Herrlicher Kurzurlaub auf der ADFC-Kreisfahrt

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Sep. 262009
 

26092009.jpg Die Stadt neu erfahren. Das war das Motto der ADFC-Kreisfahrt 2009 durch Berlin. Ich reihte mich zusammen mit einem meiner Söhne ein. Es gelang mir tzrozu erheblichen Altersunterschiedes, mit meinem Sohn Wanja stets mitzuhalten, der mich auch durch seine geistreichen Kommentare auf den hastig abgedrehten Videos erfreute. Einige Videos könnt ihr auf Youtube sehen. Sie bieten keine professionelle Qualität, sind alle mit der Handy-Kamera geschossen.

http://www.youtube.com/watch?v=bR4dAolw9cc&feature=channelhttp://www.youtube.com/watch?v=XnwqXuUdPT4&feature=channel26092009011.jpg

Immer wieder gab es kleine Zwischenstopps, damit der Lindwurm sich nicht zu sehr in die Länge zog. Ich plauderte mit vielen bekannten und unbekannten Mitradlern. Toll!

Von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr genossen wir die Stadt Berlin in ungewohnter Ruhe, ließen uns den Wind um die Ohren pfeifen.

26092009014.jpg

Mein 7-jähriger Sohn bewältigte die gesamte Kreisfahrt  ohne jeden Anflug von Müdigkeit oder Erschöpfung. Nur eine ganze Flasche Wasser trank er im Weltmeistertempo weg. Es war ein herrlicher Tag, der die bunte Vielfalt der Stadt erlebbar machte. Danke an alle Organisatoren und Helfer vom ADFC, ein dickes Dankeschön an die Polizei, die die Straßen sperrte und an alle Autofahrer, die die kleinen Verzögerungen mit Humor wegsteckten!

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Sep. 262009
 

Die Bilanz der Kanzlerin Angela Merkel ist herausragend: Sie hat in der Finanzkrise Panik vermieden und somit das Schlimmste verhütet. Sie hat stets auf sozialen Ausgleich geachtet, hat mehr Geld für Hochschulen und Forschung ausgegeben. Unter ihrer Kanzlerschaft wurde die Arbeitslosigkeit zunächst massiv gesenkt. Weltweit werden wir Deutschen um unsere Kanzlerin beneidet. Denn obwohl sie bei den Polen mit großem Abstand die beliebteste ausländische Politikerin ist, gibt sie dem französischen Präsidenten Sarkozy das Gefühl, dass er und nur er der Größte ist. Wer schafft so etwas außer ihr?

Wer Merkel will, muss Merkels Partei, die CDU, wählen. Und nicht  Westerwelles FDP. Denn nur eine mit sehr großem Abstand führende CDU kann die Entstehung nicht gewünschter Koalitionen, nicht gewünschter Notgemeinschaften verhindern. Wenn die CDU nur mit bescheidenem Abstand stärkste Partei wird, besteht die Gefahr, dass nur eine Dreierkoalition die Regierungsmehrheit schafft. Dreierkoalitionen sind derzeit nur die zweitbeste Lösung. Besser sind Koalitionen aus Groß + Klein. Deshalb gilt unumstößlich: Nur eine starke CDU kann auch eine starke Kanzlerin wählen.

Gleiches gilt für die Erststimme. Eine Vera Lengsfeld im Deutschen Bundestag stellt sicher, dass der Bundestag seinen grundgesetzlichen Aufgaben besser nachkommt. Eine Vera Lengsfeld im Bundestag hilft verhindern, dass der Bundestag zum Abnick- und Akklamationsorgan wird. Eine Vera Lengsfeld im Bundestag hilft dabei, dass das goßartige Erbe der DDR-Bürgerrechtler nicht völlig aus dem politischen Betrieb verschwindet. Es ist bitter, dass fast niemand von den aktiven Bürgerrechtlern mehr in den Parlamenten sitzt. Vera Lengsfeld muss deshalb in den Bundestag.

Somit gilt:  Morgen Erststimme für Vera Lengsfeld, Zweitstimme für CDU und ihre Angela Merkel!

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Für einen armen, virtuellen Wahlkampf

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Sep. 262009
 

25092009003.jpg Der gestrige CDU-Flashmob Fahrrad – Eigenverantwortung – Respekt, dem ich mich anschloss, fand unter großer Beachtung der Medien statt – ein voller medialer Erfolg. Er war wie geplant das kleinste Wahlkampfereignis deutschlandweit. Es erinnerte mich an den Bericht eines amerikanischen Politikers, der da erzählt: „Ich fuhr im Wahlkampf 2 Stunden mit dem Auto, damit ich dann bei einer Gemeindeversammlung eine Ansprache an die Wähler halten konnte. Der Pfarrer vergaß mich zu erwähnen. Ich sagte also – nichts. Ich fuhr anschließend wieder 2 Stunden nachhause. Ich hatte keine Silbe zu den Wählern gesagt.“

Auf jeden zweiten Aktiven kam ein Reporter oder Berichterstatter. Dieses Ereignis wurde im Web angeregt, fand in der medialen Berichterstattung seine Erfüllung und ist in der wirklichen Welt nur an winzigen Veränderungen spürbar. Einige wenige Plakate rund um den Chamissokiez haben wir minimal verändert. Dadurch haben wir erneut mit unseren Plakaten das Bewusstsein für Mechanismen der Wahrnehmung geschärft.

Ein erfahrener Betrachter unseres Minimal-Events schlug vor: „Verpachtet die Bergmannstraße an den Meistbietenden und vergebt das Recht, die Strafzettel von Radfahrern direkt vor Ort einzutreiben. Ich werde mitbieten.“

Der Flashmob ist ein blitzartiges Oberflächengekräusel der medial vermittelten Welt. Seine Spur verliert sich nach wenigen Augenblicken. Er hinterlässt nichts als minimale Rückungen im Medienclatter. Er ist das perfekte Gegenstück zu den Herden- und Massenauftrieben des offiziellen Wahlkampfs, zu den herrschenden Verhältnissen des in Kreuzberg festgefahrenen grün-roten Mainstreams. Eine kleine, unscheinbare Geste, die nichts bewegen will und kaum etwas ändert. Er ist das Sandkorn, das verweht wird und dennoch im Getriebe der weitgehend standardisierten Politik ein bisschen nervt und stört.  Die Schneeflocke, die am Wahltag dahinschmilzt.

Übrigens: Der amerikanische Politiker, den wir oben zitierten, ist heute Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er berichtet die Episode in seinem Buch „The Audacity of Hope“.

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Zerfallende Bezirke

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Sep. 262009
 

25092009001.jpg Das gestrige Schulfest besuchte ich mit großen Erwartungen. Es hat sich eine hübsche kleine Gemeinschaft gebildet. Ich lerne einige Eltern kennen – nicht alle sprechen türkisch oder arabisch, sondern hinter mir in der Reihe höre ich – Italienisch! Was für eine Freude! Ich mische mich ein, stelle mich artig vor, erzähle, was mich mit Italien verbindet. Um aber die umstehenden Eltern nicht auszuschließen, gehe ich zum Deutschen über. Nur Deutsch ist hier an der Schule eine gemeinsame Plattform, obwohl die Mehrheit der Kinder zuhause arabisch spricht. Alle Lehrer sprechen an dieser Schule Deutsch als Muttersprache. Das halte ich für ganz wichtig. Die meisten Eltern meiner Klasse sind erneut zuhause geblieben. Wie schon beim Elterntreffen. Schade.

„Was halten Sie von dieser Schule? Sind Sie zufrieden?“, werde ich gefragt. Ich sage: „Ich bin nicht nur zufrieden mit dieser Schule. Ich halte sie sogar für vorbildlich. Die Lehrer leisten Herausragendes!“

Ich werbe für meine Idee eines Klassen-Blogs im Internet. Ich lege einen Briefentwurf bei den wenigen Eltern unserer Klasse vor, die gekommen sind. Werden die Eltern und die Kinder mitmachen?  Mit folgenden Worten will ich dafür werben:

Bei der ersten Elternversammlung habe ich vorgeschlagen, dass unsere Klasse sich zusammen in einem Internet-Blog darstellt. Die Kinder und die Eltern können erzählen. Unsere Kinder wachsen unter der Aufsicht der Eltern in die Welt der elektronischen Medien hinein.

 

Sie können Bilder zeigen. Verwandte und Freunde in aller Welt können dann lesen und sehen, wie es uns geht und was in der Schule an Schönem und Aufregendem geschieht.

 

Gefällt Ihnen  die Idee?

Mal sehen. Insgesamt aber hat sich für mich durch viele, viele Gespräche in den vergangenen Monaten folgendes Bild ergeben:

In Kreuzberg und Neukölln haben sich geschlossene arabisch-sprachige muslimische Milieus gebildet, die am öffentlichen Leben nicht teilnehmen und nicht teilnehmen wollen. Sie kommen aus arabischen Ländern und praktizieren eine strenggläubige Variante des Islam mit strenger Kontrolle über Sitten und Kleidung, insbesondere der Töchter und Ehefrauen. In einigen Wohngebieten haben sie die seit Jahrzehnten ansässige türkische Volksgruppe bereits weitgehend verdrängt. Von einer gezielten islamistischen Unterwanderung der Bundesrepublik sollte man nicht sprechen. Das würde man auch gar nicht bemerken. Wohl aber von zunehmenden, bewusst sich abschottenden Sektoren, in denen weder europäische Sprachen noch freiheitlich-demokratische Grundüberzeugungen eine Rolle spielen.

Die europäischen Familien haben Kreuzberg und Neukölln bereits weitgehend verlassen und ziehen weiterhin weg. Da die arabischen Familien häufig acht bis zehn Kinder haben, dauert es nur wenige Jahre, bis eine Nachbarschaft durcharabisiert ist – mit Verdrängungseffekten auf die türkische und europäische Bevölkerung. Dieser Prozess ist im Gange.

Die europäischen Eltern meiden die Schulen mit arabischer oder türkischer Schülermehrheit, indem sie beizeiten irreführende Scheinummeldungen vornehmen. Dadurch fällt die Schülerpopulation immer stärker auseinander. Die Separierung der Volksgruppen von Grundschulklasse 1 an nimmt zu. Die deutschsprachigen Medien weichen dem Thema aus, zumal die europäischen Journalisten selber keinerlei Zugang zu den geschlossenen islamischen und islamistischen Milieus haben. Wir steuern sehenden Auges auf eine noch stärkere Spaltung des Gesellschaft in Bezirken wie Neukölln, Wedding und Kreuzberg zu.

Die aus Deutschland zuziehenden Kreuzberger jungen Akademiker haben keinerlei Absicht, hier in diesem Bezirk Familien zu gründen. Sie werden nach einigen Jahren wieder abziehen, nachdem sie sich hier in allerlei Grüppchen, Initiativen und Netzwerken ausgetobt haben.

Das Herumdoktern am Berliner Schulsysten ist vergebliche Liebesmüh, solange derartige Strukturen nicht erkannt und offen benannt werden. Dies tut aber – mit wenigen Ausnahmen – niemand. Es wird alles nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt.

Insbesondere die Parole „Länger gemeinsam Lernen“ klingt in meinen Ohren wie Hohn. Wir haben bereits jetzt kein gemeinsames Lernen, nicht einmal in der Grundschule. Die Aufsplitterung der Schülerschaften geschieht völlig unabhängig von Schulsystemen. Sie ereignet sich auch in Ländern mit einem Einheitsschulsystem.

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Sep. 242009
 

22092009.jpg  Sprach vorgestern abend mit der Inhaberin eines neuen Ladens in der Großbeerenstraße. Foto nebenstehend. Kindersachen werden angeboten, wo früher ein Zahnarzt war. Ich gratulierte ihr. Heute morgen gleich aufgehellte Stimmung. Herrlicher Sonnenschein. Ich vertrieb die dunklen Nachtgedanken. Es ist doch lähmend, wenn man immer in den großen Zahlen denkt: Wie schlecht unser Bezirk dasteht: 41% weniger Kinder zwischen 0 und sechs Jahren! Das ist der Unterschied zwischen 2001 und 2005. Wahnsinn! Die Kinder und die Familien verlassen Friedrichshain-Kreuzberg. Der Bezirk glaubt nicht an seine Zukunft. Es fehlt jedes erkennbare Konzept. Das sieht alles wie eine riesige Kita für Erwachsene aus.  Weil sie nicht erwachsen geworden sind, können sie auch nichts für die Kinder schaffen, so ein verheerendes Urteil hörte ich einmal über die Grünen. Nicht einmal einen eigenen Bundestagskandidaten haben sie im Bezirk hervorgebracht, sondern Ströbele aus dem „guten“ Bezirk Tiergarten muss noch mal ran. Kein Kommunalpolitiker schickt seine Kinder in eine Grundschule des Bezirks!

Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Verkehrsunfälle, Umweltdaten: überall liegt Friedrichshain-Kreuzberg im hinteren Drittel Berlins. Und das ausgerechnet da, wo die Grünen so stark sind! Als Radfahrer vermisse ich eine wirklich gut ausgebaute Infrastruktur. Nicht einmal das haben die Grünen also hier geschafft. Wir sind atomwaffenfrei – na und? Die Fahrradwege sind trotzdem oft unbenutzbar, während die Autos herrliche sanierte Fahrbahnen haben. Wie lange sind die Grünen schon am Ruder hier? Es fehlt an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, an guten, störungsfreien Fahrradrouten.

Die Bevölkerung ist total zerfallen in unterschiedliche Volksgruppen. Türken, Araber, Deutsche, sonstige Ausländer: kein Band mehr erkennbar zwischen ihnen.  Man geht sich aus dem Weg und lässt sich in Ruhe. Lauter Inseln, lauter Milieus.

Aber so kommen wir nicht weiter. Weg ihr rabenschwarzen Gedanken! Diese ganze Negativpropaganda lähmt und schmettert nieder!

Lieber wende ich mich den Menschen um mich herum zu. Die Schüler in der Fanny-Hensel-Schule sind alle nett, aufgeweckt, lernbegierig.  Heute sah ich sogar eine deutsche Mutter! Wir staunten beide ob des ungewohnten Anblicks. Ich hatte den Wunsch sie anzusprechen, aber da zogen mich schon einige wartende Kinder ins Gespräch. Sie fragen weiterhin nach der Geige. Ich glaube, sie wollen selber Geige lernen.

Noch eine positive Überraschung: Die CDU macht einen Fahrrad-Flashmob. Erstaunlich. Hätte ich ihnen nicht zugetraut. Glaube, das ist der erste Fahrrad-Flashmob im Wahlkampf Berlins. Wollen die jetzt plötzlich die bessere Umweltpartei werden? Das darf nicht sein. Werd morgen mal hingehen und gucken, was so läuft. Das fand ich heute im Netz:

Waehltverablog
„Das Auto macht die Stadt kaputt“. So wörtlich Karl-Georg Wellmann heute in der Berliner Zeitung. Der Mann ist von Beruf Jurist und Bundestagsabgeordneter, befürwortet die Einschränkung des PKW-Individualverkehrs, hat mit derartigen Positionen vor vier Jahren sein Direktmandat für die CDU geholt. Natürlich in Berlin Gutes Interview heute mit ihm und seinem Wettbewerber Benedikt Lux, dem Landtagsabgeordneten der Grünen. Auffällig: Wellmann bietet endlich auch einen Begriff des Bürgerlichen an, der voll mit dem Engagement Vera Lengsfelds vereinbar ist. Bürgerlich sein, das heißt für ihn und für Vera Lengsfeld: Selbstengagement für die gemeinsame Sache. Egal, ob gegen eine neue Verödung im Baubereich oder für eine bessere Ampelschaltung, für Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs oder für bessere Bildung für Migrantenkinder. Gut, sehr gut

Wir in Friedrichshain-Kreuzberg liegen naturgemäß mehr in der „Mitte“. Wir werden nicht gleich losbrettern mit Sprüchen wie „Das Auto macht die Stadt kaputt“. An dem Spruch ist zwar was dran. Aber wir sind keine Autofeinde. Wir werden nicht gleich alle Autos verbannen können. Wir tun in der Zwischenzeit was für Respekt und Fairness im Umgang von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern.

Fahrrad, Selbstverantwortung, Respekt.

Das ist das Motto. Für einen fairen, rücksichtvollen Umgang von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern.

Kommt mit eurem Fahrrad zum CDU-Flashmob Bergmannstraße, Kreuzberg, morgen, Freitag, 17.30 Uhr. Treffpunkt: an der Marheinekehalle. Wichtig: Das Fahrrad muss voll verkehrstauglich sein. Also funktionierende Beleuchtung vorne und hinten, zwei unabhängige Bremsen, helltönende Klingel. Gut gefüllte Reifen. Am besten mit Fahrradhelm. Helm ist aber nur Empfehlung. Die Polizei rät seit Jahren, nur mit Helm zu fahren.

Richtiges Licht, richtige Bremsen, volle Einhaltung der Verkehrsregeln der Straßenverkehrsordnung, Respekt, Rücksicht, Fairness: Das alles ist Pflicht.

Vorher immer wieder mal in dieses Blog schauen, da kommen mehr Infos. Kommt in Massen

Und hier könnt ihr das Interview mit Karl-Georg Wellmann CDU und Benedikt Lux Grüne lesen:

Unter Autofeinden – Berliner Zeitung.

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Sep. 232009
 

In wenigen schlichten Worten erklärt Seyran Ates in der WELT, weshalb sie die Grünen nicht wählen kann und wählen mag:

Wen ich nicht wähle: Wen ich nicht wähle – Nachrichten welt_print – Politik – WELT ONLINE

Es erhebt sich ein Sturm der Entrüstung bei muslimischen Männern und deutschgrünen Frauen, etwa auch im Tagesspiegel.

Die meisten Kommentatoren in den Zeitungen wissen erkennbar nicht, wovon sie reden. Da sie in ihren sauberen weißen, ideologisch umhegten Vorgärten wohnen, kommen sie nicht mit den arabischen und türkischen jungen Leuten in Kontakt. Sie haben nie – wie wir hier in Kreuzberg – mit einer komplett durchislamisierten Umgebung, etwa in der Schule, zu tun gehabt.

Mein Empfinden: Ates hat mit ihren Vorbehalten gegenüber den Grünen recht. Aber die anderen Parteien sind auch nicht viel besser. Keine Partei hat offenbar  erkannt, dass wir uns in Deutschland bereits jetzt Hunderttausende von perpektivlosen Jugendlichen herangezogen haben, die ihrerseits wieder durch Zuzug von deutschunkundigen Ehepartnern aus den Herkunftsländern hunderttausende von Jugendlichen ohne Perspektive aufziehen werden. Der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky ist einer der wenigen, die Tacheles reden. Daneben schätze ich sehr die Beiträge eines Wolfgang Schäuble und seiner Mitstreiterinnen in der CDU.

Ich bin erschüttert darüber, dass dieses unendlich wichtige Thema im Wahlkampf nicht beackert wird! Ich bin entsetzt, dass wir deutschen und die muslimischen Eltern so wenig tun, um die neue Generation zu einem besseren Zusammenleben heranzuziehen. Auf uns kommt es an!

Wir sind als Familie weiterhin in einer Schule, in die fast nur Kinder aus Libanon und Türkei gehen. Sie gehen auf eine absolut verbarrikadierte Zukunft zu. Die Brüder von einigen Jungs sind jetzt schon im Knast. Ich kann an den Mitschülern unseres Sohnes ganz klar erkennen, welche Treiber sie in den Knast zu bringen drohen: Vernachlässigung, Abschottung der Eltern, geschlossene Milieus, mangelnde Anstrengung, mangelnde Deutschkenntnisse, fehlende Vorbilder, fehlender Begriff von persönlicher Verantwortung und persönlicher Schuld.

Dagegen müssen wir etwas tun. Wo seid ihr, die ihr dies als  Aufgabe begreift? Man kann doch nicht alles den Lehrerinnen und der Schule überlassen.

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Was geschah in Polen zwischen September 1939 und Juni 1941?

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Sep. 232009
 

Eins der besten Schaustücke des Deutschen Historischen Museums (DHM) im Berliner Zeughaus ist die lebendige Landkarte Europas, die die Entwicklung der europäischen Territorien zeigt. In einer Simulation wird die häufige Verschiebung der Staatengrenzen vom Anfang der deutschen Geschichte bis heute gezeigt. Als Freund der slawischen Völker interessierte mich vergangenen Sonntag, im Gedenkjahr 2009,  wie die Museumsleute das Schicksal Polens in der Eingangshalle des Museums darstellen würden! Denn  Polen wurde 1939 überfallen und besetzt, die polnische Intelligenz, also die höheren akademischen Berufsgruppen wie etwa Lehrer, Ärzte, Ingenieure, Richter u. dgl. wurden systematisch von den okkupierenden Mächten Deutschland und Sowjetunion ermordet. Jeder Rest des Widerstandes sollte mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Darin kamen die beiden Besatzungsmächte Deutschland und Sowjetunion überein. Andrzei Wajda hat in seinem Film über Katyn dieses Zerrissenwerden zwischen den beiden Großmächten erschütternd aufgearbeitet. Die Jahre 1939-1941 prägen noch heute die Debatten nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Politik Polens.

Deutsche SS und sowjetischer NKWD  arbeiteten bei ihren mörderischen „Säuberungen“ oftmals Hand in Hand. Eine gemeinsame Siegesparade der Deutschen und der Sowjets in Brest-Litowsk war sinnfälliger Ausdruck der Waffenbrüderschaft der beiden totalitären Systeme. Hunderttausende von Opfern fielen dem sowjetischen Terror und dem deutschen Rassenwahn zum Opfer. Das kommunistische Polen war jahrzehntelang auf der Lüge errichtet, dass ausschließlich Hitlers Deutschland Massenmord und Verwüstung in Polen verursacht habe. Dass auch die Sowjetunion im September 1939 mit durchaus vergleichbarer barbarischer Härte in Polen eingefallen war, durfte unter Strafe nicht erwähnt werden.

Ein russischer Freund berichtet mir heute von einer Reise durch Polen: „Ich sah soeben in einer aktuellen Warschauer Tageszeitung Hitler und Stalin als Braut und Bräutigam. Stalin trug einen Schleier, Hitler trug einen Blumenstrauß. “

Zwischen September 1939 und Juni 1941 brach also über Polen eine vierte polnische Teilung herein, die die polnische Staatlichkeit vernichtete und einen bedeutenden Anteil der Bevölkerung dem schlimmsten denkbaren Terror auslieferte. Bis heute ist diese Zeit im Gedächtnis der Polen tief verankert: Deutschland und die Sowjetunion fielen über Polen her und teilten es zwischen sich auf.

Wie stellt die Karte im DHM diese Zeit 1939-1941 dar? Antwort: Gar nicht. Es überspringt sie einfach. Die gewählten Jahreszahlen sind 1938 und 1942. 1938 erscheint Polen in seinen Zwischenkriegsgrenzen, 1942 erscheint Polen nur noch als deutsch-sowjetisch gestreiftes Niemandsland. Eine echte Verschleierungstaktik, die weder den Ereignissen noch den Polen gerecht wird!

Dabei wühlt und gärt die geteilte Erinnerung an diese Zeit schon seit Monaten sowohl in Polen wie in Russland. Die Zeitungen sind voll davon, sowohl in Russland wie in Polen. Die Deutschen, auch die deutschen Historiker, scheinen nicht zu begreifen, welch heikles Erbe da noch unaufgearbeitet trennend zwischen den Völkern Europas liegt. Die historisch unzulängliche Karte im Berliner Zeughaus unter den Linden ist der beste Beweis für diese empfindliche Lücke.

Ich meine: Es muss deutlich werden, dass Polen, aber auch Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Rumänien ab September 1939 in eine vernichtend mahlende Zangenbewegung zwischen der Sowjetunion und Deutschland gerieten.

Diese Zange hat sich erst im Jahr 1990 gelöst. Der Druck von über fünfzig Jahren Zange oder besser „Schraubstock“ lastet aber noch auf den Seelen.

Eine Einfügung dieser Zeitspanne von 1939 bis 1941 in der Karte des DHM ist dringend nötig!

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Sep. 212009
 

Werde ich es heute noch schaffen ins taz-Café? Weiß nicht. Wäre interessant. Vielleicht wird ja die taz irgendwann zu einem investigativen Organ des Journalismus. Würde mich freuen. Leider kommen die deutschen Journalisten nicht in die Puschen. Alle Skandale werden durch die Justiz oder durch die politischen Gegner aufgedeckt. Beim Thema DDR und Stasi tut sich noch kaum was. Osteuropa: gleiches Bild. Was wissen wir über polnische, über ukrainische, über russische Geschichte? Von Türkei und Libanon ganz zu schweigen.

Die deutsche Presse ist allgemein viel zu stark parteipolitisch gebunden und einem Lager verhaftet.

bewegung.taz – Inga Wolfram: Verraten Sechs Freunde, ein Spitzel, mein Land und ein Traum
Ein bitterer Blick zurück auf ein untergegangenes Land, auf die DDR – und ein sensibles Portrait eines Freundeskreises, die in ihrem Land für einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ kämpfen wollten.Eine Geschichte über Jugend, Freundschaft und Verrat. Moderation: Jan Feddersen, taz-Redakteur

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CDU-Parteivize sagt endlich, was die Wahlkämpfer so alles falsch machen

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Sep. 212009
 

Kolumne „Unternehmen Berlin“ – Was die Wahlkämpfer falsch machen – Berlin – Berliner Morgenpost
Dieser Wahlkampf verwirrt. Er zeigt Rituale statt Klarheit. Erst war das Publikum gelangweilt, jetzt, wo es ernst wird, ist es fast ratlos. Es fehlt die eindeutige Botschaft – auf allen Seiten. Auch wenn die Wahl erst in einer Woche ist, lässt sich schon heute dieses Defizit sowohl bei SPD als auch der CDU aufzeigen.

Guter Zwischenruf von Thomas Heilmann. Der Mann steht offenbar nicht im Wahlkampf und kann sich das Ganze genüsslich zurückgelehnt betrachten und den kämpfenden Parteifreunden Beratung anbieten. Tja. Recht hat er aber schon. Aber er ist doch stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner CDU, ist bestens vernetzt, da hätte er seine Überlegungen doch prominent innerhalb der CDU vortragen können (im Gegensatz zum hier schreibenden armen einflusslosen Blogger).

Neueste Nachrichtenlage macht ein Patt immer wahrscheinlicher, bei dem die Grünen das Zünglein an der Waage spielen werden. Die Koalitionsaussagen werden jetzt in Ermangelung echter inhaltlicher Erkennbarkeit der 5 bürgerlichen Parteien im Wahlkampf (als da sind: Linke, Grüne, FDP, CDU, SPD) viel wichtiger als sie es sein müssten.

Merkel hatte recht, als sie eindeutig vor einem Lagerwahlkampf warnte. Der jetzt aber doch irgendwie kommt. CDU hätte neben dem Zugpferd Merkel unbedingt klare inhaltliche Akzente setzen müssen. Das ist nicht geschehen. Stattdessen Omnibus-Begriff wie „Kraft“, „Zuversicht“. Prinzipiell alles gut&schön, alles gut gemeint.

Die Grünen wollen angeblich nicht mit den Schwarzen. Die FDP will keine Ampel.

Also: Die Grünen müssen unbedingt auf dem Zettel der CDU als möglicher Koalitionspartner gehalten werden. Aber: Westerwelle wird nicht müde, den hinkenden Begriff „Bürgerliche Regierung“ zu verwenden. Da würden die Grünen doch dazu passen.

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… und er umarmte es …

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Sep. 202009
 

20092009009.jpg Am Vormittag feuerten wir die Läufer beim Berlin-Marathon an. Beschwingte, heitere, großartige Stimmung! Die allermeisten laufen aus Freude am Laufen mit, nicht aus Ehrgeiz.

Im heutigen Gottesdienst in der Kreuzberger Bonifazius-Gemeinde geriet ich ins Nachdenken über ein Wort aus dem vorgetragenen Evangelium. Bei Markus heißt es im Kapitel 9 zum Streit der Jünger, wer unter ihnen der Größte sei: „Und er stellte ein Kind in die Mitte, umarmte es und sprach: …“ Pfarrer Ulrich Kotzur trägt das Evangelium so vor, dass gerade das Wort „und er umarmte es“ hervorgehoben ist. Als wollte er durch seinen Vortrag sagen: „Ihr habt wahrscheinlich alle im Kopf, dass Jesus sagen wird: Wer eins dieser Kinder in meinem Namen annimmt, nimmt mich an. Aber habt ich auch im Kopf, dass Jesus dieses Kinde zuerst umarmt?“

Das Markusevangelium erzählt schlicht und lebendig. Man muss es beim Wort nehmen und sich alles so vorstellen, wie es erzählt wird. Wenn es heißt: Er stellte es in die Mitte und umarmte es – wie muss man sich das vorstellen? Zweifellos so, dass Jesus sich niederbeugte, um das Kind zu umarmen. Ich kenne aber keine bildnerische Darstellung dieser Szene, dass Jesus sich niederbeugte. Sehr wohl kenne ich einige Darstellungen, wo Jesus das Kind hochhält. Aber dass er sich niederkniet oder niederbeugt zu dem Kind – das scheint nicht vielen bisher so deutlich geworden zu sein.

Das griechische Wort bei Markus könnte freilich auch „auf die Arme nehmen“ bedeuten. Aber warum hätte Jesus das Kind dann in die Mitte stellen sollen, wenn er es gleich darauf wieder „aufnahm“?

καὶ λαβὼν παιδίον ἔστησεν αὐτὸ ἐν μέσῳ αὐτῶν, καὶ ἐναγκαλισάμενος αὐτὸ εἶπεν αὐτοῖς·

Ich bleibe dabei: Ich glaube, dass Jesus sich niedergebeugt hat zu dem Kind und es sich nicht zu sich „emporgehoben“ hat.

Pfarrer Kotzur trug des Wort heute so vor, als käme es ihm mehr auf das „liebevolle Aufnehmen“ oder „Umarmen“ an als auf das, was nachfolgte.

Es zeigt sich: das Wort braucht den Vortrag, es wird lebendig erst in der Verkündigung! Während Martin Luther sagte: „Das Wort sie soln lassen stan!“, sagt der Katholik eher: Das Wort „steht“ nicht, es fliegt und weht dahin – und vergeht! Nicht der durch beharrliche Forschung ermittelte Schriftsinn ist das Entscheidende, sondern der wechselnde Sinn, die Wirkung des Wortes, das sich erst im Aussprechen und Zuhören entfaltet.

Das ist ein riesiger Unterschied zur bloß textkritischen Exegese der heiligen Schriften des Judentums und der Christenheit, wie ich sie selbst einige Jahre betrieben habe – und auch weiter betreiben werde.

Während ich hierüber nachdachte, hatte sich mein Sohn an mich geschmiegt. Er hatte sich in meinen Arm eingenistet, während wir zuhörten.

Am Nachmittag unternahmen wir in kräftiger Hitze einen Streifzug durch das herrlich verwilderte Gelände des „Gleisdreiecks“. Es ist das aufgegebene Gelände des alten Anhalter Bahnhofs. Kraut, Gestrüpp, Birken sind über die Jahrzehnte hinweg hier hochgeschossen. Wir wandten den Blick nach oben. Da kreisten drei Habichte. Ich zückte das Handy. Könnt ihr die kreisenden Habichte sehen? Wahrscheinlich nicht. So müsst ihr mir glauben: Wir haben heute drei Habichte über dem Gleisdreieck fliegen sehen. Ich benenne als Zeugen meine gesamte Familie.

 Posted by at 22:37

Umweltschädliche Subventionen abbauen! Der Weckruf des Andreas Troge

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Sep. 192009
 

Gestatten: Ich bin ein schlimmer Ausbeuter! Immer wieder bei Auseinandersetzungen zur Umweltpolitik beute ich nämlich die Internet-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) aus. Was ich dort und in mindestens einer anderen Quelle finde, das übernehme ich als „wissenschaftlichen Konsens“, natürlich behaftet mit dem 10%-Skeptizismus, der mich stets begleitet, seit ich im Alter von 30 Jahren bemerkte, dass der vom Club of Rome angekündigte Untergang der Biosphäre nicht eingetreten war.

Dennoch: Am UBA führt kein Weg vorbei. Auch sein langjähriger ehemaliger Chef Andreas Troge genießt in Umwelt- und Naturschutzkreisen allerhöchstes Ansehen. Er schreibt der nächsten Regierung schon einiges ins Pflichtenheft. Er tut dies in einem Schreiben an den CDU-Kreisvorsitzenden von Steglitz-Zehlendorf Michael Braun: Weniger Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr, Abbau von Subventionen, „klare, auch einschneidende ordnungspolitische Regelungen“.  Denn es bietet der „Abbau direkt umweltschädlicher Subventionen ein jährliches Einsparpotential von über 30 Milliarden Euro“. Ein Schritt zur Sanierung der Staatsfinanzen!

Mein Befund: Der Brief von Andreas Troge deckt sich weitgehend mit meinen Einwänden gegen die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Ran an die Arbeit!

 Posted by at 19:44

Astern, schwälende Tage … im Prinzenbad

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Sep. 182009
 

170920091.jpg Allerlei Verse schossen mir heute durch den Kopf, als ich am Reichpietschufer entlangradelte:

Der Erde ohne Güte,
der nur die Macht gerät,
ward deine leise Blüte
so schweigend hingesät.

RUMMS – links neben mir fährt haarscharf ein LKW vorbei.

Letzte, schwälende, herrliche Tage auch im Prinzenbad! Nur noch wenige Menschen finden sich ein, obwohl es ein herrlich warmer, heiter durchsonnter Spätsommer ist. „Da – und das Ganze kostet nur 4 Euro!“, weise ich eine Bekannte darauf hin, wer das Ganze für uns bezahlt: das Land Berlin. Die 4 Euro/Nase decken an Tagen mit schwachem Besuch bei weitem nicht die Betriebskosten!

Bis 27. September ist das Prinzenbad noch geöffnet, bekannt aus Presse, Film und erbaulicher Literatur. Unverantwortliche Stimmen aus Politik und Medien haben es leider um viel Umsatz und Badegäste gebracht. Kreuzberger Menschen – nutzt die letzten „schwälenden Tage“ im Prinzenbad. Es ist herrlich! Fördert das Prinzenbad durch häufigen Besuch!

 Posted by at 19:55