
Mich interessierte heute, ob die Berliner Mieten wirklich so unbezahlbar sind, wie es im Wahlkampf landauf landab stadtweit durch Gassen und Straßen gerufen wurde. Ich fragte eine KI danach.
Und siehe da: Ja, Berliner Mieten sind im Durchschnitt heute doch tatsächlich etwas höher als z.B. in Rostock, Mülheim an der Ruhr und Erfurt! Wer hätte das gedacht, dass man mittlerweile in der deutschen Hauptstadt mehr hinblättern muss als in der Hauptstadt Thüringens – oder gar in Mülheim an der Ruhr?
In Augsburg, Hamburg und München liegen die Mieten jedoch im Durchschnitt deutlich höher als in Berlin. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Das hat im Wahlkampf niemanden interessiert. Niemand hat es uns gesagt. Wen interessieren schon Fakten?
Der Befund ist: Die Höhe der Mieten in Berlin liegt bei bestehenden Mietverträgen im Mittelfeld Deutschlands. Drei der gewünschten Städte sind teurer, drei sind billiger. Tja. Und damit macht man Wahlkampf in einer europäischen Hauptstadt? Ernsthaft?
In Berlin liegt der offizielle Mittelwert für Bestandsmieten (ortsübliche Vergleichsmiete laut Berliner Mietspiegel 2026) bei 7,71 Euro pro Quadratmeter nettokalt. [1]
Die folgenden Übersichten vergleichen das Mietniveau von Berlin mit den gewünschten Städten (Werte gerundet auf Basis aktueller Marktdaten und Mietspiegel-Indizes für 2025/2026): [1, 2, 3, 4]
1. Bestandsmieten im Städtevergleich
Diese Werte spiegeln die laufenden, oft seit Jahren bestehenden Mietverhältnisse (ortsübliche Vergleichsmiete laut Mietspiegeln) wider. [1]
| Stadt | Durchschnittliche Bestandsmiete (nettokalt / m²) |
|---|---|
| München | ca. 12,50 € – 13,50 € |
| Hamburg | ca. 9,40 € – 9,80 € |
| Augsburg | ca. 8,60 € – 9,10 € |
| Berlin | 7,71 € |
| Rostock | ca. 6,90 € – 7,40 € |
| Mülheim an der Ruhr | ca. 6,80 € – 7,20 € |
| Erfurt | ca. 6,50 € – 6,90 € |
Bild: Die Krämerbrücke in Erfurt, eines der Wahrzeichen der Hauptstadt Thüringens. So schön! Es ist die längste durchgehend bebaute und bewohnte Brücke Europas. Aufnahme vom 8.10.2026