So fragen mich immer wieder Fans, Freunde und Verwandte dieser großartigen Altistin. Leider kann ich nicht alle Anfragen selbst beantworten. Ich habe mir vorgenommen, die nächsten Konzerte und Auftritte auf der Homepage von Irina Potapenko anzukündigen. Diese Homepage steht auch hier rechts nebenan unter der Rubrik „Blogroll“. Was Iras Auftritte in Görlitz angeht: es lohnt sich immer, dieses östlichst gelegene deutsche Stadttheater zu besuchen – auch wegen der schmuck herausgeputzten Altstadt, die fast zur Kulturhauptstadt Europas ernannt worden wäre! Alte Gassen, hohe Giebel, hochragende Türme – kaum eine andere deutsche Stadt hat mir so einen nachdrücklichen Eindruck hinterlassen wie eben dieses Görlitz. Die Museen sind bestens ausgeschildert, didaktisch hervorragend aufbereitet, insbesondere das Naturkunde– und das Frühgeschichtsmuseum, wo ich allerlei täuschend echt ausgestopftes Getier fand. Allerdings würde ich davon abraten, sofort nach der Opernaufführung noch nachhause zu fahren, denn die Autobahn zieht und zieht sich! Also bleiben Sie lieber eine Nacht dort und genießen Sie diesen Zeitensprung in die Geschichte!
Besuch bei der Schwester in Frankfurt
Es ist immer schön, meine Schwester Anne und ihre Familie zu besuchen! Einige Freunde sind ebenfalls bei ihr zu Besuch im 4. Stock. Der Blick aus der Wohnung reicht bis in den Taunus – auf der anderen Seite ragen steil, stählern und blank der Messeturm und die Zwillingsgebäude Kastor und Pollux in den Abendhimmel. Faszinierend! Mein Schwager Stefan kocht wunderbar, darunter Humus mit Oliven, Geflügel-Curry und Reis. Die Kinder Juri (4) und Franka (2) beleben die ganze Wohnung auf unnachahmliche Art. Wir entdecken alte Kinderlieder. Juri sagt beim Singen wörtlich: „Hättest du deine Geige mitgebracht, dann könntest du sie jetzt spielen!“ Unglaublich – so ein gutes Deutsch mit vier Jahren! Zufällig taucht auch mein Cousin Nik mit drei seiner Kinder auf. Sie bringen Fleisch aus der eigenen Bio-Rinderzucht in Schotten. Ich bekomme eine selbsterzeugte Salami geschenkt, die ich dann bei der Abreise im Kühlschrank liegen lasse. Unsere langen Gespräche am Abend kreisen um die Kinderschicksale im Gallusviertel , die Politik, das Leben im Allgemeinen, und zunehmend wichtig wird auch der herrliche Rotwein von Leali aus Puegnago del Garda. Ich sinke glücklich und dankbar in den Schlaf. – Am Morgen gibt Anne mir ein Reisetagebuch aus dem Jahr 1976 zu lesen. Dort beschreibt sie die Fahrt, die sie mit unserer Mutter zu Verwandten nach Wien unternahm. Ich bin verblüfft, zutiefst gerührt. Hier tauchen Menschen auf, die längst schon das Zeitliche gesegnet haben. An all dem teilhaben, das ist das Leben!