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Okt. 272012
 

„Entschuldigen Sie, ich war eben achtlos …“, mit diesen freundlichen Worten sprach mich gestern um 8 Uhr der Fahrer eines schneeweißen BMWs an, als er mir mit seinem Auto den Radweg in der Obentrautstraße im heimischen Kreuzberg versperrte. „Was geht hier ab?“, dachte ich verwundert, zumal ich nicht wirklich behindert war. Dann fiel mir ein: Dies muss einer jener gut erzogenen, achtsamen „Kavaliere der Straße“ sein, von denen ich in Kinderjahren so oft in der Süddeutschen Zeitung las. Es gibt sie also auch heute, auch im wirklichen Leben! Eine schöne Erfahrung. „Aber das macht doch wahrhaftig nichts …“, sagte ich und winkte dem Autofahrer freundlich zu – etwas Besseres fiel mir nicht ein. Danke, dass Sie so vorbildlich sind. Allezeit gute Fahrt! Von heute an werde ich allen schneeweißen BMWs mit Sympathie begegnen.

Die gegenteilige Erfahrung machte ich am selben Tag gestern in der Nacht beim Nachhauseradeln in der Skalitzer Straße kurz vor der Kreuzung am Kottbusser Tor. Vor einem Club standen rauchend einige junge Männer zusammen. Ganz normale Kreuzberger junge Männer. Ich radelte nichtsahnend vorbei, selbstverständlich vorschriftsmäßig beleuchtet. Plötzlich trat einer der Männer aus der Gruppe hervor zur Straße und brüllte laut in meine Richtung: „Hurensohn!“ Fast wäre ich erschrocken, aber nur fast! Der Mann war sicher 2 oder 3 Jahrzehnte jünger als ich. Was mochte ihn an einem einzelnen Radfahrer so gereizt haben?

Was steckte dahinter? „Hurensohn“ für Männer und „Schlampe“ für Frauen höre ich häufig auf der Straße. Es scheint fast die neue Form der Kontaktaufnahme vieler Kreuzberger Jungmänner zu sein.

Was will ich damit sagen? Fußgänger sind nicht automatisch bessere Menschen als Autofahrer. Kreuzberger Autofahrer sind manchmal besser erzogen als rauchend herumstehende Kreuzberger Männer. Achtsamkeit, Höflichkeit und Respekt sind Eigenschaften, die immer gut ankommen!

Bild: Ein Herbstmoment im Kreuzberger Park am Gleisdreieck

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Tätst du dir selbst vertrauen …

 1968, Bert Brecht, Deutschstunde, Entkernung, Selbsthaß  Kommentare deaktiviert für Tätst du dir selbst vertrauen …
Okt. 252012
 

2012-10-12-163608.jpgDEUTSCHLAND 1952

O Deutschland wie bist du zerrissen …
Und nicht mit dir allein.
In Kält und Finsternissen
Schlägt eins aufs andre ein.
Und hättst so schöne Auen
Und stolzer Städte viel:
Tätst du dir selbst vertrauen
Wär alles Kinderspiel.

Ein merkwürdiges Gedicht, das Bert Brecht 1952 schrieb! Der ersten Nachkriegsgeneration fehlte noch das Starren auf die zurückliegenden Schrecken, man sucht sich freizuschaufeln. Die Zukunft wird besser!

Erst seit etwa 1980 beobachte ich eine rabiate antideutsche Gesinnung bei Teilen der deutschen Bevölkerung. Diese antideutsche Ideologie speist sich erstaunlicherweise nicht aus der Klage über das Deutschland von heute oder gestern, sondern über das Deutschland von vorgestern, von vor 1945! Eine reaktive retardierte Depression, wie die Psychiater sagen würden, wenn es sich um einen einzelnen Menschen handelte.

Selbstzweifel, Aushöhlung der eigenen, lebendig sich entfaltenden Identität eines Volkes im Rückgriff auf jahrzentelang entfernte Verbrechen der Großvätergeneration!

Ein Phänomen, das nahezu einzigartig in der Weltgeschichte dasteht! Ich kenne keine andere Nation, die auch nur im entferntesten eine derartige kulturelle Entkernung mit sich anstellt. So ziert etwa den Umschlag des Deutsch-Lehrbuches meines Sohnes (5. Klasse) ein Text in schwedischer Sprache. Motto scheint zu sein: Nur nichts Deutsches im Deutsch-Unterricht!

Den NS-Tätern fehlte dieses Gefühl der Scham fast durchweg, den Söhnen und Töchtern der Verbrecher fehlte es auch in den meisten Fällen. Dieses Gefühl der kollektiven Scham und Schuld droht aber jetzt die Enkel-Generation zu ergreifen.

Hier gilt es gegenzusteuern.

Bild: Ein neues Denkmal, errichtet 2008, zur Erinnerung an die 1,5 Millionen jüdischen Kinder, die in den Konzentrationslagern der Deutschen ermordet worden sind. Berlin, Bahnhof Friedrichstraße.

Bert Brecht: Deutschland 1952
Bertolt Brecht: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Vierter Band. Gedichte 2. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2005

Zitat: S. 429

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Okt. 252012
 

Ein Besuch in der brandenburgischen Stadt Hennigsdorf führte mir kürzlich vor Augen, wie Deutschland seine Gegenwart im Spiegel der Vergangenheit sieht: Breit, machtvoll und beherrschend empfängt den unvorbereiteten Touristen sofort beim Verlassen des Bahnhofs die Inschrift KZ.  Ein Blick, der einen trifft wie ein Hammerschlag.

Vor wenigen Tagen führte mich mein Weg durch das Rathaus Schöneberg. Eine Gruppe von etwa 10-jährigen Schülern besichtigte gerade unter gedämpfter Belehrung durch den Lehrer eine Gedenkausstellung über jüdische Mitbürger, die Nachbarn waren und dann von der Gestapo abgeholt worden waren. Eine von tausend Szenen, in denen allen Kindern in Deutschland bereits sehr früh Scham und Schande der deutschen Vergangenheit eingeflößt wird. Die Kinderseelen verbinden mit dem Wort „Gedenken“, mit dem Wort „Deutschland“ von Anfang der Schulkarriere an ein tiefes, nagendes, wühlendes Schuldgefühl, mit dem sie dann allein gelassen werden.

Zehn oder 12 Jahre später sehen wir dann die Ergebnisse dieses Sperrfeuers der Pädagogik des Schreckens: Eine De-Identifikation mit Deutschland, ein verhuschtes, graues Männerbild, eine kollektive Selbstverleugnung und Selbsterniedrigung, die keinerlei Grenzen mehr kennt. Eine hochgefährliche Pädagogik, wie ich finde, die da auf Kinderseelen im Alter von 10 oder 12 Jahren niederbricht, gefährlich, weil sie unvermittelt in brutalen deutschen Nationalismus und brutalen deutschen Antinationalismus umschlagen kann.

„Deutschland verrecke“ – eine klare Ansage in Friedrichshain, breit hingepinselt auf dem Dach, nicht minder kriminelle Volksverhetzung  als das „Juda verrecke“ der bösen 12 Jahre.

Ich bin sogar überzeugt, dass die rituelle Konzentration auf die negative Theologie der ewigen Auschwitz-Schuld der Deutschen den rassistischen Verbrechen von Neonazis Vorschub leistet.

Denn wenn das Kind von früh an erfährt, dass die Deutschen das böseste Volk der gesamten Menschheitsgeschichte sind, kann dies auch zur paradoxen Identifikation mit dem Bösen führen. „Alle sagen, dass wir böse sind. Na – dann seien wir es eben!“

Der deutsche Politiker Cem Özdemir hat einmal von seiner Einbürgerungsfeier erzählt, bei der er fast der einzige gewesen sei, der sich über den endlich erreichten Status eines deutschen Bürgers habe freuen können. Andere Deutsche warnten ihn: „Hast du dir das auch gut überlegt?“

Der Kabarettist Fatih Çevikkollu sagt es so:

„Du wächst hier auf und kommst zu dem Punkt, an dem du „ja“ sagst zu dem Land, und dann stellst du fest, du stehst allein da. Deutschland ist gar nicht mehr angesagt. Und wenn du jetzt noch den berühmten Integrationsgedanken zu Ende denkst, merkst du, der funktioniert gar nicht. Du sollst dich an ein Land anpassen, was sich selbst gar nicht will.“

Die Gedenkstättenlandschaft hier in Berlin wächst unaufhaltsam – allerdings wachsen diese Wüsten des Bösen nur in Deutschland. Nirgendwo sonst hat ein Volk eine derart beherrschende Neigung entwickelt, die eigene Geschichte ganz überwiegend als Inbegriff des Bösen zu sehen. Was steckt dahinter? Das Kalkül, dass die anderen Völker dann wieder ganz lieb zu uns sind, wenn wir wieder und wieder den Status als Verbrechervolk hervorkehren? Und Deutschland steht mit seinem Kult der Schuld und der Schande wirklich einzigartig da! Weder erkenne ich irgendwo ein Denkmal für die etwa 20 Millionen verstümmelten und ermordeten, vertriebenen Opfer der belgischen Kolonialherrschaft, noch hat Kuba ein Denkmal für die in KZ eingesperrten Homosexuellen erichtet, noch hat Russland ein Denkmal für die gedemütigten und entrechteteten Nachbarvölker errichtet, die es jahrhundertelang knechtete. „Russland ist ein Siegervolk. Das steckt in unseren Genen.“ Die Türkei hat das İnsanlık Abidesi in Kars, das Denkmal zur Erinnerung an die vertriebenen und ermordeten Armenier, im Jahr 2011 gleich ganz beseitigt, sonnt sich im Gefühl der siegreichen Schlacht von Manzikert (1071), der Eroberung von Konstantinopel (1453), in denen das ewige türkische Volk das ihm zustehende Land in Besitz nahm, mit Blut tränkte, Fremdvölker unterwarf.  Die Italiener besuchen liebend gern das KZ Auschwitz. Dass es in Jugoslawien, etwa in Rab, auch italienische KZs gab, dass die Italiener 1935 massenmörderische Giftgasangriffe in Abessinien niederbrechen ließen, wird den italienischen Kindern und Jugendlichen nicht gesagt. Italiani brava gente! Weiterhin wird geflissentlich verschwiegen, welch bestialischer Bürgerkrieg zwischen den Italienern innerhalb Italiens nach dem Waffenstillstand vom 03.09.1943 ausbrach.

Die Gedenkstättenlandschaft wächst! Weh dem, der noch Gutes sinnt oder ein gutes Haar an der deutschen Geschichte lässt! Weh dem, der noch ein Denkmal für etwas Schönes fordert. Das Nichtzustandekommen des Berliner Freiheitsdenkmals spricht Bände!

Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma ist eröffnet, endlich, viel zu spät! Sinnvollerweise müssten wir aber dann auch allen Opferkategorien Gerechtigkeit widerfahren lassen: den Polen, den Russen, und vielen vielen anderen Opfergruppen.

Zu recht fordern Polen jetzt ein ähnlich repräsentatives Denkmal für die nichtjüdischen polnischen Opfer der Deutschen, wie es die Juden Europas bereits besichtigen dürfen. Platz in der städtischen Brache Berlins ist genug! Doch damit nicht genug! Wann werden die Russen endlich ihr angemessenes Denkmal in Berlin bekommen? Immerhin verloren etwa 20 Millionen Russen ihr Leben durch den verbrecherischen Angriffskrieg, an dem sich reguläre Armeen aus Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn, Rumänien und Slowakei beteiligten, der unterstützt wurde von starken Freiwilligenverbänden aus mehr als einem Dutzend europäischer Länder, darunter auch 200.000 Russen unter Führung des Generals Wlassow.

Wo immer du hinkommst in Deutschland, das Böse empfängt dich. Das ist die Botschaft.

Quellen:

http://www.morgenpost.de/politik/ausland/article110261079/Tusk-Berater-will-Mahnmal-fuer-Polens-Nazi-Opfer.html

Ulrich Schmidt-Denter: Die Nation, die sich nicht mag. Psychologie heute, September 2012, S. 34-37

Bild: Eine typische Stadtlandschaft in Deutschland. Blick auf das KZ-Denkmal in Hennigsdorf.

http://www.psychologie-heute.de/das-heft/aktuelle-ausgabe/detailansicht/news/die_nation_die_sich_nicht_mag

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„In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf“ – gewinn die Wahl mit Hölderlin

 Hölderlin  Kommentare deaktiviert für „In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf“ – gewinn die Wahl mit Hölderlin
Okt. 232012
 

„Und Hölderlins Vers „In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf“ würde auch in Stuttgart wieder lebendige grüne Gegenwart.“

Zwei Dinge erschüttern der Deutschen Herz in diesen Tagen, bei zwei Rätseln tappen die Nebeldeuter im Dunkeln, stochern staunend herum:

Dass die Schweden in 30 Minuten ein 0:4 noch aufholen konnten – und dass der grüne Fritz Kuhn, aus dessen Internet-Auftritt wir oben zitierten, die Daimler-und-Porsche-Autostadt Stuttgart erobern konnte. Wie reimt sich das zusammen?

Die CDU leckt sich die Wunden – „haben wir nicht alles versucht, um eine moderne Großstadtpartei zu werden“? „Sind die Grünen moderner, weltoffener, cooler, zeitgemäßer, … jünger?“

CDU – veraltet und konservativ? Die Grünen – jung und progressiv? Vorsicht, so einfach ist das nicht! Der CDU-Kandidat war jünger als der Grünen-Kandidat!

Ich rate zu einem Spaziergang auf Fritz Kuhns Internetauftritt zur OB-Wahl.  Und was lesen wir da?   „Aus Freiheit erwächst Verantwortung für die Zukunft unsere Kinder.“ Wer spricht da – Joachim Gauck, der Papst, oder — ??Richtig! Es ist ein Spitzensatz, vielleicht DER Spitzensatz (wie die Theologen sagen) des Kandidaten Fritz Kuhn, von ihm selbst formuliert.

Es sind die uralten Werte – Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung – welche Fritz Kuhn persönlich umzumünzen oder vorzubuchstabieren versucht.

Er besitzt darüber hinaus den Mut, alte, uralte, von den Deutschen vergessene Dichter- und Denkerworte in den Wahlkampf einzuspeisen. Wie sagte Hölderlin?

Daß gepfleget werde
der veste Buchstab

Die Selbstbeschreibung der schwäbischen Grünen – „wir sind wertkonservativ, wir haben das Ohr am Lebensgefühl der Großstädte, wir dringen ins Herz der bürgerlichen Mitte vor“ – halte ich für zutreffend. Cem Özdemirs Analyse trifft den Nagel auf den Kopf.

Falsch liegen jene, die meinen, es gebe in Stuttgart seit jeher eine linke Mehrheit, und deswegen habe der Kandidat der Linken gewonnen. Die Grünen in Baden-Württemberg bezeichnen sich ja ausdrücklich als nicht-linke Partei, als Partei der Mitte – als einziger Landesverband der Bündnisgrünen.

Ebenso wie Joachim Gauck oder Winfried Kretschmann hat es Fritz Kuhn vermocht, alte, längst verschollen geglaubte Sprachregister wieder in den politischen Strom einmünden zu lassen.

Im Grunde speist sich fast alles – wie bei Hölderlin auch – aus der griechischen und der jüdisch-christlichen Antike her, Gottesbezug hin oder her, Kirchenaustritt hin oder her. Athen und Jerusalem!

Bei beiden Politikern – Kretschmann und Kuhn – ist die Prägung durch ihre katholische Erziehung, die sie beide in ihrer Kindheit in vollem Maße genossen haben, bis zum heutigen Tag hörbar und sichtbar, prägt sich in Sprache und Wortwahl, in Körperhaltung und politischem Stil aus.

Im wesentlichen sehe ich den Kampf zwischen den Grünen und der CDU als eine Auseinandersetzung um die politische Mitte und um das rechte Maß im Leben des Menschen.

Diese Auseinandersetzung kreist um das Auswägen von Gerechtigkeit und Freiheit, von Traditionsbezug und Arbeit an der Zukunft.

Den Kampf um die Herzen der Wähler gewinnt diejenige Persönlichkeit, gewinnt diejenige Partei, welche Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung als die drei Leitwerte am glaubwürdigsten erzählen und vorleben kann.

Alt oder neu, progressiv oder konservativ spielen dabei nicht die Schlüsselrolle. Was gut beim schwäbischen Volk ankommt, sind Bescheidenheit, Redlichkeit, Geradlinigkeit, Sanftmut, Demut. Die Tugenden des hörenden Herzens! Johann Peter Hebels Kalendergeschichten sind im Grunde die Blaupause für diese Grundhaltung.

Die Schlüsselrolle spielt die Persönlichkeit des Kandidaten und die unterstellte oder vermutete „Persönlichkeit“, also das charakteristische Gepräge der Partei.

Wir fassen zsuammen:

Das mühsam errungene Unentschieden der Schweden verdankt sich im wesentlichen der Entschlusskraft, dem persönlichen Mut, dem Stolz und der Mannhaftigkeit des Zlatan Ibrahimovic.

Der Sieg in der Stuttgarter OB-Wahl verdankt sich zu großen Teilen dem Mut, der bürgerlich-konservativen Grundhaltung, dem persönlichen Einstehen für uralte Werte, welches der Kandidat der Grünen zeigte. Die Persönlichkeit zählt. Die Person macht den Unterschied.

Volk  und Knecht und Überwinder
Sie gestehn zu jeder Zeit:
Höchstes Glück der Erdenkinder
Sei nur die Persönlichkeit.

http://fritz-kuhn-ins-rathaus.de/wertorientierung-und-lebendige-demokratie/

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„Ich glaube immer, dass noch etwas geht…!“

 Freude, Fußball, Gemeinschaft im Wort, Islam, Leidmotive, Tugend, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für „Ich glaube immer, dass noch etwas geht…!“
Okt. 182012
 

Ich glaube immer, dass noch etwas geht…“ So äußerte sich der Schwede Zlatan Ibrahimovic nach der furiosen Aufholjagd seiner Mannschaft beim 4:4 gegen Deutschland im Berliner Olympiastadion. Mann o Mann! Neuer Schwede! Wie cool ist das denn!

Ich übersetze den Neuschweden-mit-Migrationshintergrund Ibrahimovic mal etwas umständlicher: „Ich vertraue darauf, dass wir etwas schaffen können, trotz aller strukturellen Benachteiligung“.

Diese mitreißende Kraft des Glaubens an den Menschen, des Vertrauens in die Macht des Wortes erscheint am Morgen danach rätselhaft, wie wir Deutschen uns mit Leichenbittermiene eingestehen müssen.

Ibrahimovic schnappte sich nach dem 1:4 den Ball und spurtete zum Mittelkreis – wobei er seine Mitspieler zur Eile antrieb: „Da geht noch was. Ich vertraue uns Menschen!

Ausgerechnet in Berlin, das ja auf Schritt und Tritt von struktureller Benachteiligung spricht,  ward ein strahlender Beweis der Wirkungsmacht des einzelnen Menschen erbracht! Against all odds – wider alle Unkenrufe der Strukturanalytiker! In Berlin höre ich fast nur das ewige Lied von der Benachteiligung, von der Diskriminierung, von der strukturellen Ungerechtigkeit, von der Armut  usw. usw. „Entdecke deine Benachteiligung, erkenne, dass du keine Chance in diesem System hast!“ So unaufhörlich die alte linke Leier in der Berliner Schuldebatte, in der Berliner Migrantendebatte.

„Schau dir doch unsere Schulen an – wie sollen es da unsere benachteiligten Kinder aus Hartz-IV-Familien oder aus kinderreichen Alleinerziehendenfamilien schaffen? Die Lehrer sagen doch schon in der ersten Klasse: Du wirst es nicht schaffen. Mit einem Hauptschulabschluss allein kannst du gar nichts anfangen! Die Statistik beweist es. Das wäre so, als wolltest du in 30 Minuten einen 0:4 Rückstand gegen die deutsche Nationalmannschaft noch aufholen“.

So hätten die Schweden  nach dem 0:4 auch sagen können: „Wir müssen entdecken, dass wir keine Chance haben, wir sind strukturell benachteiligt, in 30 Minuten kann man den Rückstand von 30 Jahren verfehlter Strukturentwicklungspolitik nicht aufholen! Die Statistik beweist eindeutig, dass wir Schweden jetzt keine Chance mehr haben!“

Wir schaffen das, das traue ich uns zu!“ Ich hege keine Zweifel, dass es im wesentlichen dem Glauben, dem Vertrauen des guten neuen Schweden Zlatan Ibrahimovic zu verdanken ist, dass die Schweden mit hoch erhobenem Kopf und stolzgeschwellter Brust das Stadion verlassen durften. Nebenbei: Ibrahimovic – der Sohn des Abraham oder des Ibrahim, wie er auf Arabisch bzw. Bosnisch genannt wird: Abrahams Sohn … schon im Namen konnte man diese Kraft des Bundesgedankens ablesen.

„Menschen – schließt ein Bündnis miteinander, dann holt ihr jeden Rückstand auf!“ Der Fußballer Zlatan Ibrahimovic hat den Bundesgedanken zu einem strahlenden Erfolg geführt. Er hat bewiesen, wieviel das Vertrauen in den Menschen, der Glauben an das lebendige Wort und die mitreißende Kraft des lebendigen Vorbildes bewirken können!

Was folgt daraus? Sollen wir jetzt alle Fußballspieler werden und versuchen, in die Nationalmannschaft zu kommen?  Nein, da würden zu viele auf der Strecke bleiben.  – Es sei denn in einem übertragenen Sinne: Im mannschaftlichen Miteinander, im Vertrauen auf die Macht des mutmachenden Wortes und auf die Kraft des Vorbildes können wir auch schwierige Situationen meistern. Der Spirit macht es, der Geist macht es!

Nehmen wir ach so benachteiligten Berliner uns ein Beispiel an Zlatan Ibrahimovic!

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„Da speieten sie aus in sein Angesicht…“

 Antike, Europäische Galerie, Islam, Jesus Christus  Kommentare deaktiviert für „Da speieten sie aus in sein Angesicht…“
Okt. 172012
 

Das bekannteste Bild von Andres Serrano ziert heute groß und farbenprächtig die Seite 13 der Süddeutschen Zeitung. Andreas Zielcke denkt über den Straftatbestand der Gotteslästerung nach.

„Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten.“  So erzählt es der Erzähler in einem Werk, das noch vor wenigen Jahrzehnten in Europa gut bekannt war.

„Jetzt aber hoch schimpfieret“, heißt es in einem begleitenden Choral. Der bespieene, gedemütigte, der verspottete Mensch steht in der Mitte der Erzählung von Leiden und Sterben. Im Augenblick seiner tiefsten Erniedrigung – man könnte auch sagen: Entwürdigung – gewinnt er seine Würde zurück. Die Menschenlästerung leitet hinüber zur Tötung des Menschen. Und von dort zur Auferstehung.

Die Demütigung und Entwürdigung des Menschen schlechthin, die Schmähung des Propheten schlechthin steht im Zentrum der Bildlichkeit dieser einst Europa prägenden Religion, des Christentums. Diese Schmähung, diese Schande wurde in der Kunst tausendfach abgebildet: als Geißelung, als Schmähung, als Verhöhnung, als Kreuzigung.

Die Lästerung des Propheten ist in den Kern der christlichen Botschaft eingeschrieben und wird im Kirchenjahr an jedem Karfreitag rituell wiederholt und ins Gedächtnis gerufen. Das ist der große, der meines Erachtens unüberbückbare Gegensatz zu den in der Gläubigengemeinde, in der Umma anerkannten Regeln der Darstellung Mohammeds.

In wesentlichen, wenn auch nicht in allen Teilen der islamischen Traditionen wird jede bildliche Darstellung Mohammeds verboten. Der im Verlag C.H. Beck erschienene „Koran für Kinder und Erwachsene“ bringt  Bilder aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in denen das Angesicht des auf seinem Burak reitenden Mohammed von strenggläubigen Muslimen nachträglich ausgetilgt wurde.

Die Darstellung des Propheten der Muslime in entwürdigender Schmähung erregt in den Gläubigen Empörung und Widerwillen, die sich in Ausnahmefällen bis zu Gewalttaten steigern kann, wie man eben heute auf Seite 3 desselben Blattes (Süddeutsche Zeitung) lesen kann.

Die Darstellung Jesu Christi in den Augenblicken höchster Entwürdigung und Schmähung ist hingegen Kernbestand der christlichen Bilderwelt, erregt im Gläubigen Verehrung und Annäherung.

Das heute in der Süddeutschen Zeitung abgebildete Werk von Serrano reiht sich in die Kette der Schmähungen und der Lästerungen ein, die das Christentum und seine Bilderwelt von Anbeginn begleiten. Der Christ erblickt im gedemütigten, im entwürdigten und verspotteteten Menschen das Angesicht Gottes.

Schön gezieret reimt sich im oben zitierten Choral O Haupt voll Blut und Wunden auf hoch schimpfieret.

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Okt. 122012
 

2012-08-26-154831.jpg

Große Freude und Genugtuung empfinde ich bei der Erklärung des Nobelkomitees, mit der es seine Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU begründet.

Es lobt an der EU die machtvolle Friedens- und Versöhnungsbotschaft, stützt den Einsatz für Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Beilegung ethnischer Konflikte. DAS hält die EU zusammen. Und das ist in der Tat  eine beispiellose Erfolgsgeschichte.

Das Wort „Wohlstand“ kommt in der Erklärung des Komitees gar nicht vor! Die Europäische Union ist ja auch wirklich keine Veranstaltung zur Mehrung des Reichtums. Sie dient nicht der Umverteilung von Hab und Gut. Das geht mir runter wie Öl! Endlich einmal erkennt eine politische Körperschaft, dass der gesamte Bereich der Wirtschaft, des Handels und der Währungsunion ausschließlich in dienender, in nachrangiger Funktion zu sehen ist! Die Europäische Union hängt doch nicht am Geld! Dass dies noch jemand so deutlich ausspricht, war ich mir gar nicht mehr vermutend!

Endlich! Mir kamen spontan die Worte Paul Gerhardts aus seinem Danklied für die Verkündigung des Friedens in den Sinn:

Gott Lob! Nun ist erschollen
Das edle Fried- und Freudenwort,
Daß nunmehr ruhen sollen
Die Spieß und Schwerter und ihr Mord.

Wer dich betrübt und kränket,
Der drückt sich selbst den Pfeil
Des Herzleids in das Herze
Und löscht aus Unverstand
Die gülden Freudenkerze
Mit seiner eignen Hand.

Gelobt sei das Loben!

Bild: Ölweiden – uralte Symbole des Friedens vor dem Jüdischen Museum in Kreuzberg.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nobelpreis-fuer-eu-erklaerung-des-komitees-im-wortlaut-a-860952.html

 Posted by at 20:41

„Du mußt die Führung übernehmen!“, oder: Hat uns Bert Brecht heute noch etwas zu sagen?

 Bert Brecht, Europäisches Lesebuch, Freiheit, Gute Grundschulen, Person, Philosophie, Tugend, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für „Du mußt die Führung übernehmen!“, oder: Hat uns Bert Brecht heute noch etwas zu sagen?
Okt. 102012
 

„Du mußt die Führung übernehmen!“, so schreibt Bertolt Brecht in seinem „Lob des Lernens“.

Ich glaube, dieser Aufforderung kann ich mich anschließen: „Du, du einzelner Mensch, mußt die Führung deines Lebens übernehmen. Lass dich nicht verführen!“

Brecht meinte möglicherweise: Jeder einzelne Mensch soll für sich selbst die Führung seines Lebens übernehmen. Er soll durch Lernen sein Urteilsvermögen schärfen, es soll keiner Organisation, keiner Partei, weder der Kommunistischen Partei noch der Nationalsozialistischen Partei, keiner Klasse und keiner Rasse, keiner unpersönlichen Macht die Führung seines Lebens anvertrauen. Er soll frei entscheiden, was er will oder nicht will.

Jeder Mensch soll sein eigenes Leben führen.

Allzu oft glauben die Menschen, sie seien dem Staat, der Politik, dem riesigen Steuerungsmechanismus des Finanzkapitals unterworfen. Die Strukturgläubigkeit der Menschen in Berlin fällt mir immer wieder auf. Überall jammern die Menschen:

„Der Staat sorgt nicht für uns, hindert uns am Lernen! In den viel zu großen Berliner Klassen, in den viel zu winddurchschossenen Berliner Schulen, in dem hochselektiven Berliner Schulsystem  KANN MAN NICHT LERNEN. Erst einmal muss der Staat anständige Schulen, anständige Lehrer, anständige Kitas bereitstellen, dann fangen wir zu lernen an! Und das kostet. Wenn der Staat nicht genug zahlt, können wir nicht lernen. Erst einmal muss die Politik die Bedingungen für sinnvolles Lernen schaffen, danach dann fangen wir zu lernen an!

Groteske Töne – in Dakawa in Tansania beträgt die Klassenstärke durchschnittlich 103 Kinder pro Grundschulklasse. Dennoch wird auch dort gelernt – auf dem Boden sitzend, an großen Wandtafeln. Für Bücher gibt es ja kein Geld.

Lernen kann man immer. Gerade in den heutigen Grundschulen Berlins herrscht ein unfassbar üppiges Angebot. Die materielle Ausstattung ist teurer, ist besser als je in der Geschichte.

Dennoch maulen Eltern und Kinder, Wähler und Politiker, „Bildungsforscher“ und „Bildungsexperten“ in einem fort: „Die Schulen sind nicht gut genug. Wir brauchen bessere Schulen. Wir brauchen bessere Lehrer. Erst danach werden wir zu lernen anfangen.“

Das revolutionäre Gedicht „Lob des Lernens“ von Bert Brecht verlangt hingegen jedem Einzelnen die lebenslange Anstrengung des Lernens ab – auch unter widrigsten Umständen.

Ausreden, bequemes Sich-Davonstehlen gibt es in den Augen Bert Brechts nicht. In der Mitte des Lernens steht der Lernende. Das Lernen wird gemacht und betrieben vom Lernenden.

Das ist die revolutionäre Wende zur Verantwortung jedes einzelnen Menschen für sein eigenes, sein selbst zu führendes Leben. Es gibt immer ein richtiges Leben, auch wenn es in den Strukturen etwas gibt, was falsch ist.

Es gibt immer ein richtiges Leben im Falschen.

Der einzelne Mensch muss lernen. Er muss sich selbst diese Anstrengung überall und immer abverlangen. Damit er sein Leben führen kann, statt von den Parteien oder von der Politik geführt zu werden.

Brecht fordert uns auf: „Lerne selbst, damit du selbst die Führung in deinem Leben übernehmen kannst!“

Bert Brecht würde sich als parteitreuer Kommunist selbstverständlich im Grabe umdrehen, wenn er diesen Eintrag des widersetzlichen Kreuzberger Bloggers läse! Aber ich meine, dass er, wenn er 125 Jahre alt würde, ebenfalls zu dieser Deutung seines Gedichts gelangen würde. Ich gehe davon aus, dass er der KPdSU und der SED, dass er dem Kommunismus, dem Marxismus-Leninismus-Stalinismus nicht mehr mit dem unterwürfigen Gehorsam folgen würde, den er zu Lebzeiten gezeigt hat.

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„Von der heilenden Kraft des Lernens“, oder: „Lerne und arbeite!“

 Bert Brecht, Das Gute, Kinder, Kochen, Sozialadel, Sozialstaat, Tugend  Kommentare deaktiviert für „Von der heilenden Kraft des Lernens“, oder: „Lerne und arbeite!“
Okt. 092012
 

Walter Wüllenweber legt in seinem Buch Die Asozialen seine Sicht der Dinge dar: Die deutsche Gesellschaft werde von oben und von unten, von der Oberschicht und der Unterschicht gnadenlos ausgenutzt, die Reichen würden immer reicher, ihr Finanzvermögen wachse dank der Finanzkrise prächtig an. Umgekehrt würden die Staatsabhängigen, die Unbeschäftigten mit ständig wachsenden Hilfen und Unterstützunsgeldern bei guter Laune gehalten, der Sozialetat gerade der Städte wachse stark überproportional an.

Ich denke, an Wüllenwebers Analyse ist viel dran. Unsere Vorfahren fingen nach dem Krieg fast bei Null wieder an. Die Masse des deutschen Volkes lebte in bescheidenen Verhältnissen. Erst etwa 1960 hatten die Deutschen den Lebensstandard erarbeitet, der heute in etwa auch einem Arbeitslosen zusteht. Vor 1960 lebte die Mehrheit der Deutschen unter Bedingungen, die heute von so manchen Sozialpolitikern als menschenunwürdig bezeichnet werden.

Doch sollten wir das Loben nicht vergessen! Gerade am heutigen Erntedankfest! Wüllenweber selbst spricht auf Seite 118 seines Buches lobend von der heilenden Kraft des Lernens. Lernen heißt, am Selbst arbeiten. Wer lernt, ändert sich. Wer lernt, kann andere ändern, wer lernt, kann sein Leben ändern. Lernen ist eine Form des Arbeitens.

Denkbar wäre es, etwa gut deutsch, gut rechnen, gut schreiben, gesunde Lebensführung  zu lernen. Gutes Deutsch, gutes Rechnen, gutes Schreiben,  gesunde Lebensführung, das ist jedem Menschen in Deutschland heute ohne jede staatliche Unterstützung möglich. Dazu kann man die Menschen auffordern – und zwar ohne stets erneut den Staat dafür in die Pflicht zu nehmen.

Lerne und arbeite – ora et labora!

Völlig anders tickt die Berliner Landespolitik: „Wie können wir den Bürgern das Leben so angenehm wie möglich machen?“ Heute kommt der Vorschlag auf, den Bürgern kostenloses W-LAN in der Innenstadt zu schenken. Der Senat schenkt den Bürgern wieder etwas. Lieb!

Die Kinder sollen besseres Schulessen bekommen – auf Kosten des Staates. Lieb! Unter drei Euro pro Mahlzeit ist das aber nicht zu haben. Wir zahlen in Friedrichshain-Kreuzberg etwa 2 Euro pro Mahlzeit. Lieb, dass der Staat den Bürgern besseres Essen schenkt.

Keiner denkt daran, den Eltern und Kindern das tägliche sparsame und gesunde Kochen mit vielen Kartoffeln, viel Gemüse, viel Magerquark beizubringen.

Ich sage: Lerne kochen, Mann in der Küche! Lerne lesen und schreiben, Frau in der Moschee!

Lern singen und fußballspielen, Kind in der Schulmensa! Geh zu Fuß zur Schule! Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Der Staat tut, was er kann, um seinen Bürgern alle erdenklichen Annehmlichkeiten zu bieten.  Dabei haben die meisten Handy-Nutzer heute längst eine Flatrate, ein kommunales W-Lan auf Kosten des Staates ist überflüssig.

Nein, nein. Da lob ich mir die saure Pflichtenethik eines Benedikt von Nursia, eines Johannes Calvin aus Genf, eines Walter Wüllenweber vom Stern.

Gelobt sei – das Lernen! Gelobt sei auch der Dichter, welcher kam aus der schwäbischen Stadt der Confessio Augustana, der Dichter, der hervorging aus der Stadt der tüchtig rechnenden Fugger und der Tag um Tag singenden und fiedelnden Mozarts! Er, der Dichter aus der Lechstadt Augsburg, der als versprengter Nachfahr der christlichen Pflichten- und Lernensethik gelten kann.

Schließen wir die Besinnung zum Erntedankfest mit einigen Zeilen aus seinem

Lob des Lernens 

Lerne das Einfachste! Für die
Deren Zeit gekommen ist
Ist es nie zu spät!
Lerne das Abc, es genügt nicht, aber
Lerne es! Laß es dich nicht verdrießen!
Fang an! Du mußt alles wissen!
Du mußt die Führung übernehmen.

Lerne, Mann im Asyl!
Lerne, Mann im Gefängnis!
Lerne, Frau in der Küche!
Lerne, Sechzigjährige!
Du mußt die Führung übernehmen.
Suche die Schule auf, Obdachloser!
Verschaffe dir Wissen, Frierender!
Hungriger, greif nach dem Buch: es ist eine Waffe.
Du mußt die Führung übernehmen.

Scheue dich nicht zu fragen, Genosse!
Laß dir nichts einreden
Sieh selber nach!
Was du nicht selber weißt
Weißt du nicht.
Prüfe die Rechnung
Du mußt sie bezahlen.
Lege den Finger auf jeden Posten
Frage: Wie kommt er hierher?
Du mußt die Führung übernehmen.
Quellen:

Walter Wüllenweber

Die Asozialen

Wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren – und wer davon profitiert

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-421-04571-3
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag: DVA Sachbuch

Zitat: S. 118

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Bert Brecht: Lob des Lernens
Bertolt Brecht: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Dritter Band. Gedichte I. Suhrkamp Verlag Frankfurt 2005

Zitat: S. 233

 

 

 

 

 Posted by at 23:18

Bessere Bildung durch mehr Fördergelder für die Bildung?

 Gouvernance économique, Gute Grundschulen, Kinder  Kommentare deaktiviert für Bessere Bildung durch mehr Fördergelder für die Bildung?
Okt. 072012
 

Die neue vergleichende Grundschulstudie der deutschen Bundesländer schlägt schwappende Wellen. Und wieder tappen all die glorreichen Bildungsexperten im Dunkeln – was läuft schief in der Bildung? Jetzt hat Berlin so viel Geld ausgegeben für die bessere Bildung, hat das gesamte Grundschulwesen umgekrempelt, hat Fördermittel des Bundes abgegriffen, um marode Turnhallen zu sanieren, hat deutlich mehr Geld und Gehirnschmalz in Bildungsreformen gesteckt als andere Bundesländer – und liegt dennoch weit hinter vergleichbaren Großstädten wie München (Bayern) zurück. Berlin hat im frühkindlichen Bereich eine viel bessere finanzielle und materielle Ausstattung als München, die Kita-Quote ist in Berlin deutlich höher als in München, die Ausländerquote ist in München höher als in Berlin.

München erzielt mit einer höheren Ausländerquote und weniger staatlichem Geld bessere Bildungsergebnisse im Grundschulbereich als Berlin. WHY? Sind die Berliner Kinder genetisch dümmer, weil es hier in Berlin mehr Inländerkinder als in München gibt? Das wäre ja eine rassistische Aussage!

Die Millionenstadt BERLIN gibt wesentlich mehr staatliches GELD für die frühkindliche Bildung aus als die Millionenstadt MÜNCHEN, Berlin hat bessere, ausgefeiltere Pläne, ein besseres, ausgefeilteres Bildungs-Leistungserfassungs-Mess-System, Berlin hat traumhaft viel mehr Bildungsforscher und mehr Bildungsexperten als MÜNCHEN!

BERLIN fördert die frühkindliche Bildung mehr als BAYERN, wo immer noch viel zu viele Kinder im Krabbelalter von 0-3 Jahren schutzlos den Familien überlassen bleiben, statt in die fördernde Obhut des Staates gestellt zu werden.

Die hohe Förderung, die vielen Bildungsdebatten in Berlin haben den Kindern wohl kaum genutzt. Viele sagen: also brauchen wir mehr Förderung! Wo haben wir noch nicht gefördert? Richtig! Wir brauchen bessere Lehrer, wir brauchen besser geförderte Lehrer, wir brauchen mehr LEHRERBILDUNG für mehr KINDERBILDUNG! Schafft Geld kübelweise heran für besser geförderte LEHRERBILDUNG!

Bitte mal einen Augenblick innehalten! Darf es auch weniger Förderung durch staatliches Geld sein? Das wäre ein revolutionärer Gedanke! Bessere Bildung durch weniger Bildungsförderung? Bessere Integration der Migranten durch weniger Integrationsförderung? Mehr Kinder durch weniger Kinderförderung? Mehr Erfolg für Frauen durch weniger staatliche Frauenförderpläne? Das wäre ja tolldreist, ein Wahnsinn für jeden Politiker so etwas zu behaupten!

Dennoch gibt es einen Politiker, der den Mut aufbringt, genau dies zu behaupten! Sein Name: Thomas de Maizière. Seine gegenwärtige Funktion, seine Parteizugehörigkeit spielt hier keine Rolle. Entscheidend ist, dass er mindestens eine Problemstellung benennt, nämlich: Es gibt keine hinreichenden Beweis dafür, dass staatliche Förderung immer den gewünschten Erfolg erzielt. Staatliche Förderung kann sogar zum Gegenteil des erwünschten Effekts führen. Kinderförderung kann zur Senkung der Kinderzahlen führen, Frauenförderung kann zu Frauendiskriminierung führen, Kohleförderung kann zum Ende des Kohleabbaus führen, mehr Staatskohle für frühkindliche Bildung kann zur Verschlechterung der frühkindlichen Bildung führen. Tabakanbauförderung in Griechenland kann zum Ende der Tabakindustrie in Griechenland beitragen.

Staatliche Förderung kann schädlich nicht nur für den Staatshaushalt, sondern sogar für die Geförderten sein. Das muss man bedenken, man sollte diesen statistisch nachweisbaren Zusammenhang nicht beiseitewischen. Das gilt sowohl für die Kinder- und Familienförderung wie für die Frauen- und die Bildungsförderung.

Ich meine: Die Mahnung des unbequemen, scharfsinnigen Analytikers und Politikers Thomas de Maizière verdient gerade bei uns im Bundesland Berlin unsere vorurteilslose Prüfung.

Hier der auffällige Abschnitt aus dem Interview „Freiheit ist wie Radfahren ohne Stützräder“:

Das heißt, ein Großteil dessen, was den Weg in die Gesetzgebung findet, bezieht sich auf Sicherheit in allen Lebenslagen. Schafft der Staat damit nicht Illusionen?

Aber wir merken doch jetzt, dass wir mit all diesen Versprechungen an die Grenzen gekommen sind. Es ist ja nicht so, dass der deutsche Staat pro Kind unterproportional viel Geld ausgibt. Bei der Familienförderung ist es übrigens so – wir haben da einmal eine Untersuchung in Sachsen gemacht -, dass eine Erhöhung der Kinderförderung nicht zu mehr Kindern führt, eine Kürzung dagegen kann das durchaus.

 Posted by at 13:24

„Bayern hat die besten Grundschüler.“ Woran könnte das liegen?

 Beweg dich, Etatismus, Gute Grundschulen, Kinder, Konservativ, Mären, Tugend, Verwöhnt, Vorbildlichkeit  Kommentare deaktiviert für „Bayern hat die besten Grundschüler.“ Woran könnte das liegen?
Okt. 052012
 

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Bayern hat die besten, Berlin die schlechtesten Grundschüler. Dies berichtet in diesen Minuten SPIEGEL online.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/bayerns-grundschueler-koennen-am-besten-rechen-und-schreiben-a-859589.html

Traurig traurig für den armen Kreuzberger. Woran liegt das wohl?

Ich bin überzeugt: Teilweise liegt es an der grundsätzlichen Ausrichtung der bayerischen Gesellschaft und auch der bayerischen Politik an den Idealen der Freiheit, der Mündigkeit jedes Menschen, der Selbstverantwortung. Jeder hat seine Chance. Keiner wird zurückgelassen! Das habe ich selbst tausende Male während meiner 13 in Bayern bis zum Abitur absolvierten Schülerjahre erlebt, das bestätigen mir Schüler, mit denen ich heute bei meinen gelegentlichen Besuchen in Bayern ins Gespräch gerate.

Es liegt nicht am GELD, denn Berlin gibt pro Schüler mehr Geld aus als Bayern. Es liegt nicht an den MIGRANTEN. Denn gerade die migrantischen Kinder erzielen – auch bei gleich hohem Anteil an der Schülerschaft – in Bayern weit bessere Bildungsergebnisse als in Berlin. Das müsste man mal statistisch aufbereiten: Ist der Unterschied zwischen Schülern deutscher und nichtdeutscher Herkunft in Bayern größer oder kleiner als in Berlin? Ich wette fast: Er ist in Berlin größer.

Das bayerische Schulwesen ist vergleichsweise stark differenziert, aber auch zwischen den Zweigen und Bildungsgängen extrem durchlässig. Mehr als die Hälfte aller Abiture wird mittlerweile über die Berufsbildung oder auf dem Zweiten Bildungsweg erworben! Der Leistungsgedanke herrscht in Bayern vor: „Jeder kann was, auch du kannst was, mach was aus dir! Lerne! Sei fleißig! Lerne und arbeite!“

In Berlin dagegen, das ein stärker egalitäres Schulwesen hat, wird den Kindern nach meinen Erfahrungen oft auf fast schon verbrecherische Weise eingebläut:

„Du bist benachteiligt, ich trau dir nichts zu, der Staat ist schlecht, die Schule versagt ständig, das Leben ist eine Verliererstraße, die Schulpolitik kümmert sich nicht um euch!“ 

„Es wird viel zu wenig Geld für Kleinkindbetreuung, für Kitas und Grundschulen ausgegeben.“

„Ihr Schüler werdet alle benachteiligt. Der Kapitalismus ist soo böse, macht euch alle kaputt.“

Das System der Schule ist falsch. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“

Diese ganze niederschmetternde, fast schon kriminell zu nennende Litanei der Bildungs-Entmutiger habe ich in den letzten Jahrzehnten, in denen ich die saisonal an- und abschwellenden Berliner Schuldebatten gerade auch bei den Politikern mit wachsendem Widerwillen verfolge,  in- und auswendig gelernt. Ein unfassbares Vergehen an der Zuversicht, an dem Selbstvertrauen der jungen Menschen sind diese wuchernden Bildungsdebatten!

Ein Grundübel scheint mir auch eine viel zu starke Politik- und Staatsgläubigkeit, ein blinder, vulgärer, ausbeuterischer Vulgärsozialismus in der Berliner Bildungslandschaft zu sein.

Pausenlos wird an den Berliner Schulen herumgedoktert. Die POLITIK soll es bitte schön richten, was sie vorher verbockt hat. An allem wird herumgemeckert, aber keiner sagt:

„Leute, wir haben es selber in der Hand. Lasst uns LERNEN und ARBEITEN!“

Ich sage:

LERNE und ARBEITE!  Dann LACHE dir ins Fäustchen! Ich TRAU es dir zu!

 Posted by at 00:11

Freiheit, Recht und Einigkeit sind das Unterpfand der Europäischen Einigkeit

 Europäische Union, Europarat, Gemeinschaft im Wort, Versöhnung, פרקי אבות  Kommentare deaktiviert für Freiheit, Recht und Einigkeit sind das Unterpfand der Europäischen Einigkeit
Okt. 032012
 

Der Anfang ist gesetzt, aber Europa ist größer.“ Unter diesem Titel veröffentlichte mein Vater im Jahr 1984 einen Aufsatz über die Notwendigkeit, ein gemeinsames Europa zu bauen. Er schrieb damals:

„Es ist höchste Zeit, daß die Europäer ihren Kontinent – in dem Wort steckt continere, zusammenhalten – als einen Raum des Friedens, der Menschenrechte und der Freiheit träumen, der vom Atlantik bis zum Ural, vom Nordkap bis zum Mittelmeer reicht. Die Visionen der jüdischen Propheten, die Bergpredigt Jesu, die Inspirationen klassischer Philosophie, Entdecker- und Erfindergeist der Wissenschaft, politische Kultur, dem Gedanken der Zähmung der Macht verpflichtet, nahmen hier Gestalt an und wurden immer wieder zerstört durch menschliche Dummheit und Hybris.“

Europa – ein Raum der Freiheit, des Rechts und des Friedens! Das ist ein Gedanke, der bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Politikern wie Gustav Stresemann und Aristide Briand vorgedacht wurde. Das Mittel zum Erreichen des Zweckes waren die verschiedenen weltumspannenden oder auch europäischen Vertragswerke und Gemeinschaften (Verträge von Locarno, Völkerbund, zahlreiche bilaterale Nichtangriffsverträge, später UNO, Montanunion, EURATOM, EWG, EG, heute die EU).

Freiheit, Recht und Einigkeit – diese Werte stehen auch an der Wurzel der deutschen Wiedervereinigung, die am 3. Oktober 1990 gefeiert werden konnte. Die deutsche Wirtschafts- und Währungsunion stand von Anfang an ausschließlich im Dienste dieser übergeordneten Ziele.

Der Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts wird auch als das wesentliche Ziel der Europäischen Einigkeit angegeben (Art. 3,2 des Vertrags über die Europäische Union vom 7. Februar 1992). Ihm dienen die Freizügigkeit in Wirtschaft und Handel, ihm dienen die gemeinsame Aufsicht über die Einhaltung der Menschen- und der Minderheitrechte, ihm dienen gemeinsame Anstrengungen wie etwa die europäische Gerichtsbarkeit, die Währungsunion (der Euro), das europäische Zivilverfahrensrecht, der Europarat, das Europäische Parlament.

Am heutigen Tag erinnere ich mich dankbar der Leistungen unserer Großeltern und Eltern: sie haben mir und meiner Generation alle Bausteine in die Hand gegeben, um diesen Raum der Freiheit, des Rechts und der Sicherheit kräftig auszubauen und zu sichern.

Wir haben es in der Hand, dieses Geschenk weiter zu hegen und zu pflegen.

Es lebe der Raum des Rechts und der Freiheit, der Gedanke des Friedens vom Atlantik bis zum Ural, von Sizilien bis Lappland!

Ein Anfang ist gesetzt, die Europäische Union ist viel mehr als der Euro, Europa ist mehr als die Europäische Union!

Blüh im Glanze des Glückes, es blühe Europa, es blühe die Einigkeit in der Vielfalt der europäischen Nationalstaaten! Ich zitiere noch einmal meinen Vater:

„Ein freies, sich nach dem Willen seiner Völker bildendes Europa würde rasch das Erbe des Chauvinismus hinter sich lassen. Dazu bedarf es aber stärkerer Motive als nur ökonomischer.“

Quelle: „Der Anfang ist gesetzt, aber Europa ist größer„, in: Christ und Bildung, 30. Jg., Heft 5, Mai 1984, S. 102-103. Zitiert nach: Johannes Hampel: Von Troppau bis Czernowitz. Vermächtnisse eines Mitteleuropäers im 20. Jahrhundert. Festschrift zum 70. Geburtstag. Bukowina-Institut Augsburg 1995, S. 121-123

Bild: Straßenschilder in meiner jetzigen Heimat Friedrichshain-Kreuzberg: In Köthen wirkte Johann Sebastian Bach von 1720-1723.  Gustav Stresemann (1878-1929) bewirkte 1926 als Außenminister maßgeblich die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund.

 Posted by at 20:38

„Lerne und arbeite! Damit wir füreinander sorgen können“

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Okt. 012012
 

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Ganz unter das Leitwort „Lerne und arbeite. Dann lache!“, ganz unter die beiden Leitwerte Freiheit und Verantwortung stellte ich in den vergangenen beiden Monaten meine Bewerbung um die Bundestagskandidatur meiner Partei im Wahlbezirk Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost.

In den Bewerbungsreden, in den spannenden, höchst aufschlussreichen Befragungen zitierte ich das Motto „Freiheit ist wie Fahrradfahren ohne Stützrad“, ich lud dazu ein, dass wir in einer gemeinsamen Anstrengung alle politischen Probleme werden lösen können. „Wenn wir uns alle mehr abstrampeln und aufeinander aufpassen, werden wir es schaffen!“  Der gute Fahrradfahrer, das Inbild des guten Bürgers, sorgt sich um die anderen, er stellt sich persönlich in die Bindung an die Ordnung des öffentlichen Lebens.

In den aktuellen erbitterten Debatten – Euro-Krise, Betreuungsgeld, Afghanistan, Islam, Integration usw. – erinnerte ich wieder und wieder an diesen Grundsatz der persönlichen Freiheit, an diesen Leitwert der persönlichen Verantwortung. Ich sprach mich wiederholt gegen die Abtretung von mehr sozialer Verantwortung an den Staat, gegen die Übergabe der Regelungskompetenz an die jeweils höhere Ebene aus. Nur in der Subsidiarität kann Gemeinschaft gelingen.  Die Menschen, die niedrigeren Ebenen, die Familien, die Gemeinden und die Regionen sollen und müssen in stärkerem Maße Selbstverantwortung übernehmen! Nur so kann Europa mit Sinn und Zustimmung gefüllt werden. Eine EU, die ausgerechnet im Euro, im Geld also die identitätsstiftende Klammer sieht, kann nicht gedeihen. Ohne die Gemeinschaft des Wortes ist das europäische Projekt zum Scheitern bestimmt.

Ich warb für den Wahlkampf der bescheidenen Mittel, gestützt auf das Zuhören, das Erzählen, das Zu-Fuß-Gehen, das Radfahren und – das Lachen.

Insgesamt stellte ich also genau jene politischen Konzepte zur Wahl, die ich in diesem Blog über die vergangenen 4 Jahren entwickelt habe: den Personalismus der Mitte also. Und wie kam das Ganze in meiner Partei der Mitte an?

Die öffentliche Nominierung zur Bundestagwahl 2013 hat am vergangenen Sonnabend, 29.09.,  stattgefunden. Als Kandidaten traten Dursun Yigit, Götz Müller, Stefanie Vogelsang MdB und Johannes Hampel an. Yigit trat in der Versammlung am 29.09.2012 selbst von der  Kandidatur mit einer Empfehlung zugunsten Hampels zurück.  

Ergebnis:

Erschienene Delegierte: 23 von 26

 Stimmenanzahl:

Götz Müller: 16
Johannes Hampel: 4
Stefanie Vogelsang MdB: 3

Enthaltung: keine

Ihr seht: Es hat für mich in diesem Feld starker Mitbewerber bei weitem nicht gereicht, ich war einer der ersten, der dem überragenden Sieger Götz Müller alles Gute für die Bundestagswahl wünschte.

Ich danke allen Unterstützern für die Hilfe der vergangenen Wochen!

Bild: so schön ist die Natur im heimatlichen Kreuzberg – aufgenommen gestern in der Kleinbeerenstraße, hinter dem Amtsgericht

 Posted by at 13:42