Schnäppchen beim Fahrradkauf?

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Schnäppchen beim Fahrradkauf?
Sep. 162010
 

Am Berliner Mauerpark bekommt man gebrauchte Fahrräder für einen zweistelligen Euro-Betrag. Den Herkunftsnachweis der Handelsware können die Anbieter in aller Regel nicht schlüssig erbringen. Jedem Käufer steht es frei, zu eigenen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Herkunft des erstandenen Gutes zu gelangen.

Ich bin gegen „Schnäppchen“ beim Fahrradkauf. Ich bin für das voll verkehrstaugliche, bequeme, schnelle Fahrrad gemäß StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) in Verbindung mit einem hochwertigen Bügelschloss.

In Hochburgen der Fahrraddiebstahlskriminalität wie etwa Berlin sollte man eine Diebstahlversicherung überlegen.

Das alles kostet Erkleckliches – im Durchschnitt und auf Zeiträume umgelegt nicht weniger als etwa ein Dreißigstel der Kosten eines PKW und nicht weniger als etwa die Hälfte eines BVG-Abos. Hierunter fallen Kosten für Anschaffung, Diebstahlschutz, Wartung und Instandhaltung des Fahrrades.

Die uneingeschränkte innerstädtische Mobilität durch ein verkehrstüchtiges Fahrrad und das Zu-Fuß-Gehen hat ihren Preis!

 Posted by at 09:58
Aug. 242010
 

03082010006.jpg Diese Frage drängt sich auf, wenn man sich mit ausgebufften radfahrenden Mitmenschen unterhält. So bekennt sich etwa der Restaurantleiter Andreas Lindner (42) aus Friedrichshain heute in der BILD (Berlin-Ausgabe, Seite acht) offen zu seinem Fuhrpark von neun Fahrrädern, darunter ein Cannondale-Rennrad zum Preis von 3800 Euro.

Meine eigene Fahrensart: Ich pflege das bedarfsangepasste Fahrrad – besonders seitdem wir als Familie unseren Lebensstil fast komplett auf „Autofrei leben“ umgestellt haben. Für berufliche Zwecke und im Alltag hege und pflege ich das grandseigneural-schwarze vsf-Herrenrad. Wenn’s mal sehr schnell gehen muss, bei Radrennen und bei Strecken über 40 km pro Tag schwinge ich mich auf meinen blau-weißen Burâq, also das Rennrad F 85.

Wenn wir schwere Lasten vom Aldi oder vom LPG-Biomarkt am Mehringdamm transportieren, nehmen wir das tiefblaue dreirädrige Lastenrad. Und um hilf- und radlosen auswärtigen Besuchern Berlin zu zeigen, leistet unser kastanienbraunes britisches Vintage-Raleigh-Tandem erstklassige Dienste. 4 Fahrräder für ganz unterschiedliche Bedürfnisse!

Aber zum Neuntrad werde ich persönlich es nicht mehr schaffen. Sorry, da kann ich nicht mithalten. Da steig ich aus. 9 Fahrräder? Als Familie – ja. Als Einzelperson – nein.

Im Bild: Detail meines geliehenen russischen Rennrades aus der Zeit des Großen Russischen Rauches (Sommerurlaub 2010).

 Posted by at 11:12
Aug. 202010
 

Die bei FußgängerInnen und AutofahrerInnen so beliebten „Bei Rot-über-Kreuzung-und-ohne-Licht-FahrerInnen“ beschäftigen nun auch die Berliner Grünen. Sie schreiben über diese Radfahrer mit besonderen Bedürfnissen in ihrer Broschüre „Sicher im Sattel“ (S. 14-15, Satzzeichenkorrektur und Hervorhebung durch dieses Blog):

Die notorischen „Bei Rot-über-Kreuzung-und-ohne-Licht-FahrerInnen“. Sie riskieren nicht nur ihre eigene Gesundheit[,] sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. Das ist rücksichtslos. Die Straßenverkehrsordnung gilt für alle. Entspannter und sicherer Radverkehr verlangt, dass alle sich an die Regeln halten.

Tja, was soll man dazu sagen? Werden die Grünen jetzt zur Law&Order-Partei? Fangen sie denn jetzt auch schon an, in hässlicher, verleumderischer Weise uns Radfahrer, uns – ach! – strukturell Benachteiligte, zu schelten? Dabei traten die Grünen doch dereinst unter dem Vorzeichen der Liebe zum Radverkehr, der Liebe zu allen RadfahrerInnen an! O tempora! O mores! Wer dächte da nicht an die bekannte Klage des Schatzmeisters aus Goethes Faust?

Auch auf Parteien, wie sie heißen,
Ist heutzutage kein Verlaß;
Sie mögen schelten oder preisen,
Gleichgültig wurden Lieb‘ und Haß.

Da verschlägt es wenig, dass die strenge Mahnung der Grünen (im Klartext: „RadlerInnen! Haltet euch an die StVO“) im Kapitel „Fahrrad-Tourismus“ eingefügt ist. Vergeblich wird der Anschein erweckt, alle „Bei-Rot-über-Kreuzung-und-ohne-Licht-FahrerInnen“ seien TouristInnen, die ihre Hälse verzückt den Herrlichkeiten rings ums Preussische Herrenhaus zuwenden. Irgendetwas bleibt immer hängen!

Die Annahme, nur die Fremden, die Auswärtigen, die Ausländer seien die Rotlicht- und BürgersteigradlerInnen, wie sie die Berliner Grünen insinuieren, steht auf recht schwachen Füßen. Eine solche Annahme, wonach die Bösen immer die anderen sind, wäre sogar ausländer- und fremdenfeindlich, ja streng genommen rassistisch zu nennen.

Die Grünen sind doch keine Law&Order-Partei, keine fremdenfeindliche Partei geworden?  Das wäre unterstes Boulevard-Niveau, etwa im Sinne der folgenden Meldung aus der BZ von heute:

Arm gebrochen: Radfahrer fährt in Fußgängerin – B.Z. Berlin – Verkehrsunfall, Radfahrer, Krankenhaus

Vorschlag dieses Blogs zur Güte:

Gehen wir doch der guten Ordnung halber und im Sinne des antirassistischen Konsenses davon aus, dass nicht alle Rotlicht- und BürgersteigradlerInnen rücksichtslose TouristInnen fremden Ursprungs sind, sondern dass einige auch Einheimische sind. Berliner Eigengewächs.

Genau in diesem Sinne belehrte mich einmal in der heimatlichen Obentrautstraße ein netter junger Mann, der vor meinen Augen bei Rot über die Fußgängerfurt radelte, dann samt Hund neben dem Radweg entgegen der Fahrtrichtung auf dem Gehweg mir entgegenradelte:

„Sie sind wohl nicht von hier aus Berlin. Das machen alle hier so.“

Aye aye, Sir! Ich habe gelernt. Mindestens dieser freundliche junge Mann war kein Tourist.

 Posted by at 12:20
Aug. 192010
 

Berlin – Moskau, aus der Sicht des Radfahrers mögen das gänzlich verschiedene Welten sein. Unser Bild zeigt ein Schild aus dem Technikmuseum der Stadt Moskau, aus dem hervorzugehen scheint, dass es von Berlin nach Moskau nur 65 km sind.

Und so gibt es Verbindendes.

„Pionier- und Zwischennutzung“ – derartige Schilder sind derzeit am Flughafen Tempelhof angebracht. Und eben solche „Pionier- und Zwischennutzer“ des Fahrrades entdeckte ich bei meinem Russland-Aufenthalt – ja, wir betätigten uns sogar selbst als eifrige „Pioniere des Fahrrades“.

Erste Trends sind klar: Die Kinder und Jugendlichen entdecken das Fahrrad für erste Ausflüge und Spritztouren. Mountainbikes gelten als Statussymbole. Fischer nutzen Mountain-Bikes für ihre Fangtouren und treideln am Fluss entlang. Im Alltagsverkehr hingegen spielt das Fahrrad noch keine Rolle. Man fährt Auto oder Metro, Bus oder Bahn, aber noch nicht Rad.

Dabei sind die Boulevards in Moskau riesig breit, es böte sich an, die rechteste Fahrspur an den acht- bis 16-spurigen Ringstraßen ganz für die Radfahrer zu reservieren: Zukunftsmusik nach Art eines Leo Tolstoi, der sich für geradezu mönchische Bescheidenheit in der Lebensführung einsetzte! Das mag sein.  Aber diese Vorschläge sind dennoch nicht unrealistisch. Denn alle sind sich einig: Die Luft in Moskau und in Russland muss besser werden. Mehr Fahrrad statt Geländewagen wäre ein Weg dahin. Man kann auch durch die neueste Scheibenbremse am Fahrrad seinen Reichtum unter Beweis stellen.

YouTube – Radfahrer an der Rubljowka 15082010009

 Posted by at 23:08

Sein Name sei Burâq!

 Europäische Galerie, Fahrrad, Freude, Islam  Kommentare deaktiviert für Sein Name sei Burâq!
Juli 282010
 

14052010004.jpg Ein äußerst verlässliches, leistungsstarkes Ross ist in alten Darstellungen der Burâq: halb Pegasus, halb Kentaur, vereint er ein Menschenantlitz mit dem Körper eines Pferdes, das mit Flügeln begabt ist. Die antike griechische Vasenmalerei bringt zahlreiche Darstellungen dieser fabelhaften Mischwesen, Goethe lässt den Kentauren namens Chiron im zweiten Akt des Faust II wertvolle Dienste als Leichtflugzeug und enzyklopädisch gebildeten Berater erbringen.

In nur einer Nacht konnte ein solcher Burâq genannter Kentaur seinen Reiter von Mekka nach Jerusalem und wieder zurück bringen.

Wir haben beschlossen, unser himmelblau und nachtschwarz geschecktes Stahlross mit dem Namen Burâq zu benennen. Bergab läuft Burâq so schnell und sicher, dass man in der Tat abzuheben meint. Auch bei Geschwindigkeiten weit jenseits der 50 km/h hält er den Geradeauslauf trefflich, schluckt Unebenheiten gutmütig weg. Wittert er den Stall, so legt er noch ein Quentchen zu. Dies stellte er am vergangenen Sonntag beim Zieleinlauf in der Brühlschen Gasse am Terassenufer in Dresden unter Beweis:

dresr10ost00571.jpg

Unsere Darstellung ganz oben zeigt den Burâq unserer Wahl auf dem Flugfeld Tempelhof, bereit zum Abheben.

Wer an älteren Darstellungen des Burâq interessiert ist, der sei auf zwei persische Darstellungen aus dem 15. Jahrhundert verwiesen, die bequem in folgendem Fundort nachzuschlagen sind:

Der Koran für Kinder und Erwachsene. Übersetzt und erläutert von Lamya Kaddor und Rabeya Müller. C.H. Beck Verlag, München 2008, S.  87 und S. 221

 Posted by at 18:41

Race Day Dresden 2010 ruft!

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Race Day Dresden 2010 ruft!
Juli 242010
 

Letzte Vorbereitungen zur Abfahrt nach Dresden. Kaum Hektik, kaum Nervosität. Wir sind gemeldet zum Race Dresden 2010. Habe diesmal als erwartete Durchschnittsgeschwindigkeit 32 km/h angegeben. Rechne mir im Ziele eine Platzierung im Mittelfeld aus (=besser als die langsamsten 30%). Das ist mein Ziel. Es ist mein erstes Radrennen in und durch das Bundesland Sachsen. Werde versuchen Ehre für meinen Heimatbezirk Friedrichshain-Kreuzberg einzulegen.

Hier ’n paar Takte aus dem Grußwort der Oberbürgermeisterin Helma Orosz:

Race Day Dresden 2010
Für die engagierte Vorbereitung danke ich besonders dem Verein Internationale Sachsen-Tour e. V., der für einen erneuten Höhepunkt im Sportkalender der Landeshauptstadt Dresden gesorgt hat. Ich bin überzeugt, die Dresdnerinnen und Dresdner werden die Fahrerinnen und Fahrer wieder gebührend an der Strecke empfangen. Zahlreiche Fans säumen dann die Straßen in und um Dresden, wo die Sportler unter den Anfeuerungsrufen ihre Höchstleistungen zeigen können.

 Posted by at 10:14
Juli 202010
 

18072010.jpg Moderne Pädogik lehnt das Nachsitzen als Bestrafung oft ab. Darüber wird manchmal diskutiert. Ich habe nichts gegen das Nachsitzen.

Ein RIE-SEN-PRO-BLEM für meine radelnden Mitstreiterinnen: die Frisur. Sie wird oft zerzaust bei Wind und Wetter. Und für die Herren: das peinliche Nachschwitzen. Darüber wird viel zu wenig diskutiert! Darüber sollte man mal reden! Oft kommt man gut gelaunt bei einem Meeting an, stellt sich artig vor, und dann hört man Dinge wie: „Von zwei, drei Treppen geraten Sie schon so ins Schwitzen?“

Kein Zweifel: Schwitzen ist uncool. Es wird auch nicht besser, je mehr man trainiert. Im Gegenteil!

Was tun? Ich plane 10 Minuten mehr ein, lege vor dem Meeting ein Ausrollen, ein Cool-down ein, und nur an dem stets mitgeführten Helm („Helm stets am Mann!“) vermag die Kennerin zu erraten, dass ich nicht standesgemäß mit dem großen Fahrzeug (= BVG), sondern mit dem kleinen Dienstfahrzeug (=Fahrrad) gekommen bin.

So läuft’s. Immer schön cool bleiben.

Das Bild zeigt den Blogger mit den 7-8 oder den ungezählten ABC-, Zusatz- und Fahrradkarten, mit denen er am Wochenende einen Familienausflug per S-Bahn und Fahrrad bestritt. Praktischer Tipp: Die vielen Fahrkarten lassen sich bequem in eine Hand nehmen und dann als kühlender Gesichtsfächer verwenden.

Hübsch ist auch der folgende kleine Ausschnitt:

Berlin INTERN: Guttenberg gratuliert BILD-Reportern zu ihrem „streitbaren Buch“ – News – Bild.de
Der CSU-Politiker war vielmehr bei 35 Grad auf dem Fahrrad ins Berliner „Café Einstein“ gekommen und litt unter dem, was Sportler „Nach-Schwitzen“ nennen

 Posted by at 14:52
Juli 192010
 

11072010002.jpg Der Mensch ist ein laufendes, ein schwitzendes Wesen. So schildert ihn die Bibel, so schildern ihn die Biologen, so schildern ihn die Sprachen aller Nationen. Unzählbar sind die Redewendungen mit „gehen“. Ça va bien, eh? Es geht gut, oder? Everything goes well.

Minister zu Guttenberg glaubte sich kürzlich entschuldigen zu müssen, weil er nach dem Radfahren mit einem schwitzenden Gesicht im Café Einstein dasaß und zum Afghanistan-Krieg Rede und Antwort stand. I wo, Herr Minister! „Im Schweiße deines Angesichts“, so sollst du dein Brot verdienen. Was ist so schlimm, wenn man schwitzt?

Was ist so schlimm, wenn man zu Fuß geht? Dies hat endlich auch der Senat erkannt. Die Förderung des Fußverkehrs hat er sich zum Ziel gesetzt. Gut so, warum erst jetzt? Ich mache mit! Ich bremse auch für Fußgänger. Das ist doch EHRENSACHE für einen Radfahrer. Es wird schon gehen.

Das gute Miteinander wächst von unten her, vom Prinzip der Subsidiarität: Was du zu Fuß erledigen kannst, erledige zu Fuß. Was du zu Rad erledigen kannst, erledige mit dem Rad. Was du mit der BVG oder dem Taxi erledigen kannst, erledige mit der BVG oder dem Taxi.

Das ist Subsidiarität. Uraltes Prinzip der katholischen Soziallehre 🙂

Bild: Fußverkehrfeindliche Autos im Tegeler Forst, dauergeparkt im absoluten Halteverbot.

Hauptstadt der Fußgänger – Berliner Zeitung
Viele Fußgänger fühlen sich belästigt, weil ihnen Radfahrer die Gehwege streitig machen. Auch dazu soll es ein Projekt geben – eine Kampagne für ein besseres Miteinander. Kenner des Berliner Verkehrs fragen sich allerdings, ob die Nachricht bei allen Radfahrern ankommen wird. Doch einen Versuch wäre es wert, so der Senat.

 Posted by at 00:02

Ein Helmbruch tut nicht so arg weh

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Ein Helmbruch tut nicht so arg weh
Juli 092010
 

„Der Helm ist die preiswerteste Lebensversicherung, die du als Radsportler abschließen kannst. Alles andere ist leichtsinnig.“ So der ehemalige Rad-Profi Jörg Ludewig in der aktuellen Ausgabe  von Roadbike (Juli 2010, S. 43).

Da fällt mir ein: Erst in den letzten Wochen traf ich zwei Berliner Alltagsradfahrer, die nach einem Sturz bzw. einem Aufprall die Zerstörung ihres Fahrradhelms zu beklagen hatten. Aber – sie beklagten sich nicht! „Der Helm ist hin – zerbröselt, ich hatte einfach den Pfosten nicht gesehen“, erzählte mir erleichtert ein Jugendlicher. Wieso war er „erleichtert“? Ein wirklich sehr guter, renntauglicher Helm kostet laut aktuellem Roadbike-Test ab 70 Euro aufwärts! Für einen Jugendlichen ist das doch ein herber finanzieller Verlust.

Ich erklär mir das so: Diese beiden Berliner Alltags-Radfahrer waren offenkundig erleichtert, dass ihr Kopf nicht den helmzerstörenden Aufprall ungemindert abzufangen hatte. So ein „Helmbruch“ tat ihnen offenkundig nicht weh. Der „Helmbruch“ war ihnen offenkundig lieber als der „Schädelbruch“. Und ehrlich gesagt: Darin verstehe ich sie.

Helme – roadbike.de

 Posted by at 13:36

Senat holt Radler auf die Straße – weniger Platz für Autos

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Senat holt Radler auf die Straße – weniger Platz für Autos
Juni 122010
 

Gute Sache: mehr Radler auf die Straße! Also erweisen wir uns dessen würdig und lassen die Fußgänger unbedrängt! Der Tagesspiegel berichtet:

Millioneninvestition: Senat holt Radler auf die Straße – weniger Platz für Autos – Verkehr – Berlin – Tagesspiegel
Mit mehr und besseren Wegen sollen nun noch mehr Menschen aufs Rad umsteigen: 2010 und 2011 werden etwa 30 Kilometer neue Radspuren gebaut. Der Chefplaner der Senatsverkehrsverwaltung, Heribert Guggenthaler, nennt Beispiele: in der Warschauer Straße in Friedrichshain, der Turmstraße in Moabit, der Karl-Marx-Straße in Neukölln, der Müllerstraße in Wedding und der Schloßstraße in Steglitz.

In der Warschauer Straße fallen fast alle Stellplätze weg, „anders ist die Radspur nicht unterzubringen“, sagt Bezirksbürgermeister Franz Schulz. Finanziert wird das Vorhaben 2011 (auf ganzer Länge von Warschauer Brücke bis Frankfurter Tor) aus Mitteln der Städtebauförderung.

 Posted by at 19:56

Wildgewordene Pferde und bedächtige Genießer – ADFC Sternfahrt 2010

 ADFC, Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Wildgewordene Pferde und bedächtige Genießer – ADFC Sternfahrt 2010
Juni 062010
 

06062010011.jpg Wieder einen herrlichen Tag verbrachten wir im Sattel mit Freunden.  Heute auf der Sternfahrt des ADFC Berlin. Herrliches Wetter! Beschwingte Fahrt! Die anderen Rennradler brannten uns bereits knapp hinter Frankfurt/Oder durch wie wildgewordene Pferde. Wir – das Team Groß&Klein – beschlossen großmütig, sie ziehen zu lassen!

Dann bildeten wir mit einigen anderen Genießern den „Trupp der Versprengten“, der sich für die Schönheiten mehr Zeit nahm: Booßen, Treplin, Petershagen, Georgenthal, Wilmersdorf, Falkenberg, Berkenbrück, Fürstenwalde, Hangelsberge.

In Hangelsberge erkärten wir unsere Sternfahrt für beendet und nahmen den Regionalzug zurück nach Berlin.

Hier geht’s zur beliebten Video-Berichterstattung:

YouTube – Sternfahrt ADFC 2010 Start 06062010.mp4

Sternfahrt 1, Sternfahrt 2, Sternfahrt 3, Sternfahrt 4

 Posted by at 19:57
Juni 042010
 

26052010.jpg Als sichere Verkehrsführung gilt im Radverkehr der Radstreifen, wie er etwa hier zu sehen ist. „Radfahren – aber sicher!“ Ein sehr gutes Motto für die diesjährige ADFC-Fahrradsternfahrt! Welcher kluge Kopf mag sich wohl dieses Motto ausgedacht haben? 🙂

Dass dieses Motto berechtigt ist, erfahren wir soeben aus der Zeitung. Innerhalb  weniger Stunden gab es 5 Verletzte bei Radunfällen:

Verkehr: Fünf Verletzte bei Fahrradunfällen – Polizei & Justiz – Berlin – Tagesspiegel
Bei einem der Unfälle war eine 51-jährige Fahrradfahrerin in Hellersdorf gegen die Gabel eines Gabelstaplers gefahren und gestürzt, teilte die Polizei mit. In Pankow wurden ein Radfahrer und ein Fußgänger verletzt, als sie auf einem Gehweg zusammenstießen. In Friedrichshain wurde ein 56-Jähriger verletzt, als er mit seinem Fahrrad plötzlich auf die Straße fuhr und mit einem Auto kollidierte.

Zu einer weiteren Kollision einer Radfahrerin mit einem Pkw kam es in Prenzlauer Berg. Die 27-jährige Radfahrerin war bei Rot gefahren.

Analyse: Drei häufige und eine seltene Unfallursache sind hier benannt:

Das verbotene Gehwegradeln ist – statistisch gesehen – eine typische Gefahrenquelle.

Das plötzliche und unvorsichtige Einfahren des Radfahrenden auf die Straße ist eine typische Gefahrenquelle. Allgemein gilt: Jeder plötzliche Richtungswechsel beim Radfahren ist gefährlicher als das „Mitschwimmen“ im Verkehrsfluss.

Das verbotene Überfahren des Rotlichts ist ebenfalls eine typische Gefahrenquelle.

Das Auffahren auf unvorhergesehene feste Hindernisse ist – statistisch gesehen – eine eher untypische Gefahrenquelle.

 Posted by at 12:08

„Wir dürfen nicht zu viel Werbung für das Rad machen!“

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für „Wir dürfen nicht zu viel Werbung für das Rad machen!“
Juni 022010
 

02062010003.jpg Diesen Satz habe ich mehrfach öffentlich von Umweltaktivisten gehört. Es sei einfach noch nicht sicher genug, noch nicht bequem genug. Die Radfahrer seien noch zu benachteiligt.

Ich halte nichts von dieser Werbe-Bremse. Ich meine: Je mehr die Leute Rad fahren, desto besser. Je mehr Radverkehr wir auf die Straßen und Radwege bekommen, desto besser! Ich teile also die Meinung der ADFC-Landesvorsitzenden Sarah Stark. Im Aufruf zur ADFC-Sternfahrt am kommenden 6. Juni schreibt sie:

Trotz der Unfälle ist das Rad ein sehr sicheres Verkehrsmittel – im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln sind Radfahrer unterproportional an Unfällen beteiligt. Sarah Stark, Landesvorsitzende des ADFC Berlin e.V., erklärt: „Radfahren macht in erster Linie Spaß und ist gesund – und je mehr Radfahrer unterwegs sind, desto sicherer wird es für den einzelnen.“ Das Motto ist also auch Spiegel der großstädtischen Mentalität der Berliner mit Vorbildfunktion: „Radfahren – aber sicher!“

 Posted by at 15:27