Sep. 142010
 

Man könnte Tage mit der Widerlegung der falschen Behauptungen verbringen, die über Thilo Sarrazins Buch in Umlauf gebracht worden sind. Das kann diesem Blogger niemand zumuten.  Auffallend ist jedenfalls, dass auch andere es auffallend finden, wenn wieder und wieder unter Beweis gestellt wird, dass die schärfsten Sarrazin-Kritiker das Buch offenkundig weder gelesen noch verstanden haben.

„Ich les doch nicht das Buch eines Rassisten!“

Man urteilt also nach Hörensagen.

Aber was liegt schon an Büchern! Ich lade alle Sarrazin-Kritiker ein, nicht das Buch nicht zu lesen, sondern in echt nach Kreuzberg (Kottbusser Tor), nach Wedding, nach Neukölln (Rollbergviertel) umzuziehen, sich hier bei uns Migrantenfamilien bitteschön in die Bevölkerungsmehrheit zu integrieren, ihre Kinder hier zur Bevölkerungsmehrheit zu schicken – bitte in eine ganz normale staatliche Grundschule mit den ganz normalen Mehrheitsverhältnissen! Wir brauchen euch!

Es macht Spaß! Man braucht keine Bücher mehr zu lesen.

Integration – Der SPD-Spickzettel für schwierige Sarrazin-Fragen – Politik – Berliner Morgenpost – Berlin
Leider gibt es erhebliche Zweifel daran, dass derjenige, der das Papier zusammenschrieb, das Buch tatsächlich gelesen hat. Warum sonst sollte er als Quelle der fünf aufgelisteten Sarrazin-Thesen statt des Buches die „Berliner Morgenpost“, das ZDF, „dpa“, das „Handelsblatt“, die „tz“, „sueddeutsche.de“ und theEuropean.de als Quelle angeben? Wurde da etwa schlampig gearbeitet? Wollte oder konnte sich der Autor die Inhalte nicht selbst erarbeiten? Oder war das überaus erfolgreiche Buch gar schon vergriffen?

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Sep. 142010
 

Etwa 1,6 Millionen Menschen türkischer Staatsangehörigkeit leben derzeit dauerhaft – teilweise seit mehreren Generationen – in Deutschland. Zusammen mit den mehr als 800.000 eingebürgerten Deutschen türkischer Abstammung bilden sie – so könnte man sagen – die türkische Landsmannschaft.

Landsmannschaften sind durch gemeinsame Sitte, Herkunft, Sprache, familiäre und verwandtschaftliche Verknüpfung und Religion stärker miteinander verwoben und miteinander integriert als mit den anderen Landsmannschaften eines Staates.

Das Wort Landsmannschaft ist unglücklich, da es Frauen und Kinder ausschließt. Sexismus pur. DEN wollen wir gar nicht haben. Besser ist da das Wort Landsmenschenschaft.

Ich schlage deshalb vor, die Deutschtürken – sowohl deutscher wie türkischer Staatsangehörigkeit –  als die „türkische Landsmenschenschaft“ zu bezeichnen.

Keiner wird von den Deutschtürken je kulturelle Assimilation verlangen, wie dies der türkische Staat jahrzehntelang mit Gewalt und Verboten von den Kurden, Assyrern, Jeziden, Armeniern, Tataren und sonstigen etwa 10 größeren Landsmannschaften verlangte, die bei Staatsgründung auf seinem Territorium lebten.

Es gibt also und soll weiterhin in Deutschland je nach Herkunft eine bayerische, eine iranische, eine sächsische, eine schwäbische, eine kurdische, eine mecklenburgische, eine niedersächsische, eine palästinensische, eine britische, eine  libanesische, eine badische, eine russische, eine amerikanische  … Landsmenschenschaft geben.

Alle sind sie Menschen in Deutschland.

Unterschiedlich – aber in gleicher Weise berechtigt, alle Teilhabe der Welt in diesem Land zu erlangen.

Krönung der vollen Teilhabe sollte meines Erachtens das Erreichen der Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland sein.

Dabei scheint es mir in der Tat erwägenswert, das Erreichen der deutschen Staatsangehörigkeit bei eigener Erwerbsfähigkeit, bei guten Deutschkenntnissen von 8 Jahren auf weniger Jahre zu verkürzen, wie dies die FDP-Bundestagsfraktion heute vorschlägt.

Willkommen in der gemeinsamen neuen Heimat!

 Posted by at 14:19

Vergisst man Deutsch, wenn man nicht staatlich weitergefördert wird?

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Sep. 142010
 

Auf eine wichtige Tatsache macht Tatjana Forner aufmerksam: Dass nämlich die meisten Menschen, die an einem Deutschkurs teilnehmen, im Privatleben fast ausschließlich ihre Muttersprache üben.

Forners Forderung: Gleich nach dem staatlich finanzierten Deutschkurs muss eine staatlich finanzierte Weiterbildung folgen, sofern nicht der Eintritt ins Berufsleben erfolgt. Der Staat soll also dafür sorgen, dass die erlernte deutsche Sprache nicht wieder vergessen wird.

Meine ungläubig staunende Gegenfrage: Ist es denn in Deutschland verboten, Deutsch auch außerhalb des Deutschkurses zu sprechen? Wer hindert euch am Deutschsprechen?

Ich glaube, dass es in der Verantwortung der Migranten liegt, das mit staatlicher Hilfe erlernte Deutsch auch außerhalb des Kurses weiter zu pflegen. Warum nicht mal freiwillig und ohne Bezahlungsanreiz Deutsch sprechen? Ich schließe mich der Forderung nach mehr Eigenverantwortung an!

MACHT ES EINFACH! LERNT! ÜBT! MACHT!

Integrationsgesetz: Migranten fordern mehr Verantwortung – Berlin – Tagesspiegel
Auch Deutschkurse für Migranten seien nur dann sinnvoll, wenn die Menschen danach sofort in eine berufliche Weiterbildung vermittelt würden. „Wenn Monate dazwischen liegen, vergessen die Menschen das Gelernte”, so Forner.

 Posted by at 12:40
Sep. 142010
 

Von den etwa 3 Millionen Türken, die dauerhaft in Deutschland wohnen, hat etwa ein Viertel bis ein Drittel die deutsche Staatsbürgerschaft. Die anderen sind türkische Staatsbürger. Der türkische Staat kann zu Recht beanspruchen, für sie und in ihrem Namen als „Auslandstürken“ zu sprechen.

Wer unter diesen Auslandstürken bezeichnet sich als Deutscher? Eine offene Frage!

Eines ist sicher: Wir haben in der Bundesrepublik mittlerweile eine klar erkennbare türkische Volksgruppe, eine wachsende türkische Volksgruppe, die in jeder Hinsicht mit der deutschen Volksgruppe in der damaligen Tschechoslowakei (ab 1919-1946) verglichen werden kann.

Es gibt auch Unterschiede: Die Deutschen besaßen wider Willen die tschechoslowakische, nicht die österreichische oder deutsche Staatsbürgerschaft. Sie waren seit Jahrhunderten autochthon, also nicht zugewandert. Und sie lebten in nahezu geschlossenen Siedlungsgebieten. Sie fühlten sich als Fremde in diesem tschechisch dominierten Staat.

Als Volksgruppe oder nationale Minderheit bezeichnet man eine Gruppe von Menschen innerhalb eines Staates, die durch gemeinsame Nationalität, gemeinsame Sprache, oft auch durch gemeinsame Religion und weitgehend abgeschlossene verwandtschaftliche Beziehungen miteinander verbunden sind.

Dies galt für die Deutschen in der Tschechoslowakei, es gilt heute für die Mehrheit der Türken in Deutschland. Für die Mehrheit der Türken in Deutschland gilt: Sie haben nicht die deutsche, sondern die türkische Staatsbürgerschaft, sie sprechen fast nur Türkisch als Alltags- und Umgangssprache, sie haben eine gemeinsame Religion, sie sind verwandtschaftlich und familiär fast ausschließlich innerhalb ihrer Volksgruppe integriert.

Diese Trends nehmen zu, nicht ab.

Was folgt daraus? Eine offene Frage!  Aber diese Fakten gilt es erst einmal zur Kenntnis zu nehmen, ehe man die nächste Runde der Integrationsdebatte einläutet.

All die Statistiken geben einiges her, aber viel wichtiger ist natürlich das alltägliche Empfinden. Mit wem rede ich? Neben wem sitzen meine Kinder auf der Schulbank? Wen lade ich nachhause ein? Woher suche und hole ich die Ehepartner für meine Kinder?

Wichtiger als Statistiken sind die Fragen: Was will ich? Will ich auch als Türke richtig gutes Deutsch lernen? Sehe ich dieses Land, in dem ich lebe, als Heimat an? Will ich den beruflichen Erfolg in meinem neuen oder meinem alten Heimatland – oder will ich ausschließlich innerhalb meiner Volksgruppe verbleiben?

Nun, ich meine, alle diejenigen, die sich selbst als zu ihrer deutschen Heimat zugehörig bezeichnen, die sich klar zu diesem Land bekennen, die hier leben wollen, die sind zweifellos in vollem Umfang Deutsche.

Deswegen begrüße ich die klaren Worte von Fatih Akin, Feridun Zaimoglu, Aylin Selcuk, Lamya Kaddor und anderen aus ganzen Herzen. Zu lesen heute auf S. 5 der Süddeutschen Zeitung.

Ich meine: Diese klaren Worte, dieses klare Bekenntnis zu Deutschland ist repräsentativ auch für ein Viertel bis ein Drittel der in Deutschland lebenden Türken. Dieser Anteil soll steigen!

Ich würde gerne darauf hinwirken, dass alle, die dauerhaft hier wohnen und leben, sich als in vollem Sinne zu diesem Land zugehörig bezeichen. Sie „sollten es wollen“. Wir sind aber sehr weit entfernt davon.

Man könnte hier die Bitte der 15 mutigen Deutschen, die einen Brief an den Bundespräsidenten geschrieben haben, aufgreifen und all diesen Unentschiedenen zurufen:

„Bekennen Sie sich zu uns!“

Sie gehören zu uns.

Ausländer: Wie die Türken das Deutsche wieder verlernten – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE

 Posted by at 11:04

Deutschland bleibt unsere Heimat

 Heimat, Identitäten, Integration, Migration, Vertreibungen, Was ist deutsch?  Kommentare deaktiviert für Deutschland bleibt unsere Heimat
Sep. 142010
 

„Bekennen Sie sich zu uns!“ Mit diesen Worten wenden sich einige Deutsche an den Bundespräsidenten Christian Wulff. In einem offenen Brief bekennen sich umgekehrt diese 15 Deutschen zu ihrem Heimatland – zu dem Land, in dem sie geboren wurden und aufgewachsen sind. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung heute auf S. 5.

Dass diese jungen Deutschen, diese „neuen Deutschen“ nun, 65 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und nach den Vertreibungen der Deutschen aus ihrer angestammten Heimat nahezu wortgleich die Formulierungen der älteren Heimatvertriebenen aufnehmen, stimmt nachdenklich.

Ich meine: Dieses klare Bekenntnis zur Heimat, dieses klare Bekenntnis zum Staat Bundesrepublik Deutschland ist vorbildlich.

Gäbe es doch nur mehr solche vorbildlichen Deutschen wie Aylin Selcuk, Feridun Zaimoglu, Shermin Langhoff, Lamya Kaddor und Fatih Akin!

Die nationalen und demokratischen Untertöne, das klare Bekenntnis zu Werten und Worten wie Heimat, Familie, Staatspräsident sollte uns lauwarme „alte Deutsche“ jedoch nicht erschrecken.  Man soll und darf Deutsche wie Aylin Selcuk, Feridun Zaimoglu, Shermin Langhoff, Lamya Kaddor und Fatih Akin nicht in die rechte Ecke stellen oder ihnen die kalte Schulter weisen, nur weil sie ein klares Bekenntnis zu ihrem Heimatland ablegen.

Deutschland ist unsere gemeinsame Heimat!  Willkommen bei uns zuhause!

„Dieses Land ist unsere Heimat. Wir werden dieses Land nicht aufgeben.“ « Die neuen Deutschen

 Posted by at 10:13
Sep. 132010
 

„EIN Griechenland“, „Groß-Türkei“, „Drittes Europa“ unter polnischer Führung – was ist noch im Angebot? Nach dem ersten Weltkrieg sprossen überall in Europa Großmachtsphantasien auf. Völker wie die Griechen, die Türken oder die Polen sahen sich berufen, unter Führung des eigenen Staatsvolkes einen „Großraum der Macht und des Friedens“ zu errichten – und zwar auch mit blutigen Mitteln, mit Waffengewalt. So wurden nach dem ersten Weltkrieg eine ganze Reihe von regionalen Kriegen entfesselt: der griechisch-türkische, der polnisch-russische Krieg etwa. Diese Kriege sind heute in Deutschland vergessen oder verdrängt. Dabei waren es äußerst blutig geführte Angriffskriege, die heute unter der Ächtung der UN-Charta stünden.

Am schlimmsten und am verheerendsten unter diesen Großmachtsplänen sollten sich  – aus heutiger Sicht – die Ideen vom Großdeutschen Reich und von der Großen Schutzmacht Sowjetunion herausstellen. Millionen und Abermillionen Menschen fielen ihr zum Opfer: in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, auf den Schlachtfeldern, durch Plünderungen und Vertreibungen, durch Ausmerzungsaktionen gegen unerwünschte Bürger.

Kaum mehr als eine Fußnote im Konzert der Großmachtspolitiken füllt heute die Idee eines unter polnischer Führung stehenden „Dritten Europa“, welche das autoritär regierte Polen in den dreißiger Jahren verfolgte, wofür insbesondere der Name Josef Beck steht.

Lorenz Jäger bringt heute in der FAZ auf S. 3 unter dem Titel „Countdown für den Untergang“ die Details. Man kann also auch ohne Polnischkenntnisse Einblick in die spannende innen- und außenpolitische Dynamik jener Jahre nehmen, die in den Jahren 1919-1938 unter anderem zu bewaffneten Konflikten und echten Angriffskriegen zwischen Polen und der Sowjetunion, zwischen Polen und der Tschechoslowkei führte und mitunter aberwitzige Konstellationen erzeugte:

Polen paktiert mit dem Deutschen Reich und mit Frankreich gegen die Tschechoslowakei!

Deutsches Reich paktiert mit der Sowjetunion gegen Polen!

England paktiert mit Deutschem Reich gegen Tschechoslowakei!

Verwirrend – aber alles letztlich erklärbar als System einander bedrohender, angriffsbereiter Großmachtreiche, die am eigenen Bedeutungsverlust leiden.

Entscheidend bleibt: Deutschland, Polen und die Sowjetunion verfolgten damals Großraumpläne und überzogen einander mit einem wechselseitigen Geflecht an Drohungen, Bündnissen und Geheimverhandlungen.

Im Rückblick entsteht fast der irreführende Eindruck: „Die steckten doch alle unter einer Decke!“

Ab 1939, spätestens aber ab 1941 vereinfachte sich diese verwirrende Gemengelage: Deutschland und Sowjetunion fielen im September 1939 in verbrecherischen Angriffskriegen über Polen her, teilten es verabredungsgemäß unter sich auf. Sofort begannen hinter den Linien die unsäglichen Massenverbrechen an der polnischen Bevölkerung, ausgeführt von deutschen und sowjetischen Truppen und „Ordnungskräften“, die obendrein noch eine gemeinsame Siegesparade in Brest-Litowsk inszenierten.

Dann, spätestens ab 1941 standen Deutsches Reich und seine Verbündeten Italien, Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Kroatien usw. den anderen Mächten, den Alliierten, gegenüber.

Wiederum später, nach 1945, vereinfachte sich die verwirrende Gemengelage noch stärker.

Ab 1945 galt für Europa: Deutschland hatte den Weltkrieg ganz allein gegen den Rest der Welt entfesselt, allein geführt und allein verloren. Das ist heute allgemeiner Konsens. „Die Deutschen sind an allen Kollektivverbrechen, die in ganz Europa in den Jahren 1933-1945 begangen wurden, ganz allein schuld.“ So denkt Europa heute mehrheitlich.

Jeder, der diesen Konsens auch nur minimal in Frage zu stellen beginnt, wird sofort mit einer ganzen Latte an Vorwürfen überzogen, von denen der des Revisionismus nur der geringste ist.

Politik – FAZ.NET

 Posted by at 12:56

„Die Hölle ist auch in mir“

 Augustinus, Das Böse, Hebraica, Kain, Sündenböcke  Kommentare deaktiviert für „Die Hölle ist auch in mir“
Sep. 132010
 

Eine der besten, klarsten Stimmen, die aus dem heißen afrikanischen Wüstensand zu uns herüberschallen, stammt von — Aurelius  Augustinus! Der christliche Kirchenvater des 4. Jahrhunderts erforscht sein Selbst, erzählt die langen gewundenen Pfade, auf denen er zu einer inneren Ruhe findet. Inquietum cor nostrum est! Lange her.

Aber heute würde ich diesen Titel der besten, klarsten und eindrucksvollsten „Stimme aus dem afrikanischen Wüstensand“ ohne zu zögern an meinen zugewanderten Mit-Augsburger Hamed Abdel-Samad verleihen. „Die Hölle war auch in mir.“ So spricht er im aktuellen Spiegel 37/2010, S. 124. Allein für eine solche Aussage verdient er fast schon, noch in Hunderten von Jahren gelesen zu werden!

Vergleicht diese Aussage: „Die Hölle war auch in mir“ mit dem scheinbar völlig entgegengesetzten Satz von Sartre: „L’enfer, c’est les autres!“ Die Hölle sind immer die anderen. Auch dieser Satz Sartres hat seine Berechtigung. Die Hexenjagden und Hexerjagden unserer Tage (vide causa Sarrazin, vide causa Steinbach) sind ohne diesen tiefen Drang, alles Böse im anderen zu suchen, die Hölle in den anderen zu sehen, nicht verständlich.

Sie werden zu den Bösen, zu den Sündenböcken erklärt, deren man sich entledigen muss. Sie werden in die Wüste geschickt.

Sündenböcke oder Hexen können viele sein – auch der aktuelle Spiegel, den ich nachdrücklich zum Kauf empfehle, bietet reichlich Beispiele dafür: etwa FJ Raddatz und einige andere mehr 🙂

Einer der wichtigsten Sätze aus den 5 Büchern Moses meint etwas ganz Ähnliches: „Die Sünde, das Böse lauert stets an der Tür deines Herzens, wenn es dir nicht wohl ergeht.“ So lässt sich 1. Buch Moses, Kapitel 4, Vers 7 verstehen.

Suche – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

 Posted by at 11:51
Sep. 132010
 

Na, was die Statistiker alles so herausfinden! Je höher gebildet, desto weniger nutzen die Menschen das Auto als bevorzugtes Verkehrsmittel. Sie, die Akademiker, Freiberufler und Beamten der oberen Besoldungsstufen, steigen aufs Fahrrad um. Man kucke sich doch mal in der Kreuzberger Bergmannstraße um!

Die Proletarier und Hartzler fahren weiterhin ihr eigenes Auto, um Zigaretten und Sixpack vom ALDI zu holen. Sie dokumentieren somit, dass sie keine Unterschichtler sind. Denn wer ein eigenes Auto hat, ist nie und nimmer Proletarier, denn der Proletarier hat ja per definitionem nur einen Besitz – eigene Kinder, proles eben, wie der Lateiner sagt.

HAB ich’s doch geahnt!

Das Image der angeblichen Kreuzberger Unterschichtler, die leidenschaftlich gern Rad fahren, erleidet tiefe Kratzer. Wer zwei Fahrräder sein eigen nennt, kann per definitionem kein Underschichtler sein, auch wenn er sein eigen Kind jahrelang zu den muslimischen Migrantenmehrheiten geschickt hat.

Arbeiter fahren lieber Auto statt Bus oder Bahn Umfrage: Wer nutzt welche Verkehrsmittel? – Mobil – Welt – Tagesspiegel

Die Nutzungsdauer eines Autos hängt von Faktoren ab wie zum Beispiel Alter, Beruf und Bildungsabschluss. Bei Menschen ab 60 Jahren nutzen nur noch drei von fünf Befragten ein Auto, in der Altersklasse zwischen 30 und 39 Jahren sind es noch 78,5 Prozent. Arbeiter sind tendenziell häufiger hinter dem Lenkrad, während bei den Beamten nur jeder Zweite mit dem Fahrzeug fährt. Auch Akademiker wählen öfters öffentliche Verkehrsalternativen. Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss beschränken sich dagegen auf das Auto als mobilen Untersatz.

 Posted by at 11:28
Sep. 122010
 

In den Ferien hatte ich leider wegen der Torfbrände um Moskau herum wieder reichlich Zeit, mich im Rahmen bibliothekarischer Streifzüge in die bolschewistische und die nationalsozialistische Propagandasprache einzulesen. Wir wohnten in der Datscha, in der früher russische Abweichler ein- und ausgegangen waren, wie etwa der Ökonom Nikolaj Kondratjew (erschossen während der großen Säuberungen 1938).

Ganz besonders häufig wurde von den sowjetischen und den deutschen Diktaturen gegen „Abweichler“, gegen „Beschmutzer“, gegen die „Giftmischer“ und „Brunnenvergifter“, gegen zersetzende Propaganda des Feindes zu Felde gezogen.

Die Beleidigung und Herabwürdigung anderer Menschen als „Giftmischer“ oder „Rattenfänger“ ist kennzeichnend für die totalitäre, menschenverachtende Propaganda der Kommunisten und der Nationalsozialisten.

Wichtig: Die Fakten spielen keine Rolle. Es wird nur immer wiederholt: Dieser oder jener Mensch – z.B. der Okönom Kondratjeff  – ist ein Abweichler, er muss entsorgt, er muss beseitigt werden. Er beschmutzt das hehre und reine Anliegen der Bewegung.

Kommunistische Propaganda und später auch die faschistische und die nationalsozialistische Propaganda sind hocheffizient darin gewesen, abweichende Meinungen zu brandmarken, nicht durch sachliche Widerlegung, sondern durch Rufmord, durch gezielte Beschimpfung von Menschen.

Es fehlt hier an der Redlichkeit des Wortes, an einer respektvollen Befassung mit dem parteipolitischen Gegner. Es fehlt an echter Debattenkultur.

Genau dasselbe Verfahren wird derzeit wieder einmal gegen Erika Steinbach angewendet. „Frau Steinbach ist eine Giftmischerin“ – so wörtlich Thomas Oppermann, Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. „Giftmischerin?“ – da fehlt nur noch die Aussage: „Es gibt Hexen. Steinbach ist eine von ihnen.“

Die Sprache verrät die Absicht. Sie enthüllt eine unredliche Grundhaltung. Statt sich auf der Sachebene mit dem Gegner einzulassen, wird er dämonisiert und seiner Würde beraubt. Zuletzt gilt es ihn zu „entsorgen“. Das ist LTI – Lingua Tertii Imperii!

Steinbachs  Aussagen sind sachlich nicht zu widerlegen. Das würde weder Herrn Oppermann noch Herrn Nouripour (ebenfalls MdB) gelingen. Zumal die deutsche politische Klasse über recht eingeschränkte Kenntnisse der osteuropäischen Geschichte verfügt. Wer kennt sich heute noch im komplizierten Bündnissystem der Zwischenkriegszeit aus, das es beispielsweise der Republik Polen ermöglichte, im Zuge des Münchner Abkommens eigene Gebietsansprüche gegenüber der Tschechoslowakei zu befriedigen, indem sie das tschechische Gebiet um Teschen für sich einkassierte?

Ja, wer hättte das gedacht – die Republik Polen paktierte 1934 mit dem Deutschen Reich, schloss 1934 bzw. 1932 Freundschaftsverträge mit Hitler und Stalin, profitierte auch vom Münchner Abkommen 1938, um ein Teilgebiet der Tschechoslowakei für sich zu erobern. Hätten Sie’s gewusst?

„Aber sie könnte ja etwas damit gemeint haben, die sagt das doch nicht einfach so dahin.“

Hierauf ist zu erwidern: Sie, Erika Steinbach, verleugnet doch gar nicht die deutsche Schuld! Was wollt ihr eigentlich?

Ich meine: Es ist höchst gefährlich, jemand anderen des „Beschmutzens“ oder des Giftmischens zu bezichtigen. Die Vorwürfe gegen Erika Steinbach, wie sie etwa Omid Nouripour oder Thomas Oppermann erheben, erinnern an die uralten antijüdischen Vorwürfe der Giftmischerei und der Brunnenvergiftung. Sie gemahnen an mittelalterliche Hexenjagd. Wir sollten diese Vorwürfe entschlossen zurückweisen.

Und heute mal im ZDF die tschechische Dokumentation „Töten auf Tschechisch“ ankucken.

Grünen-Politiker Nouripour: „Frau Steinbach beschmutzt das Anliegen der Vertriebenen“ – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Das im Kern richtige Anliegen der Vertriebenen, auf das Unrecht der individuell erlittenen Vertreibung aufmerksam zu machen, beschmutzt sie mit ihren geschichtsverfälschenden Äußerungen.

 Posted by at 23:13
Sep. 112010
 

Jedes Berliner Kind nichtmuslimischen Hintergrunds, das in eine muslimische Schülermehrheit hinkommt, muss lernen, wie es mit der Minderheitenposition umgeht, in die es von der Mehrheit hineingedrängt werden könnte.

In der Urania: Sarrazin kommt auf Touren – und attackiert Merkel – Berlin – Tagesspiegel
Noch mehr Applaus, als Sarrazin dem 1975 Geborenen entgegenhielt, dass deutsche Kinder, auf vielen Schulhöfen die Minderheit, mit Verbalattacken von türkischen und arabischen Mitschülern leben müssten.

Ich weiß: Selbstverständlich  wird auf Kreuzbergs Schulhöfen viel geprügelt. Die Kinder tragen die in den Familien aus Vaterhand erlebte Gewalt in die Schule hinein.

„Warum werde ich immer angespuckt von den älteren Mädchen?“

„Warum werde ich gehänselt? Warum wollen die Jungs immer meinen Penis sehen?“

Bis hin zur absoluten Eskalation: „Ich werde hier nur verprügelt, weil ich ein Christ bin.“ So berichteten es mir Ohrenzeugen. Das sind typische Sätze, die ich von nichtmuslimischen Schülern gehört habe.

Das häufige Mobben, Hänseln, Spucken und Prügeln ist ein wichtiges Thema behutsamer interkultureller Arbeit.

Motto muss lauten: „Mein Freund heißt Fritz.“

bla bla bla blubber blubber blubber

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 Posted by at 15:28

Konzert mit lauter Migrantinnen und 1 deutschen Blogger!

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Sep. 102010
 

Samstag, 11. September 2010, 19.00 Uhr:
Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55 – 12165 Berlin-Steglitz

Russische Lieder und Romanzen

(Rachmaninow, Glinka, Tschaikowskij u.a.)

Irina Potapenko, Mezzosopran
Angela Billington, Sopran
Lala Isakova, Klavier
Johannes Hampel, Violine

Eintritt: € 10.-/erm. 8.- Kinder bis 14 Jahre frei

 Posted by at 20:47

Geschichte Polens zwischen 1918 und 1939 besser kennenlernen!

 Europäische Bürgerkriege 1914-????, Polen, Vergangenheitsunterschlagung  Kommentare deaktiviert für Geschichte Polens zwischen 1918 und 1939 besser kennenlernen!
Sep. 102010
 

Nach dem Fall des Eisernern Vorhangs wird endlich der Blick für die gesamte bunte Gemengelage der europäischen Geschichte frei! Zur Zeit diskutiert man in Deutschland über die polnische Geschichte seit dem 3.11.1918, dem Tag, an dem die polnische Republik proklamiert wurde.

Wie andere europäische Staaten auch hatte Polen bedeutende nationale Minderheiten in seinem neu definierten Territorium: 100 000 Litauer, 1 Million Deutsche, 1,5 Mill. Weißruthenen, 3 Mill. Juden, 4 Mill. Ukrainer. Die Volksgruppenkonflikte dominierten jahrelang die Innenpolitik. Günter Grass und Walter Kempowski liefern in ihren Büchern einen Einblick in das ständige Gefühl der Benachteiligung, das damals diese Volksgruppen hegten.

Im Übrigen herrscht in deutschen Landen weit und breit eine erstaunliche Unkenntnis über die Geschichte unseres Nachbarlandes, fast niemand spricht ja auch die Sprache. Niestety, wie der Pole sagt.

Es ist für mich immer wieder ernüchternd zu sehen, dass die europäischen Staaten und die Türkei ihre Volksgruppenkonflikte nicht schiedlich-friedlich lösen konnten. Die Lösung, die letztlich erreicht wurde, lautet seit 1990: Nationalstaaten quer über die gesamte Landkarte!

Dabei gibt es nur ganz wenige Ausnahmen, wo es gut gegangen ist, wie etwa die Südtiroler in Italien.

Deutschland hat sich offenbar (?) entschieden, letztlich doch einen einheitlichen deutschen Staatsbürger zu wollen, also keine nationalen Minderheiten, keine klar abgegrenzten Volksgruppen.

 Posted by at 17:25

Arbeite dich aus der Hilflosigkeit hervor, o Mensch!

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Sep. 092010
 

Philipp Melanchthon, der rastlose, vielschreibende Freund und Gefährte Martin Luthers, beabsichtigte eine lateinische Übersetzung des Koran. Denn er überlegte immerhin, „ob möglicherweise die Mahometaner eine Abspaltung von der Kirche Gottes seien“.

Erstaunlich: Noch zu Luthers Zeit standen Islam und Christentum in echtem Kontakt, an Melanchthons Tisch soll oft „Latein und Griechisch, Hebräisch und Ungarisch, ja sogar Türkisch und Arabisch“ zu hören gewesen sein.

Wittenberg – das war damals für wenige Jahrzehnte eine Art multikulturelle Elite-Universität des Abendlandes, ehe ihm das sächsische Halle dann den Rang ablief.

Ich selbst kann nur die ersten Zahlen Arabisch – das reicht bei weitem nicht aus, um den Koran zu verstehen. Aber ich vergleiche mitunter verschiedene Übersetzungen und suche bei muslimischen Freunden um Auskunft zum Sinn dieser oder jener Stelle.

Hier zum Beispiel:

Eine Frage zu Lamya Kaddors  deutscher Übersetzung der Sure 70, Vers 19: „Der Mensch ist von Natur aus ängstlich“  vs. „Der Mensch ist kleinmütig erschaffen“ (Khoury). Was sagt der Vers im Arabischen aus? Dass der Mensch grundsätzlich Angst hat – und nur durch einen weiteren Schritt Mut fasst? Wollte Gott den Menschen von Angst befreien oder ihn in Angst belassen?

Wir gelangen zu folgender Antwort:

Erklärungen aus dem Tafsir von Qutb und Muhammad Asad:

Dies ist die Verhaltensweise eines Kindes, die auch dem erwachsenen Menschen weiter anhaftet, wenn er nicht durch das Gebet zu besserem Verhalten geführt wird. (Qutb)

Der Mensch hat eine Neigung zur Rastlosigkeit, die ihn entweder zu fruchtbarer Vollendung oder zu chronischer Unzufriedenheit und Frustration treiben kann. Es ist mit anderen Worten die Art und Weise, mit der er diese gottgegebene Fähigkeit nutzt, die bestimmt, ob ein positives oder negatives Ergebnis dabei herauskommt. Die folgenden beiden Verse spielen auf letzteres an, während die Ajas 22-25 zeigen, dass ein wahres geistiges und moralisches Bewusstsein die angeborene Rastlosigkeit in eine positive Kraft verwandeln und damit innere Stabilität und Zufriedenheit herbeiführen kann. (Asad)

Ergebnis der Koran-Befragung:

Gott schenkte den Menschen verschiedene Fähigkeiten. Es kommt auf den einzelnen Menschen an, was er aus diesen Fähigkeiten macht. Rechter Gebrauch der Fähigkeiten erlaubt es dem Menschen, sich aus dem Urzustand der Angst, der Rastlosigkeit, der Hilflosigkeit hervorzuarbeiten.

Den rechten Gebrauch der geschenkten Fähigkeiten, der „Talente“, nennen wir von alters her in allen Sprachen Tugenden.

Ich meine also: Die Entfaltung der Tugenden ist ein zentrales Gebot muslimischer Ethik.

Quellenhinweis:

Petra Bahr: „Europäer und Weltbürger“. In: Melanchthon. Das Magazin zu seinem 450. Todesjahr. EKD, S. 70-74.

 Posted by at 16:22