Nov. 272007
 

O Segnungen der Technik! Was Dieter Althaus kann, kann ich auch – nämlich eine Powerpoint-Präsentation für jedermann abrufbar ins Netz stellen. Hier ist es die Präsentation „Positive Kommunikation“, die ich bei verschiedenen Gelegenheiten vortragen durfte, etwa am 27.10.2007 in der Akademie Schmöckwitz (dieser Blog berichtete).

positive-kommunikation.ppt

Ihr seid alle aufgerufen, ein bisschen herumzuknobeln, die Spiele durchzuspielen und auch die Fragen zu überlegen. Was haltet Ihr davon?

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Es geht doch: Ahmadiyya bindet sich noch weiter in Zivilgesellschaft ein

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Nov. 272007
 

Die taz bringt heute auf S. 23 einen guten Hintergrundbericht über die gelungene Beilegung der Konflikte um den Moscheebau in Heinersdorf: Dank eines Vertrages darf die Polizei Sprechstunden in den Räumen der Gemeinde abhalten; die Polizisten erhalten Einführung und Beratung in den Belangen dieser weltoffenen Gemeinde, die ja in einigen islamischen Ländern als verfolgte Minderheit einzustufen ist. Die Vorbeter, die häufig aus anderen Ländern kommen, werden in 32 Wochen mit Kursen über „das politische System Deutschlands, das Bildungssystem, Familie in Deutschland, Sozialsysteme und Altersvorsorge“ fit gemacht. Unsere freiheitliche Grundordnung fährt wieder Punkte ein! In diesem Blog hatten wir bereits am 20.10.2007 über das Wiesbadener Modell – mit wechselseitiger Öffnung auf vertraglicher Grundlage – berichtet und es ausdrücklich auch für Pankow empfohlen. Ein gutes Beispiel!

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Nov. 262007
 

Zum Glück bietet der CDU-Kreisparteitag Kinderbetreuung an, alles andere wäre für mich schwierig geworden. Ira hat zwei Auftritte in Görlitz, ich werde also übers Wochenende allein für Wanja zuständig sein. Ich möchte doch unbedingt zu der Versammlung hin! Ich kann doch meine Änderungsanträge zum Kommunalpolitischen Grundsatzprogramm nicht alleine lassen. Vorrang für das Zu-Fuß-Gehen, Verringerung des Autoverkehrs, Friedrichshain-Kreuzberg als Vorreiter beim Klimaschutz und bei der Integration der Migranten, ein klares positives Leitbild für unseren Bezirk, eine Politik der ausgestreckten Hand – dahin müssen wir kommen, ich werde mich zusammen mit anderen dafür ins Zeug legen.

Bin schon ein bisschen aufgeregt. Soll ich mich einmal zu Wort melden oder doch lieber nur zuhören? Bin absolut kein Politik-Profi! Bin ja erst vor ein paar Monaten der Partei beigetreten, was auch Erstaunen hervorgerufen hat bei einigen, die mich länger kennen. Aber ich war immer ein unabhängiger Geist, mit meist antiautoritärer Grundhaltung. Deswegen mag ich die Kleinen. In Kreuzberg hat die CDU zuletzt ein einstelliges Wahlergebnis gehabt. Was für ein riesiges Erfolgspotenzial!

Diese Einladung erreichte mich heute:

Kreisparteitag der CDU Friedrichshain-Kreuzberg
am kommenden Sa, 01.12.2007,
um 10.00 Uhr
in der Falckensteinstr. 6, 10997 Berlin.
Es gilt eine neue Kreissatzung zu verabschieden, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Beratung des ersten und neuen Grundsatzprogramms – zu der natürlich jedes Mitglied eingeladen ist!
Auch Gäste sind gerne gesehen (wie etwa an der Partei interessierte Bürger), der Parteitag findet öffentlich (und mit hoffentlich gutem Medienecho) statt.

Als „Familienpartei“ bieten wir für die Zeit des Kreisparteitags eine Kinderbetreuung an. Für die Kinderbetreuung ist Anmeldung erforderlich.

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Nov. 262007
 

Wichtige neuere Bildungsstudien scheinen zu belegen, dass kein nachweisbarer Zusammenhang zwischen der äußeren Organisation des Schulwesens und dem Lernerfolg besteht. Es kommt offenbar nicht so sehr darauf an, ob die Schüler in einer Einheitsschule oder einem gegliederten Schulwesen unterrichtet werden. Sowohl die TIMS-Studie 1997 als auch die Iglu-Studie 2001 und die Pisa-Studie 2003 lassen keine Rückschlüsse darauf zu, welches Schulsystem – das gegliederte oder das Einheitsmodell – grundsätzlich besser ist. Allerdings haben deutsche Schüler in den Vergleichsstudien stets nur im Mittelfeld abgeschnitten. Viel wichtiger als Schulformen sind offenbar Unterrichtsformen. Verschiedene Forscher kritisieren im Tagesspiegel von heute, 26.11.2007, S. 29, die Erkenntnisse der vergleichenden Bildungsforschung seien zwar auch in Deutschland zur Kenntnis genommen worden, doch hapere es an der praktischen Umsetzung, an Geld für Fortbildung, konkreten Plänen und Nachschulungen des lehrenden Personals. Das ständige Analysieren und Messen sei nur ein erster Schritt, aber: „Vom Wiegen wird die Sau nicht fett!“

Wir brauchen also nach Meinung dieser Experten besseren Unterricht, nicht notwendigerweise neue Schulformen.

Ich meine sogar: Ohne Fleiß kein Preis. Man sollte nicht immer alles den Lehrern anlasten. Sie tun viel Gutes, aber zum Lernen gehören auch Schüler – und Eltern.

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Es geht also doch: Berlin belegt Platz 1 im deutschen Städteranking

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Nov. 262007
 

Manche haben es gewusst, viele haben es geahnt – und ich habe immer daran geglaubt! Nach einer repräsentativen Erhebung des Münchener (!) Magazins Focus, neueste Ausgabe, belegt Berlin unter allen deutschen Städten den besten Platz – noch vor Düsseldorf, Hamburg, Nürnberg und München. Gewertet wurden harte Faktoren wie Einkommen, Erwerbstätigenanteil, Miete, BIP/Einwohner, BIP-Wachstum, aber auch weiche Faktoren wie Kneipendichte, Kino-Angebot und Wohnheimkapazität. Beurteilt wurde in dieser Erhebung die Attraktivität von 55 deutschen Städten für Studenten. Einziger Wermutstropfen: Greifswald führt die Liste der fahrradfreundlichsten Städte an. Wir haben es nicht einmal unter die besten Zehn geschafft. Daran müssen wir also noch arbeiten. Nachzulesen im Focus Nr. 48/2007, S. 58-76.

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Nov. 252007
 

Wolfgang Wehrl, der den Kleinen Parteitag der Berliner CDU am Samstag leitete, brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: Solidarisch – Bürger – Geld, das sind alles positiv besetzte Begriffe, denn Solidarität ist uns lieber als Egoismus, Bürger sind alle, Geld sehen wir lieber als Schulden. Vorsprung durch Kommunikation! Was aber ist das Solidarische Bürgergeld? Das Solidarische Bürgergeld ist ein bedingungsloses Grundeinkommen von 800 Euro pro Monat für alle Erwachsenen. Das Bürgergeld sinkt mit wachsenden eigenen Einkünften. Bis zu einem Bruttoeinkommen von 1.600 Euro im Monat fällt keine Einkommensteuer an.

Der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus hatte überdies in den Medien alles bestens vorbereitet. Von seiner Homepage kann man sogar eine faktenreiche Power-Point-Präsentation herunterladen. Vorteil Althaus!

Was wollen für unsere soziale Sicherheit? Systemwechsel oder Systemumbau? Althaus warb leidenschaftlich für die erste Lösung. Im Publikum saßen Gegner und Befürworter eines solchen Befreiungsschlages und verschafften sich auch in der anschließenden Debatte Gehör. Beide Seiten brachten starke Argumente. Das Match endete unentschieden und geht in die nächste Runde.
Ich nehme für mich mit: Althaus hat sich seine Sache gut überlegt, er hat Rat von allen Seiten eingeholt, er ist mutig und lässt sich durch ein klein bisschen Gegenwind nicht umpusten. Mein Herz hat er als redlicher Anwalt seiner Sache gewonnen. Im Kopf bin ich von seinem Modell – noch? – nicht überzeugt. Ich werde vorerst weiter nach allen Richtungen zuhören. Seine Partei hat sich noch nicht abschließend festgelegt, sondern führt einen intensiven Diskussionsprozess. Gut so, ich kenne keine andere Partei, in der eine solche Bandbreite an Positionen vertreten ist wie die CDU. Es ist eben die wahrhaft bürgerliche Partei – und Bürger dieser Republik sind wir alle: Punks, Studienräte, Assis, Aktien- und Einkommensmillionäre, Hartz-IV-Empfänger, verarmte Adelige, Alkoholiker, Neureiche und Diplomaten, Skinheads und Porschefahrer.

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„Wie erfahren wir von deinen Konzerten?“

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Nov. 252007
 

Die Konzerte, bei denen ich als Geiger spiele, führe ich auf meiner Geiger-Homepage an. Diese Homepage steht auch jederzeit abrufbar hier rechts unter „Blogroll“. Nächste Konzerte: Weihnachtsoratorium am 8. und 9. Dezember 2007. Ihr seid alle herzlich willkommen!

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In Kreuzberg bewegt sich was!

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Nov. 242007
 

Bis 2 Uhr, also spät in die Nacht hinein saß ich gestern noch am Computer. Der Entwurf für das Kommunalpolitische Grundsatzprogramm der CDU Friedrichshain-Kreuzberg war allen Mitgliedern zugänglich gemacht worden. Bis heute 10 Uhr durften wir unsere Änderungsvorschläge einreichen. Ich halte diese Frist äußerst knapp ein: auf dem 1. Kleinen Parteitag der Berliner CDU, den ich besuche, überreiche ich dem Kreisvorsitzenden Dr. Wolfgang Wehrl zwei Ausdrucke – um 09.58 Uhr! Ich habe mich besonders der Schulpolitik und des Fahrradverkehrs angenommen – meiner beiden kommunalpolitischen Leib- und Magenthemen. Ich wünsche mir einen Vorrang für das Zu-Fuß-Gehen und das Fahrrad, danach kommen Busse, Bahnen, Taxis; und nur das, was mit diesen vorrangigen Verkehrsmitteln nicht erledigt werden kann, sollte mit dem Privat-PKW gemacht werden.

Lesen Sie hier nachstehend meine persönlichen Forderungen für eine zukunftsweisende Verkehrspolitik im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Den Text habe ich vom ersten bis zum letzten Wort selbst verfasst – er stellt eine Art Summe aus meinen Erfahrungen als Fußgänger, Radfahrer, BVG- und Autofahrer in diesem Bezirk dar. Ja, ich gestehe: ich besitze auch einen PKW. Ich bin schon gespannt, wieviel ich davon bei der CDU durchsetzen kann. Was glauben Sie? Ich freue mich schon auf Ihre/Eure Kommentare.

Antrag von Johannes Hampel zum Entwurf des Kommunalpolitischen Grundsatzprogramms der CDU Friedrichshain-Kreuzberg, eingereicht am 24.11.2007:

„Zu unserem christlichen Menschenbild gehört, dass wir Menschen als zweibeinige Laufwesen geschaffen sind, die von Natur aus mehrere Stunden am Tag in Bewegung sein sollten. Mangel an Bewegung führt zu Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht und anderen schweren gesundheitlichen Gefahren. Deshalb soll unser Bezirk alle Menschen dazu anregen, neben dem Zu-Fuß-Gehen verstärkt das Fahrrad, also das für den Menschen gesündeste und die Umwelt am wenigsten belastende Verkehrsmittel zu nutzen.

Nur durch eine nicht mit Verboten, sondern mit vernünftigen Anreizen bewirkte Verringerung des PKW-Verkehrs lassen sich die ehrgeizigen Klimaschutzziele unserer unionsgeführten Bundesregierung erreichen.

Wo das Zu-Fuß-Gehen oder das Fahrradfahren nicht ausreichen, greifen Busse und Bahnen der BVG sowie Taxis ein. Nur dort, wo die genannten Fortbewegungsarten nicht ausreichen, soll der motorisierte Individualverkehr weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Durch eine Verringerung des PKW-Individualverkehrs werden die Straßen für den unumgänglichen Wirtschaftsverkehr freier, Lieferfahrzeuge und Busse kommen schneller an ihr Ziel.

Das Netz der gekennzeichneten Fahrradwege soll in Friedrichshain-Kreuzberg gepflegt und ausgebaut werden. Die unfallträchtige Verlegung von Fahrradwegen auf den Bürgersteigen soll jedoch zurückgeführt werden, da sich bei der Einmündung dieser Fahrradwege auf die Fahrbahn der PKW und LKW nachweislich viele schwere Unfälle ereignen. Ziel soll es sein, die Fahrradwege – wo immer möglich – als getrennte Fahrspur rechts neben den Autos auf den Straßen zu verlegen.

Fahrraddiebstähle stellen in Berlin ein riesiges Problem dar. Wir Christdemokraten fordern deshalb die verstärkte Aufstellung von Diebstahlschutzvorrichtungen. Dies sind ortsfeste, im Boden verankerte Bügel, an die das Fahrrad bequem mit Rahmen und einem Rad befestigt werden kann. Niedrige Bügel, in die nur das Vorderrad eingestellt werden kann, sogenannte „Felgenkiller“, erfüllen diesen Zweck nicht.

In den Wohnblocks sollen abschließbare, überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen werden. Hierfür soll der Bezirk Mittel bereitstellen. Die Bestimmungen des Denkmalschutzes bei denkmalgeschützten Häusern müssen bei solchen Vorhaben diesem Zweck angepasst werden.

Rücksichtloses Befahren der Gehwege und sonstige Verstöße, etwa Missachtung des Rotlichts, sollen bei Radfahrern verstärkt geahndet werden, und zwar nicht nur durch Verwarnungen, sondern durch Bußgelder.

Wir christlichen Demokraten wollen ein gedeihliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Ruppigkeiten und Aggressionen im Straßenverkehr lehnen wir ab. Bereits in der Schule muss gezielt auf ein derartiges friedliches Miteinander hin erzogen werden.

Unser Ziel ist, dass im Jahr 2012 25% aller Wege in unserem Bezirk mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Der derzeitige Berliner Durchschnitt für diese Zahl liegt bei 13%.

Wir fordern ein flächendeckendes kommunales Fahrradleihsystem für die Bewohner und die zahlreichen Touristen in unserem Bezirk, ähnlich dem höchst erfolgreichen Pariser Vélib-Modell.“

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Wie erfahren wir von den Auftritten Irina Potapenkos?

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Nov. 242007
 

So fragen mich immer wieder Fans, Freunde und Verwandte dieser großartigen Altistin. Leider kann ich nicht alle Anfragen selbst beantworten. Ich habe mir vorgenommen, die nächsten Konzerte und Auftritte auf der Homepage von Irina Potapenko anzukündigen. Diese Homepage steht auch hier rechts nebenan unter der Rubrik „Blogroll“. Was Iras Auftritte in Görlitz angeht: es lohnt sich immer, dieses östlichst gelegene deutsche Stadttheater zu besuchen – auch wegen der schmuck herausgeputzten Altstadt, die fast zur Kulturhauptstadt Europas ernannt worden wäre! Alte Gassen, hohe Giebel, hochragende Türme – kaum eine andere deutsche Stadt hat mir so einen nachdrücklichen Eindruck hinterlassen wie eben dieses Görlitz. Die Museen sind bestens ausgeschildert, didaktisch hervorragend aufbereitet, insbesondere das Naturkunde– und das Frühgeschichtsmuseum, wo ich allerlei täuschend echt ausgestopftes Getier fand. Allerdings würde ich davon abraten, sofort nach der Opernaufführung noch nachhause zu fahren, denn die Autobahn zieht und zieht sich! Also bleiben Sie lieber eine Nacht dort und genießen Sie diesen Zeitensprung in die Geschichte!

 Posted by at 19:56
Nov. 242007
 

… fragt Achmed Khammas. Wir haben uns entschieden, dass Ira mit ihrem russischen Pass, in den Wanja eingetragen ist, nach Moskau fliegt und Wanja dort abholt. Am kommenden Mittwoch dürft Ihr uns alle die Daumen drücken, dann werden Ira und Wanja, mit Reisepässen, amtlichen Einträgen und ihrem bezaubernden Lächeln versehen, den Flieger nach Berlin-Schönefeld zu besteigen versuchen. Da darf einfach nichts schiefgehen, denn in dieser Besetzung gelang ihnen auch die Einreise nach Russland. Wer rein darf, darf auch mit denselben Dokumenten wieder raus, nehmen wir an. Die deutschen Stellen – Botschaft, Grenzpolizei – haben sich weder geäußert, noch konnten sie eine verlässliche-eindeutige Auskunft geben, noch haben sie sonst irgendetwas für uns unternommen. Eine lehrreiche Erfahrung. Das also ist der schlanke Staat.

 Posted by at 15:31
Nov. 232007
 

Zu später Stunde sendet mir ein Leser aus Berlin ein Gedicht Majakowskis mit der Bitte, eine Übersetzung der ersten Zeile zu liefern. Die erste Zeile lautet:

Себе, любимому, посвящает эти строки автор

Wohlan denn – mein Vorschlag zur Übersetzung lautet:

„Dem lieben Selbst widmet diese Zeilen der Autor“

 

Kommentar: Majakowski scheint hier jene typischen Widmungseinträge in Büchern auf die Schippe zu nehmen, etwa: „Dem lieben Wanja widmet diese Zeilen der Autor.“ Lustig, oder? Man könnte auch an die herrlich-ironische Wendung von Sigmund Freud denken: „Seine Majestät – das Selbst“.

Das ganze Gedicht von Majakowski könnt Ihr lesen, wenn ihr auf Kommentar zu diesem Eintrag klickt!

 Posted by at 01:25

Jetzt meine ich jedenfalls zu wissen, was ein Blog ist – ein Akronym, nehme ich an, noch mal für was?

 Digital  Kommentare deaktiviert für Jetzt meine ich jedenfalls zu wissen, was ein Blog ist – ein Akronym, nehme ich an, noch mal für was?
Nov. 232007
 

So fragt ein Leser aus Lichterfelde. „Blog“ – dieses Wort stammt vom englischen blog ab – eine Zusammenziehung aus web log. Also eine Art Tagebuch, das im Web geführt wird. Vergleichbar dem Logbuch eines Schiffskapitäns. Auszusprechen nicht wie deutsch Block, sondern mit langem offenem – o – und weichem abschließendem g. Bitte keine Auslautverhärtung, das klänge unschön!

Zur Genusfrage – der oder das Blog? – wurde über Jahre hinweg eine erbitterte, teilweise ideologisch verhärtete Debatte geführt, die in manchem an die Frage erinnerte, ob man Eier köpfen oder behutsam aufklopfen muss. Die selbsternannten echten, frühen Blogger bevorzugten das Blog, die tumbe träge Masse sagte der Blog – gemäß jenen unergründlichen Analogiegesetzen, nach denen Sprachen ihre Regelungen treffen. Ich erinnere mich an das Argument eines bekannten Sprachwissenschaftlers, der behauptete, im Deutschen sei jedes aus anderen Sprachen entlehnte Substantiv durch unverrückbare Regeln eindeutig genusbestimmt. Hierüber entspann sich in den 90er Jahren ein Streit über das Für und Wider einer Grammatik, die mit Tiefenstrukturen arbeitet.

Ich habe mich in diesem Punkte nicht eindeutig festgelegt, sondern eine, wie ich meine, das Für und Wider abwägende Stellungnahme samt statistischer Auswertung der Suchmaschine Google in einem Politiker-Blog hinterlegt.

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Nov. 232007
 

Am Abend besuche ich den politischen Stammtisch des Ortsverbandes Oranienplatz der CDU Friedrichshain-Kreuzberg. Jede und jeder darf dort den Mund aufmachen, ich habe noch jedesmal Neues und Interessantes dort erfahren! Vielleicht weil die Meinungen ungefiltert vorgetragen werden, man niemandem nach dem Munde zu reden braucht. Die Bezirkspolitik lässt sich aus der Presse kaum angemessen verfolgen, dazu bedarf es des persönlichen Gesprächs. Aber eben hier, in den Bezirken, wird über das tägliche Miteinander entschieden. Spielplätze, Schulen, Sportplätze, Straßen und Plätze: darum geht es in den Bezirken, und das ist die Bühne, auf der unser Leben tagtäglich abrollt. Politik zum Anfassen und Miterleben.
Aber auch die Bundespolitik wird Thema des Stammtisches – pünktlich zur Halbzeit der großen Koalition. Ortsvorsitzender Michael Schill fragt mich direkt, ob ich eine Erklärung für die hervorragenden Umfragewerte der Kanzlerin Merkel hätte. Meine Antwort lautet: „Angela Merkel verfolgt zunächst inhaltlich einige klare Grundlinien. Sie zeigt sich ferner in vielen Details nicht von vornherein festgelegt, wenngleich sachlich stets gut informiert. Aber für ihren wichtigsten Erfolgsbaustein halte ich ihre überragenden kommunikativen Fähigkeiten: Immer hört sie zu, was die anderen sagen, nie setzt sie ihr Gegenüber herab, stets ist sie bemüht, gemeinsame Lösungen im Einvernehmen zu erarbeiten. Sie haut niemanden in die Pfanne und brüstet sich nicht mit eigenen Erfolgen. Ihr fehlt jedes auftrumpfende Gebaren. Ein neuer Stil der positiven Kommunikation für die deutsche Bundesregierung, dank dessen sie das Koalitionsschiff auch weiterhin erfolgreich steuern wird! Zur Nachahmung empfohlen, die Deutschen wollen das – unabhängig von der bevorzugten Partei.“

Wie zum Beleg dessen kann gelten das Interview der Kanzlerin mit Journalistin Caren Miosga in den Tagesthemen um 22.15 Uhr heute! Sie lässt sich durch Miosga weder zum Triumphalismus noch zum Katzenjammer verlocken. Bezeichnend etwa folgende Äußerung Merkels zum Mindestlohn: „Wir wollen die Tarifautonomie stärken!“ Sie lehnt also nicht noch einmal rundheraus den staatlich aufgenötigten Mindestlohn ab, – eine solche Ablehnung würde zunächst einmal auf viele wie ein rotes Tuch wirken -, sondern formuliert eine positive Aussage, gegen die eigentlich niemand etwas einwenden kann. Dadurch baut sie goldene Brücken für jene, die zunächst einmal entschieden für dieses staatliche Instrument eintreten mochten. Fast immer schafft sie es, eine solche Aussage zu formulieren, die Zustimmung beim Gegenüber herausfordert, auf vielen solchen kleinen und großen Brücken gelangt sie schließlich zum Ergebnis, das meist in ihrem Sinne ausfällt.

 Posted by at 00:39