„Mourir pour Dantzig?“ Frieren für Kyjiw? 5% weniger BIP, nur um die Ukraine zu unterstützen?

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März 132022
 

„Mourir pour Dantzig?“ – So fragte die Weltpresse, als das Deutsche Reich sich Mitte August 1939 völkerrechtswidrig die Freie Stadt Danzig einverleibte. Die Antwort lautete: nein. Niemand wollte für Danzig sterben.

Man ließ Hitler im August 1939 gewähren und bereitete so dem Deutschen Reich den Weg, ganz Europa in den Abgrund zu treiben. Man wollte den Diktator nicht provozieren, um ihn nicht weiter zu reizen.

Frieren für Kyjiw? Sollen oder wollen wir Deutschen frieren, wenn wir Russland kein Gas, kein Öl mehr abkaufen? Sollen wir dafür sogar 5% Prozent Rückgang unseres Bruttoinlandsproduktes in Kauf nehmen? Unser Bundeswirtschaftsminister Habeck befürchtet die Gefährdung des sozialen Friedens, wenn wir ein Ölembargo gegen Russland einziehen wollten.

https://www.deutschlandfunk.de/habeck-haelt-an-importen-aus-russland-fest-warnt-vor-gefaehrdung-des-sozialen-friedens-in-deutschlan-102.html

Der Minister traut uns einfachen Bürgern offenbar nicht so ganz über den Weg. Er unterschätzt unseren Idealismus, unsere Opferbereitschaft, unseren Menschenverstand.

„Frieren für Kyiw?“ Ich meine: Aber ja doch! Eine Absenkung der Durchschnittstemperaturen um nur 3°C in Innenräumen bringt bereits erhebliche Einsparungen beim Energieeinsatz von ca. 18%! Frieren muss niemand, bei 18°C kann jeder sich wohlfühlen. Dann zieht man halt noch einen zweiten Pullover an. Was ist so schlimm daran? Man bedenke auch den erheblichen Beitrag der Absenkung der Raumtemperatur zur Abmilderung des Klimawandels, denn die Gebäudeheizung verschlingt etwa 30% des Primärenergieverbrauchs in Deutschland.

„Drehen Sie der russischen Führung den Geldhahn zu!“, lautet der klare Appell in einem offenen Brief der Bürgerbewegung Campact, der unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, dem Youtuber Rezo und dem Wissenschaftler Eckart von Hirschhausen unterzeichnet wurde.“

Luisa Neubauer, Rezo und andere fordern Importstopp von russischem Öl und Gas (rnd.de)

Natürlich wäre es auch gut, die heimischen Energieträger stärker zu nutzen, statt sich von den diktatorischen Regimes der Gas- und Erdoöllieferländer (z.B. Russland und Iran) abhängig zu machen.

An erster Stelle ist hier die Steinkohle zu nennen, von der Deutschland für etwa 200 Jahre reichlich besitzt. Moderne Steinkohlekraftwerke sind mittlerweile nahezu ebenso emissionsarm wie Gaskraftwerke!

Zweitens gilt es, die bereits errichteten, voll funktionsfähigen Kraftwerke bis zum Ende ihrer Nutzungsdauer laufen zu lassen. Das gilt neben den Atomkraftwerken insbesondere auch für die hochmodernen Braunkohlekraftwerke in der Lausitz. „Bis zum Ende der Nutzungsdauer sind technische Gerätschaften zu nutzen!“ Das war ehedem eisernes Gesetz der Umweltschutzbewegung, die übrigens auch mich geprägt hat! Nur so werden Ressourcen gespart. Das gilt sowohl für Autos wie auch für Kraftwerke. Klimapolitisch ist es vermutlich besser, bestehende Kraftwerke aller Art bis zum Ende der möglichen Nutzung laufen zu lassen. Denn gerade der Neubau von Kraftwerken ist extrem emissionsträchtig. Man denke nur an den hohen CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Beton!

Drittens können auch erneuerbare Energien einen gewissen Beitrag zur Senkung der Importabhängigkeit leisten.

Und die Elektromobilität? E-Autos sind derzeit etwas für die Besserverdienenden wie etwa Umweltminister, CEOs von Industrieunternehmen und Professoren. Hübsches Angebergeraffel, Zweitautos, Spielzeug für die Reichen, Gesinnungsausweis! Mit der extrem spendablen Förderung von E-Autos (6000.- pro Stück) vergrößert sich derzeit der PKW-Fuhrpark nur noch. Nie rollten mehr private PKWs über deutsche Straßen als gerade jetzt! Unbegreiflich, dass die Ampel-Bundesregierung das Planziel von 15 Millionen neuen E-Autos in den Koalitionsvertrag geschrieben hat. Das ist staatliche Geldverbrennung und Ressourcenverschwendung. Die Grünen mischen da ganz vorne mit.

Ich meine: Jeder kann etwas tun, um die exorbitant hohen Zahlungen an das Putin-Regime zu vermindern. Ein bisschen Frieren für Kyjiw – das tut niemandem weh. Ein Gas- und Ölembargo gegenüber einem Aggressorstaat wie Russland scheint mir durchaus verkraftbar. Man muss es nur richtig anpacken!

Die Politik sollte umsteuern – hin zu einer Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern. Heimische Energieträger sollten stärker genutzt werden, insbesondere erneuerbare Energien, Steinkohle, heimische Braunkohle, bestehende Kraftwerke aller Art.

Und die Wirtschaftspolitik sollte die sinnlose Ressourcenverschwendung der planwirtschaftlichen Wirtschaftslenkung eindämmen, Rechenstift und Zahlenwerke zur Hand nehmen. Das geschieht meines Erachtens viel zu wenig.

Mourir pour Dantzig? Das verlangt niemand.

Frieren für Lviv, Kyjiw und Czernowitz? Ja, das ist machbar und sinnvoll.

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Der harte Taler der Träume klingt auf den Fliesen der Welt

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März 122022
 
„Putins Freunden den Geldhahn abtreten – Ölembargo jetzt!“ Auf der Demonstration vor der Russischen Botschaft, 6. März 2022

Mit russischen, ukrainischen und deutschen Beratern tagte vergangenen Sonntag mein kleines Küchenkabinett. Gemeinsam beschließen wir, ein Plakat anzufertigen. Eine klare Botschaft für die Demo vor der Russischen Botschaft muss her – nur welche?

Vielleicht diese zwei Zeilen aus dem Band „Mohn und Gedächtnis“?

„Vorm Zelt zieht die Hundertschaft auf, und wir tragen dich zechend zu Grabe.
Nun klingt auf den Fliesen der Welt der harte Taler der Träume.“

Oder diese:
„Löwenzahn, so grün ist die Ukraine.
Meine blonde Mutter kam nicht heim.“

Ich bat: „Bedenkt: der Dichter, Paul Antschel, stammt aus dem heute ukrainischenЧернівці, dem damaligen טשערנאָװיץ oder auch dem heutigen Czernowitz.“ Ich denke sie an, ich schlage die Glocke des großen Dichters. Doch unerbittlich fällen die Freunde das Urteil: „Zu blumig, zu wolkig für eine Demo!“

„Also – was? Übersetzt ihr bitte mal diese zwei Verse das ganze Gemenge in zwei knappe Forderungen!“, bat ich die redlichen Freunde.

Sie rieten hin, sie rieten her, Ratschluss stand fest, verkündet ward es:

„Putins Freunden den Geldhahn abdrehen – Ölembargo jetzt!“

Quellennachweis:
Paul Celan: „Marianne„, „Espenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel„, in: ders., Mohn und Gedächtnis, in: ders., Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe in einem Band. Mit den zugehörigen Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange. Herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann. suhrkamp taschenbuch. Erste Auflage 2020, Suhrkamp Verlag, Berlin 2020, S. 34 und S. 36

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Das allrussische Großmachtsreich strebt mit aller Gewalt nach Westen

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März 122022
 
Die Rote Fahne mit Hammer und Sichel auf einem russischen Panzer in der Ukraine. Screenshot RAI News 24, 12.03.2022

Welthistorische Erinnerungen tauchen auf, wenn ich in verschiedensten europäischen Sprachen – darunter Russisch, Ukrainisch, Italienisch – die Berichterstattung über den imperialistischen Zerstörungskrieg Russlands gegen die Ukraine verfolge und mir ein Gesamtbild zu verschaffen suche! Mit geballter Wucht rollen in diesen Augenblicken die russischen Panzer auf Kyiw zu. Sie sollen offenkundig das allrussische Reich, von dem schon die russischen Zaren und die russischen Bolschewiki träumten, mit Geschützdonner und Bombardierungen wiederaufbauen.

Stolz und aggressiv wie eh und je flattert heute, in diesen Augenblicken, die sowjetische Rote Fahne von diesem russischen Panzer. – Reib dir die Augen, sieh ihn dir an: da rollt doch die „Allrussische“ Union der Sowjetrepubliken heran. Wer dächte da nicht an das riesige Monumentalgemälde „Feierliche Eröffnung des II. Kongresses der Komintern“ von Isaak Brodski, das Lenin herrscherlich am 19. Juli 1920 bei der Rede zeigt, in der er die berühmten Worte sprach: „Jawohl, die Sowjettruppen stehen in Warschau! Bald werden wir Deutschland haben!“

Dies war zwar eine glatte Lüge, wie so viele andere Lügen Lenins und der anderen sowjetisch-allrussischen Führer, die in seiner Nachfolge standen und stehen. Denn damals standen die russischen Panzer VOR Warschau, nicht IN Warschau. Und sie wurden zurückgeschlagen, sie nahmen Warschau nicht ein, sondern wurden in der Schlacht bei Warschau im August 1920 geschlagen, zerstreut und in den Rückzug getrieben. Józef Klemens Piłsudski vertraute übrigens damals nicht auf Diplomatie, Friedensappelle oder Handelssanktionen, sondern auf das letzte Mittel, das in solchen Situationen weiterhelfen konnte: eine schlagkräftige Armee, ein strategischer Schlachtplan, Entschlossenheit, Kampfwillen, Überlebenswillen seines Volkes.

Aber hier stellt sich nun die Frage: Wird ein Putin oder wer auch immer – hierin dem „allrussischen“ Vorbild Lenins folgend – bald sagen können: Unsere Panzer rollen auf Kiew zu – bald werden wir Polen haben?

Bitwa Warszawska – Wikipedia, wolna encyklopedia

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Мир Украине! Свободу России!

 Holodomor, Krieg und Frieden, Petrarca, Russisches, Ukraine  Kommentare deaktiviert für Мир Украине! Свободу России!
März 012022
 

„Friede für die Ukraine! Freiheit für Russland!“ Starke, erhebende, erschütternde Momente bei der großen Kundgebung am Sonntag auf der Straße des 17. Juni gegen den verbrecherischen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine! Gut die Einsicht, dass nur ein diktatorisches System einen solchen Angriffskrieg lostreten kann, wie ihn am 24. Februar Russland gegen die Ukraine vom Zaun brach. (Übersetzung aus dem Russischen: Johannes Hampel)

Ohne Freiheit für die Bürger Russlands selbst, ohne Rechtsstaatlichkeit in Russland selbst wird Russland keinen dauerhaften Frieden für seine Nachbarn zulassen, scheint mir. Erschütternd die Erzählungen, die mir im Zusammenhang der Demo von Russen und Ukrainern zugetragen werden, – von anonym verbrannten russischen Soldaten, die diesem russischen Krieg zum Opfer gefallen sind, von Flugzeugladungen voller russischer Leichen, die irgendwie und irgendwo anonym in der Ukraine aufgesammelt werden und dann heimlich nach Russland geflogen werden. „Niemand darf davon erfahren.“ – „Die jungen russischen Wehrpflichtigen werden zu einem Manöver gekarrt, und am nächsten Morgen sind sie in einem gepanzerten Transportfahrzeug und müssen schießen, müssen töten.“

Viele Reden waren zu hören, einige sehr bewegend! Beachtlich fand ich insbesondere die Rede der ukrainischstämmigen Olexandra Bienert. Sie bezeichnete diesen Krieg Russlands nicht als die wahnsinnige Tat eines Verrückten, sondern als „imperialistischen Krieg“. Sie stellte ihn in eine Reihe anderer imperialistischer Kampagnen des russischen Großreichs, in eine Reihe mit den zahlreichen staatlich orchestrierten Massenmorden, die die kommunistisch geführte Sowjetunion im Gebiet der Ukraine beging, – wobei der Holodomor zweifellos einen traurigen Tiefpunkt ukrainischer Geschichte darstellte.

Über all dem schrie laut Petrarca: „Ich gehe durch die Welt und rufe ‘Friede, Friede, Friede’.

“I’vo gridando: pace, pace, pace.”

(Übersetzung aus dem Italienischen: Johannes Hampel)

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Ein Film spannt des bunten Bogens Wechseldauer

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Feb. 142022
 
Komm mit mir in das Cinema. Die Gregors. Film von Alice Agneskirchner. Weltpremiere am 13. Februar 2022 im Delphi Kino bei der Berlinale Berlin

Augsburg, im Domviertel, abends, 14. Februar 2022

Bin immer noch ganz beseligt von diesem herrlichen Film über Erika und Ulrich Gregor – er spannt so einen schönen, farbenbunten Bogen durch das Leben dieses bewundernswerten Paares, geht so klug, so bedachtsam, so einfühlsam und so professionell mit Menschen, Filmen, Themen, Klängen, Schnitten um, dass ich kaum zu Ende komme mit dem Loben!

Dieses gemeinsame Kind – der Film – wird seinen Weg machen, wird Erfolg haben! 

Die Filmproduktion Ehlermann & Agneskirchner hat aus dem mit mir geführten Gespräch zwei sehr prägnante, sehr gut ausgewählte Aussagen in den fertigen Film hereingenommen, eigentlich die besten überhaupt! Auch damit war und bin ich hochzufrieden. Hochzufrieden, sagte ich, glücklich, und – ja – auch dankbar dafür. Denn wann sonst erhielte ich die Chance, als Zeitzeuge mit und nach Wim Wenders, Jim Jarmusch, Helke Sander, István Szabo, Rosa von Praunheim und einigen anderen die Filmwelt und Filmwahrnehmung umgestaltenden Persönlichkeiten zu Wort zu kommen?

Der starke, tiefe, beglückende Eindruck dieses wunderbaren Films steht mir noch lange — vor Augen, klingt in den Ohren, hängt in der Nase…!

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Ist das „richtiges Deutsch“? – Was ist das eigentlich – „richtiges Deutsch“?

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Feb. 072022
 

Brandenburgs ehemaliger Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat einem Medienbericht zufolge in Hohen Neuendorf an einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen teilgenommen. Das bestätigte Schröter am Sonntag dem «Nordkurier». Er tue das, weil er überzeugt sei, dass die 2G-Regelungen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind, sagte Schröter der Zeitung.

Demonstrationen: Medienbericht: Ehemaliger Innenminister bei Corona-Demo | ZEIT ONLINE

Soweit eine hier unverändert wiedergegebene dpa-Meldung vom gestrigen Tage – hier in der durch die renommierte Wochenzeitung DIE ZEIT veröffentlichten Fassung.

Unabhängig vom Inhalt der Meldung, über deren Wahrheitsgehalt wir uns jeder Wertung enthalten, stellen wir die Frage: Ist dies „richtiges Deutsch“? Was ist überhaupt „richtiges Deutsch“? Näherhin betrachtet, werfen wir die Frage auf: Wie steht es um die Gesundheit der indirekten Rede im deutschen Sprachraum, insbesondere bei der in Tages- und Wochenzeitungen schreibenden Zunft? Lebt die indirekte Rede noch, oder stirbt sie gerade eines schleichenden Todes? Eine keineswegs nebensächliche Frage! Verändert sie doch Wahrheitsgehalt und Wertung von Aussagen dritter Personen in einem fundamentalen Sinne!

Betrachten wir etwa den Unterschied in folgenden, frei konstruierten Sätzen:

a) Max Ballauf nahm gestern eigenen Angaben zufolge am Kölner Tatort die Ermittlungen wieder auf, weil er überzeugt sei, dass der vor vier Jahren Verurteilte nicht der Mörder ist.

b) Max Ballauf nahm gestern eigenen Angaben zufolge am Kölner Tatort die Ermittlungen wieder auf, weil er überzeugt sei, dass der vor vier Jahren Verurteilte nicht der Mörder sei.

c) Max Ballauf nahm gestern eigenen Angaben zufolge am Kölner Tatort die Ermittlungen wieder auf, weil er überzeugt war, dass der vor vier Jahren Verurteilte nicht der Mörder war.

Überlegt: Was ist der Unterschied zwischen diesen Aussagen?

Antwort: Schwierig, schwierig! Lasst nicht locker!

Spielt nun dasselbe Spiel mit folgenden Aussagen, – wobei nur die erste Fassung tatsächlich so durch die dpa herausgegeben worden ist, während die anderen beiden zur Untersuchung des grammatisch-semantischen Problems der indirekten Rede umkonstruiert worden sind:

a) Brandenburgs ehemaliger Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat einem Medienbericht zufolge in Hohen Neuendorf an einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen teilgenommen. Das bestätigte Schröter am Sonntag dem «Nordkurier». Er tue das, weil er überzeugt sei, dass die 2G-Regelungen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind, sagte Schröter der Zeitung.

b) Brandenburgs ehemaliger Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat einem Medienbericht zufolge in Hohen Neuendorf an einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen teilgenommen. Das bestätigte Schröter am Sonntag dem «Nordkurier». Er tat das, weil er überzeugt war, dass die 2G-Regelungen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind, sagte Schröter der Zeitung.

c) Brandenburgs ehemaliger Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat einem Medienbericht zufolge in Hohen Neuendorf an einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen teilgenommen. Das bestätigte Schröter am Sonntag dem «Nordkurier». Er tue das, weil er überzeugt sei, dass die 2G-Regelungen „nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“ seien, sagte Schröter der Zeitung.

Worin liegt der Unterschied? Findet ihr es heraus? Welche der Fassungen empfindet ihr als „richtiges Deutsch“? Wie gut kennt ihr euch mit der indirekten Rede aus?

Schwierig, schwierig!

Meine vorläufige Diagnose zur Gesundheit der indirekten Rede: Die schreibende und sprechende Zunft im deutschen Sprachraum einschließlich der dpa-Autoren steht zunehmend auf Kriegsfuß mit der indirekten Rede. Sie – die indirekte Rede, nicht die schreibende Zunft! – scheint tatsächlich eines schleichenden Todes zu sterben!

Das sollte man als wachsamer Leser wissen. Zahllose Missverständnisse können nämlich aus dem zunehmenden Verfall der indirekten Rede erwachsen, wie etwa dasjenige, das darin läge anzunehmen, die dpa und die ZEIT teilten die Meinung des SPD-Politikers Schröter, dass die 2G-Regelungen „mit dem Grundgesetz nicht vereinbar“ seien.

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„Lo Stato contro la società“ – der Staat gegen die Gesellschaft. Die souveräne Allgemeinverfügung des ranghöchsten deutschen Politikers

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Jan. 302022
 

Der ranghöchste deutsche Politiker im machtausübenden Tagesgeschäft, – der heißt wie? Scholz oder Steinmeier? Nun? — Er heißt weder Scholz noch Steinmeier, sondern der ranghöchste deutsche Politiker ist derzeit Bärbel Bas. Sie ist Präsidentin des Bundestages und steht protokollarisch auf Nummer zwei, also dem verfassungsrechtlichen Rang nach vor und über dem Bundeskanzler.

Am 11. Januar 2022 hat also der ranghöchste, laut Verfassung im Tagesgeschäft mächtigste deutsche Politiker kraft Allgemeinverfügung bestimmt, dass ab 12. Januar die Mitglieder des Deutschen Bundestages ihren Genesenenstatus 6 Monate behalten, während alle anderen Bürger diesen Status nur drei Monate genießen dürfen.

Eine Unterscheidung tut sich auf: Einerseits – die Politiker, andererseits – die Bürger. Zweierlei Kategorien, eingeteilt durch die überragende Machtfülle des derzeit mächtigsten aktiven Politikers der Bundesrepublik Deutschland.

Diese sich im Lauf der Coronakrise herausbildende Entgegensetzung von Staat und Bürgerschaft, von Politik und Gesellschaft, diese Konstellation fasst der italienische, in Frankreich lehrende Philosoph und Soziologe Maurizio Lazzarato in folgende Formel:

Lo stato contro la società

Er meint damit, dass der Staat sich im Zuge fortschreitender Selbstermächtigung, im Zuge der Krise, zunehmend Eingriffs- und Durchgriffsrechte gegenüber den Bürgern und der Gesellschaft herausnimmt oder besser: Stück um Stück erzwingt. Neben der Verfügung über schier unermessliche finanzielle Ressourcen – denn der Staat ist mit großem Abstand der mächtigste Akteur in unserer Volkswirtschaft -, neben dem potenziell unbegrenzten Vorrecht des Staates, Schulden zulasten künftiger Generationen aufzunehmen, schält sich seit Beginn des Pandemiegeschehens das rein biologische Dasein, die körperliche Grundverfasstheit der Bürger also, ja sogar die Unterscheidung zwischen krank und gesund als Verfügungsobjekt des Staates heraus. Aufgrund der Unterscheidung in kranke – also abzusondernde – und gesunde – also mit Bewegungsfreiheit versehene – Bürger kann der Staat – hier etwa verkörpert in der überragenden Machtfülle der alleinverfügenden Bundestagspräsidentin – entscheiden, wer sich wann wo zu welchen Bedingungen aufhalten darf.

Der Staat, oder Bärbel Bas in diesem Falle, wird also – um eine treffende Formulierung von Jean Bodin zu verwenden – zum Träger der summa in cives ac subditos legibusque soluta potestas, d.h. zum Träger der obersten Verfügungsgewalt über Bürger und Untertanen, der selbst nicht mehr an die bestehende Rechtsordnung gebunden ist, sondern schrittweise diese transformiert.

Die Krise schafft also Bedingungen, in denen der Staat seine Souveränität „einzig und allein auf die Bevölkerung ausübt“, indem er „auf massive, invasive und autoritäre Weise in das Leben der Bevölkerung interveniert und dabei beabsichtigt, jede Verhaltensweise zu regieren“ (Lazzarato). Dabei bleiben die Freiheiten der Eigentümer von Kapitalgesellschaften und Finanzpapieren weitgehend unangetastet, woraus sich erklären mag, dass die großen internationalen Kapital- und Distributionsgesellschaften in der Krise prachtvolle Gewinne eingefahren haben (Apple, Amazon, Microsoft, Facebook), während auf den Schultern der Bürger der Staaten neue Schuldenlasten aufgehäuft werden.

Nachweise:

Maurizio Lazzarato: Der Staat gegen die Gesellschaft. In: Italian Theory. Herausgegeben von Antonio Lucci, Esther Schomacher und Jan Söffner. Aus dem Italienischen von Daniel Creutz, Andreas Gipper und Federica Romanini. Merve Verlag, Leipzig 2020, S. 198-237, hier bsd. S. 236-237

Peter Cornelius Mayer-Tasch: Zum Verständnis des Werkes. In: Thomas Hobbes: Leviathan oder Wesen, Form und Gewalt des kirchlichen und bürgerlichen Staates. In der Übersetzung von Dorothee Tidow. Rowohlt Verlag, o.O., 1965, S. 289-302, hier bsd. S. 294

Deutscher Bundestag – 3G-Zugangsregel, FFP2-Maskenpflicht und 2G+-Regel bei Sitzungen

Wandel der Arbeitswelt kurbelt Umsatz von Microsoft an (faz.net)

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Trasumanar e tramortir – über das Tote hinausdenken

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Jan. 192022
 

„al doloroso e continuamente sofferto urgere dei sentimenti, corrisponde metodicamente in me, un riordinamento poetico, che se non altro serve a mettere tra due argini, a tramortire la corrente di quel mio sentimento sempre in moto“ – mit diesen Worten beschrieb Pier Paolo Pasolini in einem Brief an Franco Farolfi das Geschäft des Schriftstellers, des Künstlers, – des Philosophen, so füge ich hinzu. Das Schreiben dient als eine Art Eindämmung eines ständig andrängenden Gefühls, wobei Pasolini das seltene Verbum tramortire verwendet, in dem bekanntlich die alte Wurzel mors, morte steckt. Nicht nur um Eindämmung geht es dabei, sondern auch um eine Art Stillstellung, eine Betäubung, das Erträglichmachen eines anströmenden flutenden Weltgefühls. Das Abtöten, das Eindämmen – die Einsicht in die Sterblichkeit, in die Wohltat des Sterblichmachens, des Sterblichwerdens! Zugleich ein Griff über das allzu Menschliche hinaus, über die menschliche Angst vor dem Tode. Dieses Tramortir wird zum – Trasumanar!

Zitiert nach: Nicola Gardini: Lettere come diario di vita e ispirazione. Il Sole 24 Ore, domenica 2 gennaio 2022, pag. VI [= Rezension von:] Pier Paolo Pasolini: Le lettere. Nuova edizione a cura di Antonella Giordano e Nico Naldini. Garzanti, pgg. 1496, hier: pag. 453

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„Das Virus muss irgendwann laufen, aber vielleicht…“ Drostens goldene Worte

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Jan. 152022
 
Sonnenuntergang, der den Wintertag endet – sei willkommen, o du des Todes heiterster, goldener Vorgeschmack! Aufnahme vom 14.01.2022

Gute, besonnene, zur Aussöhnung einladende Worte des Virologen Prof. Dr. Christian Drosten werden übereinstimmend durch verschiedene Medien aus der Bundespressekonferenz vom 14.01.2022 berichtet! Besonders gefällt mir Prof. Drostens kleines, machtvolles Wörtchen vielleicht. Mit diesem aber vielleicht setzt Prof. Drosten ein virtuelles Fragezeichen hinter die gesamte derzeitige Gemengelage der in sich nicht mehr durchschaubaren, einander im Stunden-, Tages-, und Wochentakt widersprechenden, für einfache, fachlich ungebildete Bürger wie den hier schreibenden nicht mehr entwirrbaren Vorschriften, Vorschläge, Entwürfe – und bissigen Meinungskämpfe.

Es tut einem einfachen, völlig ungebildeten Bürger wie dem hier schreibenden so gut auch mal zu hören: „Wir wissen es nicht. Vielleicht ist es so, vielleicht ist es auch anders. Vielleicht haben wir recht. Vielleicht täuschen wir uns.“

Mehr solcher O-Töne sind erwünscht!

Wir zitieren Prof. Drosten aus der gestrigen Pressekonferenz:

„Wir werden nicht auf Dauer über alle paar Monate die Bevölkerung nachimpfen können. Das geht nicht. Irgendwann muss das Virus auch in der Bevölkerung Infektionen setzen, und das Virus selbst muss die Immunität der Menschen immer wieder updaten.“ – „Das Virus muss irgendwann laufen, aber vielleicht darf es das jetzt noch nicht.“

„Bisogna convivere con il virus“, so äußerte sich bereits am 2. April 2020 der Mailänder Virologe Prof. Fabrizio Pregliasco, ein Berater der italienischen Regierung. Er forderte schon damals eine schiedlich-friedliche Koexistenz mit dem Virus, selbstverständlich unter Einhaltung aller gebotenen Vorsicht und Rücksicht.

Ich würde einen Schritt weitergehen und im Plural sagen: Bisogna convivere con i virus – auf gut deutsch: Es gilt, mit den Viren zusammenzuleben. Koexistenz, Koevolution mit den tausenden, hunderttausenden von Viren, die uns Tag und Nacht umgeben und auch unseren Körper innen und außen besiedeln.

Selbstverständlich – so meine ich – sollte jeder Einzelne nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, sich selbst und andere zu schützen – durch Vorsicht, Rücksicht, durch Impfungen. Aber eine absolute Gewissheit wird es nicht geben, kann es in der Koevolution mit den zahllosen Viren nicht geben. Sie sind schneller als wir alle.

Eine virenfreie Welt – „Zero COVID“ – ist für uns weder machbar noch wünschenswert – genauso wenig wie ein kohlendioxidfreies Berlin, wie es die Berliner GASAG sich im November 2019 allen Ernstes nicht entblödet hat als ihr Ziel zu proklamieren und zu plakatieren.

Viren – diese unendlich wandlungsreichen, zwischen lebendem Organismus und unbelebter Materie oszillierenden Wesenheiten – gibt es schon länger als es den Menschen gibt!

Man also muss dem Virus auch mal die Freiheit lassen zu laufen… Christian Drostens und Fabrizio Pregliascos goldene Worte, die zur rechten Zeit gekommen sind, könnten als Türöffner für die Neueröffnung des Raumes der Freiheit dienen.

Quellenangaben:
La diretta di RAINEWS24, Sendung STUDIO24, 02. April 2020, 10.05-10.45 Uhr

Omikron-Welle: Drostens zentrale Botschaft ist ein politischer Paukenschlag – WELT

„GASAG. Für ein kohlendioxidfreies Berlin!“ Echt jetzt? – Schöneberger Blog (johanneshampel-online.de)

 Posted by at 14:32

Unsere eine Welt – offen zur Zukunft in Zuversicht im Jahr 2022!

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Jan. 042022
 

Allen Menschen auf dieser Welt wünsche ich ein gutes, von Zuversicht geprägtes Neues Jahr 2022! Mögen überall Kerzen der Hoffnung, der Öffnung zur Zukunft hin aufflammen – in Armutsvierteln ebenso wie in Flüchtlingscamps, in urbanen Single-Einsamkeits-Appartments und Verlassenheits-Kompartimenten, in elenden Gefängnissen und goldenen Käfigen aller Art, in ängstlichen Kinderaugen im Krankenhaus ebenso wie in müden, übersättigten Erwachsenenaugen!

Das Bild zeigt unsere eine, rundum offene Welt, die auf das Licht dieser Kerzen wartet! Zu sehen in der Kirche Maria unter dem Kreuz, Friedenau-Wilmersdorf, Berlin

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Paul&Johann, euch setz ich auf die Playlist des Jahres 2021!

 Angst, Apokalypse, Ey Alter, Freude, Verdummungen, Weihnacht  Kommentare deaktiviert für Paul&Johann, euch setz ich auf die Playlist des Jahres 2021!
Dez. 302021
 
Die Krippe in der Kirche Heilig Kreuz am 26.12.2021, Hildegardstraße, Berlin-Wilmersdorf, frei zugänglich bis 2. Februar 2022

Luciano & Ezhel: „Benim Hayaller”, The Rolling Stones: „Paint It Black“, The Kid Laroi und Miley Cyrus: „Without you“, Nilüfer Yanya: „Stabilise“ – das sind nur einige der vielen guten Lieder, die möglichen Songs des Jahres 2021, die man am Ende des Jahres auf seine Playlist setzen könnte, um sich immer damit beschallen zu lassen oder vielleicht auch mitzuträllern. Gewählt haben diese Songs ein paar Journalisten einer bekannten, in Frankfurt erscheinenden Tageszeitung.

„Benim hayaller“ heißt „Meine Träume“, und Träume sind es doch, die man inmitten von allumfassender Schwarzmalerei („Paint it black“) angesichts des Verlustes eines geliebten Menschen („Without you“) unbedingt hegen und pflegen sollte, um sich einigermaßen zu stabilisieren („Stabilise“).

Gute, okayische Vorschläge! Ich mach mir trotzdem meine eigene Playlist. Auf Platz 1 setze ich dieses Jahr den Song „Fröhlich soll meine Herze springen“. Lyrics von Paul Gerhardt, Arrangement/Setting by Johann Crüger. Die beiden ergänzen sich klasse, was Rhythm und Harmonics angeht. Der Mood ist vorwärtsdrängend, spicy, guter Counterpart zu der gruftigen Paint-it-black-Atmosphäre, die ansonsten in Europe in diesem Jahr vorherrscht.

Cool auch die Wortwahl – ich hör da ein klares Ja zu Massenveranstaltungen, zum Eingehen von Risiken auch in wahnsinnig schwierigen Zeiten wie den unsrigen heraus. Während unsere Gesellschaft alles daran setzt, die Risiken im Alltag zu minimieren, haben Paul&Johann offenbar was Größeres, was Tolleres erlebt. PAINT IT BLACK, wie es 1964 die Stones sangen, ist das Motto von Paul&Johann fast 60 Jahre später, am Jahresende 2021, nicht. Angst vor Krankheit, vorzeitigem Tod, Angst vor einem unverschuldeten Unglück, Angst vor Irrtum hält sie nicht ab, das zu tun, wozu es sie drängt:

„Ei so kommt und lasst uns laufen,
Stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen!
Liebt den, der vor Liebe brennet;
Schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.“

Licht und Labsal„, „liebt den, der vor Liebe brennet“, das sind fantastische Kombinationen von Wörtern, das drückt den Spirit aus, Überfließendes, hat was Exzessives – gute Sache, dass Paul&Johann sich das heute noch zu sagen und zu singen trauen! Cool, so cool. Paul kennt sich gut aus mit der deutschen Sprache, drechselt Binnenreime, wechselt den Rhythmus innerhalb eines Verses, um das Hüpfen des Herzens auszudrücken. Krasser Typ. Ist offenbar in die Schule der Deutsch-Rapper gegangen. Oder die Deutsch-Rapper könnten auch was von dem Duo Paul&Johann lernen.

Hab grade einen Jahresrückblick im German Free-TV angeschaut. Channel? Egal. Glaubt man dem Free-TV in Germany, dann ist sowieso alles schlimm, alles geht den Bach runter, nicht nur im Ahrtal, sondern auch sonst, wir sind fest im Würgegriff der Seuche, und sofern wir die Pandemie überleben, werden uns die reißenden Fluten des Klimawandels fortreißen. Mausetot. PAINT IT BLACK, das ist der Grundton der deutschen Mainstream-Medienlandschaft, gerade jetzt zum Jahresende.

Gut, das Paul&Johann noch einen anderen Ton finden. Gut, dass es ihnen noch nicht die Beine weggehaut hat. Gut, dass es ihnen noch nicht die Sprache verschlagen hat.

Paul&Johann, euch setz ich 2021 auf die Playlist. Weil alles nicht so schlimm ist. Weil wir noch Träume haben. Weil es ist Mist, alle Zuversicht und Freude zu begraben.

Die Songs des Jahres 2021 der FAZ-Redaktion

 Posted by at 22:28

Spring fröhlich, o Herz! Weihnachten ist!

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Dez. 252021
 

Vorfreude erfasst mich beim Gedanken an den morgigen Gottesdienst in der Hochmeisterkirche. Weihnachten erlaubt mir, nicht zu denken, oder mindestens doch nicht zu viel zu denken, das Herze einfach springen zu lassen.

O Herz, vergiss das Belastungs-EKG der Trübsal, lass einfach mal die aorta ascendens mit ihrem Rechtsschenkelblock kräftig und frei pulsieren!

Ascende, a cor! Steige auf o Herz! Weite dich, o Aorta!

O Herz! Sing und fiedle das hier mit:

Fröhlich soll mein Herze springen
Dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.
Hört, hört, wie mit vollen Chören
Alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

Ei so kommt und lasst uns laufen,
Stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen!
Liebt den, der vor Liebe brennet;
Schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.

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Insulares Glück

 Freude, Schöneberg  Kommentare deaktiviert für Insulares Glück
Dez. 202021
 
Blick in den Himmel, auf dem Berg Insulaner, Schöneberg, 16. Dezember 2021

Weit in unendlichen Raum des Himmels streckt der Baum sein filigranes Geäst,

Rücklings liegst du auf grob gezimmerter Bank. Betracht es genau, dieses Bild:


Aus den Weiten des Kosmos fängt nach Jahrtausende währender Reise die Warte das Sternenlicht ein.
Licht von Sternen, die es vielleicht in diesem Augenblick – jetzt – nicht mehr gibt.

„Und du? Was machst du da? Was sagst du dazu?“- „Ich? Ich lasse mich treiben auf der Insel des Jetzt. Ich bin – der Insulaner des Augenblicks. Ich bin treibender Sternenstaub, Flotsam des Glücks, Wellenreiter der Zeit. Und also bin ich – glücklich.“

Hier fehlt nichts. Hier fällt nichts. Hier geschieht eigentlich — nichts. Also ist es ein Augenblick des Glücks.

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