Na, Jungs, ich hoffe ihr habt durchgehalten!

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Sep. 092010
 

Vom Sinn des Fastens sprach ich vor Tagen mit einigen arabischstämmigen Jungs, mit denen mein Sohn und ich bolzten: Einsicht in echte Armut, Demut, Selbstbeherrschung, Zucht.  Ihr habt es geschafft.

In diesem Sinne:

Ein gesegnetes Fest des Fastenbrechens! عيد مبارك سعيد و كل عام و انتم بخير
Bayraminiz kutlu olsunuz! 

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Sep. 092010
 

Hier noch zwei teuflisch böse kleine Zitate für alle antirassistischen KämpferInnen aus taz und Tagesspiegel:

„Die besten Lehrkräfte, Institutionen und Strukturen werden aber daran scheitern, auch für Kinder aus weniger begünstigten Elternhäusern individuelle Aufstiegsperspektiven zu schaffen und zu verbessern, wenn es dem Einzelnen an Leistungswillen und der Bereitschaft zur Anstrengung mangelt.“

Schiller hätte gesagt:

Auf der Tugend arbeitvoller Bahn
werdet ihr den Preis erringen

Tja, ich muss es so sagen, die ganze an den Schuhsohlen abgelaufene, die ach so ermüdende deutsche Integrationsdebatte kreiselt meinem Empfinden nach im luftleeren Raum, weil sie ständig die Schuld den Strukturen und Institutionen gibt, dann auch wieder dem deutschen Alltagsrassismus, dann dem gegliederten Schulwesen, dann dem ungegliederten jahrgangsübergreifenden Lernen, dann den Lehrern, dann der Politik, dann den Parteien, dann der Regierung, dann der Opposition. Alle sind schuld – alle anderen sind schuld! Immer sind die anderen schuld!

Niemand fragt die Frage, die Necla Kelek kürzlich bei Anne Will stellte: „Was können die Migranten selber beitragen?“ DAS ist fürwahr die entscheidende Frage!

Ich frage: „Du willst den Erfolg? Wie hinderst du dich daran?“

Das Haupthindernis der Integration ist meines Erachtens und nach meinen jahrzehntelangen eigenen leidvollen Erfahrungen in Kreuzberg und anderswo – neben erstickend hohen staatlichen Zahlungen an Hinz und Kunz, an Mehmet und Ali  – eine unfassbare geistige Trägheit, ein Mangel an Fleiß, eine zähe Bequemlichkeit, eine Selbstabschottung, eine alle Grenzen sprengende Unlust, sich anzustrengen und sich zu konzentrieren.

Es fehlt bei uns im Lande ganz allgemein an Einsicht in die wichtigen, unverzichtbaren Tugenden, wie sie noch jede Volksschule noch im hintersten Dorf der Türkei vom ersten Schultag an vermittelt.

„Ich brauchte erst einmal sechs Monate, um die Schüler so weit zu haben, dass wir richtig zu arbeiten anfangen konnten“, solche Sätze wird man immer wieder von Berliner Lehrern hören können.

Es fehlt unseren Dauerbenachteiligten in der Regel an Arbeitswillen, an Fleiß und an Mut, an Selbstbeherrschung und Höflichkeit. Das sind alles uralte individuelle Haltungen, die dringend dem Einzelnen abverlangt werden müssen. Vulgärsprachlich früher Tugenden genannt. Uralte Hüte, die dringend der Entstaubung bedürfen.

Ha! Tugend! Potz! Ein leeres Wort! Wahrhaftig – ein leeres Wort?

Hören wir abschließend noch einmal einen der vielen vergessenen großen Dichter der Deutschen, nämlich Friedrich Schiller:

Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben.

Ich sage:

Oh ihr grantigen Dauerbenachteiligten!
Rafft euch auf! Lernt und arbeitet!
Kämpft und lernt auf der Tugend arbeitvoller Bahn!
Dann werdet ihr den höhren Preis erringen.

Zitatnachweise:

Armin Laschet: Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2009, hier S. 234

Friedrich Schiller: Sämtliche Werke. Erster Band. Gedichte. Dramen I [=Lizenzausgabe des Hanser Verlags], Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1987, hier S. 171 („Die Götter Griechenlands“) sowie S. 215 („Die Worte des Glaubens“)

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Warum werden sie nicht Lehrer?

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Sep. 092010
 

Nur 1-2 Prozent der deutschen Lehrer haben Migrationshintergrund. Woran liegt das?  Meiner Erfahrung nach wollen diejenigen, die es geschafft haben, das Etikett „Migrant“ abzustreifen, auf keinen Fall in ihr düsteres Herkunftsmilieu zurück. Arzt, Rechtsanwalt, Unternehmer, das sind die typischen Berufe, die die Abiturienten mit Migrationshintergrund anstreben.

Aufschlussreich auch die Anregung eines Diskutanten am Berliner Kurfürstendamm, bei der Diskussion mit dem Autor Armin Laschet: „Gebt den Lehrern mehr Geld, bezahlt sie endlich anständig, dann werden auch Migranten diesen Beruf ergreifen!“ Laschet, ganz geschulter Gentleman, nahm dieses Wahnsinnsargument mit Fassung, mit freundlicher Gelassenheit.

Aber das Muster ist deutlich: „Gebt UNS endlich mehr Geld, dann tun auch WIR etwas für die Integration der Zuwanderer. Nehmt endlich mehr Geld in die Hand, und gebt es UNS, dann wird Zuwanderung zur Integration führen.“

Alles durchschaubar. Darauf sollte man sich nicht mehr einlassen. Pustekuchen.

Ich rate: Nehmen wir weniger Geld in die Hand! 37 Jahre sollten eigentlich ausreichen, um gutes Deutsch zu lernen. In der Zeit kann man 5-6 andere Sprachen hinreichend einstudieren, um damit und davon zu leben.

Siehe Hamed Abdel-Samad.  Er lernte Deutsch mit 19 Jahren und schreibt jetzt Bücher.

Migration – Burschkowsky kritisiert Integrationsprogramm – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin
Das am Mittwoch beschlossene Programm empfiehlt für die Zukunft, beispielsweise die Zahl der Lehrer aus Migrantenfamilien über Stipendienprogramme zu erhöhen. Derzeit liegt der Anteil der Lehrer mit ausländischen Wurzeln nur bei 1,2 Prozent. Zudem wird Verbänden eine stärkere Öffnung für junge Zuwanderer empfohlen. Im Herbst soll ein Integrationsgipfel die Debatte weiter voranbringen.

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Sep. 092010
 

Dieser alte Choral aus der Matthäuspassion kam mir jüngst in der Lutherstadt Wittenberg in den Sinn, und ich sang ihn laut im Hotelzimmer Nr. 122 des Luther-Hotels vor mich hin.

Jetzt fällt er mir erneut ein. Denn: Radfahrer und Autofahrer stehen wie bekannt in der Fahrradstadt Berlin auf einem gespannten Fuße miteinander. Darüber berichtet unser Berliner Tagblättchen heute:

Radfahren : Krieg an der Kreuzung – Berlin – Tagesspiegel
In Berlin ist die Stimmung zwischen Autofahrern und Radfahrern oft angespannt. Häufig geben sie sich gegenseitig die Schuld für Zusammenstöße.

Was meine ich dazu? Nun, ich verleugne nicht die Schuld, die wir Radfahrer auf uns laden, wenn wir Fußgänger auf dem Gehweg bedrängen, wenn wir bei Rot über die Ampeln brettern und ein fürchterliches Vorbild für die ABC-Schützen abgeben, wenn wir Fußgänger beim Verlassen des Hauses, beim unbeabsichtigten Betreten des Radweges gefährden, wenn wir kreuz und quer aus allen Richtungen vom Fußweg auf die Fahrbahn geschossen kommen und somit die Autofahrer zur Verzweiflung treiben.

Dabei muss ich aber heute ein gutes Wort für die Autofahrer einlegen: Viele Autofahrer halten ausreichenden Sicherheitsabstand, wenn sie mich überholen! Danke, Autofahrer!  Sie wissen: Wenn man mit 30 cm Abstand einen Radfahrer überholt, gefährdet man ihn. Jede unbeabsichtigte  Wendung, jeder Schlenker mit dem Lenker kann Tod und Verletzung bringen, wenn die Autofahrer den Sicherheitsabstand nicht einhalten. Danke, ihr vielen rücksichtsvollen Autofahrer all!

Diese Autofahrer all lassen mir die Vorfahrt, wenn sie rechts abbiegen und ich geradeaus fahre. Diese Autofahrer all drehen sich um, schauen durch den berühmten „Schulterblick“, ob ein vorfahrtberechtigter Radfahrer kommt. Die Autofahrer all wissen: Viele schwere Verletzungen, viele tödliche Unfälle entstehen dadurch, dass Radfahrer von rechtsabbiegenden PKWs und LKWs überfahren werden. Danke, ihr Autofahrer all!

Dank und Lob an die Radfahrer, die bei Rot anhalten, die den Kindern ein Vorbild sind. Danke und Lob an die Radfahrer, die sich an die Regeln halten! Die vorschriftsmäßige Beleuchtung haben! Ruhm und Preis euch allen!

Danke, danke, danke an alle Radfahrer und Autofahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten.

Dank und Preis an all die Autofahrer und die Radfahrer, die
rücksichtsvoll,
um-sichtig,
vor-sichtig,
nach-sichtig,
vorausschauend fahren!

DAMIT IHR GUT FAHRT!

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Sep. 082010
 

Immer wieder fahre ich mit beklommenem Gefühl durch unsere sauber und adrett mit viel Geld hergerichteten Städte in den östlichen Bundesländern. Bad Doberan, Görlitz, Köthen, Frankfurt/Oder – die Bilder gleichen sich: die Stadtkerne sind hübsch und sauber wiederhergerichtet, die Außenbezirke verfallen, Plattenbauten werden abgerissen, denn die Einwohnerzahlen schrumpfen in rasantem Tempo. Wohnraum wird vernichtet. Schulen werden geschlossen. Es fehlen die Menschen. Es fehlen die Kinder im Land!

Brauchen wir ein Neuansiedlungsprogramm für junge Familien, für gut ausgebildete, arbeitslose Facharbeiter aus anderen Ländern, für arbeitslose Ingenieure, Facharbeiter und Hausärzte aus Kasachstan, Uzbekistan, Russland, Georgien? Ja, ja, ja.

Ich will Kinder, ich will Leistung, ich will Aufstieg für all die gutausgebildeten fleißigen Familien aus der ehemaligen Sowjetunion, die hier gebraucht werden. Diese Menschen sind alle von einem individuellen Leistungsethos beseelt. Sie wollen anpacken, sie wollen arbeiten, und sie wären sofort bereit, sich hier zu integrieren.

Voraussetzung: Ihre Qualifikationen müssen anerkannt werden. Und wir brauchen ein sechsmonatiges Einsteigerprogramm ähnlich dem israelischen Ulpan-Wesen: Sprache, Landeskunde satt, und dann: „Geh deinen Weg!“

 Streit über Integration: Wirtschaftsforscher fordert 500.000 Zuwanderer pro Jahr – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft
Für Zimmermann ist indes das Hauptproblem, dass die Zuwanderung bisher „nicht über den Arbeitsmarkt gelenkt“ wurde. Dazu komme, dass die Integration von Migranten „nicht ideal geglückt“ sei, sagte er der Zeitung. „Insbesondere die zweite und dritte Generation der Migranten sucht in ähnlichen Bereichen Arbeit wie ihre Eltern, doch diese Berufe sind heute nicht mehr gleichermaßen gefragt.“

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„Ihr versaut unsere Kinder mit Hartz IV“

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Sep. 082010
 

Einen verheerenden Einfluss hat sicherlich die sozialstaatliche Rundumversorgung auf unsere Kreuzberger Kinder. Wenn Kinder aus Hartz-IV-Familien bereits stolz ihr Nokia N97 vorweisen und mit dem Großraum-Van zur Grundschule im sozialen Brennpunkt gefahren werden, wird jeder individuelle Wille zur Leistung, zur Anstrengung im Keim erstickt. Man braucht kein richtiges Deutsch zu können, um als Kind ein Nokia N97 zu besitzen oder als Erwachsener einen Großraum-Van mit einem erkauften Führerschein zu steuern. Das ist die klare Botschaft.

Erneut hervorzuheben: Stets sind in der Sichtweise der „neuen Deutschen“ andere am Schlamassel schuld. Der Staat ist schuld, die anderen sind schuld, der Staat gibt zu viel Geld, der Staat gibt zu wenig Geld.  Die andern, die Deutschen, der Staat macht alles falsch.

Ich höre fast nie Sätze wie: „Das habe ich falsch gemacht“.

In diesem Sinne sei aus dem heutigen Tagesspiegel zitiert:

Berliner Senat: Integration: Viel geschafft – mehr zu tun – Landespolitik – Berlin – Tagesspiegel
Raed Saleh lobt die Tatsache, dass es überhaupt einen öffentlichen Beschäftigungssektor gibt. CDU-Mann Wansner vermisst beim Senat das Bemühen, die Wirtschaft in die Integrationspolitik einzubeziehen. Die Berufsverbände sagten: Kein Deutsch – keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Da müsse die Politik eine „konzertierte Aktion“ mit der Wirtschaft organisieren, um Schulabgängern von heute Chancen zu verschaffen. Bei einem Treffen mit türkischen Berlinern hätten diese ihm jüngst gesagt: „Ihr versaut unsere Kinder mit Hartz IV“. Anderswo, in Frankfurt am Main oder in Stuttgart, gebe es auch viele Migranten. Die hätten aber nicht so große Probleme auf dem Arbeitsmarkt.

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Sep. 082010
 

Sarrazin razzista. Europa schüttelt den Kopf über Deutschland. Mittlerweile ist es den Verächtern Sarrazins gelungen, ihn durch böswillige Verleumdung im Ausland als „Rassisten“ hinzustellen. Der Schaden dieser Verleumdung ist für uns alle enorm. Denn was muss das für ein Land sein, in dem 70 bis 90 Prozent einem „Rassisten“ zustimmen? Wenn ein „Rassist“ Finanzsenator und Bundesbankmitglied werden konnte?

Das europäische Ausland sieht sich in dem früher lange gehegten Bild der Deutschen als einer Horde von Rassisten und Nazis  bestätigt. Natürlich wird kein Korrespondent einer europäischen Zeitung bisher die Zeit gehabt haben, Sarrazins sperriges Buch zu lesen. Er berichtet nur über das, was er in den deutschen elektronischen Medien hört oder in den Tageszeitungen liest, und wie auf den diversen Empfängen für Journalisten über den „Rassisten“ abgelästert wird.

Sarrazin razzista? Sarrazin ist in Wahrheit das Gegenteil eines Rassisten. Sich selbst bezeichnet er gerne als „genetische Promenadenmischung“. Sarrazin legt immer wieder den Akzent seiner Überlegungen auf den individuellen Leistungswillen, der dem Einzelnen den Aufstieg auch unter schwierigsten sozialen Bedingungen ermöglicht. So berichtet er gerne von dem schwarzen Bildungsökonomen Roland Fryer, der in bedrückenden, durch Kriminalität und Drogensucht geprägten Verhältnissen aufwuchs. „Er schaffte es mit einem Sportstipendium an die Universität, studierte in Rekordzeit, promovierte mit 25 Jahren und war mit 30 Jahren Harvard-Professor“ (Deutschland schafft sich ab, S. 233).

„Die wirklich Tüchtigen lassen sich offenbar auch durch ungünstige Umstände nicht abschrecken – und das ist eine durchaus trostreiche Erkenntnis. Man muss letztlich also stets beim Willen und beim Ehrgeiz des Individuums ansetzen. Niemals darf man es dem Einzelnen durchgehen lassen, sich auf Gruppennachteile herauszureden“ (S. 234).

Soziale Milieus, die gegen Leistungswillen, gegen „Strebertum“ und gegen Fleiß, aber für tiefergelegte schwarze BMWs, teure Handys, teure Markenklamotten eingestellt sind, werden einen solchen Aufstieg schwer machen. Genau das ist aber die Grundhaltung eines wesentlichen Teils unserer jungen männlichen Kreuzberger und Neuköllner Deutschen.

Ich staune immer wieder erstaunt über die elektronische Ausstattung unserer typischen Kreuzberger Jungs, unserer typischen Kreuzberger Familien, mit denen ich als typischer Kreuzberger einfacher Bürger Kontakt halte und pflege. Ganz oben scheint bei den 8-12-Jährigen derzeit das Nokia N97 zu liegen. Es ist unfassbar! Viele Kids, die unsere Kreuzberger staatlichen Grundschulen prägen, haben Smartphones, die neu mehrere Hundert Euro kosten, während wir in meiner Kindheit stolz waren, wenn wir mal einen echten Lederball zum Kicken hatten.

Wird das europäische Ausland derartige Feinheiten über einen Rassisten, der sich selbst als genetische Promenadenmischung bezeichnet und bereits im Namen einen sarazenisch-muslimischen Ursprung zeigt, noch wahrnehmen? Nein. Das Leseverständnis und die Lesefähigkeit unserer Leistungsträger in Politik und Medien reicht schlechterdings nicht aus, ein 461-Seiten-Buch in allen wesentlichen Inhalten innerhalb von 2-3 Tagen aufzunehmen und dann zutreffend wiederzugeben. Genau das wäre aber erforderlich gewesen. Denn in 2-3 Tagen bilden sich die Grundhypothesen der aktuellen Berichterstattung heraus. In 2-3 Tagen muss man die Vorherrschaft über ein Thema errungen haben, sonst ist es zu spät, um allfällige Verzerrungen und Verleumdungen noch klarzustellen.

Gar nicht hoch genug anzurechnen ist deshalb einem deutschen Bundestagsabgeordneten das Bekenntnis: „Ich bin erst in Kapitel 3.“ Gesagt von Wolfgang Bosbach bei Anne Will, am vergangenen Sonntag. Da war das Buch schon eine Woche auf dem Markt. Thema der Sendung: Thilo Sarrazin ist weg. Im Raum schwebte die Frage: Ist Sarrazin ein Rassist? Der arme Bundestagsabgeordnete musste also zu einer Frage Stellung nehmen, die er zugegebenermaßen nicht beantworten konnte, denn er hätte unbedingt das Kapitel 6 „Bildung und Gerechtigkeit“ gelesen haben müssen, um eine Antwort finden zu können. So läuft der Hase aber.

Einen beliebigen Beleg für die hochwirksame Hetzkampagne eines Großteils der deutschen Medien und der deutschen Politik gegen Sarrazin liefert beispielsweise der folgende Artikel aus der führenden italienischen Tageszeitung La Repubblica – und wer des Italienischen mächtig ist, dem sei der Artikel wärmstens empfohlen:

La Bundesbank rompe gli indugi il razzista Sarrazin espulso dal board – Repubblica.it » Ricerca

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Ist die Rütli-Schule ein Vorbild?

 Gute Grundschulen, Vorbildlichkeit, Willkommenskultur  Kommentare deaktiviert für Ist die Rütli-Schule ein Vorbild?
Sep. 082010
 

Immer wieder wird auf die Rütli-Schule hingewiesen. Nach einem jener berühmten „Brandbriefe“, mit denen Berliner Schulleiter, Lehrer und Eltern immer wieder auf Missstände hinweisen, wurde in einer konzertierten Aktion der Wandel geschafft: Die Rütli-Schule gilt heute als guter, einladender Lernort, an dem sinnvoller Unterricht wieder möglich ist.

Was steckt dahinter?  Ich erkundige mich und komme zu folgendem Ergebnis. Erfolgsfaktoren sind:

1) Die Schule hat die ganze Not offen benannt. Sie brach aus der resignativen Schicksalsergebenheit aus, die sonst viele Schulen kennzeichnet:  „So geht es nicht mehr weiter“. Dadurch hebt sie sich deutlich von den zahlreichen anderen Berliner Schulen ab, an denen resigniert wird, an denen viele Lehrer dauerkrank werden oder in die innere Emigration abwandern.

2) Alle Beteiligten erarbeiteten eine konzertierte Lösung. Eine Besserung kann nur gemeinsam gelingen.

3) Es wurde massiv staatliches Geld in die Hand genommen. Die Lehrerzahl wurde deutlich erhöht, die Rütli-Schule kam in den Genuss besonders üppiger Förderung. Eine Lehrerin berichtet: „Wir sind jetzt immer zu zweit im Klassenzimmer. Seitdem habe ich keine Angst mehr vor den Schülern, wenn ich mich umdrehe.“

4) Es wird eine positive Identifikation mit der Schule hergestellt, durch gemeinsame Aktionen oder durch den Schulpulli etwa.

Ergebnis: Durch gemeinsames Handeln, durch immense Geldbeträge, durch Herausarbeiten der eigenen Stärken lässt sich offenbar auch im sozialen Brennpunkt ein lernförderliches Umfeld herstellen. Schulen lassen sich in einem herkuleischen Kraftakt gewissermaßen von innen her „sanieren“. Ein möglicher Einwand gegen diesen Ansatz: Er verlangt ungeheure Geldmittel, die selbstverständlich nicht für alle Schulen im sozialen Brennpunkt abrufbar sind.

Dass Lehrerinnen Angst davor haben, allein mit Schülern in einem Klassenzimmer zu sein, und dass deswegen stets zwei Kräfte im Klassenraum sein müssen, halte ich für äußerst besorgniserregend.

In diesem Sinne führt die Migrationsforscherin Naika Foroutan von der Humboldt-Universität aus:

 Integration – Berliner Migrationsforscherin widerspricht Sarrazin – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin
Aber es gibt auch Beispiele wie das der Rütli-Schule, die der Bezirk mit viel Engagement und Geld zu einer Vorzeigeschule „gedreht“ hat. Auch dort waren die Zustände vor wenigen Jahren haarsträubend. Der Wandel wurde geschafft. Insgesamt ist Berlin in vielen „Migranten-Belangen“ Beispiel gebend, etwa beim Quartiersmanagement. Aber man muss auch selbst aktiv werden. Mir war es wichtig, dass meine Kinder nicht in diesem Elfenbeinturm in Mitte, wo ich wohne, aufwachsen, sondern dass sie in eine Kita kommen, wo es neben Paul und Paula auch Aysche und Ali gibt, in Wedding. Das tun leider viel zu wenige. In der Hinsicht findet auch von Seiten der Etablierten in Alt-Mitte eine Integrationsverweigerung statt. Das Deutschland, von dem Herr Sarrazin redet, gibt es doch kaum noch. Wenn mehr Menschen, und da schließt sich der Kreis zum Gesprächsanfang mit der „Berliner Tulpe“, etwas tun, um Brücken zu bauen, dann hätte Herr Sarrazin weniger Gelegenheit, einige der durchaus vorhandenen Missstände zu beklagen. Leider zeigt er zu wenige Lösungen auf.

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Sep. 072010
 

Migrantendebatte – Sarrazin bleibt unbeugsam – ist aber vorsichtiger – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin
„Sie wollen, dass die Migranten abgeschoben werden“, warf sie Sarrazin vor, welcher vehement den Kopf schüttelt.

Es wäre spannend, einmal all die falschen Behauptungen, die Unterstellungen, die Lügen, die kübelweise über den Herrn Sarrazin ergossen werden, zu sammeln und auf ewige Zeiten aufzubewahren. Es ist eine üble Hetze, die da gegen ihn entfesselt wird.

Und deswegen steht der Mann jetzt unter Polizeischutz – wie Hirsi Ali, wie Seyran Ates, wie Geert Wilders, wie einige andere Islamkritiker auch.

Es ist beachtlich, dass ein scharfer und erbitterter Gegner der Religionen, insbesondere des Christentums wie Richard Dawkins, der das Christentum für etwas grundsätzlich Schlimmes, für einen bösen Wahn hält, nicht nur nicht unter Polizeischutz stehen muss, sondern jederzeit in allen Sendern und Stationen der westlichen Welt zu Wort kommt.

Thilo Sarrazin ist vielleicht eine Art Richard Dawkins der Islamkritik. Was Dawkins dem Christentum vorwirft, das wirft ungefähr Sarrazin dem Islam vor.

Sevim Dagdelen bereichert meine üppige Sammlung der Sarrazin-Lügen. Danke. Trockenen Auges warf sie Sarrazin vor: „Sie wollen, dass die Migranten abgeschoben werden!“ Falsch. Sarrazin verlangt das nirgendwo. Er verlangt vom Staat, dass er durch verstärkte Bildungsangebote allen Migranten einen Aufstieg durch Bildung ermöglicht. Deshalb tritt er für einen verpflichtenden Kita-Besuch aller Kinder ab dem dritten oder vierten Lebensjahr ein (Deutschland schafft sich ab, S. 231). An keiner Stelle verlangt er Abschiebung der Migranten.

Häufig wird behauptet, Sarrazin mache keine „konkreten Vorschläge“ zur Besserung der Lage. So äußert sich etwa Naika Foroutan in der Berliner Morgenpost vom 06.09.2010. Wieder falsch. Sein Buch ist gespickt mit praktischen Vorschlägen, etwa zur Umgestaltung der Bildungslandschaft, zu familienpolitischen Maßnahmen, zur Vereinheitlichung der zersplitterten deutschen Bildungslandschaft, zu Ganztagsschulen und Ganztagskindergärten.

Ebenso beliebt ist die Unterstellung, Sarrazin lasse keine Ausnahmen zu, er leugne, dass es auch geglückte Beispiel der Integration gebe.  „Es dürfte mich laut Sarrazin eigentlich nicht geben“, so eine bekannte deutsche Islamwissenschaftlerin. Wieder falsch. Sarrazin hebt in seinem Buch ausdrücklich Beispiele gelungener Integration hervor: Ceyhun Heptaygun, Ahmed Aboutaleb, Necla Kelek, Güner Balci, Bassam Tibi, Hirsi Ali, Fadi Saad. Alles Menschen aus muslimischem Hintergrund!

„Sarrazin ist ein Rassist.“ Falsch. Er ist im Grunde ein Kulturkritiker mit starken politischen Interessen. Er ist ein Kritiker des Islam. Er behauptet, dass der Islam grundsätzlich in vielen Fällen Integration verhindere. Dieses Integrationshindernis sei ausschließlich kultureller, nicht genetischer Art.

An dieser Behauptung Sarrazins ist was dran, so meine ich. Ich erlebe viele meiner Muslime als zu „schicksals-gehorsam“.

Ich wiederhole: Dem Buchautor und Menschen Sarrazin widerfährt durch die haltlosen Unterstellungen eines Teils seiner Kritiker großes Unrecht. Man kann bei seinen schärfsten Kritikern davon ausgehen, dass sie sein Buch nicht gelesen haben. Wäre es nicht so traurig, man müsste es für eine Komödie halten.

Für eine Komödie, in der mittlerweile immerhin einige wenige besonnene Stimmen wie etwa die eines Heinz Buschkowsky, eines Wolfgang Bosbach, einer Cora Stephan, eines Norbert Bolz, eines KT von Guttenberg, eines Arnulf Baring, eines Wolfgang Clement, eines Klaus von Dohnanyi spielverderberisch hervorstechen.

Wie lange werden wir diese hysterische Darbietung noch über uns ergehen lassen müssen?

 Posted by at 16:02
Sep. 072010
 

Laschet oder … Rüttgers? Falsch geraten, Freunde!

Nein, die Frage muss lauten: Laschet oder Sarrazin? Viel zu wenig beachtet wurde ja das Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“. Verfasser: Armin Laschet. Als Grund dafür meine ich zu erkennen:

Das Buch ist durchweg vernünftig. Es ist getragen von einem hohen Ethos der Zuwendung zum Du, zum Mitmenschen. Nur ein Katholik, nur ein Christdemokrat konnte wahrscheinlich ein solches Buch schreiben. Gleichzeitig wird überzeugend nachgewiesen, dass gute Integration auch in unserem eigenen Interesse liegt: eine Verbindung von politischem Eigennutz und christlicher Nächstenliebe.

Man kann diesem Buch schwerlich widersprechen. Es ist anspruchsvoll. Es klopft zunächst einmal an die eigene Brust: „Wir haben uns an den Menschen versündigt.“ Das Buch Armin Laschets nimmt uns alle in die Pflicht.

Laschet oder Sarrazin? Ich meine: Man sollte Laschet lesen und Sarrazin auch. Zuerst Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ und dann Laschets „Aufsteigerrepublik“. Da ich Kreuzberger bin und die freudvolle Anwesenheit ganz vieler migrantischer Mitmenschen hautnah genießen darf, muss ich selbstverständlich meine Stimme zum Persönlichkeitsschutz Thilo Sarrazins erheben. Ich habe mir – wie Thilo Sarrazin ja auch – reichlich Geschichten von den Berliner Lehrern und Erziehern, von Sozialarbeitern und Berliner Kindern erzählen lassen. An Sarrazin wurde und wird von einem Teil der Presse und der Medien, von einem Teil der deutschen Politik Rufmord begangen. Das habe ich von Anfang gesagt. Ich werde den Menschen Thilo Sarrazin, der sich als verantwortlicher Staatsbürger seine Gedanken gemacht hat, stets verteidigen.

Aber ich empfehle allen, die den Feststellungen Sarrazins zustimmen, auch die helle und klare, die überzeugendere Stimme des Armin Laschet zu hören.

Und dann würde ich mir eines wünschen: irgendwann einmal das Bekenntnis einer einzigen Migrantenorganisation, etwa von DITIB, von Milli Görüs, von TBB, eines einzigen türkischen oder muslimischen Verbandsvertreters: „Wir haben etwas falsch gemacht. Wir haben gelernt.“ Da kommt nämlich nichts. Ich vernehme kein Eingeständnis eigener Fehler von meinen Türken, meinen Arabern, meinen Muslimen. Sie sind großartig darin, uns Steuerzahlern ein schlechtes Gewissen einzuflößen, und nutzen die vielen willkommenen Gelegenheiten, die ihnen Sarrazins Buch dazu bietet, weidlich und wonnig aus.

Ich höre von den Organisationen und Migrantenvertretern fast nur Forderungen, Beschwerden, Reklamationen gegenüber der Service-Firma „Hotel Deutschland“. Man spricht so gern von den großen Leistungen all der kräftig zupackenden Männer und Frauen in den früheren Jahrzehnten. All der Stahlkocher, Müllmänner, Reinigungskräfte. Gut. Sie haben unseren Wohlstand mit aufgebaut. Aber diese Menschen haben auch ihren Lohn erhalten. Die Anerkennung dieser Arbeitsleistung wurde in Gestalt von Geld erbracht.

Ich würde mich freuen, wenn ich nur einmal so etwas hörte wie „Danke, Hotel Deutschland, danke, deutscher Steuerbürger, dass du mit deinen Steuern diese herrlichen Chancen zum Aufstieg bezahlst, die wir liebend gerne annehmen.“

Wir haben mit schlechtem Gewissen eine Schule besucht, in denen praktisch alle Familien von der Lehrmittelpflicht befreit waren. Das heißt, fast alle lebten vom Staat. Sie waren fast alle „mit arabischem oder türkischem Migrationshintergrund“. Und so wurde uns bald das Gefühl vermittelt, nicht so recht dahin zu passen. „Sie sind aber kein Deutscher, oder?“ Das habe ich mir angehört.

Wir hatten das lebhafte Gefühl, die Menschen in ihrem dauernden Benachteiligtenstatus zu stören. Bald wurde mir klar, dass ich mit meinen Steuern in etwa eine halbe dieser vielköpfigen Familien finanziere. Die anderen 50 oder 70 Familien an dieser Schule werden eben durch jeweils andere Steuerzahler finanziert, ebenso die Schule selbst.

Wir haben die staatliche Schule, an der wir uns fremd fühlten, verlassen, und bezahlen nunmehr zusätzlich zu unseren Steuern monatliches privates Schulgeld in der zu erahnenden Höhe. Die Politiker im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und in der Stadt Berlin scheinen nichts davon mitzukriegen. Sie erfassen die Gemütslage des Volkes nicht.

Und so entstehen nach und nach in meiner Seele giftige, gefährliche Ressentiments, vor allem, wenn man als deutscher Steuerzahler dann sich ausgegrenzt und ausgenutzt fühlt. Das Böse lauert stets an der Türschwelle. Man driftet fast wider Willen „nach rechtsaußen“. Man fühlt sich überfremdet. Es hat keinen Sinn, Gefühle des Grolls zu leugnen. Gefühle der Überfremdung sind da. Man fühlt sich fremd im eigenen Kreuzberg, das sich so wahnsinnig schnell verändert hat.

Ich versuche diese bösen Gefühle zu überwinden, indem ich bewusst auf diejenigen zugehe, die von meinen Steuern leben, und mich mit ihnen anzufreunden suche. Und indem ich brav Laschets Aufsteigerrepublik wiederlese. Ich versuche die Zuwanderer zu überreden, selbst etwas für ihren wirtschaftlichen Erfolg zu tun. Ich rede mit ihnen, ich ermahne sie offen. „Tut was. Euch stehen alle Türen offen. Lernt. Ackert. Hockt nicht so viel rum. Arbeitet an euch.“ Das ist ein mühseliges Geschäft.

Es sollte heißen: Sarrazin UND Laschet. Das wär’s.

 Posted by at 14:23

„Das will ich gar nicht lesen!“ Und deshalb schreibe Thesen!

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Sep. 062010
 

1. Nach der Geburt des Kindes werden die Mütter bei Hausbesuchen zu Ernährungsfragen und  Kinderpflege angeleitet.

2. Der Kita-Besuch vom dritten, spätestens vom vierten Lebensjahr an wird bindend.

3. Die Schule konzentriert sich in den ersten Jahren auf den Erwerb der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen.

4. Schuluniformen sollten obligatorisch sein. Sie verwischen soziale Unterschiede, lösen für weniger Bemittelte das Textilproblem und schaffen eine klare Abgrenzung zwischen Schulbereich und privatem Bereich.

5. Auf den Erwerb und die Einübung von Sekundärtugenden – Pünktlichkeit, Fleiß, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit – wird besonderer Wert gelegt.

Was ist von den obigen Forderungen zu halten? Ich meine: Sie sind wohl sinnvoll. Sie verdienen eine vorurteilslose Befassung. Sie zeigen, dass der Verfasser sich im Geiste der Verantwortung Gedanken zu folgender Frage macht: Wie können wir allen Kindern eine gute Bildung zukommen lassen, sodass sie ihre Aufstiegschancen in Gerechtigkeit und Gleichheit ergreifen können?

Was hältst du von diesen Thesen? Nimm Stellung!

Die Bücher schreiben die Autoren merkwürdigerweise – für sich selbst. Kaum ein Buchautor sollte sich der Illusion hingeben, dass er wirklich gelesen wird. So besuchte ich einmal einen Abend bei einem Berliner Unternehmerverband mit dem damaligen Integrationsminister Armin Laschet. Thema des Abends: das Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance.“ Neben dem Autor war ich ganz offenkundig der einzige, der das Buch gelesen hatte.

Wir lernen: Der Titel und Untertitel ist das Entscheidende bei den heutigen Büchern, oder besser: bei den heutigen Lesern.

Das macht aber nichts! Den guten Autor umgibt die Aura seines Werkes. Er hat sich gequält, er hat seinen Weg zurückgelegt. Dank des Buches ist er imstande, den Inhalt seiner Gedanken in etwa 20 Minuten flüssig und überzeugend und ohne wesentliche Einbußen wiederzugeben.

Was meinst du? Wer hat die obigen 5 Thesen geschrieben?

Gefährlich wird es dann, wenn Bücher sperrig, komplex und unübersichtlich sind. Dann genügen schon wenige in böser Absicht herausgerissene Zitate, um den Autor in Verruf zu bringen. „Nazischwein“, „Rassist“, „menschenverachtend“, usw. „Das Buch dieses Rassisten will ich gar nicht lesen!“ So hörte ich es heute.

Der Tatbestand der Verleumdung, des Rufmordes am Autor ist erfüllt.

Deshalb sollten alle Autoren, die ein gutes Werk für ihr dickes Buch tun wollen, sich bemühen, ihre wesentlichen Gedankengänge noch einmal in wenigen, aufeinander aufbauenden Thesen zusammenzufassen und als Flugschrift oder Website unters Volk zu bringen.

Auf diese Weise kann man Aussagen und Forderungen eines Buches in Ja-Nein-Entscheidungen zusammenfassen und somit die Auseinandersetzung von der Person des Autors wegleiten und versachlichen.

Das Foto zeigt die Schlosskirche Wittenberg mit der wohl berühmtesten Tür der deutschen Geschichte

Nebenbei: Die fünf Thesen am Anfang dieses Eintrags sind folgendem Buch entnommen: T. Sarrazin, Deutschland schafft sich ab, München 2010, S. 231-232

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„Sozialhilfe verhindert Integration“

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Sep. 062010
 

„In der Sozialhilfe integrieren sich die Zuwanderer nicht.“ Langfristiger Bezug der Sozialhilfe entmündigt, wird als lähmend erlebt, begünstigt Schwarzarbeit, Trägheit und Betrug. Diese Einsicht greift mittlerweile in zahlreichen Ländern Platz, zuerst in den USA, dann in den Niederlanden, numehr sogar in Deutschland. Mariam Lau war eine der ersten, die den Zusammenhang für Deutschland benannte, Neriman Fahrali folgte, nunmehr erkennt auch Gesine Lötzsch von der Linkspartei die Existenz in der Sozialhilfe als eines der entscheidenden Integrationshindernisse, nicht nur für Zuwanderer, sondern auch für autochthone Deutsche.

Sie spricht in der Leipziger Volkszeitung von den Sozialgesetzen, „die eine Integration in die hiesige Gesellschaft sowohl für Migranten als auch für viele Deutsche unmöglich machen“.

Ein guter Hinweis, dass Sozialhilfe nicht nur Migranten, sondern auch Deutsche an der Integration hindert!

Welcher Ausweg bietet sich an? Beschränkung der Sozialhilfe, Befristung und Zuweisung stets unter Auflagen! In den USA erhält man in den ersten 10 Jahren nach Zuwanderung überhaupt keine Sozialhilfe, danach wird der Bezug auf 5 Jahre begrenzt. Das bedeutet für die Familien zum einen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen, zum anderen, dass sie einander beistehen müssen. Wer hat, der gibt den anderen ab. Von einem Verdienst leben oft mehrere Menschen, ein direkter Anspruch des einzelnen gegen den Staat besteht zunächst nicht.

Die Selbsthilfekräfte werden gestärkt, der Zusammenhalt der Familien wird eingefordert, die Verhätschelung durch den Papa Staat unterbleibt.

Auch in der DDR gab es keine Sozialhilfe für Zuwanderer, und deshalb, aber auch wegen des wirksamen „antifaschistischen Schutzwalls“, hielt sich der Ansturm der Ausländer in engsten Grenzen. Sie kamen ausschließlich als Vertragsarbeiter, Studenten, Botschaftsmitarbeiter, Soldaten oder deren Angehörige – was aber nicht das Aufkeimen von Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus in der DDR verhindern konnte.

Einwanderung: De Maizière fordert Sanktionen gegen Integrationsverweigerer – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Die Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch sieht die Ursachen für Defizite bei der Integration von Migranten auch in den „Hartz IV“-Gesetzen. Konservative, Sozialdemokraten, Grüne und Liberale hätten in der Vergangenheit Gesetze wie „Hartz IV“ beschlossen, „die eine Integration in die hiesige Gesellschaft sowohl für Migranten als auch für viele Deutsche unmöglich machen“, sagte Lötzsch der „Leipziger Volkszeitung“.

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Sep. 052010
 

Mariam Lau schreibt: „In einigen Staaten ist es leicht, in die Sozialsysteme einzuwandern, und schwer, in den Arbeitsmarkt zu kommen, in anderen ist es umgekehrt. Es ist nicht schwer zu erraten, wo die Integration besser funktioniert. Studien zeigen: Je weniger Sozialhilfe, desto besser sind Zuwanderer integriert. Solange der deutsche Sozialstaat in dieser Hinsicht nicht grundlegend umgebaut wird, wird es keine Integration von Zuwanderern in Deutschland geben. Aber weder die CDU noch sonst irgendeine Partei in Deutschland traut sich derzeit an diesen Umbau. Die meisten wollen ihn ja auch gar nicht.“Mariam Lau: Die letzte Volkspartei. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2009, S. 149

Auffallend, dass Thilo Sarrazin etwas Ähnliches vertritt! Auf S. 296 seines umstrittenen neuen Buches behauptet er: „Ohne Änderung der sozialstaatlichen Rahmenbedingungen sind die Aussichten gering, dass sich die Parallelgesellschaften der muslimischen Migranten in Deutschland und Westeuropa mit der Zeit quasi automatisch auflösen.“

Sinn scheint zu sein: Die Migranten sind zu stark durch geschenktes Geld und soziale Sicherheit gefördert. Wir fördern viel zu viel. Eigenverantwortung und Initiative verkümmern.

Spannend. Darüber sollte man diskutieren! Die Kreuzberger Ärztin Neriman Fahrali äußert ähnliche Auffassungen. Bin gespannt auf die Diskussion am Samstag.

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