Bezahlter Vollrausch, oder: Ist Solidarität gleichbedeutend mit Zahlungsbereitschaft?

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Aug. 242011
 

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„Berlin wird auf Jahrzehnte hinaus noch auf die Solidarität der anderen Bundesländer angewiesen sein!“, das ist so ein typischer Berliner-Landespolitik-Satz, im Jammerton vorgetragen von wohlgenährten Polit-Profis, bei dem ich mir – auch auf Parteitagen – gerne die Freiheit herausnehme versonnen in mich hineinzulächeln. Ja, ja, ich lächle, versonnen. Ich bin so frei. Bezahlter Vollrausch! Gemeint ist: Zahlt mal hübsch weiter, ihr reichen Bundesländer!

„Solidarität“ wird heute meist als Zahlungsbereitschaft des Gemeinwesens für staatlich anerzogene Opferhaltung missverstanden.  So entstehen dann die typischen generationenübergreifenden Hilfekarrieren.

Ich meine: Solidarität kann nur von unten aufwachsen: Solidarität mit dem Menschen, für den man oder frau Verantwortung trägt. Zum Beispiel der Vater für die Kinder. Vater hat sich für den Alkohol und gegen die Familie entschieden“,  lest Berliner Morgenpost heute, S. 13! Der saufende Vater handelt gegen die Solidarität – mit verheerenden Folgen für die Tochter, die ebenfalls alkoholgefährdet ist.

Die Kosten der zunehmenden Trunksucht bei Jugendlichen trägt der Staat: Bildungsversagen, Berufsversagen, teure Reha-Maßnahmen. Hätte der Vater sich für die Familie und gegen den Alkohol entschieden, blieben diese Kosten uns allen erspart. Man könnte sagen: Der saufende Vater, der sich nicht um die Tochter kümmert, handelt unmoralisch.

Ein Mangel an Solidarität innnerhalb der Familie ist meistens die Ursache für schulisches Scheitern, Kriminalität und Drogensucht.

Wie im Kleinen, so im Großen!

Guter Punkt, den der Bundespräsident da aufgreift!

EZB-Politik: Wulff greift Euro-Retter an – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Zudem könne sich „auch der Bürger unmoralisch verhalten, wenn er die Insolvenz nur herauszögert.“ Es sei „ein Missverständnis, Solidarität allein an der Bereitschaft zu bemessen, andere finanziell zu unterstützen“.

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Aug. 042011
 

Guten Morgen allerseits. Hier ein paar empirisch nachweisbare, schwer verdauliche Wahrheiten zum Frühstück:

Wahrheit Nummer 1: Weiterhin werden die nachweislich mathematisch falschen Statistiken des DIW weiterverbreitet, wonach jedes 6. Kind in Deutschland armutsgefährdet ist! Dahinter stecken Rechenfehler, die das DIW selbst eingeräumt hat. Weg damit in die Tonne! Selbst nach den offiziellen Kriterien ist bei korrekter Rechnung jedes 12. Kind armutsgefährdet.  In kaum einem anderen Land ist echte Armut so selten wie in Deutschland oder den skandinavischen Ländern.

Wahrheit Nummer 2: Es gibt in Deutschland einen negativ inversen Zusammenhang zwischen staatlicher Kinderbetreuung und Kinderzahl. Je besser die staatliche Kinderbetreuung ausgebaut ist, desto geringer die Kinderzahl.

Wahrheit Nummer 3: Die staatliche Familienförderung der letzten Jahre hat keinen messbaren Effekt auf die Kinderzahl gehabt. Sie hat offenbar viel gekostet und nichts gebracht.

Wahrheit Nummer 4: Größter Risikofaktor für Gesundheit und Wohlergehen der Kinder ist nicht materielle „Armut“, sondern die Trennung der Eltern oder das Fehlen des Vaters. 3 Viertel aller psychotherapeutisch behandlungsbedürftigen Kinder kommen aus Ein-Elter-Familien.

Wahrheit Nummer 5: Wenn sich allmählich als Alternative zur traditionellen IchwillSpaßundSelbstverwirklichungs-Single-Gesellschaft das innovative, moderne Leitbild der Familie (Mama und Papa samt Kindern mit Verwandtennetzwerk drumherum) durchsetzte, würden sich zahlreiche Probleme des Kindermangels, der psychischen Störungen, Probleme der demographischen Schrumpfung  und des Pflegenotstandes viel leichter lösen lassen.

Statistik: Deutschland verliert seine Kinder – Panorama – Aktuelle Nachrichten zum Thema Boulevard, TV, Prominente, Musik. – Augsburger Allgemeine

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Ist der Abbau der Polizei an der Gewalt in der BVG schuld?

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Mai 182011
 

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Nun, unsere „Aufräumer“ erwecken gerne den Eindruck, wegen des Abbaus der Polizei habe die Verrohung der Jugend zugenommen. Da es zu wenig Polizisten und Streifen in den U-Bahnhöfen gebe, werde dort so häufig zugeschlagen. Der Boulevard titelt „Wowi räumt auf“ und Wowereit steckt gleich mal 30 Millionen in neue Polizeistellen – rechtzeitig zum Wahltag.

Ich meine: Die Gewalt bei Jugendlichen und jungen Männern nimmt ihren Ausgang in der Familie.  Jugendliche mit treusorgenden, strengen und liebevollen Vätern und Müttern werden nicht gewalttätig, werden nicht kriminell, werden nicht drogensüchtig.

Sinnvoller wäre es also gewesen, die Millionen in der Frühförderung von Kindern und Familien, in der Familienbildung anzulegen! Aber das Wort Familie kam bei Wowereit 10 Jahre lang nicht vor … jetzt hat er es gelernt.  Rechtzeitig zum Wahlkampf.

„Familienbildung“ – ein spannendes Thema, zu dem ich mir viele Aussagen und Veranstaltungen der Aufräumer wünsche.

Welche Rolle spielen Vater und Mutter für den Zusammenhalt der Gesellschaft, o Aufräumer? Ist die Familie ein Auslaufmodell? Wird sie durch den Staat ersetzt wie im alten Sparta?

Bedenkt, ehe ihr antwortet: Jeder Monat Heimerziehung außerhalb des Auslaufmodells Familie kostet den Staat 3000-4000 Euro.

Jeder Tag Unterbringung in einem geschlossenen Heim für Intensivtäter kostet den Staat etwa 300 Euro/Intensivtäter.

Familie, Kita, Grundschule – da spielt die Musik. Zu diesem Dreiklang müssen die Aufräumer Stellung beziehen. Hier, genau hier  – nicht an der Zahl der Polizisten und auch nicht in der Strafjustiz – entscheidet sich die Zukunft der Gesellschaft.

Was meinen Klaus Wowereit, Frank Henkel und Renate Künast dazu? Ich wüsste es gerne.

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„Die Familie hat alles richtig gemacht!“ Es lebe die Familie!

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Mai 092011
 

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Guter Bericht über eine Kreuzberger Familie, die  vor zwei Jahren bewusst aufs Auto verzichtet hat! Sie hat höhere Lebensqualität, mehr Geld für Kultur&Mildtätigkeit&Reisen&Musik&Sport&Bücher&die nähere Umgebung! Also, ich kann es nur empfehlen …

Versicherungen fürs Fahrrad | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg
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 Posted by at 22:34
Mai 052011
 

In einem internen Papier für die Berliner CDU schrieb ich vor wenigen Tagen: „Die Ursachen der in Schwere und Bösartigkeit alarmierenden Jugendgewalt liegen fast ausschließlich in einem Versagen der Familie. Die allermeisten jugendlichen Gewalttäter kommen aus einem häuslichen Umfeld, in dem es entweder an emotionaler Geborgenheit oder an fester Regelsetzung fehlt – im schlimmsten Fall an beidem: Prügeleien, häufige Brutalitäten in der Familie können sich ebenso nachteilig auf die Kinder auswirken wie grenzenlose Verhätschelung, gleichgültige Vernachlässigung oder plötzlicher, unerklärter Fortfall eines Elternteils. Kurzfristig ist raschere, fühlbar als Nachteil  empfundene Bestrafung das Mittel der Wahl.

Langfristig besteht die beste Gewaltprävention in der intensiven Vorbereitung aller Kinder auf ein gutes Leben in Familien, auf gutes Erziehen in Familien. Diese Aufgabe der frühzeitigen Familienbildung und Familienerziehung kommt mehr und mehr den Kitas und Schulen zu. Sie müssen durch ihr Beispiel die Kinder jene Achtung und Liebe, jene Strenge und Wertschätzung lehren, die die beste Gewähr für einen gewaltfreien, respektvollen Umgang aller Menschen ist.“

Es ist auffallend zu sehen, wie sehr die Fachleute doch mittlerweile übereinstimmen, dass die Familie die entscheidende Größe im Aufwachsen der Jugendlichen ist und bleibt – mehr als die Schule, mehr als die Gleichaltrigen. Die Ursachen der Jugendgewalt sind nicht „gesellschaftlich“ und nicht „politisch“, sondern „familiär“. Gäbe es keine zerrütteten und moralisch korrumpierten Familien, dann hätten wir kein Problem mit Jugendkriminalität!

Als beliebigen Beleg kann ich hier ein Interview mit Hans-Jürgen Kerner  anführen, in dem er den familiären Ursprung der Jugendgewalt als ein unbezweifelbares Faktum hinstellt:

 Kriminologe Hans-Jürgen Kerner: „Junge Gewalttäter sind keine Monster“ – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – SchulSPIEGEL
Gewalt von Söhnen aus sogenanntem guten Hause überrascht mich nicht sonderlich. Nach außen hin geordnete Familien können innerlich zerrüttet und moralisch korrumpiert sein. Das sehen wir in Forschungen immer wieder. Vom mittleren Mittelstand aufwärts sind die Fähigkeiten, eine Fassade zu erstellen und aufrecht zu erhalten, erstaunlich kreativ ausgeprägt.

Es ist schon merkwürdig, dass bisher keine Partei – selbst meine Partei nicht – aus diesen so offenkundigen Befunden die Schlussfolgerung zieht, die Schule müsse bewusst auf gutes Zusammenleben in Familien hin erziehen. Dabei liegt es doch fast auf der Hand:

Wenn die Kinder Glück haben, lernen sie “Familie” in der Herkunftsfamilie. Wenn sie Pech haben, lernen sie es nie – und werden es auch durch die Sozialhilfe nicht lernen.

Würden Kinder an den staatlichen Bildungseinrichtungen auf allen Altersstufen bewusst und sorgfältig auf das Zusammenleben in Familien hin erzogen, könnten sie später den überragend wichtigen Schritt zur Gründung einer Familie selbstbewusst und voller Zutrauen in die eigenen Kräfte gehen. Von überragender, vielleicht sogar von entscheidender  Bedeutung ist dabei das Einüben einer tauglichen Rollenerwartung für die werdenden Väter.

Familienbildung, Familienerziehung muss deshalb bereits in der Grundschule beginnen. Die Schulen sollen wichtige Themen des Familienlebens entsprechend dem Reifegrad der Kinder fest in den Sach- und Deutschunterricht einbauen. Dazu gehört vor allem das Kochen, die Haushaltsführung, die Pflege eines geordneten häuslichen und städtischen Umfeldes, die Achtung vor den Eltern und Lehrern, die Höflichkeit, die Erziehung und Pflege von Babies und kleinen Kindern. Alle Jungen und Mädchen sollen gleichermaßen in diesen wichtigen Themenkreisen unterwiesen werden.

Was zurzeit noch zunehmend dem Staat und seinen Institutionen (der Sozialarbeit, der Polizei, der Justiz) aufgebürdet wird („darum muss ER –  der STAAT sich kümmern!“), muss wieder von den subsidiären Gemeinschaften, also der Familie, der Verwandtschaft, der Nachbarschaft im Geiste des „WIR“ ausgefüllt werden

Wo ER war, soll WIR werden!

 Posted by at 23:40

Sind Eltern bessere Menschen?

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Mai 042011
 

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„Sind Eltern bessere Menschen?“, fragte mich kürzlich eine Freundin. Ich antwortete: Eltern sind nicht bessere Menschen, aber die Erfahrung des Elternseins hat eine zum Guten hin verändernde Kraft. Manche – so zum Beispiel der hier Erzählend-Geigende – lernten spät und mühsam im Wesentlichen dadurch Hingabe an einen anderen Menschen. Andere – auch Kinderlose! – waren mir darin ein fast unerreichbares Vorbild: die vielen Kita-Erzieherinnen, Grundschul-Lehrerinnen, Krankenschwestern, Klosterschwestern, Sozialarbeiter, Familienhelfer, denen ich in meinem Leben begegnet bin.

„Soziale Elternschaft“ – das wär’s! Das würde so vielen Erwachsenen einen Sinn geben, den sie sonst nicht finden.

Männliche Aufsichtsratsmitglieder bevorzugen ihresgleichen, biodeutsche Redakteure in Zeitungen bevorzugen ihresgleichen, Kinderlose bevorzugen Kinderlose – ich sehe mit Erstaunen, wie sich oftmals homogene Gruppen anhand des Kinderhabens oder Nicht-Kinderhabens bilden. Das ist nicht so gut. Ich bin für die richtige Mischung.


 Posted by at 07:19
Apr. 262011
 

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Na, mal kucken, ob sich jemand verlocken lässt … dann werden wir mal ein paar neue Register auf der Orgel ziehen! Oder muss es heißen: neue Saiten aufziehen?

Jetzt aber wirklich: Politik zum Selbermachen! | Politikselbermachen
Neben unseren regelmäßigen Treffen an jedem Donnerstag um 18 Uhr, die eine Fülle neuer Einsichten gebracht haben, steht am 6. und 7. Mai der CDU-Landesparteitag an. Unser Ortsverband stellt 2 (Ersatz-)Delegierte, die höchstwahrscheinlich auch mit Wahlrecht zum Zuge kommen werden: Johannes Hampel und Tobias Bauer.
Wir werden die beiden nächsten Stammtische am Donnerstag 18 Uhr dazu nutzen, Anträge zu besprechen und auszuformulieren! An diesem Donnerstag geht es vorrangig um die deutsche Sprache, Familie, Schulsingen und Immobilien! Kommen Sie zahlreich – Mitglieder und Nichtmitglieder!
Sie haben die Chance, die Politik der CDU, die sich anschickt stärkste Partei in Berlin zu werden und mit Frank Henkel den nächsten Regierenden Bürgermeister zu stellen, aktiv zu beeinflussen.
Politik zum Selbermachen!
Ich schlage Anträge zu folgenden Themen vor:
– Der größte Schatz: Deutsche Sprache hegen und pflegen!
– Schulsingen – der Prinzen- und Prinzessinnenweg zu besserem Lernen
– Platz gemacht für junge Familien mit Kindern: Nachverdichtung städtischen Raumes durch privat finanzierten Neubau familiengerechter preiswerter Wohnungen für niedrige Einkommen
– Jetzt wird’s aber Zeit: Wo bleibt die Verantwortung der Eltern?
– Familien als Teil der Schulgemeinschaft – der Schlüssel zu besseren Schülern
– Hilfe! Wir kriegen Kinder! Familienbildung und Hauswirtschaftslehre für Jungen und Mädchen
– Fahrradverkehr gegen alle? – Die Freiheit der Wahl
– Unterricht garantieren – Klassenfrequenzen erhöhen! Haushaltskonsolidierung als vertrauensbildende Maßnahme konkret in Wahlkampf übersetzen!
– Junge Adler aus dem Nest stoßen: So wirst du erwachsen

Antragsentwürfe bringe ich an diesem Donnerstag zur Beratung mit, Sie können und sollen ebenfalls Ihre Anträge und Wünsche mit einbringen. Was soll noch rein ins Wahlprogramm?

Bild: Alte Pfeifen der ausgebauten Schuke-Orgel aus der Thomas-Kirche in Leipzig, gestern aufgenommen in der Marienkirche Fürstenwalde

 Posted by at 17:49
Apr. 202011
 

Auf S. 1 berichtet heute die Berliner Morgenpost über die repräsentative Allensbach-Studie, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

72% der Lehrer beobachten, dass Eltern zu wenig Zeit für ihre Kinder haben. 74% der Hauptschullehrer glauben, dass Eltern sich zu wenig für die schulischen Leistungen ihres Nachwuchses interessieren. Die besten schulpolitischen Rahmenbedingungen bieten aus Sicht der Lehrer Bayern (49%) und Baden-Württemberg (37%).

90 Prozent der befragten Lehrer sehen ihre Schüler von den Medien geprägt, materialistisch eingestellt (71 Prozent) und durch Konzentrationsprobleme behindert (75 Prozent). Zudem seien sie selbstbezogen (59 Prozent) und sehr an Äußerlichkeiten orientiert (58%). 60 Prozent der Lehrer gaben an, der Unterricht und der Umgang mit Schülern sei in den vergangenen fünf bis zehn Jahren anstrengender geworden.

Bildung – Deutschlands Lehrer wünschen sich bessere Eltern – Titelseite – Berliner Morgenpost – Berlin.

 Posted by at 15:34

Brauchen wir „Familienbildung“?

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Apr. 132011
 

Ich meine: ja!

Unter Familienbildung versteht man heute eine Weiterentwicklung der herkömmlichen betreuenden Sozialarbeit. Eltern werden nicht als zu betreuende Mündel der „Versorgung“ gesehen. Eltern und Kinder sollen unter Anleitung von Fachkräften und im Verein mit anderen Familien lernen, wie sie Kindern ein liebevolles Zuhause schaffen, wie sie Konflikte ohne Gewalt austragen und füreinander dauerhaft Verantwortung übernehmen.

Familienbildung ist Teil des präventiven Kinderschutzes. Gewalttätigkeiten kommen häufig von der Erfahrung eigener Ohnmacht in der eigenen Kindheit.

Kinder brauchen die Erfahrung der liebevollen Fürsorge und der Zuwendung – aber auch die Erfahrung fester Grenzen. Beides sollen oder sollten eigentlich zunächst einmal die Mütter und Väter in den Familien bieten. Eine Gesellschaft, die nicht beständig darauf hinarbeitet, dass die Familien möglichst allen Kindern Geborgenheit, Liebe und feste Regeln bieten, droht sich selbst aufzugeben.

Familienbildung ist EIN großes Thema, vielleicht sogar DAS große Thema der Gewalt- und Kriminalitätsdebatte!

 Posted by at 23:27

Wozu lohnt es sich zu arbeiten?

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Apr. 122011
 

Gespräch über kriminelle Jugendliche. Wer oder was ist schuld kriminellen Karrieren? Die Umstände? Der Staat? Die zerrütteten Familien? Das schnelle Geld? Der Sozialstaat? Die langweilige Dauerperspektive auf ein bequemes Leben?

Letztlich entscheidend ist für mich:

Ich möchte, dass die Jungs von Kindesbeinen an erfahren: „Ja, ich kann mir eine Zukunft schaffen. Durch eifriges Bemühen, durch Nacheifern. Wenn ich hart arbeite, werde ich mir irgendwann sogar eine eigene Wohnung leisten können. Wenn ich hart an mir arbeite und ehrlich Geld verdiene, werde ich interessant für Frauen und ich werde sogar eine Familie gründen.“ Der Wunsch nach einer eigenen Familie mit Kindern ist bei fast allen kriminellen Männern und Jugendlichen, die ich kennengelernt habe, geradezu übermächtig. Er ist auf lange Sicht der größte Antrieb dafür, wieder auf die rechte Bahn zu gelangen.

 Posted by at 22:17

Kann Sozialarbeit die Probleme der Familie lösen?

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Apr. 042011
 

„In der Sprechstunde sitzt inzwischen eine 16-Jährige am Tisch, die auf Staatskosten in einer Wohngemeinschaft untergebracht und in eine Ausbildung vermittelt wurde. Dort macht sie neuerdings Schwierigkeiten. Sie ist mit zwei Betreuerinnen angereist und macht den Eindruck, als halte sie den finanziellen wie personellen Aufwand, der ihretwegen betrieben wird, für das Normalste der Welt.“

Der Unterschied zwischen der Arbeit der Sozialämter in Spandau und Friedrichshain-Kreuzberg scheint sehr geringfügig zu sein. Der Bericht aus dem Sozialamt Spandau, wie ihn Ariane Bemmer im Tagesspiegel heute bringt, weist andere Straßennamen auf. Ich bin sicher: Würde man die Spandauer Straßennamen durch Kreuzberger Straßennamen ersetzen, ergäbe sich ein ebenso glaubwürdiges Bild!

Die Sozialarbeiter vollbringen fast Übermenschliches. Dies um so mehr, als ihnen mit großer Gewissheit „die Arbeit nicht ausgeht“. Je mehr die Gesellschaft auf korrektive Maßnahmen – also Sozialarbeit, staatliche Fürsorge, Heimunterbringung, Ganztagsbetreuung – setzt, desto stärker wird bei den Menschen der Sog, innerfamiliäre Probleme in den Händen des Staates „gut aufgehoben zu wissen“. Alle seufzen erleichtert auf: „Es gibt ja zum Glück die Sozialarbeit!“ Die Berliner SPD etwa fordert beharrlich seit Jahrzehnten, an jeder Problemschule eine Sozialstation einzurichten – wohl wissend, dass eine „typische“ Problemfamilie mit acht oder zehn Kindern genug Arbeit für drei Sozialarbeiterinnen bietet und eine gesamte Schulstation rund um die Uhr auslasten kann.

Schreibt man diesen Trend langfristig fort, könnte man letztlich die gesamten Bildungsausgaben in die Sozialarbeit, in Familienhilfe, in Hilfen zur Erziehung usw. umlenken. Genau diese Posten steigen etwa im neuesten Haushaltsansatz des Berliner Senats um sagenhafte 8% über Plan! Dies kann aber langfristig nicht der Ausweg sein.

Sozialarbeit: Flüstern oder Schreien – Familie – Berlin – Tagesspiegel

Was ist ein echter Ausweg? Wir schlagen einen Weg vor, der bisher noch nicht beschritten worden ist: Das Einüben, das Anerziehen guter Familienpraxis über Kita und Schule. Kita und Schule sollen die Kinder auf allen Altersstufen lehren, wie Familien gut erziehen, gut zusammen leben, gut zusammen wachsen. Innerhalb von nur zwei bis drei Jahrzehnten könnte dann eine neue Generation von weitgehend intakten Familien heranwachsen. Der zur Zeit exponentiell wachsende Bedarf an Sozialarbeit und Familienhilfe würde sich in 10 oder 20 Jahren auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau einpendeln.

Das so wichtige schulische Unterrichtsgebiet „Praktische Familienkunde“ gibt es bis jetzt nur in Ansätzen. Es fehlt in Kita und Schule fast völlig an der bewussten, normsetzenden Erziehung zur Familie hin. Seien wir doch ehrlich: „Lebe so, wie es dir passt! Hol dir vom Staat, was du brauchst und kriegen kannst!“ Das ist heute der Tenor. Folge: Die Buben und Mädchen lernen in Kita und Schule nicht, wie man gesund und lecker kocht, wie man eine Familie gründet, wie man einen Haushalt führt, wie man Kinder erziehen soll. Viele junge Eltern sind mit diesen Aufgaben heillos überfordert.

Wenn die Kinder Glück haben, lernen sie „Familie“ in der Herkunftsfamilie. Wenn sie Pech haben, lernen sie es nie – und werden es auch durch die Sozialhilfe nicht lernen.

Würden Kinder an den staatlichen Bildungseinrichtungen auf allen Altersstufen bewusst und sorgfältig auf das Zusammenleben in Familien hin erzogen, könnten sie später den überragend wichtigen Schritt zur Gründung einer Familie selbstbewusst und voller Zutrauen in die eigenen Kräfte gehen. Von überragender, vielleicht sogar von entscheidender  Bedeutung ist dabei das Einüben einer tauglichen Rollenerwartung für die werdenden Väter. Denn sehr oft ist es das Versagen oder das Fehlen der Väter, welches zum Zerbrechen der Familie führt. Gefragt ist also normsetzende Erziehung zu echter Väterlichkeit, in alter Sprache: Erziehung zu Sittlichkeit und Mündigkeit.

Sozialarbeit – so wichtig sie ist, so bewundernswert die Mühe der Sozialarbeiterinnen ist, so sehr wir ihnen dankbar sein müssen – kann stets nur notdürftige Reparaturarbeit leisten.

Gesunde, intakte Familien mit Vater, Mutter und Kindern sind die dezentralen, die regenerativen Kraftwerke, aus denen Gesellschaften ihre Energie beziehen. Die Politik kann und soll diese Einsicht in konkrete Schritte münden lassen. Wir brauchen Familienerziehung an allen Berliner Schulen. Jetzt.

 Posted by at 10:49
März 302011
 

„Was für eine dumme Frage!“, werdet ihr mir antworten! „Sie tun es, wenn sie es wollen. Der Staat soll sich gefälligst heraushalten aus der Lebensplanung.“ Etwa 50% aller Haushalte in Berlin sind heute Single-Haushalte. Die Familie mit Kindern wird zum Ausnahmemodell, die WGs sind allenfalls eine Zwischenlösung. Der Staat übernimmt dank Sozialhilfe, Wohngeld, Hilfen zum Lebensunterhalt jede Garantie dafür, dass jeder so leben kann, wie sie oder er will. Es herrscht keinerlei wirtschaftlicher Druck mehr, zu Familien zusammenzuziehen oder in Familien zusammenzuwohnen. Das Single wird zur entscheidenden Größe der Wohnungspolitik, der Baupolitik, der Stadtplanung! Die Nachfrage nach kleinen Wohnungen wird zunehmen, das Geschrei von Wohnungsnot hebt schon an, da nicht mehr alle Wünsche nach Single-Wohnungen befriedigt werden können.

Mich stimmen solche Befunde eher nachdenklich. In dem Maße wie Familien zum Ausnahmemodell werden, werden Kinder zur Störgröße! Kinder, so meine ich, gedeihen am besten, wenn sie mit Vater und Mutter und mit anderen Kindern zusammenwohnen. Ökologisch gesehen sind Single-Haushalte kontraproduktiv, da besonders teuer.

Eine Stadtgesellschaft wie die unsrige, die de facto das Single zum Leitbild erhebt, lebt auf Kosten ihrer eigenen Zukunft. Sie fördert Egoismus und Einsamkeit. Ich finde das sehr problematisch – in jedem Sinne: psychologisch, ökologisch, ökonomisch und moralisch. Die Alten und die Kranken vereinsamen in der Single-Gesellschaft fast notwendigerweise.

Single-Boom: Deutschland wird zur Republik der Mini-Haushalte – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft

Besonders gering ist der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Mitgliedern in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Bereits 2009 lebte dort in jedem zweiten Haushalt nur eine Person. Bis 2030 steigt voraussichtlich der Anteil der Single-Haushalte in Bremen auf 54, in Hamburg auf 55 und in Berlin sogar auf 58 Prozent

 Posted by at 18:15
Feb. 222011
 

Wenn es fünf Laster der Berliner  Landespolitik gibt – dann muss es doch auch Tugenden geben? Was meint ihr?

Ich stehe nicht an, diese Tugenden zu benennen. Tugenden sind vorbildliche Haltungen eines Menschen, die sich oftmals in kurzen, prägnanten Sprüchen niederschlagen.

Ein Beispiel:

„Es kommt darauf an, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.“

Der Satz gefällt mir sehr. Aufgeschrieben und veröffentlicht hat ihn Fatina Keilani im heutigen Tagesspiegel auf S. 11. Gesagt hat diesen Satz  – „es kommt darauf an, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen“ – Sawsan Chebli, eine in Berlin geborene und aufgewachsene Deutsche, derzeit Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten in der Berliner Innenverwaltung.

Verantwortung für das eigene  Handeln – man könnte auch sagen: persönliche Verantwortung.  Das heißt: nicht immer sich hinausreden auf „die Umstände“, „die Bedingungen“ usw. Was Sawsan Chebli in diesem Satz ausspricht, ist genau das, was in der Berliner Politik am meisten fehlt: der Sinn für persönliche, für eigene  Verantwortung. Alle zeigen mit dem Finger auf andere: DER war’s – Landowsky. Oder DIE war’s: Annette Fugmann-Heesing, die damalige Finanzsenatorin, die allen Erlöszusagen Landowskys zustimmte.

Ich halte  Verantwortung in genau dem ethischen Sinne, den Sawsan Chebli heute im Tagesspiegel benennt, für unerlässlich, für eine Grundbedingung dessen, dass Freiheit gelingen kann. Nur aus dieser Tugend der Verantwortung kann echte Freiheit entspringen. Freiheit schlägt sich nieder in einer Grundgestimmtheit der Selbstständigkeit, der Selbstmächtigkeit, wie sie etwa in dem Satz aufscheint: „Ich kann gestalten und Dinge bewegen.“ Auch dies ist ein Zitat von Sawsan Chebli.

Was Chebli ebenfalls überdeutlich herausarbeitet, ist die fundamentale Bedeutung der Familie für das Einüben von Verantwortung und Freiheit. Zitat aus dem Artikel von Fatina Keilani:

„Ich komme aus einem sehr religiös-konservativen Elternhaus. Mein Vater ist Analphabet, meine Mutter liest, schreibt und spricht nur Arabisch, sie legten aber großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder“, berichtet Chebli. Mit zwölf Geschwistern wuchs sie „unter schwierigsten Bedingungen“, wie sie sagt, in einer Dreizimmerwohnung in Moabit auf. Gespräche über Religion, das gemeinsame Lesen des Koran, das Fasten im Ramadan und tägliche Gebete hätten ihren Familienalltag geprägt, in der Familie wurde nur arabisch gesprochen. Als Kind kam sie praktisch ohne Deutschkenntnisse in die Schule.

Die Lebensgeschichte der Sawsan Chebli ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass Freiheit in Verantwortung gelingen kann. Unbedingt lesenswert, was heute der Tagesspiegel auf S. 11 bringt!

„Der Islam macht mir das Leben leicht“ – Berlin – Tagesspiegel

 Posted by at 14:01