Die grünen Männer sprechen sich – wie dieses Blog berichtete – recht unverblümt für Models aus:
„Wir wollen role models aus Sport, Medien, Politik und Kultur, die nicht den Macker spielen müssen, weil sie eben selber stark genug sind, auch schwach sein zu dürfen.„
Dies erstaunt. Models sind doch oft so un-grün! Diese Models – derzeit angesagt: Julia Stegner, Doutzen Kroes, Toni Garrn usw. – wirken oft nicht naturwüchsig, sondern auf ein bestimmtes mädchenhaftes Weiblichkeitsbild hinfrisiert. Wie ist das mit dem grünen, dem naturnahen, umweltfreundlichen Menschenbild vereinbar?
Wie? Ich liege falsch? Ach so … jetzt dämmert es mir! Role models – das heißt ja Vorbilder. Ach so! Männer brauchen also Vorbilder. Das ist richtig.
Jungen brauchen Vorbilder – den guten Vater, den tüchtigen Lehrer, den fleißig schaufelnden Lokomotivführer, den behütend-freundlichen Polizisten, den strengen Fußballtrainer.
Warum sagt ihr das nicht gleich? Wollt ihr denn einfache Bürger ausschließen, die nicht so gut Englisch können wie ihr, o ye‘ faithful green men?
Diese Sucht, alle unbequemen oder unanständigen oder unzeitgemäßen Dinge mit englischen Tarnbezeichnungen zu verhüllen, finde ich ziemlich billig (cheap)! Ist das noch die Sprache Goethes, Schillers, Heinrich Bölls, der Gebrüder Humboldt? Neben dem offenbar unzüchtigen Wort „Vorbild“ (role model), das man offenbar nicht mehr in den Mund nimmt, fallen mir auf: „Gemeinde oder Gemeinschaft“ (heißt jetzt community), „Geschlecht“ (heißt gender), „Forschung“ (studies), „Leben“ (life), „sei!“ (be!) usw.
Übrigens: Nanni Moretti, der italienische begnadete Darsteller, rastet in dem Film Palombella rossa aus, als eine sehr sehr nette Italienerin ihm sagt:
„Il suo ambiente è molto cheap.“ Das ist zu Deutsch: „Ihr Umfeld ist sehr cheap.“
Er kriegt einen Tobsuchtsanfall, weil eine Frau in einem Gespräch über Feminismus ein solches englisches Tarnwort verwendet. Wie cool ist das denn. Die Worte sind wichtig!
Schaut selbst:
YouTube – Le parole sono importanti
Bild: Humboldt Viadrina School of Governance, Berlin, Wilhelmstraße










Immer wieder erkundige ich mich bei aus Libanon zugewanderten Berlinerinnen und Berlinern nach der neuesten Lage in Libanon. Gesamteindruck: Die etwa 10 wichtigen ethnischen und religiösen Gruppen leben recht und schlecht nebeneinander her, man geht sich weitgehend aus dem Weg, ebenso wie auch in Kreuzberg etwa.
Gestern berichtete mir wieder einmal ein Bürger unseres Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, ihm sei kürzlich das Fahrrad gestohlen worden. Vor dem Rathaus, direkt von einem jener berühmten Kreuzberger Bügel weg. Ärgerlich! Und ebenfalls gestern beobachtete ich am Nachmittag, wie zwei Drogenhändler an dem Spielplatz in der Obentrautstraße kleine Päckchen Rauschgift an Jugendliche verkauften. Ärgerlich – zumal einige Eltern meiner Nachbarschaft sich nachdrücklich und in vielen Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit für die Gestaltung des Spielplatzes in der Obentrautstraße eingesetzt haben. Wenn jetzt die Drogenhändler wiederkommen und sich das herumspricht, geht der Spielplatz den Kindern und Eltern als Aufenthaltsort verloren. Und gegenüber diesem Spielplatz gibt es eine Schlecker-Filiale, die geradezu regelmäßig von bewaffneten Räubern überfallen und ausgeraubt wird. Ärgerlich! Und seit drei Tagen versperrt in eben dieser Obentrautstraße ein Sofa den Fahrradweg (siehe Foto). Ärgerlich!