Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 400.000 Fahrräder gestohlen. Die hohe Diebstahlgefahr schreckt viele Menschen davon ab, auf dieses preiswerte, gesundheits- und umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen, und auch davon, sich anstelle einer alten „Mühle“ ein teureres Fahrrad anzuschaffen, das allen Ansprüchen an Verkehrssicherheit und Bequemlichkeit genügt.
Die erprobten Maßnahmen der Kommunalpolitik, um diesen Missstand zu beheben, müssten eigentlich in weit größerem Umfang als bisher umgesetzt werden: sichere Bügel in ausreichender Anzahl, an denen die Fahrräder samt Rahmen angeschlossen werden können; verschließbare Boxen; überwachte und überdachte Fahrradparkplätze in allen Parkhäusern und auf Parkplätzen; Fahrradgaragen in größeren öffentlichen Gebäuden.
Nunmehr bringt die englische Firma SOS Response das WASP-Fahrradüberwachungssystem auf den Markt. Ein berührungsempfindlicher Sensor wird vom Besitzer des Fahrrads beim Abstellen des Fahrzeugs aktiviert; sobald jemand sich unberechtigt am Fahrrad zu schaffen macht, aktiviert das Gerät einen Funkalarm, eine Video-Kamera erfasst das Geschehen, ein Sicherheitsdienst oder die Polizei kann auf diese Weise alarmiert werden. Die Zahl der Fahrraddiebstähle konnte mit diesem System um 90% gesenkt werden. Erfolgsmeldung der Firma selbst:
When an owner locks up their bicycle they either call or send a text to a security control room which automatically triggers the system to guard it.
If someone tries to tamper with the bicycle, a movement sensor on the lock emits a silent alarm which triggers a CCTV camera to zoom in and records the event. The live images on the security control room monitors are verified against the owner information. A security officer can then be sent to intervene.
SOS Response developed the WASP Cycle Monitoring System (CMS) in partnership with Hampshire Constabulary and the University of Portsmouth.
By combining state-of-the-art miniaturised electronics, intelligent use of Proven RFID technology, CCTV and Communication Software Integration we have reduced Crime by 90% over a 3 month period from October to December 2007.
Ich meine: Man sollte das System ruhig einmal prüfen, zumal es ja die vielbeschworene „Sicherheit an öffentlichen Orten“ erhöhen würde. An besonders gefährdeten Stellen in Berlin, an denen statistisch besonders viele Fahrräder gestohlen werden, könnte es erprobt werden. Die Investitionskosten sind allerdings recht hoch. Als Ergänzung der oben geforderten, seit langem bekannten Maßnahmen, so scheint mir, könnte es in der Zukunft an bestimmten Orten eine Rolle spielen. Damit landen wir nicht gleich im „Überwachungsstaat“.
Was meint Ihr?