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Advent

Alimentare l’amore reciproco – vom bleibenden Sinn des Weihnachtsfestes

Weihnachtsbäumchen im Tälchenweg, Naturpark Schöneberger Südgelände, Dezember 2020

“E’ incominciato dicembre e si avvicinano le feste più belle dell’anno…”

Am 3. Dezember 1944 trägt in Berlin der italienische Zwangsarbeiter Tiziano Di Leo folgende Sätze in sein Tagebuch ein, die wir ins Deutsche übersetzt haben, da sie wie in unsere Zeit hineingesprochen erscheinen:

“Der Dezember hat begonnen und die schönsten Feiertage des Jahres stehen vor der Tür: Weihnachten, Neujahr und das Dreikönigsfest. Die schönsten? Ja, sie waren einmal die schönsten, als die ganze Welt noch in Frieden lebte und die Familien an diesen Abenden zusammenkommen konnten, um die gegenseitige Liebe zu pflegen und hegen, die sie einte. Weihnachten und Neujahr waren einmal Tage so voller Heiterkeit und Freude, dass sie unauslöschlich im Gedächtnis bleiben, festliche Ereignisse, die heilsame Wirkungen auf die Seelen hatten, und es schien, als würden wir dadurch bessere Menschen. Jetzt ist das alles vergangen, und obwohl es in der Erinnerung lebendig bleibt, scheint es sehr weit weg zu sein. Ich weiß noch nicht genau, wie ich die kommenden Feiertage verbringen werde, aber […]”

Hier das italienische Original:

“E’ incominciato dicembre e si avvicinano le feste più belle dell’anno: Natale, Capodanno e l’Epifania. Più belle? Erano sì le più belle una volta, quando tutto il mondo era in pace e le famiglie poteva­no riunirsi in quelle sere alimentando l’amore reciproco che le univa. Natali e Capodanni di una volta, giornate così piene di serenità e di gioia da rimanere indelebili nella memoria, solen­nità che avevano negli animi effetti salutari e ci facevano sembrare più buoni. Ora tutto è passato e, pur restando vivido nella memoria, sembra tanto lontano. Non so ancora con precisione come trascorrerò le prossime feste, ma […]”

Zitatnachweis in der italienischen Originalausgabe:
Tiziano Di Leo: Berlino 1943-1945. Diario di prigionia. Fabriano: Centro studi Don Giuseppe Riganelli, 2000, S. 159

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Freiheit Freude Singen

Abhängig? Ja! Na und? Also einfach mal — abhängen!

Britzer Garten, Berlin-Neukölln, 29. November 2020

Gewisse Dinge können wir nicht ändern. Wir hängen Tag um Tag von vielen anderen Menschen ab. Wir hängen von Naturgesetzen ab, wie etwa der Schwerkraft auf dieser Erde. Uns ist es nicht gegeben, die Bedingungen unseres Hierseins und Soseins vollständig zu steuern. Und gerade deswegen ist es befreiend, im Bewusstsein der Abhängigkeit einfach einmal … abzuhängen. Sich hineinzubegeben in die Schwerkraft dieser Erde, sich langziehen zu lassen, minimale Bewegungs- und Freiheitsspielräume zu erkunden. Denn etwas kann man doch immer machen! Man muss nicht nichts machen! Man kann zum Beispiel diesen Hampelmann in leichte Bewegung bringen. Man kann sich hochziehen und damit etwas zur Stärkung seiner Muskelkräfte unternehmen.

Ich gewann an jenem schönen Sonntag im November 2020 weitere Beweise für meine Zuversicht, dass die Welt mit jedem Tag schöner wird, wenn man sie richtig anschaut. Nach langer Suche hatten wir endlich die Hampelmänner im Britzer Garten gefunden. Andere Spaziergänger trällerten mit ihren Kindern gerade das herrliche Lied:

Jetzt steigt Hampelmann, jetzt steigt Hampelmann
Aus seinem Bett heraus, aus seinem Bett heraus
Oh du mein Hampelmann, mein Hampelmann bist du.

Dieses ermutigende Kinderlied, dass ich noch aus meiner Kindheit kenne, gab mir den Schwung und die innere Zuversicht, in ein Spiel mit Abhängigkeit und Freiheit einzutreten.

Wer hätte gedacht, dass Neukölln so herrliche, so schöne Stellen bietet wie etwa diese herbstdurchsonnten Pfade im Britzer Garten!

Ja, es stimmte auch und gerade im November 2020, was Ludwig Uhland damals über den Frühling sagte und sang:

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag!

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Advent

“Fodder dir ein Zeichen, es sey hunden in der Helle oder droben in der Höhe.” Heilender Gesang in zeichenloser Zeit

Von sangloser Zeit können wir wohl in diesem Advent sprechen. Hauptziel alles öffentlichen Handelns scheint nunmehr die Todesvermeidung zu sein.

Wo aber ist eine Stimme der Lebensbejahung, der Zuversicht, der Lust, der Vorfreude, der Mit-Freude, der Zukünftigkeit?

Vielleicht in diesen vier Stücken bzw. Arien, die wir uns für den 3. Advent vorgenommen haben:

“Gott will Mensch und sterblich werden”, aus dem “Harmonischen Gottesdienst” von G.P. Telemann, Kantate zu Verkündigung Mariae, Jesaia 7,10-15
“Benedictus” aus der Messe in h-moll von J. S. Bach, BWV 232
Siciliana aus der Sonate für Flöte und Cembalo in Es-dur von J. S. Bach, BWV 1031
“Frohe Hirten, eilt, ach eilet” aus dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, BWV 248 

Gott will sterblich werden, er sagt ja zur Endlichkeit des Menschen, er bejaht den Menschen, er möchte werden wie er. Er WIRD wie er. So lässt sich der Dialog zwischen dem HERRN und König Ahas im Buch Jesaja, Kapitel 7 verstehen. Und den Beweis dafür, dass es so ist? Den bietet der HERR dem Ahas an, doch Ahas fordert kein Zeichen. Das Vertrauen zwischen dem HERRN und dem Menschen ist – die Menschwerdung Gottes selbst. Die Menschlichkeit Gottes, sein Ja zur Sterblichkeit, zur Begrenztheit reicht aus. Darüber hinaus gibt es keine Rückversicherung. Nur das Vertrauen zählt. Einen Beweis für die Richtigkeit des Handelns kann es in dieser Beziehung des sehenden Vertrauens nicht geben.

Die Geschichte unseres Glaubens wird hier, in diesen drei Arien von Telemann und Bach mit bezwingender Klarheit zu heilendem Gesang in sangloser, heilloser Zeit!

3. Advent, Gottesdienst mit Taufe und festlicher Musik
Pfarrer Joachim Krätschell
Sonntag, 13. Dezember 2020, 10:00 – 11:00 Uhr
Ort: Kirche der ev. Kirchengemeinde Halensee, Westfälische Straße 70A, 10709 Berlin

„Gott will Mensch und sterblich werden“. Barocke Arien zum Advent
Musik von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann

Johannes Hampel, Tenor; Franziska Ritter, Flöte; Kathrin Freyburg, Orgel und B.C.

Zitat: Buch Jesaia, Kapitel 7, Vers 11, in der Übersetzung Martin Luthers

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Angst

Es ist Zeit, daß wir wissen, dass wir zeitlich sind

Zu den bittersten Kränkungen der jetzigen Zeit gehört es, dass wir uns der eigenen Begrenztheit bewusst werden. Wir haben schlechterdings dies und das nicht in der Hand! Zum Beispiel – die Zeit. Zum Beispiel – den Zeitpunkt des eigenen Todes. Wir erleiden die Einsicht zum Beispiel – von der Unplanbarkeit zahlreicher Verläufe. Auch die allesbesorgende Politik hat es nicht in der Hand. Der Staat kann den Menschen nicht mehr das Erreichen der natürlichen Altersgrenze von so und so vielen Jahren (70? 80? 86? 100? 120? Unsterblichkeit?) zusichern, wie er dies noch vor einem Jahr vorgab. Ein trügerisches Vorgeben, wie wir jetzt erneut erfahren!

Schlägt man heute die Zeitungen auf, so weht einen überall der Todesgedanke an, Fallzahlen, Sterbetafeln, Infektionsinzidenzen haben die Aktienkurse, Wechselkurse und Targetsalden ersetzt, die früher das unerbittliche Schicksal bedeuteten. – Ein psychotischer, barocker Pesthauch der Vergänglichkeit wallt uns an! Von Geburten, Geburtenzahlen (die muss es doch auch geben?), von Zuversicht, von der Schönheit des Lebens erfährt man nichts mehr aus den Massenmedien und aus den Verlautbarungen – während echte, gute, wahre barocke Kunst (die Musik J. S. Bachs z.B.) bei aller intimen Nähe zum Tod doch immer wieder die überschäumendste Freude feierte! Eine ganze Gesellschaft zieht sich schon mal das Leichentuch übers Gesicht. Es steht 0:6 für den Tod bei uns in Deutschland. Wie die Nationalelf es gegen Spanien so rekordverdächtig herausgespielt hat. Da war kein Aufbäumen mehr zu erkennen.

In der ersten Auflage eines 2020 neu erschienenen Buches hingegen strahlt uns taufrisch und unverwelklich folgendes Gedicht entgegen, als wäre es für heute, den 26. November 2020, geschrieben – oder als wäre es am vergangenen Sonntag, dem Totensonntag des Jahres 2020 geschrieben:

CORONA

Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde.
Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehn:
Die Zeit kehrt zurück in die Schale.

Im Spiegel ist Sonntag,
im Traum wird geschlafen,
der Mund redet wahr.

Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:
wir sehen uns an,
wir sagen uns Dunkles,
wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,
wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.

Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße:
es ist Zeit, daß man weiß!
Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt,
daß der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist Zeit, daß es Zeit wird.

Es ist Zeit.

Zitat:
Paul Celan. Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. Mit den zugehörigen Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange. Herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann. Erste Auflage 2020, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2020, S. 45

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Aus unserem Leben Einladungen Frohe Hirten Natur Parkidyllen Singen

“Gott will Mensch und sterblich werden”

Gott will Mensch und sterblich werden

3. Advent, Gottesdienst mit Taufe und festlicher Musik | Evangelische Halensee Gemeinde (kirchengemeinde-halensee.de)

Mich erreicht eine Einladung zu einem Gottesdienst unter diesem Motto, der ich mit Freuden singend Folge leisten will. Recht seltsam mutet jedoch der Titel dieser Arie an, die Georg Philipp Telemann in Töne gesetzt hat:

Gott will Mensch und sterblich werden.

3. Advent, Gottesdienst mit Taufe und festlicher Musik
Pfarrer Joachim Krätschell
Sonntag, 13. Dezember 2020, 10:00 – 11:00 Uhr
Ort: Kirche der ev. Kirchengemeinde Halensee, Westfälische Straße 70A, 10709 Berlin

„Gott will Mensch und sterblich werden“ Barocke Arien zum Advent
Musik von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann

Johannes Hampel, Tenor; Franziska Ritter, Flöte; Kathrin Freyburg, Orgel und B.C.

Bild: Bilder der sterblichen Natur, hier: kleine sterbliche Menschlein auf einem Steg, hineingebaut in göttlich geschaffene Natur. Britzer Garten, Berlin-Neukölln, Aufnahme des Verfassers vom 8. November 2020

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Augsburg Cheruskerpark Seuchen Singen

ORA ET CANTA! Gut gemacht, Augsburg!

Jan Brachmann schrieb gestern in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

Der Kulturbetrieb schnappt gerade nach Luft, einmal aus Not, vor allem aber aus Empörung, „dass Stätten der Kultur und Bildung unter dienstleistende Vergnügungs- und Freizeitveranstaltungen eingeordnet und den gleichen Verboten und Vorschriften wie Spielhallen, Wettannahmestellen, Fitness-Studios, Spaßbäder und Bordelle unterworfen werden“, wie es in einer Protestnote der Bayerischen Akademie der schönen Künste heißt. Gerald Fauth, der Rektor der Leipziger Musikhochschule, ließ die Bundeskanzlerin in einem offenen Brief wissen, wie sehr ihn diese „sprachliche Unsensibilität entsetzt hat“. Während Fauth ausruft: „Wo sind wir hingekommen? Wo sind unsere wahren, höchsten Werte?“, macht sich der Bariton Thomas E. Bauer einfach ans Handeln. Konzerte sind zwar verboten, Gottesdienste aber erlaubt, dachte er sich. Wenn man das öffentliche Singen als Gebet verstehen würde, wäre es also weiterhin möglich.

Thomas. E Bauer lässt in Augsburg 24 Stunden Palestrina-Messen singen (faz.net)

Jan Brachmann: Kultur betet. FAZ, 20.11.2020

Bild: Ein Ginko biloba blüht golden unter einem Himmelskreuz auf. Aufnahme des Verfassers. Cheruskerpark, Berlin-Schöneberg, 2. November 2020

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Seuchen

Vermeidbare nichtinfektiöse Pandemien: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht. Die unbequemen Wahrheiten der Querdenker Jens Spahn und Horst Seehofer

Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Übergewicht. Diese drei Symptomkreise sollten wir, so meine ich und schlage es hiermit vor, als “nichtinfektiöse Pandemien in Wohlstandsgesellschaften” bezeichnen. Als drei der vier wichtigsten Ursachen für schwere und schwerste Erkrankungen – zugleich als drei der vier nachweislich entscheidenden Risikofaktoren bei Verlauf und Schweregrad von COVID-19-Infektionen – haben denn auch zwei unerschrockene Politiker, die Bundesminister Jens Spahn und Horst Seehofer, auf einige minder beachtete, kaum bekannte und doch unbestreitbare Wahrheiten hingewiesen. Die NDR-Infonachrichten berichten am 09.11.2020:

Bis zu 40 Prozent der Menschen in Deutschland zählen in der Corona-Krise nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Risikogruppe. “Bei uns sind 23 Millionen Deutsche über 60”, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im Politik-Talk “Die richtigen Fragen” auf “Bild live”. “Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch.” Spahn warnte: “Wenn Sie nach der Definition gehen, sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe.” Die Bundesrepublik sei nach Japan das zweitälteste Land der Welt.

Soeben hat Ministerpräsident Woidke im rbb-Inforadio vom harmlosen Verlauf seiner Corona-Erkrankung berichtet, die sich im wesentlichen auf milde Erkältungssymptome beschränkt habe. Am schlimmsten sei eigentlich die Angst gewesen, was noch alles habe passieren können. Das habe ihm tiefen Respekt vor der Krankheit eingeflößt. Das dürfte ins Bild passen! Wir lernen daraus: Die Angst vor der Krankheit ist am schlimmsten.

Die Berliner Morgenpost berichtet am 16.11.2020:

Ob es zu einem schweren Krankheitsverlauf kommt und die Patient*in sogar verstirbt, darauf nehmen vor allem Alter und Vorerkrankungen Einfluss. Laut RKI waren 85 Prozent aller bisher verstorbenen Infizierten über 70 Jahre alt.

Als weiteren deutlichen Risikofaktor erkennen wir somit zunehmend die Lebensalterstufe ab 70 Jahren. Vor dem Lebensalter 70 Jahre (nicht 60) liegen die schweren und schwersten Verläufe der Corona-Infektion, wie die der anderen Infektionen auch, deutlich unter der Höchstgefahr! Einzelne schwere oder schwerste Verläufe kommen zwar auch bei jüngeren, fitten, ansonsten gesunden Menschen vor. Sie haben aber nirgendwo pandemische Ausmaße! Man überprüfe doch einmal alle öffentlich verfügbaren Zahlen aus den Ländern dieser Welt.

Diabetes, Übergewichtigkeit, Bluthochdruck, hohes Lebensalter über 70. Das sind weltweit die entscheidenden Risikofaktoren für gefährliche Verläufe von COVID-19.

Denn nur bei Vorliegen von einem oder mehreren der vier genannten Risikofaktoren besteht – rein statistisch gesehen! – eine hohe Gefahr, das die Corona-Infektion einen schweren oder sehr schweren Verlauf nimmt.

Man kann und muss nicht NICHTS tun!

Am Fortschreiten des Lebensalters kann man zwar nichts ändern, sehr wohl aber kann man etwas gegen die drei anderen wichtigen Risikofaktoren tun: das Auftreten von Diabetes 2, Bluthochdruck und Übergewicht. Und zwar durch Umstellung der Ernährung und der Lebensweise. Diese vier vorbeugenden Maßnahmen lassen sich sofort umsetzen:

Jeden Tag reichlich Bewegung in frischer Luft bei jedem Wetter!
Gesunde, selbst zubereitete, leckere, frische Speisen in Maßen und mit Genuss essen!
Zahl der Mahlzeiten beschränken!
Keine oder wenige Süßigkeiten, wenig Zucker, wenig oder kein verarbeitetes Fleisch essen!

Epidemiologisch gesehen, und das heißt natürlich statistisch gesehen, spricht alles dafür, dass seuchenbekämpfende Maßnahmen sich zielgenauer auf die vier genannten Risikofaktoren konzentrieren und beschränken sollten. Erneute flächendeckende Stilllegungen des öffentlichen Lebens, weitere tiefe, grundrechtsverletzende Eingriffe in das Privatleben sind meines Erachtens nicht nötig.

https://www.welt.de/vermischtes/article218591880/Anne-Will-Wir-verletzen-im-Grunde-alle-Grundrechte-von-Artikel-1-bis-Artikel-19.html

Der Philosophieprofessor Julian Nida-Rümelin, die Bundesminister Jens Spahn und Horst Seehofer, diese drei unerschrockenen Querdenker, wie wir sie nennen dürfen, weisen mit ihren Worten den Weg zu mehr Selbstverantwortung, zu vorsorgender Pandemiebekämpfung, zur Bekämpfung all der infektiösen und nichtinfektiösen Pandemien in unseren Wohlstandsgesellschaften.

Daneben sind selbstverständlich die vier anderen universalen Maßnahmen AHA+L völlig richtig und sollten meines Erachtens auch weiterhin durchgesetzt werden:

Abstand zu anderen Personen halten!
Hygieneregeln beachten!
Alltagsmaske im engeren Kontakt mit anderen Personen außerhalb des eigenen Haushaltes tragen!
Innenräume regelmäßig gründlich lüften!

Belege:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/meldungen/nachrichten313_con-20x11x09x06y45.html

https://www.morgenpost.de/vermischtes/article230922830/Droht-Deutschland-neue-Dimension-bei-Corona-Todesfaellen.html

Ringer-Weltmeister Frank Stäbler, der nach überstandener Corona-Infektion noch sehr weit von seiner besten Kondition entfernt ist


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Angst Seuchen

SCHOCK!!! Und gestern gab es wieder 62 COVID-Tote!! (…von wie vielen Todesfällen gestern insgesamt?)

Rationale Überlegungen werden nicht durch supertolle, zweifellos geniale Propagandaspots der Bundesregierung, sondern durch Sterbefallzahlen, akute Erkrankungszahlen, Durchschnittszahlen des Alters der Verstorbenen erleichtert. Fakten sollten (sollten!) mehr als Ängste zählen.

Was ist Sache? Was sagen die Zahlen?

Jeden Tag sterben in Deutschland durchschnittlich etwa 2400 Menschen. Gestern starben laut offiziellen Angaben des Robert-Koch-Instituts 62 (zweiundsechzig) mit COVID-19 infizierte Menschen.

Das heißt, dass gestern bei etwa 2,6% der Verstorbenen eine nachgewiesene COVID-19-Infektion vorlag. Bei den meisten Verstorbenen konnte keine COVID-Infektion nachgewiesen werden.

Die anderen etwa 97,4% der Verstorbenen, woran starben oder litten sie? Nun, auch hier geben die Zahlen Auskunft, in diesem Fall die Angaben des Statistischen Bundesamtes. Die meisten Menschen in Deutschland litten, leiden, starben und sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, danach kamen und kommen die Krebserkrankungen, an dritter Stelle standen und stehen verschiedene Erkrankungen des Atmungsapparates wie etwa Lungenentzündung oder andere bakterielle oder virale Infektionen.

In der Zahl der Todesursachen und der schweren, lebensbedrohlichen Krankheiten spielt COVID-19 also in der Gesamtbevölkerung nach wissenschaftlich gesichertem Erkenntnisstand eine zwar nicht zu vernachlässigende, aber doch geringfügige Rolle. Es ist eine Krankheit, die für Morbidität (Erkrankungshäufigkeit) der Bevölkerung und Mortalität (Sterbewahrscheinlichkeit) der Bevölkerung eine untergeordnete, wenn auch keineswegs zu vernachlässigende Rolle spielt.

Quelle: RKI COVID-19 Germany

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1118856/umfrage/monatliche-sterbefaelle-in-deutschland/#:~:text=Im%20September%202020%20gab%20es,beurkundete%20Kriegssterbef%C3%A4lle%20und%20gerichtliche%20Todeserkl%C3%A4rungen.

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Faulheit

“Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten” – so strickt man Verschwörungstheorien, so schürt man Angst

Der hochgerühmte Propagandaspot der Bundesregierung verdient wirklich breiteste Aufmerksamkeit. Insbesondere führt die Bundesregierung den Kernsatz jedes Verschwörungsmythos an:

“Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten.”

Diese diffuse Angst vor dem Virus, die durch die Bundesregierung hier kräftig befördert wird, ist das genaue Gegenteil dessen, was rationale Wissenschaft auszeichnet: Ursachenforschung, Zählen, Messen, Abwägen, das schwierige Geschäft des Rechnens, Vergleichens, das zum Handeln befähigt.

Mir scheint: Die einfache holzschnittartige Sicht des Propagandaspots der Bundesregierung bringt uns nicht weiter. Sie lähmt.

Quelle: La geniale campagna del governo tedesco contro il Covid 19 – la Repubblica

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Seuchen

Faul herumliegen wie die Waschbären und so das Land retten – La geniale campagna propagandistica del governo tedesco contro il Covid 19 

Helle Begeisterung löst im In- und Ausland (etwa heute in der italienischen Repubblica) die neueste Propagandakampagne der Bundesregierung aus. Die Botschaft der Deutschen Bundesregierung ist eindeutig: Man soll einfach zuhause bleiben, faul auf dem Sofa liegen, Junk Food mampfen, sich das Essen bringen lassen, im halbdunklen Zimmer vor sich hindösen. Bloß nicht raus an die frische Luft gehen! Sondern TV-Serien kucken! Sich nicht um die Nachbarn kümmern! Die Sonne nicht begrüßen! Ein Leben im Winterschlaf. Keine Gymnastik, kein Selberkochen, kein Lüften, kein Singen, kein Musizieren! Sich berieseln lassen!

So wird man zum Helden. Einfach durch Nichtstun. Nicht nachdenken, sich nicht um andere kümmern. Sondern sich versorgen lassen durch den Staat, durch die Regierung. Der Staat, die Bundesregierung wird es alles richten, während die Bürgerinnen und Bürger sich versorgen lassen. Essen wird geliefert. Geld wird überwiesen.

GENIAL! Geniale campagna propagandistica del governo tedesco. Das Urteil der Repubblica ist zutreffend. Es trifft den Nagel auf den Kopf.

Und jetzt, Mitbürgerinnen und Mitbürger: Weiterschlafen! Keine Sorge, seid ohne Sorge!

salvarono il Paese, lo fecero restando semplicemente a casa, stravaccati sul divano, guardando la tv e mangiando cibo spazzatura

Quelle: La geniale campagna del governo tedesco contro il Covid 19 – la Repubblica