Das böse Tier oder: Wie Angst entsteht und wohin sie führen kann

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Dez. 202007
 

boses-tier.jpg Mit Wanja entdecke und singe ich gerne Kinderlieder. Diesmal durchblättern wir das Buch: Die schönsten Kinderlieder, herausgegeben von Gisela Walter, Ravensburger Buchverlag. Mit Bildern von Marlis Scharff-Kniemeyer. Es ist derzeit mein liebstes Liederbuch. Viele alte Bekannte treffen wir, aber auch Neues, z.B. das Lied

Wir wolln einmal spazierengehn in einem schönen Garten.

Wenn nur das böse Tier nicht wär, wir wolln nicht lange warten …

Nach und nach baut sich von eins bis zwölf eine immer stärkere Spannung, eine angstvolle Erwartung auf. Gibt es das Tier? Wie sieht es aus, wer hat es gesehen? Unklarheiten, Vermutungen, Ungenauigkeiten werden aufgebläht. Beim Singen kommt in mir eine echte Angstlust auf.
Wenn es dann heißt:

Um elf, da klopft’s

um zwölf, da kommt’s!

dann ist die Angst da – breit und groß und schaurig-schön! So entsteht Angst, so wird sie gelöst, so wird sie durch gemeinsames Singen bewältigt. Wanja sagt zum ersten Mal überhaupt: Dieses Lied lerne ich auswendig, das möchte ich vorsingen! Am nächsten Morgen kann er es auch schon auswendig. Ein echtes Einlernen war nicht nötig. Allerdings fragt er weiterhin nach den Einzelheiten des bösen Tiers. Wie sieht das böse Tier aus? Warum ist es im Garten? Ich antworte stets mit einem einen raunenden … Vielleicht ist es …

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Wie erfahren wir von den Auftritten Irina Potapenkos?

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Nov. 242007
 

So fragen mich immer wieder Fans, Freunde und Verwandte dieser großartigen Altistin. Leider kann ich nicht alle Anfragen selbst beantworten. Ich habe mir vorgenommen, die nächsten Konzerte und Auftritte auf der Homepage von Irina Potapenko anzukündigen. Diese Homepage steht auch hier rechts nebenan unter der Rubrik „Blogroll“. Was Iras Auftritte in Görlitz angeht: es lohnt sich immer, dieses östlichst gelegene deutsche Stadttheater zu besuchen – auch wegen der schmuck herausgeputzten Altstadt, die fast zur Kulturhauptstadt Europas ernannt worden wäre! Alte Gassen, hohe Giebel, hochragende Türme – kaum eine andere deutsche Stadt hat mir so einen nachdrücklichen Eindruck hinterlassen wie eben dieses Görlitz. Die Museen sind bestens ausgeschildert, didaktisch hervorragend aufbereitet, insbesondere das Naturkunde– und das Frühgeschichtsmuseum, wo ich allerlei täuschend echt ausgestopftes Getier fand. Allerdings würde ich davon abraten, sofort nach der Opernaufführung noch nachhause zu fahren, denn die Autobahn zieht und zieht sich! Also bleiben Sie lieber eine Nacht dort und genießen Sie diesen Zeitensprung in die Geschichte!

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Besuch bei der Schwester in Frankfurt

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Okt. 152007
 

anne-juri-franka.jpg Es ist immer schön, meine Schwester Anne und ihre Familie zu besuchen! Einige Freunde sind ebenfalls bei ihr zu Besuch im 4. Stock. Der Blick aus der Wohnung reicht bis in den Taunus – auf der anderen Seite ragen steil, stählern und blank der Messeturm und die Zwillingsgebäude Kastor und Pollux in den Abendhimmel. Faszinierend! Mein Schwager Stefan kocht wunderbar, darunter Humus mit Oliven, Geflügel-Curry und Reis. Die Kinder Juri (4) und Franka (2) beleben die ganze Wohnung auf unnachahmliche Art. Wir entdecken alte Kinderlieder. Juri sagt beim Singen wörtlich: „Hättest du deine Geige mitgebracht, dann könntest du sie jetzt spielen!“ Unglaublich – so ein gutes Deutsch mit vier Jahren! Zufällig taucht auch mein Cousin Nik mit drei seiner Kinder auf. Sie bringen Fleisch aus der eigenen Bio-Rinderzucht in Schotten. Ich bekomme eine selbsterzeugte Salami geschenkt, die ich dann bei der Abreise im Kühlschrank liegen lasse. Unsere langen Gespräche am Abend kreisen um die Kinderschicksale im Gallusviertel , die Politik, das Leben im Allgemeinen, und zunehmend wichtig wird auch der herrliche Rotwein von Leali aus Puegnago del Garda. Ich sinke glücklich und dankbar in den Schlaf. – Am Morgen gibt Anne mir ein Reisetagebuch aus dem Jahr 1976 zu lesen. Dort beschreibt sie die Fahrt, die sie mit unserer Mutter zu Verwandten nach Wien unternahm. Ich bin verblüfft, zutiefst gerührt. Hier tauchen Menschen auf, die längst schon das Zeitliche gesegnet haben. An all dem teilhaben, das ist das Leben!

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