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Willkommen, ungeliebte Fahrradhelme und bespöttelte Warnwesten in fröhlichen Farben!

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Okt. 262011
 

Das Spötteln über klobige Fahrradhelme und über leuchtende, fröhliche Farben der Müllkutscher und der Rettungssanitäter, die ich selbst ebenfalls gern trage, geht mir aber so was am Fahrradsattel vorbei! Ich mag beides – sowohl den furchtbar spießigen Fahrradhelm als auch die tolle prollige Warnweste. In diesen – zugegebenermaßen anfechtbaren – modischen Entscheidungen sehe ich mich erneut bestätigt durch folgende neuere Veröffentlichung:J. Gutsche et al.:
Helmtragequoten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland und vermeidbare Kopfverletzungen bei Fahrradunfällen.
Das Gesundheitswesen 2011; 73 (8/9): S.491-498

Aus dem Inhalt:

Presseservice: Ungeliebte Fahrradhelme vermeiden viele Kopfverletzungen
Die Statistiken zeigen: Nach Arm und Bein ist der Kopf das am häufigsten beschädigte Körperteil. Viele Verletzungen wären durch Fahrradhelme vermeidbar. Die Schutzwirkung stehe außer Zweifel, schreibt die Forscherin: Nach wissenschaftlichen Studien sinke das Risiko einer Kopfverletzung um 69 Prozent, wenn Radfahrer einen Helm tragen.

In Deutschland halten sich aber viele Kinder und Jugendliche nicht an die Empfehlungen. Dies hatte zuletzt der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts ergeben. Dort waren die Mütter von 3- bis 17-Jährigen gefragt worden, ob ihr Kind regelmäßig beim Radfahren einen Helm trägt. Im Alter von 3–6 Jahren war dies bei 90 Prozent der Fall, so Gutsche. Der Anteil nehme mit zunehmendem Alter jedoch stark ab, und von den Teenagern (14–17 Jahre) schützen sich nur noch 11 Prozent.

Das Team um die RKI-Wissenschaftlerin hat die Ergebnisse des KiGGS mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Schutzwirkung in Beziehung gesetzt und den sogenannten PAR-Wert berechnet. PAR steht für „population attributable risk“ zu deutsch: bevölkerungsbezogenes zuschreibbares Risiko. Gemeint ist der rechnerische Anteil aller Kopfverletzungen nach Radunfällen, der durch das Tragen von Helmen verhindert werden könnte. Da ältere Kinder und Jugendliche meist ohne Helm radeln, ist der PAR bei ihnen besonders hoch: In der Altersgruppe der 11- bis 13-Jährigen beträgt er nach den Berechnungen von Gutsche 57 Prozent, bei den 14- bis 17-Jährigen sogar 66 Prozent.

Eine Helmpflicht wie in Schweden, Kroatien, Spanien und Finnland hält die Autorin in Deutschland jedoch nicht für konsensfähig. Selbst der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) ist dagegen. Er befürchtet einen Rückgang der Fahrradnutzung. Nicht bestritten wird allerdings, dass Helme schützen. Wenn es gelänge drei Viertel der jugendlichen Radler zu motivieren, würde nach den Berechnungen von Johanna Gutsche der Anteil der vermeidbaren Kopfverletzungen bei Jugendlichen deutlich auf 35 Prozent zurückgehen.

J. Gutsche et al.:
Helmtragequoten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland und vermeidbare Kopfverletzungen bei Fahrradunfällen.
Das Gesundheitswesen 2011; 73 (8/9): S.491-498

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Die Versiegelung der europäischen Geschichte

 Europäische Bürgerkriege 1914-????, Vergangenheitsunterschlagung  Kommentare deaktiviert für Die Versiegelung der europäischen Geschichte
Okt. 262011
 

Wieder und wieder stoße ich auf Grab- und Bodenplatten der europäischen Geschichte – Vorgänge, die verdrängt und vergessen werden, die aber machtvoll nach oben quellen. Die schrecklichen Bürgerkriege innerhalb vieler europäischer Länder gehören zu diesen furchtbaren Vergessenheiten. Wer weiß etwa in Italien, dass der italienische Bürgerkrieg in den Jahren 1943-1945 – „Italiener schießen auf Italiener“ – weit mehr Todesopfer im Bel paese gefordert hat, weit furchtbarer war als alle Kämpfe im Kontext des zwischenstaatlichen Krieges? Wer weiß etwa heute, dass die Massenmorde der Italiener in Addis Abbeba, der Hauptstadt des italienisch besetzten Abessinien, im Februar 1937 Tausende von unschuldigen Zivilisten das Leben kosteten? Kein Italiener ist für die staatlich gedeckten und angeordneten Massaker je zur Rechenschaft gezogen worden, es gibt meines Wissens über die Kriegs- und Kolonialgräuel der Italiener keinen einzigen Spielfilm. Keine Schulklasse reist mit einem Zug der Erinnerung nach Libyen oder ins kroatische Rab, um ehemalige italienische Konzentrationslager oder Stätten italienischer Massenmorde wie etwa Debrá Libanós zu besuchen. Die allermeisten italienischen Schüler hören nie etwas davon. Lieber bleibt man bei der Vorstellung Italiani – brava gente. „So etwas haben wir nicht getan, denn wir können es nicht getan haben. Denn wir sind gut.“ Und so bleiben die finstersten Kapitel des nationalen Epos versiegelt. Nur wenige Historiker wie etwa Angelo del Boca rütteln an diesen Überzeugungen.

Gleiche Situation in Griechenland, in Lettland, in der Ukraine, in Russland! Die Länder üben sich im Vergessen, Verschütten, Verdrängen. Und schuld an der Schuld, schuld an den Schulden sind immer die anderen. Das ist das große Thema etwa des griechischen Regisseurs Theo Angelopoulos. Über ihn schreibt heute Andreas Kilb auf S. 36 in der FAZ:

„Das Land, das sich im Bürgerkrieg gespalten hat, ist niemals eins geworden, es hat seine Zerrisssenheit nur verdrängt. Damit die Mächtigen bei ihren Silvesterfeiern unter sich bleiben konnten, wurde das Wahlvolk mit Geldgeschenken beschwichtigt. Und wie der tote Partisan, der am Ende des Films wieder im Schnee verbuddelt wird, blieb das finsterste Kapitel des nationalen Epos unter Verschluss.“

Quellenangaben:

Andreas Kilb: Die letzten Tage der besseren Gesellschaft. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2011,  S. 36
Paul Ginsborg: Salviamo l’Italia. Giulio Einaudi editore, Torino 2010, S. 71-72

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Okt. 262011
 

So hört man es immer wieder bei Sonntagsreden: Frieden und Wohlstand sind die großen Errungenschaften der Europäischen Union.

Eine falsche Akzentsetzung, wie ich meine. Ein Missverständnis. Frank-Walter Steinmeier brachte sie soeben wieder im Bundestag. Ich meine: Die EU ist – entgegen den Erwartungen der egoistischen Nationalstaaten – vorrangig keine Veranstaltung zur Mehrung des Wohlstandes. Sehr wohl soll sie zwar der Friedenssicherung dienen. Und das hat sie bisher mehr schlecht als recht geschafft. Denn die EU ist militärisch zahnlos, und sie konnte weder die Kriege in Jugoslawien noch die jahrzehntelange Gewalt am eigenen Südsaum, also in den Mittelmeerländern verhindern.

Neben das Ziel des Friedens tritt aber für die EU gleichberechtigt nicht der Wohlstand, sondern das Ziel der Freiheit. Nur in Freiheit ist der Frieden sinnvoll und dauerhaft zu sichern.

Der große Irrtum der EU-Politik ist die Verengung auf das Wirtschaftliche, auf das Monetäre und das Finanzielle. Niemand – außer vielleicht Beethovens Hymne „An die Freude“ und einzelnen Stimmen wie etwa Navid Kermani  – vermag heute einen starken, leidenschaftlichen Sturm zum Sinn der Europäischen Union zu entfachen.

Geld regiert die Welt der EU. Dadurch wird die Freiheit der künftigen Generationen bedroht, und der Frieden ist zumindest in Griechenland bereits jetzt gefährdet.

Regierungserklärung im Live-Ticker – Steinmeier sieht Europas Zukunft in höchster Gefahr – Inland – Berliner Morgenpost – Berlin

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Okt. 262011
 

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An dieser Stelle der Wilhelmstraße sah ich vor etwa 10 Tagen mitten auf der Radfahrspur eine schwer verunfallte Radfahrerin bewegungslos auf dem Boden liegen – zusammengeprallt mit einem rechts abbiegenden Fahrzeug. Mehrere Unfallzeugen kümmerten sich bereits vorbildlich um die Verletzte, der ich von dieser Stelle aus rasche und vollständige Genesung wünsche.

Und damit zum Thema des Tages: Sicherheit im Fahrradverkehr.

Die durch Bundesverkehrsminister Ramsauer angeregte Helmpflichtdebatte hat „mit Sicherheit“ erreicht, dass das Thema Sicherheit im Fahrradverkehr wieder nach oben „gespült“ worden ist. Ebenso trat in den Vordergrund, ein wie wichtiger Faktor das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ist. Die beste Fahrrad-Infrastruktur ist nutzlos, wenn sie nicht genutzt wird und die Radfahrenden zu wenig zur Eigensicherung und Eigenverantwortung
unternehmen. Empfehlenswerte Maßnahmen der Eigensicherung sind
beispielsweise gute Sichtbarkeit im Dunkeln, das Befahren der Radweganlagen
nur in der vorgeschriebenen Richtung, aber auch die ständige Vorsicht
gegenüber sich öffnenden Autotüren und rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen.

Ich persönlich meine: Der Fahrradhelm ist ein sinnvoller Bestandteil der Eigensicherung. Er
verleiht bei nicht zu hohen Aufprallgeschwindigkeiten des Kopfes einen
gewissen Schutz vor schweren Schädelverletzungen. Dies haben mir mehrere
helmtragende Fahrradfahrer, die einen Sturz auf den Kopf ohne Trauma
überlebt haben, bestätigt. Auch Rettungsmediziner, mit denen ich sprach,
haben mir dies so bestätigt.

Ich empfehle Kindern und Erwachsenen das Tragen des Helms neben
anderen Maßnahmen der Eigensicherung wie etwa heller Kleidung im Dunkeln. Gegenüber meinem minderjährigen Sohn habe ich das Helmgebot kraft elterlicher Verantwortung autoritär durchgesetzt.

Das reflexhafte Abwehren  der Helmdebatte oder der Helmpflichtdebatte, noch
dazu mit ständiger Bezugnahme auf veraltete Untersuchungen und „gut
abgehangene“ Argumente, ist nicht zielführend. Warum?

Ich beobachte bei uns im Bezirk eine stark zunehmende Achtlosigkeit, ja
Verantwortungslosigkeit bei immer mehr Radfahrenden. Diese subjektive
Beobachtung wird gestützt durch die überproportionale Zunahme an verletzten
Radfahrern bei uns im Bezirk: Die Zahl der verunfallten und verletzten
Radfahrer hat in dem radverkehrsstarken Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im
Jahr 2010 und auch bisher in 2011 stärker zugenommen, als nach dem Anstieg
des Radverkehrs zu erwarten gewesen wäre. Eine erhöhte Zahl an Radfahrenden
bedeutet also nicht automatisch mehr Sicherheit beim Radverkehr. Auch beobachten wir schwere Unfälle an vorbildlich ausgestatteten Radverkehrseinrichtungen (breite Radfahrstreifen, deutlich abmarkierte Radlerfurten usw.).

Ebenso ist beispielsweise die ständige Vorsicht beim Geradeausfahren neben
rechtsabbiegenden Fahrzeugen eine empfehlenswerte Maßnahme des
Eigenschutzes. Ich meine, dass wir ständige Vorsicht beim
Geradeausfahren neben rechtsabbiegenden Fahrzeugen wieder und wieder
empfehlen sollten.

Sicherheit im Radverkehr ist eine Gesamtaufgabe: radverkehrstaugliche
Infrastruktur, Maßnahmen an den Fahrzeugen, verantwortliches Verhalten zur
Eigen- und Fremdsicherung müssen zusammentreten. Das Tragen eines Helms kann
Bestandteil des empfohlenen Verhaltens werden.

 Posted by at 12:01
Okt. 252011
 

Orientalische Mythen drehten sich schon vor Jahrtausenden, als etwa 5 Millionen Menschen die gesamte Erde bewohnten, um das Problem der Übervölkerung der Erde durch die Menschen. „Nur die Vernichtung der Menschen scheint einigen Göttern als Ausweg in Frage zu kommen. Übrigens klagen sie auch darüber, dass deren Lärm ihnen den Schlaf raube.

So berichtet es der Historiker Christian Meier. Lärmbelastung, Umweltverschmutzung, Raubbau an den natürlichen Schätzen, ja, das können die Menschen, und das werfen ihnen die Götter der alten Welt wieder und wieder vor.

Als Ausweg aus der Resourcenknappheit und der Überbevölkerung empfahlen die alten Götter einander, sie sollten der Menschheit Kriege, Zank, Tadel, Uneinigkeit, ewiges Streiten senden, ferner periodische Vernichtung von großen Teilen der Menschheit durch Pest, Dürre und Sintflut bewirken.

Nun, die Erde hat es bisher ausgehalten, auch mit mehr als 5 Millionen Menschen. Die alten Götter haben es ausgehalten. Sie schlafen oft – und fest. Niemand kennt mehr Enlil, den obersten der altorientalischen Götter.

Nur wir Menschen zanken und streiten weiter. Aber wir sind mehr als 5 Millionen. Mindestens 1200 Mal so viele. Und die Erde kann uns alle ernähren, wenn wir es wollen.

Quelle: Christian Meier: Kultur, um der Freiheit willen. Griechische Anfänge – Anfang Europas? Siedler Verlag, 2. Aufl., München 2009, S. 88

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„Scheitert die EVG, scheitert Europa!“

 Europäische Bürgerkriege 1914-????, Europäische Union, Krieg und Frieden  Kommentare deaktiviert für „Scheitert die EVG, scheitert Europa!“
Okt. 252011
 

Riesige Hoffnungen knüpften sich 1955 an das gemeinsame Projekt der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Ein Europa, das durch wirtschaftliche Interessen begründet wurde, war nicht Sinn und Absicht der Gründerväter. Vielmehr wollten sie vor allem die Abfolge verheerender Kriege endgültig unterbechen, die etwa ab 1905 den gesamten europäischen Kontinent erschüttert hatten.

Von diesen zahllosen Kriegen und Bürgerkriegen weiß heute kaum mehr jemand etwas. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: Fast niemand weiß, dass Griechenland, bis 1940 ein enger Verbündeter Italiens, nach dem kriegerischen Überfall  der Italiener auf ihr Land und der anschließenden Eroberung und Besatzung durch die Deutschen in einen mörderischen Bürgerkrieg hineingeriet, der erst 1949 beendet wurde: Grieche kämpfte damals gegen Grieche, faschistische Griechen, die mit den Italienern und Deutschen zusammenarbeiteten, kämpften gegen kommunistische Griechen, die von Moskau unterstützt wurden. Der Widerstand gegen die Besatzung war auch ein Bruderkampf zwischen Griechen, der sich jahrzehntelang fortsetzte in griechischer Obristen-Diktatur und rotem Terrorismus.

Aus jenen Jahren stammt auch das Muster der Geld-Umverteilungspolitik, von dem die griechische Volkswirtschaft sich offenbar bis heute nicht befreit hat. Woher das Geld kommt – ob nun aus Steuerverkürzung, Steuerhinterziehung, Subsidien, Wohltaten und Subventionen des griechischen Staates oder der Europäischen Union – ist zweitrangig. Stets geht es bei der Umverteilungspolitik darum, möglichst viel von dem durch den Staat verwalteten und verteilten Geld für sich, für die eigene Familie, für die eigene Sippe herauszuschlagen.

Die Europäischen Gemeinschaften, etwa die Montanunion EGKS oder EWG waren gedacht als Bollwerk gegen die jahrzehntelang aufflammenden Kriege und Bürgerkriege der europäischen Staaten. Eine starke wirtschaftliche Verflechtung der Wirtschaft, insbesondere der Schwerindustrie, würde weitere Kriege, als wirtschaftlich sinnlos, verhindern.

Neben diese wirtschaftliche Verflechtung sollte auch eine gemeinsame Verteidigungspolitik treten.  An diese „Europäische Verteidigungsgemeinschaft“ glaubte insbesondere Konrad Adenauer mit großer Leidenschaft. Immer wieder beschwor er seine Partei und auch die anderen Parteien, dem Projekt zuzustimmen. Mehrfach knüpfte er sein politisches Schicksal an das Gelingen der EVG. „Scheitert die EVG, scheitert Europa!“ Dass die französische Nationalversammlung die EVG bereits vor dem Entstehen zu Fall brachte, war für Adenauer die bitterste Enttäuschung, die größte Niederlage seines Politikerlebens, wie er selbst im Gespräch mit Günter Gaus einmal ohne Umschweife einräumte.

Es ist  unüberbietbar spannend  nachzulesen, wie sehr Adenauer damals an der militärischen Verflechtung Europas interessiert war. Er glaubte einige Jahre lang, dass nur eine gemeinsame europäische Streitmacht den Krieg dauerhaft aus Europa verbannen würde.

Zurück ins Jetzt! Navid Kermani hat gestern in der Süddeutschen Zeitung den Begriff der Freiheit, als des entscheidenden Tragewerkes der europäischen Einigung, herausgearbeitet. Weder die Wirtschafts- noch die Militärunion, so Kermani, machen den Sinn und Zweck der Europäischen Union aus. Vielmehr ist es die emphatische Berufung auf die zentralen Werte der Freiheit jedes einzelnen Menschen, der Brüderlichkeit unter den Menschen aller Herkünfte, der gleichen Rechte für alle Bürger der Europäischen Union, die dieses großartige Unternehmen zusammenhält.

Was würde Adenauer sagen, wenn er uns zusähe? Ich meine, er würde uns ermuntern und ermahnen: „Lasst euch nicht entmutigen! Besinnt euch auf das, was euch stark macht!  Haltet zusammen – aber seht die EU nicht vorrangig als Raum der Wirtschaft, sondern als Raum der Freiheit. Die Wirtschaft soll der Freiheit des Menschen dienen! Die Europäische Union stand und fiel nicht mit der EVG, wie ich damals annahm. Sie steht und fällt auch nicht mit den wirtschaftlichen Kennziffern. Sie ist aber auch keine Geld-Umverteilungsmaschinerie! Nichts ist alternativlos, solange ihr Sinn und Inhalt der Europäischen Union nicht aus den Augen verliert. Haltet an den Begriffen der Freiheit fest, kämpft für den Frieden. Haltet zusammen!“

 Posted by at 09:40
Okt. 212011
 
Der arme Blogger führte heute ein entzückendes Gespräch mit zwei Jüngeren-als-er-selber-Radlerinnen, die über Helmpflicht, über Ob-man-bei-Rot-halten-soll usw. redeten. Die Drohung des Bundesverkehrsministers mit der Helmpflicht wirkt jetzt schon! Eine: „Ja, ich halte jetzt auch mal bei Rot.“ Die andere: „Dann ich auch!“ Ich (begeistert): „Danke, DANKE; dass ich das als uralter Vater noch erleben darf: Radler, die bei Rot anhalten!“ Geschehen heute an der Ecke Mehringdamm/Tempelhofer Ufer! TOLL! Danke, Herr Ramsauer! 
 Posted by at 23:48

Musikalische Früherziehung klingt besser als Singen!

 Singen  Kommentare deaktiviert für Musikalische Früherziehung klingt besser als Singen!
Okt. 212011
 
Werden Kinder von den Eltern überfördert?

Ich meine: Kinder sollen Lieder singen, im Sand tollen, im Dreck toben, Fallschirme basteln, wandern, Märchen und Geschichten erzählen hören.  Frühes Englisch/frühes Chinesisch in der Kita sind immer überflüssiger Ballast. Besser wäre es, wenn Kinder Lieder sängen, wanderten, Häschen hüpf spielten, Märchen und Geschichten hörten und erzählten, im Dreck tobten und Fallschirme bastelten.

 Posted by at 08:47

Kinder bereiten Freude

 Freude  Kommentare deaktiviert für Kinder bereiten Freude
Okt. 212011
 

Wieder einmal goldrichtig, was die Kanzlerin hier macht: Statt wie die meisten anderen zu lamentieren und mit dem Finger auf das zu zeigen, was nicht klappt, geht sie hin zu den Kleinen, „beugt sich herunter“, ermuntert, zeigt, dass ihr die Bildung unserer Kinder am Herzen liegt. Ich stimme zu: Alles, was gut ist, muss gelobt und gestärkt werden, der Erfolg einer Schule, einer Kita hat eine Vorbildwirkung auf andere, so wie der Erfolg einer Familie Vorbildwirkung auf andere entfaltet.

Das ist richtig, genauso richtig ist es, wenn der amerikanische Präsident Schulkonzerte seiner Töchter besucht und dafür auch einmal Gremientermine sausen lässt, was drüben in den USA schon mal kritisiert wird. Er zeigt damit: Familie ist wichtig, da kann auch die Politik, die sich selbst mit ihren Glücksverheißungen meist viel zu wichtig nimmt, einen Augenblick zurückstehen.  Ich meine:  Die arme Politik soll sich ruhig einmal klein machen und sich von den Kindern symbolisch beschenken lassen. Kinder bereiten Freude!

Zu erwarten war auch, dass der SPIEGEL unserer Anspruchsgesellschaft kein gutes Haar an dem Besuch der Kanzlerin lässt und recht kräftig – wie es seine Art ist – dazwischenfährt. Dieser Bericht des SPIEGELS ist zutiefst geprägt vom quantifizierenden Bildungsverständnis, das es zu kritisieren gilt. Der SPIEGEL behauptet: Weil vieles verbesserungsbedürftig (also „schlecht“) ist, darf es nichts Gutes geben, man soll nichts Gutes sagen, nichts Gutes gelten lassen.  Das Rezept funktioniert wieder und wieder.

Ein Morgenlob aus Kreuzberg erschalle für die Erika-Mann-Schule!

Kanzlerin auf Schulbesuch: Frau Merkel bastelt Rettungsschirme – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – SchulSPIEGEL
Merkel hat sich für das Schaulaufen eine Vorzeigeschule ausgesucht, die zwar in einem Problemviertel liegt, die aber die Probleme des Viertels ganz gut meistert: Acht von zehn Kindern hier haben Eltern, die nicht aus Deutschland stammen. Viele Eltern leben von Hartz IV. Die Schule reagiert mit Betreuungszeiten von 6 bis 18 Uhr, zwei Lehrern pro Klasse, Theater-Unterricht für alle. Sie hat Preise für Gewaltprävention und Integration bekommen, und Dreiviertel der Schüler schaffen eine Realschul- oder Gymnasialempfehlung. Die Schule ist ziemlich erfolgreich, trotz aller Widrigkeiten.

 Posted by at 07:03

Die lernende Gesellschaft hat einen lebendigen Kanon

 Bitte zählen!, Kanon, Kinder, Leitkulturen  Kommentare deaktiviert für Die lernende Gesellschaft hat einen lebendigen Kanon
Okt. 202011
 

Bildungsgipfel: Gesucht: Die „Bildungsrepublik“ – Wissen – Tagesspiegel
Die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung und Forschung sollten bis zum Jahr 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen: In der Bildung von 6,2 Prozent auf sieben Prozent, in der Forschung von 2,4 Prozent auf drei Prozent.

Unter vorwiegend quantitativen Kriterien bemisst sich Erfolg oder Scheitern des ehrgeizigen Projekts der „Bildungsrepublik Deutschland“. Alle hacken jetzt schon darauf herum, weil die rein fiskalisch, monetär und statistisch gesetzten Ziele wohl nicht zu erreichen seien. Der Mehrjahresplan droht wegen Nichterreichung zu scheitern.

Das Projekt der Bildungsrepublik ist zwar im Ansatz hochlöblich. Die vorrangige Ausrichtung an quantitativen Zielwerten bei gleichzeitiger völliger Unbestimmtheit der Bildungsinhalte halte ich jedoch für einen nur mit großen Anstrengungen zu behebenden Mangel. So kann es etwa kein sinnvolles Ziel sein, die Quote der Studienanfänger auf 40% zu steigern, wenn zugleich Lehrstellen unbesetzt bleiben, wenn Handwerksbetriebe verzweifelt nach geeigneten Kandidaten suchen, während die Universitäten – vorübergehend – einen Studentenwellenberg zu bewältigen haben!

Ich würde vorschlagen, dass das Programm der „Bildungsrepublik Deutschland“ eingebettet würde in ein umfassenderes Leitbild der lernenden Gesellschaft. Diese Gesellschaft bemisst sich nicht an Zahlen, sondern an inhaltlichen Werten, an den Grundhaltungen des beständigen Lernens, Veränderns und Bildens. Das Leitbild verfügt über einen lebendigen Kanon an Werten,Werken, Erfahrungen und Riten.

Lerne und arbeite! Dies könnte das Leitwort der Lernenden Gesellschaft sein.

 Posted by at 23:34

„Das vorbildliche Leben“

 Gute Grundschulen, Kinder, Philosophie, Sokrates, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für „Das vorbildliche Leben“
Okt. 202011
 

Immer wieder streiften in den letzten Tagen unsere Gedanken über das Thema des Vorbildes hin. Erziehung des Kindes ohne Vorbild scheint mir nicht möglich. Sokrates, Jesus, Meister Eckart, um nur diese drei wichtigen Gründer des europäischen Bildungsdenkens zu nennen, gingen davon aus, dass der zu Bildende sich selbst ausrichten, sich anverwandeln müsse an ein in ihm und außerhalb seiner, durch einen anderen Menschen verkörpertes Vor-Bild. Bildung ist Heraus-Bildung, Heraus-Führung des Menschen auf ein gelebtes, erlebtes Vor-Bild hin. Hat die zu Bildende dieses Bild, dieses vorbildliche Leben erfahren, so erfährt sie ihre eigene Natur und kehrt zu sich selbst zurück. Mit den Worten des Meisters Eckart:

Ez ist ouch der acker, dar în got sîn bilde und sîn glîchnisse hât îngesæjet und sæjet den guoten
9 sâmen, die wurzel aller wîsheit, aller künste, aller tugende, aller güete:
10 sâmen götlîcher natûre.

Die moderne Bildungsdebattte kreist demgegenüber fast ausschließlich um Strukturen, Kompetenzen, Curricula, Methoden, Lehrpläne usw.
„In der vierten Klasse sollen Kinder 4000 Wörter können.“
„Die Probanden sollen einen möglichst hohen Punktwert im VERA-Test erreichen.“
„Wir wollen in der PISA-Nachfolgestudie den Rang des Bildungssystems verbessern!“
„Die MINT-Kenntnisse unserer Kinder MÜSSEN BESSER WERDEN!“
„MIT MINT ZUKUNFT SCHAFFEN!“

Diese Dinge sind nicht überflüssig. Doch sie verfehlen ihr Ziel, wenn sie nicht gehalten und unterlegt sind mit dem klaren und sicheren Bewusstsein von der letztlich alle Anstrengungen tragenden persönlichen Beziehung zwischen Älteren und Jüngeren, zwischen Vorbild und Nachbild. Er-ziehung ist ein Be-ziehungsgeschehen! Bildung ist ein Nachbilden des Vorbildes, ein Nachleben des vorbildlichen Lebens. Was aber ist dieses vorbildliche Leben?

Recht anrührend fand ich das folgende Zeugnis eines Menschen, der lebenslang über Fragen der Erziehung nachgedacht hat, – ich füge es hier an, ohne den Namen des Verfassers zu nennen. Ein bisschen Bemühung und Anstrengung im Rätsel-Raten sei auch von den Lesern dieses armen Blogs verlangt.

„Das vorbildliche Leben besteht in der Liebe und Demuth; in der Herzens-Fülle, welche auch den Niedrigsten nicht ausschließt; in der förmlichen Verzichtleistung auf das Recht-behalten-wollen, auf Vertheidigung, auf Sieg im Sinne des persönlichen Triumphes; im Glauben an die Seligkeit hier, auf Erden, trotz Noth, Widerstand und Tod; in der Versöhnlichkeit, in der Abwesenheit des Zornes, der Verachtung; nicht belohnt werden wollen; Niemandem sich verbunden haben; die geistlich-geistigste Herrenlosigkeit; ein sehr stolzes Leben unter dem Willen zum armen und dienenden Leben.“

Jede mag wohl nachdenken über dieses Wort: „Herzensfülle, welche auch den Niedrigsten nicht ausschließt…“ Vieles erinnert an die neueste Debatte, das neueste Gassengerede  über „Inklusion in der Erziehung“. Stimmt ihr dem zu, stimmt ihr nicht zu?

Quelle: http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/NF-1887,11[275]

 Posted by at 22:58
Okt. 202011
 

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Weiterhin recht schnöde und roh ist die Sprache, mit der deutsche Medien über deutsche Türken sprechen. So gefällt mir etwa das Wort „Importbraut“ nicht. Denn „importiert“ wird eine Sache, kein Mensch! Lest selbst, was Julia Haak in der Berliner Zeitung heute den Neuköllner Migrationsbeauftragten Alfred Mengelkoch berichten lässt:

Kottbusser Damm: Längst nicht mehr Klein-Istanbul | Berlin – Berliner Zeitung
Noch immer heirateten 90 Prozent der Türken Türken, 50 Prozent davon importierten den Partner aus der alten Heimat. „Auch aufgeklärte Leute machen das“, sagt Mengelkoch.

Ich schlage folgende Sprachgebung vor: „90 Prozent der in Berlin  lebenden Türken heiraten Türken“, die Hälfte der Bräute und Bräutigame „… werden aus der alten Heimat für die Ehe geworben, oder: … wandern aus der Heimat zu … oder: …  werden aus der alten Heimat geholt.

Auch wird hier durch den Migrationsbeauftragten der Anschein erweckt, als seien Türken weniger aufgeklärt als andere Menschen in Deutschland, als wüssten sie nicht recht, was sie tun. Die alte Sicht der blühenden Integrations- und Migrationsindustrie auf die „rückständigen Türken“, die als Analphabeten nach Deutschland kämen und hier erst einmal durch den Fürsorgestaat jahrzehnte- oder lebenslang nachbemuttert werden müssten, schlägt hier voll durch.

Unsinn.  Das beständige Nachholen von Ehepartnern aus der Türkei ist gewollt und sichert die  Abgeschlossenheit und das beständige Wachstum der türkischen Volksgruppe in Deutschland. Der Gefahr der Integration in die deutsche Gesellschaft oder der Vermischung mit den Nichttürken wird so vorgebeugt – wobei „Gefahr“ selbstverständlich aus der Sicht des türkischen Staates zu sehen ist. Wie das Beispiel Zypern lehrt, sind die Auslandstürken für den türkischen Staat ein wichtiger Machtfaktor, der ganz bewusst als Hebel eingesetzt wird. Man studiere nur die riesigen Erfolge der BIG genau am Kottbusser Tor! Werte von bis 12% erzielte die türkisch-islamische Partei am Kottbusser Tor mit dem in türkischer Sprache verkündeten Slogan: „Wählt einen von euch!“

Der deutsche Staat, ja wir als deutsche Gesellschaft  haben selbstverständlich ein Interesse daran, dass die Chancen zur Integration, die ja überreichlich gegeben sind, angenommen werden. Wir wollen durchlässige „Volkstumsgrenzen“.

Bitte nehmt die Türken endlich als Menschen mit eigenem Willen ernst, stoppt die Bevormundung! Wenn sie sich als eigene Gruppe bewahren wollen, sollten wir das akzeptieren.

Wir sind doch alles Menschen wie du und ich – hepimiz insaniz!

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Sind Grillverbote in Parks Menschenrechtsverletzungen?

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Okt. 192011
 

Deutschland ist ein Staat, der systematisch Menschenrechte verletzt. Immer wieder erheben türkische Politiker diesen Vorwurf, zuletzt meines Wissens der türkische Staatspräsident Gül. Diese Vorwürfe werden immer wieder in den Raum gestellt, wenn die türkische Schutzmacht, der türkische Staat versucht, hier in Deutschland den Ton anzugeben. Nebenbei: auch in Zypern ist es letztlich der Vorwurf der Menschenrechtsverletzungen, der dazu führt, dass ein Teil Zyperns von türkischen Truppen besetzt wurde und bis heute besetzt ist. Wir in der EU haben also bereits türkisches Militär auf EU-Territorium stehen. Der türkische Staat lässt nicht mit sich spaßen, wenn er Menschenrechtsverletzungen wittert. Aufgepasst!

Eben dieses Grundmuster zieht sich wieder und wieder durch die Argumente der türkischen Verbandsvertreter. Sobald irgendetwas gesagt oder getan wird, was die Türken in Deutschland beeinträchtigen könnte, erhebt sich eine Stimme aus den Verbänden: „Das ist gegen unsere Kultur gerichtet. Wir werden immer und überall benachteiligt. Das ist eine Menschenrechtsverletzung. Wir Türken haben in Deutschland keine Bürgerrechte usw. usw.“

Letztes Beispiel: An schönen Wochenenden ziehen Tausende und Abertausende von Menschen in den Tiergarten, um dort zu grillen. Die meisten von ihnen, so scheint mir, sind Menschen mit einem ganz bestimmten Migrationshintergrund.  Am Abend dann bietet sich stets das gleiche Bild der Vermüllung. Im Nachhinein lässt sich nicht mehr feststellen, wer hier seinen Müll hinterlassen hat, anstatt ihn nachhause mitzunehmen. Fest steht, dass die bezirklichen Säuberungsaktionen jedes Jahr Hunderttausende Euro kosten. Die Berliner Zeitung berichtet am 14.10.2011:

 Die Reinigung kostet den Bezirk 300 000 Euro pro Jahr. Doch der hat kein Geld. „Wir mussten schon Sozial- und Jugendeinrichtungen schließen, weil im Haushalt ein paar Tausend Euro gefehlt haben. Da stimmen die Relationen nicht mehr“, sagt Bürgermeister Hanke.

Und andere Bezirke? Friedrichshain-Kreuzberg hat aus genau diesem Grund komplette Grillverbote in vielen Parks erlassen. Ist der linkeste aller grünen, der grünste aller linken  Bezirke also noch rassistischer, noch migrantenfeindlicher als der Bezirk Mitte?  Man muss es wohl so sagen, wenn man dem Türkischen Bund Berlin-Brandenburg glaubt!

Anstatt gegen die Müllhalden im Tiergarten irgendwie durch Ermahnungen an „die eigenen Leute“ vorzugehen, wirft der Türkische Bund nämlich dem Bezirk Mitte vor, durch ein Grillverbot gegen die Kultur der hier lebenden Menschen „mit Migrationshintergrund“ vorzugehen, und er ruft zur Demo auf! Großartig, das hat Klasse, das ist sehr sehr lehrreich!

Lest die offizielle Ankündigung des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg:

Die Grillkultur in Tiergarten wird vorwiegend von Bevölkerungsgruppen mit niedrigen Einkommen und Migrationshintergrund in Anspruch genommen. Diese bestehen vorwiegend aus Familien mit Kindern, die über keine eigenen Einfamilienhäuser mit Gärten verfügen und im Jahr ca. an 15 Wochenenden in Tiergarten grillen. An diesen Tagen wird in Tiergarten ein buntes und familienorientiertes Lebensgefühl vorgeführt. Dies ist in den letzten 20 Jahren zur festen Lebenskultur dieser Bevölkerungsgruppe geworden. Es gibt offensichtlich politische Kreise, die diese Vielfalt für die Hauptstadtzone als unwürdig erachten.

Beim Grillen entstehen zweifelsfrei Kollateralbelastungen vor allem mit Müll. Dies sieht an solchen Tagen in Krumme Lanke und Schlachtensee nicht anders aus. Statt diesen Kollateralbelastungen mit öffentlicher Infrastruktur und bei vorsätzlichen Fehlverhalten mit persönlichen Sanktionen zu begegnen, will das Bezirksamt Mitte nun diese Kollateralbelastungen mit einem Grillverbot auf Kosten des Lebensgefühls und Kultur von Menschen begegnen, die auf diese Erholungsfläche angewiesen sind.

Eine Diskussion um Lebensgefühl, Kultur, Freiheit und hiermit verbundenen Kollateralbelastungen von Bevölkerungsschichten mit höheren Einkommen, die sonst intensiv und öffentlich geführt wird, wird bewusst unterlassen.

Die betroffenen Menschen mögen nicht ausreichend artikulations- und konfliktfähig sein um ihr Lebensgefühl und ihre Kultur zu verteidigen. Das Grillverbot in Tiergarten richtet sich gegen ihr Lebensgefühl und Kultur.

Stellvertretend für sie möchten wir mit unserer demonstrativen Grillaktion in Tiergarten am kommenden Samstag, den 22.11.2011 um 13.00 Uhr die Stimme erheben.

Alisan Genc
Mitglied TBB-Vorstand


 Posted by at 15:16