Die gelbe Macht, oder: Die radelnde Demokratie

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Die gelbe Macht, oder: Die radelnde Demokratie
Mai 072009
 

Gut sichtbar, fröhlich und nur ein klein wenig zerzaust radelten wir gestern bei der Parlamentarischen Tour des Deutschen Bundestages durch die Berliner Bezirke Mitte und Charlottenburg. Los ging’s bei leicht dräuenden Wolken zur Straße des 17. Juni.

Der Deutsche Bundestag berichtet heute darüber:

„Ich bitte um Aufmerksamkeit für diesen blauen Himmel“, sagt die Abgeordnete Heidi Wright (SPD) und zeigt nach oben. Gerade rechtzeitig zum Start der parlamentarischen „Berlin by bike“ Tour am Mittwoch, 6. Mai 2009, hört es auf zu regnen. „Wir radeln sowieso bei jedem Wetter“, redet sie den Skeptikern unter den Radfahrern ins Gewissen. Zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) haben die beiden Parlamentarier Gero Storjohann (CDU/CSU) und Heidi Wright zur Radtour durch Berlins Mitte bis nach Charlottenburg aufgerufen. Rund 60 Parlamentarier und Verwaltungsmitarbeiter haben sich angemeldet. Außerdem hat sich eine Schulklasse aus Wrights fränkischem Wahlkreis Main-Spessart auf bereitgestellte Mietfahrräder gesetzt und radelt mit.

Immer wieder legten wir Stops ein, um Engstellen nach und nach zu durchqueren. Dabei ergaben sich Gelegenheiten zum Plaudern. Hier Mitarbeiter des  Büros von Gero Storjohann, von links nach rechts: Herr Scholz, Frau Liesegang, dann der hier bloggende Radfahrer, Julian von Kleist.

An herausgehobenen Stellen erzählte ADFC-Landesvorstandsmitglied Boris Schäfer-Bung aus der Geschichte der Stadt – jedoch stets mit Blick auf die Radfahr-Geschichte! Zum Beispiel wurden lange Auseinadersetzungen geführt, ehe ausgewählte Wege des Charlottenburger Schlossparks mit dem Rad befahren werden durften. Hier wird jedes seiner Worte aufgenommen und gewürdigt von Heidi Wright MdB, der stellvertretenden ADFC-Bundesvorsitzenden, und Eva-Maria Scheel, der stellvertretenden Sprecherin der ADFC-Stadtteilgruppe City-West.

Den Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann, ADFC-Mitglied,  befragte ich über seine Erfahrungen mit dem neuartigen Elektro-Fahrrad.

Manche überraschende Einblicke und Ausblicke eröffneten sich, so etwa hier im Charlottenburger Schlosspark:

Meine Bilanz: Das Wetter hielt nicht, was es eine Stunde zuvor noch versprochen hatte, denn es regnete nicht. Um so angenehmer war die Radelei. Die Gedanken kommen besser in Schwung, die Gespräche laufen flüssiger, wenn man gemeinsam seine Pfade sucht. Die Tour verband touristische Glanzlichter mit den Fährnissen des Berliner Radleralltags. Das Fahrrad stiftet Aufmerksamkeit für die Umwelt, soziale Nähe, und es beugt wirksam der Politikverdrossenheit vor – ein Allheilmittel also. Es verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen, wie es Adam von Opel so trefflich in Worte kleidete.

Beim abschließenden Biergartenbesuch konnte ich leider nicht mehr teilnehmen, aber ich hörte heute auf dem Nationalen Radverkehrskongress von anderen ADFC-lern, dass es noch sehr angenehm zu Ende gegangen se

 Posted by at 21:22

Die radelnde Demokratie

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Die radelnde Demokratie
Mai 062009
 

img_4292.JPG Als „die radelnde Monarchie“ wurde die holländische Monarchie häufig bezeichnet. Dass Könige und Königinnen mit dem Fahrrad durch die Lande fahren, erweckt selbst in einem hartgesottenen Republikaner, wie ich es nun mal bin, Sympathien.

Wodurch wir zum Tipp kommen: Politikerinnen und Politiker, zeigt euch mit dem Rad! Dokumentiert dadurch euren Einsatz für die Umwelt, zeigt Bürgernähe, nutzt die zahlreichen Zwischenstopps an roten Ampeln für freundliche  Blicke, lockere Plaudereien und Nachjustieren der Frisur!

Vorbildlich: Im aktuellen gedruckten Spiegel zeigt sich Bundestagsabgeordnete Monika Grütters aus der „Radverkehrshauptstadt“ Münster vor dem Reichstag in genau dieser weltoffenen, freundlichen, bürgernahen Grundhaltung. Selbstredend auch mit perfekter Frisur. Lesenswert, sehenswertes Foto! Zur Nachahmung empfohlen! Und genau deswegen werde ich jetzt bei bestem Landregen zur Parlamentarischen Radttour des Deutschen Bundestages aufbrechen. Ich berichte euch dann, ob wir ein winziges Stückchen weitergekommen sind!  Wir werden beweisen, dass man bei jedem Wetter Rad fahren kann!

Auf dem Wege zur radelnden Demokratie!

Das Foto zeigt übrigens die Berliner ADFC-Vorsitzende Sarah Stark im Gespräch mit dem hier bloggenden Radfahrer.

Quellennachweis: Der Spiegel Nr. 19/04.05.2009, Artikel „Schreckliche Hoffnung“, S. 46-48, Foto: S.48

 Posted by at 13:58

Shared Space setzt einen Mentalitätswandel voraus

 ADFC, Fahrrad, Shared space  Kommentare deaktiviert für Shared Space setzt einen Mentalitätswandel voraus
Apr. 152009
 

Seit Januar 2008 verfolgen wir in diesem Blog das Konzept von Shared Space. Seit einigen Monaten wird es auch in Berlin breiter diskutiert. Überrascht war ich, in der aktuellen Radzeit die folgende, eher skeptische Einschätzung des Verkehrswissenschaftlers und Soziologen Andreas Knie von der TU Berlin zu lesen:

Sybil Henning-Wagener: Ist das Konzept vom Shared
Space, das Hans Monderman immerhin
schon vor 30 Jahren in die Welt gesetzt
hat, die Verkehrsutopie, die diese neue Urbanität
befördern könnte?
Andreas Knie: Shared Space ist unter anderem ein Versuch,
die alte funktionale Trennung ein Stück
weit aufzuheben. Doch darf man nicht vergessen:
Die praktizierten Formen der „Verkehrsfluss“-
Idee sind bis heute auch sehr leistungsfähig.
Mit Shared Space würde man diese Codierung
des Straßenraumes, diese rechtlich
verbindliche Regelungsform, wieder zurückschrauben.
Shared Space bedeutet, alles, was
festgelegt ist und ohne Nachdenken befolgt
wird, wieder verhandelbar zu machen. Man
fährt natürlich dann ganz anders. Der Autofahrer
oder die Autofahrerin müssen alle Sinne anstrengen,
um sich fortzubewegen. Andererseits
besteht Konsens darüber, dass die Vorgänge im
Verkehr zu 95 Prozent und mehr Routine sind.
In modernen hochdifferenzierten Großstädten
denken Sie über Ihre verkehrliche Aktivität
nicht nach. Shared Space ist sicher ein Beitrag
zu mehr Sicherheit, ein Beitrag zu einer vollkommen
neuen Verkehrskultur und einer Entschleunigung
der Städte, ich halte ihn aber, gemessen
an der eigentlichen Aufgabe der Städte,
schnelle Teilhabe zu organisieren, für keinen
funktionstauglichen Entwurf. Demokratie heißt
immer Teilhabe, das heißt auch immer: schnelle
Ortsveränderung, Beweglichkeit.

RadZeit-2-2009-72dpi.pdf (application/pdf-Objekt)

Umgekehrt wird nunmehr laut einem Bericht in der Morgenpost vom 14.04.2009 in Charlottenburg diskutiert, bei der Neugestaltung des Tauentzien-Platzes erstmals in Berlin Shared Space Wirklichkeit werden zu lassen:

Berlins Einkaufsmeile Nummer eins – die Tauentzienstraße – sorgt für Streit. Jetzt hat sich Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (SPD) eingeschaltet. Sie schlägt vor, bei der ohnehin geplanten Umgestaltung der rund 600 Meter langen Shopping-Meile mutig etwas ganz Neues zu probieren: Alle Verkehrsteilnehmer sollen sich gleichberechtigt den öffentlichen Straßenraum teilen – ohne Bordsteine, Schilder oder Ampeln. Bekannt geworden ist das Konzept unter dem Namen „Shared Space“ (geteilter Raum). Vor rund zwei Jahren wurde das niedersächsische Bohmte (13.300 Einwohner) als „erste deutsche Stadt ohne Schilder“ berühmt.

Mein eigener Standpunkt:  Zu Beginn war ich hochbegeistert von dem Konzept. Ich warb eifrig bei meinen Mitstreitern, etwa in der Fahrradlobby, für Vorarbeiten und genauere Befassung. Mittlerweile ist mein Eifer schwächer geworden, weil die Idee offenbar nicht so recht zündet. Persönlich wäre ich schon froh, wenn wir mit den vorhandenen Regeln zu einem auskömmlichen Miteinander kämen. Doch so weit sind wir noch nicht. Ich wünsche mir einen Mentalitätswandel im Straßenverkehr. Ob er durch das neuartige Konzept von Shared Space kommt? Ich hege Zweifel. Denn unser Verkehrsverhalten hängt wesentlich von unserer Einstellung ab. Tugenden wie Rücksicht, Aufmerksamkeit, Regeltreue sind noch nicht weit genug verbreitet. Shared Space setzt den mündigen, den erwachsenen Verkehrsteilnehmer voraus, den wir in zu geringen Zahlen haben.

Umgekehrt würde sich die Lage sofort verbessern, wenn mehr Menschen sich rücksichtsvoll, regeltreu und aufmerksam verhielten.

Ganz ohne Kosten, auch ohne Shared Space.

 Posted by at 14:46

Radfahrer – bitte erwachsen werden!

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Radfahrer – bitte erwachsen werden!
Apr. 142009
 

„Hey Mann, niemand in unserem Alter hält sich als Radfahrer an Verkehrsregeln!“, „die Regeln sind nicht für uns gemacht“, diese und ähnliche  Sätze höre ich immer wieder. Aber auch diesen: „Papa, warum soll man sich eigentlich an Regeln halten?“

Ich meine: Wer am Verkehr teilnimmt, muss sich den Verkehrsregeln unterwerfen. Ein Fahrrad ist kein Spielzeug, kein Spaßgerät, sondern ein Verkehrsmittel wie etwa ein BVG-Bus, ein VW Touareg oder ein Daihatsu Cuore auch.

Dass die Polizei über die Nichtbeachtung der Regeln schimpft, versteh ich. Ich tue es auch.

Verkehrskontrollen – Berliner Polizei schimpft über Radfahrer – Berlin – Berliner Morgenpost
Im sonnigen Frühling schwärmen die Radfahrer in Massen aus, aber bei der Polizei geben viele Berliner auf zwei Rädern kein gutes Bild ab. Nach intensiven Kontrollen beklagen sich die Beamten ungewohnt deutlich darüber, dass viele Radler „die Kontrollen für überzogen hielten und sehr häufig jegliche Einsicht vermissen ließen“.

 Posted by at 23:19

Der Stärkere gibt nach: Rücksicht, Respekt, Regeltreue beim Radverkehr

 Fahrrad, Rechtsordnung  Kommentare deaktiviert für Der Stärkere gibt nach: Rücksicht, Respekt, Regeltreue beim Radverkehr
Apr. 142009
 

Gleich zwei gute Artikel  zum Thema Fahrrad entdecke ich heute auf S. 33 in der Süddeutschen Zeitung – Auszüge daraus darf ich euch nicht vorenthalten. Ich lasse sie unkommentiert, da die Aussagen wohlfundiert sind und aus meiner Sicht keiner Klarstellung bedürfen. Bitte mehr davon – nicht oft findet man als Fahrradaktivist Artikel, die wirklich den neuesten Stand wiedergeben!

Zum Beginn der Fahrradsaison – Der Stärkere gibt nach – Zweirad – sueddeutsche.de
Endlich – die Sonne scheint, die Temperaturen steigen, der Frühling ist da. Und damit sind auch wieder viel mehr Radfahrer auf deutschen Straßen – auf dem Weg zur Arbeit, schnell ums Eck zum Einkaufen oder gut gelaunt unterwegs ins Wochenende. Eine Fortbewegung, die allen und allem dient, denn: Das Fahrrad – laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) gibt es in Deutschland rund 68 Millionen – fördert nicht nur die persönliche Gesundheit, sondern ist auch kostengünstig und mangels jeglicher CO2-Emissionen absolut umweltfreundlich. […]

„Die schwersten Verletzungen, oft auch mit tödlichen Folgen, erleiden Radfahrer am Kopf“, beklagt Welf Stankowitz, Fahrradexperte beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Deshalb sei „der Helm Lebensretter Nummer eins für Radfahrer“ – so wie der Sicherheitsgurt für Autofahrer. […]

Radfahrer, ohne Pufferzone, sind gerade bei Kollisionen mit Autos massiv im Nachteil. Die aktuelle Forschungsarbeit „Unfallrisiko und Regelakzeptanz von Fahrradfahrern“ hat deshalb untersucht, wo es im Straßenverkehr zu besonders kritischen Situationen zwischen Radlern und Autofahrern kommt. Die repräsentative Studie, die in Kürze veröffentlicht wird und der Süddeutschen Zeitung bereits in Auszügen vorliegt, haben die Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) in Hannover und das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt im Auftrag der BASt erstellt.

Ausgewertet wurden rund 800 Unfälle; zudem wurden in zehn deutschen Städten mehr als 800 Radfahrer befragt und über mehrere Stunden täglich etwa 39.000 Radfahrer beobachtet. Zwei Situationen sind besonders gefährlich, so Studienleiter Dankmar Alrutz von der PGV: „Gibt es auf jeder Straßenseite einen Radweg, sind Radler oft auf der falschen Seite unterwegs und werden von Autofahrern übersehen. Aber auch beim klassischen Rechtsabbiegen achten viele Autofahrer zu wenig auf von hinten kommende Räder.“ […]

Denn die Wahl des richtigen und damit sichersten Weges führt immer wieder zu Diskussionen zwischen Bikern und Planern in Städten und Gemeinden. Radwege sind von der Straße getrennt und auf einem Niveau mit dem Bürgersteig; Rad- und Schutzstreifen dagegen verlaufen auf der Fahrbahn und sind von der Autospur nur durch eine Linie getrennt.Radweg und Radstreifen sind meist mit dem runden blauen Verkehrsschild gekennzeichnet – und damit benutzungspflichtig. Etwa 70 Prozent der Radwege in Deutschland sind so gekennzeichnet. „Diese Vorschrift ist nicht sinnvoll, denn oft sind die Wege zu schmal, haben Schlaglöcher, Baumwurzeln ragen heraus“, weiß Cibulski.[…]

Zu riskanten Begegnungen kommt es aber nicht nur wegen der mangelnden Rücksicht, sondern auch wegen Unkenntnis und Missverständnissen – zum Beispiel bei der Frage, nach welcher Ampel sich Radfahrer richten müssen. Eine Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO), die Anfang des Monats vom Bundesrat beschlossen wurde und am 1. September in Kraft tritt, schafft mehr Klarheit. Danach gelten für Radfahrer grundsätzlich Auto- und nicht Fußgängerampeln. „Damit wurde endlich anerkannt, dass Radfahrer keine Fußgänger sind“, freut man sich beim ADFC.

Doch auch Radfahrer selbst bringen sich immer wieder in Gefahr. „Die meisten kennen die Verkehrsregel sehr gut“, erläutert Alrutz ein Ergebnis der Studie. Aber: Etwa 60 Prozent der Befragten haben kein Problem damit, auf einem Radweg gegen die vorgeschriebene Richtung zu fahren, auf dem Bürgersteig zu radeln oder eine nicht für Radler freigegebene Einbahnstraße zu nutzen. Und 45 Prozent der Befragten geben zu, „mal bei Rot über die Ampel zu fahren“. Kaum nachzuvollziehen, denn: Wechseln dieselben Radler die Rolle, setzen sich also ins Auto, stellt keiner von ihnen das Stopplicht in Frage. In diesem viel praktizierten Rollenwechsel sieht Welf Stankowitz vom DVR aber auch eine große Chance für mehr Sicherheit: „Es ist wichtig, dass sich beide Gruppen besser verstehen, sich entsprechend verhalten und Rücksicht nehmen.“

Der wachsende Radverkehr müsse ernster genommen werden. Dazu gehöre auch, dass beim Bau von Radwegen die jeweils sinnvollste Lösung gewählt werde, die allen Verkehrsteilnehmern die größtmögliche Sicherheit biete. „Wer hier spart, gefährdet Leben“, so Alrutz. Aber auch ungewöhnliche Überlegungen könnten dem Rad zu einem positiveren Image und zu noch größerer Verbreitung verhelfen. Statt 2500 Euro Abwrackprämie schlägt der ADFC „250 Euro staatliche Förderung beim Kauf eines neuen Fahrrades“ vor.

 Posted by at 13:15

Es ist Frühling – die Chancen für rücksichtsvolles Fahrradfahren steigen

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Es ist Frühling – die Chancen für rücksichtsvolles Fahrradfahren steigen
Apr. 082009
 

Der Tagesspiegel veröffentlicht heute wieder einmal einen jener bitterbösen Kommentare über rücksichtslose Radler – es lohnt sich, den Artikel und  vor allem die Kommentare hierzu zu lesen. Die Kommentare belegen, wie schwer es fällt, sich in die Sichtweise des jeweils anderen hineinzuversetzen. Alle schimpfen auf die jeweils anderen, alle haben sie ja soo recht!

Immer wieder werde ich beim Fahrradfahren angesprochen: „Toll! Sie sind der erste Radfahrer, der bei Rot hält! Was ist los?“ Oder: „Toll, dass du das Rad durch den Hof schiebst – die anderen zischen immer durch, haben mich und meinen Hund schon zweimal angefahren!“

Aber: Ich sehe immer wieder vereinzelte Radler in Berlin, die bei Rot anhalten, die nicht auf Gehwegen radeln, die Rücksicht auf Fußgänger nehmen, die den Radweg nicht in der falschen Richtung benutzen. Diese Radfahrer müssen mehr werden. Es tut gut! Als Fahrradaktivist sehe ich Legitimationsprobleme, wenn zum Beispiel Fahrradstreifen, für die wir kämpfen, nicht angenommen werden, sondern weiterhin auf dem Gehweg in falscher Richtung gefahren wird.

Meinem Sohn muss ich wieder und wieder erklären: „Bei Rot hält man an. Man fährt als Erwachsener nicht auf dem Gehweg.“ Er sieht, dass eine sehr hohe Zahl der Radfahrer sich nicht an diese einfachsten Regeln hält.  Welches Bild erhält er von dieser Gesellschaft? Etwa dieses: MACH WAS DU WILLST, ABER LASS DICH NICHT ERWISCHEN!

2008 gab es in Berlin 7672 Radunfälle. Zwölf Radler starben, über 500 wurden schwer verletzt. Bei einem großen Teil dieser Unfälle hatten sich die Radfahrer durch grobe Regelverletzung selbst in Gefahr gebracht.

Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür! Obama macht es vor: Er ist einer der ganz wenigen, die unumwunden die eigenen Fehler  und auch die Fehler des eigenen Landes zugeben und daran arbeiten, dass diese nicht wieder vorkommen. Was er im großen vormacht, das sollte doch uns im kleinen auch gelingen, oder? Es nützt nichts, immer mit dem Finger auf die anderen zu zeigen. Dass ein großer Teil der Berliner Radfahrer sich nicht an die wichtigsten Verkehrsregeln hält, kann man jederzeit an irgendeiner Ampel, an irgendeinem Fahrradweg überprüfen.

Wir brauchen den Mentalitätswandel bei den Berliner Fahradfahrern. Change now!

Dann wird man auch nicht mehr so polemisch zugespitzte Artikel im Tagesspiegel lesen müssen.

Es ist Frühling – der Fahrradterror beginnt
Den meisten harm- und wehrlosen Fußgängern ist gewiss bewusst, dass auch der Fahrradterrorist mancherlei Anfeindungen ausgesetzt ist. Der Kollege aus dem zweiten Stock zum Beispiel, ein überzeugter Fahrradterrorist, zieht aus diesem Grund für den kommenden Sommer die Bewaffnung in Erwägung, um sich, solcherart aufgerüstet, der Attacken der Automobilterroristen zu erwehren. Im Grunde genommen will er sich ihrer nicht erwehren, er will sich an ihnen rächen. Ein niederes Motiv. Ein Motiv, das indes zeigt, dass auch in diesem Sommer keine Toleranz von niemandem zu erwarten ist. Der Autofahrer beansprucht sein Recht der Straße, der Fahrradfahrer und, in seiner teuflischsten Mutation, der Fahrradkurier, beharrt auf seinem Recht der Straße und auf seinem Recht des Trottoirs und auf seinem Recht der Fußgängerzone. Und der Fußgänger, der stille Flaneur? Was bleibt dem?

 Posted by at 13:32

Unsere Chancen: Mischnutzung, Verdichtung, nachhaltige Verkehrslösungen

 Fahrrad, Klimawandel, Konservativ, Nahe Räume  Kommentare deaktiviert für Unsere Chancen: Mischnutzung, Verdichtung, nachhaltige Verkehrslösungen
Apr. 052009
 

17072008001.jpg Städtische Verdichtung, eine Mischung von Wohnen und Arbeiten, eine Verkehrspolitik, die ganz auf nachhaltige Lösungen setzt: dies sind die großen Chancen, welche sich für städtische Ballungsräume bieten. Le Monde berichtet heute über die Ergebnisse einer Studie, die eindeutig besagt: Dicht besiedelte Innenstädte, in denen die Menschen keine weiten Wege mit dem Auto zurücklegen, entlassen 50% bis 80% weniger  Schadstoffe in die Umwelt als die großen, in die Landschaft hineinwuchernden Megastädte mit großem Flächenverbrauch. Öffentlicher Personennahverkehr mit der BVG, Fahrrad, Zu-Fuß-Gehen: darin liegen die Chancen auch für meinen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Wir sind der am dichtesten besiedelte Bezirk Berlins – wir könnten Vorreiter beim Klimaschutz werden.

Ich persönlich lebe dies bereits: Ich bin vor Jahren aus dem beschaulichen Waidmannslust zurück in mein altes Kreuzberg gezogen, und ich erledige jetzt meinen gesamten beruflichen und privaten Alltag fast nur noch per Fahrrad und zu Fuß, obwohl ich noch ein Auto besitze. Das wäre dort draußen in Reinickendorf kaum so leicht gewesen. Ich habe eine bessere Lebensqualität als vorher. Das ist es, was Bundespräsident Köhler meinte, als er in seiner Berliner Rede sagte: Wir können durch mehr Bescheidenheit, mehr Sparsamkeit – etwa durch weniger Autofahren auf Kurzstrecken, weniger Flugreisen – eine bessere Lebensqualität erreichen. Wir zitieren wörtlich:

 Ja, unser Lebensstil wird berührt werden. Und, meine Damen und Herren: Unsere Lebensqualität kann steigen. Sparsamkeit soll ein Ausdruck von Anstand werden – nicht aus Pfennigfuchserei, sondern aus Achtsamkeit für unsere Mitmenschen und für die Welt, in der wir leben.

Unser Bild zeigt einen Radstreifen vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg.

Les atouts des villes dans la lutte contre la pollution – Planète – Le Monde.fr
L’explication est connue, proclamée sur tous les tons par les professionnels de l’urbanisme : une ville compacte, mélangeant logements et activités et desservie par des transports en commun est moins polluante qu’un habitat individuel diffus fondé sur le règne automobile. La corrélation entre une faible densité urbaine et une quantité élevée de rejets de CO2 par habitant a été démontrée. L’éclairage et le chauffage des bâtiments génèrent un quart des émissions de gaz à effet de serre dans le monde et, selon les estimations de la Banque mondiale, les transports comptent pour un tiers des rejets dans les agglomérations.

 Posted by at 10:30

Sprungbrett für neue Aktionen

 ADFC, Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Sprungbrett für neue Aktionen
März 282009
 

Der Nachmittag rief mich zur jährlichen Mitgliederversammlung des ADFC Berlin. Klarer, gut organisierter Ablauf, es herrscht eine gute, zu Arbeit und Aktion hinführende Stimmung. Der im letzten Jahr gewählte Vorstand unter Landeschefin Sarah Stark erntet viel Zustimmung. Sie sind erkennbar ein gut eingespieltes Team, und genau das brauchen Verbände für eine erfolgreiche Arbeit.

Meine Aufgabe war es, den Bezirksrat – also die Versammlung der Berliner Stadtteilgruppensprecher, des Vorstands und der Fachreferenten –  in 5 Minuten vorzustellen und Rechenschaft abzulegen. Ich tue dies mit Freude. Ich spreche eigentlich immer ganz gerne vor Menschen.

Mehrere Satzungsänderungsanträge werden eingebracht, als Bezirksratssprecher vertrete ich zusammen mit Stellvertreter Holger Martin ebenfalls einen solchen Antrag, der allerdings die nötige 2/3-Mehrheit der erschienenen Mitglieder knapp verfehlt, da es zu viele Enthaltungen gab. Das ist kein Beinbruch, Satzungen sind Gerüste, die das Leben einfacher oder auch schwerer machen können, nichts weiter.

Ansonsten gab es viele Gespräche am Rande, so manches Wiedersehen, und ein paar neue Mitglieder und Mitstreiter habe ich auch noch kennengelernt. Wir radeln an – in den Frühling!

 Posted by at 23:47

Der Wind weist den Weg in die neue Stadt

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Der Wind weist den Weg in die neue Stadt
März 182009
 

Ich sag’s immer wieder: Mit dem Rad kann man seine Stadt am besten erfahren. Wie viele nette Kürzestgespräche habe ich schon geführt! Einfach dadurch, dass ich an der roten Ampel anhielt oder das Rad wie vorgeschrieben über Bürgersteige schob. Guter Artikel dazu im Tagesspiegel:

Der Wind weist den Weg
Freddie Mercury in der Uckermark – das Lied des exzentrischen Queen-Frontmannes passt derzeit gut zur Stimmung: „I want to ride my bicycle – Bicycle Race!“Anradeln ist angesagt. Wir präsentieren hier eine Auswahl.

Wer Lust hat, mit anderen gemeinsam auf Tour zu gehen, findet beim Berliner Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) geführte Eintagesausfahrten – innerstädtisch wie auch durchs Umland. Frisch im Programm sind etwa die „Neuberliner Touren“. In den zweieinhalbstündigen Führungen lernen Zugezogene oder Kiez-Umzügler ihren Stadtteil besser kennen. Wo ist das nächste Schwimmbad, ein Krankenhaus oder das Einwohnermeldeamt? Ein praktischer Parcours, kostenlos und anmeldungsfrei.

 Posted by at 15:55

Die Polizei hat recht . . .

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Die Polizei hat recht . . .
März 142009
 

14032009014.jpg  …  liebe Autofahrer, wenn es um Aufklärung zu den Verkehrsregeln geht! Schon erstaunlich, wie fahrradfreundlich das Info-Angebot der Berliner Polizei ist. Staun!

Immer wieder habe ich mit den Polizisten vor der früheren Schule meines Sohnes gesprochen. Sie haben sich offensichtlich gefreut, dass ich mich an alle Verkehrsregeln hielt. Man kommt schnell ins Gespräch, und ein paar aufmunternde Worte tun der Polizistenseele auch gut, glaub ich.

Aber hier noch etwas, was immer wieder Kopfschütteln auslöst: Müssen Radfahrer den Radweg benutzen, wenn einer da ist? Antwort: Nein, nur dann, wenn er mit einem blauen Schild als benutzungspflichtig ausgewiesen ist. Damit befasste sich sogar mehrfach der Bundestag, wie unser Blog am 25.02.2008 berichtete.

 Achtung, Achtung: Hier spricht die Polizei:

Radwegbenutzungspflicht – Berlin.de
Radwegbenutzungspflicht
Nicht ausgeschilderte Radwege müssen nicht, dürfen aber benutzt werden.
Bereits 1947 wurden mit der sogenannten „Radfahrernovelle“, wesentliche Regelungen für Radfahrer in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) überarbeitet und ergänzt. Das erfolgte mit dem Ziel, den Fahrradverkehr sicherer zu gestalten, umweltfreundliche Verkehrsmittel weiter zu fördern und den Radfahrern mehr „Freiräume“ bei der Wahl der zu benutzenden Verkehrsflächen einzuräumen.
Vz Radfahrer
Vz Radfahrer
Eine wesentliche Änderung betrifft die Benutzungspflicht von Radwegen:
Eine Benutzungspflicht besteht seit dem 1.10.1998 nur noch für diejenigen Radwege, die mit den Verkehrszeichen

* Z 237 (Sonderweg Radfahrer),
* Z 240 (gemeinsamer Geh- und Radweg) oder
* Z 241 (getrennter Geh- und Radweg)

ausgeschildert sind. Alle anderen Radwege dürfen benutzt werden. Insofern besteht in einigen Straßen die Wahl auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn zu fahren.

Obwohl diese Änderung nun bereits einige Jahre gilt, sind viele Verkehrsteilnehmer – insbesondere auch Autofahrer – noch nicht mit den Bestimmungen vertraut.
Gründe für die teilweise Aufhebung der Benutzungspflicht waren:
Der Radverkehr sollte nach früherer Auffassung aus Sicherheitsgründen so weit wie möglich vom Kraftfahrzeugverkehr auf der Fahrbahn getrennt werden. Das hieß im Amtsdeutsch: „Entmischung des Fahrzeugverkehrs zum Schutz des Radverkehrs vor den Gefahren des Kraftfahrzeugverkehrs“. Dann haben Ergebnisse aus langjährigen Unfalluntersuchungen, Erfahrungen der Behörden und nicht zuletzt die Bemühungen des Allgemeinen Deutschen Radfahrerclub (ADFC) zu einem Umdenken geführt.

Es gilt als gesichert, dass die Führung der Radfahrer auf der Fahrbahn im Bereich des Fließverkehrs zu besserem Sichtkontakt zwischen Autofahrern und Radfahrern führt und damit vor allem die schweren Abbiegeunfälle mit oft tödlichem Ausgang an Kreuzungen und Einmündungen oder Grundstücksausfahrten reduziert bzw. gemildert werden.
Außerdem lässt der Zustand der vorhandenen Radwege oft erheblich zu wünschen übrig. Mal sind sie zu schmal, mal durch geparkte Fahrzeuge, Baucontainer, Baumaterial oder Bauschutt verstellt oder nicht durchgehend angelegt. Die Radwegbefestigung ist oft schadhaft, mit Laub bedeckt, verschmutzt, verschneit oder vereist.

Durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurden und werden jedoch erhebliche finanzielle Mittel zur Verbesserung dieser Situation bereitgestellt und den Belangen von Radfahrern großes Augenmerk gewidmet. Erklärtes Ziel ist es, Berlin zu einer radfahrerfreundlichen Stadt zu entwickeln.

 Posted by at 22:15

Verschrottungsprämie für Fahrräder endlich eingeführt …

 bitte!, Fahrrad, Friedrichshain-Kreuzberg  Kommentare deaktiviert für Verschrottungsprämie für Fahrräder endlich eingeführt …
März 142009
 

. . .   wie vom VCD gefordert …  ätsch, aber leider nur in Argentinien. Macht nichts, Frauen in höchsten Ämtern haben eben eher ein Herz für sinnvolle Maßnahmen … lächel, lächel. Leider erreicht mich diese Nachricht flaschenpostartig mit 3-wöchiger Verspätung. Aber lest selbst, was die Nation am 23.02.2009 berichtet:

Habrá un canje de bicicletas con cuotas desde 16 pesos – lanacion.com
Mientras anunciaba la ampliación del plan de financiamiento de autos para los sectores de mayores recursos, el Gobierno lanzó ayer un programa que apunta al otro extremo de la población con necesidades de movilidad propia: el plan canje de bicicletas.

Los compradores deberán entregar su bicicleta usada en los comercios habilitados y con el pago de la primera cuota ya podrán acceder al nuevo rodado. El costo total de la unidad deberá ser cancelado en 12 cuotas fijas, con una tasa de interés final del 11%. „La industria de la bicicleta y la cadena bicipartista recibirán, contra el compromiso de venta, crédito para capital de trabajo al 11%, que se recuperará en 12 meses pari passu (a igual ritmo) el pago de las cuotas“, señaló el Ministerio de Producción en un documento, que además afirmó que las bicicletas se comercializarán con descuentos de entre 22 y 41 por ciento.

Gute Sache, diese Kombi mit einem Zukunftskredit für die Anschaffung eines neuen Fahrrades!

Übrigens: Noch heute werden etwa die Hälfte aller in Deutschland verkauften Fahrräder in Deutschland hergestellt.

Also – ran an den Fahrradhändler, heimische Wirtschaft und internationale Verflechtung stärken! Fahrrad verkehrssicher machen, mit Licht vorne und hinten, Klingel und ähnlichem Zierat – spült schon mal Geld in den Handel! Next step: Zweitfahrrad anschaffen, Gästefahrrad anschaffen für die zahlreichen Berlinbesucher, denn niemand bringt sein Fahrrad aus Argentinien mit. 14 verkehrstüchtige Fahrräder erzeugen nach meinen eigenen Berechnungen bereits ungefähr soviel Umsatz wie ein kleiner PKW!

Gemeinsam aus der Krise radeln – Umwelt schützen – Wirtschaft stärken! Hola!

Unser Bild zeigt den herrlichen neuen Linksabbieger-Haltestreifen in der Katzbachstraße, Einmündung Yorckstraße. Aufgenommen heute.

Hinfahren – nutzen – links abbiegen! Aber Achtung, Augen auf! Von rechts und von links und von überallher können jederzeit Fahrradfahrer kommen. Rotlicht oder Grünlicht besagt bei uns im Heimatbezirk nichts. Muss man wissen.

 Posted by at 20:24
März 032009
 

Kürzlich sprach ich mit einem Fahrradhändler über die staunenswerten neuen LED-Scheinwerfer, mit denen man wirklich schon weitem gesehen wird. Sie haben 40 Watt und sind laut STVO zulässig. Einen weiteren Grund für besseres Licht liefern die Straßen in ihrem jetzigen Zustand. Dem Thema Schlagloch widmet die Morgenpost heute ein ganze Seite. ADFC-Landesvorsitzende Sarah Stark ist mit einem Interview vertreten, in dem sie sich grundsätzlich für eine bessere Qualität der Beläge ausspricht. Guter Punkt, es geht in der Tat nicht nur um die Schlaglöcher! Mit diesen Fährnissen des Lebens muss man für eine gewisse Übergangszeit rechnen. Also – Augen auf und bei Dunkelheit zusätzlich: Licht an. Sehen und gesehen werden, darauf kommt es an.

Lest hier einen Abschnitt aus dem Interview:

Radfahrer – Im Dunkeln sind Schlaglöcher lebensgefährlich – Berlin – Berliner Morgenpost
Sarah Stark: Wir fordern kein Schlaglochprogramm, aber natürlich müssen die saisonalen Schäden möglichst schnell beseitigt werden, wenn sie die Sicherheit gefährden. Dafür müssen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wir weisen aber regelmäßig darauf hin, dass die Straßenbeläge ebenso wie die Beläge der Radwege auf den Bürgersteigen intakt und angemessen sein müssen. Leider gibt es gerade bei den Radwegen einen großen Nachholbedarf zur Sanierung. Der Fahrbahnbelag muss ebenfalls verkehrssicher sein, wenn der Radfahrer, wie vom Senat gewollt, die Straßen nutzen soll. Es ist auch sinnvoll, immer mehr Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen zu verlegen, um diejenigen, die mit dem Rad unterwegs sind, für die übrigen Verkehrsteilnehmer sichtbarer zu machen. Breit genug für diese Streifen sind die Straßen, natürlich sollten sie auch in anständigem Zustand sein.

 Posted by at 14:03

Radfahren als Wirtschaftsfaktor ernster nehmen!

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Radfahren als Wirtschaftsfaktor ernster nehmen!
Feb. 272009
 

Immer wieder versagt ein Lämpchen, ein Kabel reißt, Teile werden gestohlen oder beschädigt, eine Bereifung muss ersetzt werden … um mein Fahrrad jederzeit verkehrstauglich zu halten, muss ich als Vielfahrer Monat für Monat durchschnittlich etwa 25 Euro einrechnen. Rechnet man dies gegen die Unterhaltskosten eines Kleinwagens, der Monat für Monat etwa 350 Euro an Kosten verursacht, so zeigt sich: Auch das Fahrrad ist ein Wirtschaftsfaktor. Nach obigem Beispiel  würden rein statistisch 14 eifrig genutzte Fahrräder in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung  etwa so stark ins Gewicht fallen wie ein kleiner PKW.

Gestern kaufte ich mir eine kleine leichte Fahrradluftpumpe zum Preis von 17 Euro; sie lässt sich am Ventil festklemmen, wiegt nur 140 Gramm, passt in jede Tasche und befreit vom lästigen Dauerpumpen. Auch dies ist ein Beitrag zur Mehrung der Wirtschaftsleistung.

Man sollte also die Fahrrad-Abwrack-Prämie des VCD, von der wir am 23.02.2009 berichteten, nicht als unerheblich oder lästig beiseite wischen. Eine erstklassige neuartige LED-Beleuchtung kostet auch bereits 70 Euro.

Das wäre doch mal etwas: Eine Prämie für alle Radfahrer, die ihr Rad verkehrstauglich gemäß StVO machen wollen. Die Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger  brauchten sich nicht mehr über plötzlich aus dem Dunklen hervorschießende Radler zu ärgern. Das Klima würde sich entspannen. Und der Handel würde daran verdienen.

heute.de Nachrichten – Abwrackprämie: Tausende Radfahrer nerven Behörde
Der umweltorientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) will mit der Aktion gegen die einseitige Berücksichtigung des Autos protestieren. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) droht dem Verkehrsclub mit einer Klage. Der VCD reagiert kurz und knapp: „Wir lassen es drauf ankommen.“

 Posted by at 23:48