Mai 092008
 

Wie weit ist Kreuzberg von Berlin entfernt? Mit dieser provokanten Frage eröffnete Thomas de Maizière am gestrigen Donnerstag sein Referat. Keine der üblichen Stammtischreden kündigte er an, sondern einen etwas abweichenden Einblick in die Praxis eines Politikers, der im engeren Sinne zum „Team Merkel“ gehört und als Leiter des Bundeskanzleramts gewissermaßen rechte Hand der Bundeskanzlerin ist. Ort: das Glashaus in der Kreuzberger Lindenstraße. Eingeladen hatten gemeinsam der CDU-Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg und dessen Ortsverband Oranienplatz. Wer aber geglaubt hatte, der Redner werde dem besonderen Flair, dem Sondercharakter unseres Bezirks achtungsvoll-mitleidig Tribut zollen und sich derart einschmeicheln, sah sich getäuscht: de Maizière stellte heraus und belegte durch Zahlen, dass Vielfalt, Unterschiede aller Art geradezu Kennzeichen der jetzigen Bundesrepublik seien. Im Klartext: Alle Gegenden sind irgendwie anders als die anderen – es gibt keine Sonderzonen, weder sind es die alternativen Spielwiesen noch die Hochburgen der Bürgerlichkeit. Kreuzberg, Dingolfing oder Dresden sind bei allen gewaltigen Unterschieden hinsichtlich Einkommen, Beschäftigungssituation und Lebensstil nichts anderes als Facetten eines unübersichtlicher, aber dadurch auch reicher gewordenen Landes.

Daraus ergeben sich aber auch Gefahren: der gesellschaftliche Zusammenhalt droht verlorenzugehen, wenn alle nur aus ihrer eigenen Sichtweise heraus urteilen und handeln. Die Bürger denken dann in Kategorien der Betroffenheit, die Politiker in solchen der Zuständigkeit. Dass ein Vater wegen eines schulischen Ärgers an die Bundeskanzlerin schreibt, zeigt, dass er sich betroffen fühlt, die Angeschriebene wird und darf aber darauf nicht selbst eingreifen: für Schule ist sie nicht zuständig. Aus dem Gegensatz von Betroffenheit und Zuständigkeit ergeben sich häufig Missverständnisse und Entfremdung zwischen der Politik und den Bürgern, zwischen „denen da oben“ und „denen hier unten“. Der Kanzleramtsminister warb leidenschaftlich für den „Blickwechsel“. Beide Seiten sind aufgerufen, sich jeweils in die andere hinzuversetzen. Gelingt dies nicht, drohen den Bürgern Politikerverdrossenheit, den Politikern der Verlust der Bodenhaftung, letztlich lauert gar Legitimitätsverlust.

Was heißt Politik? Geht es darum, bestimmte Vorstellungen davon, wie die Welt auszusehen habe, möglichst unverkürzt umzusetzen? Geht es darum, für das Gute zu kämpfen und des Schlechte zu besiegen? Oder ist es Kennzeichen guter Politik, unerschrocken große Reformvorhaben durchzusetzen und dem Land ein frisches Gesicht zu verleihen? De Maizière wies derartige Vorstellungen nicht rundheraus zurück, legte aber eindringlich dar, dass die Aufgabe der Politik meist darin bestehe, unterschiedliche, für sich genommen berechtigte Interessen in einen vertretbaren Ausgleich zu bringen. Dafür muss der Staat mit seinen Organen sorgen. Er hat das Gewaltmonopol, muss die Sicherheit der Bürger gewährleisten. In diesem Zusammenhang bekräftigte de Maizière, dass er die Vorratsdatenspeicherung von Verbindungsdaten für ebenso sinnvoll wie das Festhalten am BND, als einem geheim agierenden Nachrichtendienst, erachtet.

Politik besteht im Durcharbeiten verschiedener Sachprobleme, im vernünftigen Zusammenführen unterschiedlicher Perspektiven. Der berühmte große Wurf ist nur selten möglich. Als Beispiele dafür nannte de Maizière das Steuersystem und die Sozialversicherung. Ein grundlegender Systemwechsel oder auch nur eine durchgreifende Reform dieser Systeme sei derzeit nicht zu stemmen. Es gehe vielmehr um das Nachjustieren, um behutsame Eingriffe. Ziel sei es dabei, das Funktionieren des Ganzen zu sichern. Selbst vermeintlich einfache Fragen wie etwa Importerleichterungen für amerikanische Hühnchen scheiterten oft an unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie ein Hühnchen zu sein habe: das amerikanische Hühnchen scharrt in einer mikrobendurchsetzten Umwelt, um nach dem Keulen gründlich desinfiziert zu werden. Das europäische Federvieh wächst hygienischer auf, erfüllt aber nach dem Schlachten nicht die strengeren amerikanischen Vorschriften. Amerikaner und Europäer finden keine einvernehmliche Lösung, weil die Züchter sich gegen jeden Vorschlag wehren. Folge: Die Grenzen für Hühnchen werden dichtgemacht. Ist das richtig oder falsch? Wer hat nun recht? Wer ist das gute, wer das böse Hühnchen?

An diesen und anderen Beispielen machte de Maizière sehr anschaulich klar: Es geht in der Politik fast nie um Gut und Böse, ja nicht einmal um Recht und Unrecht, sondern um das beharrliche Zusammenbringen, das Vermitteln unterschiedlicher Seiten und Sichtweisen. Gute Politik besteht also darin, diesen Prozess der Mediation, der Vermittlung zu einem solchen Abschluss zu bringen, dass die Interessen aller Beteiligten auf vertretbare Weise gewahrt bleiben.

Alle diese Thesen unterlegte de Maizière mit einer Fülle an Beispielen aus unterschiedlichen Politikfeldern. Er lieferte eine beeindruckende tour d’horizon quer durch die verschiedenen Baustellen der Politik aus der Sicht eines zentralen Akteurs.

Kennzeichnend für den geschilderten Politikstil sind eine pragmatische, unideologische Grundhaltung sowie Einsicht in das derzeit Mehrheitsfähige und Machbare: „Man sollte nur für das kämpfen, wofür eine Erfolgsaussicht besteht.“ Ich bemerkte: Sprachlich schlägt sich dies in klaren, kurzen Sätzen, angereichert mit Beispielen aus der Praxis nieder. Ich dachte: Ja, wenn nur alle so redeten, wären wir schon weiter!

Der vollständige Verzicht auf gängige Modeworte fiel mir ebenso angenehm auf. Der Sprechzettel des Ministers glänzte durch das Fehlen einiger Hieb- und Stichworte, ohne die der übliche Stammtisch der verschiedensten Parteien meist nicht auskommt! Vier dieser auffallenden Lücken – also Worte, auf die er verzichtete – seien hier gleich angeführt:

„Partei“. Wenn ich mich nicht täusche, kamen politische Parteien in diesem doch grundsätzlich angelegten Referat nicht oder nur am Rande vor. Dies fand ich besonders verblüffend! Die Parteien spielen im Konzert der politischen Kräfte offenbar nicht mehr die dominierende Rolle, die ihnen häufig zugeschrieben wird. Es war, als wollte de Maizière uns sagen: „Denkt an die dringenden Aufgaben, denkt an mögliche Lösungen, denkt nicht zuerst an die Partei.“ Vielleicht meinte er stillschweigend sogar: „Öffnet die Partei für Gesprächsangebote nach draußen, dann wird sie schon größeren Einfluss bekommen. Macht sie zur Plattform für die Diskussionen der gesellschaftlichen Interessen, dann wird sich auch ein schärferes Profil ergeben.“

„Reform.“ Scheint zu stark verbraucht, belastet zu sein durch übertriebene Anspruchshaltung. Oft hört man: „Diese Regierung ist angetreten mit dem Versprechen, das und das und das zu reformieren. Was ist daraus geworden?“ Der Minister schien da eher den Begriff „Vorhaben“ zu bevorzugen. Er erwähnte durchaus die großen übergreifenden Vorhaben der jetzigen Regierung – etwa den Klimaschutz, aber er vergaß nie aus den Augen, dass derartig große Ansätze in das tägliche kleinteilige Arbeiten eingefügt werden müssen.

„Zwänge einer großen Koalition.“ Wird bekanntlich häufig als Erklärung für gescheiterte Reformversuche hergenommen. Zwar sprach de Maizière durchaus von Sachzwängen, aber in keinem Fall verwendete er die bequeme Ausflucht: „Die anderen, also die SPD, lassen uns nicht.“ Wenn es nicht weitergeht – so schien er sagen zu wollen – stecken dahinter einander widerstreitende Interessen, die eben derzeit nicht unter einen Hut zu bringen sind. Beispiel: die Steuerfreiheit für Nachtarbeitszuschläge; dieser als solcher unerwünschte Subventionstatbestand lässt sich derzeit nicht gegen die Interessen des sowieso gering verdienenden Pflegepersonals abschaffen.

„Konservativ“, „links“, „bürgerlich“. Scheinen in der Politiksicht des Kanzleramtsministers eine äußerst geringe oder gar keine Rolle zu spielen. Diese veralteten Begriffe des Blockdenkens werden ersetzt durch wertfreie Fragen wie: „Wie ist der jetzige Zustand? Wer profitiert davon? Was ist schlecht daran? Was spricht dafür, was dagegen, diesen jetzigen Zustand zu ändern? Können wir die angestrebte Änderung durchsetzen?“

Und damit kommen wir zum zweiten Teil des Abends – zur freien Aussprache. Die Fragen an den Minister zielten ohne Umschweife auf die Themen, die besonders auf den Nägeln brennen. Zwei davon seien herausgegriffen:

1) „Wie sieht konservative Politik heute aus?“ Ich hatte den Eindruck, dass Herr de Maizière das vielbeschworene „Konservative“ nicht als den bestimmenden Grundzug einer erfolgreichen CDU ansieht. Er vertrat vielmehr die Meinung, dass ein emphatischer Begriff der Freiheit eher als das eigentlich unterscheidende Merkmal der CDU tragfähig sei. Freiheit verstanden als Gegenbegriff zur größtmöglichen Verteilungsgerechtigkeit, die letztlich nur zu einem üppigeren Staat führen müsse. Und der Staat, somit auch die Politiker, werde derzeit hoffnungslos mit Ansprüchen und Erwartungen überfrachtet.

2) „Wie können wir die nächsten Wahlen gewinnen?“ Hier legte de Maizière nahe: durch fleißige, glaubwürdige Arbeit an Sachproblemen. „Die Wahlkämpfe sind kurz“. Verunglimpfung des Gegners werde zwar mitunter von der Parteibasis gefordert, stoße aber die breiten Wählerschichten ab. Also verwende man besser keine Beleidigungen! Aber dem Wähler müsse klargemacht werden: Wenn ihr Merkel wollt, müsst ihr CDU wählen.

Und wieder einmal wurde die Frage aufgeworfen, warum die überragenden, eigentlich sensationellen Umfragewerte der Kanzlerin Merkel nicht der CDU zugute kämen. Nun, wir hatten genau diese Frage schon einmal in derselben Kneipe und auch in diesem Blog erörtert (siehe Eintrag am 23.11.2007). Hier hätte der Minister meiner Ansicht nach den von ihm vertretenen Politikstil durchaus als nachahmenswert empfehlen können. Er tat es nicht – aus Bescheidenheit?

Mein Versuch einer Bilanz: Wir hörten beeindruckende, mit Hintergrundwissen geradezu getränkte Analysen, vorgetragen mit großer Anschaulichkeit und auch erfrischendem Humor von einem der einflussreichsten Politiker dieser erfolgreichen Bundesregierung. Der von Minister de Maizière überzeugend vertretene Politikstil wird seit einigen Jahren vom Team um Kanzlerin Merkel mit großer Konsequenz in die Tat umgesetzt. In der Berliner Landespolitik hat dieser kooperative, über die alten Kämpfe hinausweisende Politikstil sicherlich an diesem Abend einige neue Freunde gewonnen. Ich selbst – war sowieso schon einer.

Nun gilt es nur noch, dem Minister de Maizière noch deutlicher all die schönen Seiten unseres Bezirks ebenso überzeugend vorzuführen. Es gibt auch bei uns noch viel Gutes zu entdecken, Herr Minister!

Unser Foto zeigt von links nach rechts: Dr. Wolfgang Wehrl, Kreisvorsitzender der CDU Friedrichshain-Kreuzberg, Kanzleramtsminister Dr. Thomas de Maizière, Kurt Wansner MdA. Foto veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Wehrl

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Von der Oberbaumbrücke zur Wolfsschlucht: durchs wilde Kreuzberg

 Friedrichshain-Kreuzberg, Leitkulturen  Kommentare deaktiviert für Von der Oberbaumbrücke zur Wolfsschlucht: durchs wilde Kreuzberg
Apr. 252008
 

Ich fahre gerade im Geiste noch einmal die Punkte ab, auf die eine Radttour unsere ADFC-Stadtteilgruppe am Wochenende durch Kreuzberg führen soll. Gerade der Kreuzberg selbst steckt voller eingebetteter Geschichte: die Wolfsschlucht soll ja das schaurig-schöne Entsetzen wiederbeleben, dass man beim Anhören von Webers Freischütz empfinden mag. Und ich höre mir sogar noch einmal diese früher so beliebte Oper an. Heinrich Heine erwähnt, dass er überall die neuen Melodien hörte. Er klagt 1821 in seinem Zweyten Brief aus Berlin:

„Haben Sie noch nicht von Maria von Webers Freischütz gehört? Nein? Sie glücklicher! Wenn Sie vom Hallischen nach dem Oranienburger Thore und vom Brandenburger nach dem Königs-Thore, ja selbst wenn Sie vom Unterbaum nach dem Köpniker Tore gehen, hören Sie jetzt immer und ewig dieselbe Melodie, das Lied aller Lieder: den Jungfernkranz.“

Der Unterbaum, der lag ja meines Wissens in der Nähe der Charité. Riesige Baumstämme machten in früheren Jahrhunderten, als Berlin noch durch Festungsmauern umgeben war, die Spree an der Stadtgrenze nachts für Schiffe unpassierbar. Und der Oberbaum lag ungefähr an der Stelle der heutigen Oberbaumbrücke, die 1894-96 errichtet wurde. In den 90er Jahren, nach der Wiedervereinigung, wurde sie durch eine Stahlkonstruktion Santiago Calatravas ergänzt.

Grundgedanke der Radtour: Seit zwei Jahrhunderten ist der heute Kreuzberg genannte Stadtteil ganz wesentlich durch die „Randlage“, die Suche nach dem „Nicht-Etablierten“, dem „Nicht-Bürgerlichen“, eben dem „Anderen“ bestimmt. Alternative Kunst- und Lebensformen verleihen dem Bezirk somit ein ganz besonderes, anheimelnd-unheimliches Gepräge: von der Nacht- und Schauerromantik C.M. von Webers oder E.T.A. Hoffmanns über die Arbeiterbewegung der 20-er Jahre, die APO der 60/70er Jahre, die neuerdings in der „Rudi-Dutschke-Straße“ einen gemäßen Ausdruck finden soll, bis hin zu den jüngeren städtebaulichen IBA-Neuansätzen, etwa am Fränkelufer. Was ist draus geworden? Wie passt das alles zusammen? Es wird spannend! Und das Wetter wird auch mitspielen.

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Apr. 212008
 

filmaufnahmen_21042008.jpg 2 Wochen nachdem der weltweit gelesene Economist über unseren Bezirk berichtet hatte (dieses Blog war am 05.04.2008 dabei), richtet nun auch der aktuelle Spiegel (Nr. 17/21.04.2008) seinen Scheinwerfer auf unseren Ost-West-Bezirk. Auf S. 31 der gedruckten Ausgabe berichtet er von Eltern aus dem grün-alternativen Milieu, die derzeit versuchen, „eine private Schule zu gründen:

Die dafür zuständige Politikerin des Bezirks kommt ebenfalls von den Grünen, möchte die Kinder aber auf einer staatlichen Schule sehen, schon um den Ausländeranteil zu senken. Doch die Eltern sind nicht bereit, sich auf das Multikulti-Experiment einzulassen. Wenn ihnen der Bezirk keine eigene Schule erlaubt, werde man aus Kreuzberg wegziehen.“

Bereits letztes Jahr konnte man die Einzelheiten dieses Kulturkampfs um die Schule im Tagesspiegel nachlesen.

Wer aber ist die dafür zuständige „Politikerin des Bezirks“? Hierzu schlage ich eine vortreffliche Publikation auf, die ich mir heute kostenlos aus dem Bürgeramt im Rathaus Kreuzberg geholt habe: die Bezirksbroschüre „Friedrichshain-Kreuzberg. Ein Bezirk mit vielen Gesichtern. 2007/2008“. Ein Brevier über unseren Bezirk, das alle wichtigen Adressen enthält, ein buntes Panorama all der Gruppen und Vereine bietet, die unserem Bezirk seinen unvergleichlichen Charme verleihen. Daneben wird unser Bezirksamt sehr übersichlich und nachvollziehbar dargestellt. Sehr gut aufgemacht, das Heft sollte in keiner Friedrichshain-Kreuzberger Privatbibliothek fehlen! Die im Spiegel leider nicht namentlich erwähnte Bezirkspolitikerin heißt – so lese ich auf S. 70 der Broschüre – Monika Herrmann, sie hat Politische Wissenschaften studiert und ihr Hobby ist – Kommunalpolitik. Sie amtiert als „Bezirksstadträtin für Jugend, Familie und Schule“. Sind diese Ämter für Bezirksstadträtinnen also nebenamtlich, oder ist das ein falscher Schluss?

Das Wandkartenproblem habe ich heute ebenfalls zum Teil gelöst: In der Buchhandlung Anagramm am Mehringdamm erstand ich für 10.70 Euro die „Karte von Berlin. Friedrichshain-Kreuzberg“, herausgegeben vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin. Ein vortreffliches Werk im Maßstab 1:10 000, das unter anderem auch Bundesstraßen, Hauptverkehrsstraßen und Nebenstraßen gesondert ausweist – beste Grundlage also für Gespräche mit Behörden! Als ich den Plan entfaltete, fiel mir gleich das Wort des Aristoteles über seine Heimatstadt Athen ein – er sagte nämlich, nur in einer Polis, die der Größe nach „eusynoptos“, also übersichtlich sei, könne sich echte Demokratie im Sinne eines fraglosen Zugehörigkeitsgefühls und im Geiste der Freundschaft entfalten. Die Großreiche waren ihm verdächtig – sein Schüler Alexander hat den Meister in vollem Umfang bestätigt, denn in seinem Weltreich konnte von Demokratie nicht einmal im Ansatz mehr die Rede sein. Und unser Bezirk ist kartographisch wahrhaftig überschaubar – beste Voraussetzungen für gelebte Demokratie! Nebenbei: mit rund 263.00 Einwohnern ist er etwa so volkreich wie der Stadtstaat Athen zur Zeit des Aristoteles.

Mehr Demokratie mahnt auch die Initiative ICAT zum Erhalt des Flughafens Tempelhof in der heutigen Wurfsendung in einer unsterblichen Formulierung an:

„Die Politik hat sich in eine Argumentation verrannt, aus der sie jetzt keinen Ausweg mehr weiß“.

Berlins erster Volksentscheid soll also „die Politik“ aus ihrer Unfähigkeit erlösen! Ein kluger Schachzug, so zu argumentieren. Denn politikverdrossen sind wir irgendwie ja alle, da tut es nur gut, es denen da oben mal so richtig zu zeigen. Auch der Spiegel bringt diese Woche auf S. 50 ein paar interessante Betrachtungen zur Blüte des Volksentscheids. Ich selbst vermute deshalb, dass der Volksentscheid am Sonntag zu einem Erfolg, einem numerisch knappen Erfolg der Befürworter der Offenhaltung führen wird, und zwar aus dem Grunde, weil die ICAT gerade in diesen Tagen kommunikativ geschickter, unübersehbar weit besser agiert als die Gegner, deren dröge Anti-Haltung kaum einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken kann. Die ICAT spielt in diesen Tagen die Karte der direkten, partizipativen, aufsässigen „Wir-sind-die -Bürger-Haltung“ aus, wählt frische, starke Farben, und vor allem: sie formuliert ihre Aussagen stets positiv, nach vorwärts gerichtet. Klug auch: Sie haut nicht mehr auf den Regierenden Bürgermeister Wowereit ein, sondern auf „die Politik“; das sind rote Teppiche für noch alle unentschlossenen SPD-Wähler. Das sind die Trümpfe, die bei einer derart diffusen Mal-hü-mal-hott-Argumentationslage, wie sie sich jahrzehntelang und parteiübergreifend über dem Flughafen Tempelhof zusammengebraut hat, vermutlich den Ausschlag geben.

Unser heute geschossenes Bild zeigt Filmaufnahmen am Potsdamer Platz, und zwar an einer Stelle, die leider gerade nicht mehr zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gehört, aber nur50 Meter von da beginnt schon unser Gebiet. Auch bei uns werden oft Filme gedreht – meist vom Leben selbst!

 

 

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März 142008
 

 

Kam gestern spät nachhause von der Gründungsversammlung der ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg. Lebhafte Beteiligung, einige sehr angenehme Menschen lernte ich neu kennen. Jede und jeder hatte etwas Wesentliches beizusteuern. Besonders gefreut hat mich, dass auch ADFC-Mitglieder aus anderen Stadtteilen kamen. Und Friedrichshain war so gut vertreten wie Kreuzberg. So wachsen die Bezirkshälften zusammen.

„Wir wollen größtmögliche Offenheit und Teilhabe, ein gutes, freundschaftliches Auskommen aller Verkehrsteilnehmer, und nicht zuletzt wollen wir auch Freude am Fahrradfahren vermitteln. Facharbeit mit den Bezirksbehörden und Präsenz vor Ort bei den Menschen ergänzen einander. Das eine kommt ohne das andere nicht aus“, äußerte ich mich. Tja, dagegen war kaum etwas einzuwenden. Deshalb wurde der hier schreibende Johannes Hampel einstimmig zum Sprecher gewählt. Als stellvertretenden Sprecher wählte die Versammlung Lars Schäfer.

Der ADFC hat im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg etwa eintausend Mitglieder. Aufgabe der Stadtteilgruppe ist es, als kompetenter Ansprechpartner für Politik und Verwaltung im Bezirk aufzutreten, ein fahrradfreundliches Klima zu fördern und vor Ort in Friedrichshain-Kreuzberg ganz allgemein die Interessen der Fahrradfahrer im Sinne des Gesamtverbandes ADFC zu vertreten.

Der ebenfalls neu gewählte stellvertretende Sprecher, Lars Schäfer, führte aus: „Der BVG-Streik in diesen Tagen ist ein willkommener Anlass, noch einmal die unübertroffenen Vorteile des Verkehrsmittels Fahrrad herauszustellen und die Streikfolgen für die Betroffenen erträglicher zu machen.“ Neuralgische Punkte in der Verkehrsführung stehen auf dem Aufgabenzettel der Stadtteilgruppe ebenso wie historisch-kulturelle Bezirkserkundungen per Rad. Das Motto dabei lautet: Fahrrad + mehr. Auch die bekannten Attraktionen unseres Ost-West-Bezirks wollen wir ansteuern, nicht zuletzt auch für Neuzugezogene er-fahrbar machen.

Erstes Projekt ist die Bearbeitung einer für den Fahrradverkehr kritischen Zone, nämlich der Gegend Dresdener Straße/Oranienplatz/NKZ. Hier verläuft eine wichtige Radverbindung für den Südost-Nordwest-Verkehr. ADFC-Mitglied Tom Albrecht legte dazu Problembeschreibung und Lösungsvorschläge vor, die er bereits beim Bezirksamt eingereicht hat. Die Stadtteilgruppe beschloss, dieses Thema weiter zu bearbeiten und gemeinsam mit dem Bezirksamt Lösungen anzustreben.

Es herrschte Einigkeit, dass alle Zeichen der Zeit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auf eine noch bessere Förderung des Fahrradverkehrs hinweisen. Der Fahrradfrühling kommt!

Das nächste Treffen der ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg findet am 17. April 2008, 20 bis 22 Uhr statt. Der Versammlungsort steht noch nicht fest. Kennt jemand von euch einen Ort, der möglichst in der Mitte des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg liegt, z.B. eine Kneipe mit abgetrenntem Nebenzimmer, ein Nachbarschaftsheim oder etwas ähnliches? Danke für eure Tipps!

 

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Muss das sein – die arme Felge!

 Fahrrad, Friedrichshain-Kreuzberg, Mieten  Kommentare deaktiviert für Muss das sein – die arme Felge!
März 102008
 

10032008_felgenkiller.jpg Jeden Tag laufe ich in meinem Hof an einer Installation der Vergänglichkeit vorbei, die nachgerade ein bewegender Aufruf für bessere Fahrradabstellanlagen ist. Das Fahrrad eines Mieters, dessen Vorderrad erbärmlich zugerichtet ist. Grund: Nur mit dem Vorderrad ist das Fahrzeug eingestellt. „Wenn das Fahrrad nur mit dem Vorderrad eingestellt wird, ist es an der empfindlichsten Stelle stabilisiert. Das hat zur Folge, dass die Felge leicht verbiegt“, warnt Roland Huth vom Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Geht es auch besser? Aber ja! Für die Aufstellung in Höfen empfiehlt Wilhelm Hörmann vom ADFC zwei Modelle: den Beta Focus XXL von Orion Bausysteme in Biebenheim und den Genius L15 vom Hersteller Langer in Langelsheim. „Bei den Modellen sind die Kriterien Diebstahlschutz, Standsicherheit und gute Zugänglichkeit erfüllt.“ Und als echter Kreuzberger bin ich natürlich besonders stolz auf den „Kreuzberger Bügel“, der sich mittlerweile bestens bewährt hat und den Ruf unseres zunehmend fahrradfreundlichen Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg in die Welt hinausträgt! Zu besichtigen vielerorten, etwa vor dem Gebäude der AGB oder dem Rathaus in der Yorckstraße. Wir Mieter haben wegen der „Felgenkiller“ bereits an die Hausverwaltung geschrieben – einen Brief mit 45 Unterschriften. Die Antwort war abschlägig: Der Denkmalschutz lasse die Montage besserer Abstellvorrichtungen nicht zu.

Zitate aus: „Der Felgenkiller muss nicht sein.“ Von Michaela Maria Müller, in: MieterMagazin Heft 3/2008, S. 21

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Jan. 312008
 

Das Einladungsschreiben zur Gründungsversammlung ist fertig. Alle ADFC-Mitglieder sind eingeladen, ebenso aber auch Neugierige und Interessenten!

 

Einladung zur Gründungsversammlung einer ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg

Liebe ADFC-Mitglieder,

wir, Boris, Johannes und Tom haben uns als begeisterte Radler in Kreuzberg getroffen und unseren gemeinsamen Wunsch, eine „ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg“ zu gründen, bekräftigt. Wir wollen mit vereinten Kräften ein besseres Fahrradklima im Bezirk schaffen und auch vielleicht mal gemütlich zusammen eine Tour radeln.

Themen, die uns beschäftigen, sind zum Beispiel: Wunsch nach einer Querung durch das Gleisdreieckgelände, Verbessern der Radführung im Bereich Kottbusser Tor, Bergmannstraße als Fahrradstraße, mehr Abstellanlagen schaffen, Baustellen für Radler entschärfen. Uns ist es wichtig, vor Ort als Radler Präsenz zu zeigen und kompetente Ansprechpartnerin im Bezirk zu sein.

Ihr seht: Wir haben Ideen und Engagement. Dafür suchen wir Mitstreiter/innen!

Wir treffen uns regelmäßig jeden dritten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im „Max und Moritz“ und laden Euch herzlich zur

Gründungsversammlung der ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg

am 13.03.2008, 19 Uhr im „Max- und Moritz“, Oranienstr. 162 (zwischen Oranien- und Moritzplatz)

Vorschläge zur Tagesordnung: Kennenlernen, Bestimmung eines/er Versammlungsleiters/in, Wahl eines/er Ortsgruppensprechers/in, Mailingliste, Vorhaben.

Mit den besten Grüßen

Johannes

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Rückkehr der Bürgerlichkeit – auch in Kreuzberg?

 bitte!, Das Gute, Friedrichshain-Kreuzberg  Kommentare deaktiviert für Rückkehr der Bürgerlichkeit – auch in Kreuzberg?
Dez. 102007
 

In der aktuellen Ausgabe Nr. 25/2007 von zitty Berlin lese ich einen bemerkenswerten Artikel über die Rückkehr der Bürgerinitiativen: „Alle wollen mitreden.“ Autor Felix Denk schreibt:

„Zwar verlieren Parteien und Gewerkschaften scharenweise Mitglieder und die Wahlbeteiligungen sind nicht nur auf kommunaler Ebene so niedrig wie selten zuvor. Gleichzeitig jedoch steigt die Bereitschaft der Bürger, sich freiwillig zu engagieren – das gilt, wie Umfragen zeigen, für ehrenamtliche Tätigkeiten genau so wie für Bürgerinitiativen. Die Bürgerlichkeit kehrt zurück. So versteht auch der Soziologe Frank Adloff die Umfragewerte. Besonders die Mittelschicht ist bereit, Verantwortung zu übernehmen.“

Was also ist ein Merkmal des Bürgers? Vielleicht genau dies: ein Gefühl dazuzugehören, die Bereitschaft, sich einzumischen, Verantwortung zu schultern. Ich glaube, wir brauchen noch mehr davon. In der Demokratie sind wir alle Bürger. Egal ob wir Nadelstreifenanzüge, abgewetzte Jeans oder Latzhose tragen. In Kreuzberg ist es allenthalben zu sehen, da scheint eine neue „Bürgerlichkeit“ entstanden zu sein. Man findet sie im ökologischen Supermarkt LPG am Mehringdamm, im selbstverwalteten Fahrradladen oder beim rauchfreien Vätertreff eher als bei den vermeintlich „bürgerlichen“ Parteien, die hier in Kreuzberg nur zweite Geige oder vielmehr tiefsten Stimmenanteil-Kontrabass spielen.

Frühere Zeiten haben den Bürger als den satten, selbstzufriedenen Spießer gesehen, der die Welt so lässt, wie sie ist. Es kömmt aber darauf an, sie zu gestalten. Ich meine: sie behutsam gestalten, menschenfreundlich, umweltfreundlich, Eine-Welt-freundlich, in kleinen Schritten. Was meint ihr? Seht ihr euch auch als Bürger?

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In Kreuzberg bewegt sich was!

 Friedrichshain-Kreuzberg  Kommentare deaktiviert für In Kreuzberg bewegt sich was!
Nov. 242007
 

Bis 2 Uhr, also spät in die Nacht hinein saß ich gestern noch am Computer. Der Entwurf für das Kommunalpolitische Grundsatzprogramm der CDU Friedrichshain-Kreuzberg war allen Mitgliedern zugänglich gemacht worden. Bis heute 10 Uhr durften wir unsere Änderungsvorschläge einreichen. Ich halte diese Frist äußerst knapp ein: auf dem 1. Kleinen Parteitag der Berliner CDU, den ich besuche, überreiche ich dem Kreisvorsitzenden Dr. Wolfgang Wehrl zwei Ausdrucke – um 09.58 Uhr! Ich habe mich besonders der Schulpolitik und des Fahrradverkehrs angenommen – meiner beiden kommunalpolitischen Leib- und Magenthemen. Ich wünsche mir einen Vorrang für das Zu-Fuß-Gehen und das Fahrrad, danach kommen Busse, Bahnen, Taxis; und nur das, was mit diesen vorrangigen Verkehrsmitteln nicht erledigt werden kann, sollte mit dem Privat-PKW gemacht werden.

Lesen Sie hier nachstehend meine persönlichen Forderungen für eine zukunftsweisende Verkehrspolitik im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Den Text habe ich vom ersten bis zum letzten Wort selbst verfasst – er stellt eine Art Summe aus meinen Erfahrungen als Fußgänger, Radfahrer, BVG- und Autofahrer in diesem Bezirk dar. Ja, ich gestehe: ich besitze auch einen PKW. Ich bin schon gespannt, wieviel ich davon bei der CDU durchsetzen kann. Was glauben Sie? Ich freue mich schon auf Ihre/Eure Kommentare.

Antrag von Johannes Hampel zum Entwurf des Kommunalpolitischen Grundsatzprogramms der CDU Friedrichshain-Kreuzberg, eingereicht am 24.11.2007:

„Zu unserem christlichen Menschenbild gehört, dass wir Menschen als zweibeinige Laufwesen geschaffen sind, die von Natur aus mehrere Stunden am Tag in Bewegung sein sollten. Mangel an Bewegung führt zu Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht und anderen schweren gesundheitlichen Gefahren. Deshalb soll unser Bezirk alle Menschen dazu anregen, neben dem Zu-Fuß-Gehen verstärkt das Fahrrad, also das für den Menschen gesündeste und die Umwelt am wenigsten belastende Verkehrsmittel zu nutzen.

Nur durch eine nicht mit Verboten, sondern mit vernünftigen Anreizen bewirkte Verringerung des PKW-Verkehrs lassen sich die ehrgeizigen Klimaschutzziele unserer unionsgeführten Bundesregierung erreichen.

Wo das Zu-Fuß-Gehen oder das Fahrradfahren nicht ausreichen, greifen Busse und Bahnen der BVG sowie Taxis ein. Nur dort, wo die genannten Fortbewegungsarten nicht ausreichen, soll der motorisierte Individualverkehr weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Durch eine Verringerung des PKW-Individualverkehrs werden die Straßen für den unumgänglichen Wirtschaftsverkehr freier, Lieferfahrzeuge und Busse kommen schneller an ihr Ziel.

Das Netz der gekennzeichneten Fahrradwege soll in Friedrichshain-Kreuzberg gepflegt und ausgebaut werden. Die unfallträchtige Verlegung von Fahrradwegen auf den Bürgersteigen soll jedoch zurückgeführt werden, da sich bei der Einmündung dieser Fahrradwege auf die Fahrbahn der PKW und LKW nachweislich viele schwere Unfälle ereignen. Ziel soll es sein, die Fahrradwege – wo immer möglich – als getrennte Fahrspur rechts neben den Autos auf den Straßen zu verlegen.

Fahrraddiebstähle stellen in Berlin ein riesiges Problem dar. Wir Christdemokraten fordern deshalb die verstärkte Aufstellung von Diebstahlschutzvorrichtungen. Dies sind ortsfeste, im Boden verankerte Bügel, an die das Fahrrad bequem mit Rahmen und einem Rad befestigt werden kann. Niedrige Bügel, in die nur das Vorderrad eingestellt werden kann, sogenannte „Felgenkiller“, erfüllen diesen Zweck nicht.

In den Wohnblocks sollen abschließbare, überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen werden. Hierfür soll der Bezirk Mittel bereitstellen. Die Bestimmungen des Denkmalschutzes bei denkmalgeschützten Häusern müssen bei solchen Vorhaben diesem Zweck angepasst werden.

Rücksichtloses Befahren der Gehwege und sonstige Verstöße, etwa Missachtung des Rotlichts, sollen bei Radfahrern verstärkt geahndet werden, und zwar nicht nur durch Verwarnungen, sondern durch Bußgelder.

Wir christlichen Demokraten wollen ein gedeihliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Ruppigkeiten und Aggressionen im Straßenverkehr lehnen wir ab. Bereits in der Schule muss gezielt auf ein derartiges friedliches Miteinander hin erzogen werden.

Unser Ziel ist, dass im Jahr 2012 25% aller Wege in unserem Bezirk mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Der derzeitige Berliner Durchschnitt für diese Zahl liegt bei 13%.

Wir fordern ein flächendeckendes kommunales Fahrradleihsystem für die Bewohner und die zahlreichen Touristen in unserem Bezirk, ähnlich dem höchst erfolgreichen Pariser Vélib-Modell.“

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