Immer wieder erkundige ich mich bei aus Libanon zugewanderten Berlinerinnen und Berlinern nach der neuesten Lage in Libanon. Gesamteindruck: Die etwa 10 wichtigen ethnischen und religiösen Gruppen leben recht und schlecht nebeneinander her, man geht sich weitgehend aus dem Weg, ebenso wie auch in Kreuzberg etwa.
Der autoritär-paternalistisch geführte Staat ist in der Hand der wenigen regierenden Dynastien, die Lage der Palästinenser und der Kurden bleibt zutiefst prekär und unwürdig, die Bedeutung der Christen nimmt ab, jedoch ist ihre soziale Stellung noch weitgehend gesichert, auch wenn viele Christen in europäische Länder oder in die USA auswandern – oder auswandern möchten.
Dass der Libanon jemals wieder wie bis in die 70er Jahre zur „Schweiz des Nahen Ostens“ werden möchte, ist ein frommer Wunsch, der wohl unerhört bleiben wird.
Mit besonderem Gewinn las ich kürzlich das Buch von Joumana Haddad: „Wie ich Scheherazade tötete. Bekenntnisse einer zornigen arabischen Frau.“ Ich empfehle dieses Buch allen, die sich für Libanon und Libanon-Flüchtlinge interessieren.
Vor allem wird man lernen, dass „die Araber“ in sich eine enorme ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt bieten. Es gibt auch christliche Araber. Aus einer katholischen Familie stammt etwa Joumana Haddad. Die reichhaltig bestückte Bibliothek ihres Vaters bot ihr von früher Kindheit an Gelegenheit, ihre Selbständigkeit als eigenwilliges Mädchen zu entfalten, ihr Recht auf selbstbestimmte Sexualität durchzusetzen.
Damit einhergehend, fordert sie die Freiheitsrechte, die sich selbst genommen hat, auch für alle anderen arabischen Frauen ein. Zitat:
„Ja, ich bin ein Frau, bin es in aller Selbstverständlichkeit, mit Stolz, ohne Einschränkungen und in höchstem Maße. Aber in Gottes Namen, schafft mir endlich dieses Rosa samt allen zugehörigen Klischees aus den Augen! Ich weiß noch, wie ich einmal mit einem Onkel aneinandergeriet, der es gewagt hatte, mir zum Geburtstag eine Miniaturküche, komplett mit Waschmaschine und Bügeleisen zu schenken.“
Nun, betroffen schweige ich. — Ich habe leider keine Töchter.
Meinen Söhnen habe ich (wie ich gestehen muss) niemals eine Miniaturküche oder Puppen geschenkt. Sie haben stets nach Autos, LKWs und Zügen verlangt. Wir besitzen foglich eine satte Sammlung an Spielzeug-Autos, -LKWs und -Zügen. Und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der beteiligten Männer. Was ist ein typischer Mann?
Heute radelte ich zum Brandenburger Tor, um dem Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel meine Aufwartung zu entbieten. Ein so sympathischer junger Mann! Vorbildlich! Aber er spielt halt nur mit Autos! Ist er unfrei, weil er nicht mit Puppenküchen spielt? Nein! Ich sah das Sebastian-Vettel-Video auf der Großbild-Leinwand und muss sagen: Er kocht auch! In echt! Er kann auch Italienisch! Der perfekte Mann – kann autofahren, kann kochen – und kann sogar Fremdsprachen! Befreite Frauen, was wollt ihr mehr vom Manne?
Eifert ihm nach!
Quelle: Joumana Haddad: Wie ich Scheherazade tötete. Bekenntnisse einer zornigen arabischen Frau. Aus dem Englischen übersetzt von Michael Hörmann. Verlag Hans Schiler, Berlin 2010, hier: S. 84
7114 libanesische Staatsbürger leben in Berlin, davon erhalten 10300 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch – also etwa 144 Prozent. Das ist unlogisch. Die statistische Erfassung unserer migrantischen Mitbürger ist fast unmöglich, das werden alle Sozialämter bestätigen. Es gibt offenkundig enorm viel Betrug und Schwindelei.
Logischer sind die Zahlen bei den in Berlin lebenden türkischen Staatsbürgern. Von den 105 000 in Berlin lebenden türkischen Staatsbürgern beziehen 56 000 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Somit beziehen also etwas mehr als die Hälfte der Berliner türkischen Staatsbürger ihren Lebensunterhalt aus der deutschen Sozialhilfe. Eine alarmierende Zahl.
Noch einmal sei es laut und deutlich verkündet: Jeder, der seinen Aufenthalt auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland hat, hat damit auch Anspruch auf Sozialleistungen – Ausländer allerdings erst nach Ablauf von drei Monaten (siehe SGB II, § 7). Deutsche Staatsbürger im Ausland haben hingegen grundsätzlich keinen Anspruch auf Sozialleistungen – weder auf die Deutschlands noch auf die des Gastlandes.
Wir sind als Land schon verdammt attraktiv!
Georg Classen vom Flüchtlingsrat wird wie folgt zitiert: „Schließlich sind sie ja auch alle traumatisiert durch den Krieg im Libanon„. I wo. Woher bezieht er diese Kunde? Die allermeisten „Libanesen“ sind doch mittlerweile unter 25 Jahre alt – wie sollten die durch ein Ereignis traumatisiert sein, das 30 Jahre zurückliegt?
Das ist doch die fromme Mär, die uns immer wieder aufgetischt wird, um das exorbitant hohe Gewaltniveau zu beschönigen. Ein grotesker Irrtum.
Die Berliner „Libanesen“ sind für mich ganz normale Menschen. Viele haben die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, da sie ihre Pässe und Identitätsnachweise gezielt vernichtet haben. Die etwa 200.000 Libanonflüchtlinge, die um 1990 einwanderten, machen mittlerweile eine stark angewachsene Gemeinde in ganz Deutschland aus, wo jeder jeden kennt und auch bewacht. Statistisch sind sie überhaupt nicht mehr zu erfassen, aber in immer mehr West-Berliner Grundschulen bilden sie eine starke Minderheit, an einigen schon die absolute Mehrheit der Kinder.
Wenn diese Kinder nicht zu ganz normalen deutschen Staatsbürgern ohne Sonderbewusstsein erzogen werden, droht uns spätestens in 10-15 Jahren eine Zeitbombe an sozialen Problemen. Dann werden unsere Sozialetats noch einmal ansteigen und vielleicht 40 oder 50 Prozent der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung betragen.
Die „Libanesen“ sollten spätestens jetzt die Arbeitserlaubnis bekommen haben. Die meisten sind übrigens Kurden ursprünglich türkischer Herkunft, die meisten sprechen einen arabischen Dialekt als Muttersprache, waren im Libanon keine Staatsbürger mit vollen Rechten.
Ich habe viele Gespräche mit ihnen geführt, kenne ihre Lage persönlich.
Mein Eindruck: Sie haben es sich über die Jahrzehnte hin recht behaglich eingerichtet, lassen von ihren selbsternannten professionellen Vormündern immer wieder die Legende von den „schwer traumatisierten Bürgerkriegsflüchtlingen“ auftischen. Unsinn! Sie haben sich in ein nahezu undurchdringliches Gespinst aus Sozialhilfeexistenz, Legendenbildung und Anspruchsmentalität eingebürgert, an dem die Journalisten fleißig mitweben. In und von diesem wattigen Gespinst leben mittlerweile auch viele Sozialarbeiter, Familienhelfer, Bewährungshelfer, Flüchtlingsinitiativen usw.
Dieser Kokon aus Märchen und Mythen sollte endlich zerrissen werden, indem man die „Libanesen“ zum Arbeiten anhält, sie zu normalen „neuen Deutschen“ erklärt, die üppigen Sozialleistungen streicht und ansonsten die Menschen etwas weniger verzärtelt und verwöhnt und sie weniger allein lässt.
Sonst fahren sie mit uns weiterhin nach Belieben Schlitten.
Hier noch zwei kleine Tipps zur Vertiefung:
Zum Thema der angeblichen „Traumatisierung“: K. Heisig, Das Ende der Geduld, Freiburg 2010, S. 85
Zum Thema „Unmöglichkeit einer statistischen Erfassung“: T. Sarrazin (Achtung, verfemter Autor, nur heimlich lesen!), Deutschland schafft sich ab, München 2010, 1. Auflage, S. 302
Theater Russische Bühne
Kurfürstenstraße 123
10785 Berlin
An der Urania
Eintritt 15 / 10 Euro. Kinder bis 14 Jahren haben freien Eintritt.
Kartenreservierungen unter Tel. 0151 152 17 998
Am Wochenende erwarten mich wieder zwei tolle multikulturelle Ereignisse: das Requiem von Verdi am kommenden Sonntag, und zunächst das Liederkonzert am morgigen Samstag!
„Ja warum GEHEN Sie denn nicht zu integrationspolitischen Veranstaltungen, Herr Hampel, wo Sie sich doch so für Integration interessieren?“ So einer der zahlreichen Vorwürfe, denen ich immer wieder begegne.
Freunde, gute Frage! Ich muss gestehen, ich bin der integrationspolitischen Debatten in der jetzigen Form schon fast überdrüssig.
„Machen, nicht reden!“ „Von einem Papier allein ändert sich gar nichts!“, so Burkard Dregger, mein Parteifreund.
In der Tat. Deutschland ist das Land, in dem man Schokolade von der Straße essen kann. Wozu also das ganze Gerede von Integration?
Meine Hauptsätze zur Integration:
Die Hauptprobleme sind – in dieser Reihenfolge:
Überversorgung durch staatliche Leistungen in Deutschland
Fehlsteuerungen im Sozialsystem, daraus herrührend eine schrankenlose Anspruchsmentalität bei Einheimischen und Zuwanderern
Politik wird im Bundesland Berlin leider noch zu stark als Verteilungspolitik betrieben
Pflichtverweigerung durch die einzelnen Menschen
Gewollte Fehlsteuerung des Staates in den Herkunftsländern, insbesondere Türkei, Libanon, Russland und Syrien. Diese Länder haben uns die Menschen geschickt, die sie selbst nicht versorgen konnten und wollten oder nicht haben wollten
Sozialbetrug in Deutschland – ein weit unterschätztes Problem
Verfehlte Grundhaltung bei Zuwanderern und Einheimischen
Zuviel Vertrauen in Geld, zu wenig Vertrauen in die Persönlichkeit
Mangel an offenen Herzen
Mangel an Nächstenliebe
Ideologische Verblendung
Mangelnde Eingeständnisse eigener Fehler bei Bürgern, Politikern, Zuwanderern und Einheimischen
Kulturelle Verunsicherung der Deutschen
Ansonsten ist ja mein persönliches Leben hier in Kreuzberg nichts anderes als eine dauernde Integrationsbaustelle. Ich bin amtlich Teil einer migrantischen Familie! Zuhause wird oft nicht Deutsch gesprochen. Ich leiste einen winzigen Beitrag zur Integration durch Elternarbeit, durch Einbeziehung migrantischer Familien in allerlei Aktivitäten kultureller Art.
Und ja, ab und zu besuche ich noch politische Veranstaltungen zum Thema „Integration“. Aber nicht mehr viele.
Ich BITTE doch recht herzlich um Verständnis.
Morgen gibt’s ein Multi-Kulti-Konzert. Gut für die Integration. Dieser ärmliche Blogger aus Kreuzberg wird den Moderator geben und fremdländisches Wortgut in sein geliebtes Deutsch übertragen.
Ein Riesenproblem für Kitas und Schulen sind negative Schlagzeilen. Es geht um Arbeitsplätze, Jobs, Gelder. Wenn die Schülerzahlen wegen negativer Presse wegbrechen, sind Schulen im Bestand gefährdet.
In den Kitas wird deshalb gerne auf die Wünsche der Mehrheit der Eltern eingegangen. Und wenn die Schweinefleisch ablehnen, wird die Einrichtung schweinefleischfrei gemacht. Und wenn die Eltern leichte Bekleidung der Kinder in der Kita ablehnen, wird die Kleiderordnung geändert. Und wenn im Ramadan gefastet wird, dann werden die Veranstaltungen entsprechend gestrichen. Alle Kinder müssen sich sittsam verhalten. Was ist sittsam? Das bestimmen die neuen Mehrheiten! Wir anderen müssen uns anpassen. Dieser Prozess ist im vollen Gange, nur darf man nicht darüber reden.
Der Fall des Sozialarbeiters Thomas Knorr ist ein beredtes Beispiel. Er verlor seine Stelle, weil er Tacheles redete. Er plauderte dienstliche Wahrheiten aus. Damit schadete er der Einrichtung. Denn wenn sich solche Wahrheiten rumsprechen, leidet die Einrichtung an Auszehrung. Ihr droht die Schließung.
Über absolut fundamentale Dinge wie richtiges Essen und richtige Kleidung setzen die neuen Mehrheiten ihren Willen durch. Die Institutionen müssen sich ihnen anpassen.
Kürzlich besuchte ich den Rütli-Campus, sprach mit den Leuten vor Ort. Hier haben sie es natürlich ganz clever gemacht: Man leugnete die Negativpresse nicht, sondern drehte den Spieß um: „Gebt uns viel mehr Geld, gebt uns Lehrer, baut uns ’ne tolle Schule hin, dann wird es besser!“ Clever gemacht. Die anderen Schulen haben das Nachsehen.
Man muss Integration von der Familie her denken! Wie schafft man es, das bestmögliche Leben für seine Familie zu sichern? In welchem Land? Türkei oder Deutschland? Libanon oder Deutschland?
Ich studiere das SGB, das berühmt-berüchtigte Sozialgesetzbuch. Wer hat Anspruch auf Sozialhilfe der Bundesrepublik? Alle Deutschen? Nein! Deutsche, die im Ausland leben, haben keinen Anspruch auf Sozialhilfe, siehe SGB XII, § 24.
Umgekehrt gilt: Alle Ausländer, die sich „tatsächlich“ in Deutschland aufhalten, haben Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt, Hilfe bei Krankheit, Hilfe bei Schwangerschaft und Mutterschaft sowie Hilfe zur Pflege, siehe SGB XII, § 23.
Ausländer, die im Besitz einer Niederlassungserlaubnis oder eines befristeten Aufenthaltstitels sind und sich voraussichtlich dauerhaft im Bundesgebiet aufhalten, haben hingegen uneingeschränkt Anspruch auf alle Leistungen der Sozialhilfe.
Jeder verantwortungsbewusste arbeitslose Familienvater weiß, welche Wahl hier zu treffen ist!
Es ist gegenüber der Familie, gegenüber den eigenen Kindern kaum zu verantworten, wenn man sich als in Deutschland lebender Ausländer aus der deutschen Sozialhilfe zurück ins Herkunftsland auf den Weg macht!
Wieso sollte man die Existenzsicherung der Sozialhilfe riskieren? Denn was erwartet einen da in der Türkei oder in Libanon?
Auf diese Weise erklärt es sich, warum immer mehr Grundschulen Berlins eine De-facto-Mehrheit an Schülern aus Sozialhilfefamilien in sich scharen. Es ist eine große Verantwortung, diese Kinder aus der Aussicht aus Sozialhilfe herauszuführen. Allerdings halte ich es nach jetziger Rechtslage für fast unmöglich.
Wirklich gut ist das Interview mit Nadja Vancauwenberghe auf S. 24-25 der heutigen taz! Allein schon der Ausdruck „schöne, gemütliche Blase“ gefällt mir! „Berlin ist ihre Heimat, sie lebt hier in einer schönen gemütlichen Blase.“ Zustimmung! In der Tat besteht Berlin weitgehend aus lauter solchen schönen gemütlichen Blasen, in denen es sich die Blasenbewohner behaglich eingerichtet haben.
Und dann wird gejammert und geklagt, dass es eine Lust ist.
Jeder lebt am Heizpilz seiner eigenen Gruppe, lebt unter seinesgleichen.
Gerade die Menschen in Prenzlauer Berg klagen oft, dass es alles „zu weiß“ sei. Ich sage seit jeher: Dann kommt halt zu uns, zu den schmuddeligen Migranten nach Kreuzberg, Wedding oder Neukölln!
„Ja, aber unsere Kinder …! Die Schule! Die vielen arabischtürkischkurdischlibanesischmuslimischrussischen Kinder ohne Deutschkenntnisse, die unsere Kinder dann … hauen!“
Dennoch tolle Aussagen der Chefredakteurin der Exberliner! Immerhin: Sie hat 5 Jahre in Moskau gelebt, kann also Sein von Schein unterscheiden.
Sie weiß, dass es uns allen im Vergleich zu Moskau gold geht. Solche mutigen, klugen Frauen mit ihren Familien brauchen wir in Kreuzberg SO 36, in Neukölln, in Wedding, da wo es so schön bunt ist. Kommen Sie zu uns! Ziehen Sie zu uns!
Freunde, wer aufmerksam lauscht, bekommt allmählich ein Ohr für Zwischentöne. Etwa 2 Mrd. Euro gibt Deutschland pro Jahr für all jene aus, die es innerhalb der normalen Schulzeit nicht geschafft haben, ein berufstaugliches Deutsch zu lernen oder eine sonstige Qualifikation zu erwerben.
Unsere „Schule im sozialen Brennpunkt“ hier um die Ecke ist fantastisch ausgestattet, hat die besten Lehrer, die besten Programme, die schönsten Räumlichkeiten, hat mehr Geld als die normalen Schulen.
Jetzt wird erneut mehr Geld für Integration gefordert. Die Bundesregierung wird mit Vorwürfen überschüttet, weil sie weniger Geld als erhofft bereitstellt.
Ich meine: Ein klarer Fall von Überversorgung! Je mehr Geld in die Integrationsmaschine geschüttet wird, desto stärker wird der Anspruch entstehen, der Staat müsse die Hauptarbeit der Integration leisten. Ich halte dies mittlerweile für einen Irrtum.
Der Hebel zur Integration ist die Umsteuerung im SGB. Der entscheidende Anreiz zur Integration wird für Erwachsene über die Notwendigkeit der Erwerbsarbeit kommen müssen, bei den Kindern wird die Integration über die Familien erfolgen.
„Gebt uns mehr Geld, dann werden wir uns integrieren!“ So habe ich selbst gehört. Wörtlich, und sinngemäß in unendlich vielen Variationen. Jammern hilft halt. Viel Jammern hilft viel. Grotesk falsch. Das ist Erpressung! Jeder kann hier kostenlos die Schulen besuchen.
Ich fordere den Staat auf, weniger Geld zu geben. Und wenn Geld gegeben wird, dann nur unter Bedingungen.
Wer immer nur bedingungslos schenkt, der wird verachtet: „Warum seid ihr Deutschen auch so blöd, uns Geld ohne Gegenleistung zu schenken!“
Integrationsgipfel: Nett lächeln, endlos ankündigen – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
Die Bundesregierung rühmt sich dennoch ihrer neuen Vorhaben, was aber nicht über eine niederschmetternde Erkenntnis hinwegtäuschen kann: Der vor vier Jahren gestartete Gipfel hat erneut an Symbolkraft und Glaubwürdigkeit verloren. Die Bilanz fällt umso bitterer aus, weil parallel zu aufwändigen Kampagnen fürs Deutschlernen Gelder für Integrationskurse gestrichen wurden, und Integrationslehrer oft extrem schlecht bezahlt werden. Bei der Städtebauförderung will die Regierung künftig nur noch für Bauprojekte Geld ausgeben, nicht mehr für Integrationsprojekte in Brennpunkten.
IntegrationKommentare deaktiviert für Was ist psychische Gesundheit? Was ist gelungene Integration?
Nov.032010
Sigmund Freud plagte sich des öfteren mit der Frage, was psychische Gesundheit sei. Eine fast unmöglich zu beantwortende Frage! Eine Antwort, die er selbst vorschlägt und die ich für treffend halte: Er bestimmt Gesundheit als die Fähigkeit zu arbeiten und zu lieben. Mit anderen Worten, gesund ist der oder die, die stabile Beziehungen zu anderen Menschen eingehen kann und die beständig einer Beschäftigung, einer Arbeit nachgehen kann.
Genauso fragen wir: Was ist gelungene Integation?
Ich schlage hierzu folgende Minimaldefinition vor, wobei die vier Kriterien nach Wichtigkeit geordnet sind: Integriert sind diejenigen Familien,
a) die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen,
b) die alle Gesetze einhalten,
c) in denen alle Mitglieder sich auf deutsch verständlich machen können und
d) die Sitten und Gebräuche der aufnehmenden Gesellschaft respektieren.
An diesen vier harten Kriterien hapert es derzeit allenthalben.
Umgekehrt gilt: Wer als erwachsener Zuwanderer oder als Ausländer beständig von Sozialhilfe lebt, wer die Gesetze nicht einhält, und wer die Sitten und Gebräuche der deutschen Gesellschaft nicht respektiert, der oder die ist nicht integriert.
Die Sozialhilfeabhängigkeit vieler migrantischer Familien ist ein Grundübel, das es zu bekämpfen gilt.
Ehe am Mittwoch der Integrationsgipfel beginnt – noch ein kleiner Zwischenruf des Kreuzberger Bloggers! Was die Vertreter der deutschen Industrie zum Thema Integration im Vorfeld gesagt haben, unterstütze ich voll und ganz.
Mit einem ganz gewichtigen Caveat jedoch. Ich meine:
Die erste, die entscheidende Instanz der Integration ist für Kinder die Familie. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Da beißt auch die „Sendung mit der Maus“ keinen Faden ab.
Für Erwachsene ist die erste und entscheidende Instanz der Integration die Arbeit.
Erst wenn Familien sich integrieren, kann auch das Kind sich integrieren. Die Vorstellung, man könnte Integrationspolitik über die Kita und die Schule an den Familien vorbei oder gar im Rücken der Familien führen, leitet in die Irre!
Wenn die Familien keine Integration wollen, wird sie auch über die Kita nicht gelingen können. Das ist meine feste Überzeugung, die ich aus zwei Jahrzehnten Kreuzberg und Tausenden von Begegnungen mit Migranten schöpfe. Die Politik und die Fachwelt und wir alle stochern im Nebel. Aber diese wenigen Einsichten, wie ich sie hier darlege, bin ich bereit noch vor den klügsten und gelehrtesten Fachpolitikern und Wissenschaftlern zu vertreten.
Es gibt nur sehr wenige Politiker, die mit mir diese feste Überzeugung teilen. Badr Mohammed etwa gehört dazu, er hat mir öffentlich bei einer Diskussionsveranstaltung zugestimmt. Wir sind der Überzeugung, dass den Familien die Schlüsselrolle bei der Integration zukommt.
Ich weise ferner noch einmal auf unser Modell „Eltern als Teil der Schulgemeinschaft“ hin, wie es auch die Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksschulstadträtin Monika Herrmann zu bevorzugen scheint. Dieses Modell gilt es zu studieren und mit Leben zu erfüllen.
Ich halte die Verzahnung von Kita/Schule und Familie, die Verzahnung von deutschen und migrantischen Familien für die alles entscheidende Stelle, über die die Integration der Kinder gelingen wird. Dazu bedarf es der Verzahnung und Vermittlung, der Übersetzung in und zwischen den Familien und den Schulen.
Die Familien müssen den Hauptanteil der Integration leisten – ohne staatliche Gelder, weitgehend ohne Sozialarbeiter, unbezahlt und nicht professionell, sondern aus Zuneigung und Gemeinsinn.
Wenn die deutschen und die zugewanderten Familien sich einander öffnen, werden all die Integrationsprobleme in ein bis zwei Jahrzehnten überwunden sein.
Gute Sache, diese Kiezrundgänge, von denen Ralf Schönball heute im Tagesspiegel auf S. 7 berichtet. Bei solchen Rundgängen wird man freilich niemals mit der Realität der Bewohner in Kontakt kommen. Potemkinsche Spaziergänge sind das!
Die Realität wird man nur über uns migrantische Familien im Alltag kennenlernen, etwa indem man seine eigenen Kinder in die Schulen „im sozialen Brennpunkt“ schickt – wie es dieser Blogger 18 Monate lang getan hat.
Integration gilt in den Augen der meisten weiterhin als eine Leistung des Staates, der viel Geld, viel deutsches Schuldbewusstsein und viel Personal zur Verfügung stellt, damit „die Armut nicht so sichtbar wird“.
Na, irgendwann hat man die Faxen dicke. Dieser Blogger hat die Faxen dicke mit dem ständigen Anklagen, mit dem ständigen Sich-zum-Opfer-Ausgeben. 400.000 bis 500.00 Euro pro Monat und pro Schule fließen jeden Monat an Sozialhilfe an die Familien im sozialen Brennpunkt! Und dann wird ständig weiter die Hand ausgestreckt!
Es wird darüber hinaus wahnsinnig viel Geld in Projekten, in Sozialhilfe, in allen möglichen Initiativen versenkt. Und dann kommt heraus, dass viele Jugendliche nach 8 Jahren Schule weder lesen noch schreiben können.
Die Schuld daran wird dann den Deutschen in die Schuhe geschoben. Der Staat soll noch mehr zahlen, soll zahlen für Kurse und Cafés. Abartig. Ein Affentheater.
Und wieder einmal ist der Staat, also in diesem Fall die Bundesregierung, schuld, wenn es nicht klappt mit der Integration. Denn der Bund will von den gewünschten 30 Millionen nur 15 Millionen überweisen. Da wird ein Café auf der Strecke bleiben. Schlimm, schlimm, schlimm!
Meine Diagnose: Die meisten Politiker haben keine Ahnung, wie der Hase läuft. Sie haben das Problem der Überversorgung immer noch nicht erkannt.
Wedding: Junge-Reyer zeigt Abgeordneten Brennpunkt – Berlin – Tagesspiegel
Muss Berlin wirklich auf die Hälfte der rund 30 Millionen Euro verzichten, die der Bund überweist, dann ist auch die Erweiterung der Mensa um ein Café gefährdet, in dem dann Passanten von der nahe gelegenen Mauergedenkstätte einkehren können. Das soll die Schule wieder öffnen. Denn die Armut hier ist nicht wirklich sichtbar, sagt Lehrerin Christiane Schweising. Und Ali Bülbül vom Quartiersrat im Viertel ergänzt: Die sozialen Defizite seien das Problem. Ausschluss, Ghettoisierung klingen da mit.
IntegrationKommentare deaktiviert für Uyum ile gelen fırsatlar, oder: Integration durch staatliche Versorgung
Okt.222010
Das demokratische Gemeinwesen ist das Bündnis prinzipiell gleicher und freier Bürger auf einem bestimmten Staatsgebiet. Mit einer derart schlichten Grundformel sei hier der Befund Christian Meiers über den Ursprung der europäischen Demokratie im antiken Griechenland zusammengefasst.
Ganz anders pfeift der Wind in den heutigen Demokratien der Europäischen Union! In Frankreich gehen die Massen auf die Straße, weil sie sich gegen die Rente mit 62 wehren. Le Monde berichtet soeben:
La perspective proche du vote de la réforme des retraites, prévu dans la soirée au Sénat, semble avoir fait monter la tension d’un cran, vendredi : les tentatives de blocage de dépôts pétroliers se sont multipliées dans la nuit tandis que les préfets n’hésitaient plus à faire débloquer les barrages par la force, comme à la raffinerie de Grandpuits (Seine-et-Marne).
Der Staat soll also durch den massiven Druck der Straße verpflichtet werden, allen Bürgern weiterhin ein geruhsames Auskommen ab 60 zu gewähren. Woher er das Geld dafür nimmt, ist Sache des Staates. Das demokratische Gemeinwesen, entstanden als Bündnis freier und gleicher Bürger, wandelt sich somit Schritt um Schritt in eine Versorgungsagentur.
In früheren Jahrhunderten zogen die Staaten in den Krieg, um Anprüche der Anspruchsberechtigen zu befriedigen, eroberten Kolonien und beuteten sie aus. Der sowjetische Kommunismus hingegen, wie ihn etwa Warlam Schalamow beschreibt, beutete durch jahrzehntelange Zwangsarbeit seine eigenen Bürger aus, schuf so gewaltige Infrastrukturprojekte. Der staatliche Reichtum beruhte auf wirtschaftlicher Ausnutzung der eigenen Bürger oder der Eroberung fremder Territorien.
Aus dem Beutegewinn konnten die dynastisch organisierten Staaten aller Zeiten Überschüsse an ihre Untertanen verteilen.
„Der Staat schuldet uns etwas. Im Gegenzug für unsere Ansprüche auf Wohlstand versichern wir ihn unserer Loyalität.“ Das ist uraltes oder auch sehr neues Anspruchsdenken, wie es immer wieder zu beobachten ist.
Ein herausragendes Vademecum dieses neuen Anspruchsdenkens liegt vor mir: „Chancen durch Integration. Ratgeber für Familien“, herausgegeben von der Bundesregierung, im Internet abrufbar und derzeit weiterhin kostenlos beim Publikationsversand der Bundesregierung in Rostock erhältlich.
Das treffliche Werk bietet eine umfassende Aufstellung jenes Sperrfeuers von Angeboten, Beratung, Betreuung, finanzieller Unterstützung an, welches Grundzug unserer Versorgungsstaatlichkeit ist. Für jedes Problem bietet der Staat Hilfe und Unterstützung an: Alle Daseinsrisiken werden den Anspruchsberechtigten abgenommen: Vom Integrationskurs über die Schwangerschaftsvorsorge, vom Unterhaltsvorschuss bis zur staatlichen Ausbildungsförderung, von der kostenlosen Familienkrankenversicherung bis hin zu Handyfallen und „Kultur für alle“: wer dieses Werk liest und beherzigt, der weiß, dass ihn nichts Schlimmes mehr treffen kann. Der Staat sorgt für alle – sobald man sich einmal drei Monate legal auf dem Gebiet der Bundesrepublik aufgehalten hat.
„Chancen durch Integration. Ein Ratgeber für Familien“ ist in meinen Augen eine Bibel der massiven Irrtümer und Fallen, in die unsere Zuwanderungspolitik blindlings hineingerannt ist. Denn alle größeren Herausforderungen und Aufgaben werden – liest man das Büchlein durch – auf den Staat überwälzt! Integration heißt nach dieser Darstellung der Bundesregierung konsequenterweise nichts anderes als Integration in die Angebote des Sozialstaates.
Das Problem der bisherigen staatlichen Integrationsmaßnahmen heißt:
Überversorgung durch staatliche Angebote zur Daseinsvorsorge für alle!
2 beliebige Beispiele für diese zweifellos gewagte Behauptung, für die ich zahllose Belege, Zeugen und Nachweise liefern kann!
Unter dem Stichwort „Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivität ADHS“ wird auf S. 154 das immer häufiger auftretende unkonzentrierte, das nicht merkfähige, das zappelige Kind beschrieben. Als Angebot schlägt das Presse- und Informationsamt Früherkennung, medizinische Behandlung, Beratung und Behandlung vor. „Die Kosten der Untersuchung und Behandlung werden von den Krankenkassen übernommen.“
Ich frage auf eigene Faust bei Psychologen und Ärzten nach: „Woher kommt ADHS?“ Sie sagen: ADHS, eine echte Modediagnose, wird durch mangelnde elterliche Fürsorge, durch Vernachlässigung, durch exzessiven Medienkonsum, durch Reizüberflutung bei gleichzeitiger motorischer Verarmung und Unterforderung des Kindes erzeugt. Ich erkenne also: ADHS ist keine organisch bedingte Krankheit, sondern ein durch leicht zu erkennendes Fehlverhalten der Eltern erzeugtes Syndrom.
Durch Änderung des Lebenswandels, durch vermehrte elterliche Liebe, durch Wandern, Singen, durch reichlich frische Luft, durch Spiel und Sport anstelle von Medienkonsum lassen sich die ADHS-Syndrome der Kinder in fast allen Fällen zuverlässig verhindern. So versichern mir Ärzte und Psychologen!
Nichts davon wollen die Sozialstaatsapostel wissen. Sie bürden die gesamte Last der ADHS-Bekämpfung den Sozialkassen auf, statt Eltern an ihre Pflichten zu erinnern. Und ich kenne Eltern, die gerne ihren Kindern die Modedroge Ritalin einschmeißen, statt sich Zeit für das Fußball- und Puppenspielen mit den Kindern zu nehmen.
2. Beispiel! Unter dem Stichwort „Schwangerschaftsberatung“ (S. 42-46) wird ausführlichst das korrekte Vorgehen zum Schwangerschaftsabbruch erläutert. Nur wenige Zeilen widmen sich dagegen der Hebammenhilfe oder ärztlichen Betreuung. Auf etwa 460 Euro werden die Kosten für den ambulanten Schwangerschaftsabbruch beziffert, auf etwa 360 Euro die Kosten bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch. „Wenn Sie nur über ein geringes eigenes Einkommen verfügen, können Sie einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.“ Der Schwangerschaftsabbruch, eine Sozialleistung der Kassen, wird hiermit als Anspruch der Frau gegenüber dem Staat dargestellt.
Kein Wort verliert der Ratgeber der Bundesregierung darüber, ob der Frau oder dem späteren Kind (über das aber niemand spricht) vielleicht durch mitmenschliche Hilfe, durch Rat und Tat der Verwandten, durch Freigabe des Kindes zur Adoption besser geholfen wäre.
Die unerwünschte Schwangerschaft wird im Ratgeber der Bundesregierung als eine Art sozialer Unfall beschrieben, zu dessen Abhilfe jede Schwangere im Falle schriftlich nachgewiesenen Bedarfs Anspruch auf finanzielle Leistungen der staatlichen Kassen hat.
Neben der ADHS-Behandlung ist diese Darstellung der Ansprüche auf den Schwangerschaftsabbruch ein geradezu exemplarischer Fall für die heute vorherrschende Grundhaltung, wonach die staatliche Gemeinschaft den einzelnen Familien alle wichtigen Daseinsrisiken und Herausforderungen abzunehmen habe.
So züchtet man sich die wachsenden Scharen von dauerhaft Staatsabhängigen heran.
Dass die Schwangerschaft hauptsächlich als Gesundheits- und Kostenrisko gesehen wird, dass eine Handreichung der Bundesregierung keinerlei Anstalten macht, das ungeborene menschliche Leben in seiner Würde und Schutzbedürftigkeit hervorzuheben, lässt mir – offen gestanden – das Blut in den Adern gefrieren.
Der aktuelle Integrationsratgeber der Bundesregierung stimmt mich traurig. Ich halte ihn für die vollständigste denkbare Armutserklärung der Integrationspolitik, die man sich vorstellen kann. Als solche sollte man ihn lesen.
Er darf – neben einem Handexemplar des SGB – auf keinem Schreibtisch der zahllosen Beratungs-, Betreuungs-, Beschwerde- und Klageinstanzen fehlen!
Ich meine: Der regierungsamtliche Integrationsratgeber sollte schnellstmöglich komplett umgekrempelt und um Abschnitte zur Eigenverantwortung bereichert werden. Wie? Ich habe Ideen!
Hier der genaue Titel und die Bezugsquellen des aktuellen Integrationsratgebers der Bundesregierung:
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Chancen durch Integration. Ratgeber für Familien. Information, Beratung, Hilfe für Zuwanderinnen und Zuwanderer. forum integration. Wir machen mit. Stand: 2007. (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 2008)
Bezugsquelle: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09; 18132 Rostock.
Die Broschüre wird kostenlos in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Russisch abgegeben.
Trotz allem – die Debatte geht weiter, Bülent Arslan hat einige sehr gute Dinge gesagt, die sicherlich auch für Berlin gelten, nicht nur für NRW. Seh ich fast alles genauso. Lest selber:
Etwas, was bei Sami Khedira undenkbar wäre: die Türken pfiffen im Berliner Olympistadion ihren abtrünnigen Landsmann aus. „Einmal Türke – immer Türke!“, „Die türkische Nation ist ewig und heilig“, „Wir müssen zueinander halten – wo immer wir sind“, „Wir müssen den Ruhm des türkischen Vaterlandes überallhin tragen“. Solche Stimmen hörte ich aus dem gellenden Pfeifkonzert heraus. Es stimmt schon: Die Türken haben mit unendlicher Mühe aus einem Vielvölkerstaat unter Zuhilfenahme heiliger Beschwörungsformeln eine mit Blut geweihte Staatsnation geschmiedet. Wem das nicht passte, der konnte ja gehen oder wurde gegangen. Man besuche einmal das Atatürk-Mausoleum in Ankara! Man besuche auch das Lenin-Mausoleum (früher: Lenin/Stalin-Mausoleum) in Moskau! Die Ähnlichkeiten sind überraschend!
Dann wird man die heilige Verehrung der türkischen Nation besser begreifen.
Einer wie Özil, der sich aus freien Stücken für das Land entscheidet, in dem er geboren und aufgewachsen ist, gilt offenbar vielen als Verräter.
Ich habe über dieses Thema oft mit „gut integrierten“, akademisch gebildeten Deutschtürken gesprochen. Sie gaben mir privat weitgehend recht. Aber öffentlich wird kaum ein deutscher Türke dieses ersatzreligiöse Festklammern an der überragenden ewigen türkischen Nation, diese Verehrung des türkischen Staates, des Türkentums in Frage stellen.
Er sähe sich sofort einem gellenden Pfeifkonzert ausgesetzt. Siehe Mesut Özil! Das gellende Konzert für Özil macht alle weiteren Integrationskongresse erst mal überflüssig, oder?
Dieser tief in den Seelen verwurzelte türkische Nationalismus ist – so meine ich – eines der größten Integrationshemmnisse. Falsch wäre es auch, von Türken zu verlangen, sie sollten umdenken. Das Sich-Lossagen vom türkischen Staat wird fast wie ein Frevel am Vaterland empfunden und kann zu schwerem seelischem Leid führen.
Über die türkischen Religionsbehörden steuert und stärkt der türkische Staat seine Auslandstürken in ihrem Sonder- und Abhängigkeitsbewusstsein. Er bestärkt sie als Schutzmacht im Bewusstsein, hier in einer türkischen Exklave zu leben. Er will nach Kräften verhindern, dass die seit vielen Jahrzehnten hier lebenden, hier geborenen Türken gute deutsche Staatsbürger werden und dadurch dem ewigen Türkentum verlorengehen.
Er bindet sie an sich – etwa durch die Beschneidung des Erbrechts bei Abgabe der türkischen Staatsbürgerschaft. Und wie man in Zypern sieht, nimmt der türkische Staat dieses wechselseitige Treueverhältnis blutig ernst.
Solange die Türken in Deutschland da nicht ran gehen und die Integration allein uns schafsfrommen Biodeutschen überlassen, wird das nichts mit der Integration der Türken.
Das ist doch alles Essig. Ich bin es leid. Ich bin dessen überdrüssig, mir dieses ewige Lied vom Leid und Elend der Auslandstürken anzuhören.