ich beim Besuch der Leipziger Buchmesse die Straßenbahntrasse an. Sie war durch eine deutliche Barriere in Gestalt von durchgängigen walzenförmigen Borden abgetrennt. Wäre so etwas auch für Berlin denkbar?

 Posted by at 23:47

Politische Plakate als offene Frage – geht das?

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März 192011
 

 17032011432.jpg Prima – endlich mal ein politisches Plakat in Form einer offenen Frage! Sehr gut! Das habe ich mir schon einmal gewünscht – ein Wahlplakat in Form einer Frage! Jetzt ist es endlich da. Gute Sache! Bahnbrechend, das hat, glaube ich, in Berlin noch niemand gewagt. Bitte mehr davon, Frank Henkel!

Gut auch – der offene Dialog mit der Bevölkerung über das Internet:

Was muss sich ändern?

Alexa hieß übrigens die tolle fragende Frau, die ich am 13.10.2008 nach einem Besuch des Fitness-Studios anhimmelte:

Johannes Hampels Blog » Blog Archive » Neue Nachwuchspolitikerin für Bundestag gefunden!
Erstens: Sie stellt auf einem Werbeplakat eine Frage – das wünsch ich mir schon lange. Hey Parteien, schafft ihr das auch irgendwann einmal? Keine Aufforderung. Keine Parole.

 Posted by at 23:38

Vom Glück des gelingenden Tones

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März 182011
 

Ein paar Worte zur Musik! Die Musik ist für mich ein ganz wesentlicher Zugang zu anderen Menschen, zu einem unvorgreiflichen Anderen – zu mir selbst. Darüber sprach ich gestern recht freimütig in einem Interview:

 Hobby – Violine – Johannes Hampel – Die Geige ist wie ein persönliches Gegenüber, eine weibliche Stimme, mit der ich mich lange und ausführlich unterhalten kann.
Die Liebe zur Musik wurde mir in der frühen Kindheit durch die Eltern eingepflanzt. Wir sangen regelmäßig gemeinsam Lieder. Diese Lieder kenne und singe ich heute noch.

 Posted by at 21:42
März 172011
 

20022011386.jpg Immer werden die Autofahrer in Friedrichshain-Kreuzberg bemitleidet! Heute bringt der Tagesspiegel den Bericht einer umzugsbereiten Familie, der 1 Woche vor dem Wegzug aus Friedrichshain-Kreuzberg das Auto abgefackelt wurde.

Friedrichshain-Kreuzberg bleibt leider Auswanderungsbezirk für nicht sich als benachteiligt ausgebende Familien mit Kindern.

Es ist ungerecht, wenn immer nur die Autobesitzer bemitleidet werden. Auch die Radfahrer leiden an Diebstahl, Zerstörungswut und Vandalismus in Berlin.

So wurde meinem kleinen Sohn vor wenigen Tagen am Internationalen Frauentag die komplette Bremsanlage am hellichten Tag abmontiert, die Bremskabel wurden durchschnitten. Wir standen fassungslos da. Eine Vollkasko-Versicherung für Fahrräder würde netto Geld in diesem Bezirk sparen.

Bild oben: typisches Bild, S-Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain-Kreuzberg

Unten: Unser Kinderrad am Internationalen Frauentag.

08032011406.jpg

Brandanschlag in Friedrichshain: „Ohne Vollkasko kann man hier kein Auto halten“ – Berlin – Tagesspiegel

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März 172011
 

Der Hamster und die Ameise – Gotthold Ephraim Lessing – Hekaya
Der Hamster und die Ameise
„Ihr armseligen Ameisen“, sagte ein Hamster. „Verlohnt es sich der Mühe, dass ihr den ganzen Sommer arbeitet, um ein so weniges einzusammeln? Wenn ihr meinen Vorrat sehen solltet! —“
„Höre“, antwortete eine Ameise, „wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es schon recht, dass die Menschen dir nachgraben, deine Scheuren ausleeren und dich deinen räuberischen Geiz mit dem Leben büßen lassen!“

Ein häufiges Aneinander-Vorbeireden entfaltet Gotthold Ephraim Lessing in seinen Fabeln, die ich gestern las. Großartig!

Der hochmütige Hamster ähnelt einem Anhänger der Großtechnologie: Er hortet mehr als er voraussichtlich braucht. Und er muss dafür mit dem Leben büßen. Er ist sozusagen der AKW-Betreiber unter den Vorratshaltern.

Die Ameisen gleichen dem Anhänger der kleinen, dezentralen Versorgungswerke: Sie wuseln emsig umher, mühen sich ab, Tag um Tag. Eine stille, fleißige Schar. Man kann sie mit den unverdrossen strampelnden Radfahrern vergleichen.

Wer hat recht? Ihr müsst entscheiden!

Lesehinweis: Gotthold Ephraim Lessing, Fabeln. Abhandlungen über die Fabel. Herausgegeben von Heinz Rölleke. Reclam Verlag, Stuttgart 1976, hier S. 12

Heute Abend übrigens wieder in der Reihe „Politik selber machen!“:

Frau und man trifft sich in der neuen Reihe „Politik selber machen!“ jeden Donnerstag um 18.00 Uhr in der Wirtschaft Stresemann, Stresemannstraße 48, Kreuzberg.  

Da geh ich hin.

 

Donnerstag, 17. März (3): Brauchen wir Parallelgesellschaften?  Die Antworten der Sawsan Chebli, des Franz Schulz und des Burkard Dregger

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März 162011
 

Kinder brauchen ein Gegenüber, um zu wachsen. Sie brauchen Struktur, sie brauchen Grenzen, sie brauchen die Auseinandersetzung mit dem anderen Menschen. Sie brauchen als Jugendliche nicht nur liebevolle Zuwendung, sondern auch Aufgaben, Ansprüche, an denen sie wachsen können. Das kann auch ein unbequemer Mensch sein – etwa der Vater oder ein Berater oder Lehrer.

Im Ratgebergespräch beschreibt der Kreuzberger Kinderpsychiater Dr. Andreas Wiefel etwas sehr Richtiges! Der Jugendliche Johann, 15 Jahre alt, hat sich zurückgezogen. Was wird ihm helfen?

Ratgeber – Unser Sohn hat sich völlig zurückgezogen – Expertenfrage – Berliner Morgenpost – Berlin
Dort wird es darum gehen, dass Johann wieder eine andere Person als „Gegenüber“ kennen lernt, von der er wieder erfahren kann, dass der Mensch zunächst ein Seelenwesen ist, das auf emotionale Nahrung angewiesen ist.

 Posted by at 13:10

„Er freut sich wie ein Schneekönig!“

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März 162011
 

13032011428.jpg „Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig!“, rief ich kürzlich aus, als ich Rückschau auf einen geselligen Abend hielt.

Nicht alle kennen diese Redewendung: „Ich freue mich wie ein Schneekönig.“ Was steckt dahinter?

Antwort: der Zaunkönig, der Frühsinger! Da der Zaunkönig bereits im Januar zu singen anfängt, wenn die anderen Singvögel noch verzagt und beklommen den Schnabel halten, wird er im Volksmund auch Schneekönig genannt. Sein unermüdliches Tschilpen nehmen die Menschen als Ausdruck großer, unbändiger Freude. Von daher stammt die Redewendung: „Er freut sich wie ein Schneekönig.“

 Posted by at 12:25
März 142011
 

Am Donnerstag wird der Bundestag über eine gesetzliche Zulassung der Präimplantationsdiagnostik debattieren. Darüber schreiben heute Ernst-Wolfgang Böckenförde und Giovanni Maio zwei sehr beherzigenswerte Artikel in der FAZ (S. 27 bzw. S. 10). Es geht darum, ob menschliche Embryonen vor der Einpflanzung auf genetische Defekte untersucht und ggf. ausgesondert werden dürfen.

Ich persönlich bin gegen eine Zulassung der PID. Ich meine, dass menschliche Eizelle und Same von Beginn an menschliches Leben sind. Embryonen sind zwar keine entwickelten Personen, aber eben doch menschliches Leben. Es sollte der Verfügung, der Aussonderung nach selbstgewählten Kriterien entzogen bleiben. Insofern gilt der Schutz der Menschenwürde in meinen Augen absolut. Keines der Argumente, die für die PID ins Feld geführt werden, halte ich für zwingend, am allerwenigsten jenes, wonach es widersprüchlich sei, PID zu verbieten und Schwangerschaftsunterbrechung zu erlauben.

Die PID greift verfügend in das Schicksal menschlichen Lebens ein.

Atomenergie tut dies auf andere Weise auch. Die Risiken für völlig unbeteiligte Menschen, aber auch für künftige Generationen sind zu hoch. Ich meine deshalb, dass die Atomkraftwerke wegen der nicht hinreichend gegebenen Sicherheit und der ungelösten Entsorgungsfragen rasch außer Dienst gestellt werden sollten. Ich bin zunächst für die Wiedereinsetzung des unter rot-grün ausgehandelten „Atomausstiegskompromisses“ und für ein glaubwürdiges Ausstiegsszenario.

Feuilleton – FAZ.NET

 Posted by at 16:23
März 132011
 

Eine erste Wanderung am heutigen  Sonntag führte meine Schulgemeinschaft vom schroffen Machtkult des Olympiastadions über die hingemähten Leidensmale des britischen Soldatenfriedhofs in den Grunewald. „Es grunelt“, so nannte Goethe des öfteren dieses erste flächenhaft hingesprenkelte Grüne, dieses Voratmen des Frühlings. Herrlich! Unser Lachen schallte durch den noch laublosen Wald.

Und sogleich entspringt ein Leben,
Schwillt ein heilig heimlich Wirken,
Und es grunelt und es grünet
In den irdischen Bezirken.

Dann, beim letzten steilen Anstieg zum Grunewaldturm, staunte ich baff. Was hörte mein Ohr?  „Kannst du mich tragen?“ Ein achtjähriges Kind verlangte dies von mir! SIE VERSUCHEN ES HALT IMMER WIEDER!, dachte ich. Die Kinder sind wie Empfänger staatlicher Hilfe, wenn man nicht aufpasst. Kinder sind schlimmstenfalls wie konkursgefährdete staatsgestützte Betriebe, wie bankrotte halbstaatliche Banken, notleidende EU-Länder, wie lernunwillige Jugendliche mit oder ohne allerlei migrantische Hintergründe. „Kannst du mich tragen!“ Die Spatzen kriegen den Hals nicht voll genug! Sie tschilpen und fiepen!

Ich lehnte schroff ab: „Ich denke nicht im Traum daran, dich zu tragen! Geh selber!“ Und gut war. Der Knabe schaffte die schroffe Anhöhe spielend und ohne weiteres Jammern.

Gut auch: Die Radfahrer sind wieder los. Es werden immer mehr!

Geht selber und fahrt selber, mit eigener Kraft! Strampelt euch frei!

Der Radverkehr legt zu, die Planer müssen sich drauf einstellen!

Vom Erfolg überrollt – Berliner Zeitung
Die Planer müssen aber nicht nur über neue Wege nachdenken – sondern verstärkt auch darüber, wie bestehende Anlagen, die für den gewachsenen Radverkehr zu klein geworden sind, erweitert werden könnten. Zu diesen „Hot Spots“ gehören die Schönhauser, Prenzlauer und Frankfurter Allee , sagte Arvid Krenz, Fahrradbeauftragter des Senats. „Dort reicht vor allem vor den Ampeln der Platz nicht mehr aus, es gibt regelrechte Fahrradstaus.“ Das Problem ist: „Wenn man Radfahrern mehr Platz gibt, muss man anderen Platz wegnehmen“ – meist den Autofahrern, so Guggenthaler. Neue Radfahrstreifen fallen mit 2,30 Meter meist 50 Zentimeter breiter aus als frühere.

 Posted by at 22:33