Okt. 062010
 

Immer wieder spreche ich mit polnischen, russischen, italienischen Eltern und Eltern anderer Herkunftsländer über die Situation an Berlins staatlichen Schulen. Die meisten kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was bei uns alles geht und nicht geht an deutschen Schulen. Ich fasse meine Eindrücke so zusammen:

Das Berliner Schulwesen gilt als  außerordentlich schwer durchschaubar, hochkomplex, teilweise dysfunktional und teilweise chaotisch. Die Anforderungen und der Leistungsstand sind weit niedriger als in Polen oder Russland, China oder Korea.

Die ausländischen Eltern erleben Berlins Lehrer häufig als zu vertraulich im Umgang mit Schülern, zu wenig autoritär, zu unbestimmt.

Die starke Präsenz von Kindern aus muslimischen Ländern wird nicht als Bereicherung erlebt. Das Verhalten des deutschen Staates gegenüber den türkischen und arabischen Zuwanderen wird von den anderen in Deutschland vertretenen Nationen meist als eine Art kriecherische Anbiederung oder Kapitulation vor der zahlenmäßigen Übermacht erlebt.

Typisch sind etwa folgende Kommentare ausländischer Eltern: „Und DAS lasst ihr Deutsche mit euch machen? Ihr und euer Sozialstaat werdet doch mit allen legalen und illegalen Mitteln ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Merkt ihr das denn nicht? Dann braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn man vor euch auf den Boden spuckt!“

Soll man von „Deutschenfeindlichkeit“ sprechen? Ich meine dazu: Das beschriebene „Exklusionsverhalten“ oder „Mobbing“ richtet sich nicht gegen Deutsche als Deutsche, sondern gegen alle, die deutlich anders sind als die muslimische Schülermehrheit, also auch gegen Schüler aus anderen nichtmuslimischen Ländern.

Ich selbst erlebe derzeit, wie das gesamte Berliner Schulwesen auf die Bedürfnisse der neuen Schülermehrheiten hin umgekrempelt werden soll – freilich ohne dass dies jemand so eingestünde. Wenn an den Problemschulen wie etwa der Rütlischule zur Abwehr der Angst vor den Schülern jeweils mindestens 2 Lehrer (ggf. mit 2-3 Sozialarbeitern, Projektmitteln in Hülle und Fülle) pro Miniklasse verlangt werden, fehlen diese Lehrer, diese Mittel anderswo.

Denkbar ist, dass allein aufgrund der Etatzwänge die Klassenfrequenzen in den wenigen verbleibenden Schulen, etwa den Gymnasien, auf 50-60 Schüler hochgehen werden. Das muss so kommen. Denn wie anders sollte man all die erforderlichen Schulstationen, Mensen, Bewährungshelfer usw. bezahlen?

Insgesamt ist das beschriebene Problem eher ein „kulturell muslimisches Problem“. Ich stimme den Äußerungen des Neuköllner Bürgermeisters Buschkowsy (Tagesspiegel heute, Seite acht ) im Wesentlichen zu.

Buschkowsky im Interview: „Das ist ein kulturell muslimisches Problem“ – Berlin – Tagesspiegel

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Okt. 042010
 

Mit einer gewissen Genugtuung erlebe ich, dass man mittlerweile immerhin offen über die Übergriffe gegen nichtmuslimische Minderheiten in deutschen Klassenzimmern reden darf. Denn unser Sohn hatte derartiges – Bespucken, Peniskontrollen, Schläge, Prügeleien, glatte Missachtung – ebenfalls berichtet. Ich war selbst der Meinung, dass er ja ebenfalls kein Heiliger sei, sondern kräftig mitmische.

Wir waren gewarnt worden, unseren Sohn in eine nahezu ausschließlich von Muslimen besuchte Schule zu stecken. Ich selbst bin und bleibe jedoch ein großer Muslimenfreund, schreibe manches an den Warnungen dem verbreiteten antimuslimischen Ressentiment bei den linksgrünen Ideologen zu, das sich leider als Multikulturalismus tarnt, nach dem Motto: „Links reden, antimuslimisch handeln.“

Ich  war dann doch entsetzt, als mein Sohn mir berichtete, was ihm widerfahren war, und zwar über längere Zeiträume hinweg.

Die Schule war zum Teil der Meinung, er sei selber an den Anfeindungen durch die Schülermehrheit schuld, oder wir seien schuld, da wir ihn falsch anzögen und überhaupt falsch erzögen. Na, immerhin hatten wir aufgehört, ihm Wurstbrote mitzugeben – wenn wir natürlich auch darauf verzichteten, ihn umzufärben oder gar der Beschneidung zu unterwerfen, wie wir das von gemischten muslimisch-nichtmuslimischen Ehen her kennen. Die Jungs aus diesen Ehen wünschen sich gern zu Weihnachten die 200.- Euro, welche die Operation der Beschneidung kostet, durch die man endlich voll dazugehört und zum Mann wird.

In jedem Fall werte ich in der Rückschau die 18 Monate  an der fast ausschließlich von Muslimen und Hartz-IV-Empfängern besuchten Schule als eine der lehrreichsten, eine der bittersten Niederlagen meines Lebens.

Vor allem habe ich mich natürlich mit den Interessen der HartzIV-Empfänger identifiziert und mich selbst geradezu zum Unterschichtler erklärt.

Ich kenne viele migrantische Familien aus den Ländern Libanon, Türkei, Syrien, Russland, Polen, habe ihren Weg über die Monate verfolgt.  Wunderbare Menschen, verletzlich und verletzt, oft abgeschlossen bis zur Feindseligkeit gegenüber der deutschen Gesellschaft, meist völlig desinteressiert an allem, was außerhalb der eigenen Sippe vorgeht, aber teils auch aufgeschlossen, lernbegierig, neugierig. Ich kenne ihre Kinder, ich kenne einige Intensivtäterfamilien, habe sie eingeladen, ich stehe zu ihnen.

Ich weiß heute, dass nahezu alles, was etwa die Partei Die Linke, die linke SPD, die Gewerkschaften, die Mainstream-Presse von taz bis Tagesspiegel, die GEW, Teile der Partei die Grünen zum Thema Integration, Migration und Hartz IV vom Stapel lassen, ausschließlich der Verteilungspolitik im Interesse der eigenen Wähler- und Leserklientel dient und von wenig Realitätskenntnis getrübt ist. Man versucht sich die fremden Menschen vom Leibe zu halten, indem man sie in Begriffs-Särge einzwängt.

Anders sieht es schon bei den muslimischen Migrantenverbänden aus. Hier konstatiere ich eine fast schon manische, wenn auch durch Eigeninteressen erklärbare Neigung, sich und die eigenen Schäfchen unentwegt zum Opfer der herzlosen deutschen „Mehrheits-„Gesellschaft zu erklären, der es aber huldvoll eingeräumt wird, ihre Schuld an den armen, unschuldigen Migranten wenigstens teilweise durch großzügige Fördertöpfe, Bewährungshelfer, Sozialhelfer und reichlich Sozialhilfe zu sühnen.

Die Mainstream-Medien und -Politiker haben – ihren Äußerungen nach zu urteilen – einfach wenig Ahnung davon, wie die Menschen ticken, wie sie leben, was sie essen, wie es ihren Kindern geht.

Das meiste, was über Kinderarmut, Massenelend, Migrantenelend in den genannten Organen und von den genannten Kräften – etwa auch in unserer Bezirks-BVV – verbraten wird, ist manifester Schwachsinn: Spaltungsirresein, das nur dadurch zu heilen wäre, dass man sich einmal wirklich auf die einzelnen Menschen einließe und mit den Menschen lebte, wie wir das in Kreuzberg mit unseren sehr schwachen Kräften versucht haben.

Aber an den Menschen sind sie nicht interessiert. Sie sind interessiert an „Angeboten“, an „Fördergeldern“, die sie als allergnädigste Herren vom Sozialstaat selbstverständlich ausreichen – im Tausch gegen Wählerstimmen.

Um die Menschen machen sie lieber einen Bogen herum. Lest, so ihr wollt, was Regina Mönch heute in der FAZ auf S. 29 schreibt.

Oh ihr Staatsgläubigen, merkt ihr nicht, was mit euch da gespielt wird?

Es bleibt in mir das Gefühl, dass wir aus dem eigenen Viertel verdrängt werden mit sanftem Druck.

Und ich konstatiere in dieser Frage ein langes Versagen der deutschen Politiker, quer durch alle Parteien, von Ausnahmen abgesehen.

Schule und Integration: Das Gift der muslimischen Intoleranz – Integration – Feuilleton – FAZ.NET

Die Autoren Andrea Posor und Christian Meyer gehören zum „Ausschuss für multikulturelle Angelegenheiten“, was erklärt, warum sie bei der Beschreibung der Ausgrenzung der deutschen Minderheit durch die Mehrheit muslimischer Mitschüler nur vermuten wollen, dass das „verbindende Element“ dieser Gruppe „am ehesten der gemeinsame Islam zu sein scheint“. Christen, so die Autoren, würden „fälschlich als Ungläubige“ gemieden, was eine gewisse Unkenntnis fundamentalistischer Islamideologie verrät.

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Okt. 042010
 

Holla, was ist denn das – ein alter Bekannter packt aus! Wolfgang Schenk, ehemaliger bildungspolitischer Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Das klingt alles sehr vertraut, was ich in der taz soeben lese – liest der etwa dieses Blog hier mit, sind wir uns schon mal über den Weg gelaufen, Herr Schenk?

Über den Weg gelaufen – wahrscheinlich ja. Hat er hier aus diesem Blog abgeschrieben? Sicher nicht! Eher umgekehrt, allerdings kannte ich den Artikel nicht, den mir ein aufmerksamer Leser zumailte, denn der taz-Beitrag stammt aus dem Jahr 2007.

Er entspricht dem, was mir andere Menschen im persönlichen Gespräch berichtet haben.

Obwohl also der taz-Artikel uralt, nämlich 3 Jahre alt ist, empfehle ich ihn nachdrücklichst nicht zu lesen. Er ist niederschmetternd.

Also: Lesen Sie den hier verlinkten Artikel bitte nicht, sondern genießen Sie die herrliche Sonne!

Erfahrungsbericht Hauptschule: Ein Idealist packt aus – taz.de
Den Kindern fehlen erwachsene Vorbilder, sie leben ohne jede Struktur, sie wissen nicht, zu wem sie gehören. Ob ein Kind aus einer intakten Familie kommt oder nicht, ist für seine Bildungskarriere wichtig. Kinder brauchen den Schutzraum Familie, um sich entfalten zu können.

Kinder allein erziehender Eltern sind besonders benachteiligt, sosehr sich diese auch bemühen. Wenn es gelänge, den Wert der Familie in der öffentlichen Diskussion neu zu definieren, wäre viel gewonnen […]

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„Wie unterscheidet man eigentlich Türken von Arabern?“

 Ethnizität, Identitäten, Sprachenvielfalt, Unter Arabern  Kommentare deaktiviert für „Wie unterscheidet man eigentlich Türken von Arabern?“
Okt. 042010
 

Tja, liebe Freunde, darauf würde ich erwidern: An der Sprache!

Oft wird in unzulässiger Vereinfachung von „den Muslimen“ gesprochen. Unzulässig! Denn die Muslime in Deutschland sind ethnisch bunt gemischt.

Als Faustregel verwende ich: Wer Türkisch spricht, ist Türke, wer Arabisch spricht, ist Araber.

Das ist zwar eine grobe Vereinfachung, denn viele Kurden beispielsweise sprechen Türkisch, sehen sich aber nicht als Türken, sondern als Kurden. Ebenso gibt es in Kreuzberg viele arabischsprachige Kurden, die weder Palästinenser noch Libanesen sind, sondern Kurden, die es überhaupt ablehnen, sich irgendeinem Nationalstaat, sei es die Türkei, sei es Deutschland verpflichtet zu fühlen.

Kompliziert!  Aber meine arabischen und türkischen Freundschaften haben mir immer wieder behutsam die Unterschiede in Sprache und Denkart erklärt. Jeder arabische Muttersprachler kann sofort hören, ob dieser oder jener Araber ein Palästinenser, ein türkischer Mallamyie-Kurde, ein Ägypter oder ein Syrer ist. Deswegen herrscht auch weiterhin eine echte, eine strukturelle Diskriminierung gegenüber den – arabischsprachigen – Palästinensern etwa im Libanon. Dort sind sie weiterhin von vielen Berufen ausgeschlossen – obwohl sie „Araber“ sind.

Woran unterscheidet man sie von den anderen Arabern? An der Sprache, an einzelnen Wörtern, an der Aussprache des Arabischen!

Mir fällt immer wieder eine große Unbekanntheit der deutschen Bevölkerung mit den ganz unterschiedlichen Herkünften der muslimischen Zuwanderer auf.

Der große Unterschied zwischen den Türken und den Arabern, auch in Deutschland, besteht meines Erachtens darin, dass die meisten Türken neben dem Sippenbewusstsein ein ausgeprägtes türkisches Nationalstaatsbewusstsein entwickelt und beibehalten haben, während die Araber kaum ein Nationalstaatsbewusstsein, aber dafür ein uraltes, ein sehr starkes Sippenbewusstsein und manchmal auch ein panarabisches, kulturell begründetes Überlegenheitsbewusstsein hegen. Das Sippenbewusstsein ist stärker als das Bewusstsein der Staatlichkeit. Der Staat, das ist für die arabischen Familien grundsätzlich etwas, das man zur Kenntnis nimmt und wovon man ein möglichst großes Stück für die eigene Familie abhaben möchte.

Die Araber fühlen sich aber den jeweiligen Staaten kaum verpflichtet. Eine Zivilgesellschaft in unserem Sinne gibt es in den arabischen Ländern nicht, sehr wohl aber in Iran, also dem alten „Persien“, und in der Türkei, dem Nachfolgestaat der Osmanen. Die zugewanderten Türken fühlen sich mit ihrem Herkunftsland, ihrem Herkunftsstaat viel stärker verbunden als die zugewanderten Araber.

Der türkische Staat nimmt auch weiterhin über seine Behörden und seine Verbände starken direkten Einfluss auf die deutsche Politik.

Wie das Beispiel Zypern lehrt, sieht sich der türkische Staat in der Pflicht, die Interessen der Auslandstürken und somit seine eigenen auch gegenüber anderen Staaten zu vertreten.

Diese Unterschiede sollte man bedenken, ehe man recht kurzschlüssig von „den muslimischen Zuwanderern“ spricht.

„Wie unterscheidet man Türkisch und Arabisch?“ Indem man sich mit Türken und mit Arabern trifft, ihnen zuhört, mit ihnen lacht, redet, ihre Einladungen zum Ramadan annimmt, sie selbst zum Osteressen oder zum Weihnachtsbraten einlädt, mit ihnen das Fasten bricht und mit ihnen den Rosenkranz betet. Indem die Familien sich gegenseitig besuchen, Kinder gegenseitig zum Geburtstag einladen, sich gegenseitig ein paar Brocken Türkisch, ein paar Brocken Deutsch, ein paar Brocken Arabisch lehren.

Indem man zusammen Tee trinkt.

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Okt. 042010
 

Größte Hochachtung empfinde ich vor den offenen Worten einer Rektorin aus Berlin-Lichtenberg, die heute in der BZ ganz unverhohlen über die psychischen Probleme vieler Lehrer spricht: „Viele Eltern sind überfordert. So werden wir Lehrer zu Erziehern, bevor wir überhaupt mit dem Lehrstoff beginnen können. Die Belastung wird dadurch größer“ (S. 6). Die Schule hat viele Lehrer krank gemacht.

B.Z. Berlin – Aktuelle News und Nachrichten

In dieser Zuspitzung, wie das Berliner Boulevard-Blatt B.Z. heute den Bericht über die wachsende Belastung der Berliner Lehrer bringt, muss ich die Diagnose der Lichtenberger Rektorin leider unterstützen, Die Kinder kommen aus den Familien heute anders in die Schule als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Die Familien delegieren stillschweigend immer mehr Aufgaben der Erziehung an die staatlichen Einrichtungen Kita und Schule.

Jeder Erwachsene wird dies aus eigener Anschauung bestätigen. So habe ich selbst beispielsweise noch zuhause in der Familie das Kochen lernen, den ungeliebten „Küchendienst“ ausüben müssen. Warum gaben unsere Eltern uns nicht herrliche Capri-Sonne, das herrliche Nogger-Eis, den herrlichen Hamburger vom McDonalds? Die schmeckten doch viel besser als Krautsalat!

Heute wird in den Familien schon oft nicht mehr regelmäßig gekocht. Die „Tafeln“ und die Schulmensen florieren, ständig werden kostenlose oder billige neue warme Mahlzeiten vom Staat gefordert und gewährt.

Die Tatsache, dass so viele Menschen liebend gerne kostenloses warmes Essen annehmen, wird dann flugs als Beweis für schreckliche Armut gedeutet.“Wenn es keine Tafeln gäbe, müssten alle diese Menschen in der Bundesrepublik Deutschland verhungern!“ So ist es sinngemäß immer wieder zu hören. Selbst im „Kapital“ von Marx, das ja viele gute Einsichten enthält, habe ich es kürzlich so ähnlich gelesen.

Die Tatsache, dass Menschen kostenloses warmes Essen lieber in Empfang nehmen als selber zu kochen, wird als Beweis für Massenelend und Massenarmut gedeutet.

Ich würde es anders herum sehen und sagen: „Wenn es keine Tafeln gäbe, müssten alle diese Menschen selber kochen.“ Und selber kochen ist unbequem, daran erinnere ich mich noch genau. Vor allem auch das Geschirrspülen, das hatte und habe ich ja so was von gefressen.

Mein Wunsch lautet: Alle Buben und Mädchen sollten früh schon das Kochen und Abspülen lernen, am besten in der Familie, aber notfalls auch im Deutschunterricht in der Schule, etwa durch das Diktieren von schlichten Kochrezepten. Das Kochen halte ich für eine noch wichtigere Kulturtechnik als selbst das Radfahren und das Schwimmen. Ich halte das eigene Kochen für Kinder ebenso wichtig wie das eigene Singen der Kinder.

Aus einfachen billigen Zutaten, wie etwa Kartoffeln, Karotten, Kohl, Zwiebeln, Gemüse der Saison, einem Tropfen Speiseöl und Quark lässt sich eine gute, schmackhafte Kost zaubern, die recht wirksam vor der grassierenden kindlichen Adipositas und dem zunehmenden frühen Diabetes bei Kindern schützt.

Und die herrliche Capri-Sonne? Sollte man gleich ganz absetzen.

Lesehinweis:
Reinhard Marx: Das Kapital. Plädoyer für den Menschen. Pattloch Verlag, 2008

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Freuen wir uns!

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Okt. 042010
 

„20 Jahre deutsche Einheit“ – diesen Tag feierte ich mit verschiedenen Familien und Freunden, vormittags in meiner bunt gemischten Gemeinde schräg gegenüber dem Rathaus Kreuzberg. Ich vernahm bei herrlichstem Sonnenschein im Laufe des gestrigen Tages russische, alte griechische, lateinische, deutsche, englische, hebräische, arabische Namen, Worte, Wendungen und Namen. Der Chor Gaudeamus („Freuen wir uns“) aus Lichtenrade sang. Meine Frau Ira sang während der Kommunion ein Gloria Patri von Vivaldi, ich spielte auf der Geige dazu, ließ die Stimme des Instruments durch den ganzen weiten Raum schallen.

Am Nachmittag radelten wir quer durch Berlin zu unserem Liguschatnik, dem traditionellen Schülerkonzert der russischen  Nachwuchsgeiger im Alter von 4-8 Jahren. Ein herrliches Programm, zu dem mein Sohn den dritten Satz des h-moll-Konzerts von O. Rieding beisteuerte! Was die Buben alles lernen und leisten, wenn sie nur kundig gestützt und gefordert werden, ist verblüffend!

Die Reden Joachim Gaucks und die des Bundespräsidenten Wulff kann ich heute nachlesen. Ich bin  sehr zufrieden, hocherfreut über beiden Reden! Allein schon das Zitat aus Goethes West-östlichem Divan freut mich über die Maßen.

Orient und Okzident
sind nicht mehr zu trennen

(„Endlich fangen sie wieder an den Divan zu lesen und zu zitieren!„, so meine ketzerischen Gedanken, die ich natürlich niemals öffentlich aussprechen würde!).

Die Grundgedanken der beiden Reden entsprechen meiner eigenen Sichtweise in sehr hohem Maße: Beide Redner haben sich für verbindliche Werte stark gemacht. Beide haben keine Schuldzuweisungen an einzelne Gruppen betrieben, sondern zu mehr Verbindlichkeit, zu mehr Eigenverantwortung, zu mehr Gemeinsamkeit ermutigt. Beide haben die erreichte Staatlichkeit gelobt und die Bürger eher ermuntert, statt ihnen etwas zu versprechen oder das Blaue vom Himmel in Aussicht zu stellen. Beide Redner haben mehr nach vorne in die Zukunft als nach hinten in die Vergangenheit geschaut.

Ich hätte wahrscheinlich keine so guten Formulierungen gefunden, aber ich wäre froh gewesen, wenn ich sie gefunden hätte. Ich hätte ganz ähnliche Akzente gesetzt wie Joachim Gauck und Bundespräsident Wulff.  Und genau das ist das Merkmal guter, erfolgreicher Reden, wenn ein Zuhörer oder Leser empfindet: das hätte ich aber auch gerne so schön gesagt!

 Posted by at 09:39
Okt. 032010
 

Die massiven Belästigungen, Beleidigungen und selbst Verletzungen, von denen auf der GEW-Tagung berichtet wurde, muss ich leider bestätigen. Leider begehen die islamischen Verbandsvertreter erneut den alten Trick, das gehäufte Mobben durch muslimische Schülermehrheiten als „Reflex gesellschaftlicher Zurücksetzung“ zu deuten und mehr Verständnis, mehr Schulung der Lehrer anzufordern.

Das halte ich für Unfug. Wenn ein einzelner nichtmuslimischer Schüler systematisch bespuckt, gehänselt, missachtet und geschlagen wird, ist das nicht Schuld der Gesellschaft, sondern Schuld derjenigen, die ihn bespucken, schlagen, hänseln und missachten.

Das alles haben wir uns lange genug bieten lassen. Und dann sind wir gegangen.

Ich erwarte, dass ein einziges Mal die muslimischen Verbandsvertreter mäßigend und belehrend auf ihre Schäfchen wirken. Das tun sie nämlich nicht.

GEW-Tagung: Lehrer beschäftigen sich mit „Deutschenfeindlichkeit“ – Schule – Berlin – Tagesspiegel

 Posted by at 12:44

Willkommenskultur stärken!

 Integration  Kommentare deaktiviert für Willkommenskultur stärken!
Okt. 022010
 

Nicht uninteressant ist die Seite 13 in der heutigen Berliner Morgenpost! Das Kulturforum birgt unglaubliche Schätze, die unglaublich geschickt den Blicken der Öffentlichkeit entzogen werden! Isabell Jürgens stellt einige Vorschläge vor, wie man die Ödnis beleben könnte – darunter eine künstliche Eiszeit von Eike Becker.

Nebenbei: Seit 10 Jahren steigt zur Verzweiflung der Klimapäpste die globale Durchschnittstemperatur nicht mehr an. Die Sonnenfleckenaktivität lässt uns im Stich und wird vielleicht auf natürlichem Wege zu einer kleinen Eiszeit führen – wobei wir dann unsere Häuser mit Milliardensummen winterfest gemacht haben werden – eine Verdoppelung der Mieten dank des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung  bis 2050 ist schon prophezeit worden.

Nieder mit der Erderwärmung, oh Sonne!

Safter Cinar, Sprecher des türkischen Bundes, erhielt den Verdienstorden als „Pionier der Integrationspolitik“. Aber wo war der Türkische Bund am vergangenen Donnerstag in der gut gefüllten BVV-Veranstaltung? Orden abholen? Hic Kreuzberg, hic salta!

Christine Richter weist darauf hin, dass Parteien stets auch Menschen aus dem richtigen Leben anziehen sollten, Michael Braun und Karl-Georg Wellmann führen die vom Türkischen Bund geforderte Willkommenskultur aufs Herzlichste vor, wie Journalist sco (Schomaker?)  überzeugend darlegen kann.

Die Mercedes-Welt schenkt laut Anzeige ganz Berlin ein Jahr lang kostenloses Autofahren! Wir vom Tempelhofer Ufer haben bereits die E-Mobile in der Kinderwelt am Salzufer getestet und sind danach gerne wieder auf das Fahrrad umgestiegen.

Allen, die ein Auto ein Jahr lang kostenlos fahren wollen, sei die Seite 13 der heutigen gedruckten Morgenpost empfohlen.

Berlin – Berliner Morgenpost – Berlin

 Posted by at 21:26

Wo war am Donnerstag die Mehrheit der Kreuzberger Eltern?

 Friedrichshain-Kreuzberg, Gute Grundschulen, Kinder  Kommentare deaktiviert für Wo war am Donnerstag die Mehrheit der Kreuzberger Eltern?
Okt. 022010
 

Eine der in meinen Augen besten, der lehrreichsten politischen Veranstaltungen seit langem war der vergangene Donnerstag im  Kreuzberger Rathaus zum Thema „Eltern als Teil der Schulgemeinschaft“. DEN sollte man man einmal gesondert auswerten! Ich werde genau dies hier nach und nach in verschiedenen Blogbeiträgen versuchen und bitte um kritische Begleitung, Widerrede oder Bestätigung!

Hier im Nachgang einige knackige Thesen und Beobachtungen aus der letzten Reihe – ich saß ganz hinten und mischte auch in der Flüstergruppe der letzten Reihe mit!

1) Bildungsstadträtin Herrmann hob gleich zu Beginn hervor: „Sie, die Eltern sind die Experten.“ Dies ist eine löbliche Feststellung. Sie offenbart die gebotene Skepsis gegenüber den professionellen Ratgebern und bestallten „Experten“, also den zahlosen Forschern, Beratern, Theoretikern, die ja ganz offenkundig derzeit auch nicht weiter wissen.

Ob aber die Eltern grundsätzlich stets am besten wissen, was das eigene Kind braucht, kann mit einem Fragezeichen versehen werden.  Ich selbst würde mich nie und nimmer als Experten für meine Kinder bezeichnen. Ich bin – Vater, mit all den Knicken in der Optik, die das mit sich bringt.

2) Der Anteil der Schüler/innen mit „Nichtdeutscher Herkunftssprache“ (ndH) liegt in neun von 20 Kreuzberger Schulen über 80%, in nur vier Schulen unter 50% und in keiner Schule unter 30% Prozent.  So der gleichnamige, verteilte Zwischenbericht „Eltern als Teil der Schulgemeinschaft“.

Demgegenüber  betrug der Anteil von Wortmeldungen von Eltern, Experten, Schülern, Pädagogen und Schülern mit ndH in dieser Veranstaltung 0% (in Worten: null Prozent). Dieses Ergebnis  halte ich für ebenso niederschmetternd wie bezeichnend. Die Mehrheit der Kreuzberger Eltern war also bei dieser Veranstaltung nur sehr schwach vertreten – bestenfalls in Gestalt stummer Zuhörer.

Ketzerischer Kommentar: Öfters habe ich Berliner Grundschullehrer gefragt: „Bis zu welchem Anteil an ndH-Kindern halten Sie einen sinnvollen, gut strukturierten Unterricht für möglich?“ Ihre Antworten pendelten ganz überwiegend bei 30%. „Bei diesen Herkunftskulturen“. Ebenfalls ernüchternde Zahlen!

Ich konstatiere: Die Mehrheit der von mir befragten Berliner Grundschullehrer ist der Meinung, ein sinnvoller Unterricht sei bis zu einem ndH-Anteil von 30% möglich. Diese 30% scheint die intern ermittelte Zahl der Lehrer-Flüstergruppe zu sein.

So sehen das nun einmal viele Lehrer.

(Auswertung wird fortgesetzt.)

 Posted by at 20:38
Okt. 022010
 

Wirklich befreiend ist es, seine eigenen Ängste gestehen zu können. So bekenne ich mich als echter Kreuzberger seit längerem ganz offen zu meiner Überfremdungsangst. Ich begegne vielen Menschen, die kein Interesse an einer Begegnung mit mir haben, meine Sprachen (z.B. Deutsch) nicht kennen und auch nicht lernen wollen. Das erzeugt Angst in mir. Gezielte Fremdheit erzeugt Angst.

Angst ist allerdings ein schlechter alleiniger Ratgeber in der Politik. Aber wenn die Ängste nicht mehr gehört werden, hat alles Reden über Verantwortung auch keinen Sinn.

Im übrigen: Zustimmung, Herr Gauck – wie sonst ja auch.

 Feierstunde – Gauck fordert Eigenverantwortung der „Abgehängten“ – Politik – Berliner Morgenpost – Berlin
Gauck warnte zugleich davor, sich von Angst leiten zu lassen, und mahnte eine Politik der Verantwortung und der offenen Kommunikation an. „Nichts lässt Menschen mehr verkümmern als Verweigern von Verantwortung, als Verantwortungslosigkeit“, sagte der erste Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde. Er verband damit die heutigen Probleme mit den Ereignissen von 1989 und 1990. „Ohnmacht kommt nicht nur von Diktatoren, Ohnmacht kommt auch von innen.“

 Posted by at 16:50
Sep. 302010
 

Mobbing gegen die bekannten winzigen Minderheiten an Kreuzbergs Grundschulen ist leider ein heißes Thema. Ich kenne viele derartige Geschichten, die mir Schüler und Lehrer glaubwürdig und direkt erzählt haben, werde aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes in diesem Blog keine Einzelheiten nennen.

Aber es ist unserer Erfahrung nach ein chronisches, ein riesiges Problem, das allerhöchste Aufmerksamkeit verdient.

Schule: Lehrer beklagen Mobbing gegen deutsche Kinder – Schule – Berlin – Tagesspiegel

 Posted by at 23:04
Sep. 302010
 

Oft wird zur Behebung sprachlicher Defizite eine Kita-Pflicht für Vorschulkinder gefordert. (Ich selbst forderte sie sogar einmal für Politiker – zur Erlernung einer gepflegten Streitkultur.)

Dabei besuchen Berlins Kinder bereits jetzt zu etwa 93% die Kita mindestens 1 Jahr vor der Grundschule. Soeben wies auch in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg die Bildungsstadträtin Monika Herrmann darauf hin, dass die Kinder vor der Einschulung in aller Regel sehr viele Stunden in der Kita verbingen.

Eventuelle sprachliche oder sonstige Benachteiligungen lassen sich also nicht durch die Einführung der Kitapflicht beheben. Da müsste man schon genauer schauen und fragen: Warum schaffen wir es in den Kitas nicht, alle Kinder zur echten Schulreife zu bringen? Was läuft falsch?

Ich selbst wagte mich mutig heute zum allerersten Mal ans Friedrichshain-Kreuzberger BVV-Mikrophon! Ich lauschte einigen Experten bei einer Veranstaltung zum Thema „Eltern als Teil der Schulgemeinschaft„. Ich hob in einer kurzen Wortmeldung hervor, dass die Kommunikation zwischen Familie und Schule vielfach gestört oder unterbrochen sei und fuhr fort:

„Die Familien sind das erste, das bestimmende Umfeld der Erfahrung der Kinder. Die Familie legt das Fundament für den gesamten Bildungsgang des Kindes. Die Schule tritt später hinzu. Weit entfernt davon, ein schwaches Subsystem der Gesellschaft zu sein, prägt die Familie das gesamte Erfahrungsfeld der Kinder in den ersten Lebensjahren.

Viele Lehrer berichten mir, sie müssten die Defizite ausbügeln, mit denen die Kinder in die Schule kämen. Das sei weitgehend eine Überforderung.

Das System Schule und das System Familie sprechen oft nicht zueinander. Sie passen irgendwie nicht zusammen. Selbst ich als Vater habe oft Mühe zu begreifen, was in der Schule geschieht. (Zustimmendes Gelächter der Anwesenden).

Wir sollten nicht die kulturellen Unterschiede zwischen Kindern zu sehr betonen. Im Grunde werden alle Kinder mit sehr ähnlichen Grundbedürfnissen geboren: Sie brauchen Liebe. Sie müssen sich angenommen fühlen, wollen Wertschätzung und Aufmerksamkeit.

Ebenso wichtig für das Wachsen ist das Regelsetzen. Kinder müssen sich freikämpfen, müssen Freiheit erlernen, müssen sich ändern können, aber sie brauchen auch feste Grenzen.

Für diese Grunderfahrungen sind die Familien verantwortlich. Wenn sie dieses Aus- und Abwägen der unbedingten Liebe und der festen Grenzsetzung nicht hinbekommen, werden es die Schulen sehr schwer haben, dies auszugleichen.

Deshalb sollten wir Familien stärken, aber auch stärker in die Pflicht nehmen. Insbesondere die Väter sollten sich nicht so einfach aus dem Staub machen. Hier haben wir das Recht, die stärkere Beteiligung vor allem der Väter einzufordern.“

In der Diskussion der Flüstergruppen wandte ein Lehrer  mir ein: „Das stimmt zwar, was Sie sagen, aber wir dürfen als Schule nicht belehrend von oben herab wirken. Da müssen wir aufpassen.“

Nun, ich meine allerdings: Die Schule wirkt in jedem Falle belehrend. So lehrt sie etwa die Rechtschreibung von oben herab. Schule soll und muss sogar normensetzend auf Kinder einwirken! So verlangt die Schule die vielbeschworene Toleranz gegenüber anderen Religionen und Nationen von den Kindern – von oben herab. Sie verlangt, dass man Regeln einhält, dass man etwa kein Altöl ins Grundwasser schütten darf.

Ich meine, dass die Schule oder die Gesellschaft überhaupt sehr wohl fordernd und belehrend auf die Schüler und die Eltern einwirken soll. Gerade dann, wenn es entscheidend um das Gedeihen der Kinder geht. Man verlangt, dass die Kinder die Zähne putzen. So kann man auch verlangen, dass die Kinder nicht zu viel Süßes essen und nicht so viel vor dem Fernseher hocken, sondern stattdessen wandern, schwimmen, kochen, singen und radfahren.

Vor allem kann und darf die Gesellschaft und die Schule von den Vätern verlangen, dass sie ihren Pflichten gegenüber den Kindern nachkommen und sich nicht aus dem Staub machen.

Ich bin überzeugt, dass die Kinder vom ersten Tag an die liebende Zuwendung, die Anwesenheit der Eltern brauchen, und dass die Gesellschaft dies auch von den Eltern einfordern darf.

Die heutige Veranstaltung „Eltern als Teil der Schulgemeinschaft“ brachte viele wertvolle Anregungen. Sie sollte als Auftakt, als Ansporn zu Taten dienen!

 Posted by at 22:51

Kreuzberger Kindermund erweitert deinen Wortschatz

 ADFC, Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Kreuzberger Kindermund erweitert deinen Wortschatz
Sep. 292010
 

Die Radwege sind manchmal so humpelig„, so wird ein Kreuzberger Grundschüler mit russischem Migrationshintergrund auf Seite 14 in der aktuellen RadZeit des Berliner ADFC zitiert.

Das Wort humpelig kannte ich nicht wirklich, obgleich ich es verstand. Eine kurze Internetrecherche  ergab soeben: Das Wort humpelig existiert. Es ist gut bezeugt. Es bedeutet uneben, schleppend, rüttelnd. Gut, dass ich weiterhin neue Wörter kennenlerne, sogar aus Kindermund!

Quelle:
Ivan und Johannes Hampel: „Was sich die Radfahrer von morgen wünschen.“ In: RadZeit. Zeitschrift für Alltags- und Freizeitradfahrer. Heft 5/2010, S. 14

Suchwort :“humpelig“ hat folgende Bedeutung in deutschen Nachschlagewerk

 Posted by at 20:57