Juli 192010
 

19072010013.jpg Nach dem Rad-Training für den am Wochenende bevorstehenden Dresden Race Day, das ich heute auf dem Flughafen Tempelhof absolvierte, erfrischte ich mich im benachbarten Columbiabad. Die einseitige Bevorzugung des Prinzenbades muss ich hiermit widerrufen: Das Columbiabad ist noch gefälliger angelegt, insbesondere die Liegewiesen sind dank in den Boden versenkter stationärer Sprinkler durch üppiges, kräftig sprießendes Grün beteppicht. Da können wir Kreuzberg schwerlich mithalten, selbst wenn die mediale Aufmerksamkeit im Augenblick gleichermaßen auf Columbiabad und Prinzenbad niederprasselt.

Ich konnte mich nicht sattsehen an dem Streifzug eines Falken, der nur wenige Meter von mir entfernt aufsetzte, seinen Ruf erschallen ließ und dann mehrfach von Baum zu Baum schweifte. Einmal kamen wir uns auf 3 Meter nahe, blickten einander in die Augen! Was für eine Begegnung! – Das angehängte Video kann nur einen schwachen Eindruck vermitteln.

Ein Neuköllner Bürger sprach mich an, wir unterhielten uns ausführlich über das Bad: Es ist meist eher schwach besucht, nur am Wochenende wird es sehr voll. Die Falken lassen sich immer wieder hier blicken, aber so nahe wie heute hatte der Badegast, ein freundlicher älterer Herr, sie bisher nie zu Gesicht bekommen. Die Falken erleben das Bad wohl als geschützten Ort, in dem häufig Futter ohne räuberisches Beuteverhalten zu ergattern ist.

YouTube – Der Falke.mp4

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Wider den breiigen Konservatismus der Parteien

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Juli 192010
 

Alles soll so bleiben wie es ist. Jeder soll weiterhin so leben, wie er es gewohnt ist.  Das ist die Quintessenz der Politik im Bundesland Berlin und in vielen Bezirken. Die aus Opportunismus bestandskonservativen Parteien (wozu ich die Grünen, die SPD, die Linke zähle) füttern sich über Jahrzehnte ihre Günstlinge an, holen für sie raus, was rauszuholen ist: Grüppchen, Initiativen, Klüngel, Initiativen ohne Ende.

Ein recht holpriges Merkverslein für diesen Grundsatz breiig-konservativer Politik, worin vor allem die linken und die pseudolinken Parteien Berlins Meister sind, fand ich soeben in Facebook. Lest selbst:

Sie ignorieren Zeiten, übersehen Gegebenheiten,
sie machen weiter wie bisher, denn ändern fällt ihnen zu schwer.
Sie wissen, was nicht geht, was funktioniert, wird ignoriert,
das dünnste Brettchen wird gebohrt,
nichts investiert, nur rausgeholt

Facebook | Gruppe: Wer DIE wählt hat nichts kapiert

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„Die Angst überwiegt alles andere“

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Juli 192010
 

falke-im-columbiabad.jpg Erste Auszüge aus dem Buch von Kirsten Heisig bringt diese Woche der SPIEGEL. Ich kann das bisher aus eigener persönlicher Kenntnis nur bestätigen, was Frau Heisig beschreibt.

Soll man also verzweifeln? Soll man sich gleich umbringen, wie dies Kirsten Heisig – soweit es tatsächlich Selbstmord war – getan hat? Sie scheint in ihrem Buch schwere Vorwürfe gegen die staatlichen Stellen zu erheben. Und mit den „libanesischen“ Clans ist nicht zu spaßen.

Ich meine: Nein, Selbstmord ist keine Lösung. Man darf sich von den jahrzehntelang aufgetürmten Problemen der Zuwanderung, der systematischen Unterwanderung der deutschen Städte und des deutschen Sozialsystems nicht unterkriegen lassen. Wichtig für den einzelnen Helfer ist: Sobald man sich beruflich oder ehrenamtlich mit dem riesigen Problemgebirge „Migration und Integration“ einlässt, muss man sein persönliches Glück anderswo suchen und pflegen. Man braucht einen stabilen Rahmen für sein persönliches Glück. Sonst fressen einen die Probleme auf, da die Öffentlichkeit weiterhin beide Augen fest zudrückt.

Kirsten Heisig: „Die Angst überwiegt alles andere“ – Berlin – Tagesspiegel
Die Kinder, die aus diesen Strukturen stammten, begännen ihre kriminellen Karrieren früh: „Die Mütter (…) überlassen ihre Jungen früh sich selbst, wobei dies nicht auf mangelnde Fürsorge, sondern eher auf kulturelle Traditionen zurückzuführen ist. Söhne sind kleine Männer (…), sie treiben sich im Kiez herum und begehen erste Straftaten. Was geschieht daraufhin? Manchmal wird seitens des Jugendamts eine Familienhilfe eingerichtet. Wegen der Größe der Familien werden bis zu drei Sozialarbeiter benötigt. Deren Bemühungen werden von den Familien häufig abgelehnt.“

Bild: Einer der drei ansässigen Falken im Columbiabad Neukölln, aufgenommen heute

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Kultur,Tradition, Sozialstaat, Zusammenhalt, Wohlstand

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Juli 192010
 

Drogenkuriere im Alter von unter 12 Jahren, Messerstechereien in Schwimmbädern, Drogenhandel in der Hasenheide und in der U-Bahn. Immer wieder schrecken die guten Deutschen in diesen Tagen durch derartige Meldungen aus ihrer hitzebedingten Schläfrigkeit auf. „Wo sind die Ordnungsdienste?“, fragen sich die ruheliebenden Bürger. „Warum kann man diese Täter nicht des Bades verweisen?“

Verfehlt wäre es, hier den einzelnen Tätern die Alleinschuld zuzuschreiben! Hinter dem einzelnen kindlichen Täter steht vielmehr ein dichtgewebtes Geflecht an verwandtschaftlichen und kulturellen Beziehungen. Dieses Beziehungsgeflecht ist hervorragend in den deutschen Staat integriert, hat ihn studiert, kennt die Lücken und Einladungen, weiß, wie man Formulare ausfüllt, was man hineinschreiben muss, um die Segnungen der deutschen Willkommenskultur beanspruchen zu dürfen.

Letztlich sind derartige gewachsene kriminelle Strukturen nur im deutschen Sozialstaat so mühelos zu bewirtschaften! Dass immer wieder einzelne minderjährige Drogenkuriere geschnappt werden, tastet das Überleben des gesamten Clans nicht an. Das intensiv über Jahrzehnte gepflegte Netz besteht weiter. Tradition, Zusammenhalt, Wohlstand – das sind die Schlüsselwörter.

Markus Henninger, ein Mitarbeiter des LKA Berlin, beschreibt in einem längeren Aufsatz recht schön, wie der deutsche Sozialstaat sich als Heger und Mehrer der Kultur anderer Völker beweist. Es ergibt sich: Das über Kinder abgewickelte Drogengeschäft ist ein eleganter Zuverdienst. Die Basis des wirtschaftlichen Erfolges ist und bleibt die Sozialhilfe.

Er schreibt auch, weshalb die deutsche Sozialhilfe so attraktiv auf Zuwanderer anderer Kulturen wirkt:

Durch die Berliner Altfallregelung von 1987 kamen die Betroffenen in den Genuss einer Steigerung der Sozialsätze um 22 % und damit gleichen Sozialhilfesätzen, wie deutsche Staatsangehörige. Damit lagen sie bereits über dem Verdienst eines Professors an der Amerikanischen
Universität Beirut.

Berlin_Araber_Problem – Markus Henninger – Importierte Kriminalität.pdf (application/pdf-Objekt)

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Juli 192010
 

11072010002.jpg Der Mensch ist ein laufendes, ein schwitzendes Wesen. So schildert ihn die Bibel, so schildern ihn die Biologen, so schildern ihn die Sprachen aller Nationen. Unzählbar sind die Redewendungen mit „gehen“. Ça va bien, eh? Es geht gut, oder? Everything goes well.

Minister zu Guttenberg glaubte sich kürzlich entschuldigen zu müssen, weil er nach dem Radfahren mit einem schwitzenden Gesicht im Café Einstein dasaß und zum Afghanistan-Krieg Rede und Antwort stand. I wo, Herr Minister! „Im Schweiße deines Angesichts“, so sollst du dein Brot verdienen. Was ist so schlimm, wenn man schwitzt?

Was ist so schlimm, wenn man zu Fuß geht? Dies hat endlich auch der Senat erkannt. Die Förderung des Fußverkehrs hat er sich zum Ziel gesetzt. Gut so, warum erst jetzt? Ich mache mit! Ich bremse auch für Fußgänger. Das ist doch EHRENSACHE für einen Radfahrer. Es wird schon gehen.

Das gute Miteinander wächst von unten her, vom Prinzip der Subsidiarität: Was du zu Fuß erledigen kannst, erledige zu Fuß. Was du zu Rad erledigen kannst, erledige mit dem Rad. Was du mit der BVG oder dem Taxi erledigen kannst, erledige mit der BVG oder dem Taxi.

Das ist Subsidiarität. Uraltes Prinzip der katholischen Soziallehre 🙂

Bild: Fußverkehrfeindliche Autos im Tegeler Forst, dauergeparkt im absoluten Halteverbot.

Hauptstadt der Fußgänger – Berliner Zeitung
Viele Fußgänger fühlen sich belästigt, weil ihnen Radfahrer die Gehwege streitig machen. Auch dazu soll es ein Projekt geben – eine Kampagne für ein besseres Miteinander. Kenner des Berliner Verkehrs fragen sich allerdings, ob die Nachricht bei allen Radfahrern ankommen wird. Doch einen Versuch wäre es wert, so der Senat.

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Privileg Prinzenbad

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Juli 172010
 

prinzenbad-2.jpg Erneut fechte ich einen entschlossenen Kampf für UNSER GUTES PRINZENBAD. Klickt gleich auf das Werbevideo:

YouTube – Glück Prinzenbad Kreuzberg 16062010.mp4

Manche Presseberichte liefern heute wieder ein einseitiges Bild.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/schwimmbad-nach-schlaegerei-vorzeitig-geschlossen/1885678.htmlEs scheint erneut zu einer Schlägerei unter den arabischen und/oder türkischen Jungs gekommen zu sein. (Ich nenne sie ja lieber „neue Deutsche“). Aber das ist nicht repräsentativ für das Gesamterlebnis Prinzenbad! Gewalt ist besonders unter unseren männlichen Jugendlichen mit arabischer Herkunft ein großes Problem. Ich spreche immer wieder mal mit den Jungs im Prinzenbad. Die meisten sind absolut nett, höflich. Und – komplett alleingelassen. Orientierungslos. Sie leben in der kulturellen Brache. Es kommt mir so vor, als würde sie nie ein Deutscher freundlich ansprechen.

prinzenbad-13062010002.jpg

Die kulturelle Bewertung der Gewalt ist bei den Berliner Arabern, also bei den berühmten „Libanesen-Clans“, eine andere als bei den Türken. Wenn ein Araber einen Türken in der U-Bahn in Neukölln anmacht oder bedroht, wird der Türke in der Regel weggehen. Das ist einfach so. Der Ursprung dafür liegt in den Familien. Der Vater übt gerne Gewalt auf Kinder und Ehefrau aus. Der Einsatz des Messers ist üblich und nicht verpönt. Das ist nun mal in jener Kultur so, ich meine das aufgrund der Berichte von direkt betroffenen Familienmitgliedern so behaupten zu dürfen.

Aber – es ist eine Minderheit, die die Mehrheit einschüchtert. Man darf sich nicht das Bad vermiesen lassen.

Das Beste ist: So etwas ist nicht alltäglich.  Es kommt nur bei Hitze vor. Sobald der Himmel bewölkt ist oder die Luft-Temperaturen unter 23 Grad fallen, ist das Bad weitgehend leer.

Also, ihr Gewaltlosen alle, erobert euch das Prinzenbad zurück! Es ist herrlich für Prinzen und Prinzessinnen.

Hinweis zum Video: Das Problem der verbrannten Grasnarbe wegen Wassersprengens habe ich beim Bezirksamt vorgetragen. Offenbar mit Erfolg. Das Sprengen unter praller Sonne hat aufgehört. Das Prinzenbad ist ein nachhaltig wirtschaftendes Bad.

Alles paletti? Aber klar doch!

prinzenbad.jpg

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Wandle dich!

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Juli 172010
 

Wandle dich! Jeder der sich selbst immer gleich bleibt, erstarrt. Kaum ein anderes Musikstück liegt mir in diesen Monaten so am Herzen wie die Méditation der Thais aus der gleichnamigen Oper von Jules Massenet. Ich habe dieses Violinsolo mindestens schon 10 Mal vorgetragen, ob in Kirchen, Schulen und Sälen, zuletzt im Kreuzberger Schnittchen bei einer Geburtstagsfeier.

Hier zunächst für alle geigenden Freunde eine wohlfeile Sammelausgabe, die auch dieses Stück in einer Fassung für Violine und Klavier bietet:

Violin Meets Piano. Score and violin part. Zusammengestellt und herausgegeben von Lajos Vigh. Könemann Music Budapest.

Kürzlich in Wohltats Buchhandlung erstanden für € 4,95.

Thais ist eine bekannte Kurtisane im Ägypten des 4. Jahrhunderts n. Chr., die in Liebe zu dem christlichen Mönch Athanael entbrennt. Das schafft erhebliche, dramatische Schwierigkeiten. Heidnische und christliche Parallelgesellschaft treffen aufeinander – mitten in Ägypten. Thais ist hin- und hergerissen. Sie weiß nicht nicht, wo sie hingehört. Nichts ist mehr sicher. Und in dieser Situation – erklärt sie, nichst anderes zu sein als sie selbst. Sie will die bleiben, die sie ist. Hört man die überirdisch schön herabschwebende Zwischenaktsmusik, so erfährt man die verändernde Kraft der Musik. Man wird dieses Thema bei der Wiederkehr ganz anders hören als beim ersten Mal. Dieser innere Kampf in der Seele, der zeigt die Wandlung an. Wandlung, Umkehr, Läuterung – darum geht es in dieser Musik. Das wird sich jedem erschließen. Zuletzt auch den Kindern der Fanny-Hensel-Schule in der St.-Lukas-Kirche.

THAIS (avec un dernier mouvement de
revolte) . 

Non! Je reste Thais, Thais la
courtisane. Je ne crois plus a rien et
je ne veux plus rien. Ni lui, ni toi, ni
ton Dieu!

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Juli 152010
 

Als „medizinische Zeitbombe“ bewerten immer mehr Fachleute die starke Zunahme von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Zunehmend beobachten Ärzte sogar den üblicherweise spät einsetzenden Typ-II-Diabetes bei Jugendlichen! Diabetes ist mit großer Wahrscheinlichkeit multifaktoriell bedingt, aber Übergewicht spielt mit Sicherheit in den meisten Fällen eine mitauslösende Rolle. Übergewicht im Jugendalter führt in vielen Fällen zum frühen Diabetes.

Erstaunlich: Übergewicht und krankhaft erhöhtes Übergewicht (Adipositas) scheint in den verschiedensten Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vermehrt aufzutreten. So liegen die Zahlen für Adipositas bei Jugendlichen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und im Gaza-Streifen in der gleichen Größenordnung. „Jeder achte Schulanfänger war 2008 übergewichtig“ (amtliche Bezirksbroschüre Friedrichshain-Kreuzberg, S. 96). „Von den 19,5% übergewichtigen arabischstämmigen Kindern sind über die Hälfte als adipös einzustufen“ (ebda.).

Als Ursache für Übergewicht wird meist Bewegungsmangel und Fehlernährung angegeben. Diese Vermutung äußert auch die WHO in ihrem amtlichen Bericht über die medizinische Lage im Gaza-Streifen:

However, high prevalence of overweight children was found. In children 10-16 years overweight prevalence is 15.9%. This prevalence is higher in North Gaza District (20.4%) and lower in Rafah District (13.4%). The prevalence of overweight among females is five times that of males: 24.6% compared to 5.4%. At district level, the largest difference between female and males was detected in Gaza District: 30.0% in females and 6.5% in males. A more in depth analysis is needed but the lack of physical activity and poor diet are considered to be a possible reason for these findings.
Iron Deficiency

Gaza Health Assessment (29Jun09).pdf (application/pdf-Objekt)

Diabetes ist eine schwere, chronische Erkrankung, die beim einzelnen Menschen und seinen Angehörigen viel Leid verursachen kann. Bereits heute verursacht Diabetes etwa 20% der Kosten im Gesundheitswesen. Die Volkskrankheit Diabetes steigt derzeit stark an.

Der Anstieg des Diabetes lässt sich teilweise durch gezielte Bewegungsförderung, teilweise auch durch gesunde Kost bremsen. Gesunde Ernährung, reichlich Bewegung vom Kindheitsalter an sind das Gebot der Stunde. Mehr Radfahren, mehr Zu-Fuß-Gehen, täglich 1-2 Stunden Schulsport scheinen mir dringend geboten.

 Posted by at 14:53

Tritt in die Pedale, strample dich ab!

 Tugend  Kommentare deaktiviert für Tritt in die Pedale, strample dich ab!
Juli 152010
 

„Mit jedem Tritt in die Pedale deines Fahrrads verlängerst du dein Leben vor der Demenz um 5 Sekunden. Du reduzierst die Erderwärmung um 0,0000000002 Prozent. Du hellst die Stimmung deiner Mitmenschen um den Faktor 0,007 Prozent auf.“ Flapsige Sprüche … die wenig taugen, oder? Vergesst sie mit aller Kraft!

Denkt bitte jetzt nicht: „Mit jedem Tritt in die Pedale meines Fahrrads verlängere ich mein Leben vor der Demenz um 5 Sekunden. Ich reduziere die Erderwärmung um 0,0000000002 Prozent. Ich helle die Stimmung meiner Mitmenschen um den Faktor 0,007 Prozent auf.“

Aber einen wirklich tollen Clip über das Alltagsradfahren entdeckte ich soeben. Ihn kann ich nur allen Radfahraktivisten WÄRMSTENS empfehlen …  (die letzten Sekunden dienen der Produktwerbung für einen Mobiltelephonhersteller… dann bitte einfach abschalten).

Sell dir vor on Vimeo

 Posted by at 00:08

Une juste fierté

 Integration  Kommentare deaktiviert für Une juste fierté
Juli 142010
 

Großes Fest der Inklusivität am Nationalfeiertag! Man zeigt Farben. Ehemalige Kolonien entsenden Soldaten. Der Präsident zeigt sich mit Behinderten, geht den letzten Abschnitt zu Fuß. Gute Sache! Und dass ein Nichtfranzose die Etappe von Chambéry nach Gap gewonnen hat- sollte ebenfalls Anlass zum Stolz auf das eigene Vaterland zu sein.

Félicitations!

L’info en vidéo – France Télévisions Info

 Posted by at 22:36
Juli 142010
 

Vieles wird übertrieben, nicht alles ist falsch. Hübscher Hintergrundbericht über mein Stammbad, das Prinzenbad. Columbiabad hatte versucht, uns den ersten Rang in der Berichterstattung streitig zu machen: abgeschmettert! Das Prinzenbad ist schöner, großzügiger, weitläufiger.

Übrigens: das Badewasser wird durch eine Solaranlage beheizt. Insofern kann man ohne schlechtes Klimagewissen dort schwimmen gehen. Und wenn’s mal Probleme gibt wie im Columbiabad? Das sagt der Schwimmmeister:

Harte Welle: Bademeister – kein Job für Ängstliche – Berlin – Tagesspiegel
Sonnenbrille abnehmen, Blickkontakt suchen. Dann höflich, aber bestimmt reden. Wer keine deutlichen Ansagen macht, habe verloren.

 Posted by at 12:53
Juli 142010
 

Ein Blick auf Wirtschaftsstatistiken zeigt: Echte, „massenhafte“ Armut herrschte in Deutschland  immer wieder: so etwa in den Jahren 1640-1650 während und nach dem Dreißigjährigen Krieg, 1919-1923, 1946-1947. Meine Vorfahren väterlicherseits zogen nach dem zweiten Weltkrieg mit 25 kg Gepäck und ohne Bargeld in den Westen. Sie waren in der Tat arm. Dennoch hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel, kümmerten sich umeinander. „Erziehungsversagen“ kam ganz selten vor, „aus allen ist etwas geworden“, und schon nach wenigen Jahrzehnten waren sie alle „reich“, gemessen an den Maßstäben von 1946-1947.

Anders heute! Lest:

Berliner Zeitung – Aktuelles Politik – Schröder will Kinder vor Vernachlässigung schützen
Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, sprach in der «Welt» von einer dramatischen Entwicklung. Ein immer größerer Teil der Kinder lebe in Armut, und Armut sei der größte Risikofaktor, sagte er. Zu 90 Prozent spielten sich die Fälle, in denen die Kinder aus den Familien herausgeholt werden müssten, im Armutsmilieu ab. «Das Problem des Erziehungsversagens löst man nicht mit mehr Geld, sondern mit mehr Prävention“, sagte Hilgers. Je früher der Staat Eltern und Kindern mit familienergänzenden Hilfen unter die Arme greife, desto größer seien die Erfolgschancen und desto niedriger die Kosten.

Erziehungsversagen ist heute ein massives Problem. Das sehe ich selbst in meinem Umfeld immer wieder. Die Familien zerfallen, halten nicht zusammen, geschweige denn „wie Pech und Schwefel“.

Als eine der Hauptursachen, vielleicht die Hauptursache für das Versagen der Eltern meine ich den Mentalitätswandel und den tiefgreifenden Wandel im Familienbild zu erkennen, dessen Zeuge jeder heute über 50-jährige geworden ist.

Dieser Mentalitätswandel wird befördert durch die verlässliche materielle Absicherung der Existenz jedes Einzelmenschen durch den Staat. Die Familie hat (vorübergehend?)  als wesentliches soziales Sicherungssystem – wie sie das sicherlich über Jahrtausende hin in nahezu allen Völkern war –  ausgedient. „Du brauchst nichts zu machen, die Kinder wachsen von selber auf, das Geld kommt vom Amt.“

So läuft es. Dieses Grundmuster meine ich flächendeckend zu erkennen. Ausbildungsverweigerung, Kriminalität, Drogensucht, Vernachlässigung, all das gab es in kleinem Maße früher in der Bundesrepublik auch. Aber dass es wirklich zu einem „Flächenbrand“ an auseinanderbrechenden Lebensläufen kommt, das ist systemisch bedingt. Untrennbarer Bestandteil dieses „Systemversagens“ ist die Missachtung, die Geringschätzung, ja teilweise die bewusste, ideologisch überhitzte Zersetzung des Familienbildes.

Gesunde, intakte, von persönlicher Liebe zusammengehaltene Familien sind die beste Prävention gegen Misshandlung, Schulversagen, Kriminalität.

Das ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Moral oder wie man mit einem treffenden, altertümlich klingenden Ausdruck sagen könnte, der Sittlichkeit.

Ich bin kein Sozialarbeiter, aber ich kenne viele Menschen und spreche mit denen, um die sich Sozialarbeiter kümmern oder kümmern sollten. Nur aus diesen direkten Beobachtungen speisen sich die vorstehenden Betrachtungen.

 Posted by at 09:10

„Alle anderen sind nur Flaschen“

 Integration  Kommentare deaktiviert für „Alle anderen sind nur Flaschen“
Juli 132010
 

nicht-nur-flaschen-im-columbiabad-12072010.jpg Assimilation ist kein Verbrechen. Jedenfalls dann, wenn sie von den hier geborenen, hier aufwachsenden Menchen erbracht (nicht erzwungen) wird. Respekt, Assimilation, Erlernen der Sprache – dies alles fordert Bushido aus Neukölln.

Unsere Fotos zeigen den Eingang zum Columbiabad in Neukölln.

columbiabad-eingang-12072010001.jpgIch fuhr gestern dort mit meinem tiefergelegten FENT F85 vorbei, zückte mein E51, schoss vom fahrenden Fahrzeug aus, gab Gummi und zog Leine. Alle anderen sind Flaschen.

Kuckt ma, Jungs: Der Eingang gleicht baulich einem Hochsicherheitstrakt in Stammheim. Mehrfach übermannshoch vergittert, Video-Totalkontrolle. Krass.

Daneben der coole Spruch der Wasserwerke: „Alle anderen sind nur Flaschen.“ Fett! Er erinnert mich an den Spruch eines Jugendlichen aus einer vielköpfigen Kreuzberger Brüderschar von neuen Deutschen, mit dem wir einmal ein Radausflug machten:  „Verkehrsregeln sind doch nur was für Angsthasen.“ Das gibt das Selbstbild der etwa 60 jugendlichen neuen Deutschen zutreffend wider, die am Samstag das Columbiabad unter ihre Gewalt brachten. Ich schließe messerscharf: Es waren messerbewaffnete Mitglieder der berühmten „libanesischen“ Clans, die Schritt um Schritt ihren Einflussbereich ausweiten.

Und das blüht euch, Jungs, wenn ihr nicht schnellstens die Spur wechselt:

12072010002.jpg

Integration: „Ey, Bruder, da ist Bierhoff dran“ – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Kultur
Natürlich haben wir früher darüber geredet, wo die Väter herkommen, aber das hat keine Rolle gespielt. Wir haben nicht gesagt: Eigentlich kommst du aus Palästina und du aus dem Libanon und der dritte aus der Türkei.

SPIEGEL: Sondern?

Bushido: Wir sind Deutsche. Genauso wie Mesut Özil. Meinen Sie, der hat ernsthaft überlegt, für die Türkei zu spielen?

SPIEGEL: Der Berliner Kevin Boateng spielt auch für Ghana. Der scheint sich anders als Sie nicht so deutsch zu fühlen.

Bushido: Das ist was anderes. Ich kenne Kevin gut. Der hatte beim DFB keine Chance, das war eine reine Karriereentscheidung. Aber der musste auf der Karte erst mal gucken, wo Ghana liegt.

SPIEGEL: Eine Mannschaft mit vielen Migrantenkindern spielt super Fußball, und ein Rapper, den man ebenfalls erst mal nicht für deutsch hält, singt das Lied dazu. Meinen wir das mit multikulturell?

Bushido: Das ist noch gar nichts. Es wird Zeit, dass Deutschland sich auch auf anderen Gebieten, jenseits von Fußball und Pop, wandelt. Wenn wir über Integration sprechen, müssen wir nicht nur über euch Deutsche sprechen, nicht nur darüber, ob ihr uns annehmt. Wir müssen vor allem über die neuen Deutschen reden, die hier leben: Ob die bereit sind, sich zu assimilieren, die Sprache zu lernen, Respekt zu haben.

 Posted by at 15:41