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März 272010
 

Der Wettbewerb der deutschen Bundesländer um die beste Integrationspolitik ist entbrannt! Und das freut mich sehr. Denn bisher hatte das volkreichste Bundesland – Nordrhein-Westphalen – nahezu uneinholbar die Nase vorn: „Jedem Kind ein Instrument“ etwa ist so eine großartige Sache, die wir Berliner hätten zuerst vorlegen müssen!  Das erste Integrationsministerium bundesweit hat NRW, und mit Armin Laschet einen Vorzeigemacher, der obendrein ein konzeptionell starker Denker ist. Siehe sein Buch „Die Aufsteigerrepublik“, auf das natürlich Hinz und Kunz (und auch Klaus) sofort – also mit 3-4 Monaten Bedenkzeit – aufgesprungen sind.

Aber das von Burkard Dregger und Monika Grütters vorgelegte Papier „Gemeinsinn und Leistung“ ist es ebenfalls wert, genau studiert zu werden. Ich vernehme neue Töne, auch eine begriffliche Klarheit, die weit über das sloganartige „Fördern und Fordern“ hinausgeht.

Allein schon die Tatsache, dass Grütters und Dregger der Bundesrepublik so etwas wie „Nation building“ empfehlen, zeigt, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben.  Denn Nation building, das ist ein Begriff, der eigentlich der Schaffung verbindlicher Institutionen in auseinanderfallenden oder erst entstehenden Gesellschaften vorbehalten ist, etwa Somalia oder Afghanistan. In Gesellschaften, die ihre innere Einheit erst noch erringen müssen. So wie unsere. Wir haben die innere Einheit noch nicht erreicht. Die dritte deutsche Einheit, also die zwischen den deutschen Einheimischen und den türkischen, russischen, arabischen, chinesischen …  Zuwanderen steht noch aus.

Ich halte Gemeinsinn – oder „Gemeindrang“, wie dies Goethes Faust nennt – und Leistung in der Tat für die beiden notwendigen, notwendenden Schlüsselbegriffe der Integrationsdebatte. Dass Dregger und Grütters dies bereits im Titel ihres Papiers ausdrücken, ist ihnen sehr hoch anzurechnen. Und dass sie ausdrücklich den Begriff „Vorbild“ im Untertitel nennen, ist ein weiterer Vorzug.

Lest das Papier, streitet darüber, redet euch die Köpfe heiß! Ich finde es sehr gut, wenngleich es mir – dem vielgeprüften Kreuzberger – in einigen Punkten noch zu weich, zu lieblich ist. Es ist dennoch ein großer, ja großartiger Wurf, der aufhorchen lässt.

Was sagt eigentlich der deutsche Politiker Badr Mohammed zu diesem Papier? Sabine Rennefanz berichtet heute auf S. 20  in der Berliner Zeitung:

Die alte CDU ist eine neue – Berliner Zeitung
Der aus dem Libanon stammenden Integrationsexperte Badr Mohammed, der in der Islamkonferenz saß, lobt das Integrationspapier: „Das ist ein Quantensprung für die CDU“, sagt er. Er ist inzwischen auch CDU-Mitglied, zuvor war er aus der SPD ausgetreten, weil ihn deren Integrationspolitik nicht überzeugte. Die Thesen zur Integration sind ein Zeichen, dass die CDU sich selbst integrieren will – als ernstzunehmende politische Kraft.

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Warum die Seele Rad fahren will

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März 262010
 

25032010.jpg „Ist Ihnen jemals aufgefallen, dass Sie sich besser fühlen, nachdem Sie wandern oder Fahrrad fahren waren oder sonstigen Sport getrieben haben?“

So fragt die amerikanische Ernährungspsychologin Julia Ross in ihrem vor drei Wochen erschienenen Buch „Was die Seele essen will“.

Meine Antwort: „Ja, es ist mir schon aufgefallen. Ja, es ist mir aufgefallen, dass mein tägliches Radfahren zur Arbeit hin und zurück das Seelchen merklich aufhellt.“ Und darauf aß ich gestern – ein Stück Schokoladentorte. Sogar DAS darf Mann sich erlauben, so er denn Rad fährt.

Quelle: Julia Ross: Was die Seele essen will. Die Mood Cure. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010, S. 45

Nebenbei:

Bund und Europäische Union stellen aus verschiedenen Töpfen Mittel bereit, die der Entwicklung einer leistungsfähigen Rad-Infrastruktur dienen. Es geht redlich voran mit dem Rad! Griechenland finanziert Tabakanbau über die EU – warum sollte Friedrichshain-Kreuzberg nicht Radverkehr über die EU finanzieren?

Der Tagesspiegel berichtet heute:

Kommt Zeit, kommt Rad
Mit kleinen Schritten beginnt ein weiteres Großprojekt: Für die Fernroute Berlin–Leipzig wird ein Weg vom Landwehrkanal durch das für Radler nur mühsam zu umfahrende Gleisdreieckgelände angelegt. Weiter südlich wird die Sembritzkistraße asphaltiert, die die Route vom Südkreuz über den Insulaner hinaus verlängert. Außerdem stehen eine Reihe von Radwegen und -streifen auf Wagners Liste, die Hauptverkehrsstraßen sicherer machen und Lücken schließen sollen: Die Radspur an der Reichsstraße wird zum Theodor-Heuss-Platz verlängert, die Skalitzer Straße bekommt eine zwischen Kottbusser Tor und Wassertorplatz. Dort darf dann nur noch unter dem U-Bahn-Viadukt geparkt werden. In Friedrichshain gibt’s Radspuren für die Rüdersdorfer, in Kreuzberg für die Lindenstraße. Auch die sehr unangenehm zu radelnde Tiergartenstraße erhält Radspuren. Weitere sind etwa auf der Fischerinsel, der Müllerstraße und der Chausseestraße geplant. Und der Tempelhof-Schöneberger Tiefbaustadtrat Oliver Schworck (SPD) macht Hoffnung, dass das Provisorium am Bülowbogen beseitigt wird. Dort rollen die Radler von einer überbreiten Piste im Nelly-Sachs-Park direkt auf die Gegenfahrbahn einer Hauptverkehrsstraße.

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März 252010
 

240320101.jpg Eine kleine erste Bilanz nach dem gestrigen Abend zum Thema „Die neuen Deutschen“: Badr Mohammed ist noch weiter in meiner Hochachtung gestiegen – vor allem auch dadurch, dass er sich unmittelbar nach seinem profunden Vortrag direkt neben einen jungen Mann gesetzt hat, der größte Vorbehalte gegenüber dem Islam geäußert hatte. Gleich sah ich die beiden in ein freundschaftliches Gespräch vertieft. Ich halte Badrs gesamten Auftritt, aber insbesondere die Art, wie er mit Einwänden umgeht, für vorbildlich!

Ich werte den Abend insgesamt als großen Erfolg. Es war eins der besten, offensten und ergiebigsten Gespräche seit langem. Es kamen äußerst unterschiedliche Meinungen zur Geltung. „Wissen ist Pflicht“, sagte etwa Yusuf Bayrak, der Neuköllner Bundestagskandidat, der uns ebenfalls beehrte.

„Ich kann oft nicht mehr weiter, es scheint mir so vergeblich“, sagte eine Schulhelferin – übrigens Tochter von Gastarbeitern.

„Jeder schiebt in unserer Gesellschaft alles auf den anderen. Niemand übernimmt mehr Verantwortung für das, was er tut oder nicht tut. Das gilt für Deutsche und Zuwanderer gleichermaßen“, sagte eine Sozialarbeiterin. „Das ist unser Hauptproblem.“

Solche und einige andere prägnante Sätze vernahm ich. Diese Sätze auszuwerten – das brächte die Politik weiter. So sie denn zuhören wollte.

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März 252010
 

Interessanter Bericht heute in der Berliner Zeitung  unter dem Titel „Geschlossene Gesellschaft“. Die dort gesammelten Beobachtungen halte ich für zutreffend. Es ist tatsächlich eine selbstgezogene unsichtbare Mauer um diese arabischen Familien. Sie wollen offenkundig nicht behelligt werden. Ich habe dies selbst erlebt, als ich intensiv an der Fanny-Hensel-Schule für den gestrigen Abend zum Thema „Die neuen Deutschen“ warb. Mehr als die Hälfte unserer Kinder dort kommen aus genau diesen geschlossenen kinderreichen arabischen Familien. Deutsche, polnische und türkische Eltern aus meinem Bekanntenkreis haben ihre Kinder schon abgemeldet. Referent: Badr Mohammed, ein CDU-Politiker kurdisch-libanesischer Abstammung. Einer der ihren! Wer hätte besser über die Lage der libanesischen Einwanderer reden können als er!

Der Abend war ein großer Erfolg! Es kamen viele Deutsche, Deutsch-Türken, Muslime deutscher und türkischer Abstammung, Christen und Konfessionslose, Schulhelferinnen, Sozialarbeiterinnen, 2 Journalistinnen namhafter Berliner Tageszeitungen, sogar einige wenige Mitglieder von der CDU Friedrichshain-Kreuzberg! Toller Referent, gute Beiträge und Fragen, tolle, offene, ehrliche Diskussion um die Überlebensfragen unserer Berliner Gesellschaft.

Wer nicht kam, das waren die Menschen, die Eltern von der Fanny-Hensel-Schule. Ich hatte Dutzende von Einladungen verteilt, die Eltern direkt angequatscht, sogar den unverzeihlichen Fauxpas begangen, arabische Frauen im Schulgebäude direkt anzusprechen und sie zu einem Diskussionsabend über ihre Lage, über die Lage unserer Kinder einzuladen. Nichts zu machen. So leicht kriegt man sie nicht. Eine Mutter hat die Einladung direkt vor meinen Augen in lauter kleine Stückchen zerrisssen. Auch sonst ist kein Vater und keine Mutter von der Fanny-Hensel-Schule gekommen. Wir haben es auch bisher nicht geschafft, dass eins der Kinder unserer wiederholten Einladung zu einem Besuch gefolgt wäre. Aber einen Bogen mache ich nicht um diese Menschen. Im Gegenteil! Ich gehe direkt auf sie zu.

Wir sind ja nicht deutsche Mittelschicht, sondern Kreuzberger Unterschicht. Wir haben ja nicht mal ein Auto.

Geschlossene Gesellschaft – Berliner Zeitung
Nicht nur die deutsche Mittelschicht macht einen großen Bogen um diese Familien. „Sobald mehrere arabische Familien an einer Schule sind, melden die türkischen Familien ihre Kinder dort nicht mehr an“, sagt die Jugendstadträtin von Kreuzberg, Monika Herrmann von den Grünen. Mit all den Sozialhelfern könne man im Grunde nur die Frauen und die Kinder unterstützen. „Wir haben große Schwierigkeiten, in so einen Clan reinzukommen“, sagt sie. Die Familien würden ihre Probleme lieber allein lösen, nicht mit Hilfe des Staates. Das wiederum hänge vor allem mit ihrem Eindruck zusammen, hier nicht gewollt zu werden.

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Vorbilder zeigen – Brücken zwischen den Kulturen bauen!

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März 252010
 

Wir haben einige gute besuchte türkisch-deutsche Schulen in Berlin. Sie können es erleichtern, in beiden Kulturen aufzuwachsen. Ich halte es für richtig, dass man in Deutschland neben der deutschen Sprache noch eine zweite Sprache – etwa Kurdisch oder Türkisch oder Polnisch oder Arabisch – nebenher laufen lässt. Selbstverständlich muss man die Landessprache stärker fördern als eine eventuelle Zweitsprache. Allerdings sollte man die Zweitsprachen nicht verbieten, wie dies die Türkei über Jahrzehnte hinweg gemacht hat. Für gut halte ich folgende Lesezuschrift im Tagesspiegel:

Erdogan will türkische Gymnasien in Deutschland
Ich bin selbst ein Emigrant aus Polen und hätte die deutsche Sprache und Kultur niemals in der Weise aufnehmen können wenn ich mich mit einem nicht deutschem Umfeld umgeben hätte.
Intergration heißt dabei keinesfalls Assimilation, ich spreche meine Muttersprache fließend, werde durch beide Kulturen geprägt und nehme das Beste mit – das sollte Türken auch schaffen. Meine Integration hat auch problemlos funktioniert, demnächst beende ich mein Studium.

 Posted by at 11:12

Elite trifft auf Durchschnitt

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März 232010
 

Unser Bild zeigt den düsteren Landwehrkanal, die unsichtbare Grenze zwischen dem Problemkiez Kreuzberg-Nord und dem Weniger-Problem-Kiez Kreuzberg-Süd, in dem ich wohne. Täglich queren wir diese unsichtbare Grenze mindestens zwei Mal – jedenfalls an Schultagen.

So manches Lächeln zauberte ich heute auf die Gesichter meiner lieben deutschstämmigen Miteltern, als ich sie einlud: „Ich würde mich freuen, wenn Sie von der Elite-Grundschule ebenfalls zu der Veranstaltung mit Badr Mohammed kämen … “

Natürlich ist die Grundschule in dem schmucken alten Ziegelbau eine deutsche „Eliteschule“ besonderer Prägung. Von überallher bringen Elterntaxis die Besten der Besten heran. Schade, dass sie so viel gegen uns haben. Ich kenne einige Kreuzberger Eltern, die ihre Kinder von unserer Nicht-Elite-Grundschule genommen und in eine „bessere“ Schule gesteckt haben. Aber diskutieren sollte man doch miteinander.  Zum Beispiel morgen!

Soeben meldet die Berliner Zeitung:

Man spricht Deutsch – Berliner Zeitung
Auch in Friedrichshain-Kreuzberg gibt es diese unsichtbaren Grenzen, etwa die Gneisenaustraße. Nördlich davon besuchen viele Migrantenkinder die Lenau-Grundschule, die einen beeindruckenden Musikkeller hat. Deutschstämmige Eltern aus dem schicken Chamisso-Kiez melden ihre Kinder dennoch lieber südlich der Gneisenaustraße an. Die zuständige Bildungsstadträtin Monika Herrmann (Grüne) will trotzdem keine gemeinsamen Einzugsbereiche schaffen. „So etwas funktioniert nicht, so lange man einen Teil der Eltern verprellt“, sagt Monika Herrmann.

 Posted by at 18:35

Berlins Problemkieze bekommen 73 Millionen Euro – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost

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März 232010
 

Der Senat plant, Berlins Problemkiezen durch noch stärkere finanzielle Förderung unter die Arme greifen zu wollen. Wird es helfen?

Da könnte man ja zum Beispiel Fahrradschulen einrichten! Nachholende Mobilisierung der deutschen Frauen und Männer mit Zuwanderungsgeschichte! Folge: Die Beweglichkeit nähme zu, die Frauen kämen raus aus den vier Wänden, müssten weniger oft zum Arzt. Bei gemeinsamen Radtouren mit Deutschen ohne Zuwanderungsgeschichte würde man sich besser kennenlernen.

Durch Radstreifen und Radwege würde man Kreuzberg-Nordost, einen der 5 Problemkieze, aufwerten. Es würde attraktiv für neue Zuwanderer aus dem Berliner Südwesten.

Sozialatlas – Berlins Problemkieze bekommen 73 Millionen Euro – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost
Für jedes der fünf Gebiete sollen bis Ende des Jahres Konzepte unter Einbeziehung der Bürger und der Bezirksämter entwickelt werden. Schwerpunkte sollen Bildung und Ausbildung, mehr Arbeitsplätze und Nachbarschaftsprojekte sein. So soll in Wedding/Moabit eine Agentur für Schule und Wirtschaft aufgebaut werden. Die Einrichtung soll benachteiligte Jugendliche besser auf die Berufstätigkeit vorbereiten.

 Posted by at 18:15

„Ob die sich nen Daimler der C-Klasse leisten können?“

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März 232010
 

23032010.jpg Die WELT liefert heute auf S. 29 eine Antwort. Es ist eine Familienkutsche! Die betreffenden Familien haben in Neukölln, Wedding und Spandau ganze Straßenzüge unter sich aufgeteilt.Die Basis des Lebensunterhaltes ist die Sozialhilfe. Darauf wird dann mit vereinten Kräften draufgesattelt. Und so kann man sich auch eine derartige dunkelstgetönte Kutsche leisten. So äußerte sich gestern Bodo Pfalzgraf, der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Pokerraub: Polizei sucht den Kopf der Bande – Nachrichten Berlin – WELT ONLINE

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Leih dir ein Rad!

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März 222010
 

Merkwürdige silberne Säulen entdeckte ich heute am Potsdamer Platz. An ihnen hingen Kabel herab, vergleichbar dem Betankungsschlauch für klitzekleine Raumschiffe. Was war das? 22032010007.jpg

Zuhause fand ich die Presserklärung des Senats vor. Es handelt sich um die Testphase eines Fahrrad-Verleihsystems. Wir zitieren nun aus der  Pressemitteilung des Senats:

Fahrradverleihsystem wird getestet

StadtRAD Berlin – neue Generation eines öffentlichen
Fahrradverleihsystems wird getestet

Seit 1998 ist die Zahl der Wege, die in Berlin mit dem Rad
zurückgelegt werden, um über 50% gestiegen. Kein anderes
Verkehrsmittel, weder das Auto noch der ÖPNV, kann eine
vergleichbare Bilanz aufweisen. Radfahren im Alltag ist längst
ein wichtiger Teil des Stadtlebens in Berlin. […]
In Berlin unterstützt das Bundesverkehrsministerium ein
Pilotprojekt, das den Kunden die Nutzung der Leihfahrräder durch
technische und organisatorische Innovationen wesentlich
erleichtern und damit noch attraktiver machen soll.
Geplant ist, dass zukünftig die Kunden die öffentlichen Räder an
neuen high-tech-Stationen u. a. direkt an U-, S- und
Regionalbahnhöfen abholen können, das Fahrradschloss sich ohne
den bisher erforderlichen Handy-Anruf mit einer Kundenkarte o. ä.
öffnen lässt und die Nutzung für einen begrenzten Zeitraum in die
ÖPNV-Fahrkarte eingeschlossen ist.

Wesentliche Bestandteile dieses neuen Systems  testen im Rahmen
des Forschungsprojektes StadtRAD Berlin vom 22. März bis zum 22.
Mai zunächst über 300 ausgewählte Kunden in einer vorgeschalteten
„Laborphase“. Sie fahren zwei Monate kostenlos Fahrrad und
probieren die innovative neue Technik aus. An 11 Stationen in
Berlin-Mitte stehen 150 Testräder für den Test von zwei
verschiedenen Systemen bereit: StadtRAD Berlin fix mit festen
Abstellplätzen und StadtRAD Berlin flex zum freien Abstellen auf
einer definierten Abstellfläche.

Bei einem erfolgreichen Testverlauf soll im Laufe des Sommers das
eigentliche Pilotprojekt mit über 1.000 Rädern an über 50
Stationen im Bezirk Mitte starten – dann selbstverständlich für
alle alten und neuen Kunden von „StadtRad Berlin“ offen. Für die
zukünftigen Nutzer würde ein Erfolg der Testphase bedeuten, dass
schrittweise eine tarifliche Integration des Leihfahrradsystems
in das traditionelle ÖPNV-Tarifsystem realisiert werden soll,
dass also eine kostenlose Weiterfahrt mit einem Leihfahrrad z. B.
vom Bahnhof aus mit einem ÖPNV-Ticket möglich ist.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
– Pressestelle –
Württembergische Straße 6
10707 Berlin

 Posted by at 23:32

Renne nicht an gegen die Schranke!

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März 222010
 

22032010001.jpg

Die neuen Deutschen
Zwei führende Präsidiumsmitglieder der Deutschen Islam-Konferenz, Badr Mohammed und Nihat Sorgec, sehen die Fortsetzung der Islam-Konferenz eher kritisch. Das berichtet die gedruckte Berliner Morgenpost heute auf S. 12. Badr Mohammed, Generalsekretär des Europäischen Integrationszentrums (EIZ) äußert seine Vorbehalte mit folgenden Worten: “Die Arbeit ist noch nicht getan. Aber der Minister sorgt mit der Neubesetzung der Islam-Konferenz dafür, dass die Arbeit zu Ende geht.”

Unser Bild zeigt einen Radweg in Kreuzberg. Seit vielen Monaten ist er gesperrt. Johannes Hampel kommentiert: Wenn ein Weg versperrt ist, renne nicht an gegen die Schranke! Ihr Streiter, wählt die Straße zur Seite, wenn der gerade Weg versperrt ist, und gebt die Mühsal nicht auf.

 Posted by at 16:07
März 222010
 

A special report on Germany: Much to learn | The Economist
A war of ideologiesThere is „no consensus on the content and goals of education“, says Mrs Schavan. The arguments extend from primary schools to universities and are as much about tradition and status as about learning. Many Germans are loth to scrap a system so closely identified with the country’s economic and cultural success.

„Es herrscht keine Einigkeit über Inhalt und Ziel der Bildung.“ Soweit das Zitat der Ministerin Schavan aus dem Economist. Es tut immer gut, das eigene Land durch die Brille eines anderen zu sehen – wie etwa durch die des Economist!

Ich meine: Hat man sich geeinigt, wohin man will, dann wird man auch über die Wege Einigkeit finden. Weiter im Economist:

A controversy now raging in Hamburg, a port city and one of Germany’s smallest states, illustrates the strife. In 2008 the Christian Democrats, normally champions of the three-tier high-school system, formed their first state-level coalition with the left-leaning Green Party. The Greens won agreement for a radical school reform, mainly by extending primary schooling (and thus shortening secondary schooling) by two years. The idea was that if streaming children by ability is done later, the slower ones will have a better chance of doing well and the brighter ones will at least fare no worse.

 Posted by at 13:21

Wir brauchen alle!

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März 222010
 

Brauchen wir die demokratische Einheitsschule?“, frug unlängst ein Zuhörer listig-treuherzig die Bildungsministerin Schavan in der  Katholischen Akademie Berlin. Darauf blieb ihr keine andere Antwort als das Nein. Die „demokratische Einheitsschule“, das war die offizielle Doktrin der DDR, und diese offizielle Doktrin führte zu …? Zu einem stärkeren Gemeinsinn? Zu mehr Leistung? Ja lernten die Schüler in der DDR denn überhaupt etwas? Kannten sie am Ende ihrer Schulzeit Gedichte, hatten sie den Faust gelesen, konnten sie die deutsche Rechtschreibung, konnten sie den Dreisatz? Kam es zu einem Abbröckeln der zementierten Eliten? Gab es Leistungsträger? Fühlten sich alle mehr oder minder als „Bürger der DDR“?

Ich habe mich erkundigt: Die Antwort lautet ja. Alle konnten am Ende der Schulzeit die deutsche Rechtschreibung. Deutsch lesen und schreiben konnten sie alle, alle kannten deutsche Gedichte und alle kannten den Faust von Goethe. Und alle konnten die Prozentrechnung. Alle fühlten sich mehr oder minder als „Bürger der DDR“.

Und heute? Kennen alle deutschen Schüler oder wenigstens alle Abiturienten am Ende ihrer Schullaufbahn Hochdeutsch, die deutsche Rechtschreibung und die Prozentrechnung? Kennen sie ein Gedicht? Können sie einige Lieder in deutscher Sprache singen? Fühlen sich alle mehr oder minder als Bürger der Bundesrepublik Deutschland? Als Bürger nicht erster und zweiter Klasse, sondern schlicht als Bürger? Ich frage euch persönlich, ich frage nicht infratest, dimap oder Allensbach!

Übrigens: Im Anschluss an ihre Absage an die „Einheitsschule“ hob Ministerin Schavan die Vorzüge der Zweigliedrigkeit hervor – von der „heiligen“ Dreigliedrigkeit (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) sprach sie allenfalls mit ironischem Unterton …

Wir haben verstanden! Einerseits also praktisch-berufsbezogene Ausbildung an Haupt- und Realschule , andererseits teoretisch-akademische Vorbildung für die Universität? Alles paletti? So einfach ist das Leben nicht! Mariam Lau, die ehemalige tazzlerin, in diesem Blog mehrfach zitiert, schreibt zum Thema Bildung heute – nunmehr in der WELT aus dem Hause Springer:

Leitartikel: Neue Töne in der Bildungspolitik der CDU: Jenseits des Gymnasiums – Nachrichten welt_print – Debatte – WELT ONLINE
Aber die Bundesrepublik verliert pro Jahr 200 000 Jugendliche, die von der Schule abgehen, ohne wirklich Lesen und Rechnen zu können. Viele von ihnen sind Migranten, die ihre Schullaufbahn schon mit Sprachdefiziten beginnen. Viele sind „weiß“ und nie in ihrem Leben aus ihrer Heimatstadt herausgekommen, kennen kein Gedicht und wissen nicht, was ein Fieberthermometer ist. „What a waste!“ schreibt das britische Magazin „Economist“ in seinem großen Deutschlandpanorama; was für eine Verschwendung von Hoffnung und Potenzial.

 Posted by at 13:09
März 212010
 

Ob es mir gelingt, dieses Buch noch vor dem Mittwoch zu beschaffen, wenn unsere Veranstaltung“Die neuen Deutschen“ mit Badr Mohammed steigt?

Wär super, aber laut Verlag dauert es 4-5  Tage. So preist er seine Ware an:

Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft mbH – Büchershop – Die neuen Deutschen Die neuen Deutschen 978-3-8282-0311-2
Begleitend zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts bestimmten Fragen der Mitgliedschaft, der nationalen Identität und der Zugehörigkeit den öffentlichen Diskurs. Die Gruppe der Migranten, die sich einbürgern lassen, rückte zunehmend ins Blickfeld von Politik und Gesellschaft. Doch wer sind die Menschen, die sich einbürgern lassen? Warum entschließen sie sich, die deutsche Staatsangehörigkeit zu beantragen? Und welche Konsequenzen hat der neue Pass für sie mit sich gebracht? Diese subjektive Perspektive des Einbürgerungsprozesses wird in der vorliegenden Studie systematisch und ausführlich beleuchtet.

 Posted by at 14:50