Mai 172011
 

In der Rückschau sieht man manches klarer – oder verklärter? Jedenfalls scheint mir heute – ich mag mich täuschen – , dass die beste Schule meines Lebens, die ich je besucht habe, die Volksschule im bayerischen Augsburg gewesen ist – gelegen mittendrin in einer kleinbürgerlichen Vorstadtsiedlung im Stadtteil Firnhaberau.  Warum sage ich das?  Nun, die Riesendebatten um die Kita- und Grundschulbildung, die derzeit in Berlin und anderswo toben, waren dort nicht nötig. Warum?

Es war eine Schule für alle – alle Kinder im Einzugsbereich besuchten dieselbe Grundschule („Volksschule“ genannt), da es eben nur diese eine Grundschule gab.

Es war die Schule der kurzen Wege. Wir gingen alle zu Fuß zur Schule und zurück, manche Schüler fuhren allerdings mit dem Rad. Autos gab es nur wenige. Wir waren – nach heutigen Maßstäben – arm.

Die Kinder waren weder nach Herkunft noch nach Religion getrennt. Kinder aus den Familien der Zugezogenen und der Flüchtlinge (darunter ich selbst, denn mein Vater war Heimatvertriebener, meine Mutter eine Zugezogene) saßen Seit an Seit mit Kindern aus den Familien der eingesessenen Augsburger. Sowohl Katholiken wie auch Protestanten saßen zusammen. Nur beim Religionsunterricht wurde getrennt.  Konfessionslose gab es nicht.

Der Unterricht verlief in festen Formen und Ritualen. An jedem Morgen standen wir auf, wenn der Lehrer hereinkam, begrüßten ihn artig und sangen zum Unterrichtsbeginn ein Lied, z.B.: „Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne“. Disziplinprobleme gab es – soweit erinnerlich – nicht. Als besondere Respektsperson ist mir der Hausmeister in Erinnerung. Mit ihm legte sich niemand an.

Der bayerische Staat setzte und setzt auch heute weiterhin an den Volksschulen Hochdeutsch durch. Obwohl wir – genauso wie die Lehrer auch – im Alltag selbstverständlich Augsburger Dialekt sprachen, galt doch unumstößlich das Gebot: Im Unterricht wird nur Hochdeutsch geredet – auch wenn dies schwerfiel.

Singen, Werken, Turnen, Schreiben in Hochdeutsch, Lesen in Hochdeutsch, Rechnen, Heimatkunde – das waren die Tätigkeiten und Stoffe, mit denen der Tag gefüllt war. Ich machte all das mit Freude und Wonne mit – außer dem Stricken und Häkeln. Der bayerische Staat vertrat damals die Aufassung, dass auch die Buben zur Entwicklung der Feinmotorik Stricken und Häkeln lernen sollten. Ich war dagegen, da ich dies als weibisch empfand. Wie auch immer: Stricken und Häkeln kann ich bis heute nicht, da ich es weiterhin als weibisch empfinde. Aber: Am Ende der Grundschulzeit konnten ausnahmslos alle Kinder genau dies: Singen, Basteln, Turnen, Lesen in Hochdeutsch, Rechnen im Zahlenraum bis 1000, Schreiben in Hochdeutsch – und wir hatten alle ein klares Identitätsgefühl als „zur Firnhaberau, zu Augsburg zugehörig“ entwickelt. Wir besaßen das Heimatgefühl!

Der bayerische Staat legte allergrößten Wert auf die musische Bildung der Volksschullehrer. Jeder Volksschullehrer musste ein Instrument spielen können, was auch in den Staatsexamina nachgeprüft wurde. Alle Lehrer mussten singen können. Häufiges Singen in hochdeutscher Sprache war fester Bestandteil des Alltags.

Es gab genügend männliche Lehrer in der Grundschule. Ich hatte zwei Jahre eine Frau, zwei Jahre einen Mann als Klassenlehrkraft.

Schulpolitik muss in Jahrzehnten denken – nicht in Wahlperioden! Heute gilt das bayerische Schulwesen unter den deutschen Lehrern ausweislich der neuesten Allensbach-Umfrage als das beste und leistungsfähigste bundesweit.  Ich glaube, dass der Grundstein für den Erfolg über die Jahrzehnte hin in der Grundschulpädagogik des bayerischen Staates gelegt worden ist.

Das bestätigt der heutige Tagesspiegel auf Seite 14. Lesen in Hochdeutsch lohnt sich, z.B. das hier:

Bayerische Unterrichtshilfe für Berlin – Schule – Berlin – Tagesspiegel

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Traditionspflege oder Mobilitätssteigerung? Die radelnde Ministerin Aygül Özkan

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Feb. 092011
 

Wir müssen diesen wichtigen Teil unserer Tradition pflegen„, so oder so ähnlich verteidigen manche grünen Politiker die jahrzehntelang gehegten alternativen Wohnformen gegen jedwede Zumutung der eigensinnigen Eigentümer, die selber aussuchen wollen, wer in ihren Häusern wohnt bzw. die was dagegen haben, wenn ihr Eigentum zu Klump geschlagen wird.

Rückbesinnung auf Mauerzeiten, Bewahrung der gewachsenen Umfelder, Stütze für Menschen, die sich unter Verfolgungsdruck wähnen, Bestandsschutz, Natur-Schutz, Schutz der alteingesessenen Bevölkerung … so oder so ähnlich äußern sich die konservativen Heimatschützer im trauten Friedrichshain-Kreuzberg.

Einen etwas anderen Ansatz vertritt Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan im Interview der neuen Radzeit (S. 10). Äußerst lesenswert! Unter dem Motto „Mobilität erweitern – Selbstbewusstsein stärken“ wirbt sie für „nachholende Mobilisierung“ – und zwar durch Fahrradfahren. Das Radfahren erweitert den Horizont, macht beweglich und frei, bietet Gelegenheit zum Plausch an jeder Kreuzung. Gute Sache!

Ich denke, Aygül Özkan (CDU) hat völlig recht. Was wir brauchen, ist in der Tat die Bereitschaft zum Wandel. Das Leben ändert sich beständig!

Starres Festklammern an den gewachsenen Umfeldern – ob Haus&Hof, Kind&Kegel, Liebig14 oder Küche&Kirche – führt letztlich zur Passivität und Lähmung.

Der Mensch ist kein festsitzendes, sondern ein wanderndes Wesen! Wir sind alle Wanderer – Migranten!

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Sind Schwaben Ausländer, sobald sie ihren Erstwohnsitz in Kreuzberg haben?

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Feb. 092011
 

Genau dies scheint Cem Özdemir dem Herrn Mappus (Mappus? Klingt aber sehr lateinisch-undeutsch!) zu unterstellen:

Cem Özdemir über Mappus: Ausländerfeindliche Ressentiments – Stuttgarter Zeitung online – Stuttgart, Region & Land – Baden-Württemberg

Ich widerspreche: Weder Boris Palmer noch mein guter Kreuzberger Mitbürger Cem Özdemir sind Ausländer. Sie sind beide gute Deutsche, der eine wohnt in Tübingen, der andere in Kreuzberg. So what? Dem Herrn Mappus passt offenbar die politische Linie eines Boris Palmer oder eines Cem Özdemir nicht, und er versucht die braven Schwaben und Schwäbinnen  vor diesen beiden unbestreitbar einflussreichen Grünen-Politikern gewissermaßen zu „warnen“. Soll er doch. Das ist dem Herrn Mappus sein gutes Recht. Es hat nur mit Ausländerfeindlichkeit nichts zu tun.

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Feb. 082011
 

Salon Undine
Wer nicht genug verdient, verliert plötzlich sein Recht auf Heimat in diesem Bezirk. Ein von vielen unbemerkter Vorgang mit gravierenden Folgen für Vertriebene, Bedrohte und Übrigbleibende.

Spannend! Das „Recht auf Heimat“ taucht immer wieder in den Forderungen der NPD, der Rechtsextremisten, aber auch der Separatisten auf, etwa in Bosnien-Herzegowina oder im Nordkaukasus.  Völkerrechtlich ist es höchst umstritten, es wird nirgendwo allgemein anerkannt.

Hier in Kreuzberg bedeutet „Recht auf Heimat“, dass jeder Mensch sein ganzes Leben lang im selben Haus, in derselben Straße oder mindestens im selben Bezirk soll leben können. Der Staat muss dies sichern, koste es ihn, was es wolle. Einen Wandel darf es nicht geben. So entstehen die verfestigten „gewachsenen Umfelder“, als deren Verteidiger sich die selbsterklärten Heimatschützer der neuesten Generation aufspielen.

Die drei linken Parteien in meinem HEIMATBEZIRK sind Meister darin, dieses „Recht auf Heimat“ wieder und wieder zu begründen und mit satten staatlichen Zahlungen zu untermauern. Es sind halt stockkonservative Parteien, diese linken Parteien. Jeder Änderung sind sie abhold.

„Ich habe hier alles, was ich brauche. Warum sollte ich wegziehen?“, erklärte mir einmal ein Kreuzberger Arbeitsloser und rechtfertigte so, dass er eine Anstellung in einem anderen Bundesland abgelehnt hatte.

Der Mensch homo sapiens wird so vom „zweibeinigen Lauftier“ zum „ortsfesten Tier“, das sich fest in den Sand einbohrt und nicht mehr vom Fleck weicht.

Spannende Mutation!

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„Es soll alles beim alten bleiben“

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Dez. 192010
 

Stifters „Bergkristall“  in der Kastanienallee lesen! Das wär’s. Dann könnte man sich darüber unterhalten, ob alles im Leben so bleiben soll, wie es ist, oder ob es Formen des Wandels geben soll.

Sie sind sehr stetig, und es bleibt immer beim alten. Wenn ein Stein aus einer Mauer fällt, wird derselbe wieder hineingesetzt, die neuen Häuser werden wie die alten gebaut, die schadhaften Dächer werden mit gleichen Schindeln ausgebessert, und wenn in einem Hause scheckige Kühe sind, so werden immer solche Kälber aufgezogen, und die Farbe bleibt bei dem Hause.Wenn es in einem Haus ein scheckiges Kalb geboren wird, bleibt es dabei.“

Massive Touristenabwehr, wie etwa in der neuen Nummer der interim, Kampf der Gebirgsbewohner gegen „die von draußen“, gegen „die von drüben“ – alles Dinge, die von einem habituell gewordenen, auf Staatskosten lebenden linkskonservativen Establishment zur Schau getragen werden.

Lest:

Berlin: Post-Gentrification-Protest in Prenzlauer Berg « Gentrification Blog

Im Streit um die Kastanienallee geht es offensichtlich vor allem um dieses Lebensgefühl der aktuellen Bewohnerschaft – und für die Gewerbetreibenden auch um ihre Geschäftsgrundlage. Die im Zuge der Aufwertung der letzten Dekade entstandene Bewohner- und Gewerbestruktur soll in ihrem Kern konserviert werden. Wir haben es mit einem typischen Post-Gentrification-Protest zu tun: Die Pioniere und Gentrifier der vorherigen Aufwertungsphase schließen die Tore und verteidigen die von ihnen symbolisch und materiell angeeigneten Räume.

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Okt. 072010
 

… und steh dazu. Sah gestern Hart aber fair mit Plasberg. Wer kam am besten rüber?

Ich bin da knallhart und unfair: Die Lautgebung Tanja Gönners und die eingestreuten schwäbischen Redewendungen Cem Özdemirs klangen meinem schwäbischen Ohr am vertrautesten, deshalb würde ich die beiden sofort als Rechtsanwälte wählen. Das ist – zugegebenermaßen – diskriminierend, unfair, rassistisch gegenüber allen Hochdeutsch Sprechenden. Das weiß ich. Aber wenn ich Schwaben oder Bayern höre, höre ich Urlaute aus meiner Kindheit. Das stiftet sofort ein Grundvertrauen. Dagegen kommt man nicht an. 

Deshalb mein Ratschlag an alle Politiker: Lernt doch erst mal richtig Dialekt sprechen. Das bringt Sympathiepunkte beim gemeinen Volk wie mir.

DENN: Ad ogni uccello il suo nido è bello, wie der Südstaatler noch weiter im Süden sagt.

DasErste.de – hart aber fair – Bürger gegen Politiker: Wie viel Aufstand verträgt die Demokratie?

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Sep. 142010
 

Etwa 1,6 Millionen Menschen türkischer Staatsangehörigkeit leben derzeit dauerhaft – teilweise seit mehreren Generationen – in Deutschland. Zusammen mit den mehr als 800.000 eingebürgerten Deutschen türkischer Abstammung bilden sie – so könnte man sagen – die türkische Landsmannschaft.

Landsmannschaften sind durch gemeinsame Sitte, Herkunft, Sprache, familiäre und verwandtschaftliche Verknüpfung und Religion stärker miteinander verwoben und miteinander integriert als mit den anderen Landsmannschaften eines Staates.

Das Wort Landsmannschaft ist unglücklich, da es Frauen und Kinder ausschließt. Sexismus pur. DEN wollen wir gar nicht haben. Besser ist da das Wort Landsmenschenschaft.

Ich schlage deshalb vor, die Deutschtürken – sowohl deutscher wie türkischer Staatsangehörigkeit –  als die „türkische Landsmenschenschaft“ zu bezeichnen.

Keiner wird von den Deutschtürken je kulturelle Assimilation verlangen, wie dies der türkische Staat jahrzehntelang mit Gewalt und Verboten von den Kurden, Assyrern, Jeziden, Armeniern, Tataren und sonstigen etwa 10 größeren Landsmannschaften verlangte, die bei Staatsgründung auf seinem Territorium lebten.

Es gibt also und soll weiterhin in Deutschland je nach Herkunft eine bayerische, eine iranische, eine sächsische, eine schwäbische, eine kurdische, eine mecklenburgische, eine niedersächsische, eine palästinensische, eine britische, eine  libanesische, eine badische, eine russische, eine amerikanische  … Landsmenschenschaft geben.

Alle sind sie Menschen in Deutschland.

Unterschiedlich – aber in gleicher Weise berechtigt, alle Teilhabe der Welt in diesem Land zu erlangen.

Krönung der vollen Teilhabe sollte meines Erachtens das Erreichen der Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland sein.

Dabei scheint es mir in der Tat erwägenswert, das Erreichen der deutschen Staatsangehörigkeit bei eigener Erwerbsfähigkeit, bei guten Deutschkenntnissen von 8 Jahren auf weniger Jahre zu verkürzen, wie dies die FDP-Bundestagsfraktion heute vorschlägt.

Willkommen in der gemeinsamen neuen Heimat!

 Posted by at 14:19
Sep. 142010
 

Von den etwa 3 Millionen Türken, die dauerhaft in Deutschland wohnen, hat etwa ein Viertel bis ein Drittel die deutsche Staatsbürgerschaft. Die anderen sind türkische Staatsbürger. Der türkische Staat kann zu Recht beanspruchen, für sie und in ihrem Namen als „Auslandstürken“ zu sprechen.

Wer unter diesen Auslandstürken bezeichnet sich als Deutscher? Eine offene Frage!

Eines ist sicher: Wir haben in der Bundesrepublik mittlerweile eine klar erkennbare türkische Volksgruppe, eine wachsende türkische Volksgruppe, die in jeder Hinsicht mit der deutschen Volksgruppe in der damaligen Tschechoslowakei (ab 1919-1946) verglichen werden kann.

Es gibt auch Unterschiede: Die Deutschen besaßen wider Willen die tschechoslowakische, nicht die österreichische oder deutsche Staatsbürgerschaft. Sie waren seit Jahrhunderten autochthon, also nicht zugewandert. Und sie lebten in nahezu geschlossenen Siedlungsgebieten. Sie fühlten sich als Fremde in diesem tschechisch dominierten Staat.

Als Volksgruppe oder nationale Minderheit bezeichnet man eine Gruppe von Menschen innerhalb eines Staates, die durch gemeinsame Nationalität, gemeinsame Sprache, oft auch durch gemeinsame Religion und weitgehend abgeschlossene verwandtschaftliche Beziehungen miteinander verbunden sind.

Dies galt für die Deutschen in der Tschechoslowakei, es gilt heute für die Mehrheit der Türken in Deutschland. Für die Mehrheit der Türken in Deutschland gilt: Sie haben nicht die deutsche, sondern die türkische Staatsbürgerschaft, sie sprechen fast nur Türkisch als Alltags- und Umgangssprache, sie haben eine gemeinsame Religion, sie sind verwandtschaftlich und familiär fast ausschließlich innerhalb ihrer Volksgruppe integriert.

Diese Trends nehmen zu, nicht ab.

Was folgt daraus? Eine offene Frage!  Aber diese Fakten gilt es erst einmal zur Kenntnis zu nehmen, ehe man die nächste Runde der Integrationsdebatte einläutet.

All die Statistiken geben einiges her, aber viel wichtiger ist natürlich das alltägliche Empfinden. Mit wem rede ich? Neben wem sitzen meine Kinder auf der Schulbank? Wen lade ich nachhause ein? Woher suche und hole ich die Ehepartner für meine Kinder?

Wichtiger als Statistiken sind die Fragen: Was will ich? Will ich auch als Türke richtig gutes Deutsch lernen? Sehe ich dieses Land, in dem ich lebe, als Heimat an? Will ich den beruflichen Erfolg in meinem neuen oder meinem alten Heimatland – oder will ich ausschließlich innerhalb meiner Volksgruppe verbleiben?

Nun, ich meine, alle diejenigen, die sich selbst als zu ihrer deutschen Heimat zugehörig bezeichnen, die sich klar zu diesem Land bekennen, die hier leben wollen, die sind zweifellos in vollem Umfang Deutsche.

Deswegen begrüße ich die klaren Worte von Fatih Akin, Feridun Zaimoglu, Aylin Selcuk, Lamya Kaddor und anderen aus ganzen Herzen. Zu lesen heute auf S. 5 der Süddeutschen Zeitung.

Ich meine: Diese klaren Worte, dieses klare Bekenntnis zu Deutschland ist repräsentativ auch für ein Viertel bis ein Drittel der in Deutschland lebenden Türken. Dieser Anteil soll steigen!

Ich würde gerne darauf hinwirken, dass alle, die dauerhaft hier wohnen und leben, sich als in vollem Sinne zu diesem Land zugehörig bezeichen. Sie „sollten es wollen“. Wir sind aber sehr weit entfernt davon.

Man könnte hier die Bitte der 15 mutigen Deutschen, die einen Brief an den Bundespräsidenten geschrieben haben, aufgreifen und all diesen Unentschiedenen zurufen:

„Bekennen Sie sich zu uns!“

Sie gehören zu uns.

Ausländer: Wie die Türken das Deutsche wieder verlernten – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE

 Posted by at 11:04

Deutschland bleibt unsere Heimat

 Heimat, Identitäten, Integration, Migration, Vertreibungen, Was ist deutsch?  Kommentare deaktiviert für Deutschland bleibt unsere Heimat
Sep. 142010
 

„Bekennen Sie sich zu uns!“ Mit diesen Worten wenden sich einige Deutsche an den Bundespräsidenten Christian Wulff. In einem offenen Brief bekennen sich umgekehrt diese 15 Deutschen zu ihrem Heimatland – zu dem Land, in dem sie geboren wurden und aufgewachsen sind. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung heute auf S. 5.

Dass diese jungen Deutschen, diese „neuen Deutschen“ nun, 65 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und nach den Vertreibungen der Deutschen aus ihrer angestammten Heimat nahezu wortgleich die Formulierungen der älteren Heimatvertriebenen aufnehmen, stimmt nachdenklich.

Ich meine: Dieses klare Bekenntnis zur Heimat, dieses klare Bekenntnis zum Staat Bundesrepublik Deutschland ist vorbildlich.

Gäbe es doch nur mehr solche vorbildlichen Deutschen wie Aylin Selcuk, Feridun Zaimoglu, Shermin Langhoff, Lamya Kaddor und Fatih Akin!

Die nationalen und demokratischen Untertöne, das klare Bekenntnis zu Werten und Worten wie Heimat, Familie, Staatspräsident sollte uns lauwarme „alte Deutsche“ jedoch nicht erschrecken.  Man soll und darf Deutsche wie Aylin Selcuk, Feridun Zaimoglu, Shermin Langhoff, Lamya Kaddor und Fatih Akin nicht in die rechte Ecke stellen oder ihnen die kalte Schulter weisen, nur weil sie ein klares Bekenntnis zu ihrem Heimatland ablegen.

Deutschland ist unsere gemeinsame Heimat!  Willkommen bei uns zuhause!

„Dieses Land ist unsere Heimat. Wir werden dieses Land nicht aufgeben.“ « Die neuen Deutschen

 Posted by at 10:13
Juli 192010
 

19072010013.jpg Nach dem Rad-Training für den am Wochenende bevorstehenden Dresden Race Day, das ich heute auf dem Flughafen Tempelhof absolvierte, erfrischte ich mich im benachbarten Columbiabad. Die einseitige Bevorzugung des Prinzenbades muss ich hiermit widerrufen: Das Columbiabad ist noch gefälliger angelegt, insbesondere die Liegewiesen sind dank in den Boden versenkter stationärer Sprinkler durch üppiges, kräftig sprießendes Grün beteppicht. Da können wir Kreuzberg schwerlich mithalten, selbst wenn die mediale Aufmerksamkeit im Augenblick gleichermaßen auf Columbiabad und Prinzenbad niederprasselt.

Ich konnte mich nicht sattsehen an dem Streifzug eines Falken, der nur wenige Meter von mir entfernt aufsetzte, seinen Ruf erschallen ließ und dann mehrfach von Baum zu Baum schweifte. Einmal kamen wir uns auf 3 Meter nahe, blickten einander in die Augen! Was für eine Begegnung! – Das angehängte Video kann nur einen schwachen Eindruck vermitteln.

Ein Neuköllner Bürger sprach mich an, wir unterhielten uns ausführlich über das Bad: Es ist meist eher schwach besucht, nur am Wochenende wird es sehr voll. Die Falken lassen sich immer wieder hier blicken, aber so nahe wie heute hatte der Badegast, ein freundlicher älterer Herr, sie bisher nie zu Gesicht bekommen. Die Falken erleben das Bad wohl als geschützten Ort, in dem häufig Futter ohne räuberisches Beuteverhalten zu ergattern ist.

YouTube – Der Falke.mp4

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Heimatbezirk Friedrichshain-Kreuzberg verteidigt Spitzenposition

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Juni 072010
 

06062010005.jpg Kein Zufall war es, gestern bei der ADFC-Sternfahrt zu sehen, wie stark auf der längsten Tour, der von Frankfurt/Oder, Friedrichshain-Kreuzberg vertreten war: Das einzige Kind, das an dieser längeren Vergnügungsfahrt von Frankfurt her teilnahm, stammte ebenso aus diesem Bezirk wie der gesamte „Trupp der Versprengten“, mit dem dieser Blogger bis nach Fürstenwalde radelte!

Bild: Am Start beim Bahnhof Frankfurt/Oder.

Auch die Statistik untermauert den Spitzenplatz Friedrichshain-Kreuzbergs im Radverkehr. So berichtet die Berliner Zeitung heute:

Eine Stadt fährt Rad – Berliner Zeitung
Der Fahrradverkehr ist in Berlin im Vergleich zu 2008 um sechs Prozent gestiegen, vor allem in der Innenstadt. In Friedrichshain-Kreuzberg legen 21 Prozent der Bevölkerung ihre Wege mit dem Rad zurück, haben Verkehrsforscher herausgefunden. In Pankow fahren 17 Prozent, in Mitte 14 Prozent der Bewohner mit dem Rad.

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Mit dem Dolch im Gewande: Jugend rezitiert

 Berchtesgaden, Deutschstunde, Europäisches Lesebuch, Friedrich Schiller, Goethe, Heimat, Leitkulturen  Kommentare deaktiviert für Mit dem Dolch im Gewande: Jugend rezitiert
Apr. 062010
 

06042010.jpg Immer wieder entdecke ich im Internet, dass Ideen, die ich ausbrüte und die mir zunächst ungewöhnlich und unbekannt scheinen, bereits verwirklicht sind. So schlug ich gestern – inspiriert durch die 8. Türkisch-Olympiade im heimatlichen Kreuzberger Tempodrom – einer lernfähigen Volkspartei einen „Landeswettbewerb Jugend rezitiert“ vor, ähnlich dem äußerst erfolgreichen „Jugend musiziert“.

Dabei dachte ich an den Vortrag einiger Pflichtstücke von Goethe und Schiller, daneben Pflichtstücke aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert sowie auch eine Eigendichtung jedes Teilnehmers. Goethe und Schiller, das waren zwei großartige Männer, echte Europäer, aufsässig, oftmals widerborstig, kaum zu bändigen als junge Männer, draufgängerisch-machohaft, aber später doch recht verantwortungsbewusst. Wer Goethe und Schiller akzent- und fehlerfrei rezitieren kann, der spricht besser Deutsch als 80% unserer Bevölkerung. Das wäre doch was für unsre Ghetto-Kids!

Ich z.B. musste als 7-Jähriger bereits die erste Hälfte von Schillers Bürgschaft auswendig vortragen, und meine Oma freute sich an ihrem Geburtstag herzlich darüber. Wir fuhren zu dem Zwecke eigens nach Berchtesgaden an den Fuß des gletscherbedeckten Watzmann! Die zweite Hälfte rezitierte mein älterer Bruder. Es hat uns nicht geschadet aufzusagen:

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich
Damon, den Dolch im Gewande;
ihn schlugen die Häscher in Bande.
„Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!“

Es war merkwürdig: Dass  jemand seinen Willen einfach mit einem Dolch durchsetzen wollte, erschien mir sehr sehr fernliegend. Heute ist es aber für einige unserer Neuköllner Jugendlichen Normalität geworden, dass unsere jungen Männer mit Macheten aufeinander losgehen.  Das heißt: Schillers Erfahrungsraum ist der Lebenswelt der Neuköllner Jugendlichen, die vor Richterin Kirsten Heisig als ihre Stammkundschaft erscheinen, weit näher als uns Buben aus dem behütet-bildungsnahen Bürgertum! Was für eine Chance böten die Frühwerke Schillers für den Landeswettbewerb „Jugend rezitiert“!

Finstere Wüteriche – bereitet euch vor! Zeigt es den behüteten Bürgersöhnen!

Und genau diese Idee – Integration, sprachlich-sittliche Höherbildung unserer jungen verwöhnten Machos durch klassische Bildung – haben sie in Weimar selbst auch schon ausgeheckt und umgesetzt. Chapeau!

Jugendprojekt: Götterfunken für harte Neuköllner – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – SchulSPIEGEL
„Wir wollen die Akzeptanz bei Jugendlichen für jahrhundertealtes Kulturgut schaffen“, sagt Projektleiter Peer Wiechmann. In Neukölln oder Marzahn, wo die 16 Teilnehmer herkommen, bekämen die wenigsten einen Bezug dazu. Das Ziel ist ambitioniert. Wiechmann sieht in dem Projekt einen Weg, die Jugendlichen kulturell an der Gesellschaft teilhaben zu lassen.

Zitatnachweis: Friedrich Schiller: Sämtliche Werke. Erster Band. Gedichte. Dramen I. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 8., durchgesehene Auflage, 1987, S. 352

Das Bild zeigt einen abschmelzenden Gletscher am Fuße des heimischen Kreuzbergs, aufgenommen vor 2 Stunden. Eine Folge des Klimawandels? Wohl kaum. Eher vermute ich: Es wird Frühling.

 Posted by at 17:59
März 172010
 

Na gut, dass man endlich anfängt, die weit fortgeschrittene Sonderung der Schüler nach Herkunft und Religion als Thema zu benennen. Es brennt seit vielen Jahren. In der Grundschule fängt es ja bereits an, und dann zieht es sich weiter bis zum Abitur. Unhaltbar. Es sind für mich alles deutsche Kinder, die auf dieses unser gemeinsames Heimatland – die Bundesrepublik Deutschland – hin erzogen und ausgebildet werden sollten.

Weiterhin abwesend: die Stimme der türkischen und der arabischen Eltern. Wie sehen sie das? Es würde mich interessieren.

Der Tagesspiegel berichtet heute:

Der Klassenkampf wird härter
Immer mehr Gymnasien bilden ihre Klassen offenbar nach ethnischer Herkunft der Schüler, kritisiert Öczan Mutlu. „Es handelt sich dabei längst nicht mehr nur um Ausnahmefälle“, sagte der bildungspolitische Sprecher der Grünen am Dienstag dem Tagesspiegel: „Ich weiß es konkret von vier Gymnasien in verschiedenen Stadtbezirken, weil die Eltern mich angesprochen haben.“

 Posted by at 12:01