Leidmotiv: Równe prawa dla wszystkich!
MÜSIAD ist ein Industriellen- und Unternehmerverband, der ein Ableger des gleichnamigen Verbandes der Türkei ist. Dieser Verband ist politisch mit der AKP von Ministerpräsident Erdogan verbunden. Die religiöse Tugendhaftigkeit der Unternehmer soll das Leidmotiv sein.
Eine sehr schöne Wort-Neuprägung für die Befindlichkeit der vielen nichtdeutschen Volksgruppen in Deutschland schuf ein Neuköllner SPD-Kandidat türkischer Abkunft: das Leidmotiv.
In der Tat: Das Leiden an Deutschland, das Klagen über Deutschland, das Fordern von Deutschland: das Leid-Motiv ist in der Tat das Leit-Motiv, unter dem sich die Dutzenden und Aberdutzenden von Gruppierungen und Grüppchen zusammenfassen lassen, welche für Gleichberechtigung aller Völker, aller Völkerschaften in Deutschland kämpfen.
Równe prawa dla wszystkich!
Gleiche Rechte für alle, fordert in genau diesem Geiste sehr schön die Linke bei mir um die Ecke in der Großbeerenstraße! Ein Blick auf das Wahlplakat der Linken, ein Blick in die staatlichen Grundschulen Berlins beweist es: wir bewegen uns auf eine Patchwork-Society hin, in der viele verschiedene ethnische Gruppen schiedlich-friedlich und in absoluter Gleichberechtigung nebeneinander herleben werden, wie etwa in Indien, Bosnien-Herzegowina, Belgien oder Afghanistan auch.
Niemand darf folglich gezwungen werden, Deutsch zu lernen oder gar einen ordentlichen Beruf wie etwa Maurer, Arzt, Steuerberater oder Gärtner anzustreben! Denn dies wäre ein Verstoß gegen die Gleichberechtigung. Die Deutschen hier in Neukölln oder Kreuzberg sollen sich endlich anpassen oder gleich abhauen. Das ist die Botschaft, die wir hier vernehmen.
Was für eine Zumutung ist es doch, in Deutschland leben zu müssen. Wenn es die Sozialhilfe und die blühende Schattenwirtschaft nicht gäbe – man wäre schon längst weg aus diesem bösen Land.
„Erkennt, dass ihr hier in Deutschland benachteiligt seid – fordert vom Staat die Mittel, damit er euch endlich aus dem Tal des Leidens herausführen möge. Fordert deutsche Sprachkurse für jahrzehntelang an Deutschland leidende Türken, fordert türkische Sprachkurse für an Deutschland leidende Kurden, türkischen Sprachunterricht für an Deutschland leidende leidende türkische Kinder, arabische Musik und islamischen Religionsunterricht für an Deutschland leidende Spätaussiedler und jüdische Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion …“ Den phantastischen Forderungen der an Deutschland Leidenden sind keinerlei Grenzen gesetzt.
Wie sang doch Marie in Georg Büchners Woyzeck so schön?
Leiden sei mein Gottesdienst
Leiden sei all mein Gewinst
Niemand unter unseren Dauermigrantinnen und Migranten ist froh in Deutschland leben zu müssen. Alle leiden fürchterlich daran, dass sie – zu großen Teilen auf Staatskosten – hier in Deutschland leben müssen. Was für ein bitteres, hartes Los, in Deutschland leben zu müssen – obendrein mit demütigender Unterstützung des ungeliebten Staates!
Dass ein türkischer Mindestlohn nicht ausreicht, um in der Türkei davon zu leben – geschenkt! Dass man mit Hartz IV und Schwarzarbeit und richtig ausgefüllten Anträgen mehr als genug Geld verdient, um auch noch arme Verwandte im Herkunftsland zu unterstützen – niemand weiß es.
Das Jammern über Deutschland, das Leiden an Deutschland nimmt kein Ende! Doch kann Jammern und Klage über Deutschland nur der erste Schritt sein.
Nachholende Türkisierung, hereinholende Islamisierung, das ist der Schritt, mit dem die Jammerer und Kläger das Leben der Dauerbenachteiligten im bitteren deutschen Exil ein bisschen erträglicher gestalten wollen.
Aus dem lautstark bekundeten Leiden an Deutschland erwächst der blühende Gewinst der migrantischen Privilegien, die einen im besten Fall in den Rang des erblichen Sozialadels erheben.
In Abwandlung von Büchners Lenz dürfen wir sagen:
Laß in mir die heilgen Schmerzen,
Tiefe Bronnen ganz aufbrechen;
Leiden sei all mein Gewinst,
Leiden sei mein Gottesdienst.
Grün ist die Farbe der Hoffnung, des Islam, der Wiesen und auch einer innovativen Partei für Gerechtigkeit. Dass die Grünen in Kreuzberg zu wenig für die Türken täten, wird ihnen niemand ernsthaft vorwerfen können. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es auch mein Mit-Kreuzberger Öczan Mutlu wieder ins Abgeordnetenhaus schaffen. Beachtlich ist, dass er nicht nur entgegen den Vorbehalten der SPD eine türkische Privatuniversität nach Berlin holen will, sondern auch mit deutlichen Worten von der Bundesregierung einen nicht privaten, sondern hochoffiziellen Iftar-Empfang anmahnt.
Dies bringt uns zwanglos zur nächsten Frage: Sind private Schulen schlecht? Die private türkische Musikschule, die in die ehemalige Peter-Rosegger-Schule eingezogen ist, ist doch ein wichtiger Teil des bezirklichen Lebens! Statt des allzu volkstümlichen Autors Peter Rosegger werden dort nun volkstümliche türkische Volkstänze und Volksmusik gepflegt. Merke: Privat ist nicht automatisch Katastrophe, wie die Linken sagen, volkstümlich ist nicht automatisch böse, wie unsere antideutsche Guerilla hier sagt.
Zur Erinnerung: Iftar ist die türkische Übersetzung für die originale arabische Bezeichnung id al-fitr.
Ich meine, wenn schon denn schon: Um dem Vorwurf des Nationalismus zu entgehen, müsste Mutlu eigentlich den Id-al-fitr-Empfang von der Bundesregierung fordern. Denn die wichtigste Sprache des Islam ist nun mal nicht Türkisch, sondern Arabisch. Wann werden es die Deutschen endlich lernen, dass der Islam keine rein türkische Staatsaffäre ist?
Berichtspflichten gebieten es, auch das Thema Currywurststreit weiterzuführen. Ich stelle mit Befriedigung fest: Die sunnitischen Glaubensbrüder haben sich wieder versöhnt, Mutlu ist nun einer der ersten, eine stärkere Beachtung islamischer Werte von der Bundesregierung einzufordern.
So berichtet es SPD-Kandidat Özkaraca:
Abendveranstaltung bei MÜSIAD | Erol Özkaraca
Überraschend war die Rede des grünen Abgeordneten und Kandidaten Özcan Mutlu. Er begrüsste seine, wie er sagte, sunnitischen Glaubensbrüder und forderte größere Beachtung der islamischen Werte. Wie kann es sein, fragte er, dass angesichts der hohen Anzahl von Muslimen in Deutschland, die Bundesregierung im Ramadan nicht zu einem Iftar-Essen (Fastenbrechen) einlädt. Selbst die doch so gescholtenen Amerikaner laden zum Fastenbrechen ins Weiße Haus ein. Er setzt sich dafür ein, dass auf den jeweiligen Verwaltungsebenen derartige Anlässe nicht nur Beachtung finden, sondern auch praktiziert werden.Ich denke, dass sich Özcan Mutlu seinen sunnitischen Glaubensbrüdern und deren Selbstständigen deswegen nähert, weil er was gut zu machen hat. Denn im Ramadan eine Currywurst zu essen, ist für sich alleine für religiöse Menschen kaum zu ertragen. Aber ein Unternehmerverband kann es erst recht nicht verstehen, wenn man dann den Kaufpreis der muslimischen Verkäufer nicht bezahlen will und diese dann womöglich auch noch beschimpft. Lieber Özcan, jetzt weiß ich endlich, warum du ein Grüner bist (für alle die es nicht wissen, Grün ist die Farbe des Islam).
Eine der Besonderheiten des laufenden Berliner Wahlkampfes ist das starke, selbstbewusste Auftreten von BIG – dem Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit. Das zeigt sich schon an der Tatsache, dass die Partei hier bei uns in Kreuzberg mit türkischen Wahlplakaten an uns Prinzenbadbesucher herantritt. Die Botschaft ist ziemlich klar: Türken! Wählt einen von euch! Erol Özkaraca, ein Neuköllner SPD-Kandidat berichtet in seinem höchst lesenswerten Blog recht anschaulich von einer Veranstaltung des muslimischen Unternehmerverbandes Müsiad.
In zehn Jahren möchte die starke Partei einen Minister stellen. Mir gefällt Ehrgeiz und Fleiß!
Der türkische Europaminister Egeman Bagis wird ausführlich wiedergegeben. Der große Beitrag, den die türkischen Arbeiter aus Deutschland heraus für den Wohlstand der Türkei erbracht haben, wird endlich angemessen gewürdigt!
Jeder Türke in Deutschland soll auch heute ein würdiger Vertreter seines Landes werden. Niemals soll er vergessen, für sein Heimatland einzutreten. Dennoch soll er sich nicht zu gut sein, auch Deutsch zu lernen. „Ihr könnt ruhig auch Deutsch lernen und trotzdem gute Türken bleiben.“
Das ist die beruhigende Botschaft der türkischen Regierung an ihre über 2 Millionen in Deutschland lebenden Staatsbürger.
Abendveranstaltung bei MÜSIAD | Erol Özkaraca
Die Türkei ist heute die 16. stärkste Wirtschaftsnation der Welt und im Jahr 2023, im Jahr der hundertjährigen Existenz der Republik, wird die Türkei unter den zehn stärksten Wirtschaftsnationen der Welt sein. Jeder von Ihnen, und er meinte nicht nur die anwesenden Gäste, ist einer unserer Botschafter. Sie alle repräsentieren die Türkei. Integrieren Sie sich alle in diese Gesellschaft, lernen Sie Deutsch, erreichen Sie die beste Ausbildung, aber assimilieren Sie sich nicht. Was er wohl meinte ist, die Türkei braucht hier und auch in den anderen europäischen Ländern qualifizierte Botschafter.
Berliner, schaut auf diesen Bezirk, wenn ihr wählen geht! Hier regieren die Grünen und die Linken! Und was ist?
Eine Fülle von Rekorden stellt mein linksgrün regierter Heimatbezirk auf: die meisten Wegzüge von „Mittelschicht“-Familien mit Schulkindern (gefühlt), die stärkste Segregation nach ethnischen Gruppen (die vom Bürgermeister Franz Schulz verteidigten Parallelgesellschaften, oder besser „Aquarien“), die von den Grünen gewollte Grundschule der langen Wege (nirgendwo parken so viele Eltern mit ihren Vans die Fahrradwege zu, wenn sie Kinder zur Grundschule bringen!), die meisten rechtsradikalen Übergriffe aller Berliner Bezirke (wie die Grünen-Fraktion stolz vermeldet), und auch höchste Zahl aller politisch motivierten Gewalttaten, sehr viele gesperrte und marode Radwege!
Aber auch sehr viel symbolische Ersatzpolitik: Straßenumbenennungen, Verhinderung von Investitionen, Schnüffelei beim Nachbarn, damit er keine goldenen Wasserhähne ins Bad einbaut.
Andererseits: Goldener Lenker für den Bezirk, verliehen von Claudia Hämmerling, einer Politikerin der Grünen – an den grün regierten Bezirk. Na so wat! Amigas verdes!
Tja, Jungs und Mädels: das habt ihr erreicht!
mobil.morgenpost.de
FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG LIEGT VORNLaut der Antwort der Behörde wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres insgesamt 476 Sachbeschädigungen verzeichnet. In 17 weiteren Fällen handelt es sch um Gemeinschädliche Sachbeschädigung. Darunter werden Delikte verstanden, bei denen etwa religiöse Institutionen, öffentliche Denkmäler oder Grabmäler attackiert werden. Die Zahl der Sachbeschädigungen ist insbesondere in jenen Bezirken gestiegen, die bereits in der Vergangenheit häufiger Ziel von extremistischen Tätern waren.
In Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte etwa sind die Zahlen dramatisch gestiegen. So wurden in diesem Jahr in Friedrichshain-Kreuzberg bereits 144 Sachbeschädigungen registriert. Im gesamten vergangenen Jahr wurden dagegen 116 Fälle gezählt. In Mitte schlugen die Täter 110 Mal zu (2010: 87 Fälle). Auch im Bereich Brandstiftung nehmen die beiden Bezirke die traurige Spitzenposition ein. 36 Mal schlugen Brandstifter in Friedrichshain-Kreuzberg zu gegenüber 25 Taten im vergangenen Jahr. Im Bezirk Mitte zündelten die Täter bereits 22 Mal. In 2010 registrierte die Polizei gerade einmal zwei Fälle, bei denen die Ermittler von einer politisch motivierten Tat ausgehen.
Da müssen wir ran! Der Bezirk muss wieder auf den Pfad des Positiven zurückgebracht werden. Dafür habe ich in diesem Blog zahlreiche Vorschläge vorgelegt. Wie wäre es mal mit irgendetwas nach vorn Weisendem?
Wie schafft sich Kreuzberg bessere Schüler? Diagnose und Therapie (1)
Aha! Guter Abend mit einigen Praktikern aus Schule und Gemeindearbeit. Gilles Duhem vom Gemeinschaftshaus Morus 14 kam auch, worüber ich mich sehr gefreut habe! Recht heftig, was hier berichtet wird. Bin mal gespannt, ob da noch weitere Vorschläge kommen! Kleiner Auszug aus dem Bericht:
Wie schafft sich Kreuzberg bessere Schüler? Diagnose und Therapie (1) « Politikselbermachen. CDU Kreuzberg-West
[…] Das erste, was die Kinder lernen müssen, wenn wir sie an Bildung und an einen späteren ordentlichen Beruf heranführen, ist Struktur und Benehmen. Sie müssen lernen, Struktur in den Alltag hineinzubringen, sich an Verbredungen zu halten, Termine einzuhalten. Wenn jemand anruft um abzusagen statt einfach wegzubleiben, ist das schon ein Erfolg! Dazu brauchen wir die Eltern. Wir erziehen Eltern und Kinder dazu, ihrem Tagesablauf ein Gerüst zu geben. […]
Guter Bericht über Kreuzberg! Ein türkischstämmiger Abgeordneter wird wohl einziehen. ABER:
Ich habe die 5 Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion erlebt, erstaunlich war, dass bei der Diskussion keinerlei Integrationsprobleme zur Sprache kamen, keinerlei Probleme, die irgendwie mit der Türkei oder mit dem multikulturellen Zusammenleben zu tun haben. Offensichtlich ist alles in Butter, was der Sarrazin sich also einbildet, konnte durch die 5 Kandidaten glänzend widerlegt werden. Denn sonst hätten sie es ja erwähnt.
Wählt!
Polizistin rechts, Polizistin links, Weltkind in der Mitten!
Dieser – leicht veränderte – Spruch von Goethe kam mir soeben murmelnd über die Lippen bei der Betrachtung des Fotos eines Politikers der bürgerlichen Mitte „von echtem Schrot und Korn“. Der Mann in der Mitte heißt Wolfgang Wieland MdB.
Welcher Partei mag der freundlich lächelnde Herr zwischen den jungen Polizistinnen angehören? Unerheblich, dieses Blog schaut bekanntermaßen nicht auf die Partei, sondern „in der Mitte steht der Mensch“. Welchem Wahlkreis gehört er an? Mitte!
Entscheidend bleibt für mich der geniale Kunstgriff, mit welchem Herr Wieland das Konzept „Zuhause in Mitte – Zuhause in der bürgerlichen Mitte“ in Bild und Spruch auf die Internet-Bühne bringt. Die Semiotik spricht gelahrt-tiefsinnig von „mehrfacher Überdeterminiertheit des symbolisch aufgeladenen Zeichens“!
Chapeau, Herr Wieland! Möge jeder Berliner Bürger durch zwei Polizisten beschützt sein! Heute sei ein guter Tag!
„Isch mach dich Messer“, oder: Schönes Neues Deutsch!
Heike Wiese, Germanistik-Professorin aus Potsdam, fährt auch mal Bus in Kreuzberg und lernte so unsere Umgangssprache kennen. Sie erkennt das Entstehen eines neuen deutschen Dialekts, des Kiezdeutschen. Gute Beobachtung! Die Kreuzberger Kinder lernen ihre eigene Sprache, Hochdeutsch lernen sie nicht oder nur mit großer Verzögerung und großen Einschränkungen.
Die staatlichen Bildungseinrichtungen, hier vertreten durch Professor Wiese, haben bis heute nicht zu erklären vermocht, ob Kinder auch Hochdeutsch lernen sollten, wie man es auch außerhalb des Kiezes verstehen würde.
Hier in Kreuzberg suppt und köchelt alles vor sich hin, seit Jahrzehnten dieselbe Platte, man lässt die Kinder auf den Straßen im eigenen Saft schmoren. Ein echtes kleines Aquarium, das jetzt auch seine eigene Sprache hat.
Her household Korean was supplanted by English …
Her household Korean was supplanted by English …
Zuwanderer aus Russland, aus Korea, aus China, aus Polen sind fast alle aufstiegsorientiert. „Meine Kinder sollen akzentfrei die Landessprache lernen und später Arzt, Anwalt, Unternehmer werden.“ Mehr Aussiedler und Zuwanderer aus Russland leben in heute in den USA als Türken mit türkischer Staatsangehörigkeit.
Und das bringt mich zur morgendlichen Betrachtung: Die staatlichen Schulen unseres Bundeslandes haben sich noch nicht im mindesten darauf eingestellt, dass es neben den sogenannten „benachteiligten“ Bildungsfernen, die über mehrere Generationen hinweg keine Standardsprache und auch kein beruflich verwertbares Deutsch lernen wollen, auch Menschen gibt, die hierher kommen und nichts dringender wünschen als die Integration durch eigene Anstrengung, aus eigener Kraft.
Das staatliche Berliner Schulwesen mit seiner starken Belohnung für gemütliche Lässigkeit, Schlendrian, Leistungsverweigerung, Unverbindlichkeit, Disziplinlosigkeit und mit seinen endlosen bürokratischen Kapriolen muss allen Zuwanderern als Buch mit sieben Siegeln erscheinen. Ein Monstrum, vor dem sie mit Grausen und Schock stehen.
Die USA bieten allen die Gelegenheit, mit eigener Mühe etwas aufzubauen. Zuwanderer, die sich nicht anstrengen wollen, werden grundsätzlich in den USA nicht hereingelassen. Es wird ihnen gesagt: Ihr könnt hier leben und arbeiten, wenn ihr Amerikaner werden wollt. Ihr könnt euer Little Italy haben. Aber ihr müsst euch anstrengen.
Und nun weiter im Text! I wanted my parents near me … Dieses Buch ist ein unermüdlich sprudelnder Quell der Heiterkeit, des bitter-süßen, traurigen Humors. Großartig.
Quelle: Gary Shteyngart, Super Sad True Love Story. Random House Trade Paperbacks, New York 2010, Zitate hier: Seite 36 und Seite 41
Fernstenliebe oder Nächstenliebe? (2)
Ein sehr schöner Aufsatz im Tagesspiegel! Die Autorin Verena Friederike Hasel tut das, was viele nicht schaffen: Sie klopft die Parteien Punkt für Punkt ab, sie fragt nach, bohrt, prüft, wendet Blätter um. Als junge, dynamische und emanzipierte, akademisch gebildete Frau wählt sie zunächst das, was man und frau halt wählt – aus dem Bauch heraus: die Partei des Rocks und nicht des Hemdes, die Partei der Natur- und Fernstenliebe, also die Grünen. Es fühlt sich irgendwie gut an.
Welche Partei sie nun selbst wählt? Die Partei der radfahrenden Direktkandidatin, die auf Besuch beim Kaffee sitzt? Es wird nicht verraten.
Wahlkampf in Berlin: Alles eine Soße? – Berlin – Tagesspiegel
Obwohl die meisten von uns die Parteien an ihrer Umweltpolitik messen, legen wir diesen Maßstab nicht bei uns selbst an. Zumindest sitzt keiner am Tisch, der auf Fernreisen verzichtet, mein Mann und ich eingeschlossen, und bald schon reden wir nur noch über den Kohlendioxidausstoß in China. Vielleicht ist das das Problem der Globalisierung: dass man die Schuld immer woanders suchen kann, sich für die Weite, aber nicht mehr für das Lokale interessiert. Mag sein, dass die Politiker nicht gut sind. Ich fürchte, wir sind als Bürger nicht besser.
Belächelt wird der arme radelnde Kreuzberger Blogger oft, wenn er sich an die Verkehrsregeln hält, einen unförmig-eiförmigen Helm beim Radfahren trägt, sein hell strahlendes Licht bei Dämmerung einschaltet, ja oft sogar tagsüber eine gelbe Warnweste trägt. Wie kann man so spießig sein! Nun denn. Dann bin ich eben spießig. Immerhin habe ich meinen Sohn auf genau die Schiene dieser Spießigkeit gesetzt: „Werde ein guter Radfahrer! Werde ein guter Umweltschützer! Trage die leuchtende Weste des Vorbildes! Spare CO2 ein! Halte dich als Radfahrer an die Verkehrsregeln!“
Die Klagen der Polizei über undisziplinierte Radfahrer – so berechtigt sie auch sind – können uns nicht zu einer Verhaltensänderung zwingen. Ich passe mich der Mehrheit der Radfahrer nicht an.
Lest aus der Morgenpost von gestern:
Sehr beliebt unter Radfahrern ist offenbar auch das Fahren auf Radwegen in der Gegenrichtung. Auch die Fahrräder selbst genügten oft nicht den Vorschriften. In 1043 Fällen gab es erhebliche Mängel in der Sicherheit. So waren überraschend häufig die Bremsen, die Beleuchtung oder die Klingel kaputt. 17 Räder konnten von der Polizei als gestohlen identifiziert werden, gegen die Fahrer wird ermittelt.
Die Defizite in Sachen Sicherheit am Rad wollten längst nicht alle Radfahrer einsehen oder bloßlegen. Die Polizei teilte mit, dass wiederholt die Signale zum Anhalten übersehen wurden und die Fahrer nur bereit waren, den Polizisten Fersengeld zu geben. Zustimmung bekamen die Kontrolleure für ihre strengen Aktionen dagegen nach eigenen Angaben mehrfach von Fußgänger und besonders von Eltern mit Kindern, die sich auf Gehwegen von Radfahrern bedrängt fühlen.
Bild: Zugeparkter Radstreifen zum Fahrradfahren in der Lindenstraße, Kreuzberg
Lange sprach man über mögliche Koalitionen nach der Wahl. Vorzugsweise während des Wahlkampfes. EineR der erfahrensten PolitikerInnen Kreuzbergs, ein großer Fisch sozusagen, zeigt mal wieder, dass für jede Diskussion die rechte Zeit oder auch die Unzeit ist:
Wahl in Berlin: Linker Grünen-Flügel heizt Debatte um Grün-Schwarz an
Der ebenfalls dem linken Lager zugerechnete Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele wollte zu den Äußerungen aus Friedrichshain-Kreuzberg, wo er seinen Wahlkreis hat, nichts sagen. „An der Debatte beteilige ich mich jetzt nicht“, sagte er dapd. „Jetzt machen wir Wahlkampf.“
Absolut richtig! Die Parteien sollten sagen, was sie erreichen wollen oder erreicht haben, statt ihre eigenen Anhänger durch „Rechtsrucke“ wie im Fall der Grünen oder auch Linksrucke kopfscheu zu machen.
Jede Diskussion über eine auch nur punktuelle Zusammenarbeit zwischen Grünen und CDU treibt die braven grünschillernden Kreuzberger Wählerfische aus dem jahrzehntelang gehegten und gepflegten grünen Kreuzberger Aquarium nur in die offenen Arme der räuberischen Piraten!
Hört auf den großen Fisch! Schluss der Debatte! Haltet euch an die Ge- und Verbote des Bürgersinns und des politischen Kalküls!




