Ich: Borstige Blattrosette im ersten Jahr.
Lanzettliche Blätter, wechselständig.
Erst sind rot in der Knospe die Blüten,
Rosa dann und blau erst ganz geöffnet.
Euch Menschen soll ich wohl gefallen? Mitnichten!
Dafür verantwortlich: Änderungen des Zellsäuregehalts,
zelluläre Innenverhältnisse, da staunt ihr, was?
Dennoch: den Bienen besonders, aber auch andren Insekten,
Biete ich mit meinen geöffneten, noch rosafarbenen
Blüten wohlschmeckenden Seim, den klebrigen Nektar.
„Natternkopf“, einen ganz gewöhnlichen nennt ihr mich,
Pah! Fürchtet ihr meine weit herausragenden
Staubblätter, die euch an meine Muhme die Schlange
Gemahnen? S’ist nur mein Fraßschutz vor euch, Menschen!
Das habe ich mir einfallen lassen, ebenso auch
Die steifen Borstenhaare, meinen Stolz!
Ihr nennt mich giftig? Ich bekräftige: Jeder Fraßschutz
Ist recht und richtig vor euch, ihr Menschen!
Ich kenne nichts Gewöhnlicheres als euch, ihr Räuber!
Ihr verbannt mich ins Unkraut, im Ödland tummle ich mich,
Auf Felsen, im Bahngelände, auf Schuttflächen, im Abweg,
Da bin ich zuhaus. Wisst ihr denn, was dies bedeutet?
Was es mir bedeutet? Starrer Hansl, Natterngezücht,
„Echion vulgare“, Stolzer Heinrich, so nennt ihr mich.
Ich nenn euch undankbar, vulgär, gemein! Wegelagerer,
Irrtümler, Unbehauste, „Bipous vulgaris“, bleiche Riesen,
So nenn ich euch, Menschen, ihr allzu Gewöhnlichen!
Ihr begreift mich nicht, werdet mich nicht erfassen, so sei es!
Meine tiefen trichterförmigen Blüten sind euch verschlossen,
Ihr Ungründlichen! Es ist gut so, ihr Menschen.
Ich blühe weiter, unbeachtet von euch. Ich komm schon zurecht.
Ich brauche euch nicht. Geht mir aus dem Schatten!
Ich bleibe sitzen auf meinen Borstenhaaren,
Bin ein Raublattgewächs und bleibe es auch
Und will euch nicht gleichen, EUCH – NIE!
Wertvolle Hinweise und Auskünfte zum besseren Verständnis des hier zitierten Gewöhnlichen Natternkopfes lieferte uns folgendes vortreffliche Werk:
Margot und Roland Spohn: Welche Blume — ist das? Über 450 Blumen Europas. Kosmos Naturführer, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2017, hierin: „Gewöhnlicher Natternkopf. Echium vulgare (Raublattgewächse)“, S. 189
Foto: gewöhnlicher Natternkopf, aufgenommen heute auf einer Radtour in der Nähe von Mögelin/Brandenburg






Nach Neil MacGregor, Dieter Borchmeyer, Thomas de Maizière, deren Thesen und Bücher wir eifrig gelesen haben, kommen nun Angela Merkel, Toni Garrn und Anne-Sophie Mutter in der BILD zu Wort. Grandioser Bilderbogen zu dieser Frage, die eine typisch deutsche Frage ist!

Die Berliner Landes- und Bezirkspolitik erzeugt parteiübergreifend allzu oft eine Kultur des Verdachts, zum Beispiel indem sie Angst vor Veränderungen schürt, indem sie den Wandel aussperrt, indem sie starr am Vorhandenen festhält. Man gewinnt oft den Eindruck, die paternalistische Politik Berlins wollte das freie Handeln freier Menschen verhindern und traue ihnen nichts zu. Die Verhängung einer Erhaltungsverordnung – gekoppelt mit der Aufforderung an die Bürger, „verdächtige Baumaßnahmen“ zu melden – ist ein bezeichnendes Beispiel dafür. Allein schon das Wort „Verdachtsgebiet“ spricht Bände! So viel Verzagtheit, so viel Missmut, so viel Angst prägt ein solches Vorgehen, wie man es wieder und wieder im Bundesland Berlin sehen kann! Dabei hat nachweislich eine derartige typisch Berliner Verhinderungspolitik – zu der auch das Verbot privater Ferienwohnungen gehört – das unleugbare Steigen der Mieten weder verhindern noch verlangsamen können; und auch private Investoren ziehen sich zunehmend aus dem Wohnungsbau zurück. Wen wundert’s?
