Muntere Debatte … zu Staat und Religion

 Sozialismus, Vergangenheitsunterschlagung  Kommentare deaktiviert für Muntere Debatte … zu Staat und Religion
Dez. 192010
 

Neben dem Beitrag von Innenminister de Maizière möchte ich heute vor allem auf die sehr klaren Kommentare des Lesers flexton im dazugehörigen Online-Forum hinweisen. Wie nicht anders zu erwarten, erhält de Maizière sofort ein Sperrfeuer an Gegenmeinungen zu Dingen, die er gar nicht gesagt hat.

Bemerkenswert, dass Islam, Hinduismus und Buddhismus von den Lesern kaum angegriffen werden. Die Angriffe der Leser richten sich nur gegen die christlichen Kirchen und gegen das Christentum überhaupt.

Gegenüber all den erwartbaren religionsfeindlichen Äußerungen ragen meines Erachtens flextons Einwürfe durch Schärfe und Tiefe der Beobachtungen heraus, weshalb ich hier drei Abschnitte zustimmend zitiere:

Staat und Religion: Quer zum Zeitgeist – Meinung – Tagesspiegel

Zitat flexton 1:
„Ich kann hier freilich nur als evangelischer Christ sprechen, aber bei uns ist es so dass der Mensch ausdrücklich mit all seinen Makeln von Gott angenommen, ja so geschaffen, wird. Stichwort „Ursünde“, das heißt nicht im modernen zeitgenössischen Sinne wir sind alle „böse“ geboren sondern dass negative Verhaltensweisen untrennbar zu uns gehören (damit war man vor Jahrtausenden schon weiter als die politischen Ideologien des 19. Jahrhunderts die alle den „neuen Menschen“ schaffen wollten und im Totalitarismus endeten). Das ist ein sehr sehr realistisches Menschenbild, was schon in der Schöpfungsgeschichte klar wird – wir werden Mensch und fangen bereits an mit Zweifel, Mißtrauen, hintergehen einander…ja selbst Gott, und streben nach Erkenntnis gleich welche Konsequenzen es hat. Bis hin zur Hybris.“

Zitat flexton 2:

„Die infantile Weise mit der selbsternannte Bildungsbürger die Bibel gerne verspotten, indem Bibelverse aus dem Kontext zitiert werden (mit der sachlich falschen Behauptung zwischen den Zeilen dies sei wortwörtlich gemeint, gar „Gesetz“ für jeden frommen Christen) ist regelrecht anti-intellektuell. Ich habe mich mit meinem Glauben, aber auch anderen Religionen, theologisch befasst um mir ein Urteil zu bilden. Ich bin auch nicht „christlich“ erzogen worden, meine Eltern sind nervige 0815 alt68er. Ich habe mir meinen Glauben selbst gewählt, bin auch (AUS NEUGIER!) in den Religionsunterricht gegangen seit ich das selbst wählen konnte (davor musste ich, von den Eltern aus, in „Ethik“ wie das in Bayern heißt).“

Zitat 3 flexton:

„Davon abgesehen, was glauben Sie wie mir zB immer die Galle hochkommt wenn ich bei enthusiastisch-naiven jungen ungewaschenen „Linken“ das Konterfrei vom „Che“ auf T-Shirts sehe (auch eine Art ulkiger Kommerz-Personenkult, aber das haben „Linke“ noch nie bemerkt – „Ami Go Home“ und dabei Levis Jeanshosen getragen…).

Warum? Unter diesen ach so tollen Revolutionären wurden u.a. Schwule, wie ich einer bin, extrem brutal verfolgt – bis hin zu Lynchmorden und sofortiger Erschießung bei Bekanntwerden. In großer Zahl wurden schwule Männer interniert, es gab Versuche zur „Umerziehung“ und Homosexualität wurde als „perverses Produkt dekadenter westlicher Lebensweise“ dargestellt.

Soviel zu unreflektierter Idolverehrung…na, auch mal so ein „Che“ Shirt gehabt?“

 Posted by at 13:28
Dez. 182010
 

… mit diesen drei Worten würde ich für die berühmte Streichholzschachtel, die berühmte Nußschale oder den berühmten Bierdeckel den Inhalt taggen, den ich aus einem Aufsatz von Knut Bergmann und Tobias Pohl herauslese:

Knut Bergmann/Tobias Pohl: Die Zukunft der Parteien in der Bürgergesellschaft. Maßnahmen zur Vitalisierung der politischen Partizipation

in: Die Politische Meinung, Nr. 493, Dezember 2010, S. 60-63

In einer Zeit bröckelnden Zutrauens in die Entscheidungsfähigkeit der Politiker bieten die beiden Verfasser einige sehr bedenkenswerte Anregungen:

1) Kommunalpolitik wiederbeleben, dort ideologiefrei arbeiten!

2) Mehr in Projekten arbeiten: Umgestaltung einer Straße ist wichtiger als das große ideologische (Riesen-) Rad zu drehen!

3) Menschen befähigen, selber erreichbare Ziele zu setzen und zu erarbeiten, statt vorgegebene Ziele einfach umzusetzen oder den Menschen „vor den Latz zu knallen“!

4) Grenzen des eigenen Handelns erkennen und mitteilen – Allzuständigkeitsphantasien abwehren!

5) Rückbesinnung auf alte Tugenden wie Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen vermindern die um sich greifende Bevölkerungsverdrossenheit vieler Politiker.

Höchst lesenswert! Diese fünf Hauptbotschaften filtere ich heraus – andere mögen andere herausfiltern.

 Posted by at 12:23
Dez. 182010
 

„Bewahrung des gewachsenen Umfeldes, Schutz vor Vertreibungen der alteingesessenen Mieter“ – mit derart teils blumigen, teils trutzig-kriegerischen Wendungen wird mitunter in meinem Heimatdorf Friedrichshain-Kreuzberg von namhaften politischen Kräften versucht, den Zuzug der Fremden, den Einbruch einer als feindlich empfundenen Außenwelt abzuwehren. Nichts soll sich ändern!

Beim Wiederlesen von Stifters trefflicher Erzählung „Bergkristall“ bleibe ich an der Beschreibung eines solchen, sich gegen den Wandel sperrenden Umfeldes hängen. Lest selbst – und fragt euch: Soll immer alles beim alten bleiben?

Daher bilden die Bewohner eine eigene Welt, sie kennen einander alle mit Namen und mit den einzelnen Geschichten von Großvater und Urgroßvater her, trauern alle, wenn einer stirbt, wissen, wie er heißt, wenn einer geboren wird, haben eine Sprache, die von der der Ebene draußen abweicht, haben ihre Streitigkeiten, die sie schlichten, stehen einander bei und laufen zusammen, wenn sich etwas Außerordentliches begibt.

Sie sind sehr stetig, und es bleibt immer beim alten. Wenn ein Stein aus einer Mauer fällt, wird derselbe wieder hineingesetzt, die neuen Häuser werden wie die alten gebaut, die schadhaften Dächer werden mit gleichen Schindeln ausgebessert, und wenn in einem Hause scheckige Kühe sind, so werden immer solche Kälber aufgezogen, und die Farbe bleibt bei dem Hause.

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DAS ist der Winter!

 Deutschstunde, Haß  Kommentare deaktiviert für DAS ist der Winter!
Dez. 182010
 

All jenen, die ganze Zeitungsseiten mit den Winterklagen bedrucken, empfehle ich Adalbert Stifters schöne Novelle „Bergkristall“ oder auch die folgende Winterklage Walthers von der Vogelweide:

bibliotheca Augustana
«Uns hât der winter geschadet über al:
heide unde walt sint beide nû val,
dâ manic stimme vil suoze inne hal.
sæhe ich die megede an der strâze den bal
5

werfen, sô kæme uns der vogele schal.

II
L 39,6
Möhte ich verslâfen des winters zît,
wache ich die wîle, sô hân ich sîn nît,
daz sîn gewalt ist sô breit und sô wît.
weiz got, er lât ouch dem meien den strît,
5

sô lise ich bluomen dâ rife nû lît.

Um das nur klarzustellen:

Dieser Dichter drückt einen Hass auf den Winter aus: „so hân ich sîn nît“! Er würde ihn am liebsten verschlafen. Da dies aber nicht möglich ist, empfindet er echten Widerwillen gegen den Winter, den er offenkundig als Feind des Lebens empfindet.

 Posted by at 11:16

Such deinen Yol durch den Winter!

 Türkisches  Kommentare deaktiviert für Such deinen Yol durch den Winter!
Dez. 182010
 

06122010117.jpg Aus dem türkischen Film Yol sind mir noch einige starke, beeindruckende Bilder im Kopf! Bilder von frierenden, hungrigen Menschen, die sich mühsam stapfend ihren Weg durch die Berge suchen! Kaum jemand weiß, dass dieses großartige Land, die Türkei, neben dem sattsam bekannten herrlichen Sommer auch alle anderen Naturgewalten zu bieten hat: den grimmen Winter, die schroff aufragende Bergwelt, Schneemassen im Winter, das Sprudeln der Bäche und Quellen im Frühling!

Freuen wir uns, dass heute in der Türkei und auch bei uns in Deutschland niemand mehr an Hunger und Kälte zugrunde gehen muss. Über Jahrtausende hinweg galt der Winter nördlich der Alpen mit all der Kälte, all dem Schnee und der Nahrungsknappheit als Lebensfeind Nr. 5 (nach dem Tod, der Krankheit, dem Hunger, dem Krieg).

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Winter DIE große Herausforderung für alle heimischen Säugetiere in Feld und Wald ist. Gerade Rotwild, Schwarzwild, Niederwild wird durch den Winter schrecklich dezimiert! Viele überleben nicht.

Die grimmige Macht des Winters darf unter uns Menschen hingegen heute als endgültig besiegt gelten. Das einzige, was noch bleibt: Verspätete oder ausfallende Züge, Staus auf der Autobahn, hin und wieder ein Beinbruch. Äußerst unangenehm für den einzelnen, aber insgesamt eben doch: Kinderkram.

Übrigens: Im Nahbereich bis 10 km kann man dem Winter mit Spikes am Fahrrad ein Schnippchen schlagen. Herrlich – das Winterradeln! Es ist mein Weg durch die Unbill des Wetters.

Such deinen Weg durch den Winter! Unser Bild zeigt winterliche Straßenmöblierung (für frierende Radfahrer?) und einen halb beräumten Radweg  in unserer heimatlichen Straße in Kreuzberg.

 Posted by at 09:56
Dez. 172010
 

Nanu – „wir haben keine Bürgerrechte“. So steht es in § 1 der Satzung des einflussreichen Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg TBB, dem Kenan Kolat MdB als Geschäftsführer vorsteht.

Die Türken geben sich somit offiziell als rechtlose ethnische Minderheit aus, vergleichbar den Aborigines in Australien.

Und das unter einem Geschäftsführer, der Mitglied des Deutschen Bundestages ist.

TBB – Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg – Über den TBB – Selbsdarstellung
Wir, Menschen türkischer Herkunft, sind uns bewußt, daß wir uns in Berlin und in der Bundesrepublik Deutschland niedergelassen haben und hier längerfristig leben werden. Obwohl wir seit über 25 Jahren hier leben, Deutschland eine multikulturelle Gesellschaft geworden ist, haben wir keine Bürgerrechte. Die Vereinigung beider deutscher Staaten, die steigende Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit, die bevorstehende politische Union Europas sind Faktoren, die uns zusammenbringen. Mit dieser Vereinigung wollen wir auf rechtlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene unsere Minderheitenrechte einklagen.

Einklagen! Jammern, Klagen, Anklagen – der satte orientalische Klageton! Dafür wird man sein Ohr schulen, wenn man mit Menschen aus dem Orient zu tun hat.

Minderheitenrechte – das heißt ja wohl: Türkisch als zweite Amtssprache zuzulassen, Sonderrechte für die ethnische Minderheit der Türken, eigenes, staatlich finanziertes Schulwesen, türkische Gerichte, türkische Gesetze, eigene staatlich finanzierte Universitäten … die Liste möglicher Einfälle ist lang.

Hier ein paar Fakten:

Alle Türken, die hier leben, haben Recht auf kostenlosen Schulbesuch, haben Recht auf weit höhere Sozialhilfe, als die Türkei je zahlen würde, und Recht auf ärztliche Versorgung, haben ein Recht zu arbeiten. Sie haben selbstverständlich das Recht, ihre Sprache zu verwenden, wo immer sie das wollen und wünschen. Ganz im Gegensatz zu gewissen Minderheitensprachen in der Türkei. Es gibt keinerlei juristische oder staatliche Diskriminierung der Türken in Deutschland. Sie können hier Betriebe aufmachen, studieren, Ärzte und Rechtsanwälte werden.

Die Türken können hier prima leben, ohne sich mit so unangenehmen Dingen wie der deutschen Sprache zu befassen. Niemand verlangt etwas von ihnen. Niemand verlangt, dass sie einen Schulabschluss machen. Die Sozialhilfe fließt trotzdem.

Sie können die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und können dann alle Positionen erklimmen – bis hin zum Bundestagsabgeordneten und zum Bundespräsidenten.

Noch einmal § 1 der Satzung des TBB:

„Obwohl wir seit über 25 Jahren hier leben, Deutschland eine multikulturelle Gesellschaft geworden ist, haben wir keine Bürgerrechte.“

Was sagen Sie dazu, Herr Kilic? Ist das wirklich so? Herr Özdemir, was sagen Sie dazu? Haben die Türken bei uns keine Bürgerrechte?

Woher dieses dauernde, dieses penetrante Klagen und Anklagen? Dieses dauernde Opfergehabe, dieses dauernde „Wir-sind-ja-so-benachteiligt“-Gerede? Geht es darum, die eigenen Verbände als Opfer-Verbände zu finanzieren?

Ich würde es gerne wissen!

 Posted by at 22:42

Süßes oder Saures?

 Immanuel Kant, Philosophie  Kommentare deaktiviert für Süßes oder Saures?
Dez. 172010
 

Mit dieser Frage klopfen am letzten Tag des Monats Oktober die Kinder bei uns an. Ob ihnen bewusst ist, dass sie eine Fragestellung aus Kants Metaphysik der Sitten aufgreifen?

Immanuel Kant unterscheidet bekanntlich zwischen süßem und saurem Verdienst:

Kant, Immanuel, Die Metaphysik der Sitten, Zweiter Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre, Einleitung, VII. Die ethischen Pflichten sind von weiter, dagegen die Rechtspflichten von enger Verbindlichkeit – Zeno.org
Wenn dieses Verdienst ein Verdienst des Menschen um andere Menschen ist, ihren natürlichen und von allen Menschen dafür anerkannten Zweck zu befördern (ihre Glückseligkeit zu der seinigen zu machen), so könnte man dies das süße Verdienst nennen, dessen Bewußtsein einen moralischen Genuß verschafft, in welchem Menschen durch Mitfreude zu schwelgen geneigt sind; indessen daß das sauere Verdienst, anderer Menschen wahres Wohl, auch [522] wenn sie es für ein solches nicht erkenneten, (an Unerkenntlichen, Undankbaren) doch zu befördern, eine solche Rückwirkung gemeiniglich nicht hat, sondern nur Zufriedenheit mit sich selbst bewirkt, ob zwar es in letzterem Falle noch größer sein würde.

So mag etwa ein Vater, der seinem 14-jährigem Sohn das Besuchen von Spielhallen und das Trinken von Alkohol verbietet und ihn stattdessen regelmäßig ins Fußballtraining schleppt, als miesmacherischer Spielverderber erscheinen. „Aber alle anderen machen das doch auch!“, wird der Sohn klagen.

Dem Vater kommt das saure Verdienst zu, den Sohn auf die rechte Bahn der Tugend zu lenken.

Wird aber sein Sohn zwei Jahre später mit seiner Mannschaft einen Pokal  erringen, dann werden Vater und Sohn in diesem Gefühl der gemeinsam bestandenen Herausforderung schwelgen.

Das saure Verdienst hat sich in ein süßes Verdienst umgewandelt.

 Posted by at 20:38

Ich habe mich erschrocken

 Deutschstunde  Kommentare deaktiviert für Ich habe mich erschrocken
Dez. 172010
 

Ich habe mich erschrocken„, las ich kürzlich in einem Buch des Hanser Verlages („Die Frau mit dem roten Tuch“), und gerade eben bin ich sehr erschrocken, als ich folgendes las:

Bildungspolitik: Sarrazin schlägt Kindergeld-Halbierung für vergessene Hausaufgaben vor – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
In den allermeisten der 860 Zuschriften habe er aber Zustimmung erfahren, betont der frühere Politiker, der sich vor allem einen Verdienst zuschreibt: „Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt.“

Nun, Sarrazin kann sich das Verdienst an seinem großen Zusatzverdienst von weit über einer Million Euro nicht allein selbst zuschreiben. Alle seine berühmten Kritiker haben seinen Verdienst durch häufiges Erwähnen, Nennen und Bekämpfen ungewollt erhöht! Der erhebliche Verdienst aus diesem Buch wird nicht nur seine Frau, sondern auch das Finanzamt erfreuen.

Ich schüttelte mein greises Haupt: Noch in meiner fernen Jugendzeit brachten uns die Lehrer den Unterschied zwischen „das Verdienst“ und „der Verdienst“ bei – niemand hätte es in eine Redaktion geschafft, der nicht den Unterschied zwischen

Das Verdienst Immanuel Kants liegt darin, die Vernunft mit den Mitteln der Vernunft auf ihre eigenen Grenzen hingewiesen zu haben

und

Der Verdienst Immanuel Kants war so schmal, dass er ihn durch Nachhilfestunden aufbessern musste

gekannt hätte.

Ähnliches galt in meiner fernen Jugend für Wendungen wie „Ich habe mich erschrocken“ oder „Ich habe das Plakat an die Stange gehangen“. So etwas ließen uns die Lehrer nicht durchgehen. Vergleichen wir:

Keiner, der nicht Wahlplakate an Stangen gehängt hat, kann ermessen, wie wichtig die Wahlwerbung ist.

Das Plakat der Kreuzberger Splitterpartei, das vorgestern noch an der Stange gehangen hat, habe ich vorhin nicht mehr gesehen. Haben sie es abgehängt?

Tja. So wurde uns das damals beigebracht.

Sprache ändert sich. Beckmesserei hilft nicht weiter.

 Posted by at 19:31

Die Freitagsbesinnung: Fremdenliebe

 Fernstenliebe  Kommentare deaktiviert für Die Freitagsbesinnung: Fremdenliebe
Dez. 172010
 

Der Winterabend fällt herein. Schnee lagert sich weich und wattig am Fensterbrett. Muslime und Juden in Berlin, in Deutschland, sofern gläubig, bereiten sich auf ihre Freitags-Besinnungsfeiern vor.

Ich schaue aus dem Fenster hinaus. Mir kommen die Verse Georg Trakls in den Sinn:

Ein Winterabend

Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
Lang die Abendglocke läutet,
Vielen ist der Tisch bereitet
Und das Haus ist wohlbestellt.

Mancher auf der Wanderschaft
Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
Golden blüht der Baum der Gnaden
Aus der Erde kühlem Saft.

Wanderer tritt still herein;
Schmerz versteinerte die Schwelle.
Da erglänzt in reiner Helle
Auf dem Tische Brot und Wein.

Schön. Passend.

Die uralte Pflege des Fremden, das Sich-Kümmern um den Unbekannten, das ist die Gastfreundschaft.

Ein Abschnitt aus dem 3. Buch Mose mag an die Seite des Gedichts von Georg Trakl treten:

Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. 

Buch Wajjikrá/Levitikus 19, 34

„Du sollst ihn lieben wie dich selbst“ – ein Vergleich des griechisch überlieferten Jesus-Wortes „Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 5,43) mit der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel ergibt eine weitgehende Wort- und Satzgleichheit zwischen Levitikus 19,18, Levitikus 19,34 und Matthäus 5,43. Diese drei Stellen lassen sich wahrscheinlich nur zusammen verstehen.

   
 Posted by at 17:07
Dez. 172010
 

Audiatur et alter pars! Eine vortreffliche Quelle für innertürkische Befindlichkeiten ist turkishpress.de! Hier kann man auch ohne Türkischkenntnisse etwas darüber erfahren, was über uns Deutsche gesagt und gedacht wird.

Eindeutig erkennbar ist, dass von der türkischen Politik eine wachsende türkische Quasi-Staatlichkeit in Deutschland gefördert wird. Der türkische Staat fördert und stützt mehr und mehr die Bindung der Auslandstürken an das ewige Mutterland, da der deutsche Staat nicht genug für die Förderung des Türkentums tut. Der türkische Staat baut sich offenbar gezielt eine Art türkische Enklave in Deutschland auf.

Grundmuster: Die Türken fühlen sich von all den rassistischen, rechtskonservativen Deutschen ausgegrenzt, benachteiligt und beleidigt. Also wenden sie sich in Gedanken an die Schutzmacht Türkei. So wie dies die Türken auf Zypern machten.

Besonders bemerkenswert ist folgende Meinung:

Deutsche Medien sind schlechte Medien | TURKISHPRESS.de | Deutsch – Türkisches Medienportal
ich finde der Bericht gibt die heutigen gegebenheiten sehr gut wieder und ich teile ihre meinung dies bez.! Dieses Türkei/Türken bashing also gezieltes schlechtmachen von minderheiten in medien ect. ist ein von der politik geleitetes vorhaben um trends in der konservativ-rechten bevölkerung zu bestätigen oder auch zu verstärken! Von pressefreiheit in der BRD kann daher schon gar keine rede sein.. Da degradiert man mal bsp.-weise die kurdischen terroristen von der pkk als freiheitsfalken, rebellen blabla und aus erpressern,dealern und mördern aus kurdisch, arabischen famielien-clans werden schnell mal türkische staatsbürger erster klasse um die auflagen stärke der propaganda blätter zu maximieren! Selbst in der türkei hatt sich schon bereits rumgesprochen das man als „pkk anhänger“ mit wenig oder kaum bürokratischen hindernissen bei der einreise zu rechnen hatt und die BRD sogar für den unterhalt aufkommt damit´s diesem dreckspack auch ja gut geht.. Nur die rechnung wird dann anschließend von uns türken getragen! Nach dem Motto; Guter Türke=Kurde, Schlechter Kurde= Türke.. Ich denke mittlerweile das die griechen uns damals mit zypern weit weniger anlass zur invasion gaben als die deutschen! Ein Türkisches Rammstein täte deutschland sehr gut^^

 Posted by at 13:46

„Ich habe keine Zukunft. Denn ich werde nie eine eigene Wohnung haben. Nie ein neues Auto kaufen können.“

 Italienisches  Kommentare deaktiviert für „Ich habe keine Zukunft. Denn ich werde nie eine eigene Wohnung haben. Nie ein neues Auto kaufen können.“
Dez. 172010
 

Saviano e gli studenti, dialogo in diretta „Basta violenza, noi siamo altro“ – Repubblica.it
Io non ho futuro: ho 26 anni e non ne ho già più uno. Non potrò mai comprarmi una casa perché non farò mai un lavoro che mi permetta di accendere un mutuo, i miei genitori non possono aiutarmi economicamente e non so nemmeno se potrò mai comprarmi una macchina nuova.

Gewalttätige Proteste der jungen Erwachsenen erschüttern Griechenland, Italien, London. Auslöser sind stets Sparmaßnahmen der Regierung, Einschränkungen der öffentlichen Ausgaben, Sozialkürzungen, Studiengebühren an den Universitäten und ähnliche Foltermaßnahmen, mit denen sozialistische, konservative, rechtsliberale und linksliberale Regierungen ihre jungen stößigen Untertanen bis aufs Blut reizen.

Die jungen Menschen erkennen, dass sie den Wohlstand ihrer Eltern nicht werden halten können, jedenfalls kann ihnen der ungütige Staat keine Wohlstandsgarantie geben.  Bitterlich beschwert sich ein Protestierender bei dem Abwiegler und Beschwichtiger Roberto Saviano, der sich klar gegen Gewalt, gegen die gewalttätigen Proteste ausgesprochen hat: „Ich bin stinksauer“, schreibt der italienische Student. „Ich werde mir nie eine Wohnung kaufen können! Ich werde mir nie ein neues Auto kaufen können …“ usw. usw. Man muss mithören “ … wie das noch meine Eltern konnten …“

Wer ist schuld? Der Staat! Die Politik! Die Politik soll machen, dass jeder kostenlos studieren kann, sich eine eigene Wohnung und ein neues Auto kaufen kann. Wenn die Politik das nicht macht, dann wird man aber richtig böse. Dann schmeißt man Rauchbomben, geht auf Polizisten los.

Überall eine kindliche Enttäuschung über Vater und Mutter Staat, die das Kinderzimmer nicht auf Staatskosten in ein staatsgarantiertes neues Auto, in eine hübsche Eigentumswohnung  umgestalten.

 Posted by at 11:49
Dez. 162010
 

Die erfolgreichste, älteste, heute mitgliederstärkste Organisation der gesamten Weltgeschichte ist die römisch-katholische Kirche. Etwa 1,1 Milliarden Menschen betrachten heute den Bischof von Rom als geistliches Oberhaupt ihrer Gemeinschaft.

Das Christentum ist nicht bloß eine echte Multi-Kulti-Bewegung, sondern eine Tutti-Kulti-Bewegung, da die christliche Botschaft sich ausdrücklich an alle Menschen und an alle Kulturen richtet – unabhängig davon, ob sie anderen Religionen oder auch gar keiner Religion angehören.

Ich treffe bei den sonntäglichen Gottesdiensten hier in Kreuzberg zahlreiche Christen aus Afrika, Asien und Europa.

Bei sozialen Fragen und bei den Fragen von Krieg und Frieden, bei der unbedingten Achtung jeder einzelnen Person haben sowohl dieser Papst wie auch seine Vorgänger wertvolle Impulse geliefert.

Die Linkspartei hat dies erkannt, obwohl sie mutmaßlich in manchen ethischen Fragen nicht mit dem Papst übereinstimmt.

Also – ich würde sagen – die parlamentarische Vertretung eines 82-Millionen-Volkes kann der Begegnung mit dem obersten Vertreter einer 1,1-Milliarden-Community mit Freude und gewisser Gelassenheit entgegensehen – cum gaudio et quadam serenitate. 🙂

Die knufflig-verschnupften Bundestagsgrünen sollten zur Kenntnis nehmen, dass Ideen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz, Grundgedanken der Verantwortung gegenüber allen Menschen nichts anderes sind als die Fortführung einer universalistischen Welt- und Nächsten-Ethik, wie sie das Christentum vor etwa 1600 Jahren ins finstere Europa importiert hat, das damals voll herrlicher Spontanvegetation wucherte und sumpfte.

Die Grünen, die Partei des Guten, sind in meinen Augen eine Partei, die ihren Hauptimpuls aus einer genuin jüdisch-christlichen kulturellen Erbanlage bezieht – wobei der Gottesbezug getilgt ist und die blind hypostasierte Natur an die Stelle des toten und geleugneten Gottes einrückt. Die Grünen glauben an die anonyme, quasi-theologisch verehrte Natur und an einige ethische Grundüberzeugungen, die letztlich im europäisch-christlichen Erbe zu verorten sind. Sie dienen „hienieden“ letztlich der Natur.

Die Christen glauben hingegen an einen personalen, nicht bildlich fixierbaren Gott, der im Hier und Jetzt alltäglich immer wieder in der Gestalt jedes beliebigen Menschen, im berühmten „Nächsten“ erscheint. Sie dienen hienieden dem Menschen.

Es ist spannend zu sehen, wieviel urchristliche Tugenden gerade im Grünen-Programm wiederauftauchen. So bedeutet der Verzicht grüner Männer auf das Auto und auf äußeren Prunk, der Verzicht grüner Frauen auf Seide, Geschmeide und Lippenrot einen „Verzicht auf die Reichtümer dieser Welt“ zugunsten eines höheren Guten.

Paupertas, caritas, parsimonia, puritas! Freiwillige Armut (also „Konsumverzicht“), Nächstenliebe (also „soziales Engagement“), Sparsamkeit (heute „Nachhaltigkeit“), fürsorgliches Verhalten, ein Eintreten für die Schwachen, für die Migranten, für die Verachteten, Kampf für sittliche Reinheit, für den Schutz vor Schmutz  – na, wer hat diese Tugenden jahrhundertelang gepredigt und vorgelebt, ehe die Grünen sie wiederaufgriffen?

Dem Christentum eignet ferner ein großer Staatsskeptizismus, denn 300 Jahre lang überlebte es in Opposition zu den „Mächten dieser Welt“, also zum römischen Kaisertum. Diese Machtferne, dieses Mißtrauen gegenüber der weltlichen Macht teilen die Christen mit den Grünen.

Die Grünen sollten dem Papst also ruhig lauschen. In aller Demut. Cum spiritu humilitatis. Auch eine christliche Tugend.

Der König Salomo freilich hätte sicher seine Freude an den Linken gehabt, die sich hier weitaus einsichtiger gezeigt haben mit einer geradezu salomonischen Äußerung zum Papstbesuch.

Ansprache im Bundestag: Grünen kritisieren geplante Papst-Rede – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Die Linksfraktion reagierte zurückhaltend. „Wir sind nicht dagegen, wir nehmen es zur Kenntnis“, sagte Sprecher Hendrik Thalheim. „Staatsoberhäupter können dort sprechen, also kann auch der Papst dort sprechen.“ Die Linksfraktion sehe der Rede mit Interesse entgegen, weil Amtsvorgänger dieses Papstes in Friedensfragen und sozialen Fragen zum Nachdenken angeregt hätten.

 Posted by at 20:31

Wer ist integriert?

 Integration  Kommentare deaktiviert für Wer ist integriert?
Dez. 162010
 

Wer ist integriert? Ich würde sagen: Alle Familien, die a) ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, die sich b) zum Grundgesetz und zur deutschen Staatsangehörigkeit bekennen und die c) Landessprache einigermaßen beherrschen, sind integriert. Das sind die drei mittelfristig, also innerhalb von wenigen Jahren  anzustrebenden Ziele, die die aufnehmende Gesellschaft von allen Zuwandernden einfordern darf und muss.

Wer hingegen starr und langfristig die deutsche Staatsangehörigkeit ablehnt, wer es ablehnt, selbst für die Familie den Lebensunterhalt zu erarbeiten, wer die deutsche Landessprache nicht erlernt, ist nicht integriert. Er oder sie ist und bleibt Ausländer, ein Mitmensch zwar wie jeder Tourist, der unsere Sympathie verdient, aber im vollen Sinne eben kein Staatsbürger.

Für überzeugte Ausländer in diesem hartnäckigen Sinne sollte – so meine ich – die Sozialhilfe auf relativ kurze Zeit befristet werden und dann nur noch in Abhängigkeit von nachweisbaren Integrationsleistungen gezahlt werden. Es ist nicht sinnvoll, dass ganze Familien ausländischer Staatsangehöriger über mehrere Generationen zu Zehntausenden ihre Existenz bewusst im deutschen Sozialstaat aufbauen, ohne eine echte Integration anzustreben.

 

 

 Posted by at 15:12