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Juli 082010
 

Wo immer es geht, suche und säe ich Keime der Hoffnung. Noch lange nicht verzweifelt sind wir migrantischen Familien in unserem so einladenden, zur Verzweiflung einladenden Kreuzberg. Wichtig: Etwa 3-5% unserer Deutschtürken sind hochgebildet, hoch erfolgreich. Sie haben es geschafft. Ich spreche sie an: „Erzählen Sie mir Ihre Geschichte!“

Was kommt heraus? Diese erfolgreichen Deutschtürken – oder deukischen Türken – stammen aus Akademikerhaushalten. Die Väter und Mütter sind selbst Akademiker, arbeiteten als Journalisten oder Lehrer in der Türkei, verließen meist das Land nach dem Militärputsch 1980. Die meisten sind der Herkunft nach Linkskemalisten und finden nahezu gesetzmäßig den Weg zur deutschen Sozialdemokratie oder zu den Grünen, zur taz und zur Linkspartei.

Keine dieser eloquenten, attraktiven deukischen Menschen, die ich kenne, stammt aus Hartz-IV-Familien. Sie sind alles andere als repräsentativ für die übergroße Mehrheit der Zuwanderer aus dem Osten der Türkei. Die deukischen Kinder sind in beiden Sprachen wohlbewandert. Sie sind nicht im Rollbergviertel oder Kreuzberg-SO 36 aufgewachsen, sondern in Britz, Dahlem, Grunewald.

Die übergroße Mehrheit der türkischen und kurdischen Zuwanderer aus dem Rollbergviertel oder Kreuzberg beherrschen hingegen weder das Türkische noch das Deutsche in ausreichendem Maße, um damit einen akademischen Beruf zu erlernen.

Die deukischen Menschen haben vieles früh gelernt. Auch dies haben sie gelernt: Die Schuld am Scheitern der anderen Deutschtürken weisen sie dem Staat und der Gesellschaft zu. „Mehr Förderung, bitte!“ Stets sind die anderen schuld: der Staat, die Deutschen, die Gesellschaft, der Rassismus, oder im Notfall auch der arme geprügelte Thilo Sarrazin. Berlin gibt jährlich 4,1 Milliarden für Bildung aus, pro Kind mehr als jedes andere Bundesland. Noch mehr Förderung bedeutet noch mehr Verschuldung.

Geradezu reflexartig ist der Impuls, sich als Opfer der Verhältnisse auszugeben: „Wir fühlen uns angegriffen.“ „Wir werden diskriminiert.“ „Wir sind benachteiligt.“ Man wiederhole dies oft genug – und irgendwann werden es alle glauben.

Wichtig wäre: Diese deukischen Menschen, die brauchen wir eigentlich als Erzieher in den Kitas, als Sozialarbeiter und als Lehrer in den Grundschulen. Aber das wollen sie nicht. Die erfolgreichen Menschen der deukischen Generation werden Juristen, Ingenieure, Zahnärzte. Und sie haben Erfolg – zunächst in den Medien, und später dann – dessen bin ich gewiss – im Berufsleben.

Deutsch-türkische Studentin: „Wir fühlen uns angegriffen“ – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – UniSPIEGEL
Selçuk findet sich nicht ab mit ihrem Groll, schluckt ihn nicht einfach runter. Sie ist überzeugt: Auch Kids wie Ali können etwas beitragen, wenn man sie fördert. Nur vergesse das die Gesellschaft viel zu oft. Deshalb gründete sie 2007 den Verein „Die Deukische Generation“. Sie gab Interviews, saß bei Podiumsdiskussionen, legte sich mit Politikern an. Zeitungen und Sender berichteten gern über sie. Denn sie war das Positivbeispiel – türkischstämmig, Abitur am Elite-Internat, engagiert, eloquent. Ihre Botschaft: Deutsch-türkische („deukische“) Jugendliche sind eine Bereicherung. „Wir wollten einfach sagen, dass wir dazugehören; dass junge Migranten ein Potential sind.“

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Juli 082010
 

Noch lange nicht verzweifelt bin ich mit meinem immer wieder geäußerten Aufruf: „Du musst dein Verkehrsverhalten ändern. Der Ausbau der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer ist nur die halbe Miete. Wir Radfahrer und Fußgänger müssen zu Vorbildern für Erwachsene, vor allem aber für Kinder, für andere, insbesondere für die Autofahrer werden. Denn ein großer Teil der Unfälle ist nachweisbar und eindeutig durch falsches, leicht vermeidbares Verhalten bedingt!“

Und zwar sind es einige wenige „Standardsituationen“ (wie die Fußballer sagen): Querverkehre, rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge bei geradeausfahrendem Fahrradverkehr, falsche Benutzung von Geh- und Radwegen, Missachtung des Rotlichts, mangelnde Aufmerksamkeit. Ich krieg leider öffentlich fast keine Zustimmung für diese persönliche Botschaft. Unter der Hand wird mir allerdings versichert: „Sie haben ja recht, Herr Hampel! Aber sagen dürfen Sie es öffentlich nicht.“

„Sie haben ja recht, Herr Hampel! Aber sagen dürfen Sie es nicht.“ Das ist wirklich eine Standardsituation geworden, die ich immer wieder erlebe – im Umgang mit Verbänden, Parteien, Politikern, mit Amtsvertretern, mit Grüppchen und Klüngeln jedweder Art. Ausgenommen natürlich die verbissenen Ideologen, die es überall gibt, die allerdings überall die deutliche Minderheit sind. Dieses Grundmotiv zieht sich durch alle Bereiche hindurch: Schulpolitik, Verkehrspolitik, Haushaltspolitik, Sozialpolitik, „Integrations“-Politik. Es ist für mich das Leitmotiv geworden.

Selbstverständlich halte ich mich nicht an diese gutgemeinten Ratschläge. Selbstverständlich werde ich jederzeit für das kämpfen, was ich in der jeweiligen Lage als förderlich für das Gemeinwohl ansehe. Egal, ob es sich um das verzweifelte Migrantenelend, JüL, Hartz IV oder Verkehrssicherheit der Fahrradfahrer handelt.

Gut auch: Wir sind ein freies Land. Jeder darf seine Meinung sagen. Auch wenn sie im Querverkehr zum Mainstream steht. Auch wenn sie unbequem ist. Bequemlichkeit ist kein Argument.

Gute Sache aber:  Ab und zu bekomme ich doch Zustimmung. Es tut sich was – heute und hier! Der Mann des Tages heißt Friedemann Kunst, seines Zeichens oberster Verkehrsplaner der Stadt Berlin. Anlass: Der VCD hat eine Studie vorgelegt, wonach es mit der Verkehrssicherheit in Berlin besonders schlecht bestellt sei. Kunst weist die fundamentalen Anschuldigungen gegen die Verkehrsplanung in Berlin zurück: „Zu undifferenziert!“ Lest den ganzen Artikel (Berliner Morgenpost heute S. 13), lest vor allem die letzten Sätze (Fettdruck durch dieses Blog)!

Studie – Fußgänger und Radfahrer leben gefährlich in Berlin – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hält die VCD-Studie für nicht differenziert genug, die schlechte Platzierung Berlins damit unberechtigt. So habe der VCD nicht die Schwere der Unfallfolgen berücksichtigt. „In Berlin gibt es einen überdurchschnittlichen Rückgang an Schwerverletzten und Unfalltoten“, sagt Berlins oberster Verkehrsplaner Friedemann Kunst. Bei Unfällen mit Todesfolge habe die Hauptstadt den niedrigsten Wert aller deutschen Großstädte.

Doch auch Senatsplaner Kunst ist mit der Unfallentwicklung insgesamt nicht zufrieden. Diese sei auch Folge einer Änderung der Verkehrsströme, vor allem geprägt durch einen starken Anstieg des Fußgänger- und Fahrradverkehrs. Insbesondere Radfahrer seien häufig Opfer von Unfällen, etwa verursacht durch unachtsame Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen. Ein weiteres Problem sei das oft falsche Verkehrsverhalten – bei Radfahrern das unerlaubte Fahren auf Gehwegen, bei Fußgänger das Überqueren der Fahrbahn trotz einer roten Ampel. „Wir müssen noch mehr tun, um das Verkehrsverhalten entsprechend zu ändern“, sagt Kunst.

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Vision, raison, stabilité! Et, surtout: durabilité!

 Afrika  Kommentare deaktiviert für Vision, raison, stabilité! Et, surtout: durabilité!
Juli 072010
 

„L’Afrique n’y arrive pas. Afrika kommt einfach nicht in die Gänge.“ Warum haben es die afrikanischen Mannschaften bei der Weltmeisterschaft trotz herausragender Einzelspieler nicht weitergebracht?

Eine klare Zielvorstellung, Vernunft, Beständigkeit – in diesen drei Worten fasst Alexis Billebault auf S. 17 der Zeitschrift Jeune Afrique  Nr. 2581 (27 juin au 3 juillet) seine Forderungen an den Kontinent zusammen. Daran fehlte es. Man suchte stattdessen sein Heil in teuren Gastverpflichtungen wie etwa dem Gasttrainer Eriksson, der 650.000 Euro für drei Monate Trainertätigkeit für das Land  Elfenbeinküste erhielt.

Das ist nicht nachhaltig.

Vision – raison – stabilité – und wir ergänzen: durabilité, also Beständigkeit und NACHHALTIGKEIT.

Jeuneafrique.com – le premier site d’information et d’actualité sur l’Afrique

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„Entschieden, eloquent, konsequent, aber auch humorvoll …“

 Selbsthaß  Kommentare deaktiviert für „Entschieden, eloquent, konsequent, aber auch humorvoll …“
Juli 062010
 

Persönlich habe ich in meinem Leben nur einige wenige Menschen kennengelernt, die sich später das Leben nehmen sollten. Es waren zufällig alles Männer, und alle haben sich, ohne dass Zweifel aufgetreten wären, erhängt. Diese gewaltsame Art des Selbstmords gilt als typisch männlich, während Frauen bei Selbstmord meist sanftere Arten wählen, etwa die Überdosis Schlaftabletten. Diese Menschen hatten alle keine tatsächlichen oder eingebildeten Feinde!

„Humorvoll“ war keiner von ihnen. Im Gegenteil. Sie nahmen sich die Dinge „zu sehr zu Herzen“. Es fehlte ihnen die Distanz, die ja auch Voraussetzung für Humor ist. Allen diesen Menschen, die aus eigenen Stücken gingen, fehlte Lockerheit im Umgang mit den Problemen. Die Probleme „wuchsen ihnen über den Kopf“.

Die Frage Cui bono? stellt sich im Falle Kirsten Heisig weiterhin.

Heisig-Interview wandert ins Archiv – Quotenmeter.de
„Diese Frau wurde ihrem Ruf mehr als gerecht in der Sendung“, berichtet der erfahrene TV-Journalist im Interview mit Quotenmeter.de. Sie sei bei ihm sehr entschieden, eloquent, konsequent aber auch humorvoll aufgetreten, beschreibt Hahne die 48-Jährige.“ Auf die Frage, ob sie denn nicht Angst hat, meinte sie: „Nein, überhaupt nicht. Die arabischen Jugendlichen achten mich“, berichtet Hahne weiter.

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Juli 062010
 

Tag der Zeugnisverteilung. Tag der Rechenschaft. Stimmung: im besten Fall durchwachsen. Eigentlich eher niedergeschmettert. Das Zeugnis der Grundschule legt einen schonungslosen Bericht ab. Unter anderem erhalten wir die Ergebnisse des VERA-Tests. Lässt alles sehr tief blicken.

Passend dazu der Bericht in der Berliner Morgenpost heute auf S. 2:

Integrationsbericht – Die Bildungsoffensive scheitert bei den Migranten – Politik – Berliner Morgenpost

Was mich am Selbstmord Kirsten Heisigs erschüttert, ist, dass sie offenbar keine Hoffnung mehr hatte.

Wenn man einmal das ganze Ausmaß der Probleme – kulturelles Vakuum, massive Bandenkriminalität, Intensivtäter, gezielte Unterwanderung und Ausbeutung der deutschen Sozialsysteme von innen und von außen, jahrzehntelange Korruption und Kriminalität in Berlins Politik und Verwaltung – durchschaut, wie das – neben wenigen anderen – Kisten Heisig tat, muss man unbedingt sofort das Bündnis mit den wenigen anderen suchen, die ebenfalls die Lage an der Migrantenfront zutreffend einschätzen und sich nicht – wie üblich – in einem fort in die Tasche lügen.

Das Berliner Grundschulwesen ist durch die Lage an der Migrantenfront hoffnungslos überfordert.

Man muss recht früh die Öffentlichkeit suchen.

Sonst verzweifelt man nahezu naturgesetzlich. Man wird krank. Man arbeitet sich kaputt. Man vereinsamt.

Man wird in einen Strudel aus lauter negativen Nachrichten gezogen, aus dem man ohne Beistand von außen nicht mehr herauskommt.

„Wir haben es nur mit der negativen Auslese zu tun.“ So Kirsten Heisig in einer Antwort an diesen Blogger beim Hearing der CDU-Bundestagsfraktion im Jahr 2008.

Wichtig wäre: positive Auslese fördern und sehen! Keime der Hoffnung säen!

Und man muss unbedingt in seinem Privatleben das Schöne und das Erfreuliche pflegen! Das kann ein Hobby sein, das kann eine künstlerische Betätigung sein. Das kann und soll die Familie sein. In jedem Fall darf man sich nicht verschlucken lassen.

Offen gesagt: Zweifel an der offiziellen Selbstmord-Darstellung bleiben in mir bestehen. Wieso wurde die Richterin erst 5 Tage nach dem Verschwinden in unmittelbarer Nähe des Autos (200 Meter oder 500 Meter entfernt, ja was nun?) erhängt gefunden, und zwar nach mehreren Tagen intensivster Suche? Wir sind gewarnt durch den angeblichen Selbstmord Lars-Oliver Petrolls, des Aubis-Mitarbeiters. Auch da erfuhren wir: erhängt. Ebenfalls ohne Abschiedsbrief. Aber der Terminplaner, die elektronische Ausstattung dieses besten denkbaren Kronzeugen im Bankenskandal von 2001 waren und blieben  verschwunden.

Und so wurstelt und werkelt unser Bundesland Berlin weiter vor sich hin.

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Nachdenken über eine Mutige, die gegangen ist

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Juli 052010
 

Nachdenken über eine Mutige.  Ihr nachdenken, ihrem Tod nachdenken. Das Gefühl, es im nachhinein irgendwie verstehen zu können, dass sie gegangen ist. In allem spürbar: dieses Unverstellte, Ungeschützte, diese Bedingungslose an ihr. Ihre Fähigkeit, das auszusprechen, worüber andere nur hinwegglitten. Ihr Wille, aus dem Rollenprofil herauszutreten. „Es ist als Richter nicht Ihre Aufgabe, die Gesellschaft besserzumachen. Sie haben das Recht anzuwenden.“ Dieser Anspruch – jeder Erstsemester lernt ihn. Er genügte ihr offenbar nicht. Sie sah auf die Menschen, die vor ihr standen. Diese Qual, von früh bis spät nicht ernstgenommen zu werden von denen, über die das Gesetz dir Macht verlieh.

„Als Strafrichter wird es dir irgendwann langweilig. Du wirst von früh bis spät angelogen. Am Anfang glaubst du, du könntest was bessern oder bekehren. Und irgendwann arrangierst du dich. Du lässt deine Fälle im Gericht und gehst nachhause.“

„Wir haben es nur mit der negativen Auslese zu tun.“ Da hätte man ansetzen können. Dieses Starren aufs Negative, das auch nach Feierabend noch weiterging. Wo waren Sieg und Siegesbeweise aus dem von ihr vertretnen Reich? Den Beweis. Ein hehres Wort. Den gab es nicht. Wo bleibt das Positive? Ja. Wo blieb sie – die positive Auslese.

Diese Mühsal der Integration, der Inklusion.  Die wenigen, die wirklich sich einlassen auf das Du – ob nun im Gerichtssaal, ob im Gefängnis, ob in der Schule, ob in der Elternarbeit – die werden immer wieder hart an die Grenze der endgültigen Erschöpfung geführt. Die könnten mit den Fäusten antrommeln gegen bequemes Schweigen, gegen Hartherzigkeit und lockere Parolen, die nichts ändern. Also – nehmen wir das Ganze als Spiel.

Nein. Kein Spiel. Zähe, wiederholte, unablässige Arbeit am Du. Ein Knochenjob, hinter dem niemals dauernde Zufriedenheit erscheint. Bei allem Gerede entsteht der Eindruck eines schalltoten Raums. Betäubend.

Und so – das Einsteigen ins Auto. Das Fahren. Das Anhalten. Das Abwürgen des Motors. Die Suche. Irre Kinderverse im Ohr. Suche die Buche. Und dann steht sie da. Einladend.

Der ganze Rest  ist leichter als befürchtet.

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Juli 022010
 

Deutschland  kennt keinen institutionellen Rassismus. Das Wort Rasse ist ohne jede Bedeutung in unserer demokratischen Grundordnung. Die Bundesrepublik ist ebensowenig ein rassistischer Staat wie etwa die USA, die Schweiz, das heutige Südafrika.

Woher kommen aber immer wieder die Klagen über den „Rassismus der Deutschen“? Meine Vermutung: Diese Klagen speisen sich teils aus persönlichen Erfahrungen der Kränkung, des Nicht-Angenommen-Werdens, teils werden sie in opportunistischer Absicht von Verbandsvertretern vorgetragen, um die Bedeutung der eigenen Organisation hervorzuheben und Gelder für Projekte, Aktionen, Posten zu erlangen. Es klappt.

Deutschland hat Probleme mit Fettsucht, mit Bewegungsarmut, mit Trunksucht, mit 5000 Verkehrstoten pro Jahr, mit Egoismus, mit Hartherzigkeit, mit Arbeitslosigkeit, mit schlechten Deutschkenntnissen, mit Bildungsverweigerern, mit Staatsschulden. Es hat kein größeres Problem mit Rassismus.

Beliebiger Beleg: Die Aktionen zur Marwa-el-Sherbini-Gedenkfeier in Dresden. Ich kenne Dresden von vielen Aufenthalten. Ich kenne dort persönlich viele Deutsche und viele Ausländer. Es gibt dort in den Herzen der Menschen genauso Gutes und Böses wie überall sonst auch. Dass Dresden insgesamt eine fremdenfeindliche oder rassistische Stadt sei, wie mitunter behauptet wird, ist abwegig.

Lest den Tagesspiegel:

Fremdenhass: Gedenkstunde für Marwa al Sherbini – Politik – Tagesspiegel
„Die behauptete Weltoffenheit Dresdens ist nach wie vor Fiktion.“ In den kommunalen Leitlinien stünde, dass Deutschkenntnisse der Schlüssel zur Integration seien, sagte Thum. „Nur schützen sie nicht vor Alltagsrassismus und Diskriminierung durch Behörden. Das Problem heißt Rassismus, daran führt kein Weg vorbei.“

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„Jeder ist willkommen. Wir sind dabei.“

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Juli 012010
 

01072010.jpg Ein kurzer Besuch führte mich heute in die Sonnenalle. Auf der Suche nach den neuen Deutschen. Dort lernte ich endlich Ibrahim Bassal kennen, der mir sogar ein Interview gewährte. Darin fragte ich ihn, was er sich von dem neuen Bundespräsidenten erwarte. Ich postete es mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis auf Youtube.

Ibrahim vertritt ein stark an den Werten von Leistung und Gemeinsinn orientiertes Pflichtethos. Es erinnert mich an die Pflichtauffassung der Deutschen in den frühen sechziger Jahren. Diese prägten meine Kindheit.

Und ein bisschen Spaß darf auch dabei sein.

„Jeder ist willkommen. Wir sind dabei.“ « Die neuen Deutschen

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Juni 292010
 

Man muss positive Botschaften aussenden! Das erfahre ich als Radfahrer immer wieder. So erzeuge ich bei Gesprächen gleich eine gute Stimmung, wenn ich erzähle, dass ich oft gelobt werde, wenn ich bei Rot anhalte. „Sie HALTEN ja bei ROT! Das ist aber schön!“ Tja, so fällt man auf!

Das Beste in dieser Art erfuhr ich vor zwei Tagen, als ich von der Möckernstraße in die Stresemannstraße einbog. Selbstverständlich mit deutlichem Handzeichen.

Ein vielleicht 9-jähriger Junge rief mir zu: „Tolles Handzeichen!“ Das freut mein Radlerherz natürlich. Hey, Jungs: Das kann man auch nachmachen! Gute Laune steckt an!

Unser Bild zeigt ein Stillleben am Kottbusser Tor, aufgenommen heute.

Verkehr: Radler sind oft selbst schuld an Unfällen – Polizei & Justiz – Berlin – Tagesspiegel
20 Fahrradunfälle pro Tag
Fast 20 Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung gibt es in der Stadt jeden Tag, die meisten montags und dienstags. Und noch etwas ist bei Unfällen mit Radfahrern die Regel: Wie bei den aktuellen Zusammenstößen am Montag hat der Radfahrer verbotenerweise die Straße gekreuzt oder sich falsch in den Fließverkehr eingeordnet. Tödlich verunglückten im vergangenen Jahr neun Berliner Radfahrer, bei Unfällen mit Fahrrädern starben außerdem zwei Fußgänger. 2008 waren es insgesamt zwölf Tote, in diesem Jahr starb bis jetzt ein Radler. Besonders gefährlich für alle – auch ordnungsgemäß fahrende – Radler sind abbiegende Lastwagenfahrer, nicht zuletzt wegen des „toten Winkels“.

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Juni 292010
 

04032010013.jpg Recht unbeliebt mache ich mich regelmäßig bei den lieben&guten, den klimaschützenden  Menschen par excellence, den radfahrenden Menschen beiderlei Geschlechts, wenn ich mich für ein verändertes Verhalten im Verkehr einsetze: „Wir Radfahrer müssen bei uns selbst anfangen. Wir sollten Vorbild sein! Nicht zuletzt für die Kinder!“ Meistens wird sofort die Retourkutsche gefahren: „Schau dir doch nur die Autofahrer an!“ Ich verstumme dann meist.

Allerdings stelle ich mit Genugtuung fest, dass auch die Berliner Polizei eine „exorbitant“ hohe Zahl von Regelverstößen den PKW-Fahrerinnen und -fahrern öffentlich ankreidet. Dazu bedürfte es eigentlich keiner Geräteüberwachung. Schon mein damals siebenjähriger Sohn, ein Lokomotivführer und selbsternannter Hilfspolizist, wies mich immer wieder auf die kleinste Tempo-Sünde hin, solange ich noch Auto fuhr. Etwa im Tiergartentunnel: „80 ist vorgeschrieben, nicht 81!“

Wir nahmen aus unserem moderat motorisierten Renault Modus immer wieder zur Kenntnis, dass wir in all unserer Bescheidenheit die einzigen waren, die sich an die Tempobeschränkung hielten. Alle anderen fuhren schneller. Und dieses Erlebnis hatten wir immer wieder.

Solange die meisten Autofahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten, stehen meine Karten in der Tat schlecht, wenn ich unter den Radfahrenden für mehr Rücksicht und Regeltreue eintrete.

Das Thema greift dankenswerterweise die Polizei erneut auf:

Verkehrskontrollen in Berlin: Immer mehr Raser – doch Parteien sind gegen neue Blitzer – Verkehr – Berlin – Tagesspiegel
In Berlin werde „immer rücksichtsloser“ gefahren, beklagt Polizeidirektor Wolfgang Klang seit Jahren. Doch im vergangenen Jahr ist die Verkehrsmoral nun sprunghaft schlechter geworden: Um 35 Prozent nahm die Zahl der durch überhöhtes Tempo verursachten Unfälle zu – von 4651 auf 6348. Alle anderen wichtigen Unfallursachen wie Vorfahrt missachten und Abbiegefehler gingen dagegen zurück. Noch eine Zahl schreckt auf: Viele Jahre lang war der „Spitzenreiter“ der in einer Tempo-30-Zone erwischten Raser etwa 100 Stundenkilometer gefahren. Im Jahr 2009 lag der Rekord bei 141 kmh.

Bild: Vorgezogener Aufstellstreifen für Radfahrer in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Vorbildlich!

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Wir brauchen einen „Fahnen-Streit“

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Juni 282010
 

13062010002.jpg Linksautonome Truppenteile randalieren in Neukölln und anderswo, zerreißen die Nationalflaggen der neuen Deutschen. Nicht so in Kreuzberg! Unser Bild zeigt die deutsche Nationalflagge unversehrt im Kreuzberger Prinzenbad.

Erfolgreiche Einwanderungsländer wie Kanada oder USA setzen auf die Treue zur neuen Fahne. In jeder kanadischen Schule, in jedem US-amerikanischen öffentlichen Gebäude steht die Flagge der neuen Heimat. „Das ist unser Land. In diesem Staat herrscht das Recht der Freiheit. Und das Beste: Du gehörst dazu!“

Gerne würde ich die linksautonomen Truppenteile, die meinen Landsleuten in Neukölln die Fahnen ihres Vaterlandes zerstören, einmal nach Saudi-Arabien, nach Nord-Korea, nach Kuba, nach Kolumbien, in den Gaza-Streifen oder nach Perù schicken. Dort sollten sie ihre Übung wiederholen.

„Verkehrte Welt“: Autonome zerstören Deutschland-Fahnen türkischer Berliner – Berlin – Tagesspiegel
„Wir leben und arbeiten seit Jahrzehnten in Berlin, unsere Kinder sind hier geboren. Wo ist das Problem? Ist doch klar, dass wir zu Deutschland halten. Was hat das mit den Nazis zu tun?“

Wir brauchen die Flaggen Berlins, Deutschlands und der Europäischen Union in jeder Grundschule Kreuzbergs, Friedrichshains, Neuköllns und Weddings.

Alle Kinder, die hier geboren werden, hier aufwachsen und zur Schule gehen, müssen erfahren können: „Du gehörst dazu. Das ist dein Land. Du bist ein deutsches Kind.“

Die linksautonomen Truppenteile sollten – wie gesagt – in den Bildungsurlaub nach Saudi-Arabien, nach Nord-Korea, nach Kuba, nach Kolumbien, in den Gaza-Streifen, in die Türkei oder nach Perù geschickt werden. Sie werden gerne zurückkommen. Sie werden sich dann gerne zur deutschen Fahne bekennen.

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Juni 272010
 

Hier im Bundesland Berlin herrscht eine unfassbare, eine überbordende, eine nur mit den besonderen geschichtlichen Umständen erklärbare Staatsverliebtheit und Staatsverquicktheit. Alle Berliner Parteien sind mehr oder minder in ihr befangen! Bei jedem sozialen Problem, das irgendwo auftritt, wird sofort laut und vernehmlich nach dem Fürsorgestaat gerufen: egal ob erhitzte Atmosphäre, vereiste Gehsteige, vermüllte Parks, versiffte Grillroste, vergeigte Bildungstests … stets richtet ein anderer (die  Klimaerwärmung, das saukalte Wetter, der Bürger, der Senat) das Chaos an, und der Staat soll hinterherputzen und hinterherwischen. Der Staat wächst zur generellen Problemwegputzmaschine heran!

Es gibt leider noch keine Partei in Berlin, die dieses Problem im Geiste der Subsidiarität angegangen wäre. Schade, schade! Es treibt mich fast zur Verzweiflung, es treibt mich geradezu zum lärmenden, lauten Protest!

Neuestes Beispiel: Die zunehmenden psychiatrischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Ich halte diesen Trend – der statistisch belegt ist – für zutreffend beobachtet. Ich selbst sehe über die Jahrzehnte hin ebenfalls immer mehr auffällige, vernachlässigte Kinder, die irgendwie verrückt spielen. Kinder, die ihren eigenen Stiefel leben, ihre eigenen Nägel wundkauen, die ihre Eltern als Hoteliers betrachten und ansonsten ihre Tage an der Playstation vergeigen.

Wer ist SCHULD daran?  Die Antwort im Bundesland Berlin lautet stets: der STAAT. Der Staat liefert nicht genügend Schulstationen, nicht genügend Psychiater, nicht genügend Lehrer, er wischt die Toiletten der Schüler nicht oft genug sauber (die Blasenentzündung!), sodass die armen Kinder ständig klagen und jammern, schreien und beißen müssen. Der STAAT ist also an allem schuld, da er nicht genug ANGEBOTE für seine unglücklichen Bürger bereitstellt.

Lest hier nur den neuesten Anklageerhebung gegen den STAAT im heutigen Tagesspiegel:

Schule: Immer mehr psychische Auffälligkeiten bei Grundschülern – Schule – Berlin – Tagesspiegel
Immer häufiger kommen in die Psychiatrie-Ambulanz des Klinikums Erst-, Zweit- und Drittklässler, die aufgrund von Lernstörungen und sozialen sowie psychischen Auffälligkeiten in der Schule scheitern. Und immer mehr solcher „Problemkinder“ würden produziert, warnen Ärzte, Lehrer und Psychologen. Durch die für viele Kinder zu frühe Einschulung im Alter von fünf Jahren, durch Streichung von Förderklassen, durch Mangel an Lehrern und weiterem pädagogischen Personal.

Was sind also gemäß den Fachleuten die Ursachen der schweren Störungen bei den Kindern?

a) die für viele Kinder zu frühe Einschulung im Alter von fünf Jahren
b) die Streichung von Förderklassen
c) der Personalmangel

Dieser Diagnose ist nicht zuzustimmen. Ich halte sie für grundfalsch. Die Ursache all dieser Störungen bei den Kindern ist nicht ein Versagen des Staates, sondern ein Versagen der Familien. Und an die Familien müssen wir herantreten. Die Familien tragen zweifellos die Hauptverantwortung für die psychische Gesundheit, für das Gedeihen der Kinder.

Wir haben sehr, sehr viele versagende, scheiternde, zerbrechende, sich abschottende Familien. Das halte ich für die mit Abstand wichtigste Ursache des Kinderelends.

Diese Ursache muss benannt werden! In einem zweiten Schritt muss diskutiert werden, wie die Lage zu verbessern ist.

Die staatlichen Hilfsangebote können nicht beliebig erweitert werden. Die Versorgung der Familien durch den Staat entmündigt. Die Familien müssen ertüchtigt werden, gesunde, lebensfrohe, glückliche Kinder zu erziehen – ohne weiteren Eingriff des Staates.

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„Darf ich nicht stolz auf Deutschland sein?“

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Juni 262010
 

26062010003.jpg Na, zu welchem Land gehört diese Nationalflagge, die derzeit den Hof eines Kreuzberger Mietsquartiers ziert? Slowakei! Ich finde es gut, dass die Bewohner ihre Sympathie und ihre Unterstützung für die verschiedenen Länder öffentlich bekunden!

Die ganze verhängsvolle Stigmatisierung des Begriffs „Migranten“ zeigt sich im Neuköllner Flaggenstreit: Vermummte gewalttätige linksautonome Truppenteile drohen einigen seit vielen Jahren eingebürgerten Deutschen, sie sollten endlich die Flagge des neuen Heimatlandes entfernen. Begründung: „Ihr seid doch nur Migranten!“

Ich meine: Genauso wie die Türken bei ihren Hochzeiten hier in Kreuzberg stolz die türkische Flagge zeigen, muss es in Deutschland auch den „alten“ und „neuen“ Deutschen erlaubt sein, die deutsche Nationalfahne zu zeigen. Mindestens während der Weltmeisterschaft.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: In jeder Berliner Schule, vor allem in Kreuzberg, Wedding und Neukölln, sollte deutlich sichtbar eine Nationalflagge angebracht sein – wie in anderen Einwanderungsländern auch, etwa in USA oder Kanada. Die Nationalflagge erleichtert die Identifikation mit dem neuen Heimatland. Sie ermöglicht den Kindern Orientierung. Sie wissen dann: „Dies ist Deutschland. Dies ist eins der freiesten Länder Welt. Und das Beste: Ich gehöre dazu!“

Es ist schon bemerkenswert, dass die neue, prachtvolle Omar Ibu Al Khattab Moschee bei der Eröffnung durch eine Europa- und eine Deutschland-Flagge ihr klares Bekenntnis zu diesem Staat Bundesrepublik Deutschland und zur Europäischen Union abgelegt hat. Das halte ich für ein sehr gutes Zeichen.

Die Neuköllner Linksautonomen sollten mal nach Nordkorea, nach Kuba, nach Syrien, nach Russland, in den Gaza-Streifen oder nach Saudi-Arabien gehen und schauen, ob sie dort dieselbe Freiheit hätten, anderen Staatsbürgern die Landesfahne zu verbieten, sie zu zerstören und zu zerreißen.

Schwarz-Rot-Gold – In Neukölln ist ein Fahnenstreit entbrannt – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost
„Am Tag kommen Leute aus der linken Szene vorbei und beschimpfen uns“, sagt Bassal. Sie fordern Bassal auf, die Fahne abzuhängen und werfen ihm Nationalismus vor. Doch der schüttelt darüber den Kopf. „Darf ich nicht stolz auf Deutschland sein?“, fragt der eingebürgerte Ladenbesitzer. In den vergangenen Tagen ist die Lage eskaliert. Mehrmals versuchten Unbekannte die Fahne von der Häuserfront zu entfernen. Einmal wurde sie in Brand gesetzt, einmal verschaffte sich eine Gruppe Zugang zum Dach des Hauses und schnitt die Fahne ab. In der Nacht zu Freitag tauchten dann 16 schwarzgekleidete Leute auf und forderten den Ladenbesitzer erneut, die Fahne abzuhängen. Die Stimmung war hitzig, berichten Bassal und Mohammed. Demnach wollten die ungebetenen Besucher ihnen verbieten, die Fahne hängenzulassen. „Aus ihrer Sicht sind wir Migranten. Sie verstehen nicht, dass Deutsche Deutschland verteidigen, die nicht deutschstämmig sind.“ Alle Familienmitglieder sind seit vielen Jahren eingebürgert. Aus Sicht der Fahnengegner müssten Migranten Migranten bleiben. Bevor die Polizei in der Nacht eintraf, waren die Vermummten verschwunden.

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