Nov. 062010
 

Jetzt hat sie es dank eines lebensechten Artikels von Stefan Jacobs sogar in den Tagesspiegel geschafft – die STELLE vor dem Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg, die ich wöchentlich sehr oft befahre und an der ich den einzigen Radler-Unfall in meinem ganzen Leben hatte! An so berühmten Stellen radle ich also entlang! Und es gibt tausende so wie mich! Wir sind viele und werden immer mehr!

Radfahrt durch Berlin: Volle Fahrt in den Frust – Verkehr – Berlin – Tagesspiegel
Hinter dem Kotti schickt mich die Markierung direkt zwischen die Autos. Ein Lkw zieht haarscharf vorbei, der nächste lauert zwei Meter hinter mir auf eine Chance zum Überholen. Ich ahne, dass er mich lieber auf dem Gehweg sähe. Vor dem Willy-Brandt-Haus vereinigt sich die Autospur mit dem Radweg in einem Trichter. Radfahrer sind hier schlicht nicht vorgesehen. Bei der Stadtentwicklungsverwaltung heißt es, dass für Baustellen die Verkehrslenkung und die Bezirke zuständig seien. Bei groben Mängeln würden gelegentlich auch Geldstrafen gegen Baufirmen verhängt.

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Nov. 062010
 

Allein um 7% etwa werden die Sozialausgaben im neuen Berliner Landeshaushalt steigen. Geld, das ganz überwiegend gesetzlich festgelegt ist. Sozialausgaben sind ganz überwiegend Pflichtausgaben. Wer wird denn dann mehr Leistungen zum so dringend angesagten Sparen erbringen müssen? Kein Zweifel: Wenn Berlin aus der Schuldenfalle aussteigen will, muss es die Familien ertüchtigen, den Lebensunterhalt und die soziale Sicherheit selbst zu erwirtschaften.

Hauptstadt-Finanzen: Eine Milliarde fürs Haushaltsloch – taz.de
Berlin hat im Jahr 2010 rund 22 Milliarden Euro Ausgaben. Dem stehen nach der neuen Steuerschätzung nun etwas über 20 Milliarden Euro an Einnahmen gegenüber. Die Steuern und die Gelder aus dem Landesfinanzausgleich machen davon 14,1 Milliarden Euro aus. Im Vergleich zu 2009 haben die Steuereinnahmen damit um 3,5 Prozent zugenommen. Die Finanzverwaltung rechnet damit, dass sie auch weiterhin steigen und 2012 mit 14,8 Milliarden Euro wieder in etwa das Niveau des Rekordjahrs 2008 erreichen werden.

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„Ja, ich bin schwanger! Was für ein Glück!“

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Nov. 062010
 

Dieser Satz aus einem Erziehungsratgeber des Jahres 2010 erinnert mich an ein Buch aus dem 7. Jh. nach Christus in der Übersetzung von Lamya Kaddor und Rabeya Müller:

Es kam eine Karawane an dem Brunnen vorbei, und sie schickte ihren Wasserschöpfer voraus. Er ließ einen Eimer hinunter und sagte: „Was für ein Glück! Hier ist ein Junge!“

978-3-407-85863-4.pdf (application/pdf-Objekt)

Andere Stelle: Sure 12, Vers 19

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Was haben Hitler, Andreas Baader und Stalin gemeinsam?

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Nov. 062010
 

Kaum zu glauben, dennoch wahr! Man möchte annehmen, die drei genannten Herren hätten außer einem unwiderstehlichen Hang zur Gewalt, verschrobenen politischen Ideen, Phantastereien von Weltverbesserung und schrankenloser Brutalität nichts gemein!

Ihr denkt jetzt wohl: „Die hatten sicherlich einen strengen Vater, der sie windelweich verprügelt hat. Von daher kommt die Brutalität von Hitler, Stalin, Andreas Baader, ihre absolute Hemmungslosigkeit, wenn es darum ging, Menschen zu ermorden!“

Aber weit gefehlt! Hitler, Stalin und Andreas Baader wuchsen vaterlos auf!

Geht dem nach! Sprecht mit Kriminellen, mit Drogensüchtigen, mit „Schulversagern“ über ihre Väter!

In den allermeisten Fällen werdet ihr hören: Der Vater war nicht da, wenn ich ihn brauchte. Der Vater fehlte.

Was heißt dies? Es heißt nichts anderes, als dass zerbrechende Familien oder Vaterlosigkeit eines der ernstesten sozialen Probleme überhaupt darstellen.

Für die Gesellschaft bedeutet es: Wir müssen alles dafür tun, dass die Väter bei den Familien bleiben, dass sie zu ihrer Verantwortung stehen und den Kindern ein Vorbild bieten.

Keineswegs bedeutet es, dass Kinder aus zerbrechenden Familien oder vaterlose Kinder  Probleme wie Kriminalität, Sucht oder Gewaltneigung entwickeln müssen. Man kann dem entgegensteuern!

Aber umgekehrt gilt leider, dass bei fast allen männlichen Kriminellen – z.B. auch bei den meisten RAF-Mitgliedern und überhaupt bei männlichen Terroristen – meist der Vater fehlte oder komplett versagte. Die Frauen haben die Kinder dann ersatzweise verwöhnt. Verhätschelung, Verwöhnung durch die Frauen, Verlassenwerden durch den Vater – das ist etwas Schlimmes für jeden Sohn. Der Sohn muss gewaltig arbeiten, um diese Erfahrungen wegzustecken. Einige wenige schaffen es leider nicht. Sie „rutschen ab“.

Die Politik muss das Problem erkennen und durch geeignete Maßnahmen die Bildung von festen Familien fördern. Das wird derzeit aber nicht getan! Ein schweres Versäumnis!

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Nov. 062010
 

05112010040.jpg Immer wieder spreche ich mit alleinerziehenden Müttern, Sozialarbeiterinnen, Lehrerinnen, Polizistinnen, Psychologen usw. Sie berichten mir, was es bedeutet, Kinder alleine großzuziehen, die ganze Last des Alltags alleine zu schultern. Dann stürze ich sie gerne spielerisch ins helle Entsetzen, indem ich frech und dreist folgende Behauptungen aufstelle:

„Kinder brauchen unbedingt den Vater in Fleisch und Blut. Ein zu strenger Vater, der sich kümmert, aber auch ein zu weicher Vater ist besser als gar kein Vater. Das Verlassenwerden durch den Vater, ja Vaterlosigkeit schlechthin ist eine der schwersten Benachteiligungen für die Mutter und das Kind. Sie ist weit schlimmer für das Kind als Arbeitslosigkeit oder schwere Krankheit der Eltern.

Wenn alle Kinder einen strengen, liebevollen, anwesenden Vater hätten, der sich um Mutter und Kinder kümmerte und zu seiner Verantwortung stünde, dann wäret ihr Gefängnisaufseherinnen, Polizisten, Psychologen, Sozialarbeiter weitgehend beschäftigungslos. Dann würden sich die Gefängnisse allmählich weitgehend leeren, dann gäbe es viel weniger Probleme mit Sucht, Schulversagen und Kriminalität!

Zwei Eltern, die sich um ihre Kinder fest, unerschütterlich, mit Liebe und Strenge kümmern, machen unsere Kinder nahezu unbesiegbar, gefeit gegen die meisten Stürme des Lebens!“

Dreist lächelnd schleudere ich diese Provokationen meinen Gesprächspartnerinnen entgegen – und werde immer enttäuscht! Denn statt mir zu widersprechen, erhalte ich folgende Antworten von den Fachkräften:

„Ist so.“

„Sie haben recht.“

„Uns wird aber trotzdem auf Jahrzehnte die Arbeit nicht ausgehen.“

Merkwürdig ist folgendes: Gestern las ich bei Dussmann einen der vielen neuen Erziehungsratgeber. Ich suchte pfeilschnell das Kapitel über die Väter heraus. Erschienen ist das Buch 2010. Und was soll ich euch sagen: Was ich durch mühsame Beobachtungen, durch eigenes Fehlverhalten, durch das Wälzen von Literatur und viele Gespräche mit Müttern über die „kaum zu überschätzende Bedeutung des Vaters“ herausgefunden habe – ist mittlerweile Allgemeingut.

Niemand hat mir bisher in dieser Behauptung ernsthaft widersprochen: Kinder brauchen starke, anwesende Väter in Fleisch und Blut!

Was tun, wenn der Vater die Familie verlässt? Dann muss das Problem benannt und erkannt werden. Und sofort muss die Suche nach dem Vaterersatz oder besser Ersatzvater beginnen! Das kann ein Pate sein, ein Lehrer, ein Fußballtrainer, ein Imam, ein Onkel, ein Rabbiner, ein Großvater, ein älterer Bruder, ein Pfarrer… egal wer. Aber irgendjemand, irgend ein männliches Wesen muss einspringen! Die helfenden Institutionen – also Sozialamt, Erziehungsberatung, 4-6 Sozialarbeiterinnen, Lehrerinnen, Kindergarten, Schule, Gefängnisse, Psychotherapie, all das „Ritalin auf Staatskosten“ – werden als solche diesen Ersatz nicht liefern können!

Es ist heute in Fachkreisen Gemeinbesitz geworden, dass dem Vater eine überragende, nur mit größter Mühe zu ersetzende Rolle beim gesunden Aufwachsen der Kinder zukommt.

Der gute Vater oder ein guter Ersatzvater oder Vaterersatz sind weit wichtiger für das gesunde Aufwachsen des Kindes als die gute Schule. Frechheit? Ich steh dazu. Das ist meine feste Überzeugung.

Hier mein neuester Beleg – ein Buch, das ich allein schon deswegen empfehle:

Das ElternBuch – 978-3-407-85863-4 –  Verlagsgruppe BELTZ

 Posted by at 13:38
Nov. 052010
 

05112010043.jpgWoher diese düsteren Grundstimmungen?

Es macht mir Freude, neue Bücher im Eiltempo zu durchmessen, sie gleichsam abzuhören auf lebende Gedanken, die hervorkommen möchten! Wie ja angeblich auch die italienischen Geigenbauer bei Gewitter in den finsteren Bergwald zogen, um Klanghölzer für ihre Geigen durch Klopfen und Hämmern zu finden.

Es reizt mich bis aufs Blut, durch rasches, adlergleiches Überfliegen die Hauptgedanken der Bücher in wenigen Minuten herauszupräparieren und dann sofort Stellung zu nehmen.

Der eilige Rezensent! Hier eine improvisierte Rezension zu Harald Welzer: Klimakriege.

YouTube – Klimakriege 05112010018

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Nov. 052010
 

05112010045.jpgMeine Haupteindrücke nach dem Lesen des Buches „Das Amt und die Vergangenheit“:

Den Autoren gelingt der schlüssige Nachweis, dass das Auswärtige Amt ein Mitträger der ungeheuren Verbrechen des Deutschen Reiches in den Jahren 1933-1945 war. Diese Einsicht ist zweifellos der Hauptgewinn des Buches. Aus diesem Grund sollte man es lesen und studieren. Genau dies scheint die Hauptabsicht des Buches zu sein. Ihr ist alles andere untergeordnet. Ein Nebenzweck scheint es zu sein, die frühe Bundesrepublik Deutschland umfassend als Hort der unverbesserlichen Altnazis zu delegitimieren.

Recht oberflächlich versuchen die Autoren, die Außenpolitik des deutschen Reiches ins Konzert der europäischen Mächte einzubetten. Hierbei geben sie sich wenig Mühe, die komplizierten Verflechtungen und Machtbündnisse der Zwischenkriegszeit (1919-1939) nachzuzeichnen. Jeder paktierte mit jedem! Jeder Staat lauerte auf seinen Vorteil. Es war ein zunehmend vergiftete Atmosphäre, in der nicht das Deutsche Reich allein den Ton angab, sondern ebenso auch die zahlreichen anderen rechtstotalitären Staaten.

Die aktive Rolle der Sowjetunion in der außenpolitischen Gesamtlandschaft ab 1919 bleibt weitgehend ausgespart. Hier erhebe ich gegen die Verfasser schwere Vorwürfe. Die Geschichte der sowjetischen Expansion, der polnische Überfall von 1919 auf die Sowjetunion, die wechselseitige Einbindung des Deutschen Reiches in Nichtangriffspakte mit Polen, mit der Tschechoslowakei, mit der Sowjetunion hätte unbedingt einbezogen werden müssen. Das repressive Besatzungsregime der Sowjetunion in den baltischen Staaten, der sowjetische Überfall auf Finnland und der auf Polen von 1939 kommen in dem Buch kaum vor oder werden völlig verschwiegen. Kaum verzeihlich, wenn das Gesamtbild so stark auf Deutschland ausgerichtet wird!

Osteuropäische und sowjetische Archive sind offenbar nicht ausgewertet worden.

Das Militärbündnis zwischen Deutschland und Sowjetrussland, das unter anderem 1939 nach dem beiderseitigen Überfall auf Polen in einer gemeinsamen Siegesparade in Brest-Litowsk seinen Ausdruck fand, hätte unbedingt dargestellt werden müssen.

Die Autoren ordnen ihrer Absicht, das Deutsche Außenministerium als treibende oder mindestens stützende Kraft der deutschen Menschheitsverbrechen darzustellen, alles andere unter. Hierbei greifen sie häufig zu einer moralisierenden, anklagenden Darstellung, statt sachlich zu analysieren, Hintergründe darzustellen oder die Quellen der verschiedenen europäischen Außenministerien miteinander ins Gespräch zu setzen.

Wie war es möglich, dass fast der der ganze Kontinent, dieses uralte Europa, bei den schlimmsten Menschheitsverbrechen zusah oder sie gar aktiv unterstützte? Die Antwort darauf wird nur unter Einbeziehung Russlands erfolgen können! Der Kontinent wusste von den sowjetischen Verbrechen, lebte in Angst vor den Expansionsgelüsten Russlands. Das muss man einfach zur Kenntnis nehmen. Die Sowjetunion fuhr einen aggressiv-expansionistischen Kurs, hatte die westlichen Nachbarn schon weit vor 1939 in Kriege verwickelt und teilweise besetzt.

Der polnisch-russische Konflikt glomm seit 1919 stets weiter! Auch so eine Sache, die in Deutschland völlig unbekannt ist, die aber unbedingt in das Buch hinein gehört hätte.

Die DDR wird in ihren Desinformationskampagnen gegen die Bundesrepublik in diesem Buch zweifellos zu günstig dargestellt. So, als wäre sie das bessere der beiden Deutschlands gewesen. Das ist so nicht haltbar. Völlig außen vor bleibt auch das Schicksal des früheren nationalsozialistischen Außenamtes in der DDR.  Gab es denn keine  Weiterbeschäftigung deutscher Diplomaten im Außenministerium der DDR?

Fragen, Fragen, Fragen!  Insgesamt bleibt in mir ein schaler Geschmack zurück.

Ich habe als Leser das Gefühl, dass die vier Autoren einen Teil der Wahrheit unterschlagen. Was sie nachweisen, ist sicherlich mit Belegen zu beweisen, von denen allerdings auch ein gewisser Teil durch die Stasi gefälscht sein dürfte.

Es war allerdings interessant zu sehen, dass ausgerechnet in der Berliner Zeitung, die früher als Hochburg der Stasi galt, eine Rezension des Buches erschien, die über das im Buch ausgebreitete Material hinaus noch weitere Akten aus den Stasi-Archiven bekannt gab. Manches ist also weiterhin unbekannt, gerade die Auswertung der Archive der osteuropäischen Staaten dürfte erstaunliche weitere Einsichten ermöglichen.

Es bleibt spannend!

Ich sprach heute eine spontane Rezension des Buches auf ein Video:

YouTube – Das Amt und die Vergangenheit – eine Einseitigkeit 1 05112010019.mp4

http://www.youtube.com/watch?v=5ke1yua8Jrs

 Posted by at 20:41
Nov. 052010
 

Es war ein durch und durch verbrecherisches System, das Regime der Nationalsozialisten. Das hätte man eigentlich ab 1923 wissen können, denn die NSDAP setzte von Anfang an auf offenen Rechtsbruch, auf politische Gewalt, Saalschlachten, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Mord. Von 1923 bis 1945 verübten die Nazis eine schier unendliche Serie an Taten des Rechtsbruchs, der illegalen Gewalt und des Terrors.

Wenn es eine Kultur der Legalität gegeben hätte, dann hätte man die NSDAP auflösen müssen. Wer auf offenen Rechtsbruch setzt, auf Saalschlachten, auf Sabotage und auf Gewalt gegen Polizisten – wie die Nazis, aber auch ihre linksradikalen Feinde auf der anderen Seite dies taten – dem gehört jede Legitimität abgesprochen.

Und jetzt machen wir gleich weiter bei unseren Enthüllungen – Zug um Zug! Merkwürdig, dass bei allen Erwähnungen des KZ Buchenwald fast nie berichtet wird, dass die Sowjetunion 10 deutsche Nazi-Konzentrationslager einfach weiterbetrieb, darunter Buchenwald und Oranienburg – allerdings mit anderen Häftlingen belegt. Eines der wohlverwahrten Geheimnisse der deutschen Nachkriegsgeschichte, das eigentlich nur den Historikern bekannt ist. Auch der Artikel des Potsdamer Historikers Ernst Piper im heutigen Tagesspiegel erwähnt kein Sterbenswörtchen darüber, obwohl er andererseits nachweisen kann, dass viele NSDAP-Mitglieder unterschiedslos in der SED weitermachen durften und zu höchsten staatlichen Ehren aufsteigen konnten.

Etwa 43.000 Menschen der 122.671 inhaftierten Lagerinsassen der Sowjetzone kamen 1945-1950 unter erbärmlichen Umständen in der Lagerhaft in den KZs der Nazis ums Leben. Bei den allermeisten Häftlingen lag keinerlei nachgewiesene Schuld vor. „Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt, die SED bereicherte sich an ihrem Vermögen.“ Es waren Kommunisten und Sozialdemokraten, Konservative und Liberale, Adlige und Großbauern, ehemalige NSDAP-Mitglieder, Frauen und Jugendliche.

Die in Deutschland gelegenen KZs erfüllten bis 1950 weiterhin die Hauptfunktion, Terror auf die Zivilbevölkerung auszuüben. Erst 1950 wurden die weiterbetriebenen KZs der Kommunisten geschlossen. Die Konzentrationslager der Nationalsozialisten wurden schon bald nach Gründung der DDR nicht mehr als Straflager für politische Missliebige und „feindliche Elemente“ benutzt. Der Terror wandelte sein Antlitz.

Und so konnte die DDR mit einem gewissen Recht behaupten, kein KZ-ähnliches, oder besser GULAG-ähnliches Straflagersystem betrieben zu haben. Die gröbste Vorarbeit hatten die Sowjets vollbracht, freilich unter reger Mithilfe deutscher kommunistischer Funktionäre.

Mehr dazu in dem Buch:

Uwe Müller/Grit Hartmann: Vorwärts und Vergessen! Kader, Spitzel und Komplizen: Das gefährliche Erbe der DDR-Diktatur. Rowohlt Verlag, Berlin 2009, Zitat hier: S. 21

Hier der Artikel aus dem Tagesspiegel:

Entnazifizierung: Wohin mit den Nazis? – Kultur – Tagesspiegel
Zum Beispiel das im April 1945 von den Amerikanern befreite und bald darauf an die Sowjetische Militäradministration übergebene Konzentrationslager Buchenwald. Nach einem Beschluss des Sekretariats des ZK der SED wurde 1950 das gesamte Barackenlager abgerissen.

 Posted by at 16:31
Nov. 042010
 

04112010037.jpg

Vier auf einen Streich! Keine Seltenheit, was ich hier&heute auf der Großbeerenstraße in Kreuzberg ablichtete: Das verbotene Parken in zweiter Reihe behindert und gefährdet noch den ordentlichsten Radfahrer!

Zufällig war es die Großbeerenstraße in Potsdam, in der sich vor wenigen Tagen ein schlimmer Unfall  wegen Falschparkens ereignete.

Gute Sache – eine bekannte Partei in Friedrichshain-Kreuzberg nimmt sich der gefährlichen und ärgerlichen Falschparkerei in zweiter Reihe an, tritt unerschrocken für die Interessen der Radfahrer ein! Welche Partei? Kuckstu hier!

Presseerklärung zu Fahrradunfällen mit Todesfolge

 Posted by at 23:17

Der gute Rat für gutes Radfahren: ein Helm und helle Kleidung

 Fahrrad  Kommentare deaktiviert für Der gute Rat für gutes Radfahren: ein Helm und helle Kleidung
Nov. 042010
 

04112010035.jpg Unfallärzte, Radrennfahrer, statistische Unfalluntersuchungen und Polizei kommen überein, dass der richtig getragene Fahrradhelm einen Teil der schweren Gesichts- und Schädelverletzungen verhindern oder mindestens abmindern kann, die dann entstehen, wenn der Kopf plötzlich auf ein festes Hindernis prallt.

Mehrfach ward dieser Blogger kritisiert, weil er sich einmal während eines Interviews mit dem Helm in der Hand ablichten ließ, statt ihn unverrückbar auf dem Kopf zu tragen. In einer anderen Nummer lichtete er ein Kind ab, das einen schief sitzenden, in die Stirn gerückten Helm zeigte.

Hierzu erklärt der Blogger: Während eines Interviews am Wohnzimmertisch braucht man ja nicht unbedingt den Helm zu tragen. Das Kind wiederum saß zu dem Zeitpunkt nicht auf dem Fahrrad, sondern stellte sich nur vor der Linse auf.

Der Blogger achtet gleichwohl nunmehr peinlich darauf, dass sein Kind bereits vor dem Aufsteigen stets einen korrekt und unverrückbar sitzenden Helm trägt.

Zum Zeichen der Besserung wird hier oben ein verantwortungsbewusster Radler gezeigt. Kuckstu hin:

1) Er trägt einen fest sitzenden Fahrradhelm, der ihn vor schweren Kopfverletzungen weitgehend schützen soll.

2) Er trägt eine gelbe Warnweste, die ihn jederzeit gut sichtbar macht und mollig warm hält. Wegen vieler spontaner Nachfragen sei hier angemerkt: Erstanden vor vier Wochen bei Niedrigpreis links neben dem Rathaus Kreuzberg für 29.- Euro (z.Zt. nicht mehr im Angebot).

3) Er zeigt keinen verbissenen Kampfradler-Gesichtausdruck, sondern lächelt herbstmilde.

Gut sitzender Fahrradhelm, helle, leuchtende, wetterfeste Kleidung, freundlicher Gesichtsausdruck – diese drei Elemente sind sicherlich eine gute Empfehlung für regennasse Hebsttage.

Aufgenommen heute in Berlin-Tiergarten.

 Posted by at 23:03
Nov. 032010
 

Freunde, wer aufmerksam lauscht, bekommt allmählich ein Ohr für Zwischentöne. Etwa 2 Mrd. Euro gibt Deutschland pro Jahr für all jene aus, die es innerhalb der normalen Schulzeit nicht geschafft haben, ein berufstaugliches Deutsch zu lernen oder eine sonstige Qualifikation zu erwerben.

Unsere „Schule im sozialen Brennpunkt“ hier um die Ecke ist fantastisch ausgestattet, hat die besten Lehrer, die besten Programme, die schönsten Räumlichkeiten, hat mehr Geld als die normalen Schulen.

Jetzt wird erneut mehr Geld für Integration gefordert. Die Bundesregierung wird mit Vorwürfen überschüttet, weil sie weniger Geld als erhofft bereitstellt.

Ich meine: Ein klarer Fall von Überversorgung! Je mehr Geld in die Integrationsmaschine geschüttet wird, desto stärker wird der Anspruch entstehen, der Staat müsse die Hauptarbeit der Integration leisten. Ich halte dies mittlerweile für einen Irrtum.

Der Hebel zur Integration ist die Umsteuerung im SGB.  Der entscheidende Anreiz zur Integration wird für Erwachsene über die Notwendigkeit der Erwerbsarbeit kommen müssen, bei den Kindern wird die Integration über die Familien erfolgen.

Gebt uns mehr Geld, dann werden wir uns integrieren!“ So habe ich selbst gehört. Wörtlich, und sinngemäß in unendlich vielen Variationen. Jammern hilft halt. Viel Jammern hilft viel. Grotesk falsch. Das ist Erpressung! Jeder kann hier kostenlos die Schulen besuchen.

Ich fordere den Staat auf, weniger Geld zu geben. Und wenn Geld gegeben wird, dann nur unter Bedingungen.

Wer immer nur bedingungslos schenkt, der wird verachtet: „Warum seid ihr Deutschen auch so blöd, uns Geld ohne Gegenleistung zu schenken!“

Integrationsgipfel: Nett lächeln, endlos ankündigen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Die Bundesregierung rühmt sich dennoch ihrer neuen Vorhaben, was aber nicht über eine niederschmetternde Erkenntnis hinwegtäuschen kann: Der vor vier Jahren gestartete Gipfel hat erneut an Symbolkraft und Glaubwürdigkeit verloren. Die Bilanz fällt umso bitterer aus, weil parallel zu aufwändigen Kampagnen fürs Deutschlernen Gelder für Integrationskurse gestrichen wurden, und Integrationslehrer oft extrem schlecht bezahlt werden. Bei der Städtebauförderung will die Regierung künftig nur noch für Bauprojekte Geld ausgeben, nicht mehr für Integrationsprojekte in Brennpunkten.

 Posted by at 20:49

Was ist psychische Gesundheit? Was ist gelungene Integration?

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Nov. 032010
 

Sigmund Freud plagte sich des öfteren mit der Frage, was psychische Gesundheit sei. Eine fast unmöglich zu beantwortende Frage!  Eine Antwort, die er selbst vorschlägt und die ich für treffend halte: Er bestimmt Gesundheit als die Fähigkeit zu arbeiten und zu lieben. Mit anderen Worten, gesund ist der oder die, die stabile Beziehungen zu anderen Menschen eingehen kann und die beständig einer Beschäftigung, einer Arbeit nachgehen kann.

Genauso fragen wir: Was ist gelungene Integation? 

Ich schlage hierzu folgende Minimaldefinition vor, wobei die vier Kriterien nach Wichtigkeit geordnet sind:  Integriert sind diejenigen Familien,

a) die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen,

b) die alle Gesetze einhalten,

c) in denen alle Mitglieder sich auf deutsch verständlich machen können und

d) die Sitten und Gebräuche der aufnehmenden Gesellschaft respektieren.

An diesen vier harten Kriterien hapert es derzeit allenthalben.

Umgekehrt gilt: Wer als erwachsener Zuwanderer oder als Ausländer beständig von Sozialhilfe lebt, wer die Gesetze nicht einhält, und wer die Sitten und Gebräuche der deutschen Gesellschaft nicht respektiert, der oder die ist nicht integriert.

Die Sozialhilfeabhängigkeit vieler migrantischer Familien ist ein Grundübel, das es zu bekämpfen gilt.

Migration: Deutsch allein ist kein Garant für Integration – Nachrichten Debatte – Kommentare – WELT ONLINE

 Posted by at 15:07
Nov. 032010
 

So herrschte eine meiner zahlreichen politischen Gesprächspartnerinnen mich an, als ich mal wieder über „zeitgenössische“ Dichter wie Andreas Gryphius oder Franz Kafka daherschwadronierte.

„Das heißt aber Gwoguw!“, ermahnte sie mich mütterlich.

Breslau, Grünberg, Glogau, Prag – das sind alles Namen, die mir in dieser Form geläufig sind, ich kenne Menschen, die aus jenen Städten stammen, dort geboren sind, kenne Dichter, Schriftsteller und andere Persönlichkeiten mehr.

Andreas Gryphius etwa ist ein deutscher Dichter aus Glogau, der teils deutsch, teils lateinisch publizierte. Genauso war Franz Kafka ein Prager Schriftsteller jüdischer Herkunft, der sich eindeutig und ausdrücklich zum – wie er das bezeichnete – „Deutschtum“ bekannte und ausschließlich auf Deutsch publizierte; er gehörte nach eigenem Bekunden zur deutschen Minderheit in Prag, besuchte die deutschen Schulen depr Minderheit, besuchte den deutschen Zweig der Prager Universität.

Habt ihr ein Problem damit, wenn ich das feststelle?

Wenn ich Deutsch rede, sage ich Glogau, wenn ich aber Polnisch radebreche, sage ich Głogów.

Habt ihr ein Problem damit? Natürlich mir ist schon klar, was die polnische Wikipedia ausführt: „Niemiecka nazwa Glogau w odniesieniu do współczesnego miasta stopniowo wychodzi z użytku w języku niemieckim na rzecz nazwy polskiej.“ Das sollte aber kein Hindernis sein daran zu erinnern, dass es bis zu den Vertreibungen der Jahre 1945-1947 sowohl im heutigen Polen als auch in der heutigen tschechischen Republik bedeutende, seit Jahrhunderten dort ansässige deutsche Gemeinden und geschlossene deutsche Siedlungsgebiete gab.

Diese deutschen Gemeinden und Volksgruppen verloren dann nach dem 2. Weltkrieg über Nacht alle staatsbürgerlichen Rechte, die Staatsbürgerschaft wurde ihnen kollektiv aberkannt, der Besitz wurde eingezogen, das Aufenthaltsrecht wurde aberkannt, mehrere Millionen Menschen wurden vertrieben, viele wurden ermordet.

Die Tschechoslowakei etwa entledigte sich gewaltsam innerhalb weniger Wochen eines Drittels ihrer eigenen Bevölkerung. Nach Umfang wäre das so, als würde man allen Nordrhein-Westfalen sagen: „Ihr gehört ab heute nicht mehr zu Deutschland. Denn ihr seid nur Nordrhein-Westfalen. Ihr seid keine Staatsbürger mehr.“

Etwa ein Drittel der tschechoslowakischen Staatsbürger wurde nur aufgrund ethnischer Merkmale vertrieben. Die Vertreibungen wurden teils vorher, teils nachträglich für rechtens erklärt, alle 1945-1947 an Deutschen begangenen Verbrechen wurden durch die bis heute gültigen Benesch-Dekrete für straffrei erklärt.  Und so ist es bis heute geblieben.

Die scharfe Ablehnung deutscher Ortsnamen durch die Deutschen ist Bestandteil jener kollektiven Amnesie, mit der man das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen dem Orkus anheimfallen lassen will.

Da mach ich nicht mit. Nein, ich nehme weiterhin für mich in Anspruch, die bösen Namen Glogau, Breslau und Stettin in den Mund zu nehmen. Tut – mir – leid. Bardzo mi przykro!

Dabei bin ja ganz brav: Wenn ich Englisch rede oder Polnisch radebreche, verwende ich die politisch korrekten Bezeichnungen Głogów, Wrocław, Szczecin. Und zwar in einer nahezu perfekten Aussprache, wie mir meine polnischen Freunde gerne bestätigen werden.

 Posted by at 13:05